{"id":1534,"date":"2020-09-24T11:41:50","date_gmt":"2020-09-24T11:41:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1534"},"modified":"2026-01-12T12:04:31","modified_gmt":"2026-01-12T12:04:31","slug":"spitalskirche-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/spitalskirche-innsbruck\/","title":{"rendered":"Hospital church &amp; old city hospital"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Spitalskirche<\/h2>\n<p>Maria-Theresien-Strasse 2<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Deckenfresko-Spitalskirche-Innsbruck.jpg&#8220; alt=&#8220;Deckenfresko Spitalskirche Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Deckenfresko Spitalskirche Innsbruck&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;61557,1562,67478&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Spitalskirche &#038; Altes Stadtspital&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61939&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Spitalskirche und Altes Stadtspital&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59065&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>In zartem Rosa markiert die Spitalskirche den Anfang der Maria-Theresienstra\u00dfe, auch wenn sie neben den aufgestockten und direkt angebauten Geb\u00e4uden ein wenig untergeht. Den auff\u00e4lligen Farbton mit dem klingenden Namen <em>American Pink<\/em> erhielt die Fassade 1992. Es war der j\u00fcngste einer ganzen Reihe von Entwicklungsschritten, die von einer kleinen gotischen Kapelle am Stadtspital zum Gotteshaus von heute f\u00fchrte. Nach den Erdbeben von 1689 und 1700 erhielt die Spitalskirche ihr barockes Grundger\u00fcst nach den Pl\u00e4nen des Hofarchitekten Johann Martin Gumpp. Das Fresko der Heiligen Maria \u00fcber der Orgel, die Stuckfiguren der Apostel an den S\u00e4ulen samt Putti und barocker Verzierung, der Hauptaltar aus Marmor und die Seitenalt\u00e4re aus Marmor nachempfundenem Holz samt gotischem Kruzifix \u00fcberlebten die n\u00e4chste Zerst\u00f6rungswelle, als w\u00e4hrend der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs eine Bombe das Geb\u00e4ude traf. Zwischen 1959 und 1962 erfolgte die Renovierung. Dem Innsbrucker K\u00fcnstler Hans Andre gelang es, die barocken Malereien wie das Fresko des <em>Heiligen Geistes<\/em> an der Decke in die Moderne zu \u00fcberf\u00fchren. Er hielt die christlichen Sieben Tugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, M\u00e4\u00dfigung, Glaube, Liebe und Hoffnung nach den Schrecken der Kriegsjahre fest. <em>\u201eIn medio civitatis ecclesia illibata\u201c \u2013 eine Kirche ohne Makel inmitten der Stadt<\/em>, steht programmatisch \u00fcber dem Eingangstor. Die Kirche ist dem Heiligen Geist geweiht, der als Patron f\u00fcr Heilung, Trost und Mut im Angesicht der Last des Lebens steht.<\/p>\n<p>Die Historie der Spitalskirche und des ehemals angeschlossenen Stadtspitals ist eng mit der Entwicklung der Kranken-, Alters und Armenversorgung der Stadt Innsbruck verbunden. \u00dcber dieses Kapitel der Innsbrucker Geschichte l\u00e4sst sich gut nachempfinden, wie sich die Obsorge f\u00fcr Untertanen und B\u00fcrger weg von der Kirche in Richtung des modernen Sozialstaats verlagerte. Als Menschen des 21. Jahrhunderts erwarten wir von einem Spitalaufenthalt, das Krankenhaus wieder gesund zu verlassen. Bis ins 18. Jahrhundert waren Spit\u00e4ler, so auch in Innsbruck, eher die Endstation vor dem Jenseits unter christlicher Obhut und Pflege. Die Innsbrucker <em>Spitalskapelle<\/em> wurde erstmals im Jahr 1307 in einer Urkunde Herzog Heinrichs von K\u00e4rnten und Tirol erw\u00e4hnt. Das Spital wurde von einer karitativen Bruderschaft von Innsbrucker B\u00fcrgern gegr\u00fcndet und durch Spenden der Kirche und Stiftungen wohlhabender Innsbrucker betrieben. Das 14. Jahrhundert war gepr\u00e4gt von einer zunehmenden Verst\u00e4dterung. St\u00e4dte genossen ob ihrer wirtschaftlichen Bedeutung Privilegien. Das B\u00fcrgerspital sollte sich um das Wohl der wichtigen Schl\u00fcsselarbeitskr\u00e4fte k\u00fcmmern. Das Hospiz wurde au\u00dferhalb der Innsbrucker Stadtmauern in der N\u00e4he des Friedfhofes angelegt, um die Verbreitung von Krankheiten innerhalb der engen Gassen so gut als m\u00f6glich zu vermeiden. Die Aufgabe des Hospizes war es nicht nur Kranke zu pflegen, sondern auch sich um Mittellose zu k\u00fcmmern. Die eigene Familie war noch immer die erste und wichtigste Instanz in Notf\u00e4llen. Handwerker organisierten einen Teil der Sozialf\u00fcrsorge f\u00fcr arbeitsunf\u00e4hige Mitglieder oder deren Witwen und Waisen ebenfalls selbst. Menschen ohne Familie, Knechte, Dienstboten und Kinderlose, wurden aber, anders als oft dargestellt, nicht im Stich gelassen. Mittellose Frauen konnten in Spit\u00e4lern niederkommen. \u00c4ltere und notleidende B\u00fcrger wurden mit Kleidung, Nahrung und Pflege versorgt. Auch Waisen und uneheliche Kinder wurden aufgenommen.<\/p>\n<p>Durch Einrichtungen wie dem Innsbrucker Spital unterschied sich die Stadt von den D\u00f6rfern, wo die Kranken- und Altersversorgung wesentlich schlechter war und Knechte oft bis an ihr Lebensende arbeiten mussten. Wohlhabendere Mitglieder der Bruderschaft hatten als zahlende Mitglieder dabei die Aussicht auf bessere Pflege und Versorgung als Nichtmitglieder. Im Spital wurden auch Almosen an die \u00c4rmsten verteilt. Man kann durchaus von einer fr\u00fchen Form der sozialen F\u00fcrsorge und Wohlfahrt auf kommunaler Ebene sprechen. Dieses Gef\u00fcge sollte sich lange halten. Bis ins 19. Jahrhundert, in vielen Bereichen bis nach dem Ersten Weltkrieg, war nicht der Zentralstaat, sondern die Gemeinde oder G\u00f6nner f\u00fcr die F\u00fcrsorge von Armen, Kranken, Waisen, Alten und Arbeitsunf\u00e4higen zust\u00e4ndig. Kaiser Maximilian I. zum Beispiel lie\u00df am heutigen Domplatz ein Spital f\u00fcr alte und kranke Mitglieder seines Hofpersonals planen, das nach ihm als \u201e<em>Kaiserspital<\/em>\u201c benannt wurde. Die Kirche war h\u00e4ufig mitverantwortlich und Organisator dieser Sozialarbeit.<\/p>\n<p>Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Stadt wurde das alte Spital inmitten der Wohnh\u00e4user zu klein. Die Innsbrucker Gesellschaft ver\u00e4nderte sich nicht nur quantitativ. Arbeiter und Angestellte wurden im Fall von Krankheit oder Unf\u00e4llen nicht mehr im Scho\u00df der b\u00e4uerlichen Gro\u00dffamilie aufgefangen. Beda Weber beschrieb die alte Pflegeanstalt in seinem <em>Handbuch f\u00fcr Reisende in Tirol<\/em> als Teil seines Innsbruck Reisef\u00fchrers:<\/p>\n<p><em>\u201eAn die Kirche schlie\u00dft sich das Spital an, dessen vorz\u00fcglicher Wohlth\u00e4ter K\u00f6nig Heinrich von B\u00f6hmen ist, welcher im Jahre 1307 ansehnliche Gef\u00e4lle dazu anwies. Die Zahl der darin verpflegten Kranken, Irren und Pfr\u00fcndner \u00fcbestehgt wenigsten die Zahl von 100\u2026 Neben dem Spitale besteht auch ein sogenanntes Bruderhaus f\u00fcr 36 arme Weiber und Dienstm\u00e4gde, welche darin freie Wohnung, W\u00e4sche, Holz und t\u00e4glich 6 Kreuzer genie\u00dfen. Aus dem Krankenhause tritt man auf den Gottesacker von G\u00e4rten und Feldern umfangen und von Arkaden eingefa\u00dft.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bis zu den Entdeckungen in Mikrobiologie und Medizin in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts durch Robert Koch (1843 \u2013 1910) oder Louis Pasteur (1922 \u2013 1895) war Hygiene in der Krankenpflege ein untersch\u00e4tzter Faktor.<\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcr die gesamten Spitalsgeb\u00e4ude stand nur ein Brunnen im Hof, von dem das Wasser in alle R\u00e4ume getragen werden musste, zur Verf\u00fcgung. Eine Kanalisation fehlte; es gab einzig Abortgruben. Die K\u00fcche lag ebenerdig und gleich dahinter befand sich das Leichenzimmer, in dem auch die Aufbahrungen vorgenommen wurden. Der Keller diente zugleich als Trocken- und Desinfektionsraum. Die Schwestern mussten einen Backofen so lange heizen, bis alle L\u00e4use tot waren. Der Garten war f\u00fcr die m\u00e4nnlichen und weiblichen Patienten abgeteilt. In einem St\u00f6cklgeb\u00e4ude waren die Irren untergebracht; zwei Zimmer standen f\u00fcr die ruhigen Patienten zur Verf\u00fcgung, dann drei Tobzellen und eine Teek\u00fcche\u2026. Typhuskranke wurden \u00fcberhaupt nicht abgesondert. Wenn Deliranten ihre Betten verlassen wollten, dann wurde einfach ein festes Gitter um das Bett aufgestellt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bereits vor dem Umzug war das Stadtspital ein Lehrkrankenhaus und eng mit der Universit\u00e4t verbunden. Die Lehrt\u00e4tigkeit war einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die \u00dcbersiedlung und Ausbau, das rapide Bev\u00f6lkerungswachstum der andere. Nach der Wiederer\u00f6ffnung der Universit\u00e4t 1826 waren es nur etwas mehr als 20 Studenten, die Ausma\u00dfe des heutigen Studiums- und Klinikbetriebes w\u00e4re damals unvorstellbar gewesen. 1888 \u00fcbersiedelte das Krankenhaus an seinen heutigen Platz am Westende der Anichstra\u00dfe, wo es sich zu beeindruckender Gr\u00f6\u00dfe entwickelte. Innsbrucks Klinik ist heute bis weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus bekannt, geachtet und gesch\u00e4tzt. Das Areal ist beinahe ein eigener Stadtteil, die Tirol Kliniken sind der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber des Landes.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Von Maultasch, Habsburgern und dem Schwarzen Tod&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Von Maultasch, Habsburgern und dem Schwarzen Tod&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53693&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Zwischen dem letzten Grafen von Andechs und dem ersten Tiroler Landesf\u00fcrsten aus dem Haus Habsburg lagen 115 bewegte Jahre der Innsbrucker Stadtgeschichte. Nach dem letzten Andechser lenkten die Grafen von Tirol f\u00fcr etwa 100 Jahre die Geschicke des Landes und somit zu einem guten Teil auch der Stadt Innsbruck. Meinhard II. von Tirol (1239 \u2013 1295) konnte mit geschickter Politik und etwas Gl\u00fcck sein Territorium vergr\u00f6\u00dfern. Er schaffte es den Flickenteppich von seiner Stammburg in Meran aus zu einer Grafschaft zu verbinden. Neben den F\u00fcrstbisch\u00f6fen von Brixen und Trient, die politisch erst im 19. Jahrhundert entmachtet wurden, waren die Grafen von Tirol die m\u00e4chtigsten Landesherren am Gebiet dessen, was wir heute als Trentino, Nord- und S\u00fcdtirol kennen.<\/p>\n<p>Wirtschaftlich und politisch zeitgem\u00e4\u00dfer als die F\u00fcrstbist\u00fcmer war das Territorium Meinhards. Er st\u00fctzte sich auf eine moderne Verwaltung. Dabei zu Rate waren ihm florentinische Kaufleute und B\u00e4nker, damals die modernsten Business Consultants Europas. Um eine gewisse Rechtssicherheit f\u00fcr die St\u00e4nde, Unternehmer und Untertanen zu schaffen, lie\u00df er ein kodifiziertes Landrecht erarbeiten. Erstmals wurden auf Tiroler Raum einheitlich alle Besitzungen in einem Urbar gesammelt. Meinhard brach die bisch\u00f6fliche M\u00fcnzhoheit und lie\u00df M\u00fcnzen mit dem Tiroler Adler als Wappen nach italienischem Vorbild pr\u00e4gen. Das beschnitt die faktische Macht der Kirche. Die Bisch\u00f6fe von Brixen und Trient waren zwar noch Landbesitzer und Grundherren, ihre reichsunmittelbaren Lehen waren aber nur noch formal vorhanden, zu eng waren Verbindung und Abh\u00e4ngigkeit zur Grafschaft Tirol. 1254 war erstmals nicht mehr vom <em>Land im Gebirge<\/em>, sondern von der offiziellen <em>Dominium Tirolis<\/em>, der Herrschaft Tirol, die Rede. Auch die Stadt Innsbruck wuchs unter Meinhard. Etwa 1500 Menschen hatten sich angesiedelt. Wo heute die Maria-Theresienstra\u00dfe zum Bummeln einl\u00e4dt, wuchs vor den Stadtmauern die <em>Neustadt<\/em> heran. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Meinhard im Stift Stams, wo heute Tirols Wintersportelite ausgebildet wird.<\/p>\n<p>Sein Sohn und Nachfolger als Tiroler Landesf\u00fcrst Herzog Heinrich von K\u00e4rnten (1265 \u2013 1335) z\u00e4hlte als K\u00f6nig von B\u00f6hmen zu den wichtigsten Adeligen im Heiligen R\u00f6mischen Reich. Heinrich war dank seiner Besitzungen in S\u00fcdosteuropa einer der m\u00e4chtigsten F\u00fcrsten. Er war ein eifriger F\u00f6rderer der St\u00e4dte, deren Bedeutung er erkannte. In Innsbruck f\u00f6rderte er den Bau des B\u00fcrgerspitals in der Neustadt. Ein m\u00e4nnlicher Nachfolger allerdings war ihm nicht beschieden gewesen. Noch vor seinem Tod hatte Heinrich aber sichergestellt, dass seine Tochter Margarethe von Tirol-G\u00f6rz (1318 \u2013 1369) seine Nachfolge antreten konnte. Sie folgte ihm mit 17 Jahren als Landesf\u00fcrstin nach. Die junge Frau geriet so in den Strudel der m\u00e4chtigsten Geschlechter ihrer Zeit: Habsburg, Wittelsbach und Luxemburg. Mit zweien davon ging sie eine eheliche Verbindung ein, der dritten sollte sie am Ende ihrer Regentschaft das Land Tirol und damit auch die Stadt Innsbruck vererben. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie mit Johann Heinrich aus dem Hause Luxemburg, dem Sohn des neuen K\u00f6nigs von B\u00f6hmen verheiratet. Johann Heinrich war noch j\u00fcnger als seine Gattin und diente lediglich als Fu\u00df in der T\u00fcr seines Vaters am Tiroler F\u00fcrstenthron. Den Habsburgern und Wittelsbachern war er ein Dorn im Auge, ebenso dem lokalen Adel. Seine Regentschaft war ein Desaster. In den an florentinischen Finanziers verpachteten Haller Salinen, neben den Z\u00f6llen das Herzst\u00fcck der Tiroler Wirtschaft, kam es zu Streiks. Trotz der finanziellen Probleme soll die Hofhaltung des als infantil geltenden Johann Heinrichs verschwenderisch gewesen sein.<\/p>\n<p>Kurzerhand wurde er von den Tiroler St\u00e4nden 1341 mit der Unterst\u00fctzung des Kaisers Ludwig, einem Wittelsbacher, in einem gemeinsam mit Margarethe geplanten Putsch aus dem Land vertrieben. Die als sch\u00f6n, aber aufbrausend, herrschs\u00fcchtig und sexuell uners\u00e4ttlich beschriebene Margarethe soll von der horizontalen Performance ihres kindlich-schw\u00e4chlichen Gatten wenig angetan gewesen sein. Er soll seiner Gattin w\u00e4hrend eines missgl\u00fcckten Beischlafes in die Brustwarzen gebissen haben. Ein dem Kaiser wohlgesonnener Chronist der Zeit sprach von Johann Heinrichs \u201e<em>inpotencia coeundi<\/em>\u201c, hervorgerufen wohl durch seine jugendliche Unreife. Geschickt wurden diese Ger\u00fcchte im Reich gestreut, um dem Kaiser die M\u00f6glichkeit zu geben seinen Sohn Ludwig von Brandenburg als Ehemann Margarethes und somit als F\u00fcrst des wichtigen Transitlandes Tirol einsetzen. Der als <em>Tiroler Eheskandal<\/em> in die Geschichte eingegangen Putsch zog weite Krise. Sogar der bis heute bekannte Philosoph und Papstkritiker William von Ockham nahm dazu Stellung. Das Problem war nicht nur die Scheidung an und f\u00fcr sich, sondern dass Margarethe zum Zeitpunkt ihrer zweiten Hochzeit von ihrem ersten Ehemann nicht geschieden war. Dem Kaiser und seiner Anh\u00e4ngerschaft galt die Ehe zwischen dem als impotent geltenden Johann Heinrich und Margarethe als nicht vollzogen und somit nichtig.<\/p>\n<p>Die vierte bedeutende politische Macht Mitteleuropas dieser Zeit, der Papst, sah das anders. Papst Benedikt XII. belegte den Kaiser und dessen Sohn wegen der \u201eunheiligen\u201c Ehe zwischen der Tiroler Landesf\u00fcrstin Margarethe und dem Wittelsbacher Ludwig mit einem Bannfluch. Neben den moralischen Bedenken hatte der Papst auch politische Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Sowohl er als auch die Habsburger standen in kriegerischem Konflikt mit dem Wittelsbacher Kaiser und wollten so den Einfluss dieser Dynastie schw\u00e4chen. Dieses <em>Interdiktum<\/em> war f\u00fcr die Menschen im Mittelalter eine der h\u00e4rtesten Strafen. Es verbot in den Kirchen des Landes das Abhalten von Messen und die Erteilung der Kommunion. Es war wohl in dieser Zeit, dass Margarethe vom Volk den Spitznamen <em>Maultasch<\/em> verpasst bekam und als besonders h\u00e4sslich beschrieben wurde. Zeitgen\u00f6ssische Portraits, die auf einen deformierten Mund hinweisen w\u00fcrden, sind nicht vorhanden. Die Bilder, die wir heute von Margarethe Maultasch haben, stammen fr\u00fchestens aus dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert, als der mittelalterliche Eheskandal erstmals historisch nachbearbeitet wurde.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit Margarethes war von Krisen gekennzeichnet, f\u00fcr die sie zwar nichts konnte, die ihr aber trotzdem angelastet wurden. Das 14. Jahrhundert brachte eine Klimaerw\u00e4rmung, die auch in Innsbruck eine gro\u00dfe Heuschreckenplage zur Folge hatte. Missernten und Hunger waren die Folge. Damit nicht genug. Nach dem Feuer von 1333 in <em>Anbruggen<\/em> verw\u00fcstete ein weiterer gro\u00dfer Brand sieben Jahre sp\u00e4ter die Wilten und Innsbruck samt der Pfarrkirche St. Jakob. Von 1348 bis 1350 suchte die Pest Europa heim. Von Venedig aus \u00fcber Trient und das Etschtal kam die Krankheit nach Innsbruck. Der <em>Schwarze Tod<\/em> dezimierte die Bev\u00f6lkerung dramatisch. In manchen Teilen Tirols verringerte sich die Einwohnerzahl um mehr als die H\u00e4lfte. Nicht nur die Anzahl der Toten, auch die grauenhafte Art und Weise wie die Opfer unter gro\u00dfen Schmerzen und k\u00f6rperlicher Deformation starben, hinterlie\u00df einen Eindruck bei der frommen Bev\u00f6lkerung. Viele Informationen zum Ausbruch der Pest in Innsbruck sind in den Archiven dazu nicht zu finden, die Folgen der Seuche waren aber wie in ganz Europa verheerend. Eine an der Pest erkrankte Innsbruckerin sprach in ihrem Testament vom \u201e<em>gemeinen Sterben, das im Land umgeht<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Die Menschen konnten sich Ph\u00e4nomene wie Missernten und Pest nicht erkl\u00e4ren. Viele sahen die Ver\u00f6dung des von Kriegen, Seuche und Klima geplagten Landes als Folge des p\u00e4pstlichen Bannfluches und Strafe Gottes an und machten Margarethe und ihren Ehemann Ludwig daf\u00fcr verantwortlich. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Krankheit und Elend waren tats\u00e4chlich wohl au\u00dferhalb p\u00e4pstlicher Bannfl\u00fcche und Propaganda zu finden. Innsbruck besa\u00df wie viele St\u00e4dte weder gepflasterte Stra\u00dfen noch gab es ein Abwassersystem oder Trinkwasserversorgung. Tiere und Menschen teilten sich den engen Platz innerhalb der Stadtmauern. Die Lebensbedingungen waren unhygienisch. Diese Zust\u00e4nde waren in allen mittelalterlichen St\u00e4dten \u00e4hnlich. Verbesserungen kam aus dem damals fortschrittlichen Italien. In Salerno entstand im 11. Jahrhundert die erste medizinische Schule. Unter Federico II. wurden Arzt- und Apothekerberuf 1241 getrennt und reglementiert. Pharmazeuten mussten zwar eine Ausbildung und Berufserfahrung nachweisen, trotzdem waren sie eine Mischung aus Heiler, Mystiker, Kr\u00e4uterm\u00e4nnlein, Alchemisten und Schamanen. 1303 wurde auch in Innsbruck erstmals eine Apotheke erw\u00e4hnt. 1326 kam es zur offiziellen Gr\u00fcndung. Im <em>Sch\u00f6pferhaus<\/em>, der heutigen Herzog-Friedrich-Stra\u00dfe 19 war die <em>Hof- und Stadtapotheke<\/em> ans\u00e4ssig. Sie gilt heute als die \u00e4lteste noch bestehende Apotheke \u00d6sterreichs. 1350 wurde zum ersten Mal das <em>Untere Stadtbad<\/em> in der heutigen Badgasse, damals vom Volksmund <em>Ofenloch<\/em> genannt, erw\u00e4hnt. B\u00e4der dienten nicht nur zur Reinigung, hier erfolgte die medizinische Versorgung nach damaligen Standards beim Bader. Bader waren fahrende oder ortsans\u00e4ssige Heilkundige, die Kranke behandelten, Wunden n\u00e4hten oder Z\u00e4hne zogen. \u00dcbernat\u00fcrliches galt als real, auch in der medizinischen Versorgung. Der wissenschaftliche Ansatz der wenigen \u00c4rzte dieser Zeit war dem der praxisorientierten Bader nicht unbedingt \u00fcberlegen. Die g\u00e4ngige Lehrmeinung bis in die Neuzeit an Universit\u00e4ten war die <em>Vier-S\u00e4fte-Lehre<\/em>. Im K\u00f6rper gab es laut dieser These ein Gleichgewicht von Blut, Schleim, schwarzer Galle und gelber Galle. Ein Ungleichgewicht dieser S\u00e4fte f\u00fchrt zu Krankheit. Das Gleichgewicht wurde durch gottesl\u00e4sterliche Lebensf\u00fchrung, falsche Ern\u00e4hrung, \u00fcbertriebene sexuelle Aktivit\u00e4t oder Miasmen in der Luft gest\u00f6rt. Auch Wasser stand im Verruf, \u00fcber die Haut einzudringen und das <em>S\u00e4fteverh\u00e4ltnis<\/em> im menschlichen K\u00f6rper durcheinanderzubringen, weshalb man nach dem Baden zur Ader gelassen werden sollte.<\/p>\n<p>Nachdem Wittelsbacher, Luxemburger und Habsburger jahrzehntelang um Tirol gestritten hatten, kam es doch noch zum Happy End. Rudolf IV. aus dem Haus Habsburg intervenierte beim Papst und konnte 1359 die Aufhebung des Interdiktums gegen erhebliche finanzielle Gegenleistungen zu Lasten Margarethes und Ludwigs ausverhandeln. Im selben Zug soll auch eine Urkunde erstellt worden sein, die heute als F\u00e4lschung gilt: in diesem Schriftst\u00fcck vermachte Margarethe das Land Tirol an Rudolf IV. und die Familie Habsburg.<\/p>\n<p>Bald darauf trat dieser Erbfall ein. Ein Jahr nachdem Margarethes Gatte und Landesf\u00fcrst Tirols Ludwig 1361 gestorben war, verschied auch ihr Sohn Meinhard III. Glaubt man der Geschichte Filippo Villanis, die allerdings erst um 1400 herum geschrieben wurde, soll die schon zu Lebzeiten als <em>Kriemhild<\/em> verschriene Margarethe gemeinsam mit einem Liebhaber an beiden Todesf\u00e4llen nicht unschuldig gewesen sein. Margarethe \u00fcbergab als Mutter des letzten Landesf\u00fcrsten der Dynastie Tirol die Regierungsgesch\u00e4fte 1363 mit der Zustimmung des Tiroler Adels an Rudolf IV. (1339 \u2013 1365) von Habsburg. Tirol war ein Teil des Herrscherhauses, das auch \u00fcber das Erzherzogtum \u00d6sterreich verf\u00fcgte.<\/p>\n<p>Die Herz\u00f6ge von Bayern aus dem Haus Wittelsbach wollten diesen Erbvertrag nicht anerkennen, der ihre Anspr\u00fcche auf Tirol f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rte. 1363 zogen sie Richtung Innsbruck, um das Recht mit Waffengewalt zu zurechtzubiegen. Rudolf IV. hatte allerdings wichtige lokale Adelige auf seine Seite gezogen. Die Urkunde, die das Tiroler Erbe best\u00e4tigten, waren vielleicht nicht echt, die realpolitischen Machtverh\u00e4ltnisse sprachen aber f\u00fcr die Habsburger. Die St\u00e4dte Innsbruck und Hall holte er mit Versprechungen ebenfalls auf seine Seite. Die zum Wehrdienst verpflichteten B\u00fcrger Innsbrucks konnten die durch die Andechsburg und die Stadtmauer befestigte Stadt erfolgreich verteidigen. Es mag eine Ironie des Schicksals sein, dass es der Wittelsbacher Ludwig war, der als Landesf\u00fcrst Tirols die Stadtmauern nur acht Jahre zuvor erh\u00f6hen und verst\u00e4rken lie\u00df. Nach der Macht\u00fcbernahme in Tirol best\u00e4tigte Rudolf in gro\u00dfer Dankbarkeit das Stadtspital und eine tempor\u00e4re Befreiung vom Zoll sowie das Recht den Gro\u00dfen Zoll einzuheben.<\/p>\n<p>Mit dem Erwerb Tirols konnte die Familie Habsburg eine wichtige geographische L\u00fccke innerhalb ihres Machtbereichs schlie\u00dfen. Zwar kam es immer wieder zu Einf\u00e4llen bayerischer Truppen, zum Beispiel wurde der Abt des Stiftes Wilten verschleppt und als Geisel genommen, das Inntal und Innsbruck waren aber gerne ein Teil der habsburgischen L\u00e4ndereien. Durch die Eingliederung der Stadt in das wesentlich gr\u00f6\u00dfere Territorium der Habsburger gewann Innsbruck zus\u00e4tzlich an Bedeutung, w\u00e4hrend die eigentliche Hauptstadt Meran weiter an den Rand gedr\u00e4ngt wurde. Neben dem Nord-S\u00fcd Transport von Waren, war die Stadt am Inn nun auch zu West-Ost Verkehrsknoten zwischen den \u00f6stlichen \u00d6sterreichischen L\u00e4ndern und den alten Besitzt\u00fcmern der Habsburger im Westen geworden. F\u00fcr die \u00dcberlebenden der gro\u00dfen Pestwelle von 1348 und der politischen Turbulenzen kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Arbeitskraft war durch die geschrumpfte Bev\u00f6lkerung rar geworden, daf\u00fcr waren pro Kopf gr\u00f6\u00dfere Ressourcen vorhanden. F\u00fcr diejenigen Innsbrucker, die die turbulente erste H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts \u00fcberlebt hatten, sollten bessere Zeiten anbrechen.<\/p>\n<p>Aus der Zeit Margarethe Maultaschs und ihrer Ehem\u00e4nner ist im Innsbrucker Stadtbild kaum etwas \u00fcbriggeblieben. Nicht nur war ihre Zeit von politischen und wirtschaftlichen N\u00f6ten gepr\u00e4gt, die kriegerischen Auseinandersetzungen und die Pest brachten die Zolleinlagen fast zum Erliegen. F\u00fcr gro\u00dfartige Bauwerke war kein Geld vorhanden. Innsbruck war auch noch nicht Residenzstadt. Mehrere Feuer und Erdbeben, vor allem aber die Bauwut nachfolgender Landes- und Stadtherren lie\u00df das mittelalterliche Innsbruck verschwinden. Lebendig ist sie aber in Erinnerungen und Legenden. Margarethe \u201e<em>Maultasch<\/em>\u201c z\u00e4hlt zu den bekanntesten weiblichen Figuren der Tiroler Geschichte. Widerspr\u00fcchliche, von verschiedenen Interessen motivierte Berichte, die \u00fcber sie bereits zu Lebzeiten verfasst wurden, geben Spielraum f\u00fcr Interpretation. Ihr Biographie taugt als Blaupause einer Figur der TV-Serie <em>Games of Thrones<\/em>. So soll sie bei der Verteidigung der Burg Tirol gegen ein heranr\u00fcckendes veneto-lombardisches Heer mit \u201e<em>ungebrochenem Mut und m\u00e4nnlicher Entschlossenheit<\/em>\u201c und \u201e<em>mit einem geringen H\u00e4uflein von Kriegsknechen<\/em>\u201c die Verteidigung geleitet und sogar einen Ausbruchsversuch aus der Stadt angef\u00fchrt haben. Ihren Gegnern hingegen galt sie als mannstoller, uners\u00e4ttlicher und unmoralischer Vamp. Ob sie skrupellose M\u00f6rderin oder unschuldiger Spielball fremder M\u00e4chte war \u2013 wissen werden wir das wohl nie. Margarethe und ihr Nachfolger auf dem Thron des Tiroler Landesf\u00fcrsten Rudolf IV. von Habsburg sind am Brunnen am <em>Rudolfsbrunnen<\/em> am Boznerplatz, dem ehemaligen Margarethenplatz, in Stein verewigt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53360&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die F\u00fclle an Kirchen, Kapellen, Kruzifixen und Wandmalereien im \u00f6ffentlichen Raum wirkt auf viele Besucher Innsbrucks aus anderen L\u00e4ndern eigenartig. Nicht nur Gottesh\u00e4user, auch viele Privath\u00e4user sind mit Darstellungen der Heiligen Familie oder biblischen Szenen geschm\u00fcckt. Der christliche Glaube und seine Institutionen waren in ganz Europa \u00fcber Jahrhunderte alltagsbestimmend. Innsbruck als Residenzstadt der streng katholischen Habsburger und Hauptstadt des selbsternannten <em>Heiligen Landes Tirol<\/em> wurde bei der Ausstattung mit kirchlichen Bauwerkern besonders begl\u00fcckt. Allein die Dimension der Kirchen umgelegt auf die Verh\u00e4ltnisse vergangener Zeiten sind gigantisch. Die Stadt mit ihren knapp 5000 Einwohnern besa\u00df im 16. Jahrhundert mehrere Kirchen, die in Pracht und Gr\u00f6\u00dfe jedes andere Geb\u00e4ude \u00fcberstrahlte, auch die Pal\u00e4ste der Aristokratie. Das Kloster Wilten war ein Riesenkomplex inmitten eines kleinen Bauerndorfes, das sich darum gruppierte. Die r\u00e4umlichen Ausma\u00dfe der Gottesh\u00e4user spiegelt die Bedeutung im politischen und sozialen Gef\u00fcge wider.<\/p>\n<p>Die Kirche war f\u00fcr viele Innsbrucker nicht nur moralische Instanz, sondern auch weltlicher Grundherr. Der Bischof von Brixen war formal hierarchisch dem Landesf\u00fcrsten gleichgestellt. Die Bauern arbeiteten auf den Landg\u00fctern des Bischofs wie sie auf den Landg\u00fctern eines weltlichen F\u00fcrsten f\u00fcr diesen arbeiteten. Damit hatte sie die Steuer- und Rechtshoheit \u00fcber viele Menschen. Die kirchlichen Grundbesitzer galten dabei nicht als weniger streng, sondern sogar als besonders fordernd gegen\u00fcber ihren Untertanen. Gleichzeitig war es auch in Innsbruck der Klerus, der sich in gro\u00dfen Teilen um das Sozialwesen, Krankenpflege, Armen- und Waisenversorgung, Speisungen und Bildung sorgte. Der Einfluss der Kirche reichte in die materielle Welt \u00e4hnlich wie es heute der Staat mit Finanzamt, Polizei, Schulwesen und Arbeitsamt tut. Was uns heute Demokratie, Parlament und Marktwirtschaft sind, waren den Menschen vergangener Jahrhunderte Bibel und Pfarrer: Eine Realit\u00e4t, die die Ordnung aufrecht h\u00e4lt. Zu glauben, alle Kirchenm\u00e4nner w\u00e4ren zynische Machtmenschen gewesen, die ihre ungebildeten Untertanen ausn\u00fctzten, ist nicht richtig. Der Gro\u00dfteil sowohl des Klerus wie auch der Adeligen war fromm und gottergeben, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht nur schwer verst\u00e4ndliche Art und Weise. Verletzungen der Religion und Sitten wurden in der sp\u00e4ten Neuzeit vor weltlichen Gerichten verhandelt und streng geahndet. Die Anklage bei Verfehlungen lautete H\u00e4resie, worunter eine Vielzahl an Vergehen zusammengefasst wurde. Sodomie, also jede sexuelle Handlung, die nicht der Fortpflanzung diente, Zauberei, Hexerei, Gottesl\u00e4sterung \u2013 kurz jede Abwendung vom rechten Gottesglauben, konnte mit Verbrennung geahndet werden. Das Verbrennen sollte die Verurteilten gleichzeitig reinigen und sie samt ihrem s\u00fcndigen Treiben endg\u00fcltig vernichten, um das B\u00f6se aus der Gemeinschaft zu tilgen. Bis in die Angelegenheiten des t\u00e4glichen Lebens regelte die Kirche lange Zeit das allt\u00e4gliche Sozialgef\u00fcge der Menschen. Kirchenglocken bestimmten den Zeitplan der Menschen. Ihr Klang rief zur Arbeit, zum Gottesdienst oder informierte als Totengel\u00e4ut \u00fcber das Dahinscheiden eines Mitglieds der Gemeinde. Menschen konnten einzelne Glockenkl\u00e4nge und ihre Bedeutung voneinander unterscheiden. Sonn- und Feiertage strukturierten die Zeit. Fastentage regelten den Speiseplan. Familienleben, Sexualit\u00e4t und individuelles Verhalten hatten sich an den von der Kirche vorgegebenen Moral zu orientieren. Das Seelenheil im n\u00e4chsten Leben war f\u00fcr viele Menschen wichtiger als das Lebensgl\u00fcck auf Erden, war dies doch ohnehin vom determinierten Zeitgeschehen und g\u00f6ttlichen Willen vorherbestimmt. Fegefeuer, letztes Gericht und H\u00f6llenqualen waren Realit\u00e4t und verschreckten und disziplinierten auch Erwachsene.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Innsbrucker B\u00fcrgertum von den Ideen der Aufkl\u00e4rung nach den Napoleonischen Kriegen zumindest sanft wachgek\u00fcsst wurde, blieb der Gro\u00dfteil der Menschen weiterhin der Mischung aus konservativem Katholizismus und abergl\u00e4ubischer Volksfr\u00f6mmigkeit verbunden. Religiosit\u00e4t war nicht unbedingt eine Frage von Herkunft und Stand, wie die gesellschaftlichen, medialen und politischen Auseinandersetzungen entlang der Bruchlinie zwischen Liberalen und Konservativ immer wieder aufzeigten. Seit der <em>Dezemberverfassung<\/em> von 1867 war die freie Religionsaus\u00fcbung zwar gesetzlich verankert, Staat und Religion blieben aber eng verkn\u00fcpft. Die <em>Wahrmund-Aff\u00e4re<\/em>, die sich im fr\u00fchen 20. Jahrhundert ausgehend von der Universit\u00e4t Innsbruck \u00fcber die gesamte K.u.K. Monarchie ausbreitete, war nur eines von vielen Beispielen f\u00fcr den Einfluss, den die Kirche bis in die 1970er Jahre hin aus\u00fcbte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahm diese politische Krise, die die gesamte Monarchie erfassen sollte in Innsbruck ihren Anfang. Ludwig Wahrmund (1861 \u2013 1932) war Ordinarius f\u00fcr Kirchenrecht an der Juridischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck. Wahrmund, vom Tiroler Landeshauptmann eigentlich daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt, um den Katholizismus an der als zu liberal eingestuften Innsbrucker Universit\u00e4t zu st\u00e4rken, war Anh\u00e4nger einer aufgekl\u00e4rten Theologie. Im Gegensatz zu den konservativen Vertretern in Klerus und Politik sahen Reformkatholiken den Papst nur als spirituelles Oberhaupt, nicht aber als weltlich Instanz, an. Studenten sollten nach Wahrmunds Auffassung die L\u00fccke und die Gegens\u00e4tze zwischen Kirche und moderner Welt verringern, anstatt sie einzuzementieren. Seit 1848 hatten sich die Gr\u00e4ben zwischen liberal-nationalen, sozialistischen, konservativen und reformorientiert-katholischen Interessensgruppen und Parteien vertieft. Eine der heftigsten Bruchlinien verlief durch das Bildungs- und Hochschulwesen entlang der Frage, wie sich das \u00fcbernat\u00fcrliche Gebaren und die Ansichten der Kirche, die noch immer ma\u00dfgeblich die Universit\u00e4ten besetzten, mit der modernen Wissenschaft vereinbaren lie\u00dfen. Liberale und katholische Studenten verachteten sich gegenseitig und krachten immer aneinander. Bis 1906 war Wahrmund Teil der <em>Leo-Gesellschaft<\/em>, die die F\u00f6rderung der Wissenschaft auf katholischer Basis zum Ziel hatte, bevor er zum Obmann der Innsbrucker Ortsgruppe des Vereins <em>Freie Schule<\/em> wurde, der f\u00fcr eine komplette Entklerikalisierung des gesamten Bildungswesens eintrat. Vom Reformkatholiken wurde er zu einem Verfechter der kompletten Trennung von Kirche und Staat. Seine Vorlesungen erregten immer wieder die Aufmerksamkeit der Obrigkeit. Angeheizt von den Medien fand der Kulturkampf zwischen liberalen Deutschnationalisten, Konservativen, Christlichsozialen und Sozialdemokraten in der Person Ludwig Wahrmunds eine ideale Projektionsfl\u00e4che. Was folgte waren Ausschreitungen, Streiks, Schl\u00e4gereien zwischen Studentenverbindungen verschiedener Couleur und Ausrichtung und gegenseitige Diffamierungen unter Politikern. Die <em>Los-von-Rom Bewegung<\/em> des Deutschradikalen Georg Ritter von Sch\u00f6nerer (1842 \u2013 1921) krachte auf der B\u00fchne der Universit\u00e4t Innsbruck auf den politischen Katholizismus der Christlichsozialen. Die deutschnationalen Akademiker erhielten Unterst\u00fctzung von den ebenfalls antiklerikalen Sozialdemokraten sowie von B\u00fcrgermeister Greil, auf konservativer Seite sprang die Tiroler Landesregierung ein. Die <em>Wahrmund Aff\u00e4re<\/em> schaffte es als <em>Kulturkampfdebatte<\/em> bis in den Reichsrat. F\u00fcr Christlichsoziale war es ein \u201e<em>Kampf des freissinnigen Judentums gegen das Christentum<\/em>\u201c in dem sich \u201e<em>Zionisten, deutsche Kulturk\u00e4mpfer, tschechische und ruthenische Radikale<\/em>\u201c in einer \u201e<em>internationalen Koalition<\/em>\u201c als \u201e<em>freisinniger Ring des j\u00fcdischen Radikalismus und des radikalen Slawentums<\/em>\u201c pr\u00e4sentierten. Wahrmund hingegen bezeichnete in der allgemein aufgeheizten Stimmung katholische Studenten als \u201e<em>Verr\u00e4ter und Parasiten<\/em>\u201c. Als Wahrmund 1908 eine seiner Reden, in der er Gott, die christliche Moral und die katholische Heiligenverehrung anzweifelte, in Druck bringen lie\u00df, erhielt er eine Anzeige wegen Gottesl\u00e4sterung. Nach weiteren teils gewaltt\u00e4tigen Versammlungen sowohl auf konservativer und antiklerikaler Seite, studentischen Ausschreitungen und Streiks musste kurzzeitig sogar der Unibetrieb eingestellt werden. Wahrmund wurde zuerst beurlaubt, sp\u00e4ter an die deutsche Universit\u00e4t Prag versetzt.<\/p>\n<p>Auch in der Ersten Republik war die Verbindung zwischen Kirche und Staat stark. Der christlichsoziale, als <em>Eiserner Pr\u00e4lat<\/em> in die Geschichte eingegangen Ignaz Seipel schaffte es in den 1920er Jahren bis ins h\u00f6chste Amt des Staates. Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df sah seinen St\u00e4ndestaat als Konstrukt auf katholischer Basis als Bollwerk gegen den Sozialismus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren Kirche und Politik in Person von Bischof Rusch und Kanzler Walln\u00f6fer ein Gespann. Erst dann begann eine ernsthafte Trennung. Glaube und Kirche haben noch immer ihren fixen Platz im Alltag der Innsbrucker, wenn auch oft unbemerkt. Die Kirchenaustritte der letzten Jahrzehnte haben der offiziellen Mitgliederzahl zwar eine Delle versetzt und Freizeitevents werden besser besucht als Sonntagsmessen. Die r\u00f6misch-katholische Kirche besitzt aber noch immer viel Grund in und rund um Innsbruck, auch au\u00dferhalb der Mauern der jeweiligen Kl\u00f6ster und Ausbildungsst\u00e4tten. Etliche Schulen in und rund um Innsbruck stehen ebenfalls unter dem Einfluss konservativer Kr\u00e4fte und der Kirche. Und wer immer einen freien Feiertag genie\u00dft, ein Osterei ans andere peckt oder eine Kerze am Christbaum anz\u00fcndet, muss nicht Christ sein, um als Tradition getarnt im Namen Jesu zu handeln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53500&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wer in \u00d6sterreich unterwegs ist, kennt die Kuppen und Zwiebelt\u00fcrme der Kirchen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten. Diese Form der Kircht\u00fcrme entstand in der Zeit der Gegenreformation und ist ein typisches Kennzeichen des Architekturstils Barock. Auch in Innsbrucks Stadtbild sind sie vorherrschend. Die bekanntesten Gottesh\u00e4user Innsbrucks wie der Dom, die Johanneskirche oder die Jesuitenkirche, sind im Stile des Barocks gehalten. Prachtvoll und prunkvoll sollten Gottesh\u00e4user sein, ein Symbol des Sieges des rechten Glaubens. Die Religiosit\u00e4t spiegelte sich in Kunst und Kultur wider: Gro\u00dfes Drama, Pathos, Leiden, Glanz und Herrlichkeit vereinten sich zum Barock, der den gesamten katholisch orientierten Einflussbereich der Habsburger und ihrer Verb\u00fcndeten zwischen Spanien und Ungarn nachhaltig pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Stadtbild Innsbrucks ver\u00e4nderte sich enorm. Die Gumpps und Johann Georg Fischer als Baumeister sowie die Bilder Franz Altmutters pr\u00e4gen Innsbruck bis heute nachhaltig. Das Alte Landhaus in der Altstadt, das Neue Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe, die unz\u00e4hligen Palazzi, Bilder, Figuren \u2013 der Barock war im 17. und 18. Jahrhundert das stilbildende Element des Hauses Habsburg und brannte sich in den Alltag ein. Das B\u00fcrgertum wollte den Adeligen und F\u00fcrsten nicht nachstehen und lie\u00dfen ihre Privath\u00e4user im Stile des Barocks errichten. Auf Bauernh\u00e4usern prangen Heiligenbilder, Darstellungen der Mutter Gottes und des Herzen Jesu.<\/p>\n<p>Barock war nicht nur eine architektonische Stilrichtung, es war ein Lebensgef\u00fchl, das seinen Ausgang nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges nahm. Die T\u00fcrkengefahr aus dem Osten, die in der zweimaligen Belagerung Wiens gipfelte, bestimmte die Au\u00dfenpolitik des Reiches, w\u00e4hrend die Reformation die Innenpolitik dominierte. Die Barockkultur war ein zentrales Element des Katholizismus und der politischen Darstellung derselben in der \u00d6ffentlichkeit, das Gegenmodell zum spr\u00f6den und strengen Lebensentwurf Calvins und Luthers. Feiertage mit christlichem Hintergrund wurden eingef\u00fchrt, um den Alltag der Menschen aufzuhellen. Architektur, Musik und Malerei waren reich, f\u00fcllig und \u00fcppig. In Theaterh\u00e4usern wie dem <em>Comedihaus<\/em> in Innsbruck wurden Dramen mit religi\u00f6sem Hintergrund aufgef\u00fchrt. Kreuzwege mit Kapellen und Darstellungen des gekreuzigten Jesus durchzogen die Landschaft. Die Volksfr\u00f6mmigkeit in Form der Wallfahrten, Marien- und Heiligenverehrung hielt Einzug in den Kirchenalltag. Multiple Krisen pr\u00e4gten den Alltag der Menschen. Neben Krieg und Hunger brach die Pest im 17. Jahrhundert besonders h\u00e4ufig aus. Die<em> Barockfr\u00f6mmigkeit<\/em> wurde auch zur Erziehung der Untertanen eingesetzt. Auch wenn der Ablasshandel in der Zeit nach dem 16. Jahrhundert keine g\u00e4ngige Praxis mehr in der katholischen Kirche war, so gab es doch noch eine rege Vorstellung von Himmel und H\u00f6lle. Durch ein tugendhaftes Leben, sprich ein Leben im Einklang mit katholischen Werten und gutem Verhalten als Untertan gegen\u00fcber der g\u00f6ttlichen Ordnung, konnte man dem Paradies einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4herkommen. Die sogenannte <em>Christliche Erbauungsliteratur<\/em> war nach der Schulreformation des 18. Jahrhunderts in der Bev\u00f6lkerung beliebt und zeigte vor, wie das Leben zu f\u00fchren war. Das Leiden des Gekreuzigten f\u00fcr die Menschheit galt als Symbol f\u00fcr die M\u00fchsal der Untertanen auf Erden innerhalb des Feudalsystems. Mit Votivbildern baten Menschen um Beistand in schweren Zeiten oder bedankten sich vor allem bei der Mutter Gottes f\u00fcr \u00fcberstandene Gefahren und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Historiker Ernst Hanisch beschrieb den Barock und den Einfluss, den er auf die \u00f6sterreichische Lebensart hatte, so:<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich entstand in seiner modernen Form als Kreuzzugsimperialismus gegen die T\u00fcrken und im Inneren gegen die Reformatoren. Das brachte B\u00fcrokratie und Milit\u00e4r, im \u00c4u\u00dferen aber Multiethnien. Staat und Kirche probierten den intimen Lebensbereich der B\u00fcrger zu kontrollieren. Jeder musste sich durch den Beichtstuhl reformieren, die Sexualit\u00e4t wurde eingeschr\u00e4nkt, die normengerechte Sexualit\u00e4t wurden erzwungen. Menschen wurden systematisch zum Heucheln angeleitet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Rituale und das untert\u00e4nige Verhalten gegen\u00fcber der Obrigkeit hinterlie\u00dfen ihre Spuren in der Alltagskultur, die katholische L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und Italien bis heute von protestantisch gepr\u00e4gten Regionen wie Deutschland, England oder Skandinavien unterscheiden. Die Leidenschaft f\u00fcr akademische Titel der \u00d6sterreicher hat ihren Ursprung in den barocken Hierarchien. Der Ausdruck <em>Barockf\u00fcrst<\/em> bezeichnet einen besonders patriarchal-g\u00f6nnerhaften Politiker, der mit gro\u00dfen Gesten sein Publikum zu becircen wei\u00df. W\u00e4hrend man in Deutschland politische Sachlichkeit sch\u00e4tzt, ist der Stil von \u00f6sterreichischen Politikern theatralisch, ganz nach dem \u00f6sterreichischen Bonmot des \u201e<em>Schaumamal<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53389&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Werke der Familie Gumpp bestimmen bis heute sehr stark das Aussehen Innsbrucks. Vor allem die barocken Teile der Stadt sind auf sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Begr\u00fcnder der Dynastie in Tirol, Christoph Gumpp (1600-1672) war eigentlich Tischler. Sein Talent allerdings hatte ihn f\u00fcr h\u00f6here Weihen auserkoren. Den Beruf des Architekten oder K\u00fcnstler gab es zu dieser Zeit noch nicht, selbst Michelangelo und Leonardo da Vinci galten als Handwerker. Der geb\u00fcrtige Schwabe Gumpp trat nach seiner Mitarbeit an der Dreifaltigkeitskirche in die Fu\u00dfstapfen der italienischen Baumeister, die unter Ferdinand II den Ton angegeben hatten. Auf Gehei\u00df Leopolds V. reiste Gumpp nach Italien, um dort Theaterbauten zu studieren und bei den zeitgen\u00f6ssisch stilbildenden Kollegen sein Know-How f\u00fcr das geplante landesf\u00fcrstliche <em>Comedihaus<\/em> aufzupolieren.<\/p>\n<p>Seine offizielle T\u00e4tigkeit als Hofbaumeister begann 1633.\u00a0Neue Zeiten bedurften eines neuen Designs, abseits des architektonisch von der Gotik gepr\u00e4gten Mittelalters und den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. \u00dcber die folgenden Jahrzehnte wurde Innsbruck unter der Regentschaft Claudia de Medicis einer kompletten Renovierung unterzogen. Gumpp vererbte seinen Titel an die n\u00e4chsten beiden Generationen innerhalb der Familie weiter. Die Gumpps traten nicht nur als Baumeister in Erscheinung. Sie waren Tischler, Maler, Kupferstecher und Architekten, was ihnen erlaubte, \u00e4hnlich der Bewegung der <em>Tiroler Moderne<\/em> rund um Franz Baumann und Clemens Holzmeister Anfang des 20. Jahrhunderts, Projekte ganzheitlich umzusetzen. Auch bei der Errichtung der Schanzwerke zur Landesverteidigung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges waren sie als Planer beteiligt.<\/p>\n<p>Christoph Gumpps Meisterst\u00fcck aber war die Errichtung des <em>Comedihaus<\/em> im ehemaligen Ballhaus. Die \u00fcberdimensionierten Ma\u00dfe des damals richtungsweisenden Theaters, das in Europa zu den ersten seiner Art \u00fcberhaupt geh\u00f6rte, erlaubte nicht nur die Auff\u00fchrung von Theaterst\u00fccken, sondern auch Wasserspiele mit echten Schiffen und aufw\u00e4ndige Pferdeballettauff\u00fchrungen. Das Comedihaus war ein Gesamtkunstwerk an und f\u00fcr sich, das in seiner damaligen Bedeutung wohl mit dem Festspielhaus in Bayreuth des 19. Jahrhunderts oder der Elbphilharmonie heute verglichen werden muss.<\/p>\n<p>Seine Nachfahren Johann Martin Gumpp der \u00c4ltere, Georg Anton Gumpp und Johann Martin Gumpp der J\u00fcngere waren f\u00fcr viele der bis heute pr\u00e4gendsten Geb\u00e4ude im Stadtbild zust\u00e4ndig. So stammen die Wiltener Stiftskirche, die Mariahilfkirche, die Johanneskirche und die Spitalskirche von den Gumpps. Neben dem Entwurf von Kirchen und ihrer Arbeit als Hofbaumeister machten sie sich auch als Planer von Profanbauten einen Namen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user und Stadtpal\u00e4ste Innsbrucks wie das Taxispalais oder das Alte Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden von Ihnen entworfen. Mit dem Verlust des Status als Residenzstadt gingen die prunkvollen Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcck und damit auch der Ruhm der Familie Gumpp. Ihr ehemaliges Wohnhaus beherbergt heute die Konditorei Munding in der Altstadt. Im Stadtteil Pradl erinnert die Gumppstra\u00dfe an die Innsbrucker Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Luftangriffe auf Innsbruck&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Luftangriffe auf Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53501&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wie der Lauf der Geschichte der Stadt unterliegt auch ihr Aussehen einem st\u00e4ndigen Wandel. Besonders gut sichtbare Ver\u00e4nderungen im Stadtbild erzeugten die Jahre rund um 1500 und zwischen 1850 bis 1900, als sich politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen in besonders schnellem Tempo abspielten. Das einschneidendste Ereignis mit den gr\u00f6\u00dften Auswirkungen auf das Stadtbild waren aber wohl die Luftangriffe auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg, als aus der \u201e<em>Heimatfront<\/em>\u201c der Nationalsozialisten ein tats\u00e4chlicher Kriegsschauplatz wurde. Die Lage am Fu\u00dfe des Brenners war \u00fcber Jahrhunderte ein Segen f\u00fcr die Stadt gewesen, nun wurde sie zum Verh\u00e4ngnis. Innsbruck war ein wichtiger Versorgungsbahnhof f\u00fcr den Nachschub an der Italienfront. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 1943 erfolgte der erste alliierte Luftangriff auf die schlecht vorbereitete Stadt. 269 Menschen fielen den Bomben zum Opfer, 500 wurden verletzt und mehr als 1500 obdachlos. \u00dcber 300 Geb\u00e4ude, vor allem in Wilten und der Innenstadt, wurden zerst\u00f6rt und besch\u00e4digt. Am Montag, den 18. Dezember fanden sich in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em>, dem Vorg\u00e4nger der <em>Tiroler Tageszeitung<\/em>, auf der Titelseite allerhand propagandistische Meldungen vom erfolgreichen und heroischen Abwehrkampf der Deutschen Wehrmacht an allen Fronten gegen\u00fcber dem B\u00fcndnis aus <em>Anglo-Amerikanern<\/em> und <em>dem Russen<\/em>, nicht aber vom Bombenangriff auf Innsbruck.<\/p>\n<p><strong><em>Bombenterror \u00fcber Innsbruck<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Innsbruck, 17. Dez. Der 16. Dezember wird in der Geschichte Innsbrucks als der Tag vermerkt bleiben, an dem der Luftterror der Anglo-Amerikaner die Gauhauptstadt mit der ganzen Schwere dieser gemeinen und brutalen Kampfweise, die man nicht mehr Kriegf\u00fchrung nennen kann, getroffen hat. In mehreren Wellen flogen feindliche Kampfverb\u00e4nde die Stadt an und richteten ihre Angriffe mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben gegen die Wohngebiete. Schwerste Sch\u00e4den an Wohngeb\u00e4uden, an Krankenh\u00e4usern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen waren das traurige, alle bisherigen Sch\u00e4den \u00fcbersteigende Ergebnis dieses verbrecherischen \u00dcberfalles, der \u00fcber zahlreiche Familien unserer Stadt schwerste Leiden und empfindliche Belastung der Lebensf\u00fchrung, das bittere Los der Vernichtung liebgewordenen Besitzes, der Zerst\u00f6rung von Heim und Herd und der Heimatlosigkeit gebracht hat. Grenzenloser Ha\u00df und das gl\u00fchende Verlangen diese unmenschliche Untat mit schonungsloser Sch\u00e4rfe zu vergelten, sind die einzige Empfindung, die au\u00dfer der Auseinandersetzung mit den eigenen und den Gemeinschaftssorgen alle Gem\u00fcter bewegt. Wir alle blicken voll Vertrauen auf unsere Soldaten und erwarten mit Zuversicht den Tag, an dem der F\u00fchrer den Befehl geben wird, ihre geballte Kraft mit neuen Waffen gegen den Feind im Westen einzusetzen, der durch seinen Mord- und Brandterror gegen Wehrlose neuerdings bewiesen hat, da\u00df er sich von den asiatischen Bestien im Osten durch nichts unterscheidet \u2013 es w\u00e4re denn durch gr\u00f6\u00dfere Feigheit. Die Luftschutzeinrichtungen der Stadt haben sich ebenso bew\u00e4hrt, wie die Luftschutzdisziplin der Bev\u00f6lkerung. Bis zur Stunde sind 26 Gefallene gemeldet, deren Zahl sich aller Voraussicht nach nicht wesentlich erh\u00f6hen d\u00fcrfte. Die Hilfsma\u00dfnahmen haben unter F\u00fchrung der Partei und tatkr\u00e4ftigen Mitarbeit der Wehrmacht sofort und wirkungsvoll eingesetzt. <\/em><\/p>\n<p>Diese durch Zensur und Gleichschaltung der Medien fantasievoll gestaltete Nachricht schaffte es gerade mal auf Seite 3. Prominenter wollte man die schlechte Vorbereitung der Stadt auf das absehbare Bombardement wohl nicht dem Volksk\u00f6rper pr\u00e4sentieren. Ganz so gro\u00df wie 1938 nach dem Anschluss, als Hitler am 5. April von 100.000 Menschen in Innsbruck begeistert empfangen worden war, war die Begeisterung f\u00fcr den Nationalsozialismus nicht mehr. Zu gro\u00df waren die Sch\u00e4den an der Stadt und die pers\u00f6nlichen, tragischen Verluste in der Bev\u00f6lkerung. Dass die sterblichen \u00dcberreste der Opfer des Luftangriffes vom 15. Dezember 1943 am heutigen Landhausplatz vor dem neu errichteten Gauhaus als Symbol nationalsozialistischer Macht im Stadtbild aufgebahrt wurden, zeugt von trauriger Ironie des Schicksals.<\/p>\n<p>Im J\u00e4nner 1944 begann man Luftschutzstollen und andere Schutzma\u00dfnahmen zu errichten. Die Arbeiten wurden zu einem gro\u00dfen Teil von Gefangenen des Konzentrationslagers Reichenau durchgef\u00fchrt. Insgesamt wurde Innsbruck zwischen 1943 und 1945 zweiundzwanzig Mal angegriffen. Dabei wurden knapp 3833, also knapp 50%, der Geb\u00e4ude in der Stadt besch\u00e4digt und 504 Menschen starben. In den letzten Kriegsmonaten war an Normalit\u00e4t nicht mehr zu denken. Die Bev\u00f6lkerung lebte in dauerhafter Angst. Die Schulen wurden bereits vormittags geschlossen. An einen geregelten Alltag war nicht mehr zu denken. Die Stadt wurde zum Gl\u00fcck nur Opfer gezielter Angriffe. Deutsche St\u00e4dte wie Hamburg oder Dresden wurden von den Alliierten mit Feuerst\u00fcrmen mit Zehntausenden Toten innerhalb weniger Stunden komplett dem Erdboden gleichgemacht. Viele Geb\u00e4ude wie die Jesuitenkirche, das Stift Wilten, die Servitenkirche, der Dom, das Hallenbad in der Amraserstra\u00dfe wurden getroffen. Besondere Behandlung erfuhren w\u00e4hrend der Angriffe historische Geb\u00e4ude und Denkm\u00e4ler. Das <em>Goldene Dachl<\/em> wurde mit einer speziellen Konstruktion ebenso gesch\u00fctzt wie der Sarkophag Maximilians in der Hofkirche. Die Figuren der Hofkirche, die <em>Schwarzen Mannder<\/em>, wurden nach Kundl gebracht. Die Madonna Lucas Cranachs aus dem Innsbrucker Dom wurde w\u00e4hrend des Krieges ins \u00d6tztal \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Luftschutzstollen s\u00fcdlich von Innsbruck an der Brennerstra\u00dfe und die Kennzeichnungen von H\u00e4usern mit Luftschutzkellern mit ihren schwarzen Vierecken und den wei\u00dfen Kreisen und Pfeilen kann man heute noch begutachten. Zwei der Stellungen der Flugabwehrgesch\u00fctze, mittlerweile nur noch zugewachsene Mauerreste, k\u00f6nnen am Lanser K\u00f6pfl oberhalb von Innsbruck besichtigt werden. In Pradl, wo neben Wilten die meisten Geb\u00e4ude besch\u00e4digt wurden, weisen an den betroffenen H\u00e4usern Bronzetafeln mit dem Hinweis auf den Wiederaufbau auf einen Bombentreffer hin.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maria-Theresien-Strasse 2<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":61557,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[16,38,32,15,47,74],"tags":[],"class_list":["post-1534","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-barock","category-die-baumeister-gumpp-und-die-barockisierung-innsbrucks","category-glaube-kirche-obrigkeit-und-herrschaft","category-innenstadt-2","category-luftangriffe-auf-innsbruck","category-von-maultasch-habsburgern-und-dem-schwarzen-tod"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1534"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1534\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}