{"id":1593,"date":"2020-09-25T05:54:25","date_gmt":"2020-09-25T05:54:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1593"},"modified":"2026-02-04T07:57:50","modified_gmt":"2026-02-04T07:57:50","slug":"dom-zu-st-jakob-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/dom-zu-st-jakob-innsbruck\/","title":{"rendered":"Dom Sankt Jakob"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Dom Sankt Jakob<\/h2>\n<p>Domplatz<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_8339-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Dom St. Jakob Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Dom St. Jakob Innsbruck&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;62319,58465,60692,55883,2117,63333,1265&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Dom Sankt Jakob&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61881&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Dom zu St. Jakob&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;58897&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Geschichte der Kirche, aus der der heutige Dom in der Altstadt hervorging, ist \u00e4lter als die der Stadt. Als Graf Berchtold V dem Stift Wilten 1180 das Land s\u00fcdlich des Inns abwarb, auf dem in Folge Innsbruck entstehen sollte, war im Tauschvertrag bereits von einer <em>Marktkirche<\/em> die Rede. Innsbruck war damals noch keine eigene Kirchengemeinde, sondern nur eine Filiale des Stiftes Wilten. Von einem Bischofsitz war damals allerdings noch nicht die Rede. Trotzdem war sie das Zentrum der sich damals entwickelnden Stadt, in der es weder das <em>Goldene Dachl<\/em> noch die Hofburg gab. Rund um das Gotteshaus war ein Friedhof angelegt, die letzten Gr\u00e4ber wurden erst mit der Errichtung der Schwemmkanalisation 1905 aufgelassen. Erst mit der Errichtung des Stadtturms, des Rathauses, des Neuhofs und der anderen Geb\u00e4ude am Oberen und Unteren Stadtplatz im sp\u00e4ten Mittelalter \u00e4nderte sich das. Auf dem bekannten Aquarell Albrecht D\u00fcrers, das er 1495 auf seiner Durchreise von Innsbruck anfertigt, ist die Pfarrkirche St. Jakob nur noch als einer von vielen T\u00fcrmen im Stadtbild sichtbar.<\/p>\n<p>Das Schicksal von St. Jakob stand unter keinem guten Stern. Mehrmals brannte die Kirche nieder. Auch das Erdbeben von 1689 das mehr oder minder alle Innsbrucker H\u00e4user besch\u00e4digte, verschonte den Dom nicht. 1724 konnte die Kirche nach einer kompletten \u00dcberarbeitung im neuen, zeitgen\u00f6ssischen Barockstil geweiht werden. Es geb\u00fchrte sich nicht f\u00fcr eine Stadt wie Innsbruck, eine halbfertige Ruine als Aush\u00e4ngeschild innerhalb der Stadtmauern zu haben. Um den Bau zu finanzieren wurde eine Sonderabgabe auf Tabak eingef\u00fchrt und zus\u00e4tzliche Z\u00f6lle eingehoben. Das ehemalige <em>L\u00f6wenhaus<\/em> Ferdinands II. am Inn, das 1636 abgebrannt war, wurde als Brauerei und Gastst\u00e4tte wieder aufgebaut, um \u00fcber den Bierdurst der Innsbrucker zus\u00e4tzliche Taler ins Budget zu sp\u00fclen. Nach dem unerwarteten Tod des eigentlich als Bauleiter vorgesehenen Johann Jakob Herkomer leitete Johann Georg Fischer das Projekt. Eine sch\u00f6ne Legende rankt sich um das gro\u00dfe Deckenfresko von Cosmas Damian Amas (1686 \u2013 1739). Als der Maler w\u00e4hrend der Arbeiten vom Ger\u00fcst fiel, soll der Heilige Johannes seine Hand ausgestreckt haben, um den Maestro vor dem sicheren Tod zu retten. Nach dem Ersten Weltkrieg war es durch die neu gezogene Grenze am Brenner nur noch schwer m\u00f6glich Nord- und S\u00fcdtirol gemeinsam \u00fcber eine Di\u00f6zese zu verwalten. Nordtirol und Vorarlberg brauchten eine eigene Verwaltung. 1964 schlie\u00dflich wurde aus der ehemaligen kleinen Niederlassung des Stifts Wilten der Dom zu Innsbruck.<\/p>\n<p>1944 wurde der Dom wie so viele andere Kirchen auch bei einem Luftangriff besch\u00e4digt. Innen- und Au\u00dfenbereich wurden in den ersten Nachkriegsjahren z\u00fcgig renoviert, um dem klerikalen Administrationszentrum West\u00f6sterreichs die geb\u00fchrende Repr\u00e4sentanz so schnell als m\u00f6glich zur\u00fcckzugeben. Die st\u00e4mmigen Kircht\u00fcrme ragen weit in den Himmel hinauf. Sie werden von imposanten Wasserspeiern geschm\u00fcckt. Am Giebel hoch \u00fcber dem Eingang thront ein Reiter. Die vordere Fassade ist mit Statuen diverser Heiliger geschm\u00fcckt, darunter die Heilige Notburga, eine der Patroninnen Innsbruck und der Heilige Romed, der auf einem B\u00e4ren von Tirol nach Rom geritten sein soll. Die Heiligenverehrung war im 17. und 18. auf ihrem H\u00f6hepunkt angelangt. Die Barockkultur wusste um die Wichtigkeit, die Menschen mit guten Geschichten und der Integration volkst\u00fcmlicher Legenden und beeindruckendem Sound f\u00fcr die r\u00f6mische Kirche zu begeistern. Die vielen Glocken St. Jakobs sind auch heute noch ein Spektakel. Die <em>Marienglocke<\/em>, die in der Traditionsgie\u00dferei Grassmayer in Innsbruck gegossen wurde, wiegt \u00fcber sieben Tonnen. Zu wichtigen Anl\u00e4ssen erklingen die Glocken des Domes unter fachkundiger Ausf\u00fchrung eines eigenen Glockenspielers. Das Innere des Doms wird gekr\u00f6nt von einer Kuppel \u00fcber dem ber\u00fchmten <em>Gnadenbild Mariahilf<\/em> Lucas Cranachs des \u00c4lteren (1472 \u2013 1553). Das Prunkst\u00fcck des Innsbrucker Doms kam als Mitbringsel unter dem kunstsinnigen Landesf\u00fcrsten Leopold V. nach Innsbruck. Seit 1650 h\u00e4ngt das mit kurzer kriegsbedingter Unterbrechung am Hochaltar des Innsbrucker Doms. W\u00e4hrend des 2. Weltkriegs wurde die <em>Gnadenmutter<\/em> ins nahe \u00d6tztal gebracht, um es vor den Bombardements in Sicherheit zu bringen. Wer aufmerksam durch die Stadt geht, findet die Gnadenmutter in vielen Hausfassaden oder Brunnen. Auch au\u00dferhalb Innsbrucks ist das Bild in Nord- und S\u00fcdtirol weit verbreitet. Neben dem Gnadenbild schaffte es auch ein zweites Denkmal den Umbau vom alten zum neuen Gotteshaus zu \u00fcberstehen und \u00fcbersiedelt zu werden. Das Grabmal von Maximilian III. von \u00d6sterreich vereinnahmt einen guten Teil des Kirchenschiffes. Der knieende Landesf\u00fcrst Tirols wird vom Heiligen Georg flankiert, dem Patron des Deutschen Ordens. Auch Erzherzog Eugen, der im Ersten Weltkrieg im Heer der K.u.K Monarchie als oberster Milit\u00e4r Tirols diente, ebenfalls Mitglied des Deutschen Ordens war, ist hier begraben.<\/p>\n<p>Heute ist der Domplatz ein beliebter Treffpunkt in der Altstadt, ist er doch nur wenige Schritte vom <em>Goldenen Dachl<\/em> entfernt und doch etwas abseits der Touristenmassen. Dank mehrerer Lokale und Studenten-WGs in den sehenswerten H\u00e4usern rund um den Brunnen hat auch die Jugend den Platz vor der Kirche f\u00fcr sich entdeckt und zu neuem Leben erweckt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53500&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wer in \u00d6sterreich unterwegs ist, kennt die Kuppen und Zwiebelt\u00fcrme der Kirchen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten. Diese Form der Kircht\u00fcrme entstand in der Zeit der Gegenreformation und ist ein typisches Kennzeichen des Architekturstils Barock. Auch in Innsbrucks Stadtbild sind sie vorherrschend. Die bekanntesten Gottesh\u00e4user Innsbrucks wie der Dom, die Johanneskirche oder die Jesuitenkirche, sind im Stile des Barocks gehalten. Prachtvoll und prunkvoll sollten Gottesh\u00e4user sein, ein Symbol des Sieges des rechten Glaubens. Die Religiosit\u00e4t spiegelte sich in Kunst und Kultur wider: Gro\u00dfes Drama, Pathos, Leiden, Glanz und Herrlichkeit vereinten sich zum Barock, der den gesamten katholisch orientierten Einflussbereich der Habsburger und ihrer Verb\u00fcndeten zwischen Spanien und Ungarn nachhaltig pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Stadtbild Innsbrucks ver\u00e4nderte sich enorm. Die Gumpps und Johann Georg Fischer als Baumeister sowie die Bilder Franz Altmutters pr\u00e4gen Innsbruck bis heute nachhaltig. Das Alte Landhaus in der Altstadt, das Neue Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe, die unz\u00e4hligen Palazzi, Bilder, Figuren \u2013 der Barock war im 17. und 18. Jahrhundert das stilbildende Element des Hauses Habsburg und brannte sich in den Alltag ein. Das B\u00fcrgertum wollte den Adeligen und F\u00fcrsten nicht nachstehen und lie\u00dfen ihre Privath\u00e4user im Stile des Barocks errichten. Auf Bauernh\u00e4usern prangen Heiligenbilder, Darstellungen der Mutter Gottes und des Herzen Jesu.<\/p>\n<p>Barock war nicht nur eine architektonische Stilrichtung, es war ein Lebensgef\u00fchl, das seinen Ausgang nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges nahm. Die T\u00fcrkengefahr aus dem Osten, die in der zweimaligen Belagerung Wiens gipfelte, bestimmte die Au\u00dfenpolitik des Reiches, w\u00e4hrend die Reformation die Innenpolitik dominierte. Die Barockkultur war ein zentrales Element des Katholizismus und der politischen Darstellung derselben in der \u00d6ffentlichkeit, das Gegenmodell zum spr\u00f6den und strengen Lebensentwurf Calvins und Luthers. Feiertage mit christlichem Hintergrund wurden eingef\u00fchrt, um den Alltag der Menschen aufzuhellen. Architektur, Musik und Malerei waren reich, f\u00fcllig und \u00fcppig. In Theaterh\u00e4usern wie dem <em>Comedihaus<\/em> in Innsbruck wurden Dramen mit religi\u00f6sem Hintergrund aufgef\u00fchrt. Kreuzwege mit Kapellen und Darstellungen des gekreuzigten Jesus durchzogen die Landschaft. Die Volksfr\u00f6mmigkeit in Form der Wallfahrten, Marien- und Heiligenverehrung hielt Einzug in den Kirchenalltag. Multiple Krisen pr\u00e4gten den Alltag der Menschen. Neben Krieg und Hunger brach die Pest im 17. Jahrhundert besonders h\u00e4ufig aus. Die<em> Barockfr\u00f6mmigkeit<\/em> wurde auch zur Erziehung der Untertanen eingesetzt. Auch wenn der Ablasshandel in der Zeit nach dem 16. Jahrhundert keine g\u00e4ngige Praxis mehr in der katholischen Kirche war, so gab es doch noch eine rege Vorstellung von Himmel und H\u00f6lle. Durch ein tugendhaftes Leben, sprich ein Leben im Einklang mit katholischen Werten und gutem Verhalten als Untertan gegen\u00fcber der g\u00f6ttlichen Ordnung, konnte man dem Paradies einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4herkommen. Die sogenannte <em>Christliche Erbauungsliteratur<\/em> war nach der Schulreformation des 18. Jahrhunderts in der Bev\u00f6lkerung beliebt und zeigte vor, wie das Leben zu f\u00fchren war. Das Leiden des Gekreuzigten f\u00fcr die Menschheit galt als Symbol f\u00fcr die M\u00fchsal der Untertanen auf Erden innerhalb des Feudalsystems. Mit Votivbildern baten Menschen um Beistand in schweren Zeiten oder bedankten sich vor allem bei der Mutter Gottes f\u00fcr \u00fcberstandene Gefahren und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Historiker Ernst Hanisch beschrieb den Barock und den Einfluss, den er auf die \u00f6sterreichische Lebensart hatte, so:<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich entstand in seiner modernen Form als Kreuzzugsimperialismus gegen die T\u00fcrken und im Inneren gegen die Reformatoren. Das brachte B\u00fcrokratie und Milit\u00e4r, im \u00c4u\u00dferen aber Multiethnien. Staat und Kirche probierten den intimen Lebensbereich der B\u00fcrger zu kontrollieren. Jeder musste sich durch den Beichtstuhl reformieren, die Sexualit\u00e4t wurde eingeschr\u00e4nkt, die normengerechte Sexualit\u00e4t wurden erzwungen. Menschen wurden systematisch zum Heucheln angeleitet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Rituale und das untert\u00e4nige Verhalten gegen\u00fcber der Obrigkeit hinterlie\u00dfen ihre Spuren in der Alltagskultur, die katholische L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und Italien bis heute von protestantisch gepr\u00e4gten Regionen wie Deutschland, England oder Skandinavien unterscheiden. Die Leidenschaft f\u00fcr akademische Titel der \u00d6sterreicher hat ihren Ursprung in den barocken Hierarchien. Der Ausdruck <em>Barockf\u00fcrst<\/em> bezeichnet einen besonders patriarchal-g\u00f6nnerhaften Politiker, der mit gro\u00dfen Gesten sein Publikum zu becircen wei\u00df. W\u00e4hrend man in Deutschland politische Sachlichkeit sch\u00e4tzt, ist der Stil von \u00f6sterreichischen Politikern theatralisch, ganz nach dem \u00f6sterreichischen Bonmot des \u201e<em>Schaumamal<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Maria hilf Innsbruck!&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Maria Hilf Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;64775&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Heiligenverehrung und Volksfr\u00f6mmigkeit wandelten stets auf einem schmalen Grat zwischen Glauben, Aberglauben und Magie. In den Alpen, wo die Menschen der kaum erkl\u00e4rbaren Umwelt mehr als in anderen Regionen ausgesetzt waren, nahm diese Form des Glaubens bemerkenswerte und oft skurrile Formen an. Heilige wurden bei verschiedenen Aufgaben im Alltag um Hilfe angefleht. Anna sollte Haus und Herdfeuer sch\u00fctzen, zur in Tirol besonders beliebten Heiligen Notburga von Rattenberg betete man f\u00fcr gute Ernte. Als daf\u00fcr verst\u00e4rkt D\u00fcnger und landwirtschaftliche Maschinen eingesetzt wurden, stieg sie zur Schutzheiligen der Trachtentr\u00e4gerinnen auf. Bergleute vertrauten ihr Schicksal in ihrem gef\u00e4hrlichen Job unter Tage der Heiligen Barbara und dem Heiligen Bernhard an. Die Kapelle bei den Herrenh\u00e4usern im Halltal nahe Innsbruck gibt einen faszinierenden Einblick in die Glaubenswelt zwischen <em>Bettelwurfgeist<\/em> und Anbetung diverser lokaler Schutzpatrone. Die Heilige, die alle anderen in der Verehrung bis heute \u00fcberstrahlt, ist Maria. Von der Kr\u00e4uterweihe zu Maria Himmelfahrt bis zum rechtsdrehenden Wasser in Maria Waldrast am Fu\u00df der Serles und Votivbildern in Kirchen und Kapellen ist sie beliebter Dauergast in der Volksfr\u00f6mmigkeit. Wer aufmerksam durch Innsbruck spaziert, findet ein spezielles Bild immer wieder auf Fassaden von Geb\u00e4uden: Das <em>Gnadenbild Mariahilf<\/em> von Lucas Cranach (ca. 1472 \u2013 1553).<\/p>\n<p>Cranachs Madonna ist eine der popul\u00e4rsten und am h\u00e4ufigsten kopierten Darstellungen Marias im Alpenraum. Das Bild ist eine Neuinterpretation der klassischen ikonographischen Mutter Gottes. \u00c4hnlich wie die <em>Mona Lisa<\/em> da Vincis, die zu einer \u00e4hnlichen Zeit entstand, l\u00e4chelt Maria dem Betrachter verschmitzt zu. Cranach verzichtete auf jede Form der Sakralisierung wie Mondsichel oder Heiligenschein und l\u00e4sst sie in zeitgen\u00f6ssischer Alltagskleidung auftreten. Die rotblonden Haare von Mutter und Kind transferieren sie von Pal\u00e4stina nach Europa. Aus der Heiligen und jungfr\u00e4ulichen Maria wurde eine gew\u00f6hnliche Frau mit Kind aus der gehobenen Mittelschicht des 16. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Entstehung, Reise und Verehrung des Gnadenbildes Mariahilf erz\u00e4hlen im Kleinen die Geschichte von Reformation, Gegenreformation und Volksfr\u00f6mmigkeit in den Deutschen L\u00e4ndern. Die Odyssee des lediglich 78 x 47 cm gro\u00dfen Bildes begann im heutigen Th\u00fcringen am landesf\u00fcrstlichen Hof, einem der kulturellen Zentren Europas der damaligen Zeit. Kurf\u00fcrst Friedrich III. von Sachsen (1463 \u2013 1525) war ein frommer Mensch. In seinem Besitz befand sich eine der umfangreichsten Reliquiensammlungen der Zeit hatte. Trotz seiner tiefen Verwurzelung im popul\u00e4ren Glauben an Reliquien und seinen ausgepr\u00e4gten Hang zur Marienverehrung unterst\u00fctze er 1518 nicht nur aus religi\u00f6sen, sondern auch aus machtpolitischen Gr\u00fcnden Martin Luther. Freies Geleit des m\u00e4chtigen Landesf\u00fcrsten und die Unterbringung auf der Wartburg erm\u00f6glichten Luther die Arbeit an der deutschen \u00dcbersetzung der Heiligen Schrift und seiner Vorstellung einer neuen, reformierten Kirche.<\/p>\n<p>Wie zu dieser Zeit \u00fcblich, hatte Friedrich auch einen <em>Art Director<\/em> in seinem Gefolge. Lucas Cranach war seit 1515 als Hofmaler in Wittenberg. Cranach war wie andere Maler seiner Zeit nicht nur \u00e4u\u00dferst produktiv, sondern auch \u00e4u\u00dferst gesch\u00e4ftst\u00fcchtig. Neben seiner k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit f\u00fchrte er in Wittenberg eine Apotheke und eine Weinschenke. Dank seines finanziellen Wohlstandes und Ansehens stand er der Gemeinde ab 1528 als B\u00fcrgermeister vor. Cranach galt als schneller Maler mit gro\u00dfem Output. Er erkannte Kunst als Medium, um Zeit und Zeitgeist festzuhalten und zu verbreiten. \u00c4hnlich wie Albrecht D\u00fcrer schuf er popul\u00e4re Werke mit gro\u00dfer Reichweite. Seine Portr\u00e4ts der damaligen High Society pr\u00e4gen bis heute unser Bild damaliger Promis wie die seines Arbeitgebers Friedrich, Maximilian I., Martin Luther oder seinem Standeskollegen D\u00fcrer.<\/p>\n<p>Auf Schloss Wittenberg lernten sich Cranach und die Kirchenkritiker Philipp Melanchthon und Martin Luther kennen. Sp\u00e4testens durch diese Bekanntschaft wurde der K\u00fcnstler zum Anh\u00e4nger des neuen, reformierten Christentums, das noch keine offizielle Erscheinungsform hatte. Die Unsch\u00e4rfen in den religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen und Praktiken dieser Zeit vor der offiziellen Kirchenspaltung spiegeln sich in Cranachs Werken wider. Trotz der Ablehnung Luthers und Melanchthons von Heiligenverehrung, Marienkult und ikonographischer Darstellungen in Kirchen malte Cranach weiterhin f\u00fcr seine Auftraggeber nach deren Geschmack.<\/p>\n<p>Ebenso unscharf wie der \u00dcbergang von einer Konfession zur anderen im 16. Jahrhundert ist das Entstehungsdatum des <em>Gnadenbildes Mariahilf<\/em>. Cranach fertigte es irgendwann zwischen 1510 und 1537 entweder f\u00fcr den Hausalter von Friedrichs Schw\u00e4gerin, Herzogin Barbara von Sachsen oder f\u00fcr die Heiligkreuzkirche in Dresden an. Kunstexperten sind sich bis heute uneins. Die Freundschaft zwischen Cranach und Martin Luther legt nahe, Cranach h\u00e4tte es nach seiner Hinwendung zum Luthertum gemalt und diese verweltlichte Darstellung einer Mutter mit Kind sei ein Ausdruck eines neuen religi\u00f6sen Weltbildes. Es ist aber durchaus m\u00f6glich, dass der gesch\u00e4ftst\u00fcchtige K\u00fcnstler das Bild nach der Vorstellung des Auftraggebers komplett ohne ideologischen Hintergrund, sondern als Ausdruck der Mode der Zeit bereits vor der Ankunft Luthers in Wittenberg malte.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Friedrichs trat Cranach in den Dienst seines Nachfolgers Johann Friedrichs I. von Sachsen. Als sein Arbeitgeber 1547 nach der Schlacht von M\u00fchlberg in Gefangenschaft des Kaisers geriet, folgte ihm Hofmaler Cranach trotz seines hohen Alters bis nach Augsburg und Innsbruck. Nach f\u00fcnf Jahren im Schlepptau der wohl luxuri\u00f6s untergebrachten Geisel kehrte Cranach zur\u00fcck nach Wittenberg, wo er seinem f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse biblischen Alter erlag.<\/p>\n<p>Das <em>Gnadenbild Mariahilf<\/em> wurde, wahrscheinlich um es vor eifernden Bilderst\u00fcrmen vor der Zerst\u00f6rung zu retten, w\u00e4hrend der turbulenten Jahre der Konfessionskriege in die Kunstkammer des s\u00e4chsischen Landesf\u00fcrsten \u00fcberf\u00fchrt. Knapp 65 Jahre sp\u00e4ter sollte es wie zuvor sein Erschaffer auf verschlungenen Pfaden seinen Weg nach Innsbruck finden. Als der kunstsinnige Passauer Bischof aus dem Hause Habsburg 1611 zu Gast am Hof in Dresden war, erw\u00e4hlte er das Gnadenbild Cranachs als Gastgeschenk und nahm es mit in seine f\u00fcrstbisch\u00f6fliche Residenz an der Donau. Dort sah es sein Domdekan und war so angetan, dass er eine Kopie f\u00fcr seinen Hausaltar anfertigen lie\u00df. Rasch entstand rund um das Bild ein Wallfahrtskult.<\/p>\n<p>Als aus dem Passauer Bischof sieben Jahre sp\u00e4ter Erzherzog Leopold V. von \u00d6sterreich und Landesf\u00fcrst Tirols wurde, \u00fcbersiedelte das popul\u00e4re Gem\u00e4lde mit seinem Besitzer an den Hof in Innsbruck. Seine toskanische Gattin Claudia de Medici hielt den Marienkult in italienischer Tradition auch nach seinem Ableben eifrig am K\u00f6cheln. Sowohl die Servitenkirche als auch das Kapuzinerstift erhielten Altare und Bilder der Heiligen Muttergottes. Nichts war allerdings beliebter als Cranachs Gnadenbild. Um die Stadt w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges zu besch\u00fctzen, wurde das Bild h\u00e4ufig aus der Hofkapelle geholt und f\u00fcr die \u00f6ffentliche Verehrung ausgestellt. Die verzweifelte Innsbrucker Bev\u00f6lkerung schrie dem kleinen Gem\u00e4lde bei diesen Massengebeten ein lautstarkes \u201eMaria Hilf\u201c entgegen, eine Praxis, die dank der Jesuiten im Volksglauben Einzug gehalten hatte. 1647, im Moment h\u00f6chster Not schworen die Tiroler Landst\u00e4nde, rund um das Bild eine Kirche zu bauen, sollte der Schutz Marias das Land vor der Verw\u00fcstung durch bayerische und schwedische Truppen bewahren. Dass die reformierte Darstellung der Heiligen Maria, gemalt von einem Freund Martin Luthers, zum Schutz der Stadt vor protestantischen Truppen angefleht wurde, entbehrt wohl nicht einer gewissen Ironie.<\/p>\n<p>Die Kirche Mariahilf wurde zwar gebaut, das Bild aber wurde 1650 in der Pfarrkirche St. Jakob innerhalb der sicheren Stadtmauern ausgestellt. Das neu erbaute Gotteshaus erhielt eine von Michael Waldmann angefertigte Kopie. Es sollte nicht die letzte ihrer Art werden. Das Motiv und die Darstellung Cranachs der Mutter Gottes erfreute sich allerh\u00f6chster Beliebtheit und findet sich bis heute nicht nur in Kirchen, sondern auf unz\u00e4hligen Privath\u00e4usern wieder. Kunst wurde durch diese Kopien zum Massenph\u00e4nomen. Vom Privatbesitz des s\u00e4chsischen Landesf\u00fcrsten war das Marienbild in den \u00f6ffentlichen Raum gewandert. Jahrhunderte vor Andy Warhol und Roy Lichtenstein waren Cranach und D\u00fcrer zu viel kopierten K\u00fcnstlern geworden und ihre Bilder zu einem Teil des \u00f6ffentlichen Raumes und Alltags. Das Original des <em>Gnadenbildes Mariahilf<\/em> mag im Dom St. Jakob h\u00e4ngen, die Kopie und die drumherum entstandene Pfarre aber gaben einem ganzen Stadtteil seinen Namen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53360&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die F\u00fclle an Kirchen, Kapellen, Kruzifixen und Wandmalereien im \u00f6ffentlichen Raum wirkt auf viele Besucher Innsbrucks aus anderen L\u00e4ndern eigenartig. Nicht nur Gottesh\u00e4user, auch viele Privath\u00e4user sind mit Darstellungen der Heiligen Familie oder biblischen Szenen geschm\u00fcckt. Der christliche Glaube und seine Institutionen waren in ganz Europa \u00fcber Jahrhunderte alltagsbestimmend. Innsbruck als Residenzstadt der streng katholischen Habsburger und Hauptstadt des selbsternannten <em>Heiligen Landes Tirol<\/em> wurde bei der Ausstattung mit kirchlichen Bauwerkern besonders begl\u00fcckt. Allein die Dimension der Kirchen umgelegt auf die Verh\u00e4ltnisse vergangener Zeiten sind gigantisch. Die Stadt mit ihren knapp 5000 Einwohnern besa\u00df im 16. Jahrhundert mehrere Kirchen, die in Pracht und Gr\u00f6\u00dfe jedes andere Geb\u00e4ude \u00fcberstrahlte, auch die Pal\u00e4ste der Aristokratie. Das Kloster Wilten war ein Riesenkomplex inmitten eines kleinen Bauerndorfes, das sich darum gruppierte. Die r\u00e4umlichen Ausma\u00dfe der Gottesh\u00e4user spiegelt die Bedeutung im politischen und sozialen Gef\u00fcge wider.<\/p>\n<p>Die Kirche war f\u00fcr viele Innsbrucker nicht nur moralische Instanz, sondern auch weltlicher Grundherr. Der Bischof von Brixen war formal hierarchisch dem Landesf\u00fcrsten gleichgestellt. Die Bauern arbeiteten auf den Landg\u00fctern des Bischofs wie sie auf den Landg\u00fctern eines weltlichen F\u00fcrsten f\u00fcr diesen arbeiteten. Damit hatte sie die Steuer- und Rechtshoheit \u00fcber viele Menschen. Die kirchlichen Grundbesitzer galten dabei nicht als weniger streng, sondern sogar als besonders fordernd gegen\u00fcber ihren Untertanen. Gleichzeitig war es auch in Innsbruck der Klerus, der sich in gro\u00dfen Teilen um das Sozialwesen, Krankenpflege, Armen- und Waisenversorgung, Speisungen und Bildung sorgte. Der Einfluss der Kirche reichte in die materielle Welt \u00e4hnlich wie es heute der Staat mit Finanzamt, Polizei, Schulwesen und Arbeitsamt tut. Was uns heute Demokratie, Parlament und Marktwirtschaft sind, waren den Menschen vergangener Jahrhunderte Bibel und Pfarrer: Eine Realit\u00e4t, die die Ordnung aufrecht h\u00e4lt. Zu glauben, alle Kirchenm\u00e4nner w\u00e4ren zynische Machtmenschen gewesen, die ihre ungebildeten Untertanen ausn\u00fctzten, ist nicht richtig. Der Gro\u00dfteil sowohl des Klerus wie auch der Adeligen war fromm und gottergeben, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht nur schwer verst\u00e4ndliche Art und Weise. Verletzungen der Religion und Sitten wurden in der sp\u00e4ten Neuzeit vor weltlichen Gerichten verhandelt und streng geahndet. Die Anklage bei Verfehlungen lautete H\u00e4resie, worunter eine Vielzahl an Vergehen zusammengefasst wurde. Sodomie, also jede sexuelle Handlung, die nicht der Fortpflanzung diente, Zauberei, Hexerei, Gottesl\u00e4sterung \u2013 kurz jede Abwendung vom rechten Gottesglauben, konnte mit Verbrennung geahndet werden. Das Verbrennen sollte die Verurteilten gleichzeitig reinigen und sie samt ihrem s\u00fcndigen Treiben endg\u00fcltig vernichten, um das B\u00f6se aus der Gemeinschaft zu tilgen. Bis in die Angelegenheiten des t\u00e4glichen Lebens regelte die Kirche lange Zeit das allt\u00e4gliche Sozialgef\u00fcge der Menschen. Kirchenglocken bestimmten den Zeitplan der Menschen. Ihr Klang rief zur Arbeit, zum Gottesdienst oder informierte als Totengel\u00e4ut \u00fcber das Dahinscheiden eines Mitglieds der Gemeinde. Menschen konnten einzelne Glockenkl\u00e4nge und ihre Bedeutung voneinander unterscheiden. Sonn- und Feiertage strukturierten die Zeit. Fastentage regelten den Speiseplan. Familienleben, Sexualit\u00e4t und individuelles Verhalten hatten sich an den von der Kirche vorgegebenen Moral zu orientieren. Das Seelenheil im n\u00e4chsten Leben war f\u00fcr viele Menschen wichtiger als das Lebensgl\u00fcck auf Erden, war dies doch ohnehin vom determinierten Zeitgeschehen und g\u00f6ttlichen Willen vorherbestimmt. Fegefeuer, letztes Gericht und H\u00f6llenqualen waren Realit\u00e4t und verschreckten und disziplinierten auch Erwachsene.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Innsbrucker B\u00fcrgertum von den Ideen der Aufkl\u00e4rung nach den Napoleonischen Kriegen zumindest sanft wachgek\u00fcsst wurde, blieb der Gro\u00dfteil der Menschen weiterhin der Mischung aus konservativem Katholizismus und abergl\u00e4ubischer Volksfr\u00f6mmigkeit verbunden. Religiosit\u00e4t war nicht unbedingt eine Frage von Herkunft und Stand, wie die gesellschaftlichen, medialen und politischen Auseinandersetzungen entlang der Bruchlinie zwischen Liberalen und Konservativ immer wieder aufzeigten. Seit der <em>Dezemberverfassung<\/em> von 1867 war die freie Religionsaus\u00fcbung zwar gesetzlich verankert, Staat und Religion blieben aber eng verkn\u00fcpft. Die <em>Wahrmund-Aff\u00e4re<\/em>, die sich im fr\u00fchen 20. Jahrhundert ausgehend von der Universit\u00e4t Innsbruck \u00fcber die gesamte K.u.K. Monarchie ausbreitete, war nur eines von vielen Beispielen f\u00fcr den Einfluss, den die Kirche bis in die 1970er Jahre hin aus\u00fcbte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahm diese politische Krise, die die gesamte Monarchie erfassen sollte in Innsbruck ihren Anfang. Ludwig Wahrmund (1861 \u2013 1932) war Ordinarius f\u00fcr Kirchenrecht an der Juridischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck. Wahrmund, vom Tiroler Landeshauptmann eigentlich daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt, um den Katholizismus an der als zu liberal eingestuften Innsbrucker Universit\u00e4t zu st\u00e4rken, war Anh\u00e4nger einer aufgekl\u00e4rten Theologie. Im Gegensatz zu den konservativen Vertretern in Klerus und Politik sahen Reformkatholiken den Papst nur als spirituelles Oberhaupt, nicht aber als weltlich Instanz, an. Studenten sollten nach Wahrmunds Auffassung die L\u00fccke und die Gegens\u00e4tze zwischen Kirche und moderner Welt verringern, anstatt sie einzuzementieren. Seit 1848 hatten sich die Gr\u00e4ben zwischen liberal-nationalen, sozialistischen, konservativen und reformorientiert-katholischen Interessensgruppen und Parteien vertieft. Eine der heftigsten Bruchlinien verlief durch das Bildungs- und Hochschulwesen entlang der Frage, wie sich das \u00fcbernat\u00fcrliche Gebaren und die Ansichten der Kirche, die noch immer ma\u00dfgeblich die Universit\u00e4ten besetzten, mit der modernen Wissenschaft vereinbaren lie\u00dfen. Liberale und katholische Studenten verachteten sich gegenseitig und krachten immer aneinander. Bis 1906 war Wahrmund Teil der <em>Leo-Gesellschaft<\/em>, die die F\u00f6rderung der Wissenschaft auf katholischer Basis zum Ziel hatte, bevor er zum Obmann der Innsbrucker Ortsgruppe des Vereins <em>Freie Schule<\/em> wurde, der f\u00fcr eine komplette Entklerikalisierung des gesamten Bildungswesens eintrat. Vom Reformkatholiken wurde er zu einem Verfechter der kompletten Trennung von Kirche und Staat. Seine Vorlesungen erregten immer wieder die Aufmerksamkeit der Obrigkeit. Angeheizt von den Medien fand der Kulturkampf zwischen liberalen Deutschnationalisten, Konservativen, Christlichsozialen und Sozialdemokraten in der Person Ludwig Wahrmunds eine ideale Projektionsfl\u00e4che. Was folgte waren Ausschreitungen, Streiks, Schl\u00e4gereien zwischen Studentenverbindungen verschiedener Couleur und Ausrichtung und gegenseitige Diffamierungen unter Politikern. Die <em>Los-von-Rom Bewegung<\/em> des Deutschradikalen Georg Ritter von Sch\u00f6nerer (1842 \u2013 1921) krachte auf der B\u00fchne der Universit\u00e4t Innsbruck auf den politischen Katholizismus der Christlichsozialen. Die deutschnationalen Akademiker erhielten Unterst\u00fctzung von den ebenfalls antiklerikalen Sozialdemokraten sowie von B\u00fcrgermeister Greil, auf konservativer Seite sprang die Tiroler Landesregierung ein. Die <em>Wahrmund Aff\u00e4re<\/em> schaffte es als <em>Kulturkampfdebatte<\/em> bis in den Reichsrat. F\u00fcr Christlichsoziale war es ein \u201e<em>Kampf des freissinnigen Judentums gegen das Christentum<\/em>\u201c in dem sich \u201e<em>Zionisten, deutsche Kulturk\u00e4mpfer, tschechische und ruthenische Radikale<\/em>\u201c in einer \u201e<em>internationalen Koalition<\/em>\u201c als \u201e<em>freisinniger Ring des j\u00fcdischen Radikalismus und des radikalen Slawentums<\/em>\u201c pr\u00e4sentierten. Wahrmund hingegen bezeichnete in der allgemein aufgeheizten Stimmung katholische Studenten als \u201e<em>Verr\u00e4ter und Parasiten<\/em>\u201c. Als Wahrmund 1908 eine seiner Reden, in der er Gott, die christliche Moral und die katholische Heiligenverehrung anzweifelte, in Druck bringen lie\u00df, erhielt er eine Anzeige wegen Gottesl\u00e4sterung. Nach weiteren teils gewaltt\u00e4tigen Versammlungen sowohl auf konservativer und antiklerikaler Seite, studentischen Ausschreitungen und Streiks musste kurzzeitig sogar der Unibetrieb eingestellt werden. Wahrmund wurde zuerst beurlaubt, sp\u00e4ter an die deutsche Universit\u00e4t Prag versetzt.<\/p>\n<p>Auch in der Ersten Republik war die Verbindung zwischen Kirche und Staat stark. Der christlichsoziale, als <em>Eiserner Pr\u00e4lat<\/em> in die Geschichte eingegangen Ignaz Seipel schaffte es in den 1920er Jahren bis ins h\u00f6chste Amt des Staates. Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df sah seinen St\u00e4ndestaat als Konstrukt auf katholischer Basis als Bollwerk gegen den Sozialismus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren Kirche und Politik in Person von Bischof Rusch und Kanzler Walln\u00f6fer ein Gespann. Erst dann begann eine ernsthafte Trennung. Glaube und Kirche haben noch immer ihren fixen Platz im Alltag der Innsbrucker, wenn auch oft unbemerkt. Die Kirchenaustritte der letzten Jahrzehnte haben der offiziellen Mitgliederzahl zwar eine Delle versetzt und Freizeitevents werden besser besucht als Sonntagsmessen. Die r\u00f6misch-katholische Kirche besitzt aber noch immer viel Grund in und rund um Innsbruck, auch au\u00dferhalb der Mauern der jeweiligen Kl\u00f6ster und Ausbildungsst\u00e4tten. Etliche Schulen in und rund um Innsbruck stehen ebenfalls unter dem Einfluss konservativer Kr\u00e4fte und der Kirche. Und wer immer einen freien Feiertag genie\u00dft, ein Osterei ans andere peckt oder eine Kerze am Christbaum anz\u00fcndet, muss nicht Christ sein, um als Tradition getarnt im Namen Jesu zu handeln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53496&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Maximilian der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschmeister<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (1558 \u2013 1618) trat seinen Posten als Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich offiziell 1602 an. Anders als seine Vorg\u00e4nger war er Verwalter des Landes, und nicht dessen Eigent\u00fcmer. Das spiegelte sich in seinem Auftreten wider. Er war ein frommer und tiefgl\u00e4ubiger Mensch, der die christliche N\u00e4chstenliebe auf eigenartige Weise mit dem politischen Amt des Regenten unter einen Hut bringen musste. Er zog sich regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr lange Perioden in die Abgeschiedenheit seiner Studierstube ins 1594 gestifteten Kapuzinerkloster zur\u00fcck, um dort unter bescheidensten Verh\u00e4ltnissen und enthaltsam zu leben. Er veranstaltete keine rauschenden Feste. Den aufgebl\u00e4hten Hofstaat Ferdinands schrumpfte er fast um die H\u00e4lfte ein. Unter Maximilian zogen in Innsbruck strenge Sitten ein. Erz\u00e4hlungen nach soll Kindern das Spielen auf der Stra\u00dfe verboten worden sein. Als eifriger Vertreter der Gegenreformation war ihm die Durchsetzung des katholischen Glaubens ein besonderes Anliegen. Anders als seine Vorg\u00e4nger wollte er das durch Sittenstrenge anstatt mit protzigen Bauprojekten erreichen. Er beschr\u00e4nkte sich auf die Vollendung bereits begonnener Gottesh\u00e4user wie der Servitenkirche oder der Jesuitenkirche, anstatt die Tiroler Staatskasse mit neuen Projekten zu belasten. Der Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus erhielt einen eigenen Pfarrer, der \u00fcber das Seelenheil der weniger beg\u00fcterten, daf\u00fcr umso arbeitsameren Untertanen wachte. Maximilian veranstaltete keine prunkvollen Konzerte in Theatern, sondern f\u00f6rderte gemeinsam mit der Witwe seines Vorg\u00e4ngers, Anna Katharina Gonzaga, den kirchlichen Gesang. Weihnachtskrippen und Ostergr\u00e4ber begannen sich als Ausdruck des Volksglaubens zu etablieren. Ob es sein Vorbild als frommer Landesf\u00fcrst, seine ma\u00dfvolle und umsichtige Glaubenspolitik oder gegenreformatorische Unterdr\u00fcckung war, das protestantische Gedankengut starb im Heiligen Land Tirol unter Maximilians Regentschaft einen stillen Tod, w\u00e4hrend es in vielen deutschen F\u00fcrstent\u00fcmern weiterhin brodelte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Seine Fr\u00f6mmigkeit schloss wissenschaftliches Interesse und daraus abgeleitete praktische Ma\u00dfnahmen zum Wohl der Stadt aber nicht aus. Das 17. Jahrhundert war die Zeit, in der sich aufgeschlossene Aristokraten an Alchemisten wandten, um die Staatskassen aufzuf\u00fcllen und sich von Wissenschaftlern wie Johannes Keppler Horoskope legen lie\u00dfen, w\u00e4hrend sie gegen das \u201eKetzertum\u201c der Protestanten gewaltsam zu Felde zogen. Der Jesuit, Physiker und Astronom Christoph Scheiner, einer der Entdecker der Sonnenflecken neben Galileo Galilei, war drei Jahre lang am Innsbrucker Hof Maximilians und erforschte am Inn die Funktion des menschlichen Auges. Maximilian lie\u00df sich von ihm ein Fernrohr einrichten und stellte gemeinsam mit Scheiner astronomische Forschungen an. Auch Bildungsinstitute profitierten von ihm. Die Jesuiten erweiterten unter seiner Regentschaft ihren Bildungsauftrag durch ein Studium der Theologie und Dialektik, was einen ersten Schritt Richtung Universit\u00e4t darstellte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die beginnende Aufkl\u00e4rung war aber keine reine Angelegenheit der landesf\u00fcrstlichen Studierstube, sondern schlug sich auch im Alltag der B\u00fcrger Innsbrucks nieder. Das st\u00e4dtische Feuerl\u00f6schwesen und die Hygiene der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ritschen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die als Kanalisation und Wasserquelle innerhalb der Stadtmauern dienten, wurden unter Maximilian nach neuesten Erkenntnissen der Zeit verbessert. Besonders die zweite Ma\u00dfnahme sollte die Stadt zuk\u00fcnftig vor einer Wiederholung der gro\u00dfen Katastrophe unter Maximilians \u00c4gide bewahren. W\u00e4hrend seiner Regierungszeit hatte er mit dem Ausbruch einer Pestepidemie zu k\u00e4mpfen. Die Dreiheiligenkirche in der Kohlstatt, dem Arbeiterviertel der Fr\u00fchen Neuzeit beim Zeughaus, entstand unter seiner Patronanz, um neben dem Schutz durch bessere Hygiene auch himmlische Patronanz sicherzustellen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Jahr Maximilians Ablebens 1618 begann in Europa die Zeit des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. So langweilig seine fromme und friedliche Regierungszeit ohne Protz und Drama heute erscheint, waren die Jahre des Friedens f\u00fcr seine Zeitgenossen wohl ein Segen. Der sittenstrenge Habsburger nahm zwischen den Exzentrikern Ferdinand II. und Leopold V. den undankbaren Mittelstuhl ein und konnte sich kaum ins Ged\u00e4chtnis der Stadt einpr\u00e4gen. Neben der Dreiheiligenkirche ist seine letzte Ruhest\u00e4tte seine auff\u00e4lligste Hinterlassenschaft. Maximiliens Grab im Innsbrucker Dom z\u00e4hlt zu den sehenswertesten Gr\u00e4bern der Barockzeit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es erz\u00e4hlt auch die interessante Geschichte des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Ordens<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. Maximilian war nicht nur Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich, sondern auch Erzherzog von \u00d6sterreich, Administrator von Preu\u00dfen und Hochmeister des Deutschen Ordens. Neben ihm begraben liegt auch ein anderer Hochmeister des Deutschen Ordens aus dem Haus Habsburg mit Bezug zu Innsbruck. Erzherzog Eugen war der oberste Befehlshaber der \u00f6sterreichisch-ungarischen Armee an der Italienfront im Ersten Weltkrieg. Der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutsche Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigt die theologische Denkweise und die Verbundenheit von frommem Glauben und weltlicher Macht der Fr\u00fchen Neuzeit anschaulich. Ergebene Fr\u00f6mmigkeit und Gottesfurcht traf in der Zeit bis 1500 h\u00e4ufig auf die Aus\u00fcbung von weltlicher Macht. Der Orden wurde als Ritterorden um 1120 im Rahmen der Kreuzz\u00fcge in Jerusalem gegr\u00fcndet. Kirche und Rittertum vereinten sich, um Pilgern den Besuch der Heiligen St\u00e4dten, vor allem der Grabeskirche, gefahrlos zu erm\u00f6glichen. Nach der Vertreibung aus Pal\u00e4stina engagierten sich die Ritter des Deutschen Ordens auf Seiten christlicher Magyaren in Siebenb\u00fcrgen im heutigen Rum\u00e4nien gegen heidnische St\u00e4mme. Im 13. Jahrhundert konnte der Orden unter Hermann von Salza im Baltikum im Kampf gegen die heidnischen Pru\u00dfen viel Land gewinnen und den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschordensstaat<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> errichten. Diese Bruderschaft trat als eine Art Staatlichkeit auf, die sich \u00e4hnlich den religi\u00f6sen Fundamentalisten heute, auf Gott berief und dessen Ordnung auch auf Erden herstellen wollte. Es waren die Ideale wie christliche N\u00e4chstenliebe und der Schutz der Armen und Hilflosen, die auch den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in seinem Kern antrieben. Damit passte er ideal zum Herrscherhaus Habsburg. Nach dem Niedergang des Ordens im 15. Jahrhundert in Nordosteuropa behielt der Orden durch geschickte Verbindung zum Adel und zum Milit\u00e4r vor allem im Habsburgerreich noch Besitzungen und Macht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Rote Bischof und der Innsbrucker Sittenverfall&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Rote Bischof und der Innsbrucker Sittenverfall&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62113&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>In den 1950er Jahren begann sich Innsbruck von den Krisen- und Kriegsjahren der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts zu erholen. Am 15. Mai 1955 deklarierte Bundeskanzler Leopold Figl mit den ber\u00fchmten Worten \u201e<em>\u00d6sterreich ist frei<\/em>\u201c und der Unterzeichnung des Staatsvertrages offiziell die politische Wende. In vielen Haushalten etablierte sich in den Jahren, die als <em>Wirtschaftswunder<\/em> in die Geschichte eingingen, moderater Wohlstand. Zwischen 1953 und 1962 erlaubte ein j\u00e4hrliches Wirtschaftswachstum von \u00fcber 6% es einem immer gr\u00f6\u00dferen Teil der Bev\u00f6lkerung von lange Zeit exotischen Dingen wie K\u00fchlschr\u00e4nken, einem eigenen Badezimmer oder gar einem Urlaub im S\u00fcden zu tr\u00e4umen. Diese Zeit brachte nicht nur materielle, sondern auch gesellschaftliche Ver\u00e4nderung mit sich. Die W\u00fcnsche der Menschen wurden mit dem steigenden Wohlstand und dem Lifestyle, der in Werbung und Medien transportiert wurde, ausgefallener. Das Ph\u00e4nomen einer neuen Jugendkultur begann sich zart inmitten der grauen Gesellschaft im kleinen \u00d6sterreich der Nachkriegszeit breit zu machen. Die Begriffe <em>Teenager<\/em> und Schl\u00fcsselkind hielten in den 1950er Jahren im Sprachgebrauch der \u00d6sterreicher Einzug. \u00dcber Filme kam die gro\u00dfe Welt nach Innsbruck. Kinovorf\u00fchrungen und Lichtspieltheater gab es zwar schon um die Jahrhundertwende in Innsbruck, in der Nachkriegszeit passte sich das Programm aber erstmals an ein jugendliches Publikum an. Ein Fernsehger\u00e4t hatte kaum jemand im Wohnzimmer und das Programm war mager. Die zahlreichen Kinos warben mit skandaltr\u00e4chtigen Filmen um die Gunst des Publikums. Ab 1956 erschien die Zeitschrift <em>BRAVO<\/em>. Zum ersten Mal gab es ein Medium, das sich an den Interessen Jugendlicher orientierte. Auf der ersten Ausgabe war Marylin Monroe zu sehen, darunter die Frage: \u201e<em>Haben auch Marylins Kurven geheiratet<\/em>?\u201c Die gro\u00dfen Stars der ersten Jahre waren James Dean und Peter Kraus, bevor in den 60er Jahren die Beatles \u00fcbernahmen. Nach dem <em>Summer of Love<\/em> kl\u00e4rte Dr. Sommer \u00fcber Liebe und Sex auf. Die allm\u00e4chtige Deutungshoheit der Kirche \u00fcber das moralische Verhalten Pubertierender begann zu br\u00f6ckeln, wenn auch nur langsam. Die erste Foto-Love-Story mit nacktem Busen folgte erst 1982. Bis in die 1970er Jahre beschr\u00e4nkten sich die M\u00f6glichkeiten heranwachsender Innsbrucker Gro\u00dfteils auf Wirtshausstuben, Sch\u00fctzenverein und Blasmusik. Erst nach und nach er\u00f6ffneten Bars, Discos, Nachtlokale, Kneipen und Veranstaltungsr\u00e4umlichkeiten. Veranstaltungen wie der <em>5 Uhr Tanztee<\/em> im Sporthotel Igls lockten paarungswillige junge Menschen an. Das <em>Cafe Central<\/em> wurde zur \u201e<em>zweiten Heimat langhaariger Jugendlicher<\/em>\u201c, wie die Tiroler Tageszeitung 1972 entsetzt feststellte. Etablissements wie der <em>Falknerkeller<\/em> in der Gilmstra\u00dfe, der <em>Uptown Jazzsalon<\/em> in H\u00f6tting, der Jazzclub in der Hofgasse, der <em>Clima Club<\/em> im Saggen, der <em>Scotch Club<\/em> in der Angerzellgasse und die <em>Tangente<\/em> in der Bruneckerstra\u00dfe hatten mit der traditionellen Tiroler Bier- und Weinstube nichts gemeinsam. Die Auftritte der Rolling Stones und Deep Purples in der Olympiahalle 1973 waren der vorl\u00e4ufige H\u00f6hepunkt des Innsbrucker Fr\u00fchlingserwachens. Innsbruck wurde damit zwar nicht zu London oder San Francisco, zumindest einen Hauch Rock\u00b4n\u00b4Roll hatte man aber eingeatmet. Das, was als 68er Bewegung im kulturellen Ged\u00e4chtnis bis heute verankert ist, fand im <em>Heiligen Land<\/em> kaum statt. Weder Arbeiter noch Studenten gingen in Scharen auf die Barrikaden. Der Historiker Fritz Keller bezeichnete die 68er Bewegung \u00d6sterreichs als \u201e<em>Mail\u00fcfterl<\/em>\u201c. Trotzdem war die Gesellschaft still und heimlich im Wandel. Ein Blick in die Jahreshitparaden gibt einen Hinweis darauf. Waren es 1964 noch Kaplan Alfred Flury und Freddy mit \u201e<em>Lass die kleinen Dinge<\/em>\u201c und \u201e<em>Gib mir dein Wort<\/em>\u201c sowie die Beatles mit ihrer deutschen Version von \u201e<em>Komm, gib mir deine Hand<\/em> die die Top 10 dominierten, \u00e4nderte sich der Musikgeschmack in den Jahren bis in die 1970er. Zwar fanden sich auch dann immer noch Peter Alexander und Mireille Mathieu in den Charts. Ab 1967 waren es aber internationale Bands mit fremdsprachigen Texten wie <em>The Rolling Stones, Tom Jones, The Monkees<\/em>, Scott McKenzie, Adriano Celentano oder Simon und Garfunkel, die mit teils gesellschaftskritischen Texten die Top Positionen in gro\u00dfer Dichte einnahmen.<\/p>\n<p>Diese Ver\u00e4nderung rief eine Gegenreaktion hervor. Die Speerspitze der konservativen Konterrevolution war der Innsbrucker Bischof Paulus Rusch. Zigaretten, Alkohol, allzu freiz\u00fcgige Mode, Auslandsurlaube, arbeitende Frauen, Nachtlokale, vorehelicher Geschlechtsverkehr, die 40-Stundenwoche, sonnt\u00e4gliche Sportveranstaltungen, Tanzabende, gemischte Geschlechter in Schule und Freizeit \u2013 das alles war dem strengen Kirchenmann und Anh\u00e4nger des Herz-Jesu-Kultes streng zuwider. Peter Paul Rusch war 1903 in M\u00fcnchen zur Welt gekommen und in Vorarlberg als j\u00fcngstes von drei Kindern in einem gutb\u00fcrgerlichen Haushalt aufgewachsen. Beide Elternteile und seine \u00e4ltere Schwester starben an Tuberkulose, bevor er die Vollj\u00e4hrigkeit erreicht hatte. Rusch musste im jugendlichen Alter von 17 in der kargen Nachkriegszeit fr\u00fch f\u00fcr sich selbst sorgen. Die Inflation hatte das v\u00e4terliche Erbe, das ihm ein Studium h\u00e4tte finanzieren k\u00f6nnen, im Nu aufgefressen. Rusch arbeitete sechs Jahre lange bei der <em>Bank f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>, um sich sein Theologiestudium finanzieren zu k\u00f6nnen. 1927 trat er ins Collegium Canisianum ein, sechs Jahre sp\u00e4ter wurde er zum Priester des Jesuitenordens geweiht. Seine steile Karriere f\u00fchrte den intelligenten jungen Mann als Kaplan zuerst nach Lech und Hohenems und als Leiter des Teilpriesterseminars zur\u00fcck nach Innsbruck. 1938 wurde er Titularbischof von Lykopolis und Apostolischer Administrator f\u00fcr Tirol und Vorarlberg. Als j\u00fcngster Bischof Europas musste er die Schikanen der nationalsozialistischen Machthaber gegen\u00fcber der Kirche \u00fcberstehen. Obwohl seine kritische Einstellung zum Nationalsozialismus bekannt war, wurde Rusch selbst nie inhaftiert. Zu gro\u00df war die Furcht der Machthaber davor, aus dem beliebten jungen Bischof einen M\u00e4rtyrer zu machen.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg stand der sozial und politisch engagierte Bischof an vorderster Front beim Wiederaufbau. Die Kirche sollte wieder mehr Einfluss auf den Alltag der Menschen nehmen. Sein Vater hatte sich vom Zimmermann zum Architekten hochgearbeitet und ihm wohl ein Faible f\u00fcr das Bauwesen mitgegeben. Dazu kamen seine eigenen Erfahrungen bei der BTV. Dank seiner Ausbildung als B\u00e4nker erkannte Rusch die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kirche sich als Helfer in der Not zu engagieren und zu profilieren. Nicht nur die im Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Kirchen wurden wiederaufgebaut. Die <em>Katholische Jugend<\/em> engagierte sich unter Ruschs F\u00fchrung unentgeltlich bei der Errichtung der <em>Heiligjahrsiedlung<\/em> in der H\u00f6ttinger Au. Die Di\u00f6zese kaufte daf\u00fcr einen Baugrund vom Ursulinenorden. Die Kredite f\u00fcr die Siedler wurden zinsfrei von der Kirche vorgestreckt.\u00a0 Sein rustikales Voranschreiten in der Wohnungsfrage sollte ihm Jahrzehnte sp\u00e4ter den Titel \u201e<em>Roter Bischof\u201c<\/em> bescheren. In den bescheidenen H\u00e4uschen mit Selbstversorgergarten ganz nach der Vorstellung des dogmatischen und gen\u00fcgsamen \u201eArbeiterbischofs\u201c fanden 41 bevorzugt kinderreiche Familien eine neue Heimat.<\/p>\n<p>Durch die Linderung der Wohnungsnot sollten die gr\u00f6\u00dften Bedrohungen im <em>Kalten Krieg<\/em>, Kommunismus und Sozialismus, von seiner Gemeinde fernhalten. Der vom Kommunismus vorgeschriebene Atheismus wie auch der konsumorientierte Kapitalismus, der nach dem Krieg aus den USA schwappend in Westeuropa Einzug gehalten hatte, waren ihm ein Gr\u00e4uel. 1953 erschien Ruschs Buch \u201e<em>Junger Arbeiter, wohin?\u201c.<\/em> Was nach revolution\u00e4rer, linker Lekt\u00fcre aus dem Kreml klingt, zeigte die Grunds\u00e4tze der Christlichen Soziallehre, die sowohl Kapitalismus wie auch Sozialismus gei\u00dfelte. Familien sollten bescheiden leben, um mit den moderaten finanziellen Mitteln eines alleinerziehenden Vaters in christlicher Harmonie zu leben. Unternehmer, Angestellte und Arbeiter sollten eine friedliche Einheit bilden. Kooperation statt Klassenkampf, die Basis der heutigen Sozialpartnerschaft. Jedem sein Platz in christlichem Sinne, eine Art modernes Feudalsystem, das bereits im St\u00e4ndestaat Dollfu\u00df\u00b4 zur Anwendung geplant war. Seine politischen Ansichten teilte er mit Landeshauptmann Eduard Walln\u00f6fer und B\u00fcrgermeister Alois Lugger, die gemeinsam mit dem Bischof die <em>Heilige Dreifaltigkeit<\/em> des konservativen Tirols der Zeit des Wirtschaftswunders bildeten. Dazu kombinierte Rusch einen latenten, in Tirol auch nach 1945 weit verbreiteten katholischen Antisemitismus, der dank Verirrungen wie der Verehrung des <em>Anderle von Rinn <\/em>lange als Tradition halten konnte.<\/p>\n<p>Ein besonderes Anliegen war dem streitbaren Jesuiten Erziehung und Bildung. Die gesellschaftliche Formung quer durch alle Klassen durch die Soldaten Christi konnte in Innsbruck auf eine lange Tradition zur\u00fcckblicken. Der Jesuitenpater und vormalige Gef\u00e4ngnisseelsorger Alois Mathiowitz (1853 \u2013 1922) gr\u00fcndete 1909 in Pradl den <em>Peter-Mayr-Bund<\/em>. Sein Ansatz war es, Jugendliche \u00fcber Freizeitgestaltung und Sport und Erwachsene aus dem Arbeitermilieu durch Vortr\u00e4ge und Volksbildung auf den rechten Weg zu bringen. Das unter seiner \u00c4gide errichtete Arbeiterjugendheim in der Reichenauerstra\u00dfe dient bis heute als Jugendzentrum und Kindergarten. Auch Rusch hatte Erfahrung mit Jugendlichen. 1936 war er in Vorarlberg zum Landesfeldmeister der Pfadfinder gew\u00e4hlt worden. Trotz eines Sprachfehlers war er ein charismatischer Typ, und bei seinen jungen Kollegen und Jugendlichen \u00fcberaus beliebt. Nur eine fundierte Erziehung unter den Fittichen der Kirche nach christlichem Modell konnte seiner Meinung nach das Seelenheil der Jugend retten. Um jungen Menschen eine Perspektive zu geben und sie in geordnete Bahnen mit Heim und Familie zu lenken, wurde das <em>Jugendbausparen<\/em> gest\u00e4rkt. In den Pfarren wurden Kinderg\u00e4rten, Jugendheime und Bildungseinrichtungen wie das <em>Haus der Begegnung<\/em> am Rennweg errichtet, um von Anfang an die Erziehung in kirchlicher Hand zu haben. Der allergr\u00f6\u00dfte Teil des sozialen Lebens der Stadtjugend spielte sich nicht in verruchten Spelunken ab. Den meisten Jugendlichen fehlte schlicht und ergreifend das Geld, um regelm\u00e4\u00dfig in Lokalen zu verkehren. Viele fanden ihren Platz in den halbwegs geordneten Bahnen der katholischen Jugendorganisationen. Neben dem ultrakonservativen Bischof Rusch wuchs eine Generation liberaler Kleriker heran, die sich in die Jugendarbeit einbrachten. In den 1960er und 70er Jahren agierten in Innsbruck zwei kirchliche Jugendbewegungen mit gro\u00dfem Einfluss. Verantwortlich daf\u00fcr waren Sigmund Kripp und Meinrad Schumacher, die mit neuen Ans\u00e4tzen in der P\u00e4dagogik und einem offeneren Umgang mit heiklen Themen wie Sexualit\u00e4t und Rauschmitteln Teenager und junge Erwachsene f\u00fcr sich gewinnen konnten. F\u00fcr die Erziehung der Eliten im Sinne des Jesuitenordens sorgte in Innsbruck seit 1578 die <em>Marianische Kongregation<\/em>. Diese Jugendorganisation, bis heute als MK bekannt, nahm sich den Gymnasialsch\u00fclern an. Die MK war streng hierarchisch strukturiert, um den jungen <em>Soldaten Christi<\/em> von Anfang an Gehorsam beizubringen. 1959 \u00fcbernahm Pater Sigmund Kripp die Leitung der Organisation. Die Jugendlichen errichteten unter seiner F\u00fchrung mit finanzieller Unterst\u00fctzung durch Kirche, Staat, Eltern und mit viel Eigenleistung Projekte wie die <em>Mittergrath\u00fctte<\/em> samt eigener Materialseilbahn im K\u00fchtai und das legend\u00e4re Jugendheim <em>Kennedyhaus<\/em> in der Sillgasse. Bei der Grundsteinlegung dieses Jugendzentrums, das mit knapp 1500 Mitgliedern zum gr\u00f6\u00dften seiner Art in Europa werden sollte, waren Bundeskanzler Klaus und Mitglieder der amerikanischen Botschaft anwesend, war der Bau doch dem ersten katholischen, erst k\u00fcrzlich ermordeten Pr\u00e4sidenten der USA gewidmet.<\/p>\n<p>Die andere kirchliche Jugendorganisation Innsbrucks war das Z6. Stadtjugendseelsorger Kaplan Meinrad Schumacher k\u00fcmmerte sich im Rahmen der <em>Aktion 4-5-6<\/em> um alle Jugendlichen, die in der MK oder der <em>Katholischen Hochsch\u00fclerschaft<\/em> keinen Platz hatten. Arbeiterkinder und Lehrlinge trafen sich in verschiedenen Jugendheimen wie Pradl oder der Reichenau, bevor 1971 das neue, ebenfalls von den Mitgliedern selbst errichtete Zentrum in der namensgebenden Zollerstra\u00dfe 6 er\u00f6ffnet wurde. Die Leitung \u00fcbernahm Josef Windischer. Das Z6 hatte schon mehr mit dem zu tun, was auf der Leinwand von Dennis Hopper und Peter Fonda auf ihren Motorr\u00e4dern in <em>Easy Rider<\/em> vorgezeigt wurde. Hier ging es rauer zu als in der MK. Rockerbanden wie die Santanas, Kleinkriminelle und Drogenabh\u00e4ngige verbrachten ihre Freizeit ebenfalls im Z6. W\u00e4hrend Schumacher mit den \u201ebraven\u201c Jugendlichen oben sein Programm abspulte, bev\u00f6lkerte Windischer mit den <em>Outsiders<\/em> das Untergescho\u00df, um auch den verirrten Sch\u00e4fchen so gut als m\u00f6glich beizustehen.<\/p>\n<p>Ende der 1960er Jahre beschlossen sowohl die MK wie auch das Z6 sich auch f\u00fcr Nichtmitglieder zu \u00f6ffnen. M\u00e4dchen und Bubengruppen wurden teilweise zusammengelegt und auch Nicht-Mitglieder wurden eingelassen. Die beiden Jugendzentren hatten zwar unterschiedliche Zielgruppen, das Konzept aber war gleich. Theologisches Wissen und christliche Moral wurden in spielerischem, altersgerechtem Umfeld vermittelt. Sektionen wie Schach, Fu\u00dfball, Hockey, Basketball, Musik, Kinofilme und ein Partykeller holten die Bed\u00fcrfnisse der Jugendlichen nach Spiel, Sport und der Enttabuisierung der ersten sexuellen Erfahrungen ab. Die Jugendzentren boten einen Raum, in dem sich Jugendliche beider Geschlechter begegnen konnten. Besonders die MK blieb aber eine Institution, die nichts mit dem wilden Leben der 68er, wie es in Filmen gerne transportiert wird, zu tun hatte. So fanden zum Beispiel Tanzkurse nicht im Advent, Fasching oder an Samstagen statt, f\u00fcr unter 17j\u00e4hrige waren sie \u00fcberhaupt verbotene Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>Trotzdem gingen die Jugendzentren zu weit f\u00fcr Bischof Rusch. Die kritischen Beitr\u00e4ge in der MK-Zeitung <em>Wir diskutieren<\/em>, die immerhin eine Auflage von \u00fcber 2000 St\u00fcck erreichte, fanden immer seltener sein Gefallen. Solidarit\u00e4t mit Vietnam war das eine, aber Kritik an Sch\u00fctzen und Bundesheer konnten nicht geduldet werden. Nach jahrelangen Streitigkeiten zwischen Bischof und Jugendzentrum kam es 1973 zum Showdown. Als Pater Kripp sein Buch <em>Abschied von morgen<\/em> ver\u00f6ffentlichte, in dem er von seinem p\u00e4dagogischen Konzept und der Arbeit in der MK berichtete, kam es zu einem nicht \u00f6ffentlichen Verfahren innerhalb der Di\u00f6zese und des Jesuitenordens gegen den Leiter des Jugendzentrums. Trotz massiver Proteste von Eltern und Mitgliedern wurde Kripp entfernt. Weder die innerkirchliche Intervention durch den bedeutenden Theologen Karl Rahner noch eine vom K\u00fcnstler Paul Flora ins Leben gerufene Unterschriftenaktion oder regionale und \u00fcberregionale Emp\u00f6rung in der Presse konnte den allzu liberalen Pater vor dem Zorn Ruschs retten, der sich f\u00fcr die Amtsenthebung sogar den p\u00e4pstlichen Segen aus Rom zusichern lie\u00df.<\/p>\n<p>Im Juli 1974 war es vor\u00fcbergehend auch mit dem Z6 vorbei. Artikel \u00fcber die Antibaby-Pille und Kritik der Z6-Zeitung an der katholischen Kirche waren zu viel f\u00fcr den strengen Bischof. Rusch lie\u00df kurzerhand die Schl\u00fcssel des Jugendzentrums austauschen, eine Methode, die er auch bei der <em>Katholischen Hochsch\u00fclerschaft <\/em>angewendet hatte, als diese sich zu nahe an eine linke Aktionsgruppe ann\u00e4herte. Die Tiroler Tageszeitung vermerkte am 1. August 1974 in einem kleinen Artikel dazu:<\/p>\n<p><em>\u201eIn den letzten Wochen war es zwischen den Erziehern und dem Bischof zu tiefgreifenden Auseinandersetzungen \u00fcber Grundsatzprobleme gekommen. Nach den Worten des Bischofs h\u00e4tten die im \u201eZ 6\u201c vertretenen Auffassungen \u201emit der kirchlichen Lehre nicht mehr \u00fcbereingestimmt\u201c. So seien den Jugendlichen von der Leitung des Zentrums absolute Gewissensfreiheit ohne gleichzeitige Anerkennung objektiver Normen zugebilligt und auch geschlechtliche Beziehungen vor der Ehe erlaubt worden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sein Festhalten an konservativen Werten und seine Sturheit waren es, die Ruschs Ansehen in seinen letzten 20 Lebensjahren besch\u00e4digten. Als er 1964 zum ersten Bischof der neu gegr\u00fcndeten Di\u00f6zese Innsbruck geweiht wurde, \u00e4nderten sich die Zeiten. Der progressive mit praktischer Lebenserfahrung von einst wurde vom modernen Leben einer neuen Generation und den Bed\u00fcrfnissen der sich etablierenden Konsumgesellschaft \u00fcberholt. Die st\u00e4ndige Kritik des Bischofs am Lebensstil seiner Sch\u00e4fchen und das sture Festhalten an seinen allzu konservativen Werten gepaart mit teils skurrilen Aussagen machten aus dem Mitbegr\u00fcnder der Entwicklungshilfe <em>Bruder in Not<\/em>, dem jungen, anpackenden Bischof des Wiederaufbaus, ab den sp\u00e4ten 1960er Jahren einen Grund f\u00fcr den Kirchenaustritt. Sein Konzept von Umkehr und Bu\u00dfe trieb skurrile Bl\u00fcten. So forderte er von den Tirolern Schuld und S\u00fchne f\u00fcr ihre Verfehlungen w\u00e4hrend der NS-Zeit, bezeichnete aber gleichzeitig die Entnazifizierungsgesetze als zu weitgreifend und streng. Auf die neuen sexuellen Gepflogenheiten und die Abtreibungsgesetze unter Bundeskanzler Kreisky erwiderte er, dass M\u00e4dchen und junge Frauen, die verfr\u00fcht geschlechtlichen Umgang haben, bis zu zw\u00f6lfmal h\u00e4ufiger von Krebserkrankungen der Mutterorgane betroffen seien. Hamburg bezeichnete Rusch als S\u00fcndenbabel und er vermutete, dass die schlichten Gem\u00fcter der Tiroler Bev\u00f6lkerung Ph\u00e4nomenen wie Tourismus und Nachtlokalen nicht gewachsen seien und sie zu unmoralischem Verhalten verf\u00fchrten. Er f\u00fcrchtete, dass Technologie und Fortschritt den Menschen allzu unabh\u00e4ngig von Gott machen. Er war streng gegen die neue Sitte des Doppelverdienstes. Der Mensch sollte mit einem spirituellen Einfamilienhaus mit Gem\u00fcsegarten zufrieden sein und nicht nach mehr streben, Frauen sollten sich auf ihre traditionelle Rolle als Hausfrau und Mutter k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>1973 wurde Bischof Rusch nach 35 Jahren an der Spitze der Kirchengemeinde Tirols und Innsbrucks zum Ehrenb\u00fcrger der Stadt Innsbruck ernannt. 1981 trat er von seinem Amt zur\u00fcck. 1986 fand Innsbrucks erster Bischof seine letzte Ruhe im Dom St. Jakob. Das <em>Bischof-Paulus-Studentenheim<\/em> bei der unter ihm errichteten Kirche Petrus Canisius in der H\u00f6ttinger Au erinnert an ihn.<\/p>\n<p>Das Jugendzentrum Z6 \u00fcbersiedelte nach seiner Schlie\u00dfung 1974 in die Andreas-Hofer-Stra\u00dfe 11, bevor es seine bis heute bestehende Heimst\u00e4tte in der Dreiheiligenstra\u00dfe fand, mitten im Arbeiterviertel der Fr\u00fchen Neuzeit gegen\u00fcber der Pestkirche. Jussuf Windischer blieb nach seiner Mitarbeit in Sozialprojekten in Brasilien in Innsbruck. Der Vater von vier Kindern arbeitete weiterhin mit sozialen Randgruppen, war Dozent an der Sozialakademie, Gef\u00e4ngnisseelsorger und Leiter des Caritas Integrationshauses in Innsbruck.<\/p>\n<p>Auch die MK besteht bis heute, auch wenn es das Kennedyhaus, das direkt nach dem Abschied Kripps von den Mitgliedern in <em>Sigmund-Kripp-Haus<\/em> umbenannt wurde, nicht mehr gibt. Kripp wurde 2005 von seinem ehemaligen Sodalen und sp\u00e4teren Vizeb\u00fcrgermeister wie vor ihm Bischof Rusch zum Ehrenb\u00fcrger der Stadt Innsbruck ernannt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Luftangriffe auf Innsbruck&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Luftangriffe auf Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53501&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wie der Lauf der Geschichte der Stadt unterliegt auch ihr Aussehen einem st\u00e4ndigen Wandel. Besonders gut sichtbare Ver\u00e4nderungen im Stadtbild erzeugten die Jahre rund um 1500 und zwischen 1850 bis 1900, als sich politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen in besonders schnellem Tempo abspielten. Das einschneidendste Ereignis mit den gr\u00f6\u00dften Auswirkungen auf das Stadtbild waren aber wohl die Luftangriffe auf die Stadt im Zweiten Weltkrieg, als aus der \u201e<em>Heimatfront<\/em>\u201c der Nationalsozialisten ein tats\u00e4chlicher Kriegsschauplatz wurde. Die Lage am Fu\u00dfe des Brenners war \u00fcber Jahrhunderte ein Segen f\u00fcr die Stadt gewesen, nun wurde sie zum Verh\u00e4ngnis. Innsbruck war ein wichtiger Versorgungsbahnhof f\u00fcr den Nachschub an der Italienfront. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 1943 erfolgte der erste alliierte Luftangriff auf die schlecht vorbereitete Stadt. 269 Menschen fielen den Bomben zum Opfer, 500 wurden verletzt und mehr als 1500 obdachlos. \u00dcber 300 Geb\u00e4ude, vor allem in Wilten und der Innenstadt, wurden zerst\u00f6rt und besch\u00e4digt. Am Montag, den 18. Dezember fanden sich in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em>, dem Vorg\u00e4nger der <em>Tiroler Tageszeitung<\/em>, auf der Titelseite allerhand propagandistische Meldungen vom erfolgreichen und heroischen Abwehrkampf der Deutschen Wehrmacht an allen Fronten gegen\u00fcber dem B\u00fcndnis aus <em>Anglo-Amerikanern<\/em> und <em>dem Russen<\/em>, nicht aber vom Bombenangriff auf Innsbruck.<\/p>\n<p><strong><em>Bombenterror \u00fcber Innsbruck<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Innsbruck, 17. Dez. Der 16. Dezember wird in der Geschichte Innsbrucks als der Tag vermerkt bleiben, an dem der Luftterror der Anglo-Amerikaner die Gauhauptstadt mit der ganzen Schwere dieser gemeinen und brutalen Kampfweise, die man nicht mehr Kriegf\u00fchrung nennen kann, getroffen hat. In mehreren Wellen flogen feindliche Kampfverb\u00e4nde die Stadt an und richteten ihre Angriffe mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben gegen die Wohngebiete. Schwerste Sch\u00e4den an Wohngeb\u00e4uden, an Krankenh\u00e4usern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen waren das traurige, alle bisherigen Sch\u00e4den \u00fcbersteigende Ergebnis dieses verbrecherischen \u00dcberfalles, der \u00fcber zahlreiche Familien unserer Stadt schwerste Leiden und empfindliche Belastung der Lebensf\u00fchrung, das bittere Los der Vernichtung liebgewordenen Besitzes, der Zerst\u00f6rung von Heim und Herd und der Heimatlosigkeit gebracht hat. Grenzenloser Ha\u00df und das gl\u00fchende Verlangen diese unmenschliche Untat mit schonungsloser Sch\u00e4rfe zu vergelten, sind die einzige Empfindung, die au\u00dfer der Auseinandersetzung mit den eigenen und den Gemeinschaftssorgen alle Gem\u00fcter bewegt. Wir alle blicken voll Vertrauen auf unsere Soldaten und erwarten mit Zuversicht den Tag, an dem der F\u00fchrer den Befehl geben wird, ihre geballte Kraft mit neuen Waffen gegen den Feind im Westen einzusetzen, der durch seinen Mord- und Brandterror gegen Wehrlose neuerdings bewiesen hat, da\u00df er sich von den asiatischen Bestien im Osten durch nichts unterscheidet \u2013 es w\u00e4re denn durch gr\u00f6\u00dfere Feigheit. Die Luftschutzeinrichtungen der Stadt haben sich ebenso bew\u00e4hrt, wie die Luftschutzdisziplin der Bev\u00f6lkerung. Bis zur Stunde sind 26 Gefallene gemeldet, deren Zahl sich aller Voraussicht nach nicht wesentlich erh\u00f6hen d\u00fcrfte. Die Hilfsma\u00dfnahmen haben unter F\u00fchrung der Partei und tatkr\u00e4ftigen Mitarbeit der Wehrmacht sofort und wirkungsvoll eingesetzt. <\/em><\/p>\n<p>Diese durch Zensur und Gleichschaltung der Medien fantasievoll gestaltete Nachricht schaffte es gerade mal auf Seite 3. Prominenter wollte man die schlechte Vorbereitung der Stadt auf das absehbare Bombardement wohl nicht dem Volksk\u00f6rper pr\u00e4sentieren. Ganz so gro\u00df wie 1938 nach dem Anschluss, als Hitler am 5. April von 100.000 Menschen in Innsbruck begeistert empfangen worden war, war die Begeisterung f\u00fcr den Nationalsozialismus nicht mehr. Zu gro\u00df waren die Sch\u00e4den an der Stadt und die pers\u00f6nlichen, tragischen Verluste in der Bev\u00f6lkerung. Dass die sterblichen \u00dcberreste der Opfer des Luftangriffes vom 15. Dezember 1943 am heutigen Landhausplatz vor dem neu errichteten Gauhaus als Symbol nationalsozialistischer Macht im Stadtbild aufgebahrt wurden, zeugt von trauriger Ironie des Schicksals.<\/p>\n<p>Im J\u00e4nner 1944 begann man Luftschutzstollen und andere Schutzma\u00dfnahmen zu errichten. Die Arbeiten wurden zu einem gro\u00dfen Teil von Gefangenen des Konzentrationslagers Reichenau durchgef\u00fchrt. Insgesamt wurde Innsbruck zwischen 1943 und 1945 zweiundzwanzig Mal angegriffen. Dabei wurden knapp 3833, also knapp 50%, der Geb\u00e4ude in der Stadt besch\u00e4digt und 504 Menschen starben. In den letzten Kriegsmonaten war an Normalit\u00e4t nicht mehr zu denken. Die Bev\u00f6lkerung lebte in dauerhafter Angst. Die Schulen wurden bereits vormittags geschlossen. An einen geregelten Alltag war nicht mehr zu denken. Die Stadt wurde zum Gl\u00fcck nur Opfer gezielter Angriffe. Deutsche St\u00e4dte wie Hamburg oder Dresden wurden von den Alliierten mit Feuerst\u00fcrmen mit Zehntausenden Toten innerhalb weniger Stunden komplett dem Erdboden gleichgemacht. Viele Geb\u00e4ude wie die Jesuitenkirche, das Stift Wilten, die Servitenkirche, der Dom, das Hallenbad in der Amraserstra\u00dfe wurden getroffen. Besondere Behandlung erfuhren w\u00e4hrend der Angriffe historische Geb\u00e4ude und Denkm\u00e4ler. Das <em>Goldene Dachl<\/em> wurde mit einer speziellen Konstruktion ebenso gesch\u00fctzt wie der Sarkophag Maximilians in der Hofkirche. Die Figuren der Hofkirche, die <em>Schwarzen Mannder<\/em>, wurden nach Kundl gebracht. Die Madonna Lucas Cranachs aus dem Innsbrucker Dom wurde w\u00e4hrend des Krieges ins \u00d6tztal \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Luftschutzstollen s\u00fcdlich von Innsbruck an der Brennerstra\u00dfe und die Kennzeichnungen von H\u00e4usern mit Luftschutzkellern mit ihren schwarzen Vierecken und den wei\u00dfen Kreisen und Pfeilen kann man heute noch begutachten. Zwei der Stellungen der Flugabwehrgesch\u00fctze, mittlerweile nur noch zugewachsene Mauerreste, k\u00f6nnen am Lanser K\u00f6pfl oberhalb von Innsbruck besichtigt werden. In Pradl, wo neben Wilten die meisten Geb\u00e4ude besch\u00e4digt wurden, weisen an den betroffenen H\u00e4usern Bronzetafeln mit dem Hinweis auf den Wiederaufbau auf einen Bombentreffer hin.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Domplatz<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":62319,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[20,16,46,148,32,47,157],"tags":[],"class_list":["post-1593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altstadt","category-barock","category-der-deutsche-orden-und-maximilian-iii","category-der-rote-bischof-und-innsbrucks-sittenverfall","category-glaube-kirche-obrigkeit-und-herrschaft","category-luftangriffe-auf-innsbruck","category-maria-hilf-innsbruck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1593\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}