{"id":1624,"date":"2020-09-25T10:43:11","date_gmt":"2020-09-25T10:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1624"},"modified":"2026-02-06T10:32:01","modified_gmt":"2026-02-06T10:32:01","slug":"innsbruck-hofburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/innsbruck-hofburg\/","title":{"rendered":"Hofburg"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Hofburg<\/h2>\n<p>Rennweg 1<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_8344-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Hofburg Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Hofburg Innsbruck&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;58467,59940,63330,60691,55710,60690,63854,64398,65782,69423&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Hofburg &#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61932&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Hofburg&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59054&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Neben der Wiener Hofburg und Schloss Sch\u00f6nbrunn ist die Hofburg in Innsbruck eine von nur drei ehemaligen kaiserlichen Schlossanlagen \u00d6sterreichs. Die Geschichte der Hofburg ist wie ein Spaziergang durch die Geschichte Innsbrucks und z\u00e4hlt zu den wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt. Der Tiroler Landesf\u00fcrst Leopold IV. erwarb das Grundst\u00fcck s\u00fcdlich der Pfarrkirche Ende des 14. Jahrhunderts. Als\u00a0Friedrich IV. den Regierungssitz Tirols von Meran nach Innsbruck verlegte, residierte er im <em>Neuhof<\/em>, dem heutigen <em>Goldenem Dachl<\/em>. Erst sein Sohn\u00a0Siegmund <em>\u201eder M\u00fcnzreiche<\/em>\u201c\u00a0lie\u00df an der Stadtmauer die Burg bauen, aus der sich die Hofburg entwickelte. Die Anlage war nicht so sehr Teil der h\u00f6fischen Repr\u00e4sentation, sie war ein Teil der Verteidigungsanlagen, die die Stadt umgaben. Maximilian I.\u00a0verlagerte seine Residenz vom zu klein gewordenen <em>Neuhof<\/em> um 1490 in die Hofburg. In den folgenden Jahren lie\u00df er die Anlage auf ihre heutige Gr\u00f6\u00dfe von 5000 qm erweitern. Daf\u00fcr musste der Friedhof der Pfarrkirche St. Jakob in der Altstadt weichen. 1497 wanderte die habsburgische Schatzkammer in die Hofburg. Innsbruck war damit zum wichtigen finanziellen Zentrum des <em>Heiligen R\u00f6mischen Reiches<\/em> geworden. In dieser Zeit wuchsen der h\u00f6fische Verwaltungsapparat und die Anzahl der Besucher, die Innsbruck empfing. Der Kaiser selbst war zwar nur selten zugegen, Maximilians zweite Ehefrau Bianca Maria Sforza verbrachte aber viel Zeit in Innsbruck. Sowohl Funktionalit\u00e4t wie auch Gr\u00f6\u00dfe der h\u00f6fischen Infrastruktur mussten der First Lady angepasst werden. Ein Aquarell Albrecht D\u00fcrers zeigt ein gotisches Ensemble aus Fachwerkh\u00e4usern, die sich um einen Innenhof gruppieren. Die Gem\u00e4cher, die sogenannten \u201e<em>Frauenzimmer<\/em>\u201c wurden in dieser Zeit gebaut. Vor der Burg, am heutigen Rennweg, fanden Turniere statt um den Angeh\u00f6rigen des Hofs Zerstreuung zu bieten. Auch Maximilians Enkel Kaiser Ferdinand I. nutzte Innsbruck als zeitweilige Residenz f\u00fcr sich und seine Familie.\u00a0Unter seinem Sohn\u00a0Ferdinand II.\u00a0wurde die Hofburg und somit auch Innsbruck zu einem der wichtigsten Zentren h\u00f6fischer Kultur der Renaissance des 16. Jahrhunderts n\u00f6rdlich der Alpen, auch wenn der Landesf\u00fcrst selbst seine Zeit lieber im Schloss Ambras verbrachte. Ihr aktuelles Aussehen im Rokoko Stil verdankt die Innsbrucker Hofburg Maria Theresia. Obwohl sie nur zwei Mal selbst anwesend war, waren ihr die alten gotischen Gem\u00e4uer ein Gr\u00e4uel. Die neue Architektur stammte von den Architekten\u00a0Johann Martin Gumpp dem J\u00fcngeren\u00a0und Nicolaus von Pacassi. Aus der gotischen Burg wurde 1754 ein modernes, repr\u00e4sentatives Schloss. Wie die Stadtmauern war auch sie im 18. Jahrhundert nutzlos geworden. Anstatt der Wehrt\u00fcrme an den Ecken ragten nun schmucke Rondelle in den Himmel. Von der alten Burg blieb der gotische Keller am Nordende erhalten, der heute als stimmungsvoller Veranstaltungssaal genutzt wird. Den sehenswerten Innenhof besucht man am besten fr\u00fchmorgens oder am Abend, wenn die Autos der Angestellten der Hofburg nicht mehr dort parken. Maria Theresia stiftete auch das Innsbrucker Damenstift auf der S\u00fcdseite der Innsbrucker Hofburg. Ihr Ehemann Franz Stephan war in Innsbruck verstorben. 16 adelige Damen sollten in seinem Sterbezimmer, das zum Stift umfunktioniert wurde, f\u00fcr das Seelenheil des Kaisers beten. Auch die als Regentin der Aufkl\u00e4rung geltende Maria Theresia lebte noch im Bewusstsein, dass das Leben nach dem Tod wichtiger sei als das irdische. Die Leitung des Stiftes \u00fcbernahm Maria Elisabeth, eine ihrer T\u00f6chter, die vom b\u00f6sen Volksmund ob ihres Aussehens die <em>kropferte Liesl<\/em> getauft wurde. Der Statthalter Tirols Erzherzog Karl Ludwig lie\u00df im 19. Jahrhundert die Innenr\u00e4ume f\u00fcr seine Schw\u00e4gerin Elisabeth mit Rokokom\u00f6beln von August La Vigne ausstatten und renovieren. Die Gattin Franz Josefs I. war mehrmals in Innsbruck zu Gast, ihre Schwester residierte im nahen Schloss Mentlberg. 1918 endete die Habsburgermonarchie, die Hofburg ging in den Besitz der jungen Republik \u00fcber. Die Verwaltung erfolgt durch die daf\u00fcr extra gegr\u00fcndete Burghauptmannschaft. \u00a0Ein Teil der Hofburg kann besichtigt werden. Die Highlights sind die S\u00e4le Kaiserin Maria Theresias und das Kaiserin-Elisabeth-Appartement von <em>Sissi<\/em> sowie der <em>Riesensaal<\/em> mit Bildern der Familie Maria Theresias. Auch Andreas Hofer wurde ein Saal gewidmet. Der Tiroler Aufst\u00e4ndische residierte 1809 f\u00fcr etwa zwei Monate in der Hofburg. Ein Bild Franz Defreggers, das \u00fcber 70 Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr eine Zeitschrift angefertigt wurde, zeigt den Sch\u00fctzenhauptmann in Tiroler Lederhose, wie er eine kaiserliche Abordnung im Prunksaal der Residenz der Tiroler Landesf\u00fcrsten empf\u00e4ngt. An der Ostseite der Hofburg prangt trotz der Habsburgergesetze nach 1918 noch immer der kaiserliche doppelk\u00f6pfige Adler auf der bl\u00fctenwei\u00dfen Fassade. Auch das Damenstift besteht bis heute. Es wird wohl noch immer flei\u00dfig gebetet f\u00fcr das Seelenheil Kaisers Franz Stephan.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Maria Theresia, Reformatorin und Landesmutter&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Maria Theresia, Reformatorin und Landesmutter&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53545&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Maria Theresia z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Figuren der \u00f6sterreichischen Geschichte. Obwohl sie oft als Kaiserin tituliert wird, war sie offiziell &#8222;nur&#8220; unter anderem Erzherzogin von \u00d6sterreich, K\u00f6nigin von Ungarn und K\u00f6nigin von B\u00f6hmen. Bedeutend waren ihre innenpolitischen Reformen. Viele davon betrafen konkret auch den Alltag der Innsbrucker in merklichem Ausma\u00df. Gemeinsam mit ihren Beratern Friedrich Wilhelm von Haugwitz, Joseph von Sonnenfels und Wenzel Anton Kaunitz schaffte sie es aus den sogenannten <em>\u00d6sterreichischen Erblanden<\/em> einen modernen Staat zu basteln. Anstatt der Verwaltung ihrer Territorien durch den ans\u00e4ssigen Adel setzte sie auf eine moderne Verwaltung. Ihre Berater hatten ganz im Stil der Aufkl\u00e4rung erkannt, dass sich das Staatswohl aus der Gesundheit und Bildungsgrad seiner Einzelteile ergab. Eine fr\u00fche Krankenreform Maria Theresias aus dem Jahr 1742 verpflichtete die Professoren des Fachbereichs Medizin an der Universit\u00e4t Innsbruck auch den Betrieb des Stadtspitals in der Neustadt sicherzustellen. Eine Schulreform ver\u00e4nderte die Bildungslandschaft innerhalb der Stadtmauern nicht nur thematisch, sondern auch \u00f6rtlich. Untertanen sollten katholisch sein, ihre Treue aber sollte dem Staat gelten. Schulbildung wurde unter zentrale staatliche Verwaltung gestellt. Es sollten keine kritischen, humanistischen Geistesgr\u00f6\u00dfen, sondern Material f\u00fcr den staatlichen Verwaltungsapparat erzogen werden. \u00dcber Milit\u00e4r und Verwaltung konnten nun auch Nichtadlige in h\u00f6here staatliche Positionen aufsteigen. Gleichzeitig sollten Reformen im Staatsdienst und in der Wirtschaft nicht nur mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Untertanen schaffen, sondern auch die Staatseinnahmen erh\u00f6hen. Gewichte und Ma\u00dfeinheiten wurden nominiert, um das Steuersystem undurchl\u00e4ssiger zu machen. F\u00fcr B\u00fcrger und Bauern hatte die Vereinheitlichung der Gesetze den Vorteil, dass das Leben weniger von Grundherren und deren Launen abhing. Auch der <em>Robot<\/em>, den Bauern auf den G\u00fctern des Grundherrn kostenfrei zu leisten hatten, wurde unter Maria Theresia abgeschafft. In Strafverfolgung und Justiz fand ein Umdenken statt. 1747 wurde in Innsbruck eine <em>kleine Polizei<\/em> eingesetzt, die sich um Angelegenheiten der Marktaufsicht, Gewerbeordnung, Fremdenkontrolle und \u00f6ffentliche Sittsamkeit k\u00fcmmerte. Das Strafgesetzbuch <em>Constitutio Criminalis Theresiana<\/em> schaffte die Folter zwar nicht ab, reglementierte aber deren Anwendung.<\/p>\n<p>So sehr sich Maria Theresia auch als fromme Landesmutter inszenierte und heute als Aufkl\u00e4rerin bekannt ist, die streng katholische Regentin war nicht zimperlich in Fragen von Macht und Religion. Im Trend der Zeit der Aufkl\u00e4rung lie\u00df sie Aberglauben wie den Vampirismus, der in den \u00f6stlichen Teilen ihres Reiches weit verbreitet war, kritisch untersuchen und leitete das endg\u00fcltige Ende der Hexenprozesse ein. Gleichzeitig aber wurden Protestanten von ihr gnadenlos des Landes verwiesen. Viele Tiroler mussten ihr Heimatgebiet verlassen und sich in weiter vom Zentrum entfernten Teilen des Habsburgerreiches niederlassen.<\/p>\n<p>In Kronl\u00e4ndern wie Tirol stie\u00dfen die Reformen Maria Theresias auf wenig Gegenliebe. Mit Ausnahme von ein paar Liberalen sah man sich mehr als eigenst\u00e4ndiges und autonomes Land und weniger als Teil eines modernen Territorialstaates. Auch dem Klerus gefiel die neue, untergeordnete Rolle, die sich unter Josef II. nochmals versch\u00e4rfte, nicht. F\u00fcr den lokalen Adel bedeuteten die Reformen nicht nur den Verlust von Bedeutung und Autonomie, sondern auch h\u00f6here Steuern und Abgaben. Steuern, Abgaben und Z\u00f6lle, die der Stadt Innsbruck stets verl\u00e4ssliche Einnahmen gebracht hatten, wurden nun zentral eingehoben und \u00fcber einen Finanzausgleich nur zum Teil r\u00fcckgef\u00fchrt. Um die Fallh\u00f6he f\u00fcr S\u00f6hne aus verarmten Adelsfamilien abzuschw\u00e4chen und sie f\u00fcr den Staatsdienst auszubilden, gr\u00fcndete Maria Theresie das <em>Theresianum<\/em>, das ab 1775 auch in Innsbruck eine Niederlassung hatte. Wie so oft b\u00fcgelte die Zeit manche Falte aus und Innsbrucker sind mittlerweile stolz darauf, eine der bedeutendsten Herrscherpers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Geschichte beherbergt zu haben. Heute erinnern die Triumphpfote und die Hofburg in Innsbruck an die Theresianische Zeit.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53500&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wer in \u00d6sterreich unterwegs ist, kennt die Kuppen und Zwiebelt\u00fcrme der Kirchen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten. Diese Form der Kircht\u00fcrme entstand in der Zeit der Gegenreformation und ist ein typisches Kennzeichen des Architekturstils Barock. Auch in Innsbrucks Stadtbild sind sie vorherrschend. Die bekanntesten Gottesh\u00e4user Innsbrucks wie der Dom, die Johanneskirche oder die Jesuitenkirche, sind im Stile des Barocks gehalten. Prachtvoll und prunkvoll sollten Gottesh\u00e4user sein, ein Symbol des Sieges des rechten Glaubens. Die Religiosit\u00e4t spiegelte sich in Kunst und Kultur wider: Gro\u00dfes Drama, Pathos, Leiden, Glanz und Herrlichkeit vereinten sich zum Barock, der den gesamten katholisch orientierten Einflussbereich der Habsburger und ihrer Verb\u00fcndeten zwischen Spanien und Ungarn nachhaltig pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Stadtbild Innsbrucks ver\u00e4nderte sich enorm. Die Gumpps und Johann Georg Fischer als Baumeister sowie die Bilder Franz Altmutters pr\u00e4gen Innsbruck bis heute nachhaltig. Das Alte Landhaus in der Altstadt, das Neue Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe, die unz\u00e4hligen Palazzi, Bilder, Figuren \u2013 der Barock war im 17. und 18. Jahrhundert das stilbildende Element des Hauses Habsburg und brannte sich in den Alltag ein. Das B\u00fcrgertum wollte den Adeligen und F\u00fcrsten nicht nachstehen und lie\u00dfen ihre Privath\u00e4user im Stile des Barocks errichten. Auf Bauernh\u00e4usern prangen Heiligenbilder, Darstellungen der Mutter Gottes und des Herzen Jesu.<\/p>\n<p>Barock war nicht nur eine architektonische Stilrichtung, es war ein Lebensgef\u00fchl, das seinen Ausgang nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges nahm. Die T\u00fcrkengefahr aus dem Osten, die in der zweimaligen Belagerung Wiens gipfelte, bestimmte die Au\u00dfenpolitik des Reiches, w\u00e4hrend die Reformation die Innenpolitik dominierte. Die Barockkultur war ein zentrales Element des Katholizismus und der politischen Darstellung derselben in der \u00d6ffentlichkeit, das Gegenmodell zum spr\u00f6den und strengen Lebensentwurf Calvins und Luthers. Feiertage mit christlichem Hintergrund wurden eingef\u00fchrt, um den Alltag der Menschen aufzuhellen. Architektur, Musik und Malerei waren reich, f\u00fcllig und \u00fcppig. In Theaterh\u00e4usern wie dem <em>Comedihaus<\/em> in Innsbruck wurden Dramen mit religi\u00f6sem Hintergrund aufgef\u00fchrt. Kreuzwege mit Kapellen und Darstellungen des gekreuzigten Jesus durchzogen die Landschaft. Die Volksfr\u00f6mmigkeit in Form der Wallfahrten, Marien- und Heiligenverehrung hielt Einzug in den Kirchenalltag. Multiple Krisen pr\u00e4gten den Alltag der Menschen. Neben Krieg und Hunger brach die Pest im 17. Jahrhundert besonders h\u00e4ufig aus. Die<em> Barockfr\u00f6mmigkeit<\/em> wurde auch zur Erziehung der Untertanen eingesetzt. Auch wenn der Ablasshandel in der Zeit nach dem 16. Jahrhundert keine g\u00e4ngige Praxis mehr in der katholischen Kirche war, so gab es doch noch eine rege Vorstellung von Himmel und H\u00f6lle. Durch ein tugendhaftes Leben, sprich ein Leben im Einklang mit katholischen Werten und gutem Verhalten als Untertan gegen\u00fcber der g\u00f6ttlichen Ordnung, konnte man dem Paradies einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4herkommen. Die sogenannte <em>Christliche Erbauungsliteratur<\/em> war nach der Schulreformation des 18. Jahrhunderts in der Bev\u00f6lkerung beliebt und zeigte vor, wie das Leben zu f\u00fchren war. Das Leiden des Gekreuzigten f\u00fcr die Menschheit galt als Symbol f\u00fcr die M\u00fchsal der Untertanen auf Erden innerhalb des Feudalsystems. Mit Votivbildern baten Menschen um Beistand in schweren Zeiten oder bedankten sich vor allem bei der Mutter Gottes f\u00fcr \u00fcberstandene Gefahren und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Historiker Ernst Hanisch beschrieb den Barock und den Einfluss, den er auf die \u00f6sterreichische Lebensart hatte, so:<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich entstand in seiner modernen Form als Kreuzzugsimperialismus gegen die T\u00fcrken und im Inneren gegen die Reformatoren. Das brachte B\u00fcrokratie und Milit\u00e4r, im \u00c4u\u00dferen aber Multiethnien. Staat und Kirche probierten den intimen Lebensbereich der B\u00fcrger zu kontrollieren. Jeder musste sich durch den Beichtstuhl reformieren, die Sexualit\u00e4t wurde eingeschr\u00e4nkt, die normengerechte Sexualit\u00e4t wurden erzwungen. Menschen wurden systematisch zum Heucheln angeleitet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Rituale und das untert\u00e4nige Verhalten gegen\u00fcber der Obrigkeit hinterlie\u00dfen ihre Spuren in der Alltagskultur, die katholische L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und Italien bis heute von protestantisch gepr\u00e4gten Regionen wie Deutschland, England oder Skandinavien unterscheiden. Die Leidenschaft f\u00fcr akademische Titel der \u00d6sterreicher hat ihren Ursprung in den barocken Hierarchien. Der Ausdruck <em>Barockf\u00fcrst<\/em> bezeichnet einen besonders patriarchal-g\u00f6nnerhaften Politiker, der mit gro\u00dfen Gesten sein Publikum zu becircen wei\u00df. W\u00e4hrend man in Deutschland politische Sachlichkeit sch\u00e4tzt, ist der Stil von \u00f6sterreichischen Politikern theatralisch, ganz nach dem \u00f6sterreichischen Bonmot des \u201e<em>Schaumamal<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53389&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Werke der Familie Gumpp bestimmen bis heute sehr stark das Aussehen Innsbrucks. Vor allem die barocken Teile der Stadt sind auf sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Begr\u00fcnder der Dynastie in Tirol, Christoph Gumpp (1600-1672) war eigentlich Tischler. Sein Talent allerdings hatte ihn f\u00fcr h\u00f6here Weihen auserkoren. Den Beruf des Architekten oder K\u00fcnstler gab es zu dieser Zeit noch nicht, selbst Michelangelo und Leonardo da Vinci galten als Handwerker. Der geb\u00fcrtige Schwabe Gumpp trat nach seiner Mitarbeit an der Dreifaltigkeitskirche in die Fu\u00dfstapfen der italienischen Baumeister, die unter Ferdinand II den Ton angegeben hatten. Auf Gehei\u00df Leopolds V. reiste Gumpp nach Italien, um dort Theaterbauten zu studieren und bei den zeitgen\u00f6ssisch stilbildenden Kollegen sein Know-How f\u00fcr das geplante landesf\u00fcrstliche <em>Comedihaus<\/em> aufzupolieren.<\/p>\n<p>Seine offizielle T\u00e4tigkeit als Hofbaumeister begann 1633.\u00a0Neue Zeiten bedurften eines neuen Designs, abseits des architektonisch von der Gotik gepr\u00e4gten Mittelalters und den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. \u00dcber die folgenden Jahrzehnte wurde Innsbruck unter der Regentschaft Claudia de Medicis einer kompletten Renovierung unterzogen. Gumpp vererbte seinen Titel an die n\u00e4chsten beiden Generationen innerhalb der Familie weiter. Die Gumpps traten nicht nur als Baumeister in Erscheinung. Sie waren Tischler, Maler, Kupferstecher und Architekten, was ihnen erlaubte, \u00e4hnlich der Bewegung der <em>Tiroler Moderne<\/em> rund um Franz Baumann und Clemens Holzmeister Anfang des 20. Jahrhunderts, Projekte ganzheitlich umzusetzen. Auch bei der Errichtung der Schanzwerke zur Landesverteidigung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges waren sie als Planer beteiligt.<\/p>\n<p>Christoph Gumpps Meisterst\u00fcck aber war die Errichtung des <em>Comedihaus<\/em> im ehemaligen Ballhaus. Die \u00fcberdimensionierten Ma\u00dfe des damals richtungsweisenden Theaters, das in Europa zu den ersten seiner Art \u00fcberhaupt geh\u00f6rte, erlaubte nicht nur die Auff\u00fchrung von Theaterst\u00fccken, sondern auch Wasserspiele mit echten Schiffen und aufw\u00e4ndige Pferdeballettauff\u00fchrungen. Das Comedihaus war ein Gesamtkunstwerk an und f\u00fcr sich, das in seiner damaligen Bedeutung wohl mit dem Festspielhaus in Bayreuth des 19. Jahrhunderts oder der Elbphilharmonie heute verglichen werden muss.<\/p>\n<p>Seine Nachfahren Johann Martin Gumpp der \u00c4ltere, Georg Anton Gumpp und Johann Martin Gumpp der J\u00fcngere waren f\u00fcr viele der bis heute pr\u00e4gendsten Geb\u00e4ude im Stadtbild zust\u00e4ndig. So stammen die Wiltener Stiftskirche, die Mariahilfkirche, die Johanneskirche und die Spitalskirche von den Gumpps. Neben dem Entwurf von Kirchen und ihrer Arbeit als Hofbaumeister machten sie sich auch als Planer von Profanbauten einen Namen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user und Stadtpal\u00e4ste Innsbrucks wie das Taxispalais oder das Alte Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden von Ihnen entworfen. Mit dem Verlust des Status als Residenzstadt gingen die prunkvollen Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcck und damit auch der Ruhm der Familie Gumpp. Ihr ehemaliges Wohnhaus beherbergt heute die Konditorei Munding in der Altstadt. Im Stadtteil Pradl erinnert die Gumppstra\u00dfe an die Innsbrucker Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Maximilian I. und seine Zeit&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Maximilian I. und seine Zeit&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53520&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Maximilian z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten der europ\u00e4ischen und der Innsbrucker Stadtgeschichte. \u00dcber Tirol soll er gesagt haben: &#8222;<em>Tirol ist ein grober Bauernkittel, der aber gut w\u00e4rmt<\/em>.&#8220; Vielleicht war nicht nur die Lage Innsbrucks inmitten der Berge ein Grund f\u00fcr seine Zuneigung, Maximilian war begeisterter J\u00e4ger. Sein Vater Friedrich III. hatte 1415 in Innsbruck das Licht der Welt erblickt und die Bedeutung der Stadt hatte seither zugenommen. Maximilian \u00fcbernahm 1490 die Regierungsgesch\u00e4fte Tirols auf Bitten der Landst\u00e4nde von seinem Vorg\u00e4nger Siegmund. Der m\u00e4chtige Habsburger wollte die wichtigen Assets, die das Land zu bieten hatte, nicht aus dem habsburgischen Portfolio geben. Maximilian machte die ehemalige Handelssiedlung am Inn zu einem der wichtigsten Zentren des Heiligen R\u00f6mischen Reichs und ver\u00e4nderte damit ihre Geschicke nachhaltig. Auch die strategisch g\u00fcnstige Lage Innsbrucks nahe an den italienischen Kriegsschaupl\u00e4tzen machte die Stadt so interessant f\u00fcr den Kaiser. Viele Tiroler mussten auf den Schlachtfeldern den kaiserlichen Willen durchsetzen, anstatt die heimischen Felder zu bestellen. Das \u00e4nderte sich erst in den letzten Regierungsjahren. Maximilian gestand 1511 den Tirolern im <em>Tiroler Landlibell<\/em>, einer Art Verfassung zu, dass sie als Soldaten nur f\u00fcr den Krieg zur Verteidigung des eigenen Landes herangezogen werden d\u00fcrfen. Was von Maximilian-Nostalgikern, die das Dokument gerne als Freiheitsbrief ansehen, gerne vergessen wird, sind die Verpflichtungen wie die Einhebung von Sondersteuern im Kriegsfall, die damit geregelt werden. F\u00fcr Innsbruck zahlte es sich auf jeden Fall aus, wenn nicht finanziell, so zumindest kulturell. \u201e<em>Wer immer sich im Leben kein Ged\u00e4chtnis macht, der hat nach seinem Tod kein Ged\u00e4chtnis und derselbe Mensch wird mit dem Glockenton vergessen.\u201c<\/em> Dieser Angst wirkte Maximilian h\u00f6chst erfolgreich aktiv durch die Errichtung gut sichtbarer Symbole kaiserlicher Macht wie dem <em>Goldenen Dachl<\/em> entgegen. Propaganda, Bild und Medien spielten eine immer st\u00e4rkere Rolle, bedingt auch durch den aufkeimenden Buchdruck. Maximilian nutzte Kunst und Kultur, um sich pr\u00e4sent zu halten. Er hielt sich eine Reichskantorei, eine Musikkapelle, die vor allem bei \u00f6ffentlichen Auftritten und Empf\u00e4ngen internationaler Gesandter zum Einsatz kam. Er lie\u00df einen wahren Personenkult mit M\u00fcnzen, B\u00fcchern, Druckschriften und Gem\u00e4lden rund um sich selbst veranstalten.<\/p>\n<p>Bei aller Romantik, die der Liebhaber h\u00f6fischer Traditionen und des klassischen Rittertums pflegte, war er ein k\u00fchler Machtpolitiker. Seine Kulturpolitik und Propaganda lehnte sich vielleicht an das Mittelalter an, realpolitisch war er aber vorw\u00e4rtsgewandt. Unter ihm entstanden politische Institutionen wie der Reichstag, Reichshofrat und das Reichskammergericht, die das Verh\u00e4ltnis von Untertanen, Landesherr und Monarchie streng regelten. Um 1500 hatte Tirol circa 300.000 Einwohner. Mehr als 80% der Menschen arbeiteten in der Landwirtschaft und lebten zum allergr\u00f6\u00dften Teil von den Ertr\u00e4gen der H\u00f6fe. Maximilian beschnitt in einem wahren Furor an neuen Gesetzen die b\u00e4uerlichen Rechte der Allmende. Holzschlag, Jagd und Fischerei wurden dem Landesherrn unterstellt und waren kein Allgemeingut mehr. Das hatte negative Auswirkungen auf die b\u00e4uerliche Selbstversorgung. Dank der neuen Gesetze wurden aus J\u00e4gern Wilderer. Fleisch und Fisch waren im Mittelalter f\u00fcr lange Zeit ein Teil des Speiseplans, nun wurde dieser Genuss zum Luxus, der oft nur illegal beschafft werden konnte. Bei einem gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung war Maximilian zu Lebzeiten deshalb unbeliebt.<\/p>\n<p>Zur Einschr\u00e4nkung in der Selbstversorgung gesellten sich neue Abgaben. Es war immer schon \u00fcblich gewesen, dass Landesf\u00fcrsten im Kriegsfall die Bev\u00f6lkerung mit zus\u00e4tzlichen Steuern belasteten. Maximilians Kriegsf\u00fchrung unterschied sich zu den mittelalterlichen Konflikten. Die Hilfstruppen und ihre adeligen, ritterlich k\u00e4mpfenden Grundherren wurden durch S\u00f6ldner, die mit den modernen Feuerwaffen umzugehen verstanden, erg\u00e4nzt oder ganz ersetzt.<\/p>\n<p>Diese neue Art ins Feld zu ziehen, verschlang Unsummen. Als die Ertr\u00e4ge aus den landesf\u00fcrstlichen Besitzungen wie M\u00fcnz-, Markt-, Bergwerks-, und Zollregal nicht mehr ausreichten, wurden die einzelnen Bev\u00f6lkerungsgruppen je nach Stand und Verm\u00f6gen besteuert, jedoch war die Steuer noch weit entfernt von unserem heutigen ausdifferenzierten System und brachten dementsprechend Ungerechtigkeit und Unmut mit sich. Ein Beispiel f\u00fcr eine Abgabe war Maximilians <em>Gemeiner Pfennig<\/em>. Die Verm\u00f6genssteuer betrug zwischen 0,1 und 0,5% des Verm\u00f6gens, war aber mit 1 Gulden gedeckelt. Juden mussten unabh\u00e4ngig von ihrem Verm\u00f6gen eine Kopfsteuer von 1 Gulden bezahlen. Erstmals wurden auch F\u00fcrsten zur Kasse gebeten, bezahlten aber durch die Deckelung maximal gleich viel wie ein mittelst\u00e4ndischer Jude. Verk\u00fcndung und Exekution der Steuer unterlagen Pr\u00e4laten, Pfarrern und weltlichen Herrn. Pfarrer mussten an drei Sonntagen die Steuer von der Kanzel herunter verk\u00fcnden, die Beitr\u00e4ge gemeinsam mit Vertretern der Gerichte einsammeln und im Reichssteuerregister anlegen. Schnell begriff man, dass diese Art der Steuereinhebung nicht funktionierte. Es bedurfte eines modernen Systems und Steuermodells. Eine kollegiale Kammer, das Regiment, wachte zentral \u00fcber die L\u00e4nder Tirol und Vorder\u00f6sterreich nach dem modernen Vorbild der Burgunder Finanzwirtschaft, die Maximilian in seiner Zeit in den Niederlanden kennengelernt hatte. Innsbruck wurde zum Finanz- und Buchhaltungszentrum f\u00fcr die \u00f6sterreichischen L\u00e4nder. Die <em>Raitkammer<\/em> und die <em>Hauskammer<\/em> befanden sich im Neuhof, wo heute das <em>Goldene Dachl<\/em> \u00fcber die Altstadt residiert. 1496 wurden die finanziellen Mittel der \u00f6sterreichischen Erbl\u00e4nder in der Schatzkammer in Innsbruck geb\u00fcndelt. Vorsitzender der Hofkammer war der Brixner Bischof Melchior von Meckau, der mehr und mehr die Fugger als Kreditgeber miteinbezog. Beamten wie Jakob Villinger (1480 &#8211; 1529) wickelten in der italienisch gepr\u00e4gten Form der doppelten Buchhaltung den Geldverkehr mit Bankh\u00e4usern aus ganz Europa ab und probierten den kaiserlichen Finanzhaushalt in Zaum zu halten. Talentierte Kleinadelige und B\u00fcrger, studierte Juristen und ausgebildete Beamten l\u00f6sten den Hochadel in bestimmender Funktion ab. Finanzexperten aus Burgund hatten die kaufm\u00e4nnische Leiter des Regiments \u00fcber. Die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Finanz- und anderen Feldern wie Kriegsplanung und Innenpolitik waren flie\u00dfend, was der neuen Beamtenschicht gro\u00dfe Macht verlieh. War es bisher \u00fcblich, dass das Gleichgewicht zwischen Landesf\u00fcrsten, Kirche, Grundherr und Untertan aus Beitrag und milit\u00e4rischem Schutz bestand, wurde dieses System nun durch Zwang von der Obrigkeit durchgesetzt. Maximilian argumentierte, dass es Pflicht jedes Christenmenschen, egal welchen Standes, sei, das <em>Heilige R\u00f6mische Reich<\/em> gegen \u00e4u\u00dfere Feinde zu verteidigen. Die Aufzeichnungen rund um die Streitereien zwischen K\u00f6nig, Adel, Klerus, Bauern und St\u00e4dten um die Abgabenleistung erinnerten schon vor Maximilian stark an heutige politische Diskussion um das Thema der Macht- und Verm\u00f6gensverteilung. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen dem ausgehenden 15. Jahrhundert und den vorhergegangenen Jahrhunderten entstand dadurch, dass dank des modernen Beamtenapparats diese Steuern nun auch exekutiert und eingetrieben werden konnten. Der Vergleich mit der Registrierkassenpflicht, der Besteuerung von Trinkgeldern in der Gastronomie und der Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes dr\u00e4ngt sich auf. Das Kapital folgte der politischen Bedeutung ebenfalls nach Innsbruck. W\u00e4hrend seiner Regentschaft besch\u00e4ftigte Maximilian 350 R\u00e4te, die ihm zur Seite standen. Knapp ein Viertel dieser hochbezahlten R\u00e4te stammte aus Tirol. Gesandte und Politiker aus ganz Europa bis zum osmanischen Reich sowie Adelige lie\u00dfen sich ihren Wohnsitz in Innsbruck bauen oder \u00fcbernachteten in den Wirtsh\u00e4usern der Stadt. \u00c4hnlich wie <em>Big Money<\/em> aus \u00d6lgesch\u00e4ften heute Fachkr\u00e4fte aller Art nach Dubai lockt, zogen das Schwazer Silber und die daran h\u00e4ngende Finanzwirtschaft damals Experten aller Art nach Innsbruck, einer kleinen Stadt inmitten der unwirtlichen Alpen.<\/p>\n<p>Innsbruck ver\u00e4nderte sich unter Maximilian Regentschaft baulich und infrastrukturell wie nie zuvor. Neben dem repr\u00e4sentativen <em>Goldenen Dachl<\/em> lie\u00df er die Hofburg umgestalten, begann mit dem Bau der Hofkirche und erschuf mit dem Innsbrucker Zeughaus Europas f\u00fchrende Waffenschmiede. Die Stra\u00dfen durch die Altstadt wurden f\u00fcr die feinen Leute des Hofstaats befestigt und gepflastert. Als frommer Christ im Sinne der Ritterlichkeit half der Kaiser auch den \u00c4rmsten. 1499 lie\u00df Maximilian die <em>Salvatorikapelle<\/em>, ein Spital f\u00fcr notleidende Innsbrucker, die keinen Anspruch auf einen Platz im Stadtspital hatten, renovieren und erweitern. 1509 wurde der innerst\u00e4dtische Friedhof vom heutigen Domplatz hinter das Stadtspital an den heutigen Adolf-Pichler-Platz umgesiedelt. Maximilian lie\u00df den Handelsweg im heutigen Mariahilf verlegen und verbesserte die Wasserversorgung der Stadt. Eine Feuerordnung f\u00fcr die Stadt Innsbruck folgte 1510. Maximilian begann auch an den Privilegien des Stiftes Wilten, dem gr\u00f6\u00dften Grundherrn im heutigen Stadtgebiet, zu s\u00e4gen. Infrastruktur im Besitz des Klosters wie M\u00fchle, S\u00e4ge und Sillkanal sollten st\u00e4rker unter landesf\u00fcrstliche Kontrolle kommen.<\/p>\n<p>Der kaiserliche Hof und die wohlhabende Beamtenschaft, die in Innsbruck ans\u00e4ssig waren, transformierte Aussehen und Attit\u00fcde Innsbrucks. Maximilian hatte die distinguierte h\u00f6fische Kultur Burgunds seiner ersten Ehefrau nach Mitteleuropa eingef\u00fchrt. Kulturell war es vor allem seine zweite Ehefrau Bianca Maria Sforza, die Innsbruck f\u00f6rderte. Nicht nur die k\u00f6nigliche Hochzeit fand hier statt, sie residierte auch lange Zeit hier, war die Stadt doch n\u00e4her an ihrer Heimat Mailand als die anderen Residenzen Maximilians. Sie brachte ihren gesamten Hofstaat aus der Renaissancemetropole mit in die deutschen L\u00e4nder n\u00f6rdlich der Alpen. Kunst Unterhaltung in allen Formen bl\u00fchten auf.<\/p>\n<p>Innsbruck wurde unter Maximilian aber nicht nur kulturell zu einem Zentrum des Reiches, auch wirtschaftlich brummte die Stadt. Unter anderem war Innsbruck Zentrale des Postdienstes im Kaiserreich. In der Waffenherstellung konnte Maximilian auf das Fachwissen der B\u00fcchsenmeister aufbauen, die sich bereits unter seinem Vorg\u00e4nger Siegmund in den Gie\u00dfereien in H\u00f6tting etabliert hatten. Plattner, Gussh\u00fcttenbetreiber, Pulverstampfer und Messerschmiede siedelten sich in der Neustadt, in St. Nikolaus, M\u00fchlau, H\u00f6tting und entlang des Sillkanals an. Die Kaufmannsdynastie Fugger unterhielt eine Kontorei in Innsbruck. Neben seiner ihm gerne unterstellten Liebe f\u00fcr die Tiroler Natur waren ihm die Kostbarkeiten wie das Haller Salz und das Schwazer Silber mindestens ebenso teuer und n\u00fctzlich. Seinen aufw\u00e4ndigen Hofstaat, die Wahl zum K\u00f6nig durch die Kurf\u00fcrsten und den acht Jahre dauernden Krieg gegen die Republik Venedig finanzierte sich Maximilian unter anderem durch Verpf\u00e4ndung der Bodensch\u00e4tze des Landes.<\/p>\n<p>Maximilians Wirken in Innsbruck zu fassen, ist schwierig. Liebesbekundungen eines Kaisers schmeicheln nat\u00fcrlich der Volksseele bis heute. Seine materielle Hinterlassenschaft mit den vielen Prunkbauten verst\u00e4rken dieses positive Image. Er machte Innsbruck zu einer kaiserlichen Residenzstadt und trieb die Modernisierung der Infrastruktur voran. Innsbruck wurde dank dem Zeughaus zum Zentrum der R\u00fcstungsindustrie, die Schatzkammer des Reiches und wuchs wirtschaftlich und r\u00e4umlich. Die Schulden, die er daf\u00fcr aufnahm und das Landesverm\u00f6gen, das er an die Fugger verpf\u00e4ndete, pr\u00e4gten Tirol nach seinem Tod mindestens ebenso wie die strengen Gesetze, die er der einfachen Bev\u00f6lkerung verordnete. 5 Millionen Gulden soll er an Schulden hinterlassen haben, einen Betrag, den seine \u00f6sterreichischen Besitzungen in 20 Jahren erwirtschaften konnten. Die ausst\u00e4ndigen Zahlungen ruinierten nach seinem Tod viele Betriebe und Dienstleute, die auf den kaiserlichen Versprechungen sitzen blieben. Fr\u00fchneuzeitliche Herrscher waren nicht an die Verbindlichkeiten ihrer Vorg\u00e4nger gebunden. Eine Ausnahme bildeten die Vereinbarungen mit den Fuggern, hingen daran doch Pfandrechte. In den Legenden \u00fcber den Kaiser sind die harten Zeiten nicht so pr\u00e4sent wie das <em>Goldene Dachl<\/em> und die in der Schule gelernten Soft Facts. 2019 \u00fcberschlug man sich mit den Feierlichkeiten zum 500. Todestag des f\u00fcr Innsbruck wohl wichtigsten Habsburgers unter dem Motto \u201e<em>Tiroler im Herzen, Europ\u00e4er im Geiste<\/em>\u201c. Der Wiener wurde wohlwollend eingeb\u00fcrgert. Salzburg hat Mozart, Innsbruck Maximilian, einen Kaiser, den Tiroler passend zur gew\u00fcnschten Identit\u00e4t Innsbrucks als rauen Gesellen, der am liebsten in den Bergen ist, angepasst haben. Sein markantes Gesicht prangt heute auf allerhand Konsumartikeln, vom K\u00e4se bis zum Skilift steht der Kaiser f\u00fcr allerhand Profanes Pate. Lediglich f\u00fcr politische Agenden l\u00e4sst er sich weniger gut vor den Karren spannen als Andreas Hofer. Wahrscheinlich ist es f\u00fcr den Durchschnittsb\u00fcrger einfacher, sich mit einem revolution\u00e4ren Wirt zu identifizieren als mit einem Kaiser.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Ferdinand II.: Principe und Renaissancef\u00fcrst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Ferdinand II.: Renaissance, Glanz und Glamour&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53487&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erzherzog Ferdinand II. von \u00d6sterreich (1529 \u2013 1595) z\u00e4hlt zu den schillerndsten Figuren der Tiroler Landesgeschichte. Sein Vater Kaiser Ferdinand I. lie\u00df ihm eine ausgezeichnete Ausbildung angedeihen. Er wuchs am spanischen Hof seines Onkels Kaiser Karl V auf. Die Jahre, in denen Ferdinand seine Schulbildung erhielt, fallen in die Anfangszeit des jesuitischen Einflusses an den habsburgischen H\u00f6fen. Der junge Staatsmann wurde ganz im Sinne des frommen Humanismus erzogen. Dazu gesellten sich die Sitten des Hochadels der Renaissance. In jungen Jahren reiste er durch Italien und Burgund und hatte an den wohlhabenden H\u00f6fen dort einen Lebensstil kennengelernt, der sich unter der deutschen Aristokratie noch nicht durchgesetzt hatte. Ferdinand war das, was man heute als Globetrotter, Mitglied der Bildungselite oder Kosmopolit bezeichnen w\u00fcrde. Er galt als intelligent, charmant und kunstsinnig. Bei weniger exzentrischen Zeitgenossen genoss Ferdinand den Ruf eines unmoralischen und genusss\u00fcchtigen W\u00fcstlings. Es wurde ihm schon zu Lebzeiten nachgesagt, ausschweifende und unsittliche Orgien zu veranstalten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinands Vater teilte sein Reich unter seinen S\u00f6hnen auf. Maximilian II., der zu Recht unter dem elterlichen Verdacht der H\u00e4resie und dem Anh\u00e4ngen protestantischer Lehren stand, erbte Ober- und Nieder\u00f6sterreich sowie B\u00f6hmen und Ungarn. Ferdinands j\u00fcngerer Bruder Karl regierte in Inner\u00f6sterreich, also K\u00e4rnten, Steiermark und der Krain. Das Mittelkind erhielt Tirol, das damals bis ins Engadin reichte, und die zerst\u00fcckelten habsburgischen Vorlande im Westen der zentraleurop\u00e4ischen Besitzungen. Ferdinand \u00fcbernahm das Land Tirol als Landesf\u00fcrst in turbulenten Zeiten. Er hatte bereits in seiner Jugend einige Jahre in Innsbruck verbracht. Die Bergwerke in Schwaz begannen wegen des billigen Silbers aus Amerika unrentabel zu werden. Die Silberschwemme aus den habsburgischen Besitzungen in <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Neu-Spanien<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> jenseits des Atlantiks f\u00fchrte zu einer Inflation.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese finanziellen Probleme hielten Ferdinand aber nicht davon ab, pers\u00f6nliche und \u00f6ffentliche Infrastruktur in Auftrag zu geben. Innsbruck profitierte wirtschaftlich und kulturell enorm davon, dass es nach Jahren ohne dezidiert einen Landesf\u00fcrsten zu haben, nun wieder zum Zentrum eines Regenten wurde. Ferdinands erzherzogliche Pr\u00e4senz lockte Aristokratie und Beamtenschaft nach den Jahrzehnten der Vernachl\u00e4ssigung nach Maximilians Ableben wieder an. In den sp\u00e4ten 1560er Jahren war die Verwaltung wieder auf 1000 Personen angewachsen, die mit ihrem Geld die lokale Wirtschaft anfachten. B\u00e4cker, Metzger und Gasth\u00f6fe florierten nach einigen kargeren Jahren wieder. Innsbruck besa\u00df Ende des 16. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen St\u00e4dten \u00fcberdurchschnittlich viele Gastwirte, die \u00fcberdurchschnittlich gut an den H\u00e4ndlern, G\u00e4sten und Durchreisenden verdienten. Weinh\u00e4user waren nicht nur Gastbetriebe, sondern auch Lager- und Handelsst\u00e4tten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die italienischen St\u00e4dte Florenz, Venedig und Mailand waren stilbildend in Kultur, Kunst und Architektur. Der Tiroler Hof Ferdinands sollte ihnen in nichts nachstehen. Vorbei sollten die Zeiten sein, in denen Deutsche in den sch\u00f6neren St\u00e4dten s\u00fcdlich der Alpen als unzivilisiert,<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\"> barbarisch<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> oder gar als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schweine<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bezeichnet wurden. Dazu lie\u00df er Innsbruck im Geist der Renaissance umgestalten. Ganz im Trend der Zeit ahmte er die italienischen Adelsh\u00f6fe nach. Hofarchitekt Giovanni Lucchese stand ihm dabei zur Seite. Einen ansehnlichen Teil seines Lebens verbrachte Ferdinand auf Schloss Ambras bei Innsbruck, wo er sich eine der kostbarsten Sammlungen von Kunstwerken und R\u00fcstungen anlegte, die noch heute zu den wertvollsten der Welt ihrer Art zu z\u00e4hlen ist. Ferdinand verwandelte die Burg oberhalb des Dorfes Amras in einen modernen Hof. Seine Feste, Maskenb\u00e4lle und Umz\u00fcge waren legend\u00e4r. W\u00e4hrend der Hochzeit eines Neffen lie\u00df er 1800 K\u00e4lber und 130 Ochsen braten. Aus den Brunnen soll 10 Tage lang Wein statt Wasser geflossen sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit dem Schloss Ambras war es aber nicht getan, was die Ver\u00e4nderung Innsbrucks anbelangt. Westlich der Stadt erinnert ein Torbogen noch an den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiergarten<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, ein Jagdrevier Ferdinands samt Lusthaus entworfen ebenfalls von Lucchese. Damit der Landesf\u00fcrst sein Wochenenddomizil erreichen konnte, wurde eine Stra\u00dfe in die sumpfige H\u00f6ttinger Au gelegt, die die Basis f\u00fcr die heutige Kranebitter Allee bildete. Das Lusthaus wurde 1786 durch den heute als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Pulverturm<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bekannten Bau ersetzt, der einen Teil der sportwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck beheimatet. Dem f\u00fcrstlichen Sport des Jagens folgte im ehemaligen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Lusthaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das der Pulverturm war, die Sportuniversit\u00e4t nach. In der Innenstadt lie\u00df er das f\u00fcrstliche <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Comedihaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> am heutigen Rennweg errichten. Um Innsbrucks Trinkwasserversorgung zu verbessern, wurde unter Ferdinand die M\u00fchlauerbr\u00fccke errichtet, um eine Wasserleitung vom M\u00fchlaubach ins Stadtgebiet zu verlegen. Die Jesuiten, kurz vor Ferdinands Amtsantritt in Innsbruck eingetroffen, um l\u00e4stigen Reformatoren und Kirchenkritikern das Leben schwer zu machen und das Bildungswesen neu aufzustellen, erhielten in der Silbergasse eine neue Kirche. Zahlreiche Neubauten wie die Kl\u00f6ster der Jesuiten, der Franziskaner, Kapuziner und Servitinnen kurbelten das Handwerk und die Baubranche an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die neuen Orden unterst\u00fctzten Ferdinands Augenmerk auf die konfessionelle Ausrichtung seiner Sch\u00e4fchen. In seiner 1573 erlassenen Tiroler Landesordnung schob er nicht nur Unzucht, Fluchen und Prostitution einen Riegel vor, sondern verpflichtete seine Untertanen zu einer gottesf\u00fcrchtigen, also katholischen Lebensf\u00fchrung. Das \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Verbott der Zauberey und Abgerglaubigen Warsagerey<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c untersagte jedwegliche Abweichung vom wahren Glauben bei Androhung von Kerker, k\u00f6rperlicher Z\u00fcchtigung und Enteignung. Juden mussten einen jederzeit gut sichtbaren Ring aus gelbem Stoff auf der linken Brustseite ihres Gewandes tragen. Gleichzeitig brachte Ferdinand einen j\u00fcdischen Finanzier nach Innsbruck, um die Geldgesch\u00e4fte f\u00fcr die aufw\u00e4ndige Hoff\u00fchrung abzuwickeln. Samuel May und seine Familie lebten als F\u00fcrstliche Schutzjuden in der Stadt. Daniel Levi erfreute Ferdinand mit Tanz und Harfenspiel am Theater und Elieser Lazarus k\u00fcmmerte sich als Hofarzt um seine Gesundheit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Bev\u00f6lkerung zu schr\u00f6pfen, prunkvoll zu leben, Protestantismus unter seinen wichtigen Beratern zu tolerieren und gleichzeitig den Protestantismus im Volk zu bek\u00e4mpfen, war f\u00fcr den gelernten Renaissancef\u00fcrsten kein Widerspruch. Bereits mit 15 Jahren zog er unter seinem Onkel Karl V. im <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schmalkaldischen Krieg<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in die Schlacht gegen die Feinde der R\u00f6mischen Kirche. Als Landesf\u00fcrst verstand er sich als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Advocatus Ecclesiae (Anm.: Vertreter der Kirche)<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in einem konfessionell absolutistischen Sinn, der f\u00fcr das Seelenheil seiner Untertanen verantwortlich war. Zwangsma\u00dfnahmen, Stiftung von Kirchen und Kl\u00f6stern wie den Franziskanern und den Kapuzinern in Innsbruck, verbesserte Seelsorge und die Inszenierung jesuitischer Theaterst\u00fccke wie \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Enthauptung des Johannes<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c waren die Waffen der Wahl gegen den Protestantismus. Ferdinands Fr\u00f6mmigkeit war zwar nicht aufgesetzt, er schaffte es aber wie die meisten seiner Zeitgenossen, sich situationselastisch anzupassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Politik Ferdinands stand unter passendem italienischem Einfluss der zeitgen\u00f6ssischen Avantgarde. Machiavelli schrieb sein Werk \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Il Principe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, in dem davon die Rede war, dass Regierenden alles erlaubt sei, was f\u00fcr den Erfolg n\u00f6tig ist, so sie denn unf\u00e4hig waren, sie auch abgesetzt werden k\u00f6nnten. Ferdinand II. probierte diesem fr\u00fchen absolutistischen F\u00fchrungsstil gerecht zu werden und erlie\u00df mit seiner <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Landesordnung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse ein modernes juristisches Regelwerk. F\u00fcr seine Untertanten bedeutete das h\u00f6here Steuerabgaben auf ihre Ertr\u00e4ge sowie weitgehende Einschr\u00e4nkungen bei Almende, Fischerei- und Jagdrechten. Die Knappen, Bergbauunternehmer und die ausl\u00e4ndischen Handelsgesellschaften mit ihren Kontoreien in Innsbruck trieben die Lebensmittelpreise zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he. Man k\u00f6nnte es zusammenfassen, dass Ferdinand auf seinen Anwesen vergn\u00fcglich dem exklusiven Jagdvergn\u00fcgen nachging, w\u00e4hrend seine Untertanten durch steigende Belastungen, Preise und Wildsch\u00e4den am Existenzminimum lebten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sein Beziehungsleben war f\u00fcr ein Mitglied der Hocharistokratie exzentrisch. In erster &#8222;halbwilder Ehe&#8220; war Ferdinand mit der B\u00fcrgerlichen Philippine Welser verheiratet. Nachdem Ehefrau #1 verstorben war, heiratete Ferdinand mit 53 Jahren die tiefgl\u00e4ubige Anna Caterina Gonzaga, eine erst 16j\u00e4hrige Prinzessin von Mantua. Gro\u00dfe Zuneigung haben die beiden allem Anschein nach aber nicht zueinander empfunden, zumal Anna Caterina eine Nichte Ferdinands war. Die Habsburger waren beim Thema Hochzeit unter Verwandten weniger zimperlich als bei der Ehe eines Adeligen mit einer B\u00fcrgerlichen. Auch mit ihr konnte er allerdings &#8222;nur&#8220; drei T\u00f6chter zeugen. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Ferdinand in der Silbernen Kapelle bei seiner ersten Ehefrau Philippine Welser.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Innsbruck und das Haus Habsburg&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Innsbruck und das Haus Habsburg&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53484&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Innsbrucks Innenstadt wird heute von Geb\u00e4uden und Denkm\u00e4lern gepr\u00e4gt, die an die Familie Habsburg erinnern. Die Habsburger waren \u00fcber viele Jahrhunderte ein europ\u00e4isches Herrscherhaus, zu dessen Einflussbereich verschiedenste Territorien geh\u00f6rten. Am Zenit ihrer Macht waren sie die Herrscher \u00fcber ein \u201e<em>Reich, in dem die Sonne nie untergeht<\/em>\u201c. Durch Kriege und geschickte Heirats- und Machtpolitik sa\u00dfen sie in verschiedenen Epochen an den Schalthebeln der Macht zwischen S\u00fcdamerika und der Ukraine. Innsbruck war immer wieder Schicksalsort dieser Herrscherdynastie. Besonders intensiv war das Verh\u00e4ltnis zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert. Durch die strategisch g\u00fcnstige Lage zwischen den italienischen St\u00e4dten und deutschen Zentren wie Augsburg und Regensburg kam Innsbruck sp\u00e4testens nach der Erhebung zur Residenzstadt unter Kaiser Maximilian ein besonderer Platz im Reich zu.<\/p>\n<p>Tirol war Provinz und als konservativer Landstrich der Dynastie meist zugetan. Brav feierte man auch nach der Zeit als Residenzstadt die Geburt neuer Kinder der Herrscherfamilie mit Paraden und Prozessionen, trauerte bei Todesf\u00e4llen in Gedenkmessen und verewigte Erzherz\u00f6ge, K\u00f6nige und Kaiser im \u00f6ffentlichen Raum mit Statuen und Bildern. Auch die Habsburger sch\u00e4tzten die Nibelungentreue ihrer alpinen Untertanen. Der Jesuit Hartmann Grisar schrieb im 19. Jahrhundert folgendes \u00fcber die Feierlichkeiten anl\u00e4sslich der Geburt Erzherzog Leopolds im Jahr 1716:<\/p>\n<p><em>\u201eWelch imposanter Anblick aber, als bei hereinbrechender Nacht der Abt von Wilten vor der durch das Blut des Landes eingeweihten Annas\u00e4ule, umgeben von den Studentenreihen und dem dichtgedr\u00e4ngten Volke, die religi\u00f6se Schlu\u00dffunktion abhielt; als da bei dem Scheine von Tausenden brennender Lichter und Fackeln die ganze Stadt zugleich mit der studirenden Jugend, der Hoffnung des Landes, den Himmel um Segen f\u00fcr den neugeborenen ersten Sohn des Kaisers anflehte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u00a0Die schwer zug\u00e4ngliche Lage machte es zum perfekten Fluchtort in unruhigen und krisenhaften Zeiten. Karl V. (1500 \u2013 1558) floh w\u00e4hrend einer Auseinandersetzung mit dem protestantischen <em>Schmalkaldischen Bund<\/em> f\u00fcr einige Zeit nach Innsbruck. Ferdinand I. (1793 \u2013 1875) lie\u00df seine Familie fern der osmanischen Bedrohung im Osten \u00d6sterreichs in Innsbruck verweilen. \u00a0Franz Josef I. genoss kurz vor seiner Kr\u00f6nung im turbulenten Sommer der Revolution 1848 gemeinsam mit seinem Bruder Maximilian, der sp\u00e4ter als Kaiser von Mexiko von Aufst\u00e4ndischen Nationalisten erschossen wurde, die Abgeschiedenheit Innsbrucks. Eine Tafel am Alpengasthof Heiligwasser \u00fcber Igls erinnert daran, dass der Monarch hier im Rahmen seiner Besteigung des Patscherkofels n\u00e4chtigte. Einige der Tiroler Landesf\u00fcrsten aus dem Haus Habsburg hatten weder eine besondere Beziehung zu Tirol noch brachten sie diesem deutschen Land besondere Zuneigung entgegen. Ferdinand I. (1503 \u2013 1564) wurde am spanischen Hof erzogen. Maximilians Enkel Karl V. war in Burgund aufgewachsen. Als er mit 17 Jahren zum ersten Mal spanischen Boden betrat, um das Erbe seiner Mutter Johanna \u00fcber die Reiche Kastilien und Aragorn anzutreten, sprach er kein Wort spanisch. Als er 1519 zum Deutschen Kaiser gew\u00e4hlt wurde, sprach er kein Wort Deutsch.<\/p>\n<p>Es waren auch nicht alle Habsburger gl\u00fccklich in Innsbruck sein zu \u201ed\u00fcrfen\u201c. Angeheiratete Prinzen und Prinzessinnen wie Maximilians zweite Frau Bianca Maria Sforza oder Ferdinand II. zweite Frau Anna Caterina Gonzaga strandeten ungefragt nach der Hochzeit in der rauen, deutschsprachigen Bergwelt. Stellt man sich zudem vor, was ein Umzug samt Heirat von Italien nach Tirol zu einem fremden Mann f\u00fcr einen Teenager bedeutet, kann man erahnen, wie schwer das Leben der Prinzessinnen war. Kinder der Aristokratie wurden bis ins 20. Jahrhundert vor allem dazu erzogen, politisch verheiratet zu werden. Widerspruch dagegen gab es keinen. Man mag sich das h\u00f6fische Leben als prunkvoll vorstellen, Privatsph\u00e4re war in all dem Luxus nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Seine habsburgische Bl\u00fctezeit erlebte Innsbruck, als die Stadt Hauptresidenz der Tiroler Landesf\u00fcrsten war. Ferdinand II., Maximilian III. und Leopold V. pr\u00e4gten mit ihren Gattinnen die Stadt w\u00e4hrend ihrer Regentschaft. Als Sigismund Franz von Habsburg (1630 \u2013 1665) als letzter Landesf\u00fcrst kinderlos starb, war auch der Titel der Residenzstadt Geschichte und Tirol wurde von einem Statthalter regiert. Der Tiroler Bergbau hatte an Wichtigkeit eingeb\u00fc\u00dft und bedurfte keiner gesonderten Aufmerksamkeit. Kurz darauf verloren die Habsburger mit Spanien und Burgund ihre Besitzungen in Westeuropa, was Innsbruck vom Zentrum an den Rand des Imperiums r\u00fcckte. In der K.u.K. Monarchie des 19. Jahrhunderts war Innsbruck der westliche Au\u00dfenposten eines Riesenreiches, das sich bis in die heutige Ukraine erstreckte. Franz Josef I. (1830 \u2013 1916) herrschte zwischen 1848 und 1916 \u00fcber ein multiethnisches Vielv\u00f6lkerreich. Sein neoabsolutistisches Herrschaftsverst\u00e4ndnis allerdings war aus der Zeit gefallen. \u00d6sterreich hatte seit 1867 zwar ein Parlament und eine Verfassung, der Kaiser betrachtete diese Regierung allerdings als \u201eseine\u201c. Minister waren dem Kaiser gegen\u00fcber verantwortlich, der \u00fcber der Regierung stand. In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zerbrach das marode Reich. Am 28. Oktober 1918 wurde die Republik Tschechoslowakei ausgerufen, am 29. Oktober verabschiedeten sich Kroaten, Slowenen und Serben aus der Monarchie. Der letzte Kaiser Karl dankte am 11. November ab.\u00a0 Am 12. November erkl\u00e4rte sich \u201e<em>Deutsch\u00f6sterreich zur demokratischen Republik, in der alle Gewalt vom Volke ausgeht\u201c<\/em>. Das Kapitel der Habsburger war beendet.<\/p>\n<p>Bei allen nationalen, wirtschaftlichen und demokratiepolitischen Problemen, die es in den Vielv\u00f6lkerstaaten gab, die in verschiedenen Kompositionen und Auspr\u00e4gungen den Habsburgern unterstanden, die nachfolgenden Nationalstaaten schafften es teilweise wesentlich schlechter die Interessen von Minderheiten und kulturellen Unterschiede innerhalb ihres Territoriums unter einen Hut zu bringen. Seit der EU-Osterweiterung wird die Habsburgermonarchie von einigen wohlmeinenden Historikern als ein vormoderner Vorg\u00e4nger der Europ\u00e4ischen Union gesehen. Gemeinsam mit der katholischen Kirche pr\u00e4gten die Habsburger den \u00f6ffentlichen Raum \u00fcber Architektur, Kunst und Kultur. <em>Goldenes Dachl<\/em>, Hofburg, die Triumphpforte, Schloss Ambras, der Leopoldsbrunnen und viele weitere Bauwerke erinnern bis heute an die Pr\u00e4senz der wohl bedeutendsten Herrscherdynastie der europ\u00e4ischen Geschichte in Innsbruck.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Das Jahr 1848 und seine Folgen&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Das Jahr 1848 und seine Folgen&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53607&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Das Jahr 1848 nimmt einen mythischen Platz in der europ\u00e4ischen Geschichte ein. Die Hotspots waren zwar nicht im abgeschiedenen Tirol, sondern in den gro\u00dfen Metropolen wie Paris, Wien, Budapest, Mailand oder Berlin zu finden, auch im <em>Heiligen Land<\/em> hinterlie\u00df das Revolutionsjahr aber kr\u00e4ftige Spuren.\u00a0 Im Gegensatz zum b\u00e4uerlich gepr\u00e4gten Umland hatte sich in Innsbruck ein aufgekl\u00e4rtes Bildungsb\u00fcrgertum entwickelt. Aufgekl\u00e4rte Menschen wollten keine Untertanen eines Monarchen oder Landesf\u00fcrsten mehr sein, sondern B\u00fcrger mit Rechten und Pflichten gegen\u00fcber einem Staat. Studenten und Freiberufler forderten politische Mitsprache, Pressefreiheit und B\u00fcrgerrechte. Arbeiter verlangten nach besseren L\u00f6hnen und Arbeitsbedingungen. Besonders radikale Liberale und Nationalisten stellten sogar die Allmacht der Kirche in Frage.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1848 entlud sich in vielen St\u00e4dten Europas dieses sozial und politisch hochexplosive Gemisch in Aufst\u00e4nden. In Innsbruck feierten Studenten und Professoren die neu erlassene Pressefreiheit mit einem Fackelzug. Im Gro\u00dfen und Ganzen ging die Revolution im gem\u00e4chlichen Tirol aber ruhig vonstatten. Von einem spontanen Ausbruch der Emotionen zu sprechen w\u00e4re verwegen, der Termin des Zuges wurde wegen Schlechtwetter vom 20. auf den 21. M\u00e4rz verschoben. Es kam kaum zu antihabsburgischen Ausschreitungen oder \u00dcbergriffen, ein verirrter Stein in ein Fenster der Jesuiten war einer der H\u00f6hepunkte der alpinen Variante der Revolution von 1848. Die Studenten unterst\u00fctzten das Stadtmagistrat sogar dabei, die \u00f6ffentliche Ordnung zu \u00fcberwachen, um so dem Monarchen ihre Dankbarkeit f\u00fcr die neu gew\u00e4hrten Freiheiten und ihre Treue zu zeigen.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Begeisterung f\u00fcr b\u00fcrgerliche Revolution wurde in Innsbruck schnell von deutschnationalem, patriotischen Rausch abgel\u00f6st. Am 6. April 1848 wurde vom Gubernator Tirols die deutsche Fahne w\u00e4hrend eines feierlichen Umzugs geschwungen. Auch auf dem Stadtturm wurde eine deutsche <em>Tricolore<\/em> gehisst. W\u00e4hrend sich Studenten, Arbeiter, liberal-nationalistisch gesinnte B\u00fcrger, Republikaner, Anh\u00e4nger einer konstitutionellen Monarchie und katholische Konservative bei gesellschaftlichen Themen wie der Pressefreiheit nicht einig wurden, teilte man die Abneigung gegen die italienische Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung, die von Piemont und Mailand ausgehend Norditalien erfasst hatte. Innsbrucker Studenten und Sch\u00fctzen zogen mit Unterst\u00fctzung der k.k. Armeef\u00fchrung ins Trentino, um die Unruhen und Aufst\u00e4nde im Keim zu ersticken. Bekannte Mitglieder dieses Korps waren der bereits in die Jahre gekommene Pater Haspinger, der bereits mit Andreas Hofer 1809 zu Felde zog, und Adolf Pichler. Johann Nepomuk Mahl-Schedl, verm\u00f6gender Besitzer von Schloss B\u00fcchsenhausen, stattete sogar eine eigene Kompanie aus, mit der er zur Grenzsicherung \u00fcber den Brenner zog.<\/p>\n<p>Auch die Stadt Innsbruck als politisches und wirtschaftliches Zentrum des multinationalen Kronlandes Tirol und Heimat vieler Italienischsprachiger wurde zur Arena dieses Nationalit\u00e4tenkonflikts. In Kombination mit reichlich Alkohol bereiteten anti-italienische Gef\u00fchle in Innsbruck mehr Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung als die nach b\u00fcrgerlichen Freiheiten. Ein Streit zwischen einem deutschsprachigen Handwerker und einem italienischsprachigen Ladiner schaukelte sich derma\u00dfen auf, dass es beinahe zu einem Pogrom gegen\u00fcber den zahlreichen Betrieben und Gastst\u00e4tten von italienischsprachigen Tirolern gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die relative Beschaulichkeit Innsbrucks kam dem unter Druck stehenden Kaiserhaus recht. Als es in Wien auch nach dem M\u00e4rz nicht aufh\u00f6rte zu brodeln, floh Kaiser Ferdinand im Mai nach Tirol. Folgt man den Presseberichten aus dieser Zeit, wurde er von der Bev\u00f6lkerung begeistert empfangen.<\/p>\n<p>&#8222;<em>Wie hei\u00dft das Land, dem solche Ehre zu Theil wird, wer ist das Volk, das ein solches Vertrauen genie\u00dft in dieser verh\u00e4ngni\u00dfvollen Zeit? St\u00fctzt sich die Ruhe und Sicherheit hier blo\u00df auf die Sage aus alter Zeit, oder liegt auch in der Gegenwart ein Grund, auf dem man bauen kann, den der Wind nicht weg bl\u00e4st, und der Sturm nicht ersch\u00fcttert? Dieses Alipenland hei\u00dft Tirol, gef\u00e4llts dir wohl? Ja, das tirolische Volk allein bew\u00e4hrt in der Mitte des aufgew\u00fchlten Europa die Ehrfurcht und Treue, den Muth und die Kraft f\u00fcr sein angestammtes Regentenhaus, w\u00e4hrend ringsum Auflehnung, Widerspruch. Trotz und Forderung, h\u00e4ufig sogar Aufruhr und Umsturz toben; Tirol allein h\u00e4lt fest ohne Wanken an Sitte und Gehorsam, auf Religion, Wahrheit und Recht, w\u00e4hrend anderw\u00e4rts die Frechheit und L\u00fcge, der Wahnsinn und die Leidenschaften herrschen anstatt folgen wollen. Und w\u00e4hrend im gro\u00dfen Kaiserreiche sich die Bande \u00fcberall lockern, oder gar zu l\u00f6sen drohen; wo die Willk\u00fchr, von den Begierden getrieben, Gesetze umst\u00fcrzt, offenen Aufruhr predigt, t\u00e4glich mit neuen Forderungen losgeht; eigenm\u00e4chtig ephemere- wie das Wetter wechselnde Einrichtungen schafft; w\u00e4hrend Wien, die alte sonst so friedliche Kaiserstadt, sich von der erhitzten Phantasie der Jugend lenken und g\u00e4ngeln l\u00e4\u00dft, und die R\u00e4the des Reichs auf eine schm\u00e4hliche Weise behandelt, nach Laune beliebig, und mit jakobinischer Anma\u00dfung, \u00fcber alle Provinzen verf\u00fcgend, absetzt und anstellt, ja sogar ohne Ehrfurcht, den Kaiser mit Sturm-Petitionen verfolgt; w\u00e4hrend jetzt von allen Seiten her Deputationen mit Ergebenheits-Addressen mit Bittgesuchen und Loyalit\u00e4tsversicherungen dem Kaiser nach Innsbruck folgen, steht Tirol ganz ruhig, gleich einer stillen Insel, mitten im brausenden Meeressturme, und des kleinen V\u00f6lkchens treue Brust bildet, wie seine Berge und Felsen, eine feste Mauer in Gesetz und Ordnung, f\u00fcr den Kaiser und das Vaterland.<\/em>&#8222;<\/p>\n<p>Im Juni stieg auch ein junger Franz Josef, damals noch nicht Kaiser, am R\u00fcckweg von den Schlachtfeldern Norditaliens in der Hofburg ab, anstatt direkt nach Wien zu reisen. Innsbruck war wieder Residenzstadt, wenn auch nur f\u00fcr einen Sommer. W\u00e4hrend in Wien, Mailand und Budapest Blut floss, genoss die kaiserliche Familie das Tiroler Landleben. Ferdinand, Franz Karl, seine Frau Sophie und Franz Josef empfingen G\u00e4ste von ausl\u00e4ndischen F\u00fcrstenh\u00f6fen und lie\u00dfen sich im Viersp\u00e4nner zu den Ausflugszielen der Region wie der Weiherburg, zur Stefansbr\u00fccke, nach Kranebitten und hoch hinauf bis Heiligwasser chauffieren. Wenig sp\u00e4ter war es allerdings vorbei mit der Gem\u00fctlichkeit. Der als nicht mehr amtstauglich geltende Ferdinand \u00fcbergab unter sanftem Druck die Fackel der Regentenw\u00fcrde an Franz Josef I. Im Juli 1848 kam es in Wien in der Hofreitschule zur Abhaltung einer ersten parlamentarischen Sitzung. Eine erste Verfassung wurde in Kraft gesetzt. Der Reformwille der Monarchie flachte aber schnell wieder ab. Das neue Parlament war ein Reichsrat, es konnte keine bindenden Gesetze erlassen, der Kaiser besuchte es Zeit seines Lebens nie und verstand auch nicht, warum die Donaumonarchie als von Gott eingesetzt diesen Rat ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Die zart in Gang gesetzte Liberalisierung nahm in den St\u00e4dten trotzdem ihren Lauf. Innsbruck erhielt den Status einer Stadt mit eigenem Statut. Das Innsbrucker Gemeinderecht sah ein B\u00fcrgerrecht vor, das zwar an Besitz oder die Abgabe von Steuern gebunden war, jedoch den Angeh\u00f6rigen der Gemeinde gewisse Rechte gesetzlich zusicherte. Das Heimatrecht konnte durch Geburt, Verehelichung oder au\u00dferordentlicher Verleihung erworben werden und verlieh zumindest den m\u00e4nnlichen Vollj\u00e4hrigen das Wahlrecht auf kommunaler Ebene. Geriet man in finanzielle Notlage, so hatte man das Anrecht auf eine Grundversorgung durch die Stadt.<\/p>\n<p>Innerhalb der Stadtregierung setzte sich dank des Mehrheitswahlrechtes nach Zensus die gro\u00dfdeutsch-liberale Fraktion durch, in der H\u00e4ndler, Gewerbetreibende, Industrielle und Gastwirte den Ton angaben. Am 2. Juni 1848 erschien die erste Ausgabe der liberal und gro\u00dfdeutsch gesinnten <em>Innsbrucker Zeitung<\/em>, der obiger Artikel zur Ankunft des Kaisers in Innsbruck entnommen ist. Konservative hingegen lasen das <em>Volksblatt f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>. Gem\u00e4\u00dfigte Leser, die eine konstitutionelle Monarchie bef\u00fcrworteten, konsumierten bevorzugt den <em>Bothen f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>. Mit der Pressefreiheit war es aber schnell wieder vorbei. Die zuvor abgeschaffte Zensur wurde in Teilen wieder eingef\u00fchrt. Herausgeber von Zeitungen mussten einigen Schikanen der Obrigkeit unterziehen. Zeitungen durften nicht gegen Landesregierung, Monarchie oder Kirche schreiben.<\/p>\n<p><em>&#8222;Wer durch Druckschriften andere zu Handlungen auffordert, aneifert oder zu verleiten sucht, durch welche die gewaltsame Losrei\u00dfung eines Theiles von dem einheitlichen Staatsverbande&#8230; des Kaiserthums \u00d6sterreich bewirkt&#8230; oder der allgemeine \u00f6ster. Reichstag oder die Landtage der einzelnen Kronl\u00e4nder&#8230; gewaltt\u00e4tig st\u00f6rt&#8230; wird mit schwerem Kerker von zwei bis zehn Jahren Haft bestraft.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Nachdem Innsbruck 1849 Meran auch offiziell als Landeshauptstadt abgel\u00f6ste hatte und somit auch endg\u00fcltig zum politischen Zentrum Tirols geworden war, bildeten sich Parteien. Ab 1868 stellte die liberal und gro\u00dfdeutsch orientierte Partei den B\u00fcrgermeister der Stadt Innsbruck. Der Einfluss der Kirche nahm in Innsbruck im Gegensatz zu den Umlandgemeinden ab. Individualismus, Kapitalismus, Nationalismus und Konsum sprangen in die Bresche. Neue Arbeitswelten, Kaufh\u00e4user, Theater, Caf\u00e9s und Tanzlokale verdr\u00e4ngten Religion zwar auch in der Stadt nicht, die Gewichtung wurde durch die 1848 errungenen b\u00fcrgerlichen Freiheiten aber eine andere.<\/p>\n<p>Die vielleicht wichtigste Gesetzes\u00e4nderung war das <em>Grundentlastungspatent<\/em>. In Innsbruck hielt der Klerus, vor allem das Stift Wilten, einen gro\u00dfen Teil des b\u00e4uerlichen Grundbesitzes. Kirche und Adel waren nicht steuerpflichtig. 1848\/49 wurden in \u00d6sterreich Grundherrschaft und Untert\u00e4nigkeitsverh\u00e4ltnis aufgehoben. Abgel\u00f6st wurden damit Grundzinsen, Zehent und Robot. Die Grundherren erhielten im Rahmen der Grundentlastung ein Drittel des Wertes ihrer L\u00e4ndereien vom Staat, ein Drittel wurde als Steuererleichterung gewertet, ein Drittel der Abl\u00f6se mussten die Bauern selbst \u00fcbernehmen. Sie konnten diesen Betrag in Raten innert zwanzig Jahren abzahlen.<\/p>\n<p>Die Nachwirkungen sind bis heute zu sp\u00fcren. Die Nachkommen der damals erfolgreichen Bauern genie\u00dfen durch den geerbten Landbesitz, der auf die Grundentlastung 1848 zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die Fr\u00fcchte des Wohlstandes und auch politischen Einfluss durch Grundst\u00fccksverk\u00e4ufe f\u00fcr Wohnbau, Pachten und Abl\u00f6sen der \u00f6ffentlichen Hand f\u00fcr Infrastrukturprojekte. Die grundbesitzenden Adeligen von einst mussten sich mit der Schmach abfinden, b\u00fcrgerlicher Arbeit nachzugehen. Der \u00dcbergang vom Geburtsrecht zum privilegierten Status innerhalb der Gesellschaft dank finanzieller Mittel, Netzwerken und Ausbildung gelang h\u00e4ufig. Viele Innsbrucker Akademikerdynastien nahmen ihren Ausgang in den Jahrzehnten nach 1848.<\/p>\n<p>Das bis dato unbekannte Ph\u00e4nomen der Freizeit kam, wenn auch f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Teil nur sp\u00e4rlich, auf und beg\u00fcnstigte gemeinsam mit frei verf\u00fcgbarem Einkommen einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl an Menschen Hobbies. Zivile Organisationen und Vereine, vom Lesezirkel \u00fcber S\u00e4ngerb\u00fcnde, Feuerwehren und Sportvereine, gr\u00fcndeten sich. Auch im Stadtbild manifestierte sich das Revolutionsjahr. Parks wie der Englische Garten beim Schloss Ambras oder der Hofgarten waren nicht mehr exklusiv der Aristokratie vorbehalten, sondern dienten den B\u00fcrgern als Naherholungsgebiete vom beengten Dasein. In St. Nikolaus entstand der <em>Waltherpark<\/em> als kleine Ruheoase. Einen Stock h\u00f6her er\u00f6ffnete im Schloss B\u00fcchsenhausen Tirols erste Schwimm- und Badeanstalt, wenig sp\u00e4ter folgte ein weiteres Bad in Dreiheiligen. Ausflugsgasth\u00f6fe rund um Innsbruck florierten. Neben den gehobenen Restaurants und Hotels entstand eine Szene aus Gastwirtschaften, in denen sich auch Arbeiter und Angestellte gem\u00fctliche Abende bei Theater, Musik und Tanz leisten konnten.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rennweg 1<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":59940,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[16,61,38,43,15,40,35,52,23],"tags":[],"class_list":["post-1624","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-barock","category-das-jahr-1848-und-die-industrialisierung","category-die-baumeister-gumpp-und-die-barockisierung-innsbrucks","category-ferdinand-ii-renaissance","category-innenstadt-2","category-innsbruck-und-das-haus-habsburg","category-maria-theresia-landesmutter-und-reformatorin","category-maximilian-i-und-seine-zeit","category-top-10"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1624","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1624"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1624\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59940"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}