{"id":53771,"date":"2024-04-24T07:05:33","date_gmt":"2024-04-24T07:05:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=53771"},"modified":"2026-01-12T14:13:01","modified_gmt":"2026-01-12T14:13:01","slug":"saggen-kohlstatt-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/saggen-kohlstatt-innsbruck\/","title":{"rendered":"Saggen &amp; Kohlstatt"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; disabled_on=&#8220;on|off|off&#8220; _builder_version=&#8220;4.25.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_image=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/IMG_5989-scaled.jpg&#8220; custom_padding=&#8220;200px||200px||false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#000000&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; width=&#8220;50%&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h1>Saggen &amp; Kohlstatt<\/h1>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section][et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswertes zum Saggen und zur Kohlstatt&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Wissenswertes Saggen und Kohlstatt&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;65075&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts breitete sich Innsbruck nach allen Richtungen hin aus. Vergleicht man Karten des Jahres 1880 mit Karten des Jahres 1930 kann man das Wachstum des Saggen, der von einer Biegung des Inns, der Sill und den Viaduktb\u00f6gen der Eisenbahn bis heute begrenzt wird, erkennen. Eingeklemmt zwischen den beiden Fl\u00fcssen erinnerte der Landspitz ohne Ausgang die Menschen an einen Sack, was zum Namen Saggen f\u00fchrte. Bereits 1453 wurde das Gebiet teilweise der Stadt einverleibt. 1495 erwarb Maximilian I. den Teil, der bis heute als Kohlstatt und Dreiheiligen bekannt ist, um hier die Waffenfertigung anzukurbeln. Rund um das Zeughaus entwickelte sich ein fr\u00fches Industriegebiet. In der <em>Kohlstatt<\/em> wurde die Kohle hergestellt, die den \u00d6fen des Zeughauses in Dreiheiligen als Energiequelle diente. Kohlstatt und Dreiheiligen wurden im 16. Jahrhundert zum Arbeiterviertel zwischen der Stadt Innsbruck und dem l\u00e4ndlichen Pradl. Der Sillkanal versorgte die Industriebetriebe mit Wasser, \u00fcber die gepflasterte Silbergasse war der Fertigungsort mit der Stadt verbunden. Der Stadtrand wurde f\u00fcr das B\u00fcrgertum zur Ablage all dessen, was man zwar brauchte, aber nicht vor der Haust\u00fcre haben wollte. Neben den stinkenden und schmutzigen Betrieben war hier am Stadtrand mit dem <em>Siechen- und Brestenhaus<\/em> ein Krankenhaus zu finden. Als die Waffenfabriken der Fr\u00fchen Neuzeit ihre Rentabilit\u00e4t verloren, \u00fcbernahm das Milit\u00e4r den Saggen. Die personelle Aufstockung der stehenden Heere im 18. Jahrhundert verlangte nach mehr Platz. Wo besser konnte man Soldaten unterbringen als in den ehemaligen Werkst\u00e4tten des Zeughauses im Saggen? Im 18. Jahrhundert wurde aus einem Adelspalais neben dem Kapuzinerkloster die Klosterkaserne samt Exerzierplatz. Heute befinden sich hier das Fenner-Areal und die Polizeidirektion.<\/p>\n<p>Anders als Kohlstatt und Dreiheiligen entwickelte sich der S\u00fcdwesten des Saggen. Rund um die Auen \u00f6stlich des entstanden im 16. Jahrhundert Lusth\u00e4user, G\u00e4rten und Menagerien. Aus diesem Am\u00fcsement-, Jagd- und Fischereirevier der Tiroler Landesf\u00fcrsten wurde der Hofgarten. N\u00f6rdlich davon erstreckten sich Wiesen und Felder. 1581 lie\u00df Ferdinand II. eine Br\u00fccke errichten, um Hall und Innsbruck \u00fcber M\u00fchlau exklusiv f\u00fcr Mitglieder des Hofs und Staatsg\u00e4ste zu verbinden. 1643 \u00f6ffnete man die M\u00fchlauerbr\u00fccke f\u00fcr den Handelsverkehr als zollpflichtigen, aber \u00f6ffentlich nutzbaren Verkehrsweg. Aus dem einbahnartigen Sack war eine beliebte Einfahrt in die Stadt geworden, der Name Saggen aber blieb erhalten. Nachdem die alte Holzbr\u00fccke immer wieder von Hochwassern zerst\u00f6rt wurde, beschloss man eine stabile Variante zu errichten. 1843 wurde die Kettenbr\u00fccke errichtet. Zwei hohe Tort\u00fcrme ragten gut sichtbar in den Himmel. Dazwischen spannten sich tonnenschwere Ketten \u00fcber 75 m L\u00e4nge. Die Kettenbr\u00fccke galt als die teuerste ihrer Art im gesamten Habsburgerreich und wurde zur Attraktion und beliebten Postkartenmotiv.<\/p>\n<p>Zwischen 1830 und 1870 stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 12.000 auf 17.000. Studenten, Soldaten und Arbeiter aus allen Teilen des Reiches sowie Zuz\u00fcglern auf der Suche nach Arbeit aus dem Umland lie\u00dfen Innsbruck wachsen. Pradl und Wilten, damals noch eigenst\u00e4ndige Gemeinden, wurden von der zweiten Welle der Industrialisierung erfasst. B\u00e4uerliches Leben samt Vieh, das auf den Stra\u00dfen durch diese D\u00f6rfer getrieben wurde, mischte sich mit der neu zugezogenen Arbeiterschaft. Der Saggen hingegen blieb bis in die 1880er fast g\u00e4nzlich unverbaut, bevor er zum Viertel f\u00fcr gehobenes, b\u00fcrgerliches Wohnen und Entertainment wurde. In den ersten gut zehn Jahren entstanden vor allem Villen, bevor der Stadtrat die Losung ausgab, \u00f6stlich der Claudiastra\u00dfe nur noch Wohnbl\u00f6cke zu errichten. Am 24. Februar 1900 notierten die <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em>:<\/p>\n<p>\u201e<em>Im \u00f6stlichen Stadterweiterungs-Gebiet am Saggen scheint sich in diesem Jahre eine au\u00dferordentlich rege Bauth\u00e4tigkeit entwickeln zu wollen. Abgesehen davon, da\u00df im Teile f\u00fcr geschlossene Bauweise 9 Geb\u00e4ude, im Cottage vier Villen im Baue sind und noch in diesem Jahr vollendet werden, ist die weitere Erbauung von 6 H\u00e4usern, darunter zwei ausgedehnten Eckwohngeb\u00e4uden am Claudiaplatz und in der Adolf-Pichlerstra\u00dfe in sicherer Aussicht.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Neben der Besiedelung entstanden zwischen der Kettenbr\u00fccke und den Bahnviadukten moderne Freizeiteinrichtungen. Das Panoramageb\u00e4ude, das Riesenrundgem\u00e4lde und die erste Sportanlage der Stadt mit Radrennbahn, Boxring und Tennispl\u00e4tzen waren ebenso Teil des Saggen wie die kurz nach 1900 er\u00f6ffnete Hungerburgbahn. Diese Infrastruktur war nicht mehr von der Aristokratie ins Leben gerufen worden und ihr damit exklusiv vorbehalten wie die G\u00e4rten, Pal\u00e4ste und Jagdreviere vergangener Zeiten, sondern repr\u00e4sentierten die neuen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der sp\u00e4ten Monarchie. Auch die Pal\u00e4ste des Saggen, das Waisenhaus und das Greisenasyl im klassizistischen Stil wurden vom wohlhabenden Privatier Johann von Sieberer gestiftet, nicht von der Kirche oder dem Adel. Die Stra\u00dfen im Saggen wurden vom gr\u00f6\u00dftenteils deutschnationalen, bildungsb\u00fcrgerlichen Publikum getauft. Haydn, Bruckner, Schubert, Stifter, Goethe, Schiller, Wagner und Mozart standen Pate f\u00fcr die neuen Stra\u00dfenz\u00fcge. In den Kulturschaffenden, nach denen die Stra\u00dfen benannt wurden, sollten sich die gemeinsame Geschichte, Kultur und nationale Einheit des Deutschen Reichs und des Kaiserreichs \u00d6sterreich sowie die Machtverh\u00e4ltnisse im Gemeinderat unter B\u00fcrgermeister Greil widerspiegeln.<\/p>\n<p>Heute gilt der Saggen in der Wahrnehmung der meisten Innsbrucker vor allem als altehrw\u00fcrdiges Nobelviertel. F\u00fcr den nordwestlichen Teil zwischen Hofgarten und Messe, wo mit ganz wenigen Ausnahmen kaum Gesch\u00e4fte oder Gastwirtschaften zu finden sind, trifft das Image des Relikts aus der <em>Belle Epoque<\/em> zu. Nicht nur beim Wohnen, auch beim Thema Krankenpflege hebt sich das Angebot des Stadtteils vom Rest der Stadt ab. Mit dem Sanatorium der Barmherzigen Schwestern, einem seit 1839 in Innsbruck ans\u00e4ssigen Orden, entstand in der Zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhundert neben der Kettenbr\u00fccke ein Krankenhaus, das die Zeiten vergessen machte, in denen Pestkranke unter elenden Zust\u00e4nden im <em>Siechen- und Brestenhaus<\/em> zu sterben hatten. Das Innsbrucker Stammhaus des Ordens befindet sich im 1884 fertiggestellten Geb\u00e4ude am Rennweg 40. 1847 kaufte man das Grundst\u00fcck, auf dem sich bis heute das Sanatorium befindet. Anders als die zweckorientierten Geb\u00e4ude wurde auch dieses Spital ganz dem Charakter des Saggen entsprechend wie ein Palast samt Turm, Kapelle und gro\u00dfem Garten angelegt. Bis heute tummeln sich in dieser Privatklinik die, die es sich leisten k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die gro\u00dfe Masse der Innsbrucker mit der sehr guten, aber weniger aristokratisch anmutenden Pflege in der Innsbrucker Klinik Vorlieb nehmen muss.<\/p>\n<p>Das ist aber nur ein Gesicht des Saggen. Die Gegend rund um die alten Industrie- und Milit\u00e4rviertel in Dreiheiligen nahmen eine andere Entwicklung. Der Blocksaggen steht im Kontrast zum Villsensaggen. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand am Sillspitz der St\u00e4dtische Schlachthof. \u00d6stlich des Bahnviadukts wurde mit dem <em>Schlachthofblock<\/em> in den 1920er Jahren eine der gr\u00f6\u00dften Wohnanlagen f\u00fcr Arbeiter errichtet. Entlang der Viaduktb\u00f6gen der Ing.-Etzel-Stra\u00dfe und der Messehalle entwickelte sich \u00fcber die letzten Jahrzehnte Innsbrucks Ausgehviertel. W\u00e4hrend im ehemaligen <em>Arbeitergr\u00e4tzel<\/em> Wilten mittlerweile vor allem Studenten in WGs hausen, ist dieser Teil des Saggen zum Viertel der Kfz-Mechaniker, <em>Barflies<\/em> und Hipster geworden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;26&#8243; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; border_width_all=&#8220;0px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>From the Belle Epoque to the hipster neighbourhood<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":55403,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[59],"tags":[],"class_list":["post-53771","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stadtteile-innsbruck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}