{"id":1473,"date":"2020-09-23T09:27:11","date_gmt":"2020-09-23T09:27:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1473"},"modified":"2026-01-07T13:09:08","modified_gmt":"2026-01-07T13:09:08","slug":"hofzwerg-und-burgriese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/hofzwerg-und-burgriese\/","title":{"rendered":"Hofzwerg und Burgriese"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Hofzwerg &amp; Burgriese<\/h2>\n<p>Hofgasse 12<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Hofzwerg-Thomele-Innsbruck-am-Burgriesenhaus-Haidl.jpeg&#8220; alt=&#8220;Hofzwerg Thomele Innsbruck am Burgriesenhaus Haidl&#8220; title_text=&#8220;Hofzwerg Thomele Innsbruck am Burgriesenhaus Haidl&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;1477,60936,57685,68953,68932&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Hofzwerg und Burgriese&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61885&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Hofzwerg und Burgriese&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;58905&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>An der Ecke der Hofgasse zur Stiftgasse steht ein d\u00fcsteres gotisches Geb\u00e4ude, dessen Kontrast zum strahlenden Wei\u00df der Hofburg gegen\u00fcber nicht gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnte. Das gotische \u00c4u\u00dfere des vierst\u00f6ckigen Hauses stammt aus dem Jahr 1530 und geht auf die Baumeisterkunst der T\u00fcrings zur\u00fcck. Ein m\u00e4chtiges Rundbogenportal bildet den Eingang in der Stiftgasse. Die stattliche Eingangst\u00fcr mit dem \u201e<em>Fl\u00fcsterbogen<\/em>\u201c in der Hofgasse ist eine echte Innsbrucker Kuriosit\u00e4t. Fl\u00fcstert jemand auf einer Seite des Eingangsbogens etwas hinein kann der Gespr\u00e4chspartner noch das leisteste Wort h\u00f6ren, wenn er das Ohr an den Bogen auf der anderen Seite des Tores legt. Die fantasievollen Figuren auf der h\u00f6lzernen Eingangst\u00fcr wurden vom Tiroler Bildhauer Rudolf Millonig f\u00fcr den ehemaligen Gasthof zum Burgriesen in Anlehnung an das gotische Erbe gestaltet. Wer Gl\u00fcck hat, kann im Inneren des das Treppenhaus aus dem 17. Jahrhundert und die Kreuzgew\u00f6lbe bewundern.<\/p>\n<p>Die Malereien an der Fassade in der Hofgasse geben dem Haus seine Namen <em>Kleines Riesenhaus<\/em> oder <em>Burgriesenhaus<\/em>. Sie erinnern an zwei au\u00dfergew\u00f6hnliche Innsbrucker, den <em>Hofzwerg Thomele<\/em> und den <em>Burgriesen Haidl<\/em>. Ein Gedicht erinnert unter einer Abbildung der Heiligen Maria preist die prominenten Bewohner:<\/p>\n<p>\u201e<em>Unter Gottes Segen u. hl. Marias Hand, ist diese Haus den kleinen Riesen zuerkannt<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Thomele diente am Hof von\u00a0Ferdinand II. der Belustigung des F\u00fcrsten und seines Hofstaats. Hofzwerge und Riesen waren seit dem Mittelalter ausgehend vom Herzogtum Burgund, das unter Maximilian ein Teil des Habsburgerreiches geworden war, Tradition geworden. Burgund mit den reichen Handelsst\u00e4dten Gent und Br\u00fcgge waren neben den italienischen Metropolen nicht nur finanziell, sondern auch kulturell Europas Avantgarde. Europ\u00e4ische F\u00fcrsten des 15. Jahrhundert eiferten der Kultur des burgundischen F\u00fcrstenhofs nach. Maximilians erste Frau Maria brachte viel von diesem Flair in den Hofstaat und das Zeremoniell der Habsburger. Es ist also kein Wunder, dass der Kosmopolit Ferdinand nicht auf Hofzwerge verzichten wollte. Hofzwergen und Hofnarren war es damals gestattet den Regenten zu kritisieren. Zu beneiden war Thomele trotzdem nicht, obwohl Zwerge als gefragte Bespa\u00dfer durchaus hei\u00df begehrt waren. Waren die Vorf\u00fchrungen nicht nach dem Sinn der Regenten, waren Tritte, Schl\u00e4ge und Ohrfeigen an der Tagesordnung. Das andere Ende der Gr\u00f6\u00dfenskala stellte die f\u00fcrstliche Leibwache dar. Burgriese Nikolaus Haidl war nicht nur Kuriosit\u00e4t, sondern als Teil der Garde auch eine Art Bodyguard von Erzherzog\u00a0Siegmund dem M\u00fcnzreichen. Er ist definitiv keine Sagengestalt, seine gigantischen Skelettreste wurden 1866 bei Bauarbeiten im Innsbrucker Dom in der Gruft. Im ersten Stock des Stadtturms befindet sich eine Steinfigur, die aus der Nische der Fassade des Burgriesenhauses entfernt wurde.<\/p>\n<p>Eine Tafel an der n\u00f6rdlichen Fassade erinnert an einen ber\u00fchmten Besucher des Hauses. Prinz Eugen (1663 \u2013 1736), einer der gr\u00f6\u00dften Feldherren der habsburgischen Geschichte, n\u00e4chtigte hier bei seiner Durchreise. Wie so viele Akteure der Innsbrucker Stadtgeschichte, war auch er eine Art europ\u00e4ischer Melange. Francois-Eugene de Savoie-Carignan war eigentlich franz\u00f6sischer Untertan des <em>Sonnenk\u00f6nigs<\/em> Ludwig XIV. und Mitglied des franz\u00f6sischen Hochadels. Die Legende besagt, es sei wegen seiner schm\u00e4chtigen Gestalt gewesen, dass er vom franz\u00f6sischen Heer abgelehnt wurde. Wahrscheinlicher ist es, dass seine Familie durch ungl\u00fcckliche Umst\u00e4nde in k\u00f6nigliche Ungnade gefallen war, weshalb sich Eugen bei den Habsburgern, den langj\u00e4hrigen Rivalen der franz\u00f6sischen Monarchie in den Milit\u00e4rdienst begab. Zwischen 1683 und 1718 k\u00e4mpfte er in allen nennenswerten kriegerischen Auseinandersetzungen Europas. Bekannt ist er bis heute vor allem f\u00fcr die Bewahrung Wiens vor der osmanischen Eroberung. Er wurde als geb\u00fcrtiger Franzose Mitglied des Geheimen Rats des Kaisers und zum Pr\u00e4sidenten des Hofkriegsrats. Zwischen 1716 und 1724 war er Statthalter der \u00d6sterreichischen Niederlande. Mit seinem Privatverm\u00f6gen wurde er zu einem der wichtigsten privaten Bauherren zwischen Budapest und Wien. Als gebildeter wissenschafts- und kunstinteressierter Sammler betrieb Prinz Eugen Korrespondenz mit den wichtigsten Gelehrten seiner Zeit wie Leibniz, Montesquieu und Voltaire. Gem\u00e4lde zeigten ihn als Star im barocken Glanz, Lieder wurden auf ihn als den Bewahrer des christlichen Europas vor der T\u00fcrkengefahr gesungen. Prinz Eugen, ein Franzose in Diensten des Erzfeindes, war am Zenit seiner Macht nach den Kaisern, unter denen er diente, wohl der einflussreichste Mann Europas. Sein K\u00f6rper liegt im Wiener Stephansdom bestattet, sein Herz getrennt davon in der Basilica di Superga in Turin, der Grabeskirche des Hauses Savoy, dem er entstammt. Seine indirekten Nachfahren aus diesem franz\u00f6sischen Adelsgeschlecht sollten in den Italienischen Unabh\u00e4ngigkeitskriegen zwischen 1848 und 1866 gegen \u00d6sterreich k\u00e4mpfen und die Einheit Italiens herstellen. \u00c4hnlich wie Andreas Hofer in Tirol wird Prinz Eugen gerne f\u00fcr nationalistische und populistische Zwecke vor den Karren gespannt, die ihm wohl wenig gefallen h\u00e4tten. Vielmehr sollte er gemeinsam mit Hofzwerg Thomele an die vielf\u00e4ltigen Einfl\u00fcsse aus dem Ausland erinnern, der die Stadt ihren besonderen Charme verdankt. In Innsbruck erinnert neben dem <em>Burgriesenhaus<\/em> die Prinz-Eugen-Stra\u00dfe im Saggen an \u00d6sterreichs wohl erfolgreichsten Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Siegmund der M\u00fcnzreiche&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Siegmund der M\u00fcnzreiche&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53519&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auf <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Friedl mit der leeren Tasche<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> folgte <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Siegmund der M\u00fcnzreiche<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> als Tiroler Landesf\u00fcrst. Siegmund von Tirol (1427 \u2013 1496) startete denkbar schlecht in sein Amt als Landesf\u00fcrst. Als sein Vater Friedrich starb, war Siegmund erst 12 Jahre alt. Deshalb nahm ihn sein Onkel Friedrich III., der Kaiser <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">des Heiligen R\u00f6mischen Reichs<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> und Vater Maximilians I., in unfreiwillige Obhut und Vormundschaft. Man k\u00f6nnte sagen, Siegmund startete seine Karriere als Geisel des Kaisers, seines eigenen Vetters. Tirol war mittlerweile eine reiche Grafschaft, die direkte Kontrolle dar\u00fcber wollte der Kaiser nur ungern aufgeben. Erst als die Tiroler Landst\u00e4nde gegen diese Bevormundung protestierten, konnte Siegmund sein Amt antreten. Der Tiroler Landtag hatte die Regierungsgesch\u00e4fte in Ermangelung eines Landesf\u00fcrsten \u00fcbernommen und damit politisches Gewicht bewiesen. Mit 18 Jahren zog Siegmund in Innsbruck ein, um die Amtsgesch\u00e4fte zu \u00fcbernehmen. Vier Jahre sp\u00e4ter heiratete er Eleonore von Schottland (1433 \u2013 1480), die optisch wenig attraktive 16 Jahre alte Tochter K\u00f6nigs Jakob aus dem Hause Stewart. Die Ehe sollte ohne Kinder bleiben.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Unter dem Landesf\u00fcrsten Siegmund kam es zu vielen Innovationen auf der einen Seite, zu einem aufgebl\u00e4hten und teuren Hofstaat auf der anderen. In Innsbruck und Umgebung zog das st\u00e4dtische Leben neues Handwerk an. 1453 er\u00f6ffnete in der heutigen Universit\u00e4tsstra\u00dfe die Landesf\u00fcrstliche Silberschmelze. 1484 lie\u00df Siegmund die M\u00fcnzpr\u00e4geanstalt von Meran in S\u00fcdtirol nach Hall verlegen, was ihm den Beinamen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Siegmund der M\u00fcnzreiche<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> einbrachte. Zwei Jahre sp\u00e4ter entstand eine landesf\u00fcrstliche M\u00fchle am Sillkanal, die die Basis f\u00fcr die sich in den Folgejahren entwickelnde fr\u00fche Industrialisierung bilden sollte. Er erlie\u00df die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schwazer Bergordnung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die zum Vorbild f\u00fcr alle Bergwerke der Habsburger werden sollte. Den Bergbeamten wurden, \u00e4hnlich den Universit\u00e4ten, mehr Rechte innerhalb ihres Wirkungsbereiches gegeben. F\u00fcr die Bergarbeiter gab es Sonderregelungen innerhalb der Gesellschaft, waren sie doch hei\u00df begehrte Arbeitskr\u00e4fte. Man kann von einer fr\u00fchen sozial- und arbeitsrechtlichen Vereinbarung sprechen. Die Bergleute arbeiteten hart, verdienten aber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut. Dasselbe galt f\u00fcr die Pr\u00e4geanstalt und die Haller Salinen. Eine wohlhabende Mittelschicht begann sich herauszubilden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Innsbruck war w\u00e4hrend seiner opulenten Regentschaft zu einem Anziehungspunkt f\u00fcr Handwerker, Goldschmiede und K\u00fcnstler geworden. Die Zuwanderer stammten oft aus der Aristokratie und wollten in Innsbruck nicht auf ihren Lifestyle verzichten. In M\u00fchlau etablierte sich eine besondere Form der Metallindustrie. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Plattner<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> schufen R\u00fcstungen und Harnische f\u00fcr Adelige, die sich sowohl auf Kriegsz\u00fcgen wie auch auf Turnieren standesgem\u00e4\u00df pr\u00e4sentieren wollten. Siegmund war ihr bester Kunde. Er kaufte etliche Turnierharnische f\u00fcr sich selbst und als anerkennende Geschenke f\u00fcr Aristokraten ausl\u00e4ndischer H\u00f6fe und Ehreng\u00e4ste. Die Werkst\u00e4tten am M\u00fchlaubach wurden zu den f\u00fchrenden Betrieben ihrer Art weltweit. Erst im 17. Jahrhundert kamen die reich verzierten R\u00fcstungen aus der Mode. Der Stadtturm beim Alten Rathaus als Ausdruck des st\u00e4dtischen Wohlstands und erste Teile der Hofburg wurden unter Siegmund erbaut. Ein Glasmaler siedete sich in Innsbruck an. Die Hofbibliothek wuchs im Gleichschritt mit Siegmunds und Eleonores humanistisch gelehrten G\u00e4sten. Beide galten als kunstsinnig und literarisch interessiert. B\u00fccher waren in der Zeit vor der Erfindung des Buchdrucks ein teures Hobby. Auch fahrendes Volk und Schausteller waren am Hof gerne gesehen, um die einheimischen und internationalen G\u00e4ste zu unterhalten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Siegmunds opulenter Lebenswandel kostete ihn nicht nur viel Geld, sondern auch politische Reputation und am Ende seiner Laufbahn wohl auch den F\u00fcrstenthron. In zweiter Ehe hatte er Katharina von Sachsen (1468 \u2013 1524), eine Dame aus kurf\u00fcrstlichem hocharistokratischem Haus, geheiratet. Es war wohl auch dem Einfluss und der Hofhaltung Siegmunds und seiner beiden Ehefrauen zu verdanken, dass die Ausgaben des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">M\u00fcnzreichen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> auf lange Sicht die Einnahmen aus Steuern, Salinen und den Bergwerken \u00fcberstiegen. Bei der landesf\u00fcrstlichen Hochzeit 1484 umfasste allein der Zug der Braut 54 Wagen. Die G\u00e4ste mussten in Innsbruck einquartiert und verk\u00f6stigt werden. Auch mit der 40 Jahre j\u00fcngeren Frau war dem mittlerweile senilen Siegmund m\u00e4nnlicher Erbe verg\u00f6nnt, was besonders bitter f\u00fcr ihn gewesen sein muss, betrachtet man die ihm nachgesagten 30 au\u00dferehelich gezeugten Kinder.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gleichzeitig wurden die Zeiten rauer f\u00fcr die, die mit dem neuen Lebensrhythmus der Stadt nicht mithalten konnten. Man kann von circa 2000 Stadtb\u00fcrgern zu dieser Zeit ausgehen. Der Hofstaat Sigmunds bestand aus 500 Personen, der Hofstaat seiner Frau war dabei nicht miteingerechnet. Diese \u201eFremden\u201c erregten in Innsbruck Aufsehen. Die Kluft zwischen den sozialen Schichten wuchs. Der Hexenprozess von 1485 fanden in einem Klima aus Neid, Missgunst und Skepsis gegen\u00fcber den neuen Sitten statt, die in Innsbruck Einzug hielten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Siegmund war nicht der erfolgreichste Herrscher Tirols, blieb dank seiner Verdienste um den kulturellen Aufschwung in Innsbruck aber bis heute in guter Erinnerung. Sein Hof war am Ende seiner Regierungszeit \u00fcberm\u00e4\u00dfig aufgebl\u00e4ht und teuer. Ein verlorener Krieg mit den Schweizer Eidgenossen verpflichtete ihn zu Zahlungen, auch ein Krieg mit Venedig endete schlecht. Siegmund musste habsburgische Besitzungen im Elsass und dem heutigen Breisgau an Karl <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">den K\u00fchnen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> von Burgund, den zuk\u00fcnftigen Schwiegervater Maximilians I. verpf\u00e4nden. Die \u00f6sterreichischen Vorlande verkaufte er zu einem Spottpreis an das Herzogtum Bayern, die Tiroler Silberbergwerke verpf\u00e4ndete er an Jakob Fugger. Die bayerischen Wittelsbacher wollten \u00fcber einen Erbvertrag mit dem altersbedingt geistig umnachteten Sigmund auch Tirol wieder unter ihre Kontrolle bringen. Erst kaiserlicher Druck und das eilige Einschreiten der Tiroler Landst\u00e4nde und Maximilians erm\u00f6glichten den Verbleib des Landes beim Haus Habsburg.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Ferdinand II.: Principe und Renaissancef\u00fcrst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Ferdinand II.: Renaissance, Glanz und Glamour&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53487&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erzherzog Ferdinand II. von \u00d6sterreich (1529 \u2013 1595) z\u00e4hlt zu den schillerndsten Figuren der Tiroler Landesgeschichte. Sein Vater Kaiser Ferdinand I. lie\u00df ihm eine ausgezeichnete Ausbildung angedeihen. Er wuchs am spanischen Hof seines Onkels Kaiser Karl V auf. Die Jahre, in denen Ferdinand seine Schulbildung erhielt, fallen in die Anfangszeit des jesuitischen Einflusses an den habsburgischen H\u00f6fen. Der junge Staatsmann wurde ganz im Sinne des frommen Humanismus erzogen. Dazu gesellten sich die Sitten des Hochadels der Renaissance. In jungen Jahren reiste er durch Italien und Burgund und hatte an den wohlhabenden H\u00f6fen dort einen Lebensstil kennengelernt, der sich unter der deutschen Aristokratie noch nicht durchgesetzt hatte. Ferdinand war das, was man heute als Globetrotter, Mitglied der Bildungselite oder Kosmopolit bezeichnen w\u00fcrde. Er galt als intelligent, charmant und kunstsinnig. Bei weniger exzentrischen Zeitgenossen genoss Ferdinand den Ruf eines unmoralischen und genusss\u00fcchtigen W\u00fcstlings. Es wurde ihm schon zu Lebzeiten nachgesagt, ausschweifende und unsittliche Orgien zu veranstalten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinands Vater teilte sein Reich unter seinen S\u00f6hnen auf. Maximilian II., der zu Recht unter dem elterlichen Verdacht der H\u00e4resie und dem Anh\u00e4ngen protestantischer Lehren stand, erbte Ober- und Nieder\u00f6sterreich sowie B\u00f6hmen und Ungarn. Ferdinands j\u00fcngerer Bruder Karl regierte in Inner\u00f6sterreich, also K\u00e4rnten, Steiermark und der Krain. Das Mittelkind erhielt Tirol, das damals bis ins Engadin reichte, und die zerst\u00fcckelten habsburgischen Vorlande im Westen der zentraleurop\u00e4ischen Besitzungen. Ferdinand \u00fcbernahm das Land Tirol als Landesf\u00fcrst in turbulenten Zeiten. Er hatte bereits in seiner Jugend einige Jahre in Innsbruck verbracht. Die Bergwerke in Schwaz begannen wegen des billigen Silbers aus Amerika unrentabel zu werden. Die Silberschwemme aus den habsburgischen Besitzungen in <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Neu-Spanien<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> jenseits des Atlantiks f\u00fchrte zu einer Inflation.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese finanziellen Probleme hielten Ferdinand aber nicht davon ab, pers\u00f6nliche und \u00f6ffentliche Infrastruktur in Auftrag zu geben. Innsbruck profitierte wirtschaftlich und kulturell enorm davon, dass es nach Jahren ohne dezidiert einen Landesf\u00fcrsten zu haben, nun wieder zum Zentrum eines Regenten wurde. Ferdinands erzherzogliche Pr\u00e4senz lockte Aristokratie und Beamtenschaft nach den Jahrzehnten der Vernachl\u00e4ssigung nach Maximilians Ableben wieder an. In den sp\u00e4ten 1560er Jahren war die Verwaltung wieder auf 1000 Personen angewachsen, die mit ihrem Geld die lokale Wirtschaft anfachten. B\u00e4cker, Metzger und Gasth\u00f6fe florierten nach einigen kargeren Jahren wieder. Innsbruck besa\u00df Ende des 16. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen St\u00e4dten \u00fcberdurchschnittlich viele Gastwirte, die \u00fcberdurchschnittlich gut an den H\u00e4ndlern, G\u00e4sten und Durchreisenden verdienten. Weinh\u00e4user waren nicht nur Gastbetriebe, sondern auch Lager- und Handelsst\u00e4tten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die italienischen St\u00e4dte Florenz, Venedig und Mailand waren stilbildend in Kultur, Kunst und Architektur. Der Tiroler Hof Ferdinands sollte ihnen in nichts nachstehen. Vorbei sollten die Zeiten sein, in denen Deutsche in den sch\u00f6neren St\u00e4dten s\u00fcdlich der Alpen als unzivilisiert,<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\"> barbarisch<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> oder gar als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schweine<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bezeichnet wurden. Dazu lie\u00df er Innsbruck im Geist der Renaissance umgestalten. Ganz im Trend der Zeit ahmte er die italienischen Adelsh\u00f6fe nach. Hofarchitekt Giovanni Lucchese stand ihm dabei zur Seite. Einen ansehnlichen Teil seines Lebens verbrachte Ferdinand auf Schloss Ambras bei Innsbruck, wo er sich eine der kostbarsten Sammlungen von Kunstwerken und R\u00fcstungen anlegte, die noch heute zu den wertvollsten der Welt ihrer Art zu z\u00e4hlen ist. Ferdinand verwandelte die Burg oberhalb des Dorfes Amras in einen modernen Hof. Seine Feste, Maskenb\u00e4lle und Umz\u00fcge waren legend\u00e4r. W\u00e4hrend der Hochzeit eines Neffen lie\u00df er 1800 K\u00e4lber und 130 Ochsen braten. Aus den Brunnen soll 10 Tage lang Wein statt Wasser geflossen sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit dem Schloss Ambras war es aber nicht getan, was die Ver\u00e4nderung Innsbrucks anbelangt. Westlich der Stadt erinnert ein Torbogen noch an den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiergarten<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, ein Jagdrevier Ferdinands samt Lusthaus entworfen ebenfalls von Lucchese. Damit der Landesf\u00fcrst sein Wochenenddomizil erreichen konnte, wurde eine Stra\u00dfe in die sumpfige H\u00f6ttinger Au gelegt, die die Basis f\u00fcr die heutige Kranebitter Allee bildete. Das Lusthaus wurde 1786 durch den heute als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Pulverturm<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bekannten Bau ersetzt, der einen Teil der sportwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck beheimatet. Dem f\u00fcrstlichen Sport des Jagens folgte im ehemaligen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Lusthaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das der Pulverturm war, die Sportuniversit\u00e4t nach. In der Innenstadt lie\u00df er das f\u00fcrstliche <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Comedihaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> am heutigen Rennweg errichten. Um Innsbrucks Trinkwasserversorgung zu verbessern, wurde unter Ferdinand die M\u00fchlauerbr\u00fccke errichtet, um eine Wasserleitung vom M\u00fchlaubach ins Stadtgebiet zu verlegen. Die Jesuiten, kurz vor Ferdinands Amtsantritt in Innsbruck eingetroffen, um l\u00e4stigen Reformatoren und Kirchenkritikern das Leben schwer zu machen und das Bildungswesen neu aufzustellen, erhielten in der Silbergasse eine neue Kirche. Zahlreiche Neubauten wie die Kl\u00f6ster der Jesuiten, der Franziskaner, Kapuziner und Servitinnen kurbelten das Handwerk und die Baubranche an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die neuen Orden unterst\u00fctzten Ferdinands Augenmerk auf die konfessionelle Ausrichtung seiner Sch\u00e4fchen. In seiner 1573 erlassenen Tiroler Landesordnung schob er nicht nur Unzucht, Fluchen und Prostitution einen Riegel vor, sondern verpflichtete seine Untertanen zu einer gottesf\u00fcrchtigen, also katholischen Lebensf\u00fchrung. Das \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Verbott der Zauberey und Abgerglaubigen Warsagerey<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c untersagte jedwegliche Abweichung vom wahren Glauben bei Androhung von Kerker, k\u00f6rperlicher Z\u00fcchtigung und Enteignung. Juden mussten einen jederzeit gut sichtbaren Ring aus gelbem Stoff auf der linken Brustseite ihres Gewandes tragen. Gleichzeitig brachte Ferdinand einen j\u00fcdischen Finanzier nach Innsbruck, um die Geldgesch\u00e4fte f\u00fcr die aufw\u00e4ndige Hoff\u00fchrung abzuwickeln. Samuel May und seine Familie lebten als F\u00fcrstliche Schutzjuden in der Stadt. Daniel Levi erfreute Ferdinand mit Tanz und Harfenspiel am Theater und Elieser Lazarus k\u00fcmmerte sich als Hofarzt um seine Gesundheit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Bev\u00f6lkerung zu schr\u00f6pfen, prunkvoll zu leben, Protestantismus unter seinen wichtigen Beratern zu tolerieren und gleichzeitig den Protestantismus im Volk zu bek\u00e4mpfen, war f\u00fcr den gelernten Renaissancef\u00fcrsten kein Widerspruch. Bereits mit 15 Jahren zog er unter seinem Onkel Karl V. im <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schmalkaldischen Krieg<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in die Schlacht gegen die Feinde der R\u00f6mischen Kirche. Als Landesf\u00fcrst verstand er sich als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Advocatus Ecclesiae (Anm.: Vertreter der Kirche)<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in einem konfessionell absolutistischen Sinn, der f\u00fcr das Seelenheil seiner Untertanen verantwortlich war. Zwangsma\u00dfnahmen, Stiftung von Kirchen und Kl\u00f6stern wie den Franziskanern und den Kapuzinern in Innsbruck, verbesserte Seelsorge und die Inszenierung jesuitischer Theaterst\u00fccke wie \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Enthauptung des Johannes<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c waren die Waffen der Wahl gegen den Protestantismus. Ferdinands Fr\u00f6mmigkeit war zwar nicht aufgesetzt, er schaffte es aber wie die meisten seiner Zeitgenossen, sich situationselastisch anzupassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Politik Ferdinands stand unter passendem italienischem Einfluss der zeitgen\u00f6ssischen Avantgarde. Machiavelli schrieb sein Werk \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Il Principe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, in dem davon die Rede war, dass Regierenden alles erlaubt sei, was f\u00fcr den Erfolg n\u00f6tig ist, so sie denn unf\u00e4hig waren, sie auch abgesetzt werden k\u00f6nnten. Ferdinand II. probierte diesem fr\u00fchen absolutistischen F\u00fchrungsstil gerecht zu werden und erlie\u00df mit seiner <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Landesordnung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse ein modernes juristisches Regelwerk. F\u00fcr seine Untertanten bedeutete das h\u00f6here Steuerabgaben auf ihre Ertr\u00e4ge sowie weitgehende Einschr\u00e4nkungen bei Almende, Fischerei- und Jagdrechten. Die Knappen, Bergbauunternehmer und die ausl\u00e4ndischen Handelsgesellschaften mit ihren Kontoreien in Innsbruck trieben die Lebensmittelpreise zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he. Man k\u00f6nnte es zusammenfassen, dass Ferdinand auf seinen Anwesen vergn\u00fcglich dem exklusiven Jagdvergn\u00fcgen nachging, w\u00e4hrend seine Untertanten durch steigende Belastungen, Preise und Wildsch\u00e4den am Existenzminimum lebten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sein Beziehungsleben war f\u00fcr ein Mitglied der Hocharistokratie exzentrisch. In erster &#8222;halbwilder Ehe&#8220; war Ferdinand mit der B\u00fcrgerlichen Philippine Welser verheiratet. Nachdem Ehefrau #1 verstorben war, heiratete Ferdinand mit 53 Jahren die tiefgl\u00e4ubige Anna Caterina Gonzaga, eine erst 16j\u00e4hrige Prinzessin von Mantua. Gro\u00dfe Zuneigung haben die beiden allem Anschein nach aber nicht zueinander empfunden, zumal Anna Caterina eine Nichte Ferdinands war. Die Habsburger waren beim Thema Hochzeit unter Verwandten weniger zimperlich als bei der Ehe eines Adeligen mit einer B\u00fcrgerlichen. Auch mit ihr konnte er allerdings &#8222;nur&#8220; drei T\u00f6chter zeugen. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Ferdinand in der Silbernen Kapelle bei seiner ersten Ehefrau Philippine Welser.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Baumeisterdynastie T\u00fcring: Innsbruck wird Weltstadt&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Baumeisterdynastie T\u00fcring: Innsbruck wird Weltstadt&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53495&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><em>Siegmund der M\u00fcnzreiche<\/em> war es, der im 15. Jahrhundert Niklas T\u00fcring (1427 \u2013 1496) nach Innsbruck holte. 1488 trat er erstmals nachweislich in Erscheinung. Die T\u00fcrings waren eine Steinmetz- und Baumeisterfamilie aus dem heutigen Schwaben, das damals als Teil Vorder\u00f6sterreich zur Habsburgermonarchie geh\u00f6rte. Innsbruck war seit einigen Jahrzehnten Residenzstadt der Tiroler Landesf\u00fcrsten, der architektonische Glanz war aber noch nicht n\u00f6rdlich der Alpen angekommen. Die Stadt war eine Ansammlung von Holzh\u00e4usern und wenig repr\u00e4sentativ. F\u00fcr Handwerker und Baumeister brachen goldene Zeiten an, die unter Maximilian nochmals mehr an Fahrt aufnehmen sollte. Es kam zu einem wahren Bauboom. Aristokraten wollten einen Wohnsitz in der Stadt haben, um m\u00f6glichst nahe am Zentrum der Macht zu sein. Die Politik spielte sich in der Zeit vor Presse, funktionierendem Postwesen, Fax und E-Mail vor allem im direkten Kontakt ab.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrings machten Karriere im Gleichschritt mit der Stadt. Aus dem Jahr 1497 wird berichtet, dass Niklas T\u00fcring als \u201ebesoldeter Hofmaurer\u201c in den Diensten des Landesf\u00fcrsten stand. Als er 1517 oder 1518 verstarb, so genau wei\u00df man das nicht, wurde er auf seinem Grabstein als \u201e<em>r\u00f6misch kaiserlicher Majest\u00e4t oberster Werkmeister<\/em>\u201c tituliert. Gemeinsam mit seinem Sohn Gregor wurde er als Steinmetzmeister gef\u00fchrt. Das erm\u00f6glichte den T\u00fcrings das B\u00fcrgerrecht in Innsbruck zu erwerben. Sp\u00e4testens 1506 hatten sie ein Haus im Arbeiter- und Handwerkerviertel <em>Anbruggen<\/em>. 1509 konnten sie das Haus des heutigen Gasthofs zum Lamm in der Mariahilfstra\u00dfe erwerben. Weiterer Immobilienbesitz kam in der heutigen Schlossergasse 21 hinzo.<\/p>\n<p>Die fr\u00fche Gotik und sp\u00e4ter die Renaissance hatte im Lauf des Sp\u00e4tmittelalters Europa mit einem neuen Verst\u00e4ndnis von Architektur und \u00c4sthetik in ein neues architektonisches Gewand getaucht. Bauten wie <em>Notre Dame<\/em> oder der <em>Minster of York<\/em> setzten den Trend, der ganz Europa bis zum Einsetzen des Barocks pr\u00e4gen sollte. Spitze T\u00fcrme, Rippengew\u00f6lbe, Erker und verspielte Schnitzereien, die den h\u00f6fischen Alltag darstellen sind einige typische Merkmale, die den heterogenen Stil erkennbar machen. Vor allem in der Altstadt kann man das Wirken der T\u00fcrings gut nachverfolgen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user wie das <em>Trautsonhaus<\/em> weisen heute noch gotische Grundrisse, Innenh\u00f6fe und Schnitzereien auf.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrings pr\u00e4gten das gotische Innsbruck in der \u00dcbergangszeit zwischen Mittelalter und Fr\u00fcher Neuzeit. Durch ihre Ausbildung kombinierten sie einen Blick f\u00fcr das Gro\u00dfe Ganze und Details in ihren Bauprojekten. Sie waren bekannt f\u00fcr ihre besonders feine Steinarbeit, die kunstvolle Portale, Lauben, Treppen und Gew\u00f6lbe erm\u00f6glichte. Sie fertigten Reliefschmuck mit Mustern in der typischen Art der Renaissancekunst an. Grotesken, Vasen und Tierdarstellungen geh\u00f6rten zur typischen Art, Erker und glatte W\u00e4nde zu verzieren. Die symmetrische Anordnung der einzelnen Elemente ist ebenfalls ein Merkmal der Zeit.<\/p>\n<p>Auf Niklas T\u00fcring geht das <em>Goldene Dachl<\/em> zu einem guten Teil zur\u00fcck. Er schuf auch die Statue des <em>Burgriesen Haidl<\/em>, eines besonders gro\u00dfen Mitglieds der Leibgarde Siegmunds, die heute im Stadtturm zu besichtigen ist. Kaiser Maximilian sch\u00e4tzte ihn derart hoch ein, dass er es ihm gestattete das Familienwappen der T\u00fcrings und seiner Frau, einen Brunnen und einen Fisch, im Gew\u00f6lbe des <em>Goldenen Dachls<\/em> zu verewigen. Sein Sohn Gregor verewigte sich unter anderem mit dem <em>Trautsonhaus<\/em> in der Herzog-Friedrich-Stra\u00dfe und am <em>Burgriesenhaus<\/em> in der Domgasse. Der letzte der T\u00fcrings mit Einfluss auf die Innsbrucker Bauszene war Niklas T\u00fcring der J\u00fcngere, der mit Andrea Crivelli gemeinsam die Planungen an der Hofkirche begann. Im 16. und 17. Jahrhundert begann der Einfluss der Gotik vor allem im heutigen \u00d6sterreich nachzulassen. Vor allem Kirchen wurden im Rahmen der Gegenreformation zunehmend im Barockstil um- und neugebaut. In Innsbrucks Osten erinnert heute die T\u00fcringstra\u00dfe an die fr\u00fchneuzeitliche Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hofgasse 12<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":1477,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[20,45,43,50],"tags":[],"class_list":["post-1473","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altstadt","category-baumeisterdynastie-tuering-innsbruck-wird-weltstadt","category-ferdinand-ii-renaissance","category-siegmund-der-muenzreiche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1473\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}