{"id":2525,"date":"2020-10-08T07:08:17","date_gmt":"2020-10-08T07:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=2525"},"modified":"2025-12-10T14:36:18","modified_gmt":"2025-12-10T14:36:18","slug":"deutschordenshaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/deutschordenshaus\/","title":{"rendered":"Deutschordenshaus"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Deutschordenshaus<\/h2>\n<p>Hofgasse 3<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Altstadt-Innsbruck-klein.jpg&#8220; alt=&#8220;Altstadt Innsbruck klein&#8220; title_text=&#8220;Altstadt Innsbruck klein&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;62412,56865&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Deutschordenshaus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61860&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Deutschordenshaus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;58855&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Das <em>Deutschordenshaus<\/em> z\u00e4hlt zu den sehenswertesten gotischen Geb\u00e4uden der Altstadt im typischen Stil der Renaissance. Im fr\u00fchen 16. Jahrhundert erwarb der\u00a0<em>Deutsche Orden<\/em>\u00a0ein Geb\u00e4ude in der Altstadt. Ab 1530 lie\u00df der Administrator dieses Ritterordens Walter von Kronberg das Haus standesgem\u00e4\u00df von Stadtbaumeister Gregor T\u00fcring umbauen. Unter den kunstfertigen H\u00e4nden des wohl bekanntesten Innsbrucker Architekten Gregor T\u00fcring entstand ein dreist\u00f6ckiges, repr\u00e4sentatives Stadthaus zwischen dem Neuhof und der Hofburg. F\u00fcr den Deutschen Orden war es wichtig, eine Residenz in der N\u00e4he des Hofes zu haben. Ein eigenes Kommando hatte der Orden in Innsbruck nie, als wichtige Berater und Diplomaten wollte man aber eine Niederlassung nahe der Schaltzentrale der Macht haben. \u00a0Ferdinand I. regierte Tirol zwar von der Ferne und war selten zugegen, seine Beamten trafen aber Entscheidungen, die f\u00fcr den gesamten europ\u00e4ischen Hof Bedeutung hatten. Tirol geh\u00f6rte nicht nur zum Habsburgerreich, das von Ferdinands Bruder Karl V. regiert wurde, sondern war auch ein wichtiger Teil der Gesch\u00e4ftswelt der Finanzmagnaten Fugger. Durch ihren Reichtum und die Verflechtungen mit der Herrscherfamilie bestimmten sie zu einem guten Teil die Geschicke Europas mit. Der Deutsche Orden war nicht nur ein Ritterorden und ein \u00dcberbleibsel aus der Zeit der Kreuzz\u00fcge. Auf den ersten Blick wirkt er aus heutiger Sicht in der Fr\u00fchen Neuzeit bereits etwas aus der Zeit gefallen, war die Kriegsf\u00fchrung von den Ritterheeren und Kriegerorden doch schon entfernt. Durch geschickte Politik und Verbindungen zur europ\u00e4ischen Hocharistokratie sicherte er sich sein Fortbestehen auch in einer Zeit, in der das Schwert seit langem gegen das Schie\u00dfpulver ausgetauscht worden war.<\/p>\n<p>Schon 1539 verkaufte der Orden das Geb\u00e4ude wieder, die Besitzerfamilien des Hauses wechselten in der Folge h\u00e4ufig. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine Erweiterung des Geb\u00e4udes, das heute als gew\u00f6hnliches Wohnhaus dient, auf f\u00fcnf Stockwerke. 1872 wurde ein Teil des Hauses Beute der Flammen bei einem der h\u00e4ufigen Stadtbr\u00e4nde. Die Fassade des ehemals prunkvollen Geb\u00e4udes ver\u00e4nderte sich durch diese ungl\u00fccklichen Umst\u00e4nde zur Unkenntlichkeit, die Baustruktur blieb zum Gl\u00fcck erhalten. Auch durch die Luftangriffe w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde es in Mitleidenschaft gezogen. Den Sch\u00e4den durch die Bomben verdanken wir es ironischerweise, dass das Geb\u00e4ude heute wieder in altem gotischem Glanz erstrahlt. Bei Renovierungen wurden 1954 die originalen Wandmalereien wiederentdeckt, die 2001 wieder in Form gebracht wurden. Der untere Stock des Erkers zeigt das Wappen Besonders sch\u00f6n sind die aufwendig dekorierten Erker mit der Darstellung des Heiligen Christoph und des Heiligen Georg. Der <em>Deutsche Orden<\/em> war ebenso fromm wie k\u00e4mpferisch, der Heilige Georg als Schutzheiliger der k\u00e4mpfenden Klasse des Mittelalters passte sehr gut zu diesen gleichzeitig frommen und k\u00e4mpferischen Ordensbr\u00fcdern.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53496&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Maximilian der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschmeister<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (1558 \u2013 1618) trat seinen Posten als Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich offiziell 1602 an. Anders als seine Vorg\u00e4nger war er Verwalter des Landes, und nicht dessen Eigent\u00fcmer. Das spiegelte sich in seinem Auftreten wider. Er war ein frommer und tiefgl\u00e4ubiger Mensch, der die christliche N\u00e4chstenliebe auf eigenartige Weise mit dem politischen Amt des Regenten unter einen Hut bringen musste. Er zog sich regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr lange Perioden in die Abgeschiedenheit seiner Studierstube ins 1594 gestifteten Kapuzinerkloster zur\u00fcck, um dort unter bescheidensten Verh\u00e4ltnissen und enthaltsam zu leben. Er veranstaltete keine rauschenden Feste. Den aufgebl\u00e4hten Hofstaat Ferdinands schrumpfte er fast um die H\u00e4lfte ein. Unter Maximilian zogen in Innsbruck strenge Sitten ein. Erz\u00e4hlungen nach soll Kindern das Spielen auf der Stra\u00dfe verboten worden sein. Als eifriger Vertreter der Gegenreformation war ihm die Durchsetzung des katholischen Glaubens ein besonderes Anliegen. Anders als seine Vorg\u00e4nger wollte er das durch Sittenstrenge anstatt mit protzigen Bauprojekten erreichen. Er beschr\u00e4nkte sich auf die Vollendung bereits begonnener Gottesh\u00e4user wie der Servitenkirche oder der Jesuitenkirche, anstatt die Tiroler Staatskasse mit neuen Projekten zu belasten. Der Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus erhielt einen eigenen Pfarrer, der \u00fcber das Seelenheil der weniger beg\u00fcterten, daf\u00fcr umso arbeitsameren Untertanen wachte. Maximilian veranstaltete keine prunkvollen Konzerte in Theatern, sondern f\u00f6rderte gemeinsam mit der Witwe seines Vorg\u00e4ngers, Anna Katharina Gonzaga, den kirchlichen Gesang. Weihnachtskrippen und Ostergr\u00e4ber begannen sich als Ausdruck des Volksglaubens zu etablieren. Ob es sein Vorbild als frommer Landesf\u00fcrst, seine ma\u00dfvolle und umsichtige Glaubenspolitik oder gegenreformatorische Unterdr\u00fcckung war, das protestantische Gedankengut starb im Heiligen Land Tirol unter Maximilians Regentschaft einen stillen Tod, w\u00e4hrend es in vielen deutschen F\u00fcrstent\u00fcmern weiterhin brodelte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Seine Fr\u00f6mmigkeit schloss wissenschaftliches Interesse und daraus abgeleitete praktische Ma\u00dfnahmen zum Wohl der Stadt aber nicht aus. Das 17. Jahrhundert war die Zeit, in der sich aufgeschlossene Aristokraten an Alchemisten wandten, um die Staatskassen aufzuf\u00fcllen und sich von Wissenschaftlern wie Johannes Keppler Horoskope legen lie\u00dfen, w\u00e4hrend sie gegen das \u201eKetzertum\u201c der Protestanten gewaltsam zu Felde zogen. Der Jesuit, Physiker und Astronom Christoph Scheiner, einer der Entdecker der Sonnenflecken neben Galileo Galilei, war drei Jahre lang am Innsbrucker Hof Maximilians und erforschte am Inn die Funktion des menschlichen Auges. Maximilian lie\u00df sich von ihm ein Fernrohr einrichten und stellte gemeinsam mit Scheiner astronomische Forschungen an. Auch Bildungsinstitute profitierten von ihm. Die Jesuiten erweiterten unter seiner Regentschaft ihren Bildungsauftrag durch ein Studium der Theologie und Dialektik, was einen ersten Schritt Richtung Universit\u00e4t darstellte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die beginnende Aufkl\u00e4rung war aber keine reine Angelegenheit der landesf\u00fcrstlichen Studierstube, sondern schlug sich auch im Alltag der B\u00fcrger Innsbrucks nieder. Das st\u00e4dtische Feuerl\u00f6schwesen und die Hygiene der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ritschen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die als Kanalisation und Wasserquelle innerhalb der Stadtmauern dienten, wurden unter Maximilian nach neuesten Erkenntnissen der Zeit verbessert. Besonders die zweite Ma\u00dfnahme sollte die Stadt zuk\u00fcnftig vor einer Wiederholung der gro\u00dfen Katastrophe unter Maximilians \u00c4gide bewahren. W\u00e4hrend seiner Regierungszeit hatte er mit dem Ausbruch einer Pestepidemie zu k\u00e4mpfen. Die Dreiheiligenkirche in der Kohlstatt, dem Arbeiterviertel der Fr\u00fchen Neuzeit beim Zeughaus, entstand unter seiner Patronanz, um neben dem Schutz durch bessere Hygiene auch himmlische Patronanz sicherzustellen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Jahr Maximilians Ablebens 1618 begann in Europa die Zeit des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. So langweilig seine fromme und friedliche Regierungszeit ohne Protz und Drama heute erscheint, waren die Jahre des Friedens f\u00fcr seine Zeitgenossen wohl ein Segen. Der sittenstrenge Habsburger nahm zwischen den Exzentrikern Ferdinand II. und Leopold V. den undankbaren Mittelstuhl ein und konnte sich kaum ins Ged\u00e4chtnis der Stadt einpr\u00e4gen. Neben der Dreiheiligenkirche ist seine letzte Ruhest\u00e4tte seine auff\u00e4lligste Hinterlassenschaft. Maximiliens Grab im Innsbrucker Dom z\u00e4hlt zu den sehenswertesten Gr\u00e4bern der Barockzeit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es erz\u00e4hlt auch die interessante Geschichte des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Ordens<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. Maximilian war nicht nur Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich, sondern auch Erzherzog von \u00d6sterreich, Administrator von Preu\u00dfen und Hochmeister des Deutschen Ordens. Neben ihm begraben liegt auch ein anderer Hochmeister des Deutschen Ordens aus dem Haus Habsburg mit Bezug zu Innsbruck. Erzherzog Eugen war der oberste Befehlshaber der \u00f6sterreichisch-ungarischen Armee an der Italienfront im Ersten Weltkrieg. Der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutsche Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigt die theologische Denkweise und die Verbundenheit von frommem Glauben und weltlicher Macht der Fr\u00fchen Neuzeit anschaulich. Ergebene Fr\u00f6mmigkeit und Gottesfurcht traf in der Zeit bis 1500 h\u00e4ufig auf die Aus\u00fcbung von weltlicher Macht. Der Orden wurde als Ritterorden um 1120 im Rahmen der Kreuzz\u00fcge in Jerusalem gegr\u00fcndet. Kirche und Rittertum vereinten sich, um Pilgern den Besuch der Heiligen St\u00e4dten, vor allem der Grabeskirche, gefahrlos zu erm\u00f6glichen. Nach der Vertreibung aus Pal\u00e4stina engagierten sich die Ritter des Deutschen Ordens auf Seiten christlicher Magyaren in Siebenb\u00fcrgen im heutigen Rum\u00e4nien gegen heidnische St\u00e4mme. Im 13. Jahrhundert konnte der Orden unter Hermann von Salza im Baltikum im Kampf gegen die heidnischen Pru\u00dfen viel Land gewinnen und den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschordensstaat<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> errichten. Diese Bruderschaft trat als eine Art Staatlichkeit auf, die sich \u00e4hnlich den religi\u00f6sen Fundamentalisten heute, auf Gott berief und dessen Ordnung auch auf Erden herstellen wollte. Es waren die Ideale wie christliche N\u00e4chstenliebe und der Schutz der Armen und Hilflosen, die auch den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in seinem Kern antrieben. Damit passte er ideal zum Herrscherhaus Habsburg. Nach dem Niedergang des Ordens im 15. Jahrhundert in Nordosteuropa behielt der Orden durch geschickte Verbindung zum Adel und zum Milit\u00e4r vor allem im Habsburgerreich noch Besitzungen und Macht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Baumeisterdynastie T\u00fcring: Innsbruck wird Weltstadt&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Baumeisterdynastie T\u00fcring: Innsbruck wird Weltstadt&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53495&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><em>Siegmund der M\u00fcnzreiche<\/em> war es, der im 15. Jahrhundert Niklas T\u00fcring (1427 \u2013 1496) nach Innsbruck holte. 1488 trat er erstmals nachweislich in Erscheinung. Die T\u00fcrings waren eine Steinmetz- und Baumeisterfamilie aus dem heutigen Schwaben, das damals als Teil Vorder\u00f6sterreich zur Habsburgermonarchie geh\u00f6rte. Innsbruck war seit einigen Jahrzehnten Residenzstadt der Tiroler Landesf\u00fcrsten, der architektonische Glanz war aber noch nicht n\u00f6rdlich der Alpen angekommen. Die Stadt war eine Ansammlung von Holzh\u00e4usern und wenig repr\u00e4sentativ. F\u00fcr Handwerker und Baumeister brachen goldene Zeiten an, die unter Maximilian nochmals mehr an Fahrt aufnehmen sollte. Es kam zu einem wahren Bauboom. Aristokraten wollten einen Wohnsitz in der Stadt haben, um m\u00f6glichst nahe am Zentrum der Macht zu sein. Die Politik spielte sich in der Zeit vor Presse, funktionierendem Postwesen, Fax und E-Mail vor allem im direkten Kontakt ab.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrings machten Karriere im Gleichschritt mit der Stadt. Aus dem Jahr 1497 wird berichtet, dass Niklas T\u00fcring als \u201ebesoldeter Hofmaurer\u201c in den Diensten des Landesf\u00fcrsten stand. Als er 1517 oder 1518 verstarb, so genau wei\u00df man das nicht, wurde er auf seinem Grabstein als \u201e<em>r\u00f6misch kaiserlicher Majest\u00e4t oberster Werkmeister<\/em>\u201c tituliert. Gemeinsam mit seinem Sohn Gregor wurde er als Steinmetzmeister gef\u00fchrt. Das erm\u00f6glichte den T\u00fcrings das B\u00fcrgerrecht in Innsbruck zu erwerben. Sp\u00e4testens 1506 hatten sie ein Haus im Arbeiter- und Handwerkerviertel <em>Anbruggen<\/em>. 1509 konnten sie das Haus des heutigen Gasthofs zum Lamm in der Mariahilfstra\u00dfe erwerben. Weiterer Immobilienbesitz kam in der heutigen Schlossergasse 21 hinzo.<\/p>\n<p>Die fr\u00fche Gotik und sp\u00e4ter die Renaissance hatte im Lauf des Sp\u00e4tmittelalters Europa mit einem neuen Verst\u00e4ndnis von Architektur und \u00c4sthetik in ein neues architektonisches Gewand getaucht. Bauten wie <em>Notre Dame<\/em> oder der <em>Minster of York<\/em> setzten den Trend, der ganz Europa bis zum Einsetzen des Barocks pr\u00e4gen sollte. Spitze T\u00fcrme, Rippengew\u00f6lbe, Erker und verspielte Schnitzereien, die den h\u00f6fischen Alltag darstellen sind einige typische Merkmale, die den heterogenen Stil erkennbar machen. Vor allem in der Altstadt kann man das Wirken der T\u00fcrings gut nachverfolgen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user wie das <em>Trautsonhaus<\/em> weisen heute noch gotische Grundrisse, Innenh\u00f6fe und Schnitzereien auf.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrings pr\u00e4gten das gotische Innsbruck in der \u00dcbergangszeit zwischen Mittelalter und Fr\u00fcher Neuzeit. Durch ihre Ausbildung kombinierten sie einen Blick f\u00fcr das Gro\u00dfe Ganze und Details in ihren Bauprojekten. Sie waren bekannt f\u00fcr ihre besonders feine Steinarbeit, die kunstvolle Portale, Lauben, Treppen und Gew\u00f6lbe erm\u00f6glichte. Sie fertigten Reliefschmuck mit Mustern in der typischen Art der Renaissancekunst an. Grotesken, Vasen und Tierdarstellungen geh\u00f6rten zur typischen Art, Erker und glatte W\u00e4nde zu verzieren. Die symmetrische Anordnung der einzelnen Elemente ist ebenfalls ein Merkmal der Zeit.<\/p>\n<p>Auf Niklas T\u00fcring geht das <em>Goldene Dachl<\/em> zu einem guten Teil zur\u00fcck. Er schuf auch die Statue des <em>Burgriesen Haidl<\/em>, eines besonders gro\u00dfen Mitglieds der Leibgarde Siegmunds, die heute im Stadtturm zu besichtigen ist. Kaiser Maximilian sch\u00e4tzte ihn derart hoch ein, dass er es ihm gestattete das Familienwappen der T\u00fcrings und seiner Frau, einen Brunnen und einen Fisch, im Gew\u00f6lbe des <em>Goldenen Dachls<\/em> zu verewigen. Sein Sohn Gregor verewigte sich unter anderem mit dem <em>Trautsonhaus<\/em> in der Herzog-Friedrich-Stra\u00dfe und am <em>Burgriesenhaus<\/em> in der Domgasse. Der letzte der T\u00fcrings mit Einfluss auf die Innsbrucker Bauszene war Niklas T\u00fcring der J\u00fcngere, der mit Andrea Crivelli gemeinsam die Planungen an der Hofkirche begann. Im 16. und 17. Jahrhundert begann der Einfluss der Gotik vor allem im heutigen \u00d6sterreich nachzulassen. Vor allem Kirchen wurden im Rahmen der Gegenreformation zunehmend im Barockstil um- und neugebaut. In Innsbrucks Osten erinnert heute die T\u00fcringstra\u00dfe an die fr\u00fchneuzeitliche Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hofgasse 3<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":62412,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[20,45,46],"tags":[],"class_list":["post-2525","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-altstadt","category-baumeisterdynastie-tuering-innsbruck-wird-weltstadt","category-der-deutsche-orden-und-maximilian-iii"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2525"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2525\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}