{"id":1792,"date":"2020-09-28T15:17:03","date_gmt":"2020-09-28T15:17:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=1792"},"modified":"2026-02-06T10:30:30","modified_gmt":"2026-02-06T10:30:30","slug":"hofkirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/hofkirche\/","title":{"rendered":"Hofkirche, Silberne Kapelle &#038; Volkskunstmuseum"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Hofkirche, Silberne Kapelle &amp; Volkskunstmuseum<\/h2>\n<p>Universit\u00e4tsstra\u00dfe 2<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Hofkirche-Innsbruck-scaled.jpg&#8220; alt=&#8220;Hofburg Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Hofkirche Innsbruck&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.25.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;64398,56312,68863,68860,60690,1269,69270&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Hofkirche&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61921&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Hofkirche&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59037&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Innsbrucker Hofkirche ist eines der wenigen Gottesh\u00e4user, das den Furor der barocken Stadterneuerung des 17. und 18. Jahrhunderts \u00fcberstand. Das gotische Geb\u00e4ude besitzt Form und Merkmale der sp\u00e4ten Innsbrucker Renaissance. Der Eingangsbereich ist bescheiden, S\u00e4ulen und unauff\u00e4llige Ornamente schm\u00fccken das Portal unter dem Gew\u00f6lbe. Die schmucklose Fassade geht neben der prunkvollen Hofburg fast unter. Trotz ihres bescheiden anmutenden \u00c4u\u00dferen z\u00e4hlt die Kirche zu den bekanntesten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt. Geplant als Maximilians letzte Ruhest\u00e4tte ist sie das gr\u00f6\u00dfte kaiserliche Grabmal Westeuropas. Im 19. Jahrhundert galt sie als das wichtigste, manch boshaftem Reisenden gar als einzige Sehensw\u00fcrdigkeit Innsbrucks, wie ein Reisebericht aus dem Jahr 1846 wiedergibt:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">\u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Das meiste Kunstinteresse erregt die\u00a0Hof-\u00a0oder\u00a0Franziskaner-, eigentlich\u00a0heil. Kreuzkirche, die mehr Museum der Erzbildnerei als Kirche ist. Im Mittelschiff ist das Grabmal Kaiser Marimilian&#8217;s I. angebracht, von einem unf\u00f6rmlichen Eisengitter umschlossen. Auf der Decke des Sargs ist der Kaiser lebensgro\u00df, knieend, die H\u00e4nde zum Gebet gefaltet, zu schauen. Diesen Erzgu\u00df verfertigte der Sicilianer Ludwig del\u00a0Duca, und die an den vier Ecken der Decke angebrachten Statuetten, die Tugenden der Gerechtigkeit, Klugheit, St\u00e4rke und M\u00e4\u00dfigkeit vorstellend\u2026<\/span><\/i> <i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Seitenfl\u00e4chen des Sarges, in 24 Felder getheilt, enthalten auf eben so vielen Marmortafeln die merkw\u00fcrdigsten Kriegs- und Friedensthaten dieses Herrschers in erhabener Arbeit.<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es ist wohl wahr, kein Bauwerk zeigt die Sicht\u00a0Maximilians I.\u00a0auf sich selbst und seine Welt so gut wie die Innsbrucker Hofkirche. Der \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">letzte Ritter und erste Kanonier<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c stellte seine \u00f6ffentliche Person in den Mittelpunkt einer langen Ahnenreihe, die bis zum englischen Sagenk\u00f6nig Artus zur\u00fcckreicht. Dabei h\u00e4tte man noch weiter ausholen k\u00f6nnen, hatte doch der Hofgenealoge Maximilians den Bibelvater Noah und den antiken trojanischen Helden Hector als Stammv\u00e4ter der Habsburger ausgemacht. \u00dcberlebensgro\u00dfe Bronzefiguren dieser Vorg\u00e4nger Maximilians sollten die ewige Ruhe des Kaisers bewachen. Von den geplanten 40 <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schwarzen Mandern<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, auch wenn nicht alle m\u00e4nnlich sind, wurden schlussendlich nur 28 realisiert, um eine geb\u00fchrende Ehrengarde zu bilden. Im Zentrum des Ensembles kniet Maximilian selbst. Bei der Gestaltung des zentral in der Kirche thronenden Kenotaphs war Albrecht D\u00fcrer (1471 \u2013 1528), involviert. D\u00fcrer war mit seiner Arbeit der Vertreter des fr\u00fchneuzeitlichen Kapitalismus der Kunstszene. Seine Kupferstiche waren schon zu seinen Lebzeiten in den deutschen L\u00e4ndern weit verbreitete Massenware und machten ihn zu einem gefragten Promi. Maximilian war ein eifriger F\u00f6rderer des gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen N\u00fcrnbergers, der wie der Kaiser mit seinen popul\u00e4ren Darstellungen und Werken f\u00fcr eine m\u00f6glichst breite \u00d6ffentlichkeit sichtbar sein wollte. Das Grabmal stellt den Kaiser im Tod so dar, wie er schon zu Lebzeiten wahrgenommen werden wollte, als Symbol f\u00fcr das tugendhafte und fromme Leben. Das Oratorium am Sarg von Hans Waldner ist ein Beispiel f\u00fcr die hoch entwickelte Tischlereikunst der Renaissance im deutschsprachigen Raum. Die Reliefs an den Seiten markieren wichtige Stationen aus dem Leben Maximilians, jedes f\u00fcr sich ist ein kleines Kunstwerk. Beginnend mit der Verm\u00e4hlung mit Maria von Burgund \u00fcber verschiedene kriegerische Stationen zeigen die 24 Tafeln die Glanztaten des eitlen Habsburgers. Die Fertigstellung seines Grabmals erlebte der Kaiser nicht mehr. 1519, als er das Ende seiner Tage kommen f\u00fchlte, sollen ihm der Legende nach die Innsbrucker Wirtsleute die Schulden pr\u00e4sentiert haben, die sein Hofstaat \u00fcber die Jahre hinweg bei ihnen angeh\u00e4uft hatte. Erz\u00fcrnt \u00fcber diese Anma\u00dfung kehrte Maximilian \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">seinem<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c Innsbruck den R\u00fccken und machte sich auf den Weg zu seiner Stammburg nach Wiener Neustadt, seiner alternativen letzten Ruhest\u00e4tte. Auf halbem Weg dorthin verstarb er in Linz. So egozentrisch Maximilian im Leben und dessen Darstellung war, so bescheiden wollte er seinen letzten Weg antreten. Er soll verf\u00fcgt haben, ihn nach der letzten \u00d6lung nicht mehr mit seinen Titeln anzusprechen, seinem Leichnam die Z\u00e4hne zu ziehen, den Sch\u00e4del zu rasieren und ihn in einen Leichensack einzun\u00e4hen, auf dass er als armer B\u00fc\u00dfer vor den Herrn im Himmel treten k\u00f6nnte. Glaube war f\u00fcr ihn ein Instrument, um seine Macht zu legitimieren. Er war aber kein Zyniker, sondern tats\u00e4chlich wie die allermeisten seiner Standesgenossen auf den europ\u00e4ischen K\u00f6nigsthronen ein frommer Mensch. Glaube als Ordnungssystem funktioniert nur, wenn man wirklich glaubt, Geb\u00e4ude wie die Hofkirche zeigen das heute noch eindrucksvoll. Da die Figuren f\u00fcr sein Ersatzgrab in der Burg in Wiener Neustadt zu schwer waren, beschloss Maximilians Enkel Kaiser Ferdinand I. Jahrzehnte sp\u00e4ter das Grabmal in Innsbruck auch ohne die sterblichen \u00dcberreste erbauen zu lassen. Im Gusswerk in M\u00fchlau waren die Bronzefiguren bereits gegossen worden. Der Bau an der Kirche wurde 1563 nach 10 Jahren beendet. Der Leichnam Maximilians wurde nicht mehr \u00fcberf\u00fchrt, der kaiserliche Leib liegt in Wiener Neustadt begraben. Sein Herz wurde, wie bei Monarchen \u00fcblich, getrennt vom K\u00f6rper bestattet. Es liegt bei seiner ersten Ehefrau Maria von Burgund in Br\u00fcgge. Die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schwarzmanderkirche<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> ist auch ohne den Leichnam im pr\u00e4chtigen Sarkophag ein eindrucksvoller Coup des PR-Profis Maximilian.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was dem Kaiser nicht gelang, schaffte der Tiroler Widerstandsk\u00e4mpfer\u00a0Andreas Hofer. Seine sterblichen \u00dcberreste liegen in der Hofkirche in einem Ehrengrab. Der Weg dorthin war allerdings lang. Hofer wurde 1810 in Mantua hingerichtet und beerdigt. 13 Jahre sp\u00e4ter, machte sich eine inoffizielle Delegation der Tiroler Sch\u00fctzen auf, um seinen Leichnam auszugraben und nach Innsbruck zu \u00fcberstellen. Nach anf\u00e4nglichen Widerst\u00e4nden des offiziellen Staates unter Metternich wurde er schlussendlich doch in der Hofkirche beerdigt. Das Marmordenkmal zeigt Hofer in Tiroler Tracht mit Fahne beim Treueschwur \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr Gott, Kaiser und Vaterland<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, gem\u00e4\u00df den Vorstellungen der habsburgischen Obrigkeit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Neben den Bronzefiguren und den Grabm\u00e4lern beinhaltet die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schwarzmanderkirche <\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">eine noch immer spielbare Renaissanceorgel. Instrumente in Kirchen dienen heute noch f\u00fcr Konzerte, scheinen im 21. Jahrhundert kaum noch als spektakul\u00e4r. Bis ins 20. Jahrhundert war der Messebesuch f\u00fcr viele Menschen die einzige M\u00f6glichkeit \u00fcberhaupt Musik zu konsumieren und stellte ein Highlight des Wochenablaufs dar. Bei einem Konzert kann man sich noch heute vom raumf\u00fcllenden Klang \u00fcberzeugen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Auch in der an die Hofkirche anschlie\u00dfenden <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Silbernen Kapelle<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> kann eine sehenswerte Orgel besichtigt werden. In diesem Andachtsraum suchte Landesf\u00fcrst Ferdinand II. Ruhe und Zur\u00fcckgezogenheit, vielleicht, um im Zwiegespr\u00e4ch mit dem Allm\u00e4chtigen Ablass f\u00fcr sein wildes Treiben w\u00e4hrend seiner legend\u00e4ren Feste auf Schloss Ambras zu erbitten. Ihren Namen erhielt die Kapelle von den pomp\u00f6s verzierten Reliefs, die den Altar aus Elfenbein, Ebenholz und Silber schm\u00fccken. Hofbaumeister Giovanni Lucchese und der niederl\u00e4ndische Hofbildhauer Alexander Colin, der auch an den Schwarzen Mandern einen Stock tiefer mitgearbeitet hatte, gestalteten das gotische Kleinod im Sinne des Renaissancemenschen Ferdinand, der sich auf seinem Grabmal wie Maximilian als weltlich m\u00e4chtiger, zugleich aber frommer und dem\u00fctiger Herrscher darstellen lie\u00df. Neben ihm ruhen unter dem gotischen Gew\u00f6lbe seine erste Gattin Philippine Welser und die gemeinsamen Kinder.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wer mehr \u00fcber Kultur und Alltag vergangener Zeiten in Tirol und die Geschichte der Hofkirche erfahren m\u00f6chte, ist im <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Volkskunstmuseum<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> direkt neben der Hofkirche gut aufgehoben. Anders als das <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinandeum<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> besch\u00e4ftigt sich dieses Museum aber nicht mit der Hochkultur, sondern dem Alltag der breiten Bev\u00f6lkerung und volkst\u00fcmlichen Traditionen. In b\u00fcrgerlich-intellektuellen Kreisen hatte sich bereits im 19. Jahrhundert ein reges Interesse am speziellen Charakter des Tiroler Volksgeistes und der Landesgeschichte geregt. Sagen, M\u00e4rchen, Lieder, Br\u00e4uche, Kleidung, Handwerk \u2013 alles, was die Volksseele ausmachte, wurde interessant. Das Aufkommen des Tourismus hatte zur Folge, dass Alltagsgegenst\u00e4nde, \u201eAltert\u00fcmer\u201c und Kunstgegenst\u00e4nde, die in diesem Sinn als patriotische Kulturg\u00fcter verstanden wurden, von gut betuchten Reisenden als Andenken und Kuriosit\u00e4ten aus dem exotischen Land im Gebirge mit nach Hause genommen wurden. Gleichzeitig ersetzten Waren aus Industriebetrieben mehr und mehr Erzeugnisse aus b\u00e4uerlichem Handwerk, das f\u00fcr lange Zeit vor allem im Winter eine Einnahmequelle in der Landwirtschaft darstellte. 1889 beschloss der knapp 10 Jahre zuvor gegr\u00fcndete <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Gewerbeverein<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> ein Museum zu gr\u00fcnden, das sich mit der Sammlung kunsthandwerklicher G\u00fcter aus Tirol im weitesten Sinn besch\u00e4ftigte. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie bekam diese Unternehmung neues Gewicht. Die Gr\u00fcndung der Republik Deutsch-\u00d6sterreich war eine holprige Angelegenheit. \u00d6sterreich als Staatswesen hatte keine Tradition, das Kronland Tirol hingegen konnte auf eine lange Vergangenheit zur\u00fcckblicken. Die Tiroler Identit\u00e4t aus Sicht seiner gro\u00dfdeutsch-liberalen Gr\u00fcnderv\u00e4ter aus der Handelskammer sollte im Volkskunstmuseum f\u00fcr eine neue \u00d6ffentlichkeit sichtbar dargestellt werden. Aus dem Tiroler Alltag vergangener Jahrhunderte wurde eine Meistererz\u00e4hlung, die die Zusammengeh\u00f6rigkeit der beiden seit 1920 am Brenner getrennten Landesteile in erlebbare Form brachte. 1926 \u00fcbernahm das Land Tirol die umfangreiche Sammlung, drei Jahre sp\u00e4ter wurde das ehemalige Franziskanerstift von Bundespr\u00e4sident Miklas feierlich als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Volkskunstmuseum<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> eingeweiht. Das von Andrea Crivelli und Niclas T\u00fcring im 16. Jahrhundert als Kloster entworfene und sp\u00e4ter umgebaute Geb\u00e4ude wurde quasi zur Heimat des Tiroler Volksgeistes. Wie wichtig die museale Deutungshoheit \u00fcber die Identit\u00e4t des Landes f\u00fcr die Politik in dieser Zeit war, zeigt die Tatsache, dass der Leiter des Museums Josef Ringler 1938 bereits wenige Tage nach dem Anschluss \u00d6sterreichs an das Deutsche Reich von seinem Posten entfernt und linientreu ersetzt wurde. Heute zeigt das Volkskunstmuseum Bauernstuben, M\u00f6bel, Kleidung, Krippen, Masken und andere Gegenst\u00e4nde, die Tiroler Traditionen seit dem Mittelalter darstellen. Augenmerk wird dabei nicht nur auf die Kultur Nordtirols gelegt, sondern im Sinne der Europaregion werden auch S\u00fcdtirol und das Trentino mit in die Betrachtung einbezogen. Besonders beliebt ist die allj\u00e4hrliche Krippenausstellung zu Weihnachten, die die Geburt des Heilands ins <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Heilige Land Tirol<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> verlegt. Wie wichtig die nationale Identit\u00e4t noch immer ist, zeigen Diskussionen rund um Trachten, Dirndl, Sch\u00fctzen und Traditionen bis heute.<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Maximilian I. und seine Zeit&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Maximilian I. und seine Zeit&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53520&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Maximilian z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Pers\u00f6nlichkeiten der europ\u00e4ischen und der Innsbrucker Stadtgeschichte. \u00dcber Tirol soll er gesagt haben: &#8222;<em>Tirol ist ein grober Bauernkittel, der aber gut w\u00e4rmt<\/em>.&#8220; Vielleicht war nicht nur die Lage Innsbrucks inmitten der Berge ein Grund f\u00fcr seine Zuneigung, Maximilian war begeisterter J\u00e4ger. Sein Vater Friedrich III. hatte 1415 in Innsbruck das Licht der Welt erblickt und die Bedeutung der Stadt hatte seither zugenommen. Maximilian \u00fcbernahm 1490 die Regierungsgesch\u00e4fte Tirols auf Bitten der Landst\u00e4nde von seinem Vorg\u00e4nger Siegmund. Der m\u00e4chtige Habsburger wollte die wichtigen Assets, die das Land zu bieten hatte, nicht aus dem habsburgischen Portfolio geben. Maximilian machte die ehemalige Handelssiedlung am Inn zu einem der wichtigsten Zentren des Heiligen R\u00f6mischen Reichs und ver\u00e4nderte damit ihre Geschicke nachhaltig. Auch die strategisch g\u00fcnstige Lage Innsbrucks nahe an den italienischen Kriegsschaupl\u00e4tzen machte die Stadt so interessant f\u00fcr den Kaiser. Viele Tiroler mussten auf den Schlachtfeldern den kaiserlichen Willen durchsetzen, anstatt die heimischen Felder zu bestellen. Das \u00e4nderte sich erst in den letzten Regierungsjahren. Maximilian gestand 1511 den Tirolern im <em>Tiroler Landlibell<\/em>, einer Art Verfassung zu, dass sie als Soldaten nur f\u00fcr den Krieg zur Verteidigung des eigenen Landes herangezogen werden d\u00fcrfen. Was von Maximilian-Nostalgikern, die das Dokument gerne als Freiheitsbrief ansehen, gerne vergessen wird, sind die Verpflichtungen wie die Einhebung von Sondersteuern im Kriegsfall, die damit geregelt werden. F\u00fcr Innsbruck zahlte es sich auf jeden Fall aus, wenn nicht finanziell, so zumindest kulturell. \u201e<em>Wer immer sich im Leben kein Ged\u00e4chtnis macht, der hat nach seinem Tod kein Ged\u00e4chtnis und derselbe Mensch wird mit dem Glockenton vergessen.\u201c<\/em> Dieser Angst wirkte Maximilian h\u00f6chst erfolgreich aktiv durch die Errichtung gut sichtbarer Symbole kaiserlicher Macht wie dem <em>Goldenen Dachl<\/em> entgegen. Propaganda, Bild und Medien spielten eine immer st\u00e4rkere Rolle, bedingt auch durch den aufkeimenden Buchdruck. Maximilian nutzte Kunst und Kultur, um sich pr\u00e4sent zu halten. Er hielt sich eine Reichskantorei, eine Musikkapelle, die vor allem bei \u00f6ffentlichen Auftritten und Empf\u00e4ngen internationaler Gesandter zum Einsatz kam. Er lie\u00df einen wahren Personenkult mit M\u00fcnzen, B\u00fcchern, Druckschriften und Gem\u00e4lden rund um sich selbst veranstalten.<\/p>\n<p>Bei aller Romantik, die der Liebhaber h\u00f6fischer Traditionen und des klassischen Rittertums pflegte, war er ein k\u00fchler Machtpolitiker. Seine Kulturpolitik und Propaganda lehnte sich vielleicht an das Mittelalter an, realpolitisch war er aber vorw\u00e4rtsgewandt. Unter ihm entstanden politische Institutionen wie der Reichstag, Reichshofrat und das Reichskammergericht, die das Verh\u00e4ltnis von Untertanen, Landesherr und Monarchie streng regelten. Um 1500 hatte Tirol circa 300.000 Einwohner. Mehr als 80% der Menschen arbeiteten in der Landwirtschaft und lebten zum allergr\u00f6\u00dften Teil von den Ertr\u00e4gen der H\u00f6fe. Maximilian beschnitt in einem wahren Furor an neuen Gesetzen die b\u00e4uerlichen Rechte der Allmende. Holzschlag, Jagd und Fischerei wurden dem Landesherrn unterstellt und waren kein Allgemeingut mehr. Das hatte negative Auswirkungen auf die b\u00e4uerliche Selbstversorgung. Dank der neuen Gesetze wurden aus J\u00e4gern Wilderer. Fleisch und Fisch waren im Mittelalter f\u00fcr lange Zeit ein Teil des Speiseplans, nun wurde dieser Genuss zum Luxus, der oft nur illegal beschafft werden konnte. Bei einem gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung war Maximilian zu Lebzeiten deshalb unbeliebt.<\/p>\n<p>Zur Einschr\u00e4nkung in der Selbstversorgung gesellten sich neue Abgaben. Es war immer schon \u00fcblich gewesen, dass Landesf\u00fcrsten im Kriegsfall die Bev\u00f6lkerung mit zus\u00e4tzlichen Steuern belasteten. Maximilians Kriegsf\u00fchrung unterschied sich zu den mittelalterlichen Konflikten. Die Hilfstruppen und ihre adeligen, ritterlich k\u00e4mpfenden Grundherren wurden durch S\u00f6ldner, die mit den modernen Feuerwaffen umzugehen verstanden, erg\u00e4nzt oder ganz ersetzt.<\/p>\n<p>Diese neue Art ins Feld zu ziehen, verschlang Unsummen. Als die Ertr\u00e4ge aus den landesf\u00fcrstlichen Besitzungen wie M\u00fcnz-, Markt-, Bergwerks-, und Zollregal nicht mehr ausreichten, wurden die einzelnen Bev\u00f6lkerungsgruppen je nach Stand und Verm\u00f6gen besteuert, jedoch war die Steuer noch weit entfernt von unserem heutigen ausdifferenzierten System und brachten dementsprechend Ungerechtigkeit und Unmut mit sich. Ein Beispiel f\u00fcr eine Abgabe war Maximilians <em>Gemeiner Pfennig<\/em>. Die Verm\u00f6genssteuer betrug zwischen 0,1 und 0,5% des Verm\u00f6gens, war aber mit 1 Gulden gedeckelt. Juden mussten unabh\u00e4ngig von ihrem Verm\u00f6gen eine Kopfsteuer von 1 Gulden bezahlen. Erstmals wurden auch F\u00fcrsten zur Kasse gebeten, bezahlten aber durch die Deckelung maximal gleich viel wie ein mittelst\u00e4ndischer Jude. Verk\u00fcndung und Exekution der Steuer unterlagen Pr\u00e4laten, Pfarrern und weltlichen Herrn. Pfarrer mussten an drei Sonntagen die Steuer von der Kanzel herunter verk\u00fcnden, die Beitr\u00e4ge gemeinsam mit Vertretern der Gerichte einsammeln und im Reichssteuerregister anlegen. Schnell begriff man, dass diese Art der Steuereinhebung nicht funktionierte. Es bedurfte eines modernen Systems und Steuermodells. Eine kollegiale Kammer, das Regiment, wachte zentral \u00fcber die L\u00e4nder Tirol und Vorder\u00f6sterreich nach dem modernen Vorbild der Burgunder Finanzwirtschaft, die Maximilian in seiner Zeit in den Niederlanden kennengelernt hatte. Innsbruck wurde zum Finanz- und Buchhaltungszentrum f\u00fcr die \u00f6sterreichischen L\u00e4nder. Die <em>Raitkammer<\/em> und die <em>Hauskammer<\/em> befanden sich im Neuhof, wo heute das <em>Goldene Dachl<\/em> \u00fcber die Altstadt residiert. 1496 wurden die finanziellen Mittel der \u00f6sterreichischen Erbl\u00e4nder in der Schatzkammer in Innsbruck geb\u00fcndelt. Vorsitzender der Hofkammer war der Brixner Bischof Melchior von Meckau, der mehr und mehr die Fugger als Kreditgeber miteinbezog. Beamten wie Jakob Villinger (1480 &#8211; 1529) wickelten in der italienisch gepr\u00e4gten Form der doppelten Buchhaltung den Geldverkehr mit Bankh\u00e4usern aus ganz Europa ab und probierten den kaiserlichen Finanzhaushalt in Zaum zu halten. Talentierte Kleinadelige und B\u00fcrger, studierte Juristen und ausgebildete Beamten l\u00f6sten den Hochadel in bestimmender Funktion ab. Finanzexperten aus Burgund hatten die kaufm\u00e4nnische Leiter des Regiments \u00fcber. Die \u00dcberg\u00e4nge zwischen Finanz- und anderen Feldern wie Kriegsplanung und Innenpolitik waren flie\u00dfend, was der neuen Beamtenschicht gro\u00dfe Macht verlieh. War es bisher \u00fcblich, dass das Gleichgewicht zwischen Landesf\u00fcrsten, Kirche, Grundherr und Untertan aus Beitrag und milit\u00e4rischem Schutz bestand, wurde dieses System nun durch Zwang von der Obrigkeit durchgesetzt. Maximilian argumentierte, dass es Pflicht jedes Christenmenschen, egal welchen Standes, sei, das <em>Heilige R\u00f6mische Reich<\/em> gegen \u00e4u\u00dfere Feinde zu verteidigen. Die Aufzeichnungen rund um die Streitereien zwischen K\u00f6nig, Adel, Klerus, Bauern und St\u00e4dten um die Abgabenleistung erinnerten schon vor Maximilian stark an heutige politische Diskussion um das Thema der Macht- und Verm\u00f6gensverteilung. Der gro\u00dfe Unterschied zwischen dem ausgehenden 15. Jahrhundert und den vorhergegangenen Jahrhunderten entstand dadurch, dass dank des modernen Beamtenapparats diese Steuern nun auch exekutiert und eingetrieben werden konnten. Der Vergleich mit der Registrierkassenpflicht, der Besteuerung von Trinkgeldern in der Gastronomie und der Diskussion um die Abschaffung des Bargeldes dr\u00e4ngt sich auf. Das Kapital folgte der politischen Bedeutung ebenfalls nach Innsbruck. W\u00e4hrend seiner Regentschaft besch\u00e4ftigte Maximilian 350 R\u00e4te, die ihm zur Seite standen. Knapp ein Viertel dieser hochbezahlten R\u00e4te stammte aus Tirol. Gesandte und Politiker aus ganz Europa bis zum osmanischen Reich sowie Adelige lie\u00dfen sich ihren Wohnsitz in Innsbruck bauen oder \u00fcbernachteten in den Wirtsh\u00e4usern der Stadt. \u00c4hnlich wie <em>Big Money<\/em> aus \u00d6lgesch\u00e4ften heute Fachkr\u00e4fte aller Art nach Dubai lockt, zogen das Schwazer Silber und die daran h\u00e4ngende Finanzwirtschaft damals Experten aller Art nach Innsbruck, einer kleinen Stadt inmitten der unwirtlichen Alpen.<\/p>\n<p>Innsbruck ver\u00e4nderte sich unter Maximilian Regentschaft baulich und infrastrukturell wie nie zuvor. Neben dem repr\u00e4sentativen <em>Goldenen Dachl<\/em> lie\u00df er die Hofburg umgestalten, begann mit dem Bau der Hofkirche und erschuf mit dem Innsbrucker Zeughaus Europas f\u00fchrende Waffenschmiede. Die Stra\u00dfen durch die Altstadt wurden f\u00fcr die feinen Leute des Hofstaats befestigt und gepflastert. Als frommer Christ im Sinne der Ritterlichkeit half der Kaiser auch den \u00c4rmsten. 1499 lie\u00df Maximilian die <em>Salvatorikapelle<\/em>, ein Spital f\u00fcr notleidende Innsbrucker, die keinen Anspruch auf einen Platz im Stadtspital hatten, renovieren und erweitern. 1509 wurde der innerst\u00e4dtische Friedhof vom heutigen Domplatz hinter das Stadtspital an den heutigen Adolf-Pichler-Platz umgesiedelt. Maximilian lie\u00df den Handelsweg im heutigen Mariahilf verlegen und verbesserte die Wasserversorgung der Stadt. Eine Feuerordnung f\u00fcr die Stadt Innsbruck folgte 1510. Maximilian begann auch an den Privilegien des Stiftes Wilten, dem gr\u00f6\u00dften Grundherrn im heutigen Stadtgebiet, zu s\u00e4gen. Infrastruktur im Besitz des Klosters wie M\u00fchle, S\u00e4ge und Sillkanal sollten st\u00e4rker unter landesf\u00fcrstliche Kontrolle kommen.<\/p>\n<p>Der kaiserliche Hof und die wohlhabende Beamtenschaft, die in Innsbruck ans\u00e4ssig waren, transformierte Aussehen und Attit\u00fcde Innsbrucks. Maximilian hatte die distinguierte h\u00f6fische Kultur Burgunds seiner ersten Ehefrau nach Mitteleuropa eingef\u00fchrt. Kulturell war es vor allem seine zweite Ehefrau Bianca Maria Sforza, die Innsbruck f\u00f6rderte. Nicht nur die k\u00f6nigliche Hochzeit fand hier statt, sie residierte auch lange Zeit hier, war die Stadt doch n\u00e4her an ihrer Heimat Mailand als die anderen Residenzen Maximilians. Sie brachte ihren gesamten Hofstaat aus der Renaissancemetropole mit in die deutschen L\u00e4nder n\u00f6rdlich der Alpen. Kunst Unterhaltung in allen Formen bl\u00fchten auf.<\/p>\n<p>Innsbruck wurde unter Maximilian aber nicht nur kulturell zu einem Zentrum des Reiches, auch wirtschaftlich brummte die Stadt. Unter anderem war Innsbruck Zentrale des Postdienstes im Kaiserreich. In der Waffenherstellung konnte Maximilian auf das Fachwissen der B\u00fcchsenmeister aufbauen, die sich bereits unter seinem Vorg\u00e4nger Siegmund in den Gie\u00dfereien in H\u00f6tting etabliert hatten. Plattner, Gussh\u00fcttenbetreiber, Pulverstampfer und Messerschmiede siedelten sich in der Neustadt, in St. Nikolaus, M\u00fchlau, H\u00f6tting und entlang des Sillkanals an. Die Kaufmannsdynastie Fugger unterhielt eine Kontorei in Innsbruck. Neben seiner ihm gerne unterstellten Liebe f\u00fcr die Tiroler Natur waren ihm die Kostbarkeiten wie das Haller Salz und das Schwazer Silber mindestens ebenso teuer und n\u00fctzlich. Seinen aufw\u00e4ndigen Hofstaat, die Wahl zum K\u00f6nig durch die Kurf\u00fcrsten und den acht Jahre dauernden Krieg gegen die Republik Venedig finanzierte sich Maximilian unter anderem durch Verpf\u00e4ndung der Bodensch\u00e4tze des Landes.<\/p>\n<p>Maximilians Wirken in Innsbruck zu fassen, ist schwierig. Liebesbekundungen eines Kaisers schmeicheln nat\u00fcrlich der Volksseele bis heute. Seine materielle Hinterlassenschaft mit den vielen Prunkbauten verst\u00e4rken dieses positive Image. Er machte Innsbruck zu einer kaiserlichen Residenzstadt und trieb die Modernisierung der Infrastruktur voran. Innsbruck wurde dank dem Zeughaus zum Zentrum der R\u00fcstungsindustrie, die Schatzkammer des Reiches und wuchs wirtschaftlich und r\u00e4umlich. Die Schulden, die er daf\u00fcr aufnahm und das Landesverm\u00f6gen, das er an die Fugger verpf\u00e4ndete, pr\u00e4gten Tirol nach seinem Tod mindestens ebenso wie die strengen Gesetze, die er der einfachen Bev\u00f6lkerung verordnete. 5 Millionen Gulden soll er an Schulden hinterlassen haben, einen Betrag, den seine \u00f6sterreichischen Besitzungen in 20 Jahren erwirtschaften konnten. Die ausst\u00e4ndigen Zahlungen ruinierten nach seinem Tod viele Betriebe und Dienstleute, die auf den kaiserlichen Versprechungen sitzen blieben. Fr\u00fchneuzeitliche Herrscher waren nicht an die Verbindlichkeiten ihrer Vorg\u00e4nger gebunden. Eine Ausnahme bildeten die Vereinbarungen mit den Fuggern, hingen daran doch Pfandrechte. In den Legenden \u00fcber den Kaiser sind die harten Zeiten nicht so pr\u00e4sent wie das <em>Goldene Dachl<\/em> und die in der Schule gelernten Soft Facts. 2019 \u00fcberschlug man sich mit den Feierlichkeiten zum 500. Todestag des f\u00fcr Innsbruck wohl wichtigsten Habsburgers unter dem Motto \u201e<em>Tiroler im Herzen, Europ\u00e4er im Geiste<\/em>\u201c. Der Wiener wurde wohlwollend eingeb\u00fcrgert. Salzburg hat Mozart, Innsbruck Maximilian, einen Kaiser, den Tiroler passend zur gew\u00fcnschten Identit\u00e4t Innsbrucks als rauen Gesellen, der am liebsten in den Bergen ist, angepasst haben. Sein markantes Gesicht prangt heute auf allerhand Konsumartikeln, vom K\u00e4se bis zum Skilift steht der Kaiser f\u00fcr allerhand Profanes Pate. Lediglich f\u00fcr politische Agenden l\u00e4sst er sich weniger gut vor den Karren spannen als Andreas Hofer. Wahrscheinlich ist es f\u00fcr den Durchschnittsb\u00fcrger einfacher, sich mit einem revolution\u00e4ren Wirt zu identifizieren als mit einem Kaiser.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Philippine Welser: Klein Venedig, Kochb\u00fccher und Kr\u00e4uterkunde&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Philippine Welser: Klein Venedig, Kochb\u00fccher und Kr\u00e4uterkunde&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53628&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Philippine Welser (1527 \u2013 1580) war die Ehefrau Erzherzog Ferdinands II. und z\u00e4hlt zu den popul\u00e4rsten Herrscherfiguren Innsbrucks.\u00a0 Die Welsers z\u00e4hlten zu den wohlhabendsten Familien ihrer Epoche. Ihr Onkel Bartholom\u00e4us Welser war \u00e4hnlich reich wie Jakob Fugger und entstammte ebenfalls der Schicht der Kaufleute und Finanziers, die rund um 1500 zu enormem Reichtum gekommen waren. Die S\u00e4ulen dieses Reichtums waren der Gew\u00fcrzhandel mit Indien und die Verkn\u00fcpfung von Bergbau und Metallhandel mit den amerikanischen Kolonien. Auch Welser hatte Kredite an die Habsburger vergeben. Anstatt die Kredite abzuzahlen, verpf\u00e4ndete Kaiser Karl V. einen Teil der neu annektierten L\u00e4ndereien in Amerika an die Welser, die daf\u00fcr das Land als Kolonie <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Klein-Venedig<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, heute Venezuela, mit Festungen und Siedlungen sichern und erschlie\u00dfen mussten. Sie statteten Expeditionen aus, um das legend\u00e4re Goldland <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">El Dorado<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> zu entdecken. Um m\u00f6glichst viel aus ihrem Lehen herauszuholen, errichteten sie Handelsst\u00fctzpunkte, um am gewinntr\u00e4chtigen transatlantischen Sklavenhandel zwischen Europa, Westafrika und Amerika teilzunehmen. Nach 1530 untersagte Karl V. zwar den Handel mit Indigenen aus S\u00fcdafrika, der Einsatz afrikanischer Sklaven auf den Plantagen und in den Minen fiel nicht unter diese Regelung. Das brutale Vorgehen der Welser f\u00fchrte 1546 zu Beschwerden am kaiserlichen Hof, wo ihnen das Lehen f\u00fcr <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Klein-Venedig<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> daraufhin entzogen wurde. Ihre Handelsbeziehungen blieben allerdings aufrecht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinand und Philippine lernten sich auf einem Faschingsball in Pilsen kennen. Der Habsburger verliebte sich Hals \u00fcber Kopf in die wohlhabende Augsburgerin und heiratete sie. Besonders erfreut war im Hause Habsburg niemand \u00fcber die in aller Heimlichkeit geschlossene Ehe der beiden, auch wenn die Gesch\u00e4ftsbeziehungen zwischen den Aristokraten und den neureichen Augsburger Kaufleuten schon einige Jahrzehnte alt waren und man das Geld der Welser gut gebrauchen konnte. Hochzeiten zwischen B\u00fcrgerlichen und Adligen galten trotz Wohlstandes als skandal\u00f6s und nicht standesgem\u00e4\u00df. Der Tiroler Landesf\u00fcrst soll zeitlebens in seine sch\u00f6ne Ehefrau regelrecht vernarrt gewesen sein, weshalb er sich \u00fcber alle Konventionen der Zeit hinwegsetzte. Der Kaiser erkannte die Ehe erst an, nachdem die beiden f\u00fcr ihre Heirat um Vergebung gebeten hatten und sich zu ewiger Geheimhaltung verpflichteten. Die Kinder der morganatischen Ehe wurden deshalb von der Erbfolge ausgeschlossen. Philippine galt als \u00fcberaus sch\u00f6n. Ihre Haut sei laut Zeitzeugen so zart gewesen, \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">man h\u00e4tte einen Schluck Rotwein durch ihre Kehle flie\u00dfen sehen k\u00f6nnen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c. F\u00fcr seine Frau lie\u00df Ferdinand Schloss Ambras in die heutige Form bringen. Sein Bruder Maximilian meinte gar, dass &#8222;<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinand verzaubert sai<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">&#8220; von der sch\u00f6nen Philippine Welser, als Ferdinand w\u00e4hrend des T\u00fcrkenkriegs seine Truppen abzog, um nach Hause zu seiner Frau zu gehen. Weniger schmeichelhaft der Nachsatz <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201e\u2026Ich wollt, da\u00df die Brekin in einen Sakh schteckt und was nit wo w\u00e4r. Gott verzeihs mier.\u201c<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Philippine Welsers Leidenschaft war das Kochen. In der \u00d6sterreichischen Nationalbibliothek ist noch heute eine Rezeptsammlung vorhanden. Die Kochkunst wurde im Mittelalter und der Fr\u00fchen Neuzeit ausschlie\u00dflich von Wohlhabenden und Adeligen gepflegt, w\u00e4hrend der allergr\u00f6\u00dfte Teil der Untertanen essen musste, was verf\u00fcgbar war. Mittelalter und Neuzeit, eigentlich alle Menschen bis in die 1950er Jahre, lebten unter dauerhaftem Kalorienmangel. W\u00e4hrend wir heute zu viel essen und deshalb krank werden, litten unsere Vorfahren unter Krankheiten, die auf Mangelern\u00e4hrung zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Fr\u00fcchte waren ebenso selten Teil des Speiseplans wie Fleisch. Die Kost war eint\u00f6nig und kaum gew\u00fcrzt. Gew\u00fcrze wie der exotische Pfeffer waren Luxusg\u00fcter, die sich das normale Volk nicht leisten konnten. W\u00e4hrend der Speiseplan des Normalb\u00fcrgers eine triste Angelegenheit war, bei der es vor allem darum ging, sich die Kalorien f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit so effizient als m\u00f6glich zu holen, begann sich in Innsbruck unter Ferdinand II. und Philippine Welser die Einstellung zu Essen und Trinken zu ver\u00e4ndern. Der Hofstaat hatte seit Friedrich IV. zu einer gewissen Kultivierung der Manieren und Sitten in Innsbruck beigetragen, Philippine Welser und Ferdinand trieben diese Entwicklung auf Schloss Ambras und der Weiherburg auf die Spitze. Die Bankette, die sie gaben, waren legend\u00e4r und arteten nicht selten in Orgien aus.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Kr\u00e4uterkunde war ihr zweites Steckenpferd. Philippine Welser beschrieb, wie man Pflanzen und Kr\u00e4uter zur Linderung k\u00f6rperlicher Leiden aller Art verwendet. \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Um die Z\u00e4hne wei\u00df und frisch zu machen und die W\u00fcrm darin zu t\u00f6ten: Nehmt Rosmarinholz und brennt es zu Kohle, sta\u00dft alles zu Pulver, bindet es in ein seiden T\u00fcchelein und reibt damit die Z\u00e4hne ein<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">,\u201c war einer ihrer Tipps f\u00fcr ein gesundes und gepflegtes Dasein. Auf Schloss Ambras in Innsbruck lie\u00df sie f\u00fcr ihr Hobby und ihre Studien einen Kr\u00e4utergarten anlegen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der Tiroler Bev\u00f6lkerung galt sie laut Berichten der Zeit als sehr beliebt, k\u00fcmmerte sie sich doch sehr um die Armen und Bed\u00fcrftigen. Die vom Stadtrat angeleitete F\u00fcrsorge der Bed\u00fcrftigen, gesponsert von wohlhabenden B\u00fcrgern und Adeligen, war damals allerdings keine Besonderheit, sondern g\u00e4ngige Praxis. N\u00e4her an das Seelenheil im n\u00e4chsten Leben als durch christliche N\u00e4chstenliebe, <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Caritas<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, konnte man nicht kommen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ihre letzte Ruhe fand Philippine Welser nach ihrem Tod 1580 in der Silbernen Kapelle in der Innsbrucker Hofkirche. Gemeinsam mit ihren als S\u00e4ugling verstorbenen Kindern und Ferdinand wurde sie dort begraben. Unterhalb des Schloss Ambras erinnert die Philippine-Welser-Stra\u00dfe an sie.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Ferdinand II.: Principe und Renaissancef\u00fcrst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Ferdinand II.: Renaissance, Glanz und Glamour&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53487&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erzherzog Ferdinand II. von \u00d6sterreich (1529 \u2013 1595) z\u00e4hlt zu den schillerndsten Figuren der Tiroler Landesgeschichte. Sein Vater Kaiser Ferdinand I. lie\u00df ihm eine ausgezeichnete Ausbildung angedeihen. Er wuchs am spanischen Hof seines Onkels Kaiser Karl V auf. Die Jahre, in denen Ferdinand seine Schulbildung erhielt, fallen in die Anfangszeit des jesuitischen Einflusses an den habsburgischen H\u00f6fen. Der junge Staatsmann wurde ganz im Sinne des frommen Humanismus erzogen. Dazu gesellten sich die Sitten des Hochadels der Renaissance. In jungen Jahren reiste er durch Italien und Burgund und hatte an den wohlhabenden H\u00f6fen dort einen Lebensstil kennengelernt, der sich unter der deutschen Aristokratie noch nicht durchgesetzt hatte. Ferdinand war das, was man heute als Globetrotter, Mitglied der Bildungselite oder Kosmopolit bezeichnen w\u00fcrde. Er galt als intelligent, charmant und kunstsinnig. Bei weniger exzentrischen Zeitgenossen genoss Ferdinand den Ruf eines unmoralischen und genusss\u00fcchtigen W\u00fcstlings. Es wurde ihm schon zu Lebzeiten nachgesagt, ausschweifende und unsittliche Orgien zu veranstalten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ferdinands Vater teilte sein Reich unter seinen S\u00f6hnen auf. Maximilian II., der zu Recht unter dem elterlichen Verdacht der H\u00e4resie und dem Anh\u00e4ngen protestantischer Lehren stand, erbte Ober- und Nieder\u00f6sterreich sowie B\u00f6hmen und Ungarn. Ferdinands j\u00fcngerer Bruder Karl regierte in Inner\u00f6sterreich, also K\u00e4rnten, Steiermark und der Krain. Das Mittelkind erhielt Tirol, das damals bis ins Engadin reichte, und die zerst\u00fcckelten habsburgischen Vorlande im Westen der zentraleurop\u00e4ischen Besitzungen. Ferdinand \u00fcbernahm das Land Tirol als Landesf\u00fcrst in turbulenten Zeiten. Er hatte bereits in seiner Jugend einige Jahre in Innsbruck verbracht. Die Bergwerke in Schwaz begannen wegen des billigen Silbers aus Amerika unrentabel zu werden. Die Silberschwemme aus den habsburgischen Besitzungen in <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Neu-Spanien<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> jenseits des Atlantiks f\u00fchrte zu einer Inflation.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese finanziellen Probleme hielten Ferdinand aber nicht davon ab, pers\u00f6nliche und \u00f6ffentliche Infrastruktur in Auftrag zu geben. Innsbruck profitierte wirtschaftlich und kulturell enorm davon, dass es nach Jahren ohne dezidiert einen Landesf\u00fcrsten zu haben, nun wieder zum Zentrum eines Regenten wurde. Ferdinands erzherzogliche Pr\u00e4senz lockte Aristokratie und Beamtenschaft nach den Jahrzehnten der Vernachl\u00e4ssigung nach Maximilians Ableben wieder an. In den sp\u00e4ten 1560er Jahren war die Verwaltung wieder auf 1000 Personen angewachsen, die mit ihrem Geld die lokale Wirtschaft anfachten. B\u00e4cker, Metzger und Gasth\u00f6fe florierten nach einigen kargeren Jahren wieder. Innsbruck besa\u00df Ende des 16. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen St\u00e4dten \u00fcberdurchschnittlich viele Gastwirte, die \u00fcberdurchschnittlich gut an den H\u00e4ndlern, G\u00e4sten und Durchreisenden verdienten. Weinh\u00e4user waren nicht nur Gastbetriebe, sondern auch Lager- und Handelsst\u00e4tten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die italienischen St\u00e4dte Florenz, Venedig und Mailand waren stilbildend in Kultur, Kunst und Architektur. Der Tiroler Hof Ferdinands sollte ihnen in nichts nachstehen. Vorbei sollten die Zeiten sein, in denen Deutsche in den sch\u00f6neren St\u00e4dten s\u00fcdlich der Alpen als unzivilisiert,<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\"> barbarisch<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> oder gar als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schweine<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bezeichnet wurden. Dazu lie\u00df er Innsbruck im Geist der Renaissance umgestalten. Ganz im Trend der Zeit ahmte er die italienischen Adelsh\u00f6fe nach. Hofarchitekt Giovanni Lucchese stand ihm dabei zur Seite. Einen ansehnlichen Teil seines Lebens verbrachte Ferdinand auf Schloss Ambras bei Innsbruck, wo er sich eine der kostbarsten Sammlungen von Kunstwerken und R\u00fcstungen anlegte, die noch heute zu den wertvollsten der Welt ihrer Art zu z\u00e4hlen ist. Ferdinand verwandelte die Burg oberhalb des Dorfes Amras in einen modernen Hof. Seine Feste, Maskenb\u00e4lle und Umz\u00fcge waren legend\u00e4r. W\u00e4hrend der Hochzeit eines Neffen lie\u00df er 1800 K\u00e4lber und 130 Ochsen braten. Aus den Brunnen soll 10 Tage lang Wein statt Wasser geflossen sein.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Mit dem Schloss Ambras war es aber nicht getan, was die Ver\u00e4nderung Innsbrucks anbelangt. Westlich der Stadt erinnert ein Torbogen noch an den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiergarten<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, ein Jagdrevier Ferdinands samt Lusthaus entworfen ebenfalls von Lucchese. Damit der Landesf\u00fcrst sein Wochenenddomizil erreichen konnte, wurde eine Stra\u00dfe in die sumpfige H\u00f6ttinger Au gelegt, die die Basis f\u00fcr die heutige Kranebitter Allee bildete. Das Lusthaus wurde 1786 durch den heute als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Pulverturm<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> bekannten Bau ersetzt, der einen Teil der sportwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck beheimatet. Dem f\u00fcrstlichen Sport des Jagens folgte im ehemaligen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Lusthaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das der Pulverturm war, die Sportuniversit\u00e4t nach. In der Innenstadt lie\u00df er das f\u00fcrstliche <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Comedihaus<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> am heutigen Rennweg errichten. Um Innsbrucks Trinkwasserversorgung zu verbessern, wurde unter Ferdinand die M\u00fchlauerbr\u00fccke errichtet, um eine Wasserleitung vom M\u00fchlaubach ins Stadtgebiet zu verlegen. Die Jesuiten, kurz vor Ferdinands Amtsantritt in Innsbruck eingetroffen, um l\u00e4stigen Reformatoren und Kirchenkritikern das Leben schwer zu machen und das Bildungswesen neu aufzustellen, erhielten in der Silbergasse eine neue Kirche. Zahlreiche Neubauten wie die Kl\u00f6ster der Jesuiten, der Franziskaner, Kapuziner und Servitinnen kurbelten das Handwerk und die Baubranche an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die neuen Orden unterst\u00fctzten Ferdinands Augenmerk auf die konfessionelle Ausrichtung seiner Sch\u00e4fchen. In seiner 1573 erlassenen Tiroler Landesordnung schob er nicht nur Unzucht, Fluchen und Prostitution einen Riegel vor, sondern verpflichtete seine Untertanen zu einer gottesf\u00fcrchtigen, also katholischen Lebensf\u00fchrung. Das \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Verbott der Zauberey und Abgerglaubigen Warsagerey<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c untersagte jedwegliche Abweichung vom wahren Glauben bei Androhung von Kerker, k\u00f6rperlicher Z\u00fcchtigung und Enteignung. Juden mussten einen jederzeit gut sichtbaren Ring aus gelbem Stoff auf der linken Brustseite ihres Gewandes tragen. Gleichzeitig brachte Ferdinand einen j\u00fcdischen Finanzier nach Innsbruck, um die Geldgesch\u00e4fte f\u00fcr die aufw\u00e4ndige Hoff\u00fchrung abzuwickeln. Samuel May und seine Familie lebten als F\u00fcrstliche Schutzjuden in der Stadt. Daniel Levi erfreute Ferdinand mit Tanz und Harfenspiel am Theater und Elieser Lazarus k\u00fcmmerte sich als Hofarzt um seine Gesundheit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Bev\u00f6lkerung zu schr\u00f6pfen, prunkvoll zu leben, Protestantismus unter seinen wichtigen Beratern zu tolerieren und gleichzeitig den Protestantismus im Volk zu bek\u00e4mpfen, war f\u00fcr den gelernten Renaissancef\u00fcrsten kein Widerspruch. Bereits mit 15 Jahren zog er unter seinem Onkel Karl V. im <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Schmalkaldischen Krieg<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in die Schlacht gegen die Feinde der R\u00f6mischen Kirche. Als Landesf\u00fcrst verstand er sich als <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Advocatus Ecclesiae (Anm.: Vertreter der Kirche)<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in einem konfessionell absolutistischen Sinn, der f\u00fcr das Seelenheil seiner Untertanen verantwortlich war. Zwangsma\u00dfnahmen, Stiftung von Kirchen und Kl\u00f6stern wie den Franziskanern und den Kapuzinern in Innsbruck, verbesserte Seelsorge und die Inszenierung jesuitischer Theaterst\u00fccke wie \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Die Enthauptung des Johannes<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c waren die Waffen der Wahl gegen den Protestantismus. Ferdinands Fr\u00f6mmigkeit war zwar nicht aufgesetzt, er schaffte es aber wie die meisten seiner Zeitgenossen, sich situationselastisch anzupassen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Politik Ferdinands stand unter passendem italienischem Einfluss der zeitgen\u00f6ssischen Avantgarde. Machiavelli schrieb sein Werk \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Il Principe<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, in dem davon die Rede war, dass Regierenden alles erlaubt sei, was f\u00fcr den Erfolg n\u00f6tig ist, so sie denn unf\u00e4hig waren, sie auch abgesetzt werden k\u00f6nnten. Ferdinand II. probierte diesem fr\u00fchen absolutistischen F\u00fchrungsstil gerecht zu werden und erlie\u00df mit seiner <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Tiroler Landesordnung<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse ein modernes juristisches Regelwerk. F\u00fcr seine Untertanten bedeutete das h\u00f6here Steuerabgaben auf ihre Ertr\u00e4ge sowie weitgehende Einschr\u00e4nkungen bei Almende, Fischerei- und Jagdrechten. Die Knappen, Bergbauunternehmer und die ausl\u00e4ndischen Handelsgesellschaften mit ihren Kontoreien in Innsbruck trieben die Lebensmittelpreise zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he. Man k\u00f6nnte es zusammenfassen, dass Ferdinand auf seinen Anwesen vergn\u00fcglich dem exklusiven Jagdvergn\u00fcgen nachging, w\u00e4hrend seine Untertanten durch steigende Belastungen, Preise und Wildsch\u00e4den am Existenzminimum lebten.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Sein Beziehungsleben war f\u00fcr ein Mitglied der Hocharistokratie exzentrisch. In erster &#8222;halbwilder Ehe&#8220; war Ferdinand mit der B\u00fcrgerlichen Philippine Welser verheiratet. Nachdem Ehefrau #1 verstorben war, heiratete Ferdinand mit 53 Jahren die tiefgl\u00e4ubige Anna Caterina Gonzaga, eine erst 16j\u00e4hrige Prinzessin von Mantua. Gro\u00dfe Zuneigung haben die beiden allem Anschein nach aber nicht zueinander empfunden, zumal Anna Caterina eine Nichte Ferdinands war. Die Habsburger waren beim Thema Hochzeit unter Verwandten weniger zimperlich als bei der Ehe eines Adeligen mit einer B\u00fcrgerlichen. Auch mit ihr konnte er allerdings &#8222;nur&#8220; drei T\u00f6chter zeugen. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Ferdinand in der Silbernen Kapelle bei seiner ersten Ehefrau Philippine Welser.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Andreas Hofer und die Tiroler Erhebung von 1809&#8243; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Andreas Hofer und die Tiroler Erhebung von 1809&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53390&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Zeit der Napoleonischen Kriege bescherte dem Land Tirol ein nationales Epos und mit Andreas Hofer einen Helden, dessen Glanz bis in die heutige Zeit strahlt. Subtrahiert man allerdings die sorgsam konstruierte Legende vom Tiroler Aufstand gegen die Fremdherrschaft, war die Zeit vor und nach 1809 ein dunkles Kapitel in der Innsbrucker Stadtgeschichte, gepr\u00e4gt von wirtschaftlichen N\u00f6ten, Kriegsverheerung und mehreren Pl\u00fcnderungen. Das K\u00f6nigreich Bayern war w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege mit Frankreich verb\u00fcndet und konnte in mehreren Auseinandersetzungen zwischen 1796 und 1805 das Land Tirol von den Habsburgern \u00fcbernehmen. Innsbruck war nicht mehr Hauptstadt eines Kronlandes, sondern nur noch eine von vielen Kreishauptst\u00e4dten der Verwaltungseinheit <em>Innkreis<\/em>. Einnahmen aus Maut und Zoll sowie auf das Haller Salz verlie\u00dfen das Land Richtung Norden. Die britische Kolonialsperre gegen Napoleon hatte zur Folge, dass der stets florierende und Wohlstand bringende Innsbrucker Fernhandel und das Transportwesen als Wirtschaftszweige einbrachen. Innsbrucker B\u00fcrger mussten bayerische Soldaten in ihren H\u00e4usern einquartieren. Die Aufhebung der Tiroler Landesregierung, des Guberniums und des Tiroler Landtags bedeuteten aber nicht nur den Verlust von Status, sondern auch von Arbeitspl\u00e4tzen und finanziellen Mitteln. Ganz vom Geist der Aufkl\u00e4rung, der Vernunft und der Franz\u00f6sischen Revolution beseelt, machten sich die neuen Landesherren daran, die althergebrachte Ordnung umzukrempeln. W\u00e4hrend die Stadt, wie es zu jeder Zeit ist, unter dem Kriegstreiben finanziell litt, er\u00f6ffneten sich gesellschaftspolitisch durch den Umbruch neue M\u00f6glichkeiten. <em>Der Krieg ist der Vater aller Dinge<\/em>, vielen B\u00fcrgern kam der frische Wind nicht ungelegen. Moderne Gesetze wie die <em>Gassen-S\u00e4uberungs-Ordnung<\/em> oder eine verpflichtende Pockenimpfung sollten Sauberkeit und Gesundheit in der Stadt zutr\u00e4glich sein. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts verstarb noch immer eine betr\u00e4chtliche Anzahl von Menschen an Krankheiten, die auf mangelnde Hygiene und verseuchtem Trinkwasser zur\u00fcckzuf\u00fchren waren. Ein neues Steuersystem wurde eingef\u00fchrt und die Befugnisse des Adels weiter verringert. Die bayerische Verwaltung erlaubt das 1797 verbotene Vereinswesen wieder. Auch das Zur\u00fcckdr\u00e4ngen der Kirche aus dem Bildungswesen gefiel liberalen Innsbruckern. So wurde der Benediktinerpater und sp\u00e4tere Mitbegr\u00fcnder des Musikvereins Innsbrucks Martin Goller wurde nach Innsbruck berufen, um die musikalische Ausbildung zu forcieren.<\/p>\n<p>Diese Reformen behagten einem gro\u00dfen Teil der Tiroler Bev\u00f6lkerung nicht. Katholische Prozessionen und religi\u00f6se Feste fielen dem aufkl\u00e4rerischen Programm der neuen Landesherren zum Opfer. 1808 wurde vom bayerischen K\u00f6nig f\u00fcr seinen gesamten Herrschaftsbereich das Gemeindeedikt eingef\u00fchrt. Die Untertanen wurden darin verpflichtet \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude, Brunnen, Wege, Br\u00fccken und andere Infrastruktur in Stand zu halten. F\u00fcr die Tiroler Bauern, die seit Jahrhunderten von Fronarbeit gr\u00f6\u00dftenteils befreit waren, bedeutete das eine zus\u00e4tzliche Belastung und war ein Affront gegen ihren Standesstozl. Der Funke, der das Pulverfass zur Explosion brachte, war die Aushebung junger M\u00e4nner zum Dienst in der bayrisch-napoleonischen Armee, obwohl Tiroler seit dem <em>Landlibell<\/em>, einem Gesetz Kaiser Maximilians, nur f\u00fcr die Verteidigung der eigenen Grenzen herangezogen werden durften. Am 10. April kam es bei einer Aushebung in Axams bei Innsbruck zu einem Tumult, der schlie\u00dflich zu einem Aufstand f\u00fchrte. <em>F\u00fcr Gott, Kaiser und Vaterland<\/em> kamen Abteilungen der Tiroler Landesverteidigung zusammen, um den kleinen Armeeteil und die Verwaltungsbeamten der Bayern aus Innsbruck zu vertreiben. Angef\u00fchrt wurden die Sch\u00fctzen von Andreas Hofer (1767 \u2013 1810), einen Wirt, Wein- und Pferdeh\u00e4ndler aus dem S\u00fcdtiroler Passeiertal bei Meran. Ihm zur Seite standen nicht nur weitere Tiroler wie Pater Haspinger, Peter Mayr und Josef Speckbacher, sondern im Hintergrund auch der Habsburger Erzherzog Johann.<\/p>\n<p>In Innsbruck angekommen pl\u00fcnderten die Sch\u00fctzen nicht nur offizielle Einrichtungen. Wie bereits beim Bauernaufstand unter Michael Gaismair war der Heldenmut nicht nur von Adrenalin, sondern auch von Alkohol befl\u00fcgelt. Der wilde Mob war f\u00fcr die Stadt wohl sch\u00e4dlicher als die bayrischen Verwalter seit 1805. Vor allem gegen b\u00fcrgerliche Damen und den kleinen j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerungsanteil Innsbrucks kam es zu heftigen Ausschreitungen der \u201eBefreier\u201c.<\/p>\n<p>Im Juli 1809 hatten Bayern und Franzosen die Kontrolle \u00fcber Innsbruck nach dem mit den Habsburgern geschlossenen <em>Frieden von Znaim<\/em>, der vielen bis heute als Wiener Verrat am Land Tirol gilt, zur\u00fcckerlangt. Was nun folgte, war das, was als <em>Tiroler Erhebung<\/em> unter Andreas Hofer, der mittlerweile das Oberkommando \u00fcber die Tiroler Landesverteidigung \u00fcbernommen hatte, in die Geschichtsb\u00fccher eingehen sollte. Insgesamt drei Mal konnten die Tiroler Aufst\u00e4ndischen den Sieg vom Schlachtfeld tragen. Besonders bekannt ist die 3. Schlacht im August 1809 am Berg Isel. \u201e<em>Innsbruck sieht und h\u00f6rt, was es noch nie geh\u00f6rt und gesehen: eine Schlacht von 40.000 Kombattanten\u2026<\/em>\u201c F\u00fcr kurze Zeit war Andreas Hofer in Ermangelung regul\u00e4rer Tatsachen Oberkommandant Tirols, auch f\u00fcr zivile Angelegenheiten. Finanziell \u00e4nderte sich die missliche Lage Innsbrucks nicht. Anstelle der bayerischen und franz\u00f6sischen Soldaten mussten die Stadtb\u00fcrger nun ihre Landsleute aus dem Bauernregiment beherbergen und verk\u00f6stigen und Abgaben f\u00fcr die neue Landesregierung entrichten. Besonders die liberalen und verm\u00f6genden Eliten der Stadt waren nicht gl\u00fccklich mit den neuen Stadtherren. Die von ihm als Landeskommandant erlassenen Verordnungen erinnern eher an einen Gottesstaat als ein Gesetzwerk des 19. Jahrhunderts. Frauen durften nur noch z\u00fcchtig verh\u00fcllt auf die Stra\u00dfe gehen, Tanzveranstaltungen wurden verboten und freiz\u00fcgige Denkm\u00e4ler wie die am <em>Leopoldsbrunnen<\/em> zu besichtigenden Nymphen wurden aus dem \u00f6ffentlichen Raum verbannt. Bildungsagenden sollten wieder an den Klerus gehen. Liberale und Intellektuelle wurden verhaftet, daf\u00fcr wurde das <em>Rosenkranzbeten<\/em> zum Gebot. Am Ende gab es im Herbst 1809 in der vierten und letzten Schlacht am Berg Isel eine empfindliche Niederlage gegen die franz\u00f6sische \u00dcbermacht. Die Regierung in Wien hatte die Tiroler Aufst\u00e4ndischen vor allem als taktischen Prellbock im Krieg gegen Napoleon benutzt. Bereits zuvor hatte der Kaiser das Land Tirol offiziell im Friedensvertrag von Sch\u00f6nbrunn wieder abtreten m\u00fcssen. Innsbruck war zwischen 1810 und 1814 wieder unter bayrischer Verwaltung. Auch die Bev\u00f6lkerung war nur noch m\u00e4\u00dfig motiviert, Krieg zu f\u00fchren. Wilten wurde von den Kampfhandlungen stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Dorf schrumpfte von \u00fcber 1000 Einwohnern auf knapp 700. Hofer selbst war zu dieser Zeit bereits ein von der Belastung dem Alkohol gezeichneter Mann. Er wurde gefangengenommen und am 20. Januar 1810 in Mantua hingerichtet. Zu allem \u00dcberfluss wurde das Land geteilt. Das Etschtal und das Trentino wurden Teil des von Napoleon aus dem Boden gestampften K\u00f6nigreich Italien, das Pustertal wurde den franz\u00f6sisch kontrollierten <em>Illyrischen Provinzen<\/em> angeschlossen.<\/p>\n<p>Der \u201e<em>Freiheitskampf<\/em>\u201c symbolisiert bis heute f\u00fcr das Tiroler Selbstverst\u00e4ndnis. Lange Zeit galt Andreas Hofer als unumstrittener Held und als Prototyp des wehrhaften, vaterlandstreuen und standhaften Tirolers. Der Underdog, der sich gegen die fremde \u00dcbermacht und unheilige Sitten wehrte. Tats\u00e4chlich war Hofer wohl ein charismatischer Anf\u00fchrer, ein politisch aber unbegabter und konservativ-klerikaler, simpler Geist. Seine Taktik bei der 3. Schlacht am Berg Isel \u201e<em>Grad nit aufferlassen tiat sie<\/em>\u201c (Ann.: Ihr d\u00fcrft sie nur nicht heraufkommen lassen) fasst sein Wesen wohl ganz gut zusammen. In konservativen Kreisen Tirols wie den Sch\u00fctzen wird Hofer unkritisch und kultisch verehrt. Das Tiroler Sch\u00fctzenwesen ist gelebtes Brauchtum, das sich zwar modernisiert hat, in vielen dunklen Winkeln aber noch reaktion\u00e4r ausgerichtet ist. Wiltener, Amraser, Pradler und H\u00f6ttinger Sch\u00fctzen marschieren immer noch eintr\u00e4chtig neben Klerus, Trachtenvereinen und Marschmusikkapellen bei kirchlichen Prozessionen und schie\u00dfen in die Luft, um alles \u00dcbel von Tirol und der katholischen Kirche fernzuhalten. \u00dcber die Stadt verteilt erinnern viele Denkm\u00e4ler an das Jahr 1809. Die zweite H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts erfuhr eine Heroisierung der K\u00e4mpfer, die als deutsches Bollwerk gegen fremde V\u00f6lkerschaften charakterisiert wurden. Der Berg Isel wurde der Stadt f\u00fcr die Verehrung der Freiheitsk\u00e4mpfer vom Stift Wilten, der katholischen Instanz Innsbrucks, zur Verf\u00fcgung gestellt. Andreas Hofer und seinen Mitstreitern Josef Speckbacher, Peter Mayer, Pater Haspinger und Kajetan Sweth wurden im Stadtteil Wilten, das in der Zeit des gro\u00dfdeutsch-liberal dominierten Gemeinderats 1904 zu Innsbruck kam und lange unter der Verwaltung des Stiftes gestanden hatte, Stra\u00dfennamen gewidmet. Das kurze Rote Gassl im alten Kern von Wilten erinnert an die Tiroler Sch\u00fctzen, die, in ihnen wohl f\u00e4lschlich nachgesagten roten Uniformen, dem siegreichen Feldherrn Hofer nach dem Sieg in der zweiten Berg Isel Schlacht an dieser Stelle in Massen gehuldigt haben sollen. In Tirol wird Andreas Hofer bis heute gerne f\u00fcr alle m\u00f6glichen Initiativen und Pl\u00e4ne vor den Karren gespannt. Vor allem im Nationalismus des 19. Jahrhunderts berief man sich immer wieder auf den verkl\u00e4rten Helden Andreas Hofer. Hofer wurde \u00fcber Gem\u00e4lde, Flugbl\u00e4tter und Schauspiele zur Ikone stilisiert. Aber auch heute noch kann man das Konterfei des Obersch\u00fctzen sehen, wenn sich Tiroler gegen unliebsame Ma\u00dfnahmen der Bundesregierung, den Transitbestimmungen der EU oder der FC Wacker gegen ausw\u00e4rtige Fu\u00dfballvereine zur Wehr setzen. Das Motto lautet dann \u201e<em>Mannder, s\u00b4isch Zeit<\/em>!\u201c. Die Legende vom wehrf\u00e4higen Tiroler Bauern, der unter Tags das Feld bestellt und sich abends am Schie\u00dfstand zum Scharfsch\u00fctzen und Verteidiger der Heimat ausbilden l\u00e4sst, wird immer wieder gerne aus der Schublade geholt zur St\u00e4rkung der \u201eechten\u201c Tiroler Identit\u00e4t. Die Feiern zum Todestag Andreas Hofers am 20. Februar locken bis heute regelm\u00e4\u00dfig Menschenmassen aus allen Landesteilen Tirols in die Stadt. Erst in den letzten Jahrzehnten setzte eine kritische Betrachtung des erzkonservativen und mit seiner Aufgabe als Tiroler Landeskommandanten wohl \u00fcberforderten Sch\u00fctzenhauptmanns ein, der angestachelt von Teilen der Habsburger und der katholischen Kirche nicht nur Franzosen und Bayern, sondern auch das liberale Gedankengut der Aufkl\u00e4rung vehement aus Tirol fernhalten wollte.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53360&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die F\u00fclle an Kirchen, Kapellen, Kruzifixen und Wandmalereien im \u00f6ffentlichen Raum wirkt auf viele Besucher Innsbrucks aus anderen L\u00e4ndern eigenartig. Nicht nur Gottesh\u00e4user, auch viele Privath\u00e4user sind mit Darstellungen der Heiligen Familie oder biblischen Szenen geschm\u00fcckt. Der christliche Glaube und seine Institutionen waren in ganz Europa \u00fcber Jahrhunderte alltagsbestimmend. Innsbruck als Residenzstadt der streng katholischen Habsburger und Hauptstadt des selbsternannten <em>Heiligen Landes Tirol<\/em> wurde bei der Ausstattung mit kirchlichen Bauwerkern besonders begl\u00fcckt. Allein die Dimension der Kirchen umgelegt auf die Verh\u00e4ltnisse vergangener Zeiten sind gigantisch. Die Stadt mit ihren knapp 5000 Einwohnern besa\u00df im 16. Jahrhundert mehrere Kirchen, die in Pracht und Gr\u00f6\u00dfe jedes andere Geb\u00e4ude \u00fcberstrahlte, auch die Pal\u00e4ste der Aristokratie. Das Kloster Wilten war ein Riesenkomplex inmitten eines kleinen Bauerndorfes, das sich darum gruppierte. Die r\u00e4umlichen Ausma\u00dfe der Gottesh\u00e4user spiegelt die Bedeutung im politischen und sozialen Gef\u00fcge wider.<\/p>\n<p>Die Kirche war f\u00fcr viele Innsbrucker nicht nur moralische Instanz, sondern auch weltlicher Grundherr. Der Bischof von Brixen war formal hierarchisch dem Landesf\u00fcrsten gleichgestellt. Die Bauern arbeiteten auf den Landg\u00fctern des Bischofs wie sie auf den Landg\u00fctern eines weltlichen F\u00fcrsten f\u00fcr diesen arbeiteten. Damit hatte sie die Steuer- und Rechtshoheit \u00fcber viele Menschen. Die kirchlichen Grundbesitzer galten dabei nicht als weniger streng, sondern sogar als besonders fordernd gegen\u00fcber ihren Untertanen. Gleichzeitig war es auch in Innsbruck der Klerus, der sich in gro\u00dfen Teilen um das Sozialwesen, Krankenpflege, Armen- und Waisenversorgung, Speisungen und Bildung sorgte. Der Einfluss der Kirche reichte in die materielle Welt \u00e4hnlich wie es heute der Staat mit Finanzamt, Polizei, Schulwesen und Arbeitsamt tut. Was uns heute Demokratie, Parlament und Marktwirtschaft sind, waren den Menschen vergangener Jahrhunderte Bibel und Pfarrer: Eine Realit\u00e4t, die die Ordnung aufrecht h\u00e4lt. Zu glauben, alle Kirchenm\u00e4nner w\u00e4ren zynische Machtmenschen gewesen, die ihre ungebildeten Untertanen ausn\u00fctzten, ist nicht richtig. Der Gro\u00dfteil sowohl des Klerus wie auch der Adeligen war fromm und gottergeben, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht nur schwer verst\u00e4ndliche Art und Weise. Verletzungen der Religion und Sitten wurden in der sp\u00e4ten Neuzeit vor weltlichen Gerichten verhandelt und streng geahndet. Die Anklage bei Verfehlungen lautete H\u00e4resie, worunter eine Vielzahl an Vergehen zusammengefasst wurde. Sodomie, also jede sexuelle Handlung, die nicht der Fortpflanzung diente, Zauberei, Hexerei, Gottesl\u00e4sterung \u2013 kurz jede Abwendung vom rechten Gottesglauben, konnte mit Verbrennung geahndet werden. Das Verbrennen sollte die Verurteilten gleichzeitig reinigen und sie samt ihrem s\u00fcndigen Treiben endg\u00fcltig vernichten, um das B\u00f6se aus der Gemeinschaft zu tilgen. Bis in die Angelegenheiten des t\u00e4glichen Lebens regelte die Kirche lange Zeit das allt\u00e4gliche Sozialgef\u00fcge der Menschen. Kirchenglocken bestimmten den Zeitplan der Menschen. Ihr Klang rief zur Arbeit, zum Gottesdienst oder informierte als Totengel\u00e4ut \u00fcber das Dahinscheiden eines Mitglieds der Gemeinde. Menschen konnten einzelne Glockenkl\u00e4nge und ihre Bedeutung voneinander unterscheiden. Sonn- und Feiertage strukturierten die Zeit. Fastentage regelten den Speiseplan. Familienleben, Sexualit\u00e4t und individuelles Verhalten hatten sich an den von der Kirche vorgegebenen Moral zu orientieren. Das Seelenheil im n\u00e4chsten Leben war f\u00fcr viele Menschen wichtiger als das Lebensgl\u00fcck auf Erden, war dies doch ohnehin vom determinierten Zeitgeschehen und g\u00f6ttlichen Willen vorherbestimmt. Fegefeuer, letztes Gericht und H\u00f6llenqualen waren Realit\u00e4t und verschreckten und disziplinierten auch Erwachsene.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Innsbrucker B\u00fcrgertum von den Ideen der Aufkl\u00e4rung nach den Napoleonischen Kriegen zumindest sanft wachgek\u00fcsst wurde, blieb der Gro\u00dfteil der Menschen weiterhin der Mischung aus konservativem Katholizismus und abergl\u00e4ubischer Volksfr\u00f6mmigkeit verbunden. Religiosit\u00e4t war nicht unbedingt eine Frage von Herkunft und Stand, wie die gesellschaftlichen, medialen und politischen Auseinandersetzungen entlang der Bruchlinie zwischen Liberalen und Konservativ immer wieder aufzeigten. Seit der <em>Dezemberverfassung<\/em> von 1867 war die freie Religionsaus\u00fcbung zwar gesetzlich verankert, Staat und Religion blieben aber eng verkn\u00fcpft. Die <em>Wahrmund-Aff\u00e4re<\/em>, die sich im fr\u00fchen 20. Jahrhundert ausgehend von der Universit\u00e4t Innsbruck \u00fcber die gesamte K.u.K. Monarchie ausbreitete, war nur eines von vielen Beispielen f\u00fcr den Einfluss, den die Kirche bis in die 1970er Jahre hin aus\u00fcbte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahm diese politische Krise, die die gesamte Monarchie erfassen sollte in Innsbruck ihren Anfang. Ludwig Wahrmund (1861 \u2013 1932) war Ordinarius f\u00fcr Kirchenrecht an der Juridischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck. Wahrmund, vom Tiroler Landeshauptmann eigentlich daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt, um den Katholizismus an der als zu liberal eingestuften Innsbrucker Universit\u00e4t zu st\u00e4rken, war Anh\u00e4nger einer aufgekl\u00e4rten Theologie. Im Gegensatz zu den konservativen Vertretern in Klerus und Politik sahen Reformkatholiken den Papst nur als spirituelles Oberhaupt, nicht aber als weltlich Instanz, an. Studenten sollten nach Wahrmunds Auffassung die L\u00fccke und die Gegens\u00e4tze zwischen Kirche und moderner Welt verringern, anstatt sie einzuzementieren. Seit 1848 hatten sich die Gr\u00e4ben zwischen liberal-nationalen, sozialistischen, konservativen und reformorientiert-katholischen Interessensgruppen und Parteien vertieft. Eine der heftigsten Bruchlinien verlief durch das Bildungs- und Hochschulwesen entlang der Frage, wie sich das \u00fcbernat\u00fcrliche Gebaren und die Ansichten der Kirche, die noch immer ma\u00dfgeblich die Universit\u00e4ten besetzten, mit der modernen Wissenschaft vereinbaren lie\u00dfen. Liberale und katholische Studenten verachteten sich gegenseitig und krachten immer aneinander. Bis 1906 war Wahrmund Teil der <em>Leo-Gesellschaft<\/em>, die die F\u00f6rderung der Wissenschaft auf katholischer Basis zum Ziel hatte, bevor er zum Obmann der Innsbrucker Ortsgruppe des Vereins <em>Freie Schule<\/em> wurde, der f\u00fcr eine komplette Entklerikalisierung des gesamten Bildungswesens eintrat. Vom Reformkatholiken wurde er zu einem Verfechter der kompletten Trennung von Kirche und Staat. Seine Vorlesungen erregten immer wieder die Aufmerksamkeit der Obrigkeit. Angeheizt von den Medien fand der Kulturkampf zwischen liberalen Deutschnationalisten, Konservativen, Christlichsozialen und Sozialdemokraten in der Person Ludwig Wahrmunds eine ideale Projektionsfl\u00e4che. Was folgte waren Ausschreitungen, Streiks, Schl\u00e4gereien zwischen Studentenverbindungen verschiedener Couleur und Ausrichtung und gegenseitige Diffamierungen unter Politikern. Die <em>Los-von-Rom Bewegung<\/em> des Deutschradikalen Georg Ritter von Sch\u00f6nerer (1842 \u2013 1921) krachte auf der B\u00fchne der Universit\u00e4t Innsbruck auf den politischen Katholizismus der Christlichsozialen. Die deutschnationalen Akademiker erhielten Unterst\u00fctzung von den ebenfalls antiklerikalen Sozialdemokraten sowie von B\u00fcrgermeister Greil, auf konservativer Seite sprang die Tiroler Landesregierung ein. Die <em>Wahrmund Aff\u00e4re<\/em> schaffte es als <em>Kulturkampfdebatte<\/em> bis in den Reichsrat. F\u00fcr Christlichsoziale war es ein \u201e<em>Kampf des freissinnigen Judentums gegen das Christentum<\/em>\u201c in dem sich \u201e<em>Zionisten, deutsche Kulturk\u00e4mpfer, tschechische und ruthenische Radikale<\/em>\u201c in einer \u201e<em>internationalen Koalition<\/em>\u201c als \u201e<em>freisinniger Ring des j\u00fcdischen Radikalismus und des radikalen Slawentums<\/em>\u201c pr\u00e4sentierten. Wahrmund hingegen bezeichnete in der allgemein aufgeheizten Stimmung katholische Studenten als \u201e<em>Verr\u00e4ter und Parasiten<\/em>\u201c. Als Wahrmund 1908 eine seiner Reden, in der er Gott, die christliche Moral und die katholische Heiligenverehrung anzweifelte, in Druck bringen lie\u00df, erhielt er eine Anzeige wegen Gottesl\u00e4sterung. Nach weiteren teils gewaltt\u00e4tigen Versammlungen sowohl auf konservativer und antiklerikaler Seite, studentischen Ausschreitungen und Streiks musste kurzzeitig sogar der Unibetrieb eingestellt werden. Wahrmund wurde zuerst beurlaubt, sp\u00e4ter an die deutsche Universit\u00e4t Prag versetzt.<\/p>\n<p>Auch in der Ersten Republik war die Verbindung zwischen Kirche und Staat stark. Der christlichsoziale, als <em>Eiserner Pr\u00e4lat<\/em> in die Geschichte eingegangen Ignaz Seipel schaffte es in den 1920er Jahren bis ins h\u00f6chste Amt des Staates. Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df sah seinen St\u00e4ndestaat als Konstrukt auf katholischer Basis als Bollwerk gegen den Sozialismus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren Kirche und Politik in Person von Bischof Rusch und Kanzler Walln\u00f6fer ein Gespann. Erst dann begann eine ernsthafte Trennung. Glaube und Kirche haben noch immer ihren fixen Platz im Alltag der Innsbrucker, wenn auch oft unbemerkt. Die Kirchenaustritte der letzten Jahrzehnte haben der offiziellen Mitgliederzahl zwar eine Delle versetzt und Freizeitevents werden besser besucht als Sonntagsmessen. Die r\u00f6misch-katholische Kirche besitzt aber noch immer viel Grund in und rund um Innsbruck, auch au\u00dferhalb der Mauern der jeweiligen Kl\u00f6ster und Ausbildungsst\u00e4tten. Etliche Schulen in und rund um Innsbruck stehen ebenfalls unter dem Einfluss konservativer Kr\u00e4fte und der Kirche. Und wer immer einen freien Feiertag genie\u00dft, ein Osterei ans andere peckt oder eine Kerze am Christbaum anz\u00fcndet, muss nicht Christ sein, um als Tradition getarnt im Namen Jesu zu handeln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Maria Theresia, Reformatorin und Landesmutter&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Maria Theresia, Reformatorin und Landesmutter&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53545&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Maria Theresia z\u00e4hlt zu den bedeutendsten Figuren der \u00f6sterreichischen Geschichte. Obwohl sie oft als Kaiserin tituliert wird, war sie offiziell &#8222;nur&#8220; unter anderem Erzherzogin von \u00d6sterreich, K\u00f6nigin von Ungarn und K\u00f6nigin von B\u00f6hmen. Bedeutend waren ihre innenpolitischen Reformen. Viele davon betrafen konkret auch den Alltag der Innsbrucker in merklichem Ausma\u00df. Gemeinsam mit ihren Beratern Friedrich Wilhelm von Haugwitz, Joseph von Sonnenfels und Wenzel Anton Kaunitz schaffte sie es aus den sogenannten <em>\u00d6sterreichischen Erblanden<\/em> einen modernen Staat zu basteln. Anstatt der Verwaltung ihrer Territorien durch den ans\u00e4ssigen Adel setzte sie auf eine moderne Verwaltung. Ihre Berater hatten ganz im Stil der Aufkl\u00e4rung erkannt, dass sich das Staatswohl aus der Gesundheit und Bildungsgrad seiner Einzelteile ergab. Eine fr\u00fche Krankenreform Maria Theresias aus dem Jahr 1742 verpflichtete die Professoren des Fachbereichs Medizin an der Universit\u00e4t Innsbruck auch den Betrieb des Stadtspitals in der Neustadt sicherzustellen. Eine Schulreform ver\u00e4nderte die Bildungslandschaft innerhalb der Stadtmauern nicht nur thematisch, sondern auch \u00f6rtlich. Untertanen sollten katholisch sein, ihre Treue aber sollte dem Staat gelten. Schulbildung wurde unter zentrale staatliche Verwaltung gestellt. Es sollten keine kritischen, humanistischen Geistesgr\u00f6\u00dfen, sondern Material f\u00fcr den staatlichen Verwaltungsapparat erzogen werden. \u00dcber Milit\u00e4r und Verwaltung konnten nun auch Nichtadlige in h\u00f6here staatliche Positionen aufsteigen. Gleichzeitig sollten Reformen im Staatsdienst und in der Wirtschaft nicht nur mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Untertanen schaffen, sondern auch die Staatseinnahmen erh\u00f6hen. Gewichte und Ma\u00dfeinheiten wurden nominiert, um das Steuersystem undurchl\u00e4ssiger zu machen. F\u00fcr B\u00fcrger und Bauern hatte die Vereinheitlichung der Gesetze den Vorteil, dass das Leben weniger von Grundherren und deren Launen abhing. Auch der <em>Robot<\/em>, den Bauern auf den G\u00fctern des Grundherrn kostenfrei zu leisten hatten, wurde unter Maria Theresia abgeschafft. In Strafverfolgung und Justiz fand ein Umdenken statt. 1747 wurde in Innsbruck eine <em>kleine Polizei<\/em> eingesetzt, die sich um Angelegenheiten der Marktaufsicht, Gewerbeordnung, Fremdenkontrolle und \u00f6ffentliche Sittsamkeit k\u00fcmmerte. Das Strafgesetzbuch <em>Constitutio Criminalis Theresiana<\/em> schaffte die Folter zwar nicht ab, reglementierte aber deren Anwendung.<\/p>\n<p>So sehr sich Maria Theresia auch als fromme Landesmutter inszenierte und heute als Aufkl\u00e4rerin bekannt ist, die streng katholische Regentin war nicht zimperlich in Fragen von Macht und Religion. Im Trend der Zeit der Aufkl\u00e4rung lie\u00df sie Aberglauben wie den Vampirismus, der in den \u00f6stlichen Teilen ihres Reiches weit verbreitet war, kritisch untersuchen und leitete das endg\u00fcltige Ende der Hexenprozesse ein. Gleichzeitig aber wurden Protestanten von ihr gnadenlos des Landes verwiesen. Viele Tiroler mussten ihr Heimatgebiet verlassen und sich in weiter vom Zentrum entfernten Teilen des Habsburgerreiches niederlassen.<\/p>\n<p>In Kronl\u00e4ndern wie Tirol stie\u00dfen die Reformen Maria Theresias auf wenig Gegenliebe. Mit Ausnahme von ein paar Liberalen sah man sich mehr als eigenst\u00e4ndiges und autonomes Land und weniger als Teil eines modernen Territorialstaates. Auch dem Klerus gefiel die neue, untergeordnete Rolle, die sich unter Josef II. nochmals versch\u00e4rfte, nicht. F\u00fcr den lokalen Adel bedeuteten die Reformen nicht nur den Verlust von Bedeutung und Autonomie, sondern auch h\u00f6here Steuern und Abgaben. Steuern, Abgaben und Z\u00f6lle, die der Stadt Innsbruck stets verl\u00e4ssliche Einnahmen gebracht hatten, wurden nun zentral eingehoben und \u00fcber einen Finanzausgleich nur zum Teil r\u00fcckgef\u00fchrt. Um die Fallh\u00f6he f\u00fcr S\u00f6hne aus verarmten Adelsfamilien abzuschw\u00e4chen und sie f\u00fcr den Staatsdienst auszubilden, gr\u00fcndete Maria Theresie das <em>Theresianum<\/em>, das ab 1775 auch in Innsbruck eine Niederlassung hatte. Wie so oft b\u00fcgelte die Zeit manche Falte aus und Innsbrucker sind mittlerweile stolz darauf, eine der bedeutendsten Herrscherpers\u00f6nlichkeiten der \u00f6sterreichischen Geschichte beherbergt zu haben. Heute erinnern die Triumphpfote und die Hofburg in Innsbruck an die Theresianische Zeit.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Innsbruck und das Haus Habsburg&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Innsbruck und das Haus Habsburg&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53484&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Innsbrucks Innenstadt wird heute von Geb\u00e4uden und Denkm\u00e4lern gepr\u00e4gt, die an die Familie Habsburg erinnern. Die Habsburger waren \u00fcber viele Jahrhunderte ein europ\u00e4isches Herrscherhaus, zu dessen Einflussbereich verschiedenste Territorien geh\u00f6rten. Am Zenit ihrer Macht waren sie die Herrscher \u00fcber ein \u201e<em>Reich, in dem die Sonne nie untergeht<\/em>\u201c. Durch Kriege und geschickte Heirats- und Machtpolitik sa\u00dfen sie in verschiedenen Epochen an den Schalthebeln der Macht zwischen S\u00fcdamerika und der Ukraine. Innsbruck war immer wieder Schicksalsort dieser Herrscherdynastie. Besonders intensiv war das Verh\u00e4ltnis zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert. Durch die strategisch g\u00fcnstige Lage zwischen den italienischen St\u00e4dten und deutschen Zentren wie Augsburg und Regensburg kam Innsbruck sp\u00e4testens nach der Erhebung zur Residenzstadt unter Kaiser Maximilian ein besonderer Platz im Reich zu.<\/p>\n<p>Tirol war Provinz und als konservativer Landstrich der Dynastie meist zugetan. Brav feierte man auch nach der Zeit als Residenzstadt die Geburt neuer Kinder der Herrscherfamilie mit Paraden und Prozessionen, trauerte bei Todesf\u00e4llen in Gedenkmessen und verewigte Erzherz\u00f6ge, K\u00f6nige und Kaiser im \u00f6ffentlichen Raum mit Statuen und Bildern. Auch die Habsburger sch\u00e4tzten die Nibelungentreue ihrer alpinen Untertanen. Der Jesuit Hartmann Grisar schrieb im 19. Jahrhundert folgendes \u00fcber die Feierlichkeiten anl\u00e4sslich der Geburt Erzherzog Leopolds im Jahr 1716:<\/p>\n<p><em>\u201eWelch imposanter Anblick aber, als bei hereinbrechender Nacht der Abt von Wilten vor der durch das Blut des Landes eingeweihten Annas\u00e4ule, umgeben von den Studentenreihen und dem dichtgedr\u00e4ngten Volke, die religi\u00f6se Schlu\u00dffunktion abhielt; als da bei dem Scheine von Tausenden brennender Lichter und Fackeln die ganze Stadt zugleich mit der studirenden Jugend, der Hoffnung des Landes, den Himmel um Segen f\u00fcr den neugeborenen ersten Sohn des Kaisers anflehte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u00a0Die schwer zug\u00e4ngliche Lage machte es zum perfekten Fluchtort in unruhigen und krisenhaften Zeiten. Karl V. (1500 \u2013 1558) floh w\u00e4hrend einer Auseinandersetzung mit dem protestantischen <em>Schmalkaldischen Bund<\/em> f\u00fcr einige Zeit nach Innsbruck. Ferdinand I. (1793 \u2013 1875) lie\u00df seine Familie fern der osmanischen Bedrohung im Osten \u00d6sterreichs in Innsbruck verweilen. \u00a0Franz Josef I. genoss kurz vor seiner Kr\u00f6nung im turbulenten Sommer der Revolution 1848 gemeinsam mit seinem Bruder Maximilian, der sp\u00e4ter als Kaiser von Mexiko von Aufst\u00e4ndischen Nationalisten erschossen wurde, die Abgeschiedenheit Innsbrucks. Eine Tafel am Alpengasthof Heiligwasser \u00fcber Igls erinnert daran, dass der Monarch hier im Rahmen seiner Besteigung des Patscherkofels n\u00e4chtigte. Einige der Tiroler Landesf\u00fcrsten aus dem Haus Habsburg hatten weder eine besondere Beziehung zu Tirol noch brachten sie diesem deutschen Land besondere Zuneigung entgegen. Ferdinand I. (1503 \u2013 1564) wurde am spanischen Hof erzogen. Maximilians Enkel Karl V. war in Burgund aufgewachsen. Als er mit 17 Jahren zum ersten Mal spanischen Boden betrat, um das Erbe seiner Mutter Johanna \u00fcber die Reiche Kastilien und Aragorn anzutreten, sprach er kein Wort spanisch. Als er 1519 zum Deutschen Kaiser gew\u00e4hlt wurde, sprach er kein Wort Deutsch.<\/p>\n<p>Es waren auch nicht alle Habsburger gl\u00fccklich in Innsbruck sein zu \u201ed\u00fcrfen\u201c. Angeheiratete Prinzen und Prinzessinnen wie Maximilians zweite Frau Bianca Maria Sforza oder Ferdinand II. zweite Frau Anna Caterina Gonzaga strandeten ungefragt nach der Hochzeit in der rauen, deutschsprachigen Bergwelt. Stellt man sich zudem vor, was ein Umzug samt Heirat von Italien nach Tirol zu einem fremden Mann f\u00fcr einen Teenager bedeutet, kann man erahnen, wie schwer das Leben der Prinzessinnen war. Kinder der Aristokratie wurden bis ins 20. Jahrhundert vor allem dazu erzogen, politisch verheiratet zu werden. Widerspruch dagegen gab es keinen. Man mag sich das h\u00f6fische Leben als prunkvoll vorstellen, Privatsph\u00e4re war in all dem Luxus nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Seine habsburgische Bl\u00fctezeit erlebte Innsbruck, als die Stadt Hauptresidenz der Tiroler Landesf\u00fcrsten war. Ferdinand II., Maximilian III. und Leopold V. pr\u00e4gten mit ihren Gattinnen die Stadt w\u00e4hrend ihrer Regentschaft. Als Sigismund Franz von Habsburg (1630 \u2013 1665) als letzter Landesf\u00fcrst kinderlos starb, war auch der Titel der Residenzstadt Geschichte und Tirol wurde von einem Statthalter regiert. Der Tiroler Bergbau hatte an Wichtigkeit eingeb\u00fc\u00dft und bedurfte keiner gesonderten Aufmerksamkeit. Kurz darauf verloren die Habsburger mit Spanien und Burgund ihre Besitzungen in Westeuropa, was Innsbruck vom Zentrum an den Rand des Imperiums r\u00fcckte. In der K.u.K. Monarchie des 19. Jahrhunderts war Innsbruck der westliche Au\u00dfenposten eines Riesenreiches, das sich bis in die heutige Ukraine erstreckte. Franz Josef I. (1830 \u2013 1916) herrschte zwischen 1848 und 1916 \u00fcber ein multiethnisches Vielv\u00f6lkerreich. Sein neoabsolutistisches Herrschaftsverst\u00e4ndnis allerdings war aus der Zeit gefallen. \u00d6sterreich hatte seit 1867 zwar ein Parlament und eine Verfassung, der Kaiser betrachtete diese Regierung allerdings als \u201eseine\u201c. Minister waren dem Kaiser gegen\u00fcber verantwortlich, der \u00fcber der Regierung stand. In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zerbrach das marode Reich. Am 28. Oktober 1918 wurde die Republik Tschechoslowakei ausgerufen, am 29. Oktober verabschiedeten sich Kroaten, Slowenen und Serben aus der Monarchie. Der letzte Kaiser Karl dankte am 11. November ab.\u00a0 Am 12. November erkl\u00e4rte sich \u201e<em>Deutsch\u00f6sterreich zur demokratischen Republik, in der alle Gewalt vom Volke ausgeht\u201c<\/em>. Das Kapitel der Habsburger war beendet.<\/p>\n<p>Bei allen nationalen, wirtschaftlichen und demokratiepolitischen Problemen, die es in den Vielv\u00f6lkerstaaten gab, die in verschiedenen Kompositionen und Auspr\u00e4gungen den Habsburgern unterstanden, die nachfolgenden Nationalstaaten schafften es teilweise wesentlich schlechter die Interessen von Minderheiten und kulturellen Unterschiede innerhalb ihres Territoriums unter einen Hut zu bringen. Seit der EU-Osterweiterung wird die Habsburgermonarchie von einigen wohlmeinenden Historikern als ein vormoderner Vorg\u00e4nger der Europ\u00e4ischen Union gesehen. Gemeinsam mit der katholischen Kirche pr\u00e4gten die Habsburger den \u00f6ffentlichen Raum \u00fcber Architektur, Kunst und Kultur. <em>Goldenes Dachl<\/em>, Hofburg, die Triumphpforte, Schloss Ambras, der Leopoldsbrunnen und viele weitere Bauwerke erinnern bis heute an die Pr\u00e4senz der wohl bedeutendsten Herrscherdynastie der europ\u00e4ischen Geschichte in Innsbruck.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Universit\u00e4tsstra\u00dfe 2<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":69270,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[39,43,32,15,40,35,52,23],"tags":[],"class_list":["post-1792","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-andreas-hofer-und-die-tiroler-erhebung-von-1809","category-ferdinand-ii-renaissance","category-glaube-kirche-obrigkeit-und-herrschaft","category-innenstadt-2","category-innsbruck-und-das-haus-habsburg","category-maria-theresia-landesmutter-und-reformatorin","category-maximilian-i-und-seine-zeit","category-top-10"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1792"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1792\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69270"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}