{"id":1663,"date":"2020-09-25T13:08:20","date_gmt":"2020-09-25T13:08:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1663"},"modified":"2026-01-07T09:05:57","modified_gmt":"2026-01-07T09:05:57","slug":"tiroler-landestheater-kongresshaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/tiroler-landestheater-kongresshaus\/","title":{"rendered":"Tyrolean State Theatre &amp; Congress Centre"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Tiroler Landestheater &amp; Kongresshaus<\/h2>\n<p>Rennweg 3<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;61981,1668&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Tiroler Landestheater Stadttheater Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61998&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Tiroler Landestheater und Kongresshaus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59049&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Der Platz zwischen Hofburg und Hofgarten diente schon zu Zeiten Kaiser Maximilians dem Entertainment. Am Rennplatz fanden Wettk\u00e4mpfe und Turniere aller Art statt. Weniger sportlich, daf\u00fcr kulturell ansprechender mochte es Innsbrucks Renaissancef\u00fcrst. Unter Ferdinand II. entstand 1581 mit dem <em>Comdedihaus<\/em> nach Pl\u00e4nen von Hofbaumeister Alberto Lucchese das erste Stadttheater. Der Name ist irref\u00fchrend. Die unter der Regie der Jesuiten aufgef\u00fchrten St\u00fccke waren meist stundenlang dauernde und auf Latein vorgetragene Dramen, die sich auf ein biblisches Thema oder ganz im Geist der Renaissance auf die Antike bezogen. Theater sollte das Publikum f\u00fcr den konfessionellen Widerstand gegen die drohende Verrohung durch den Protestantismus r\u00fcsten und die Stimmung im Kampf gegen die osmanische Bedrohung des habsburgischen Abendlandes hochhalten. Zur Hochzeit Kaisers Ferdinands 1622 kam ein St\u00fcck mit dem einpr\u00e4gsamen Titel \u201e<em>Action von Ovinio Gallicono, der einst die Skythen besiegt, nachdem er vorher Christ geworden ist und so die Hand der Tochter Konstantins erwirbt<\/em>\u201c. Wer Profanes der katholischen Erbauung vorzog, kam aber nicht zu kurz. Neben Theaterst\u00fccken war es m\u00f6glich Dressurreit- und Wasserspiele aufzuf\u00fchren. Nicht nur die Klassik, auch das Prinzip von Brot und Spielen erfreute sich in der Renaissance gro\u00dfer Beliebtheit.<\/p>\n<p>Landesf\u00fcrst Leopold V.\u00a0lie\u00df ein <em>Ballhaus<\/em> 1630 zum Hoftheater umfunktionieren. Seine Frau\u00a0Claudia de Medici\u00a0und er sch\u00e4tzten als gebildete Zeitgenossen des 17. Jahrhunderts Kunst und Kultur. Ihre Residenzstadt sollte auf der H\u00f6he der Zeit sein. Bis dahin war es \u00fcblich, dass Theater fahrende Institutionen waren, die von Stadt zu Stadt zogen oder die ortsans\u00e4ssigen Universit\u00e4ten und Gymnasien die Auff\u00fchrungen organisierten, nun sollte ein fixes Team den Hofstaat auf Bedarf am\u00fcsieren, bilden und erziehen. Das Hoftheater war eines der ersten fixen Opern- und Theaterh\u00e4user im Heiligen R\u00f6mischen Reich \u00fcberhaupt. Die Jesuiten und ihre Sch\u00fcler waren noch immer federf\u00fchrend bei den Inszenierungen, die Highlights aber waren das Innsbrucker <em>Ross- und das Damenballett<\/em>, das vom F\u00fcrstenpaar als Kulturexport bis an den kaiserlichen Hof in Wien gebracht wurde. Lange w\u00e4hrte das aufw\u00e4ndige Spektakel nicht, zu gro\u00df war die finanzielle Notlage nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg. Innsbruck war eine kleine Stadt mit etwa 5000 Einwohnern, von denen sich die meisten weder f\u00fcr die barocken Darbietungen der Jesuiten interessierten noch sich einen Besuch leisten konnten. 1653 \u00fcbersiedelte das zu gro\u00df geratene Stadttheater auf den Platz des heutigen Tiroler Landestheaters auf den gegen\u00fcberliegenden Platz neben den Hofgarten. Christoph Gumpp plante eines der ehemaligen Ballspielh\u00e4user zu einem kleineren, aber moderneren <em>Comedihaus <\/em>im venezianischen Stil mit nur noch 1000 Sitzpl\u00e4tzen um.<\/p>\n<p>Im 18. Jahrhundert ging die Zeit der exklusiv h\u00f6fischen Theaterkultur zu Ende. Mit der Verb\u00fcrgerlichung der Gesellschaft nahm das Showbusiness eine \u00f6ffentliche Rolle ein. In Innsbruck war die Hochkultur und deren Deutung immer von den Macht- und Herrschaftsverh\u00e4ltnissen gepr\u00e4gt. 1765 unter Maria Theresia wurde das \u201e<em>Hoftheater<\/em>\u201c renoviert und unter ihrem Sohn Josef, einem Anh\u00e4nger des modernen Nationalstaates, zum <em>Nationaltheater<\/em>. 1805 unter bayrischer Fremdherrschaft war es das \u201e<em>K\u00f6niglich-Bayrische Hof-Nationaltheater<\/em>\u201c. In der Zeit der Nationalisierung nach dem Zusammenbruch des Heiligen R\u00f6mischen Reiches wurde das <em>Hoftheater<\/em> zum austrianisierten <em>Nationaltheater<\/em>. Nach den napoleonischen Kriegen gierten die kunstsinnigen B\u00fcrger Innsbrucks nach Unterhaltung, wie sie international \u00fcblich war. Daf\u00fcr musste das alte <em>Nationaltheater <\/em>modern aus- und umgebaut werden. Das Landestheater in seinem aktuellen Aussehen wurde im 19. Jahrhundert vom italienischen Architekten Giuseppe Segusini (1801 \u2013 1876) geplant. Segusini kam im von Napoleon besetzten Norditalien zur Welt. Seine Ausbildung absolvierte er w\u00e4hrend der habsburgischen Herrschaft in Venedig an der <em>Accademia di Belle Arti<\/em>. 1840 legte er einen Plan zum Umbau des Innsbrucker Hoftheaters vor. Der klassizistische Bau entstand vier Jahre sp\u00e4ter vor einem \u00e4hnlichen gesellschaftlichen Hintergrund wie das <em>Ferdinandeum<\/em>, f\u00fcr dessen Neubau Segusini ebenfalls Pl\u00e4ne vorlegte, aber nicht zum Zug kam. Ein gro\u00dfer Teil der Kosten wurde ganz im Geist der Zeit vom eigens daf\u00fcr gegr\u00fcndeten Theaterverein der Stadt \u00fcbernommen. Die Neuer\u00f6ffnung in seinem jetzigen Aussehen erfolgte am 19. April 1846, dem Geburtstag Kaisers Ferdinand I., einem der Stadt Innsbruck besonders gewogenen Monarchen. Die Form des Geb\u00e4udes \u00e4hnelt einem r\u00f6mischen Triumphbogen. Der wuchtige Eingangsbereich \u00fcber Treppen wird von m\u00e4chtigen S\u00e4ulen gest\u00fctzt. Heute wirkt das altehrw\u00fcrdige Landestheater neben dem wuchtigen und modernen <em>Haus der Musik<\/em> beinahe etwas verloren. Im Nationalsozialismus wurde aus dem Nationaltheater das \u201e<em>Reichsgautheater<\/em>\u201c, der Platz davor erhielt den Namen <em>Adolf-Hitler-Platz<\/em>. Nach dem Krieg wurde es zum <em>Tiroler Landestheater<\/em>.<\/p>\n<p>Das ehemalige Ballhaus auf der gegen\u00fcberliegenden Stra\u00dfenseite, das heutige Kongresshaus, wurde in den Jahren, in denen Tirol einen Landesf\u00fcrsten hatte, als Hofreitschule. 1776 wurde es im Zeitgeist der Rationalisierung zu einem Mauthaus. Die Zentralisierung unter Maria Theresia und Josef II. bedurfte neuer Infrastruktur, um die Beamtenschaft f\u00fcr die Besteuerung unterzubringen. Der Name <em>Dogana<\/em>, italienisch f\u00fcr Zoll, r\u00fchrt von dieser Verwendung. Im 19. Jahrhundert fanden im ehemaligen Amtsgeb\u00e4ude Messen und Ausstellungen wie die <em>Tiroler Landesausstellung<\/em> von 1893 statt. Bei den ersten Luftangriffen auf Innsbruck 1944 erlitt die Dogana erheblichen Schaden. Anders als zerst\u00f6rte Wohnh\u00e4user und Kirchen war das Kongresszentrum nicht am oberen Ende der Liste der systemrelevanten Geb\u00e4ude zu finden. 25 Jahre lang verfielen die \u00dcberreste der <em>Dogana<\/em> bis auf die Grundmauern, bevor an die Ruine mitten in der Stadt Hand angelegt wurde. Nach den Pl\u00e4nen des Architekten Hubert Prachensky entstand zwischen 1970 und 1973 beinahe zeitgleich mit dem Bau der vier Wohnblocks <em>Mariahilfpark<\/em> der kubische Bau im Stil des Brutalismus. Sowohl im Innen wie auch im Au\u00dfenbereich pr\u00e4sentiert sich das Kongresshaus klobig und klotzig, aufgelockert nur durch die neueren Geb\u00e4udeteile. Die modernen Kunstwerke im Innenbereich stammen unter anderem von Rudi Wach, der auch das Kruzifix auf der Innbr\u00fccke schuf. Seit 2007 ist die neue Talstation der Hungerburgbahn neben dem Kongresshaus zu finden. Ganz im Stile eines modernen Gladiatorenkampfes, der vom Prinzip her so auch zu Zeiten Maximilians am Rennplatz h\u00e4tte stattfinden k\u00f6nnen, hatte mit der Rad-Weltmeisterschaft 2018 das gr\u00f6\u00dfte Sportevent seit den Olympischen Spielen den Zielbereich zwischen Theater und Kongress.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Ferdinand II.: Principe und Renaissancef\u00fcrst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Ferdinand II.: Renaissance, Glanz und Glamour&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53487&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erzherzog Ferdinand II. von \u00d6sterreich (1529 \u2013 1595) z\u00e4hlt zu den schillerndsten Figuren der Tiroler Landesgeschichte. Sein Vater Kaiser Ferdinand I. lie\u00df ihm eine ausgezeichnete Ausbildung angedeihen. Er wuchs am spanischen Hof seines Onkels Kaiser Karl V auf. Die Jahre, in denen Ferdinand seine Schulbildung erhielt, fallen in die Anfangszeit des jesuitischen Einflusses an den habsburgischen H\u00f6fen. Der junge Staatsmann wurde ganz im Sinne des frommen Humanismus erzogen. Dazu gesellten sich die Sitten des Hochadels der Renaissance. In jungen Jahren reiste er durch Italien und Burgund und hatte an den wohlhabenden H\u00f6fen dort einen Lebensstil kennengelernt, der sich unter der deutschen Aristokratie noch nicht durchgesetzt hatte. Ferdinand war das, was man heute als Globetrotter, Mitglied der Bildungselite oder Kosmopolit bezeichnen w\u00fcrde. Er galt als intelligent, charmant und kunstsinnig. Bei weniger exzentrischen Zeitgenossen genoss Ferdinand den Ruf eines unmoralischen und genusss\u00fcchtigen W\u00fcstlings. Es wurde ihm schon zu Lebzeiten nachgesagt, ausschweifende und unsittliche Orgien zu veranstalten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinands Vater teilte sein Reich unter seinen S\u00f6hnen auf. Maximilian II., der zu Recht unter dem elterlichen Verdacht der H\u00e4resie und dem Anh\u00e4ngen protestantischer Lehren stand, erbte Ober- und Nieder\u00f6sterreich sowie B\u00f6hmen und Ungarn. Ferdinands j\u00fcngerer Bruder Karl regierte in Inner\u00f6sterreich, also K\u00e4rnten, Steiermark und der Krain. Das Mittelkind erhielt Tirol, das damals bis ins Engadin reichte, und die zerst\u00fcckelten habsburgischen Vorlande im Westen der zentraleurop\u00e4ischen Besitzungen. Ferdinand \u00fcbernahm das Land Tirol als Landesf\u00fcrst in turbulenten Zeiten. Er hatte bereits in seiner Jugend einige Jahre in Innsbruck verbracht. Die Bergwerke in Schwaz begannen wegen des billigen Silbers aus Amerika unrentabel zu werden. Die Silberschwemme aus den habsburgischen Besitzungen in <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Neu-Spanien<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> jenseits des Atlantiks f\u00fchrte zu einer Inflation.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese finanziellen Probleme hielten Ferdinand aber nicht davon ab, pers\u00f6nliche und \u00f6ffentliche Infrastruktur in Auftrag zu geben. Innsbruck profitierte wirtschaftlich und kulturell enorm davon, dass es nach Jahren ohne dezidiert einen Landesf\u00fcrsten zu haben, nun wieder zum Zentrum eines Regenten wurde. Ferdinands erzherzogliche Pr\u00e4senz lockte Aristokratie und Beamtenschaft nach den Jahrzehnten der Vernachl\u00e4ssigung nach Maximilians Ableben wieder an. In den sp\u00e4ten 1560er Jahren war die Verwaltung wieder auf 1000 Personen angewachsen, die mit ihrem Geld die lokale Wirtschaft anfachten. B\u00e4cker, Metzger und Gasth\u00f6fe florierten nach einigen kargeren Jahren wieder. Innsbruck besa\u00df Ende des 16. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen St\u00e4dten \u00fcberdurchschnittlich viele Gastwirte, die \u00fcberdurchschnittlich gut an den H\u00e4ndlern, G\u00e4sten und Durchreisenden verdienten. Weinh\u00e4user waren nicht nur Gastbetriebe, sondern auch Lager- und Handelsst\u00e4tten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die italienischen St\u00e4dte Florenz, Venedig und Mailand waren stilbildend in Kultur, Kunst und Architektur. Der Tiroler Hof Ferdinands sollte ihnen in nichts nachstehen. Vorbei sollten die Zeiten sein, in denen Deutsche in den sch\u00f6neren St\u00e4dten s\u00fcdlich der Alpen als unzivilisiert,<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\"> barbarisch<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> oder gar als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schweine<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bezeichnet wurden. Dazu lie\u00df er Innsbruck im Geist der Renaissance umgestalten. Ganz im Trend der Zeit ahmte er die italienischen Adelsh\u00f6fe nach. Hofarchitekt Giovanni Lucchese stand ihm dabei zur Seite. Einen ansehnlichen Teil seines Lebens verbrachte Ferdinand auf Schloss Ambras bei Innsbruck, wo er sich eine der kostbarsten Sammlungen von Kunstwerken und R\u00fcstungen anlegte, die noch heute zu den wertvollsten der Welt ihrer Art zu z\u00e4hlen ist. Ferdinand verwandelte die Burg oberhalb des Dorfes Amras in einen modernen Hof. Seine Feste, Maskenb\u00e4lle und Umz\u00fcge waren legend\u00e4r. W\u00e4hrend der Hochzeit eines Neffen lie\u00df er 1800 K\u00e4lber und 130 Ochsen braten. Aus den Brunnen soll 10 Tage lang Wein statt Wasser geflossen sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit dem Schloss Ambras war es aber nicht getan, was die Ver\u00e4nderung Innsbrucks anbelangt. Westlich der Stadt erinnert ein Torbogen noch an den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiergarten<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, ein Jagdrevier Ferdinands samt Lusthaus entworfen ebenfalls von Lucchese. Damit der Landesf\u00fcrst sein Wochenenddomizil erreichen konnte, wurde eine Stra\u00dfe in die sumpfige H\u00f6ttinger Au gelegt, die die Basis f\u00fcr die heutige Kranebitter Allee bildete. Das Lusthaus wurde 1786 durch den heute als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Pulverturm<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bekannten Bau ersetzt, der einen Teil der sportwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck beheimatet. Dem f\u00fcrstlichen Sport des Jagens folgte im ehemaligen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Lusthaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das der Pulverturm war, die Sportuniversit\u00e4t nach. In der Innenstadt lie\u00df er das f\u00fcrstliche <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Comedihaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> am heutigen Rennweg errichten. Um Innsbrucks Trinkwasserversorgung zu verbessern, wurde unter Ferdinand die M\u00fchlauerbr\u00fccke errichtet, um eine Wasserleitung vom M\u00fchlaubach ins Stadtgebiet zu verlegen. Die Jesuiten, kurz vor Ferdinands Amtsantritt in Innsbruck eingetroffen, um l\u00e4stigen Reformatoren und Kirchenkritikern das Leben schwer zu machen und das Bildungswesen neu aufzustellen, erhielten in der Silbergasse eine neue Kirche. Zahlreiche Neubauten wie die Kl\u00f6ster der Jesuiten, der Franziskaner, Kapuziner und Servitinnen kurbelten das Handwerk und die Baubranche an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die neuen Orden unterst\u00fctzten Ferdinands Augenmerk auf die konfessionelle Ausrichtung seiner Sch\u00e4fchen. In seiner 1573 erlassenen Tiroler Landesordnung schob er nicht nur Unzucht, Fluchen und Prostitution einen Riegel vor, sondern verpflichtete seine Untertanen zu einer gottesf\u00fcrchtigen, also katholischen Lebensf\u00fchrung. Das \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Verbott der Zauberey und Abgerglaubigen Warsagerey<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c untersagte jedwegliche Abweichung vom wahren Glauben bei Androhung von Kerker, k\u00f6rperlicher Z\u00fcchtigung und Enteignung. Juden mussten einen jederzeit gut sichtbaren Ring aus gelbem Stoff auf der linken Brustseite ihres Gewandes tragen. Gleichzeitig brachte Ferdinand einen j\u00fcdischen Finanzier nach Innsbruck, um die Geldgesch\u00e4fte f\u00fcr die aufw\u00e4ndige Hoff\u00fchrung abzuwickeln. Samuel May und seine Familie lebten als F\u00fcrstliche Schutzjuden in der Stadt. Daniel Levi erfreute Ferdinand mit Tanz und Harfenspiel am Theater und Elieser Lazarus k\u00fcmmerte sich als Hofarzt um seine Gesundheit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Bev\u00f6lkerung zu schr\u00f6pfen, prunkvoll zu leben, Protestantismus unter seinen wichtigen Beratern zu tolerieren und gleichzeitig den Protestantismus im Volk zu bek\u00e4mpfen, war f\u00fcr den gelernten Renaissancef\u00fcrsten kein Widerspruch. Bereits mit 15 Jahren zog er unter seinem Onkel Karl V. im <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schmalkaldischen Krieg<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in die Schlacht gegen die Feinde der R\u00f6mischen Kirche. Als Landesf\u00fcrst verstand er sich als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Advocatus Ecclesiae (Anm.: Vertreter der Kirche)<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in einem konfessionell absolutistischen Sinn, der f\u00fcr das Seelenheil seiner Untertanen verantwortlich war. Zwangsma\u00dfnahmen, Stiftung von Kirchen und Kl\u00f6stern wie den Franziskanern und den Kapuzinern in Innsbruck, verbesserte Seelsorge und die Inszenierung jesuitischer Theaterst\u00fccke wie \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Enthauptung des Johannes<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c waren die Waffen der Wahl gegen den Protestantismus. Ferdinands Fr\u00f6mmigkeit war zwar nicht aufgesetzt, er schaffte es aber wie die meisten seiner Zeitgenossen, sich situationselastisch anzupassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Politik Ferdinands stand unter passendem italienischem Einfluss der zeitgen\u00f6ssischen Avantgarde. Machiavelli schrieb sein Werk \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Il Principe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, in dem davon die Rede war, dass Regierenden alles erlaubt sei, was f\u00fcr den Erfolg n\u00f6tig ist, so sie denn unf\u00e4hig waren, sie auch abgesetzt werden k\u00f6nnten. Ferdinand II. probierte diesem fr\u00fchen absolutistischen F\u00fchrungsstil gerecht zu werden und erlie\u00df mit seiner <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Landesordnung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse ein modernes juristisches Regelwerk. F\u00fcr seine Untertanten bedeutete das h\u00f6here Steuerabgaben auf ihre Ertr\u00e4ge sowie weitgehende Einschr\u00e4nkungen bei Almende, Fischerei- und Jagdrechten. Die Knappen, Bergbauunternehmer und die ausl\u00e4ndischen Handelsgesellschaften mit ihren Kontoreien in Innsbruck trieben die Lebensmittelpreise zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he. Man k\u00f6nnte es zusammenfassen, dass Ferdinand auf seinen Anwesen vergn\u00fcglich dem exklusiven Jagdvergn\u00fcgen nachging, w\u00e4hrend seine Untertanten durch steigende Belastungen, Preise und Wildsch\u00e4den am Existenzminimum lebten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sein Beziehungsleben war f\u00fcr ein Mitglied der Hocharistokratie exzentrisch. In erster &#8222;halbwilder Ehe&#8220; war Ferdinand mit der B\u00fcrgerlichen Philippine Welser verheiratet. Nachdem Ehefrau #1 verstorben war, heiratete Ferdinand mit 53 Jahren die tiefgl\u00e4ubige Anna Caterina Gonzaga, eine erst 16j\u00e4hrige Prinzessin von Mantua. Gro\u00dfe Zuneigung haben die beiden allem Anschein nach aber nicht zueinander empfunden, zumal Anna Caterina eine Nichte Ferdinands war. Die Habsburger waren beim Thema Hochzeit unter Verwandten weniger zimperlich als bei der Ehe eines Adeligen mit einer B\u00fcrgerlichen. Auch mit ihr konnte er allerdings &#8222;nur&#8220; drei T\u00f6chter zeugen. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Ferdinand in der Silbernen Kapelle bei seiner ersten Ehefrau Philippine Welser.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Leopold V. &#038; Claudia de Medici: Glanz und Gloria in Innsbruck&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Leopold V. &#038; Claudia de Medici: Glanz und Gloria in Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53486&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Das f\u00fcr das barocke Gesicht Innsbrucks bedeutendste F\u00fcrstenpaar regierte Tirol w\u00e4hrend der Zeit, in der der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg Europa verheerte. Der Habsburger Leopold (1586 \u2013 1632) um die landesf\u00fcrstlichen Regierungsgesch\u00e4fte im ober\u00f6sterreichischen Regiment in Tirol und den Vorlanden zu f\u00fchren. Er hatte die klassische Erziehung unter den Fittichen der Jesuiten genossen. In Graz und Judenburg studierte er Philosophie und Theologie, um sich f\u00fcr den machtpolitischen Bereich des Klerus vorzubereiten, eine \u00fcbliche Karriere nachgeborener S\u00f6hne, die kaum Chancen auf weltliche Throne hatten. Leopolds fr\u00fche Karriere im Machtapparat der Kirche steht f\u00fcr all das, was Protestanten und Kirchenreformer an der katholischen Kirche ablehnten. Mit 12 Jahren wurde er zum Bischof von Passau gew\u00e4hlt, mit dreizehn wurde er zum Koadjutor des Bistums Stra\u00dfburg in Lothringen ernannt. Kirchliche Weihen hingegen erhielt er nie. F\u00fcr die geistlichen Pflichten war sein F\u00fcrstbischof zust\u00e4ndig. Er war leidenschaftlicher Politiker, reiste viel zwischen seinen Bist\u00fcmern und beteiligte sich auf kaiserlicher Seite am Konflikt zwischen Rudolf II. und Matthias, der Vorlage f\u00fcr Franz Grillparzers \u201e<em>Bruderzwist im Hause Habsburg<\/em>\u201c. Diese Agenden, die einem Kirchenmann nicht unbedingt zur Ehre gereichten, sollten Leopolds Chance auf weltliche F\u00fcrstenw\u00fcrden am Leben halten.<\/p>\n<p>Diese Chance kam, als der unverheiratete Maximilian III. 1618 kinderlos verstarb. Leopold fungierte auf Gehei\u00df seines Bruders als habsburgischer <em>Gubernator und Regierer dieser Ober- und Vorder\u00f6sterreichischen, auch Mitincorpierter Leuth und Lannde<\/em>. In seinen ersten Jahren als Regent musste er weiterhin zwischen seinen von den Wirren des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges bedrohten Bist\u00fcmern in S\u00fcd- und Westdeutschland pendeln. Der ambitionierte Machtpolitiker war zwar wohl mit dem aufregenden Leben inmitten der hohen Politik zufrieden, nicht aber mit seinem Status als Gubernator. Er wollte den Titel des Landesf\u00fcrsten samt Huldigung und dynastischem Erbrecht. F\u00fcr den F\u00fcrstentitel und um einen Hofstaat einzurichten, fehlten eine passende Braut, Zeit und Geld. Die kostspieligen Auseinandersetzungen, an denen er beteiligt war, hatten Leopolds S\u00e4ckel geleert.<\/p>\n<p>Das Geld kam mit der Braut und mit ihr auch die Zeit. Claudia de Medici (1604 \u2013 1648) aus dem reichen toskanischen Kaufmanns- und F\u00fcrstengeschlecht wurde dazu auserkoren, den mittlerweile schon auf die 40 zugehenden Landesf\u00fcrsten in Spe mit dynastischen Freuden zu begl\u00fccken. Claudia war bereits im Kindesalter dem Herzog von Urbino versprochen worden, den sie mit 17 Jahren trotz eines Antrags Kaiser Ferdinands II. heiratete. Nach zwei Jahren Ehe verstarb ihr Gatte. Die Bande mit den Habsburgern waren noch vorhanden. Sp\u00e4testens seit der Hochzeit Francesco de Medici mit Johanna von Habsburg, einer Tochter Ferdinands I. waren die beiden Dynastien gut verzahnt. Auch Leopold und Claudia waren ein <em>Perfect Match<\/em> aus Titel, Macht, barocker Fr\u00f6mmigkeit und Geld. Leopolds Schwester Maria Magdalena war als angeheiratete Gro\u00dfherzogin der Toskana in Florenz gelandet und schickte ihrem Bruder ein gemaltes Portrait der jungen Witwe Claudia mit den Begleitworten, dass sie \u201e<em>von gesicht, leib und tugendt sch\u00f6n<\/em>\u201c sei. Nach einem Tanz im Huhn-Ei-Prinzip \u2013 die Familie der Braut wollte eine Versicherung um die Titel des Schwiegersohnes w\u00e4hrend dessen Bruder der Kaiser f\u00fcr die Vergabe der Herzogsw\u00fcrde den Beweis einer Braut forderte \u2013 war es so weit. 1625 verzichtete der mittlerweile zum Herzog erhobene, wohlgen\u00e4hrte und vierzig Jahre alte Leopold auf seine kirchlichen Besitzt\u00fcmer und W\u00fcrden, um heiraten und mit seiner fast 20 Jahre j\u00fcngeren Braut eine neue Tiroler Linie des Hauses Habsburg gr\u00fcnden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Verbindung des Landesf\u00fcrsten mit der Italienerin sollten Innsbruck pr\u00e4gen. Die Medici hatten mit Baumwoll- und Textilhandel, vor allem aber mit Finanzgesch\u00e4ften ein Verm\u00f6gen verdient und waren zu politischer Macht gekommen. Unter den Medici war Florenz das kulturelle und finanzwirtschaftliche Zentrum Europas geworden, vergleichbar mit dem New York des 20 oder den Arabischen Emiraten des 21. Jahrhunderts. Der Florentiner Dom, der im Auftrag der m\u00e4chtigen Wollh\u00e4ndlergilde errichtet wurde, war in Ausstattung und Gr\u00f6\u00dfe das spektakul\u00e4rste Geb\u00e4ude weltweit. Galileo Galilei war Erster Mathematiker Herzog Cosimos II. 1570 wurde Cosimo de Medici vom Papst zum ersten Gro\u00dfherzog der Toskana ernannt. Aus dem toskanischen Geldadel wurde dank gro\u00dfz\u00fcgiger Kredite und Spenden europ\u00e4ischer Hochadel. Im 17. Jahrhundert hatte die Stadt am Arno zwar an politischem Gewicht eingeb\u00fc\u00dft, in kultureller Hinsicht war Florenz aber noch immer die Benchmark. Leopold setzte alles daran, um seine Residenzstadt in diese Liga zu katapultieren.<\/p>\n<p>Im Februar 1622 hatten die Hochzeitsfeierlichkeiten zwischen Kaiser Ferdinand II. und Eleonore von Mantua in Innsbruck stattgefunden. F\u00fcr den norditalienischen Brautanhang war Innsbruck leichter zu erreichen als Wien. Tirol war auch konfessionell geeint und war von den ersten Jahren des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges verschont geblieben. W\u00e4hrend die kaiserliche Hochzeit in f\u00fcnf Tagen erledigt war, zog sich die Party von Leopold und Claudia \u00fcber 2 Wochen. Die offizielle Hochzeit hatte ohne Beisein des Br\u00e4utigams im Florentiner Dom stattgefunden. Das anschlie\u00dfende Fest zu Ehren der Verbindung von Habsburg und Medici ging als eines der pr\u00e4chtigsten in Geschichte Innsbrucks ein und hielt die Stadt zwei Wochen lang in Atem. Nach einem frostigen Einzug vom verschneiten Brenner herunter empfing Innsbruck seine neue F\u00fcrstin und ihre Familie. Ehemann und Untertanen hatten zur inneren Reinigung im Vorfeld gebetet, um g\u00f6ttlichen Segen zu erbitten. Das Brautpaar zog wie zuvor der Kaiser in einem langen Zug durch zwei eigens errichtete Pforten in der Stadt ein. 1500 Sch\u00fctzen feuerten Salven aus allen Rohren ab. Trommler, Pfeifer und die Glocken der Hofkirche untermalten den Zug, der aus 750 Personen am staunenden Volk vorbeizog. Ein breites Unterhaltungsprogramm mit Jagden, Theater, T\u00e4nzen, Musik sowie allerlei exotischem wie \u201e<em>B\u00e4ren, T\u00fcrggen und Mohren<\/em>\u201c versetzten G\u00e4ste und Stadtb\u00fcrger in Verz\u00fcckung und Erstaunen. Aus heutiger Sicht wenig glanzvolles Highlights war das <em>Katzenrennen<\/em>, bei dem mehrere Reiter danach trachteten, einer an den Beinen aufgeh\u00e4ngten Katze im Vorbeireiten den Kopf abzuhacken.<\/p>\n<p>Weniger glorreich waren Leopolds fr\u00fche Regierungsjahre f\u00fcr seine Untertanen. Seine Politik wurde von vielen Auseinandersetzungen mit den Landst\u00e4nden gepr\u00e4gt. Er war als Hardliner der Gegenreformation ein Unterst\u00fctzer der kaiserlichen Truppen. Das Unterengadin, \u00fcber das Leopold die Gerichtsgewalt hatte, war ein steter Unruheherd. Unter dem Vorwand, die dort ans\u00e4ssigen katholischen Untertanen vor protestantischen \u00dcbergriffen zu sch\u00fctzen, lie\u00df Leopold das Gebiet besetzen. Er konnte Aufst\u00e4nde zwar immer wieder erfolgreich unterdr\u00fccken, die Ressourcen, die daf\u00fcr n\u00f6tig waren, brachten Bev\u00f6lkerung und Landst\u00e4nde aber in Rage. Auch an der Nordgrenze zu Bayern war die Lage unruhig und erforderte Leopold als Kriegsherrn. Herzog Bernhard von Weimar hatte F\u00fcssen eingenommen und stand bei der Ehrenberger Klause vor den Landesgrenzen. Innsbruck blieb zwar von direkten Kriegshandlungen verschont, war aber dank den nahen Fronten trotzdem Teil des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges.<\/p>\n<p>Die finanziellen Mittel daf\u00fcr stellte er \u00fcber eine umfassende Steuerreform zu Ungunsten der Mittelschicht zur Verf\u00fcgung. Die in Kriegen \u00fcbliche Inflation durch das Stocken des f\u00fcr Innsbruck wichtigen Handels verschlechterte das Leben der Untertanen. 1622 versch\u00e4rfte eine wetterbedingte Missernte die Lage, die durch die Zinsbelastung des Staatshaushaltes durch Altlasten ohnehin stets angespannt war. Auch sein Beharren auf fl\u00e4chendeckende Durchsetzung des modernen R\u00f6mischen Rechtes gegen\u00fcber dem traditionellen Gewohnheitsrecht brachte ihm bei vielen Untertanen keine Sympathiepunkte ein.<\/p>\n<p>Das alles hielt Leopold und Claudia nicht davon ab, in absolutistischer Manier pr\u00e4chtig Hof zu halten. Innsbruck wurde unter Leopolds Regentschaft gro\u00dffl\u00e4chig barock umgestaltet. Am Hof fanden Feste im Beisein des europ\u00e4ischen Hochadels statt. Showeinlagen wie L\u00f6wenk\u00e4mpfe mit den exotischen Tieren aus dem landesf\u00fcrstlichen Bestand, den Ferdinand II. am Hofgarten gr\u00fcnden lie\u00df, Theater und Konzerte dienten der Zerstreuung der h\u00f6fischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Moral und Sitten der rauen \u00c4lpler sollten sich bessern. Es war ein Balanceakt zwischen Festen bei Hof und Verbot von Karnevalsfeiern f\u00fcr normale B\u00fcrger. Der Zorn Gottes, der immerhin Pest und Krieg nach sich gezogen hatte, sollte so gut als m\u00f6glich durch tugendhaftes Verhalten ferngehalten werden. Fluchen, Herumschreien und der Gebrauch von Schusswaffen auf offener Stra\u00dfe wurden verboten. Gegen Zuh\u00e4lterei, Prostitution, Ehebruch und moralischen Verfall ging man am frommen Hof streng vor. Juden hatten unter Leopold und Claudia ebenfalls schwere Zeiten. Der Hass auf die immer schon ungeliebten <em>Hebreer<\/em> brachte eine der unappetitlichsten Traditionen Tiroler Fr\u00f6mmigkeit hervor. 1642 verfasste der italienischst\u00e4mmige Stiftsarzt zu Hall und Gr\u00fcnder der Karlskirche in Volders Dr. Hippolyt Guarinoni die Legende des <em>M\u00e4rtyrerkinds Anderle von Rinn<\/em>. Angeregt vom angeblich durch Juden 1475 in seiner Heimatstadt ermordeten Simon von Trient verfasste Guarinoni 1642 das <em>Anderl-Lied<\/em> in Versform. In Rinn bei Innsbruck entwickelte sich rund um die Gebeine des angeblich 1462 von Juden ermordeten Andreas Oxner, die Jahreszahl war dem Doktor im Traum erschienen, ein antisemitischer Anderl-Kult, der erst 1989 vom Innsbrucker Bischof verboten wurde.<\/p>\n<p>Innsbruck wurde nicht nur moralisch, sondern auch tats\u00e4chlich ges\u00e4ubert. Abf\u00e4lle, die besonders bei ausbleibendem Regen, wenn kein Wasser durch das Kanalsystem floss, ein Problem waren, wurden per f\u00fcrstlicher Verordnung regelm\u00e4\u00dfig gereinigt. Nutztiere durften nicht mehr frei innerhalb der Stadtmauern herumlaufen. Die Pestwelle wenige Jahre vorher war noch frisch im Ged\u00e4chtnis. Schlechte Ger\u00fcche und Miasmen sollten um jeden Preis ferngehalten werden.<\/p>\n<p>Nach dem fr\u00fchen Tod Leopolds regierte Claudia an Stelle ihres minderj\u00e4hrigen Sohnes das Land mit Hilfe ihres Hofkanzlers Wilhelm Biener (1590 \u2013 1651) mit moderner, konfessionell motivierter, fr\u00fchabsolutistischer Politik und strenger Hand. Sie konnte sich dabei auf eine gut funktionierende Verwaltung st\u00fctzen. Die junge Witwe umgab sich mit Italienern und italienischsprachigen Tirolern, die frische Ideen ins Land brachten, gleichzeitig aber auch H\u00e4rte im Kampf gegen den <em>Lutheranismo<\/em> zeigten. Um Feuer zu vermeiden, 1636 waren direkt vor der Hofburg das <em>L\u00f6wenhaus<\/em> und der <em>Ansitz Ruhelust<\/em> Ferdinands II. abgebrannt, mussten St\u00e4lle und andere Geb\u00e4ude aus Holz innerhalb der Stadtmauern abgerissen werden. Die Seidenraupenzucht im Trentino und erste, zarte \u00dcberlegungen rund um eine Tiroler Universit\u00e4t gediehen unter Claudias Regentschaft. Kanzler Biener zentralisierte Teile der Verwaltung. Vor allem das fragmentierte Rechtsystem innerhalb der Tiroler Territorien sollte durch einen allgemeing\u00fcltigen Kodex ersetzt werden. Daf\u00fcr musste der oft willk\u00fcrlich agierende lokale Kleinadel zu Gunsten des Landesf\u00fcrsten weiter entmachtet werden.<\/p>\n<p>Dieses System sollte nicht nur den teuren Hofstaat, sondern auch die Landesverteidigung finanzieren. Nicht nur protestantische Truppen aus S\u00fcddeutschland bedrohten den habsburgischen Besitz. Auch Frankreich, eigentlich eine katholische Macht, wollte sich an den L\u00e4ndern der Casa de Austria in Spanien, Italien und den Vorlanden, den heutigen Benelux-Staaten, schadlos halten. Innsbruck wurde zu einem der Zentren des habsburgischen Kriegsrates. Am Rande der Front in den deutschen L\u00e4ndern und mittig zwischen Wien und der Toskana war die Stadt perfekt f\u00fcr \u00d6sterreicher, Spanier und Italiener, um sich zu treffen. Die f\u00fcr ihre Brutalit\u00e4t ber\u00fcchtigten Schweden bedrohten Tirol direkt, konnten aber vom Einmarsch abgehalten werden. Die Burg- und Wallanlagen, die Tirol sch\u00fctzten, wurden von unerw\u00fcnschten Bewohnern des Landes, Bettlern, Zigeunern und desertierten Soldaten in Zwangsarbeit errichtet. Bei Scharnitz an der heutigen deutschen Grenze wurden Verteidigungsanlagen errichtet und nach der Landesf\u00fcrstin <em>Porta Claudia<\/em> genannt.<\/p>\n<p>Als Claudia de Medici 1648 starb, kam es wie fast zur gleichen Zeit in England unter Cromwell zu einem Aufstand der St\u00e4nde gegen die Zentralregierung. Claudia, die nie die deutsche Landessprache gelernt hatte und auch sonst auch nach \u00fcber 20 Jahren noch mit lokalen Br\u00e4uchen fremdelte, war nie besonders beliebt in der Bev\u00f6lkerung gewesen. An eine Absetzung war aber nicht zu denken. Der Schierlingsbecher wurde an ihren Kanzler weitergereicht. Der unbequeme Biener wurde vom Nachfolger Claudias, Erzherzog Ferdinand Karl, und den Landst\u00e4nden als <em>Persona non grata<\/em> inhaftiert und 1651 wie Charles I. zwei Jahre nach einem Schauprozess gek\u00f6pft.<\/p>\n<p>Ein Hauch Florenz und Medici pr\u00e4gt Innsbruck bis heute: Sowohl in der Jesuitenkirche, wo Claudia und Leopold ihre letzte Ruhest\u00e4tte fanden, als auch in der Pfarrkirche Mariahilf prangt bis heute das Wappen ihrer Familie mit den roten Kugeln und den Lilien. Das Alte Rathaus in der Altstadt ist auch als <em>Claudiana<\/em> bekannt. \u00dcberreste der Porta Claudia bei Scharnitz stehen ebenfalls bis heute. Mit Leopolds Namen verbunden ist in Innsbruck besonders das Theater. Der Leopoldsbrunnen vor dem Haus der Musik erinnert an ihn. Wer sich an die Besteigung des markanten Berges Serles wagt, startet die Wanderung beim Kloster Maria Waldrast, das Leopold 1621 hingebungsvoll zum <em>wunderbarlichen Unser lieben Frawen bildnus auf der Waldrast<\/em> dem Servitenorden stiftete und Claudia ausbauen lie\u00df. Kanzler Wilhelm Biener wurde ein Stra\u00dfenname im Saggen gewidmet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Theater, Bauernb\u00fchnen, Kinos &#038; Kuno&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Theater, Bauernb\u00fchnen, Kinos &#038; Kuno&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;66231&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Das Tiroler Landestheater gegen\u00fcber der Hofburg mit seine klassizistischen Fassade ist bis heute das auff\u00e4lligste Denkmal bildungsb\u00fcrgerlicher, st\u00e4dtischer Abendunterhaltung der Stadt. Seit seinem Bestehen fristete dieses Haus der Hochkultur allerdings zu einem gro\u00dfen Teil ein tristes Dasein, was die Zuschauerzahlen anbelangt. Von barocken St\u00fccken rund um das Leiden Christi des 16. Jahrhunderts bis zu gewagten, vom Publikum oft mit wenig Applaus honorierten Inszenierungen knapp 500 Jahre sp\u00e4ter war das Treiben im Landestheater stets das Steckenpferd einer kleinen Elite. Die Mehrheit der Innsbrucker vertrieb sich die Zeit mit profanen Vergn\u00fcgungen.<\/p>\n<p>Schausteller und fahrendes Volk waren in St\u00e4dten immer schon gern gesehene G\u00e4ste. Nicht anders als heute gab es auch in vergangenen Zeiten eine strenge Zensur \u00f6ffentlicher Darstellungen. Was heute Altersbeschr\u00e4nkungen bei Kinofilmen sind, waren fr\u00fcher Einschr\u00e4nkungen von Gott nicht gef\u00e4lligen Auff\u00fchrungen bis hin zu kompletten Verboten von Theater und Schauspiel unter besonders frommen Landesf\u00fcrsten. Mit der steigenden Verb\u00fcrgerlichung und aufgekl\u00e4rteren Moralvorstellungen wurden die Regeln aber nach und nach lockerer.<\/p>\n<p>Das <em>Pradler Bauerntheater<\/em>, die \u00e4lteste bis heute institutionalisierte volkst\u00fcmliche Innsbrucker Theatergruppe, gr\u00fcndete sich nach eigenen Angaben 1762. Der erste Spielort war zwar eine Freiluftb\u00fchne in der H\u00f6ttinger Au und neben Bauern waren auch Handwerker und Studenten Teil des Ensembles, der Namens- und Herkunftsehre soll das an dieser Stelle aber keinen Abbruch tun. W\u00e4hrend im Landestheater oft vor halbleeren R\u00e4ngen gespielt wurde, erfreuten sich die Laiendarsteller mit ihren Lustspielen gro\u00dfer Beliebtheit. Angestellte und Arbeiter pilgerten am Wochenende aus der Stadt zu den Spielorten in den umliegenden D\u00f6rfern oder genossen in Wirtsh\u00e4usern die abendliche Zerstreuung. Besonders beliebt waren die sogenannten Ritterspiele mit entf\u00fchrten Prinzessinnen, heldenhaften Rettern und tollpatschigen B\u00f6sewichten. Anders als in den ernsten St\u00fccken im b\u00fcrgerlichen Theater traten die Darsteller der Bauerntheater mit den Besuchern in Kontakt. Zwischenrufe von den R\u00e4ngen wurden nicht unterbunden, sondern spontan ins St\u00fcck eingebaut. Es konnte sogar vorkommen, dass das nicht immer n\u00fcchterne Publikum handgreiflich in die Handlung eingriff.<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Erfolg begann nach und nach eine Professionalisierung. 1870 \u00fcbersiedelte das <em>Pradler Bauerntheater<\/em> in einen zur B\u00fchne umgebauten Heustadl am <em>Lodronischen Hof<\/em> in der Egerdachstra\u00dfe. Innsbruck besa\u00df in der Zeit vor dem Siegeszug des Fernsehens eine ganze Reihe an Theatern und Lokalen, die ihr Publikum mit Theaterst\u00fccken und Musik unterhielten. 1892 er\u00f6ffnete die L\u00f6wenhaus-B\u00fchne am Rennweg, wo heute das Tiroler Landesstudio des ORF beheimatet ist. Das Holzgeb\u00e4ude brannte in den sp\u00e4ten 50er Jahren, p\u00fcnktlich zum Aufstieg des staatlichen Rundfunks ab. 1898 waren die Pradler auf Gastspiel im Ronacher in Wien. Der junge und ehrgeizige Ferdinand Exl (1875 \u2013 1942) beschritt einige Jahre sp\u00e4ter mit einem Teil der Truppe neue Wege. Lange galt die Weisheit: \u201e<em>Wer in ein Bauerntheater gehen will, kommt im Theater nicht auf seine Rechnung und wer im Theater nicht nur Unterhaltung, sondern literarische Anregung sucht, geht nicht ins Bauerntheater.<\/em>\u201c Exl erkannte den Trend der Zeit. Angestellte und Arbeiter konnten sich zwar die horrenden Ticketpreise des Landestheaters nicht leisten und wollten auch keine sich ziehenden Wagneropern oder St\u00fccke wie <em>Die Leiden des jungen Werther<\/em> sehen, eine gewisse Qualit\u00e4t in Inhalt und Darstellung erwartete man sich aber. Mit den sogenannten literarischen Volksst\u00fccken namhafter heimischer Autoren wie Ludwig Anzengruber, Franz Kranewitter oder Karl Sch\u00f6nherr vereinte Exl Unterhaltung und Niveau. Anzengruber fasste die Entwicklung zusammen:<\/p>\n<p>\u201e<em>Die Anzengruber\u2019schen Tiroler singen nicht nur Schnaderh\u00fcpfel, platteln d\u2019Schuh, fluchen wie Kroaten und raufen, sondern sie sind auch Menschen mit einer subtilen Psyche, die sich \u00fcber die verschiedensten Probleme ihre eigenen Gedanken machen, ihre eigene Philosophie entwickeln.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Das erste von Exl inszenierte St\u00fcck <em>Der Pfarrer von Kirchfeld<\/em> aus der Feder Anzengrubers kam 1902 im <em>\u00d6sterreichischen Hof<\/em> in Wilten auf die B\u00fchne. Die Truppe bestand vor allem aus Mitgliedern der Familie Exl und Auer. 1903 zog die als <em>Exl B\u00fchne<\/em> bekannte Schauspielertruppe ins <em>Adambr\u00e4u<\/em> in der Adamgasse, von 1904 bis 1915 spielten Publikumshits wie Kranewitters St\u00fccke <em>Michael Gaismair<\/em> und <em>Andre Hofer<\/em> im <em>L\u00f6wenhaus<\/em> beim Hofgarten. Neben den St\u00fccken wurde f\u00fcr Touristen auch landestypische Unterhaltung wie Zithervortr\u00e4ge und \u201e<em>echter, fescher Tiroler Schuhplattler-Tanz<\/em>\u201c geboten. 1904 startete die erste internationale Tournee in die Schweiz und nach Deutschland. Presse und Publikum waren von den deutschnational angehauchten St\u00fccken gespielt von kernigen Tiroler Burschen und h\u00fcbschen M\u00e4dchen begeistert. 1910 nahm Exl Abschied vom Dasein als Amateurtruppe und stellte neben einigen Altgedienten vor allem \u201e<em>Stadtleut<\/em>\u201c und professionelle Schauspieler an.<\/p>\n<p>Der Erste Weltkrieg und die damit einhergehenden Reisebeschr\u00e4nkungen bremste weitere Tourneen aber aus. Die Truppe wurde Teil des <em>Innsbrucker Stadttheaters<\/em>, dessen Publikum in den harten Zeiten ebenfalls empf\u00e4nglich f\u00fcr die leichtere Kost war. F\u00fcr die B\u00fchnenbilder war unter anderem Ernst Nepo zust\u00e4ndig, ein K\u00fcnstler, der sich durch seine Deutscht\u00fcmelei und einem fr\u00fchen Beitritt zur NSDAP auszeichnete.<\/p>\n<p>Nach den h\u00e4rtesten Nachkriegsjahren ging es wieder bergauf. Ab 1924 bespielte die <em>Exl B\u00fchne<\/em> neben dem Stadttheater im Winter auch das Raimundtheater und das Wiener Kom\u00f6dienhaus regelm\u00e4\u00dfig. Die politischen Entwicklungen der 1930er Jahre kamen dem deutschen Volksgeist, der vielen St\u00fccken innewohnte, die Exl auf die B\u00fchne brachte, sehr zugute. Wie Nepo trat auch er 1933 der in \u00d6sterreich verbotenen NSDAP bei. Ein Jahr sp\u00e4ter plante er die erste Tournee durch das Deutsche Reich. Die von Dollfu\u00df angef\u00fchrte \u00f6sterreichische Regierung untersagte die Auftritte in einem letzten Aufb\u00e4umen gegen die Nationalsozialisten. Erst 1935 konnte die Exl B\u00fchne in Berlin Karl Sch\u00f6nherrs St\u00fcck <em>Glaube und Heimat<\/em> auff\u00fchren. Die <em>Berliner Morgenpost <\/em>vom 4.4.1935 beschrieb das St\u00fcck als \u201e\u2026<em>Kunst, die aus der Tiefe deutschen Volkstums str\u00f6mt und zur\u00fcckflie\u00dft in das Herz ergriffener und dankbarer Zuh\u00f6rer<\/em>\u201c. Nach 1938 bekam Exl auch in Wien medialen R\u00fcckenwind und wurde als \u201e<em>\u2026Gegenpol gegen den v\u00f6llig verjudeten, k\u00fcnstlerisch bolschewisierten\u2026 Theaterbetrieb<\/em>\u201c gefeiert. 1942 verstarb der Gr\u00fcnder der Exl B\u00fchne. Seine Frau und sein Sohn \u00fcbernahmen den Betrieb und wurden nach dem Krieg Teil des Tiroler Landestheaters. In den 1950er gelang in West- und Ostdeutschland noch einmal eine erfolgreiche Tournee, bevor sich die Theatergruppe 1956 aufl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Die Zeiten hatten sich ge\u00e4ndert, <em>Cinema killed the Theatre Star<\/em>. Bewegte Bilder in Kinos machten den B\u00fchnen Konkurrenz. Auch diese Entwicklung hatte der gesch\u00e4ftst\u00fcchtige Ferdinand Exl schon fr\u00fch vorhergesehen. 1912 trat sein Ensemble im franz\u00f6sischen Film <em>Speckbacher<\/em> auf, der die Tiroler Erhebung heroisch darstellte. Der erste Kinofilm flimmerte in Innsbruck bereits 1896, nur ein Jahr nach dem ersten Lichtspiel weltweit \u00fcberhaupt, vor einem faszinierten Publikum \u00fcber die Leinwand im Stadtsaal. Das Kino wurde schnell Teil des Alltags vieler Menschen. Neben Stummfilmen zeigte man dem Publikum vor allem w\u00e4hrend des Krieges propagandistisch genehme Nachrichten. Wie Pilze schossen Kinos in den folgenden Jahrzehnten aus dem Boden. 1909 \u00f6ffnete ein Lichtspielhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe 10, das sp\u00e4ter als <em>Zentral<\/em> in die Maria-Theresien-Stra\u00dfe 37 \u00fcbersiedelte. Nach dem Krieg wurde es zum <em>Nonstop Kino<\/em>, in dem man sein Ticket f\u00fcr einen Durchlauf von Nachrichten, Zeichentrick, Werbung und Spielfilmen bezahlte, der sich st\u00e4ndig wiederholte. 1928 er\u00f6ffnete das Rote Kreuz die Kammer Lichtspiele in der Wilhelm-Greilstra\u00dfe, um das neue Vereinsheim zu finanzieren. In der Maria-Theresien-Stra\u00dfe 17 war das Triumph ans\u00e4ssig, das sich als Central bis in die 1990er Jahre halten konnte. Dreiheiligen beherbergte das Forum Kino, wo heute das Jugendheim Z6 ist. 1933 er\u00f6ffnete in der H\u00f6ttinger Gasse das <em>L\u00f6wenkino<\/em>, das 1959 als Metropol ins denkmalgesch\u00fctzte <em>Malfattihaus<\/em> gegen\u00fcber der Innbr\u00fccke zog, wo es bis heute besteht. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges \u00f6ffnete mit den <em>Laurin Lichtspielen<\/em> Innsbrucks gr\u00f6\u00dfter Kinosaal inmitten der S\u00fcdtiroler Siedlung in der Gumppstra\u00dfe seine Pforten. Robert und Walter Kinigadner, zwei S\u00fcdtiroler Optanten, die bereits in Brixen Erfahrung in der Kinobranche gesammelt hatten, \u00fcbernahmen den Betrieb des 800 Zuschauer fassenden Saales. Harmlose Heimatfilme wechselten sich mit NS-Propaganda ab. Auch die <em>Exl-B\u00fchne<\/em> nutzte das Laurin, das bis in die 1970er Jahre als Kino fungierte, f\u00fcr Theatervorstellungen. Heute befindet sich hinter den S\u00e4ulen am ehemals pomp\u00f6sen Eingang ein Supermarkt. An der Wand \u00fcber dem Kassenbereich kann man noch die Wandmalereien rund um die Legende vom sagenhaften Zwergenk\u00f6nig Laurin und dem deutschen Helden Dietrich von Bern in der typischen Optik nationalsozialistischer Kunst sehen. 1958 er\u00f6ffnete in den R\u00e4umlichkeiten des ehemaligen Katholischen Arbeitervereins Innsbruck das <em>Leokino<\/em>, das bis heute in Betrieb und fixer Bestandteil der Innsbruck Filmszene ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine kurze Zeit koexistierten Kino und Theater, bevor das Kino die Oberhand \u00fcbernahm. Auf ihrem H\u00f6hepunkt 1958 z\u00e4hlten Innsbrucks Lichtspielh\u00e4user unfassbare 3.5 Millionen verkaufter Eintrittskarten. Dann \u00fcbernahm der Fernseher im eigenen Wohnzimmer nach und nach Information und Abendunterhaltung. Das Kino \u00fcbernahm neben der Unterhaltung auch in der sexuellen Aufkl\u00e4rung eine Rolle. In den 1970ern flimmerten erstmals nackte Br\u00fcste \u00fcber die Leinw\u00e4nde. Filme wie der Schulm\u00e4dchenreport oder Josefine Mutzenbacher brachten die sexuelle Revolution auch den Tirolern ein klein wenig n\u00e4her.<\/p>\n<p>Als der <em>\u00d6sterreichische Rundfunk<\/em> 1955 seinen Dienst antrat, hatte noch kaum jemand ein Endger\u00e4t, um das d\u00fcrftige Programm zu empfangen. Das sollte sich rasch \u00e4ndern. In Innsbruck gibt es mit dem <em>Metropol<\/em> an der Innbr\u00fccke und dem um die Jahrtausendwende errichteten <em>Cineplexx<\/em> in Wilten noch zwei gro\u00dfe Player. <em>Cinematograph<\/em> und<em> Leokino<\/em> richten sich abseits der Blockbuster an ein alternatives Publikum. Im August findet im Zeughaus das Open Air Kino statt. Von den Bauerntheatern konnte sich die Pradler Truppe bis heute halten, wenn auch unter neuem Namen. Sie fanden 1958 eine neue Heimat im Kulturgasthaus Bierstindl. Die Laientruppe <em>Innsbrucker Ritterspiele<\/em> erfreut sich bis heute gr\u00f6\u00dfter Beliebtheit und voller R\u00e4nge. Das St\u00fcck <em>Der Schurkische Kuno von Drachenfels<\/em> belebt allj\u00e4hrlich die Tradition vergangener Jahrhunderte samt Wiederholung der K\u00f6pfungsszene und humorvoller Interaktion mit dem Publikum. An Ferdinand Exl erinnert eine Stra\u00dfe im Stadtteil H\u00f6ttinger Au. Das Landhaus Alpenheim im Saggen, heute besser bekannt als Villa Exl, in dem die Familie ihren Wohnsitz hatte, ist ein sehenswertes Geb\u00e4ude im Tiroler Heimatstil mit Malereien Raphael Thalers.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Romantik, sonnenlose Sommer und Entschuldigungskarten&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Romantik, sonnenlose Sommer und Entschuldigungskarten&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;60950&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Dank der Universit\u00e4t, ihrer Professoren und den jungen Menschen, die sie anzog und produzierte, schnupperte auch Innsbruck im 18. Jahrhundert in der \u00c4ra Maria Theresias die Morgenluft der Aufkl\u00e4rung, wenn auch schaumgebremst von der jesuitischen Fakult\u00e4tsleitung. 1741 gr\u00fcndete sich mit der <em>Societas Academica Litteraria<\/em> im Taxispalais ein Gelehrtenzirkel. 1777 begr\u00fcndete sich die Freimaurerloge <em>Zu den drei Bergen<\/em>, vier Jahre sp\u00e4ter die Tirolische Gesellschaft f\u00fcr K\u00fcnste und Wissenschaft. Der Geist der Vernunft in der Zeit Maria Theresias und Kaiser Josefs hielt auch in Innsbrucks Elite Einzug. Angestachelt von der Franz\u00f6sischen Revolution bekannten sich einige Studenten gar zu den Jakobinern. Unter Kaiser Franz wurden all diese Vereinigungen nach der Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich 1794 verboten und streng \u00fcberwacht. Aufkl\u00e4rerische Ideen waren bereits vor der Franz\u00f6sischen Revolution in gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung verp\u00f6nt. Sp\u00e4testens nach der Enthauptung von Marie Antoinette, der Schwester des Kaisers, und dem Kriegsausbruch zwischen der Republik Frankreich und den Monarchien Europas, galten sie als gef\u00e4hrlich. Wer wollte schon als Jakobiner gelten, wenn es darum ging, die Heimat zu verteidigen?<\/p>\n<p>Nach den Napoleonischen Kriegen begann Innsbruck nur langsam sich zu erholen, sowohl wirtschaftlich wie auch gedanklich. Der wohl bekannteste Schriftsteller der \u00f6sterreichischen Romantik Adalbert Stifter (1805 -1868) beschrieb das Innsbruck der 1830er in seinem Reisebericht <em>Tirol und Vorarlberg<\/em> folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><em>\u201eDie Wirtsh\u00e4user waren schlecht, die Pflaster erb\u00e4rmlich, lange Dachrinnen \u00fcberragten die engen Stra\u00dfen, die von beiden Seiten von dumpfen Gew\u00f6lben eingefasst waren\u2026 die sch\u00f6nen Ufer des Inns waren ungepflastert, daf\u00fcr aber mit Kehrichthaufen bedeckt und von Kloaken durchzogen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die kleine Stadt am Rande des Kaiserreiches hatte etwas mehr als 12.000 Einwohner, <em>\u201eohne die Soldaten, Studenten und Fremden zu rechnen\u201c<\/em>. Universit\u00e4t, Gymnasium, <em>Lesekasino<\/em>, Musikverein, Theater und Museum zeugten von sich entwickelnder, moderner urbaner Kultur. Es gab ein <em>Deutsches Kaffeehaus<\/em>, eine <em>Restauration im Hofgarten<\/em> und mehrere traditionelle Gasth\u00f6fe wie das <em>Weisse Kreuz<\/em>, den <em>\u00d6sterreichischen Hof<\/em>, die <em>Traube<\/em>, das <em>Katzung<\/em>, das <em>Munding<\/em>, die jeweils <em>Goldenen Adler, Stern<\/em> und <em>Hirsch<\/em>. Nach 1830 wurden die offenen Abwasserkan\u00e4le verriegelt und hygienischer gestaltet, Stra\u00dfen ausgebessert, Br\u00fccken saniert. Auch die \u00fcberf\u00e4llige und vor den Kriegswirren begonnene Begradigung und Z\u00e4hmung von Inn und Sill wurden angegangen. Die gr\u00f6\u00dfte Neuerung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung trug sich 1830 zu, als \u00d6llampen die Stadt auch in der Nacht erhellten. Es war wohl nur ein schummriges D\u00e4mmerlicht, das aus den \u00fcber 150 auf S\u00e4ulen und Armleuchtern angebrachten Lampen entstand, f\u00fcr Zeitgenossen war es aber eine wahrhaftige Revolution.<\/p>\n<p>Die bayerische Besatzung war verschwunden, die Ideen der Denker der Aufkl\u00e4rung und der Franz\u00f6sischen Revolution hatten sich aber in einigen K\u00f6pfen des st\u00e4dtischen Milieus verfangen. Nat\u00fcrlich waren es keine atheistischen, sozialistischen oder gar umst\u00fcrzlerischen Gedanken, die sich breit machten. Es ging vor allem um wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Teilhabe des B\u00fcrgertums. Das Vereinswesen, zuvor verboten, feierte eine Renaissance. Wer es sich leisten konnte und auf sich hielt, trat einem Verein bei. <em>\u201eIn Innsbruck besteht ein Musikverein, ein landwirthschaftlicher und ein montanistisch-geognostischer,\u201c <\/em>stand etwa im Reisef\u00fchrer Beda Webers zu lesen. Es galt das tugendhafte Miteinander zum Wohl der weniger Beg\u00fcterten und die Erziehung der Massen mit dem Treiben in den Vereinen zu forcieren. Wissenschaft, Literatur, Theater und Musik, aber auch Initiativen wie der <em>Innsbrucker Versch\u00f6nerungsverein<\/em>, aber auch praktische Institutionen wie die Freiwillige Feuerwehr etablierten sich als S\u00e4ulen einer bis dato nicht gekannten Zivilgesellschaft. Einer der ersten Vereine, die sich bildeten, war der Musikverein Innsbruck, aus dem das Tiroler Landeskonservatorium hervorging. M\u00e4nner und Frauen waren ganz im Zeitgeist nicht Mitglieder in den gleichen Vereinen. Frauen engagierten sich vor allem in der Wohlfahrt wie dem <em>Frauenverein zur Bef\u00f6rderung der Kleinkinder-Bewahranstalten und weiblichen Industrie-Schule<\/em>. Teilnahme am politischen Diskurs von weiblicher Seite war nicht erw\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Neben der christlichen N\u00e4chstenliebe waren wohl auch Geltungsdrang und Prestige gro\u00dfe Anreize f\u00fcr die Mitglieder, sich in den Vereinen zu engagieren. Man traf sich, um zu sehen und gesehen zu werden. Gute Taten, das Zeigen von Bildung und tugendhafte Lebensf\u00fchrung waren damals wie heute die beste PR f\u00fcr die eigene Person.<\/p>\n<p>Das Vereinsleben diente auch als Unterhaltung an langen Abenden ohne elektrisches Licht, Fernsehen und Internet. In den Gastst\u00e4tten und Kaffeeh\u00e4usern trafen sich Studenten, Beamte, Mitglieder des niederen Adels und Akademiker, um ihr Gedankengut auszutauschen. Dabei handelte es sich nicht nur um hochgeistig Abstraktes, sondern auch um profane Realpolitik wie die Aussetzung der Binnenz\u00f6lle, die das Leben der Menschen unn\u00f6tig teuer machten. Kulturell entdeckte die b\u00fcrgerliche Bildungselite in Romantik und Biedermeier die kulturelle Flucht in eine heile Vergangenheit f\u00fcr sich. Nach den Jahrzehnten politischer Verwirrung, Krieg und Not wollte man, \u00e4hnlich wie nach 1945, Ablenkung von der j\u00fcngsten Vergangenheit. Die Antike und ihre Denker feierten in Innsbruck wie in ganz Europa eine zweite Renaissance. Stilbildend waren Denker der Romantik des 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhunderts wie Winckelmann, Lessing oder Hegel. Den Griechen wurde \u201e<em>edle Einfalt und stille Gr\u00f6\u00dfe<\/em>\u201c attestiert. Goethe wollte das \u201e<em>Land der Griechen mit der Seele suchen<\/em>\u201c und machte sich auf nach Italien, um dort seine Sehnsucht nach der guten, vorchristlichen Zeit zu suchen, in dem die Menschen des <em>Goldenen Zeitalters<\/em> ein ungezwungenes Verh\u00e4ltnis mit ihren G\u00f6ttern pflegten. R\u00f6mische Tugenden der Stoa wurden als Leitbilder in die Moderne transportiert und bildeten die Basis f\u00fcr b\u00fcrgerliche Gen\u00fcgsamkeit und den Patriotismus, der gro\u00df in Mode kam. Philologen durchk\u00e4mmten die Texte antiker Schriftsteller und Philosophen und transportierten ein gef\u00e4lliges \u201e<em>Best of<\/em>\u201c ins 19. Jahrhundert. S\u00e4ulen, Sphinxe, B\u00fcsten und Statuen mit klassischen Proportionen schm\u00fcckten Pal\u00e4ste, Verwaltungsgeb\u00e4ude und Museen wie das Ferdinandeum. Studenten und Intellektuelle wie der Brite Lord Byron wurden so sehr vom <em>Panhellenismus<\/em> und der Idee des Nationalismus ergriffen, dass sie im griechischen Unabh\u00e4ngigkeitskampf gegen das osmanische Reich ihr Leben aufs Spiel setzten. In Innsbruck wurde nach dem Ende des Heiligen R\u00f6mischen Reiches der Pangermanismus zur politischen Mode des liberalen B\u00fcrgertums.<\/p>\n<p>Kanzler Clemens von Metternichs (1773 \u2013 1859) Polizeistaat hielt diese gesellschaftlichen Regungen lange Zeit unter Kontrolle. Zeitungen, Flugbl\u00e4tter, Schriften mussten sich an die Vorgaben der strengen Zensur anpassen oder im Untergrund verbreitet werden. Autoren wie Hermann von Gilm (1812 \u2013 1864) und Johann Senn (1792 \u2013 1857), an beide erinnern heute Stra\u00dfen in Innsbruck, verbreiteten in Tirol anonym politisch motivierte Literatur. Der vielleicht bekannteste Public Intellectual des Vorm\u00e4rz war wahrscheinlich Adolf Pichler (1819 \u2013 1900), dem bereits kurz nach seinem Ableben unter g\u00e4nzlich anderen Vorzeichen in der Stadtpolitik der sp\u00e4ten Monarchie ein Denkmal gewidmet wurde und nach dem heute das Bundesrealgymnasium am gleichnamigen Platz gewidmet ist. B\u00fccher und Vereine standen unter Generalverdacht. Der Innsbrucker Musikverein lehrte im Rahmen seiner Ausbildung auch die Deklamation, das Vortragen von Texten, Musik und Reden, die Inhalte wurden von der Obrigkeit streng \u00fcberwacht. Alle Arten von Vereinen wie <em>die Innsbrucker Liedertafel <\/em>und Studentenverbindungen, sogar die Mitglieder des Ferdinandeums wurden ausspioniert. Die sich in den Arbeitervierteln formierenden sozialen Bewegungen wurden von der Geheimpolizei Metternichs ganz besonders ins Visier genommen. Auch die Sch\u00fctzen standen, trotz ihrer demonstrativen Kaisertreue, auf der Liste der zu observierenden Institutionen. Als zu aufs\u00e4ssig galten sie, nicht nur gegen\u00fcber fremden M\u00e4chten, sondern auch gegen\u00fcber der Wiener Zentralstaatlichkeit. Der Mix aus gro\u00dfdeutsch-nationalem Gedankengut und tirolischem Patriotismus vorgetragen mit dem Pathos der Romantik mutet heute eigenartig harmlos an, war aber dem metternich\u00b4schen Staatsapparat weder geheuer noch genehm.<\/p>\n<p>Politischer Aktivismus war aber ein Randph\u00e4nomen, das nur eine kleine Elite besch\u00e4ftigte. Nachdem die Bergwerke und Salinen im 17. Jahrhundert ihre Rentabilit\u00e4t verloren hatten und auch der Transit ob der neuen Handelsrouten \u00fcber den Atlantik an wirtschaftlicher Bedeutung einb\u00fc\u00dfte, war Tirol zu einem armen Landstrich geworden. Die Napoleonischen Kriege hatten \u00fcber 20 Jahre lang gew\u00fctet. Das Jahr 1809 ging als <em>Tiroler Heldenzeitalter<\/em> in die Geschichtsschreibung des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts ein, die Folgen des Heldenhaften wurden kaum beleuchtet. Das Kaisertum \u00d6sterreich z\u00e4hlte zwar zu den Siegerm\u00e4chten nach dem Wiener Kongress, die wirtschaftliche Lage war aber erb\u00e4rmlich. Wie nach den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts waren auch in den Koalitionskriegen viele M\u00e4nner nicht mehr nach Hause zur\u00fcckgekehrt. Die Universit\u00e4t, die junge Aristokraten in den Wirtschaftskreislauf der Stadt zog, wurde erst 1826 wieder er\u00f6ffnet. Anders als Industriestandorte in B\u00f6hmen, M\u00e4hren, Preu\u00dfen oder England war die schwer erreichbare Stadt in den Alpen erst am Anfang der Entwicklung hin zu einem modernen Arbeitsmarkt. Auch der Tourismus steckte noch in den Kinderschuhen und war keine <em>Cash Cow<\/em>. Es ist kein Wunder, dass kaum Geb\u00e4ude im Biedermeier-Stil in Innsbruck erhalten sind. Und dann war da noch ein Vulkan am anderen Ende der Welt, der die Geschicke der Stadt Innsbruck \u00fcber Geb\u00fchr beeinflusste. 1815 war in Indonesien der Tambora ausgebrochen und hatte eine riesige Staub-, Schwefel- und Aschewolke um die Welt geschickt. 1816 ging als <em>Jahr ohne Sommer<\/em> in die Geschichte ein. In ganz Europa kam es zu Wetterkapriolen, \u00dcberschwemmungen und Missernten. Die Alpen, ein ohnehin schwieriger Teil der Erde, um Landwirtschaft zu betreiben, waren davon nicht ausgenommen.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Verwerfungen und Preissteigerungen f\u00fchrten zu Not und Elend vor allem in den \u00e4rmeren Teilen der Bev\u00f6lkerung. Die Armenf\u00fcrsorge war im 19. Jahrhundert eine Aufgabe der Gemeinden, f\u00fcr gew\u00f6hnlich mit der Unterst\u00fctzung wohlhabender B\u00fcrger als M\u00e4zen mit dem Gedanken der christlichen N\u00e4chstenliebe. Staat, Gemeinde, Kirche und die neu entstehende Zivilgesellschaft in Form von Vereinen begannen sich um das Wohl der \u00e4rmsten Bev\u00f6lkerungsteile zu k\u00fcmmern. Es gab Benefizkonzerte, Sammlungen und Spendenaufrufe. \u00a0Die Ma\u00dfnahmen enthielten oft eine aufgekl\u00e4rte Komponente, auch wenn die Mittel zum Zweck heute eigenartig und fremd erscheinen. In Innsbruck trat zum Beispiel eine Bettelordnung in Kraft, die besitzlosen Menschen ein Eheverbot auferlegte. Knapp 1000 B\u00fcrger waren als Almosenbezieher und Bettler klassifiziert.<\/p>\n<p>Als die Not immer gr\u00f6\u00dfer wurde und die Stadtkassen leerer, kam es in Innsbruck zu einer Innovation, die f\u00fcr \u00fcber 100 Jahre Bestand haben sollte: Die <em>Neujahrs-Entschuldigungskarte<\/em>. Auch damals war es Brauch, am ersten Tag des Jahres seine Verwandten zu besuchen, um sich gegenseitig ein <em>Gutes Neues Jahr<\/em> zu w\u00fcnschen. Ebenfalls war es Brauch, dass notleidende Familien und Bettler an die T\u00fcren der wohlhabenden B\u00fcrger klopften, um zu Neujahr um Almosen zu bitten. Mit der Einf\u00fchrung der Neujahrs-Entschuldigungskarte schlug man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Die K\u00e4ufer der Karte konnten institutionalisiert und in geregelten Bahnen ihre \u00e4rmeren Mitglieder, \u00e4hnlich wie es heutzutage mit dem Kauf der Stra\u00dfenzeitung <em>Zwanziger<\/em> m\u00f6glich ist, unterst\u00fctzen. Gleichzeitig diente die Neujahrs-Entschuldigungskarte dazu, sich durch ihren Versand vor den wenig geliebten Pflichtbesuchen bei der Verwandtschaft zu dr\u00fccken. Wer die Karte an seine Haust\u00fcre h\u00e4ngte, signalisierte den Bed\u00fcrftigen auch, dass weiteres Fragen um Almosen nicht von N\u00f6ten sei, da man seinen Beitrag bereits abgedungen hatte. Zu guter Letzt wurden die edlen Spender auch noch in den Medien wohlwollend erw\u00e4hnt, damit jeder sehen konnte, wie sehr sie sich im Namen der N\u00e4chstenliebe um ihre weniger beg\u00fcterten Mitmenschen k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Die Neujahrs-Entschuldigungskarten waren ein voller Erfolg. Bei ihrer Premiere zum Jahreswechsel von 1819 auf 1820 wurden bereits 600 St\u00fcck verkauft. Viele Gemeinden \u00fcbernahmen das Innsbrucker Rezept. In der Zeitschrift \u201e<em>Der Kaiserlich-k\u00f6niglich priviligierte Bothe von und f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>\u201c wurden am 12. Februar die Erl\u00f6se f\u00fcr Bruneck, Bozen, Trient, Rovereto, Schwaz, Imst, Bregenz und Innsbruck ver\u00f6ffentlicht. Auch sonstige Institutionen wie Feuerwehren und Vereine \u00fcbernahmen die gut funktionierende Sitte, um Spenden f\u00fcr ihr Anliegen zu schaffen. Der Bau der Neuen H\u00f6ttinger Pfarrkirche wurde neben Spenden zu einem guten Teil aus den Erl\u00f6sen eigens aufgelegter Entschuldigungskarten finanziert. Die mannigfaltige Gestaltung reichte von christlichen Motiven \u00fcber Portraits bekannter Pers\u00f6nlichkeiten, Amtsgeb\u00e4ude, Neubauten, Sehensw\u00fcrdigkeiten und Kuriosit\u00e4ten. Im Stadtarchiv Innsbruck k\u00f6nnen viele der Designs noch ausgehoben werden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53389&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Werke der Familie Gumpp bestimmen bis heute sehr stark das Aussehen Innsbrucks. Vor allem die barocken Teile der Stadt sind auf sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Begr\u00fcnder der Dynastie in Tirol, Christoph Gumpp (1600-1672) war eigentlich Tischler. Sein Talent allerdings hatte ihn f\u00fcr h\u00f6here Weihen auserkoren. Den Beruf des Architekten oder K\u00fcnstler gab es zu dieser Zeit noch nicht, selbst Michelangelo und Leonardo da Vinci galten als Handwerker. Der geb\u00fcrtige Schwabe Gumpp trat nach seiner Mitarbeit an der Dreifaltigkeitskirche in die Fu\u00dfstapfen der italienischen Baumeister, die unter Ferdinand II den Ton angegeben hatten. Auf Gehei\u00df Leopolds V. reiste Gumpp nach Italien, um dort Theaterbauten zu studieren und bei den zeitgen\u00f6ssisch stilbildenden Kollegen sein Know-How f\u00fcr das geplante landesf\u00fcrstliche <em>Comedihaus<\/em> aufzupolieren.<\/p>\n<p>Seine offizielle T\u00e4tigkeit als Hofbaumeister begann 1633.\u00a0Neue Zeiten bedurften eines neuen Designs, abseits des architektonisch von der Gotik gepr\u00e4gten Mittelalters und den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. \u00dcber die folgenden Jahrzehnte wurde Innsbruck unter der Regentschaft Claudia de Medicis einer kompletten Renovierung unterzogen. Gumpp vererbte seinen Titel an die n\u00e4chsten beiden Generationen innerhalb der Familie weiter. Die Gumpps traten nicht nur als Baumeister in Erscheinung. Sie waren Tischler, Maler, Kupferstecher und Architekten, was ihnen erlaubte, \u00e4hnlich der Bewegung der <em>Tiroler Moderne<\/em> rund um Franz Baumann und Clemens Holzmeister Anfang des 20. Jahrhunderts, Projekte ganzheitlich umzusetzen. Auch bei der Errichtung der Schanzwerke zur Landesverteidigung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges waren sie als Planer beteiligt.<\/p>\n<p>Christoph Gumpps Meisterst\u00fcck aber war die Errichtung des <em>Comedihaus<\/em> im ehemaligen Ballhaus. Die \u00fcberdimensionierten Ma\u00dfe des damals richtungsweisenden Theaters, das in Europa zu den ersten seiner Art \u00fcberhaupt geh\u00f6rte, erlaubte nicht nur die Auff\u00fchrung von Theaterst\u00fccken, sondern auch Wasserspiele mit echten Schiffen und aufw\u00e4ndige Pferdeballettauff\u00fchrungen. Das Comedihaus war ein Gesamtkunstwerk an und f\u00fcr sich, das in seiner damaligen Bedeutung wohl mit dem Festspielhaus in Bayreuth des 19. Jahrhunderts oder der Elbphilharmonie heute verglichen werden muss.<\/p>\n<p>Seine Nachfahren Johann Martin Gumpp der \u00c4ltere, Georg Anton Gumpp und Johann Martin Gumpp der J\u00fcngere waren f\u00fcr viele der bis heute pr\u00e4gendsten Geb\u00e4ude im Stadtbild zust\u00e4ndig. So stammen die Wiltener Stiftskirche, die Mariahilfkirche, die Johanneskirche und die Spitalskirche von den Gumpps. Neben dem Entwurf von Kirchen und ihrer Arbeit als Hofbaumeister machten sie sich auch als Planer von Profanbauten einen Namen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user und Stadtpal\u00e4ste Innsbrucks wie das Taxispalais oder das Alte Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden von Ihnen entworfen. Mit dem Verlust des Status als Residenzstadt gingen die prunkvollen Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcck und damit auch der Ruhm der Familie Gumpp. Ihr ehemaliges Wohnhaus beherbergt heute die Konditorei Munding in der Altstadt. Im Stadtteil Pradl erinnert die Gumppstra\u00dfe an die Innsbrucker Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53500&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wer in \u00d6sterreich unterwegs ist, kennt die Kuppen und Zwiebelt\u00fcrme der Kirchen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten. Diese Form der Kircht\u00fcrme entstand in der Zeit der Gegenreformation und ist ein typisches Kennzeichen des Architekturstils Barock. Auch in Innsbrucks Stadtbild sind sie vorherrschend. Die bekanntesten Gottesh\u00e4user Innsbrucks wie der Dom, die Johanneskirche oder die Jesuitenkirche, sind im Stile des Barocks gehalten. Prachtvoll und prunkvoll sollten Gottesh\u00e4user sein, ein Symbol des Sieges des rechten Glaubens. Die Religiosit\u00e4t spiegelte sich in Kunst und Kultur wider: Gro\u00dfes Drama, Pathos, Leiden, Glanz und Herrlichkeit vereinten sich zum Barock, der den gesamten katholisch orientierten Einflussbereich der Habsburger und ihrer Verb\u00fcndeten zwischen Spanien und Ungarn nachhaltig pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Stadtbild Innsbrucks ver\u00e4nderte sich enorm. Die Gumpps und Johann Georg Fischer als Baumeister sowie die Bilder Franz Altmutters pr\u00e4gen Innsbruck bis heute nachhaltig. Das Alte Landhaus in der Altstadt, das Neue Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe, die unz\u00e4hligen Palazzi, Bilder, Figuren \u2013 der Barock war im 17. und 18. Jahrhundert das stilbildende Element des Hauses Habsburg und brannte sich in den Alltag ein. Das B\u00fcrgertum wollte den Adeligen und F\u00fcrsten nicht nachstehen und lie\u00dfen ihre Privath\u00e4user im Stile des Barocks errichten. Auf Bauernh\u00e4usern prangen Heiligenbilder, Darstellungen der Mutter Gottes und des Herzen Jesu.<\/p>\n<p>Barock war nicht nur eine architektonische Stilrichtung, es war ein Lebensgef\u00fchl, das seinen Ausgang nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges nahm. Die T\u00fcrkengefahr aus dem Osten, die in der zweimaligen Belagerung Wiens gipfelte, bestimmte die Au\u00dfenpolitik des Reiches, w\u00e4hrend die Reformation die Innenpolitik dominierte. Die Barockkultur war ein zentrales Element des Katholizismus und der politischen Darstellung derselben in der \u00d6ffentlichkeit, das Gegenmodell zum spr\u00f6den und strengen Lebensentwurf Calvins und Luthers. Feiertage mit christlichem Hintergrund wurden eingef\u00fchrt, um den Alltag der Menschen aufzuhellen. Architektur, Musik und Malerei waren reich, f\u00fcllig und \u00fcppig. In Theaterh\u00e4usern wie dem <em>Comedihaus<\/em> in Innsbruck wurden Dramen mit religi\u00f6sem Hintergrund aufgef\u00fchrt. Kreuzwege mit Kapellen und Darstellungen des gekreuzigten Jesus durchzogen die Landschaft. Die Volksfr\u00f6mmigkeit in Form der Wallfahrten, Marien- und Heiligenverehrung hielt Einzug in den Kirchenalltag. Multiple Krisen pr\u00e4gten den Alltag der Menschen. Neben Krieg und Hunger brach die Pest im 17. Jahrhundert besonders h\u00e4ufig aus. Die<em> Barockfr\u00f6mmigkeit<\/em> wurde auch zur Erziehung der Untertanen eingesetzt. Auch wenn der Ablasshandel in der Zeit nach dem 16. Jahrhundert keine g\u00e4ngige Praxis mehr in der katholischen Kirche war, so gab es doch noch eine rege Vorstellung von Himmel und H\u00f6lle. Durch ein tugendhaftes Leben, sprich ein Leben im Einklang mit katholischen Werten und gutem Verhalten als Untertan gegen\u00fcber der g\u00f6ttlichen Ordnung, konnte man dem Paradies einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4herkommen. Die sogenannte <em>Christliche Erbauungsliteratur<\/em> war nach der Schulreformation des 18. Jahrhunderts in der Bev\u00f6lkerung beliebt und zeigte vor, wie das Leben zu f\u00fchren war. Das Leiden des Gekreuzigten f\u00fcr die Menschheit galt als Symbol f\u00fcr die M\u00fchsal der Untertanen auf Erden innerhalb des Feudalsystems. Mit Votivbildern baten Menschen um Beistand in schweren Zeiten oder bedankten sich vor allem bei der Mutter Gottes f\u00fcr \u00fcberstandene Gefahren und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Historiker Ernst Hanisch beschrieb den Barock und den Einfluss, den er auf die \u00f6sterreichische Lebensart hatte, so:<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich entstand in seiner modernen Form als Kreuzzugsimperialismus gegen die T\u00fcrken und im Inneren gegen die Reformatoren. Das brachte B\u00fcrokratie und Milit\u00e4r, im \u00c4u\u00dferen aber Multiethnien. Staat und Kirche probierten den intimen Lebensbereich der B\u00fcrger zu kontrollieren. Jeder musste sich durch den Beichtstuhl reformieren, die Sexualit\u00e4t wurde eingeschr\u00e4nkt, die normengerechte Sexualit\u00e4t wurden erzwungen. Menschen wurden systematisch zum Heucheln angeleitet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Rituale und das untert\u00e4nige Verhalten gegen\u00fcber der Obrigkeit hinterlie\u00dfen ihre Spuren in der Alltagskultur, die katholische L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und Italien bis heute von protestantisch gepr\u00e4gten Regionen wie Deutschland, England oder Skandinavien unterscheiden. Die Leidenschaft f\u00fcr akademische Titel der \u00d6sterreicher hat ihren Ursprung in den barocken Hierarchien. Der Ausdruck <em>Barockf\u00fcrst<\/em> bezeichnet einen besonders patriarchal-g\u00f6nnerhaften Politiker, der mit gro\u00dfen Gesten sein Publikum zu becircen wei\u00df. W\u00e4hrend man in Deutschland politische Sachlichkeit sch\u00e4tzt, ist der Stil von \u00f6sterreichischen Politikern theatralisch, ganz nach dem \u00f6sterreichischen Bonmot des \u201e<em>Schaumamal<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Innsbruck und der Nationalsozialismus&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Innsbruck und der Nationalsozialismus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53649&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>In den 1920er und 30er wuchs und gedieh die NSDAP auch in Tirol. Die erste Ortsgruppe der NSDAP in Innsbruck wurde bereits 1923 gegr\u00fcndet. Mit \u201e<em>Der Nationalsozialist \u2013 Kampfblatt f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>\u201c erschien ein eigenes Wochenblatt. 1933 erlebte die NSDAP mit dem R\u00fcckenwind aus Deutschland auch in Innsbruck einen kometenhaften Aufstieg. Die allgemeine Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit der B\u00fcrger und theatralisch inszenierte Fackelz\u00fcge durch die Stadt samt hakenkreuzf\u00f6rmiger Bergfeuer auf der Nordkette im Wahlkampf verhalfen der Partei zu einem gro\u00dfen Zugewinn. \u00dcber 1800 Innsbrucker waren Mitglied der SA, die ihr Quartier in der B\u00fcrgerstra\u00dfe 10 hatte. Konnten die Nationalsozialisten bei ihrem ersten Antreten bei einer Gemeinderatswahl 1921 nur 2,8% der Stimmen erringen, waren es bei den Wahlen 1933 bereits 41%. Neun Mandatare, darunter der sp\u00e4tere B\u00fcrgermeister Egon Denz und der Gauleiter Tirols Franz Hofer, zogen in den Gemeinderat ein. Nicht nur die Wahl Hitlers zum Reichskanzler in Deutschland, auch Kampagnen und Manifestationen in Innsbruck verhalfen der ab 1934 in \u00d6sterreich verbotenen Partei zu diesem Ergebnis. Wie \u00fcberall waren es auch in Innsbruck vor allem junge Menschen, die sich f\u00fcr den Nationalsozialismus begeisterten. Das Neue, das Aufr\u00e4umen mit alten Hierarchien und Strukturen wie der katholischen Kirche, der Umbruch und der noch nie dagewesene Stil zogen sie an. Besonders unter den gro\u00dfdeutsch gesinnten Burschen der Studentenverbindungen und vielfach auch unter Professoren war der Nationalsozialismus beliebt.<\/p>\n<p>Als der Anschluss \u00d6sterreichs an Deutschland im M\u00e4rz 1938 erfolgte, kam es zu b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Szenen. Bereits im Vorfeld des Einmarsches war es immer wieder zu Aufm\u00e4rschen und Kundgebungen der Nationalsozialisten gekommen, nachdem das Verbot der Partei aufgehoben worden war. Noch bevor Bundeskanzler Schuschnigg seine letzte Rede an das Volk vor der Macht\u00fcbergabe an die Nationalsozialisten mit den Worten \u201e<em>Gott sch\u00fctze \u00d6sterreich<\/em>\u201c am 11. M\u00e4rz 1938 geschlossen hatte, rotteten sich bereits die Nationalsozialisten in der Innenstadt zusammen um den Einmarsch der deutschen Truppen vorzufeiern. Die Polizei des St\u00e4ndestaates war dem Aufruhr der organisierten Manifestationen teils gewogen, teils stand sie dem Treiben machtlos gegen\u00fcber. Landhaus und Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden zwar abgeriegelt und mit Maschinengewehrst\u00e4nden gesichert, an ein Durchgreifen seitens der Exekutive war aber nicht zu denken. \u201e<em>Ein Volk \u2013 ein Reich \u2013 ein F\u00fchrer<\/em>\u201c hallte durch die Stadt. Die Bedrohung des deutschen Milit\u00e4rs und der Aufmarsch von SA-Truppen beseitigten die letzten Zweifel. Mehr und mehr schloss sich die begeisterte Bev\u00f6lkerung an. Am Tiroler Landhaus, damals noch in der Maria-Theresienstra\u00dfe, sowie im provisorischen Hauptquartier der Nationalsozialisten im Gasthaus <em>Alt-Innsprugg<\/em>, wurde die Hakenkreuzfahne gehisst.<\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz empfingen die Innsbrucker das deutsche Milit\u00e4r frenetisch. Um die Gastfreundschaft gegen\u00fcber den Nationalsozialisten sicherzustellen, lie\u00df B\u00fcrgermeister Egon Denz jedem Arbeiter einen Wochenlohn auszahlen. Am 5. April besuchte Adolf Hitler pers\u00f6nlich Innsbruck, um sich von der Menge feiern zu lassen. Archivbilder zeigen eine euphorische Menschenmenge in Erwartung des F\u00fchrers, des Heilsversprechers. Auf der Nordkette wurden Bergfeuer in Hakenkreuzform entz\u00fcndet. Die Volksbefragung am 10. April ergab eine Zustimmung von \u00fcber 99% zum Anschluss \u00d6sterreichs an Deutschland. Die Menschen waren nach der wirtschaftlichen Not der Zwischenkriegszeit, der Wirtschaftskrise und den Regierungen unter Dollfu\u00df und Schuschnigg m\u00fcde und wollten Ver\u00e4nderung. Welche Art von Ver\u00e4nderung, war im ersten Moment weniger wichtig als die Ver\u00e4nderung an und f\u00fcr sich. \u201e<em>Es denen da oben zu zeigen<\/em>\u201c, das war Hitlers Versprechen. Wehrmacht und Industrie boten jungen Menschen eine Perspektive, auch denen, die mit der Ideologie des Nationalsozialismus an und f\u00fcr sich wenig anfangen konnten. Dass es immer wieder zu Gewaltausbr\u00fcchen kam, war f\u00fcr die Zwischenkriegszeit in \u00d6sterreich ohnehin nicht un\u00fcblich. Anders als heute war Demokratie nichts, woran sich jemand in der kurzen, von politischen Extremen gepr\u00e4gten Zeit zwischen der Monarchie 1918 bis zur Ausschaltung des Parlaments unter Dollfu\u00df 1933 h\u00e4tte gew\u00f6hnen k\u00f6nnen. Was faktisch nicht in den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung existiert, muss man nicht abschaffen.<\/p>\n<p>Tirol und Vorarlberg wurden in einem Reichsgau zusammengefasst mit Innsbruck als Hauptstadt. Auch wenn der Nationalsozialismus von einem guten Teil der Bev\u00f6lkerung skeptisch gesehen wurde, gab es kaum organisierten oder gar bewaffneten Widerstand, dazu waren der katholische Widerstand OE5 und die Linke in Tirol nicht stark genug. Unorganisiertes subversives Verhalten der Bev\u00f6lkerung, vor allem in den erzkatholischen Landgemeinden rund um Innsbruck gab es vereinzelt. Zu allumfassend dominierte der Machtapparat den Alltag der Menschen. Viele Arbeitsstellen und sonstige Annehmlichkeiten des Lebens waren an eine zumindest \u00e4u\u00dferlich parteitreue Gesinnung gebunden. Eine Inhaftierung blieb dem gr\u00f6\u00dften Teil der Bev\u00f6lkerung zwar erspart, die Angst davor war aber allgegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Das Regime unter Hofer und Gestapochef Werner Hilliges leistete auch ganze Arbeit bei der Unterdr\u00fcckung. InTirol war die Kirche das gr\u00f6\u00dfte Hindernis. W\u00e4hrend des Nationalsozialismus wurde die katholische Kirche systematisch bek\u00e4mpft. Katholische Schulen wurden umfunktioniert, Jugendorganisationen und Vereine verboten, Kl\u00f6ster geschlossen, der Religionsunterricht abgeschafft und eine Kirchensteuer eingef\u00fchrt. Besonders hartn\u00e4ckige Pfarrer wie Otto Neururer wurden in Konzentrationslager gebracht. Auch Lokalpolitiker wie die sp\u00e4teren Innsbrucker B\u00fcrgermeister Anton Melzer und Franz Greiter mussten fl\u00fcchten oder worden verhaftet. Gewalt und die Verbrechen an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, dem Klerus, politisch Verd\u00e4chtigen, Zivilpersonen und Kriegsgefangenen auch nur \u00fcberblicksm\u00e4\u00dfig zusammenzufassen w\u00fcrde den Rahmen sprengen. Das Hauptquartier der Gestapo befand sich in der Herrengasse 1. Hier wurden Verd\u00e4chtige schwer misshandelt und teils mit F\u00e4usten zu Tode gepr\u00fcgelt. 1941 wurde in der Rossau in der N\u00e4he des Bauhofs Innsbruck das Arbeitslager Reichenau errichtet. Verd\u00e4chtige Personen aller Art wurden hier zu Zwangsarbeiten in sch\u00e4bigen Baracken verwahrt. \u00dcber 130 Personen fanden in diesem Lager bestehend aus 20 Baracken den Tod durch Krankheit, die schlechten Bedingungen, Arbeitsunf\u00e4lle oder Hinrichtungen. Auch im 10 km von Innsbruck entfernten Dorf Kematen kamen im Messerschmitt Werk Gefangene zum Zwangseinsatz. Darunter waren politische H\u00e4ftlinge, russische Kriegsgefangene und Juden. Zu den Zwangsarbeiten geh\u00f6rten unter anderem die Errichtung der <em>S\u00fcdtiroler Siedlungen<\/em> in der Endphase oder die Stollen zum Schutz vor den Luftangriffen im S\u00fcden Innsbrucks. In der Klinik Innsbruck wurden Behinderte und vom System als nicht genehm empfundene Menschen wie Homosexuelle zwangssterilisiert.<\/p>\n<p>Die Erinnerungsorte an die Zeit des Nationalsozialismus sind rar ges\u00e4t. Das Tiroler Landhaus mit dem Befreiungsdenkmal und das Geb\u00e4ude der Alten Universit\u00e4t sind die beiden auff\u00e4lligsten Denkm\u00e4ler. Der Vorplatz der Universit\u00e4t und eine kleine S\u00e4ule am s\u00fcdlichen Eingang der Klinik wurden ebenfalls im Gedenken an das wohl dunkelste Kapitel \u00d6sterreichs Geschichte gestaltet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rennweg 3<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":61981,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[16,38,43,15,67,42,140,165],"tags":[],"class_list":["post-1663","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-barock","category-die-baumeister-gumpp-und-die-barockisierung-innsbrucks","category-ferdinand-ii-renaissance","category-innenstadt-2","category-innsbruck-und-der-nationalsozialismus","category-leopold-v-claudia-de-medici-glanz-und-gloria-in-innsbruck","category-romantik-sonnenlose-sommer-und-entschuldigungskarten","category-theater-bauernbuhnen-kinos-und-kuno"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1663","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1663"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1663\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1663"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1663"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1663"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}