{"id":53922,"date":"2024-04-24T09:50:31","date_gmt":"2024-04-24T09:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=53922"},"modified":"2026-02-12T09:50:41","modified_gmt":"2026-02-12T09:50:41","slug":"militaerfriedhof-amras-pradler-friedhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/militaerfriedhof-amras-pradler-friedhof\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rfriedhof &amp; Pradler Friedhof"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Milit\u00e4rfriedhof Amras \/ Pradler Friedhof<\/h2>\n<p>Amraserstra\u00dfe \/ Kaufmannstra\u00dfe \/ Wiesengasse<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/IMG_7296-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Milit\u00e4rfriedhof &#038; Pradler Friedhof&#8220; title_text=&#8220;Milit\u00e4rfriedhof &#038; Pradler Friedhof&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;56909,58627,65128,62641,56645,60271,64658,57313,58180,57316,64712,59320,64820,58445&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Milit\u00e4rfriedhof und Friedhof Pradl&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62022&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Milit\u00e4rfriedhof &#038; Pradler Friedhof&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59298&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Der Soldatenfriedhof in Amras ist ein wenig beachteter Erinnerungsort bedeutender Kapitel europ\u00e4ischer Geschichte im Innsbrucker Stadtbild. Der Friedhof wurde 1917 w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs angelegt. Die Zahl der zu beklagenden Todesopfer \u00fcberstieg die Kapazit\u00e4ten des Alten Milit\u00e4rfriedhofs bei Weitem. Das Dorf Amras au\u00dferhalb Innsbrucks war ideal, um abseits der gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit die Kriegsrealit\u00e4t zu begraben. Die Lage war auch praktisch, da sich seit 1911 die <em>Conradkaserne<\/em> mit Milit\u00e4rspital nur ein paar Gehminuten s\u00fcdlich der neuen Bestattungsanlage befand. 5680 Soldaten und Kriegsopfer vieler Nationen sind hier beigesetzt, die zu einem gro\u00dfen Teil im Innsbrucker Lazarett verstorben waren. \u00a0Besonders interessant sind die unterschiedlichen Teile des Milit\u00e4rfriedhofs. Der \u00f6stliche Eingang wird von einem schmiedeeisernen Emblem der K.u.K. Monarchie mit den Wappen Ungarns und \u00d6sterreichs, den beiden Teilen der Doppelmonarchie geschm\u00fcckt, auch wenn das Motto <em>Indivisibiliter et Inseperabiliter<\/em>, unteilbar und untrennbar, seit Kriegsende nicht mehr zutreffend ist. Dahinter empf\u00e4ngt der italienische Teil des Friedhofs mit einem gro\u00dfen steinernen Denkmal des italienischen Bildhauers Natale Tommasi den Besucher. Auf Italienisch, Deutsch und Latein wird der 618 Italiener, 178 \u00d6sterreicher und 2 Franzosen die Opfer der Kampfhandlungen zwischen 1914 und 1918 sowie der 20 italienischen Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht, die hier begraben liegen. Die Krone und der savoyische Knoten am Denkmal sind ein Symbol der Herrschaft des italienischen K\u00f6nigshauses. \u00dcber Jahrhunderte waren es die Habsburger, die in weiten Teilen Italiens ihre Spuren hinterlassen hatten, nun hatte sich der Spie\u00df umgedreht. Tommasis Biografie ist eine von vielen, die in den politischen Wirren des Ersten Weltkriegs und des Zusammenbruchs der multinationalen K.u.K. Monarchie eine Z\u00e4sur erlitten, unter der sie litten, wie viele Werke der Literatur und der bildnerischen Kunst der Nachkriegszeit zeigen. Er arbeitete im 19. Jahrhundert als Restaurator und Architekt in mehreren Teilen des Habsburgerreichs wie Triest und Pula. In Innsbruck gestaltete er die Fassade des <em>Ferdinandeums<\/em>. 1898 verlegte er seinen Wohnsitz nach Innsbruck, wo er unter anderem auch die Hauptpost in der Maximilianstra\u00dfe plante. F\u00fcr seine Arbeit wurde er sowohl vom Papst geehrt wie auch mit dem \u00f6sterreichischen <em>Franz-Joseph-Orden<\/em> ausgezeichnet. Als Trentiner war er w\u00e4hrend des Krieges noch Untertan der K.u.K. Monarchie gewesen, durch die Landesteilung am Brenner wurde er Italiener und somit \u00fcber Nacht zum Ausl\u00e4nder an seinem Wohnort Innsbruck.<\/p>\n<p>An den italienischen schlie\u00dft der Tiroler Teil des Friedhofs an. Neben Gefallenen des ersten Weltkriegs befinden sich hier auch Ehrengr\u00e4ber aus den Napoleonischen Kriegen 1796-97 und 1799. Die meisten der schmiedeeisernen Kreuze waren damals Massenware, wirken aber heute wie kleine Kunstwerke. Es ist interessant zu sehen, aus wie vielen Nationen M\u00e4nner damals im Abwehrkrieg gegen Napoleon f\u00fcr die \u00d6sterreichische Monarchie k\u00e4mpften. Auch unbekannte Soldaten fanden hier ihre letzte Ruhest\u00e4tte. Viele der Gr\u00e4ber haben einen langen Weg hinter sich. Als 1983 in Stams, einem Ort 40 km westlich von Innsbruck, der \u00f6rtliche Kriegerfriedhof der neugebauten Autobahn weichen musste, wurden die Grabst\u00e4tten nach Innsbruck verlegt. Im Folgejahr, 175 Jahre nach der Tiroler Erhebung von 1809, wurde der Altar zum Gedenken an die Kriegsopfer eingeweiht.<\/p>\n<p>Im hinteren Teil findet sich mit der M\u00e4nnerpieta <em>\u201eDenkmal des unbenannt Beerdigten\u201c<\/em> des Bildhauers Eduard F\u00f6derl (1909 \u2013 1974) ein kontroverses Kunstwerk. W\u00e4hrend der Zeit des Austrofaschismus wurde diese Steinkomposition zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges gestaltet. Es symbolisiert heroisches Leiden und Aufopferung im Krieg, indem es den soldatischen Heldentod f\u00fcr das Vaterland auf eine Stufe mit dem Kreuzestod Jesu stellt. Gedacht war es als Geschenk der Stadt Wien an Budapest. Sowohl \u00d6sterreich als auch Ungarn orientierten sich damals am faschistischen Italien Mussolinis, wo bis heute viele \u00e4hnlich gestaltete Kriegerdenkm\u00e4ler im \u00f6ffentlichen Raum stehen. Die \u00dcbergabe an die ungarische Regierung scheiterte 1938 an der nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme. 1953 kam das Denkmal nach Innsbruck, nachdem man im sowjetisch besetzten Wien keinen Platz daf\u00fcr finden konnte und wollte. Um das Jahr 2000 wurde die M\u00e4nnerpieta in den Bauhof verfrachtet und restauriert. 2023 wurde die Statue, die wegen ihrer Symbolkraft um den Heldentod f\u00fcr das Vaterlandes durchaus umstritten ist, wieder am Soldatenfriedhof aufgestellt.<\/p>\n<p>Im westlichen Teil der Anlage befinden sich der muslimische und sowjetische Soldatenfriedhof. Die Gr\u00e4ber der bosnisch-herzegowinischen Soldaten, die f\u00fcr die K.u.K. Monarchie im Ersten Weltkrieg k\u00e4mpften, werden von kleinen, nach Osten hin orientierten Steinkegeln mit einem Fez verziert. Der russische Teil des Friedhofs wurde 1949 angelegt. Er erinnert an die sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Arbeitslager KZ Reichenau ihr Leben verloren. Im Zentrum befindet sich ein mit einem Stern verzierter Obelisk. Die Pflege sowjetischer Kriegsdenkm\u00e4ler wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Pflicht der Republik \u00d6sterreich als Teil der Unabh\u00e4ngigkeit \u00d6sterreichs als Bedingung der Sowjetunion festgelegt und gilt bis heute.<\/p>\n<p>N\u00f6rdlich des Soldatenfriedhofs liegt der Pradler Friedhof, der gr\u00f6\u00dfte der Stadt. Geplant wurde die Anlage 1912 von Eduard Klingler im Stil der sp\u00e4ten Monarchie. Die Mauer mit ihren Kunstwerken war eines der letzten neogotischen Projekte vor dem Ende des Historismus, zeigt allerdings auch schon Einfl\u00fcsse der Moderne. Der gesamte Friedhof ist von einer Mauer mit kleinen T\u00fcrmchen umgeben und bietet an den \u00f6stlichen Ecken kleine B\u00e4nke f\u00fcr eine Rast. An der s\u00fcd\u00f6stlichen Ecke wacht ein Kruzifix \u00fcber die Gl\u00e4ubigen. Die nord\u00f6stliche Bank wird von einer modernen Ikone der Mutter Gottes mit Sohn, flankiert von zwei M\u00e4dchen mit Trauben, \u00fcberragt. Diese <em>Traubenmadonna<\/em> ist die Schutzpatronin der Weintransporteure und Winzer, die Trauben stehen symbolisch f\u00fcr das vergossene Blut ihres Sohnes. Im Johannesevangelium wurde Jesus, nachdem sein Blut vom Kreuz herab in den Abendmahlskelch geflossen war, als der \u201ewahre Weinstock\u201c bezeichnet. Vor allem in der gotischen Kunst des sp\u00e4ten Mittelalters und der fr\u00fchen Neuzeit war diese Darstellung beliebt. Einsegnungs- und Aufbahrungshalle thronen wie ein Schloss inmitten der umgebenden Wohngeb\u00e4ude. Das Geb\u00e4ude wirkt wie aus einem Roman Charles Dickens des viktorianischen Englands. Der Eingangsbereich wurde ganz im Stil der Zeit mit klassizistischen S\u00e4ulen gestaltet. Im Inneren findet man eine Darstellung des vom Kreuz genommenen Jesu. Die friedliche Art und Weise des Wandgem\u00e4ldes unterscheidet sich sehr von den sonstigen in Innsbruck g\u00e4ngigen barocken Darstellungen, in denen das Leiden am Kreuz f\u00fcr die Christenheit zum Ausdruck gebracht wird.<\/p>\n<p>An der S\u00fcdseite in die Friedhofsmauer eingeschlossen erinnert die Kryptakapelle an die gefallenen Soldaten bis 1917, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Entworfen wurde sie von Theodor Prachensky. Das Innere der Kapelle ist ein kleines Kunstwerk. Das dunkelblaue Mosaik mit Gold tr\u00e4gt den Schriftzug: <em>Gewidmet dem Andenken an die in diesem Friedhof beerdigten Opfer des Weltkriegs<\/em>. An den W\u00e4nden finden sich Namenslisten, getrennt nach den Jahren ihres Dahinscheidens. Die Namen der serbischen, rum\u00e4nischen und montenegrinischen Gefallenen, also den Soldaten, die nicht Teil der k.u.k. Armee waren, wurden gesondert auf eigenen Tafeln vermerkt. Die Tafel auf der Au\u00dfenmauer nach S\u00fcden hin zur Wiesengasse wird von einem Eichelkranz, einem Symbol des Gro\u00dfdeutschtums, geschm\u00fcckt. Der Text darauf lautet:<\/p>\n<p>\u201e<em>Vergesset nie, dass die Freiheit eurer Heimat nicht ein Geschenk des Himmels allein ist, sondern immer wieder mit schweren Blutopfern eurer V\u00e4ter, Gro\u00dfv\u00e4ter und Ahnen gegen frevelhaften Zugriff fremder Machthaber verteidigt werden musste<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>S\u00fcdlich an den Soldatenfriedhof schlie\u00dft am \u00e4u\u00dfersten Rand der Anlage das Innsbrucker Krematorium mit Urnenhain an. Als die Aufkl\u00e4rung wie eine zweite Renaissance im 18. und 19. Jahrhundert die Eliten Europas erfasste, stellten mehr und mehr Menschen die Erdbestattung in Frage. Sich nach antikem Vorbild nach dem Tod kremieren zu lassen kam in Mode. Es wurde nicht nur als vern\u00fcnftig, platzsparend und hygienisch angesehen, sondern hatte auch einen Touch von Moderne an sich. Besonders in Innsbrucks liberalen Kreisen, die mit den Konservativen, die im restlichen Tirol die Macht hatten, im Dauerclinch lagen, wuchs der Wunsch nach einer M\u00f6glichkeit den letzten Weg als Ascheh\u00e4ufchen anzutreten. Auch Sozialdemokraten konnten der Feuerbestattung viel abgewinnen, sie hatten allerdings in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg weder im Stadtrat noch im Landtag etwas zu melden. \u00a0Der katholischen Kirche war diese unchristliche, heidnische Art der Beerdigung aber noch sehr lange nicht genehm. Am Westfriedhof in Wilten wurde 1927 zwar ein Urnenhain angelegt, ein Krematorium konnte sich gegen die Proteste eines gro\u00dfen Teiles der Bev\u00f6lkerung aber nicht durchsetzen. In Innsbruck sollte es noch bis ins 21. Jahrhundert dauern bis es m\u00f6glich war, seine sterblichen \u00dcberreste den Flammen zu \u00fcbergeben. Erst 2013 wurde das Krematorium in einem schlichten und unauff\u00e4lligen Zweckbau von einem Zusammenschluss mehrerer Innsbrucker Bestattungsunternehmen er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Theodor Prachensky: Beamter zwischen Kaiser und Republik&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Theodor Prachensky: Beamter zwischen Kaiser und Republik&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53752&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Ab der zweiten H\u00e4lfte der 1920er Jahre wurden gro\u00dfe Wohnbauprojekte umgesetzt, um die gr\u00f6\u00dfte Not der vielen Innsbrucker, die in Baracken oder bei Verwandten auf engstem Raum wohnten, zu lindern. Ganze Stadtviertel entstanden neu mit Kinderg\u00e4rten und Schulen. Sport- und Freizeitst\u00e4tten wie das Tivoli oder das St\u00e4dtische Hallenbad entstanden. Einer der Baumeister, der Innsbruck in dieser Zeit nachhaltig ver\u00e4nderte war Theodor Prachensky (1888 \u2013 1970).<\/p>\n<p>Als Mitarbeiter des Bauamtes Innsbruck zwischen 1913 und 1953 war er f\u00fcr Wohnbau- und Infrastrukturprojekte verantwortlich. Die von ihm umgesetzten Projekte sind nicht so spektakul\u00e4r wie die Bergstationen seines Schwagers Baumann. Prachenskys Bauten, die die Zeit \u00fcberdauerten, wirken vielfach n\u00fcchtern und rein funktionell. Sieht man sich aber seine Zeichnungen im Archiv f\u00fcr Baukunst der Universit\u00e4t Innsbruck an, erkennt man, dass Prachensky mehr K\u00fcnstler als Techniker war, wie auch seine Malereien beweisen. Viele seiner spektakul\u00e4ren Entw\u00fcrfe wie das <em>Sozialdemokratische Volkshaus<\/em> in der Salurnerstra\u00dfe, sein <em>Kaisersch\u00fctzendenkmal<\/em> oder die <em>Friedens- und Heldenkirche<\/em> wurden nicht umgesetzt. Innsbruck beherbergt mit den gro\u00dfen Wohnanlagen der 1920er und 30er Jahre, der <em>Krieger-Ged\u00e4chtniskapelle<\/em> am Pradler Friedhof und dem alten Arbeitsamt (<em>Anm.: heute eine Au\u00dfenstelle Universit\u00e4t Innsbruck hinter dem aktuellen AMS-Geb\u00e4ude in Wilten<\/em>) viele Geb\u00e4ude Prachenskys, die die Zeitgeschichte der Zwischenkriegszeit und die wechselhaften politischen und staatlichen Einfl\u00fcsse, unter denen er selbst als Person stand, dokumentieren.<\/p>\n<p>Seine Biografie liest sich wie ein Abriss der \u00f6sterreichischen Geschichte des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Prachensky war als Architekt und Beamter unter f\u00fcnf unterschiedlichen Staatsmodellen t\u00e4tig. Der K.u.K. Monarchie folgte die Erste Republik, die vom autorit\u00e4ren St\u00e4ndestaat abgel\u00f6st wurde. 1938 kam es zum Anschluss an Nazideutschland. 1945 wurde mit Kriegsende die Zweite Republik ausgerufen.<\/p>\n<p>1908 schloss Prachensky die baugewerbliche Abteilung der Gewerbeschule Innsbruck, heute die HTL, ab. Von 1909 arbeitete er teilweise gemeinsam mit Franz Baumann, dessen Schwester Maria er 1913 heiraten sollte, beim renommierten Architekturb\u00fcro Musch &amp; Lun in Meran, damals ebenfalls noch Teil der K.u.K. Monarchie. Privat war das Jahr 1913 f\u00fcr ihn wegweisend: Theodor und Maria heirateten, starteten das private Bauprojekt des Eigenheims <em>Haus Prachensky<\/em> am Berg Isel Weg 20 und der frischgebackene Familienvater trat seinen Dienst beim Stadtmagistrat Innsbruck unter Oberbaurat Jakob Albert an. Anstatt sich nach dem Krieg in der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Privatwirtschaft durchschlagen zu m\u00fcssen, stand Prachensky im \u00f6ffentlichen Dienst. Die wichtigen, vom sozialdemokratischen Gedanken beeinflussten Projekte konnten erst nach den ersten und schwierigsten, von der Inflation und der Versorgungsknappheit charakterisierten Nachkriegsjahren begonnen werden. Den Anfang machte der <em>Schlachthausblock<\/em> im Saggen zwischen 1922 und 1925. Es folgten mehrere Infrastrukturprojekte wie der <em>Mandelsbergerblock<\/em>, der P<em>embaurblock<\/em> und der Kindergarten und die Hauptschule in der Pembaurstra\u00dfe, die vor allem f\u00fcr die sozial Schw\u00e4cheren und die vom Krieg und der Nachkriegszeit betroffenen Arbeiterschicht gedacht waren. Auch das 1931 entworfene Arbeitsamt war eine wichtige Neuerung im Sozialwesen. Seit der Republikgr\u00fcndung 1918 half das Arbeitsamt bei der Vermittlung von Arbeitssuchenden und Arbeitgebern und der Eind\u00e4mmung der Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>In den Jahren der Wirtschaftskrise in den 1930ern nahm seine Bedeutung nochmal zu. Eine weitere Z\u00e4sur in Prachenskys Werdegang stellten die n\u00e4chsten Wechsel der Regierungsform \u00d6sterreichs dar. Trotz dem Rechtsruck unter Dollfu\u00df samt Verbot der Sozialdemokratischen Partei 1933 und dem Anschluss von 1938 konnte er als leitender Beamter im \u00f6ffentlichen Dienst bleiben. Prachensky setzte gemeinsam mit Jakob Albert ab 1939 die als S\u00fcdtiroler Siedlungen bekannt gewordenen Wohnbl\u00f6cke unter den Nationalsozialisten um. Er selbst war, anders als mehrere Mitglieder seiner Familie, niemals Mitglied oder Unterst\u00fctzer der NSDAP.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Einfluss auf sein Wirken als Architekt und Stadtplaner gem\u00e4\u00df der internationalen sozialdemokratisch orientierten Architektur hatte wohl sein Vater Josef Prachensky, der als einer der Gr\u00fcnder der Sozialdemokratie in Tirol in die Landesgeschichte einging.<\/p>\n<p>Neben der politischen Gesinnung des Vaters hatten auch die verschwundene Habsburgermonarchie und die Eindr\u00fccke des Milit\u00e4rdienstes im Ersten Weltkrieg Einfluss auf Prachensky. Obwohl er laut Eigenaussage Kriegsgegner war, meldete er sich 1915 als Einj\u00e4hrig-Freiwilliger bei den Tiroler Kaiserj\u00e4gern zum Kriegsdienst. Vielleicht waren es die Erwartungen, die w\u00e4hrend des Krieges an ihn als Beamten herangetragen wurden, vielleicht die allgemeine Begeisterung, die ihn zu diesem Schritt bewogen, die Aussagen und die Tat sind widerspr\u00fcchlich. Die Kriegerged\u00e4chtnis-Kapelle am Pradler Friedhof und das gemeinsam mit Clemens Holzmeister entworfene Kaisersch\u00fctzenkapelle am Tummelplatz sowie seine nicht umgesetzten Entw\u00fcrfe f\u00fcr ein Kaiserj\u00e4ger Denkmal und die <em>Friedens- und Heldenkirche Innsbruck<\/em>, sind wohl Produkte der Lebenserfahrung Prachenskys.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er acht weitere Jahre als Oberbaurat der Stadt Innsbruck t\u00e4tig. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Bauplaner und Architekt war Prachensky begeisterter Maler. Er starb mit 82 Jahren in Innsbruck. Seine S\u00f6hne, Enkel und Urenkel f\u00fchrten sein kreatives Erbe als Architekten, Designer, Fotografen und Maler in verschiedenen Disziplinen fort. 2017 wurden Teile des generationen\u00fcbergreifenden Werks der K\u00fcnstlerfamilie Prachensky in der ehemaligen Bierbrauerei <em>Adambr\u00e4u<\/em> mit einer Ausstellung gezeigt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Klingler, Huter, Retter &#038; Co: Baumeister der Erweiterung&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Klingler, Huter, Retter &#038; Co: Baumeister der Erweiterung&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53750&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>is heute pr\u00e4gen die Geb\u00e4ude der sp\u00e4ten Monarchie das Stadtbild Innsbrucks. Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts gingen als <em>Gr\u00fcnderzeit<\/em> in die \u00f6sterreichische Geschichte ein. Nach einer Wirtschaftskrise 1873 begann sich die Stadt im Wiederaufschwung auszudehnen. Von 1880 bis 1900 wuchs Innsbrucks Bev\u00f6lkerung von 20.000 auf 26.000 Einwohner an. Das 1904 eingemeindete Wilten verdreifachte sich von 4000 auf 12.000. Zwischen 1850 und 1900 wuchs die Anzahl an Geb\u00e4uden innerhalb der Stadt von 600 auf \u00fcber 900 Geb\u00e4ude an, die meisten davon waren anders als die fr\u00fchneuzeitlichen, kleinen Objekte mehrst\u00f6ckige Zinsh\u00e4user. Im Zuge technischer Innovationen ver\u00e4nderte sich auch die Infrastruktur. Gas, Wasser, Elektrizit\u00e4t wurden Teil des Alltags von immer mehr Menschen. Das alte Stadtspital wich dem neuen Krankenhaus. Im Saggen entstanden das Waisenhaus und das Greisenasyl Sieberers.<\/p>\n<p>Die Geb\u00e4ude, die in den jungen Stadtvierteln gebaut wurden, waren ein Spiegel dieser neuen Gesellschaft. Unternehmer, Freiberufler, Angestellte und Arbeiter mit politischem Stimmrecht entwickelten andere Bed\u00fcrfnisse als Untertanen ohne dieses Recht. Ab den 1870er Jahren entstand in Innsbruck ein modernes Banksystem. Die Kreditinstitute wie die 1821 gegr\u00fcndete Sparkasse oder die Kreditanstalt, deren 1910 errichtetes Geb\u00e4ude bis heute wie ein kleiner Palast in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe thront, erm\u00f6glichten nicht nur die Aufnahme von Krediten, sondern traten auch selbst als Bauherren auf. Die Zinsh\u00e4user die entstanden, erm\u00f6glichten auch Nicht-Wohnungseigent\u00fcmern ein modernes Leben. Anders als im l\u00e4ndlichen Bereich Tirols, wo Bauernfamilien samt Knechten und M\u00e4gden in Bauernh\u00e4usern im Verbund einer Sippschaft lebten, kam das Leben in der Stadt dem Familienleben, das wir heute kennen, nahe. Der Wohnraum musste dem entsprechen. Der Lifestyle der St\u00e4dter verlangte nach Mehrzimmerwohnungen und freien Fl\u00e4chen zur Erholung nach der Arbeitszeit. Das wohlhabende B\u00fcrgertum bestehend aus Unternehmern und Freiberuflern hatte den Adel zwar noch nicht \u00fcberholt, den Abstand aber verringert. Sie waren es, die nicht nur private Bauprojekte beauftragten, sondern \u00fcber ihre Stellung im Gemeinderat auch \u00fcber \u00f6ffentliche Bauten entschieden.<\/p>\n<p>Die 40 Jahre vor dem Ersten Weltkrieg waren f\u00fcr Baufirmen, Handwerker, Baumeister und Architekten eine Art Goldgr\u00e4berzeit. Die Geb\u00e4ude spiegelten die Weltanschauung ihrer Bauherren wider. Baumeister vereinten dabei mehrere Rollen und ersetzten oft den Architekten. Die meisten Kunden hatten sehr klare Vorstellungen, was sie wollten. Es sollten keine atemberaubenden Neukreationen sein, sondern Kopien und Anlehnungen an bestehende Geb\u00e4ude. Ganz im Geist der Zeit entwarfen die Innsbrucker Baumeister nach dem Wunsch der finanziell potenten Auftraggeber die Geb\u00e4ude in den Stilen des Historismus und des Klassizismus sowie des Tiroler Heimatstils. Die Wahl des Stils der beim Bau des Eigenheimes zur Anwendung kam, war oft nicht nur optisches, sondern auch ideologisches Statement des Bauherrn. Liberale bevorzugten meist den Klassizismus, Konservative waren dem Tiroler Heimatstil zugetan. W\u00e4hrend der Heimatstil sich neobarock und mit vielen Malereien zeigte, waren klare Formen, Statuen und S\u00e4ulen stilpr\u00e4gende Elemente bei der Anlage neuer Geb\u00e4ude des Klassizismus. In einem teils w\u00fcsten Stilmix wurden die Vorstellungen, die Menschen vom klassischen Griechenland und dem antiken Rom hatten, verwirklicht. Nicht nur Bahnh\u00f6fe und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude, auch gro\u00dfe Mietsh\u00e4user und ganze Stra\u00dfenz\u00fcge, sogar Kirchen und Friedh\u00f6fe entstanden entlang der alten Flurwege in diesem Design. Das gehobene B\u00fcrgertum zeigte sein Faible f\u00fcr die Antike mit neoklassizistischen Fassaden. Katholische Traditionalisten lie\u00dfen Heiligenbilder und Darstellungen der Landesgeschichte Tirols in Wandmalereien auf ihren Heimatstilh\u00e4usern anfertigen. W\u00e4hrend im Saggen und Wilten der Neoklassizismus dominiert, finden sich in Pradl Gro\u00dfteils Geb\u00e4ude im konservativen Heimatstil.<\/p>\n<p>Viele Bauexperten r\u00fcmpften lange Zeit die Nase \u00fcber die Bauten der Empork\u00f6mmlinge und Neureichen. Heinrich Hammer schrieb in seinem Standardwerk \u201e<em>Kunstgeschichte der Stadt Innsbruck<\/em>\u201c:<\/p>\n<p><em>\u201eSchon diese erste rasche Erweiterung der Stadt fiel nun freilich in jene bauk\u00fcnstlerisch unfruchtbare Epoche, in der die Architektur, statt eine selbstst\u00e4ndige, zeiteigene Bauweise auszudenken, der Reihe nach die Baustile der Vergangenheit wiederholte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Zeit der gro\u00dfen Villen, die die Adelsansitze vergangener Tage mit b\u00fcrgerlicher Note nachahmten, kam mangels Platzgr\u00fcnden nach einigen wilden Jahrzehnten an ihr Ende. Eine weitere Bebauung des Stadtgebietes mit Einzelh\u00e4usern war nicht mehr m\u00f6glich, zu eng war der Platz geworden. Der Bereich Falkstra\u00dfe \/ G\u00e4nsbachstra\u00dfe \/ Bienerstra\u00dfe gilt bis heute als <em>Villensaggen<\/em>, die Gebiete \u00f6stlich als <em>Blocksaggen<\/em>. In Wilten und Pradl kam es zu dieser Art der Bebauung gar nicht erst gar nicht. Trotzdem versiegelten Baumeister im Goldrausch immer mehr Boden. Albert Gruber hielt zu diesem Wachstum 1907 eine mahnende Rede, in der er vor Wildwuchs in der Stadtplanung und Bodenspekulation warnte.<\/p>\n<p><em>\u201eEs ist die schwierigste und verantwortungsvollste Aufgabe, welche unsere Stadtv\u00e4ter trifft. Bis zu den 80er Jahren (Anm.: 1880), sagen wir im Hinblick auf unsere Verh\u00e4ltnisse, ist noch ein gewisses langsames Tempo in der Stadterweiterung eingehalten worden. Seit den letzten 10 Jahren jedoch, kann man sagen, erweitern sich die St\u00e4dtebilder ungeheuer rasch. Es werden alte H\u00e4user niedergerissen und neue an ihrer Stelle gesetzt. Nat\u00fcrlich, wenn dieses Niederrei\u00dfen und Aufbauen planlos, ohne jede \u00dcberlegung, nur zum Vorteil des einzelnen Individuums getrieben wird, dann entstehen zumeist Ungl\u00fccke, sogenannte architektonische Verbrechen. Um solche planlose, der Allgemeinheit nicht zum Frommen und Nutzen gereichende Bauten zu verh\u00fcten, mu\u00df jede Stadt daf\u00fcr sorgen, da\u00df nicht der Einzelne machen kann, was er will: es mu\u00df die Stadt dem schrankenlosen Spekulantentum auf dem Gebiete der Stadterweiterung eine Grenze setzen. Hierher geh\u00f6rt vor allem die Bodenspekulation.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Eine Handvoll Baumeister und das Bauamt Innsbruck begleiteten diese Entwicklung in Innsbruck. Bezeichnet man Wilhelm Greil als B\u00fcrgermeister der Erweiterung, verdient der geb\u00fcrtige Wiener Eduard Klingler (1861 \u2013 1916) wohl den Titel als deren Architekt. Klingler pr\u00e4gte das Stadtbild Innsbrucks in seiner Funktion als Beamter und Baumeister wesentlich mit. 1883 begann er f\u00fcr das Land Tirol zu arbeiten. 1889 trat er zum st\u00e4dtischen Bauamt \u00fcber, das er ab 1902 leitete.\u00a0 In Innsbruck gehen unter anderem die Handelsakademie, die Leitgebschule, der Friedhof Pradl, die Dermatologische Klinik im Klinikareal, der St\u00e4dtische Kindergarten in der Michael-Gaismair-Stra\u00dfe, die <em>Trainkaserne<\/em> (Anm.: heute ein Wohnhaus), die Markthalle und das Tiroler Landeskonservatorium auf Klinglers Konto als Leiter des Bauamtes. Ein sehenswertes Geb\u00e4ude im Heimatstil nach seinem Entwurf ist das Ulrichhaus am Berg Isel, das heute den Alt-Kaiserj\u00e4ger-Club beheimatet.<\/p>\n<p>Das bedeutendste Innsbrucker Baub\u00fcro war <em>Johann Huter &amp; S\u00f6hne<\/em>. Johann Huter \u00fcbernahm die Ziegelei seines Vaters. 1856 erwarb er das erste Firmengel\u00e4nde, die <em>Hutergr\u00fcnde<\/em>, am Innrain. Drei Jahre sp\u00e4ter entstand in der Meranerstra\u00dfe der erste repr\u00e4sentative Hauptsitz. Die Firmeneintragung gemeinsam mit seinen S\u00f6hnen Josef und Peter stellte 1860 den offiziellen Startschuss des bis heute existierenden Unternehmens dar. <em>Huter &amp; S\u00f6hne<\/em> verstand sich wie viele seiner Konkurrenten als kompletter Dienstleister. Eine eigene Ziegelei, eine Zementfabrik, eine Tischlerei und eine Schlosserei geh\u00f6rten ebenso zum Unternehmen wie das Planungsb\u00fcro und die eigentliche Baufirma. 1906\/07 errichteten die Huters ihren eigenen Firmensitz in der Kaiser-Josef-Stra\u00dfe 15 im typischen Stil der letzten Vorkriegsjahre. Das herrschaftliche Haus vereint den Tiroler Heimatstil umgeben von Garten und Natur mit neogotischen und neoromanischen Elementen. Bekannte von <em>Huter &amp; S\u00f6hne<\/em> errichtete Geb\u00e4ude in Innsbruck sind das Kloster der Ewigen Anbetung, die Pfarrkirche St. Nikolaus, das erste Geb\u00e4ude der neuen Klinik und mehrere Geb\u00e4ude am Claudiaplatz. Kurz vor Ausbruch des ersten Weltkriegs besch\u00e4ftigte die Baufirma mehr als 700 Personen.<\/p>\n<p>Der zweite gro\u00dfe Player war Josef Retter (1872 \u2013 1954). Der geb\u00fcrtige Nieder\u00f6sterreicher mit Tiroler Wurzeln absolvierte eine Maurerlehre bevor er die <em>k.k. Staatsgewerbeschule<\/em> in Wien und die Werkmeisterschule der baugewerblichen Abteilung besuchte. Nach Berufserfahrungen \u00fcber das Gebiet der Donaumonarchie verteilt in Wien, Kroatien und Bozen konnte er dank der Mitgift seiner Ehefrau im Alter von 29 Jahren seine eigene Baufirma mit Sitz in Innsbruck er\u00f6ffnen. Wie Huter beinhaltete auch sein Unternehmen ein S\u00e4gewerk, ein Sand- und Schotterwerk und eine Werkstatt f\u00fcr Steinmetzarbeiten. 1904 er\u00f6ffnete er in der Sch\u00f6pfstra\u00dfe 23a seine Wohn- und B\u00fcrogeb\u00e4ude, das bis heute als <em>Retterhaus<\/em> bekannt ist. Der neugotische, dunkle Bau mit dem markanten Erker mit S\u00e4ulen und einem T\u00fcrmchen wird von einem sehenswerten Mosaik, die eine Allegorie der Architektur darstellt, geschm\u00fcckt. Das Giebelrelief zeigt die Verbindung von Kunst und Handwerk, einem Symbol f\u00fcr den Werdegang Retters. Sein Unternehmen pr\u00e4gte vor allem Wilten und den Saggen. Mit einem Neubau des Akademischen Gymnasiums, dem burg\u00e4hnlichen Schulgeb\u00e4ude f\u00fcr die Handelsakademie, der Evangelischen Christuskirche im Saggen, dem Zelgerhaus in der Anichstra\u00dfe, der Sonnenburg in Wilten und dem neugotischen Schloss Mentlberg am Sieglanger realisierte er viele der bedeutendsten Geb\u00e4ude dieser Epoche in Innsbruck.<\/p>\n<p>Sp\u00e4tberufen aber mit einem \u00e4hnlich praxisorientieren Hintergrund, der typisch f\u00fcr die Baumeister des 19. Jahrhunderts war, startete Anton Fritz 1888 sein Baub\u00fcro. Er wuchs abgelegen in Graun im Vinschgau auf. Nach Stationen als Polier, Stuckateur und Maurer beschloss er mit 36 Jahren die Gewerbeschule in Innsbruck zu besuchen. Talent und Gl\u00fcck bescherten ihm mit der Villa im Landhausstil in der Karmelitergasse 12 seinen Durchbruch als Planer. Seine Baufirma besch\u00e4ftigte zur Bl\u00fctezeit 150 Personen. 1912, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und dem damit einhergehenden Einbruch der Baubranche, \u00fcbergab er sein Unternehmen an seinen Sohn Adalbert. Das eigene Wohnhaus in der M\u00fcllerstra\u00dfe 4, das Haus Mader in der Glasmalereistra\u00dfe sowie H\u00e4user am Claudiaplatz und dem Sonnenburgplatz z\u00e4hlen zu den Hinterlassenschaften von Anton Fritz.<\/p>\n<p>Mit Carl Kohnle, Carl Albert, Karl Lubomirski und Simon Tommasi hatte Innsbruck weitere Baumeister, die sich mit typischen Geb\u00e4uden des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts im Stadtbild verewigten. Sie alle lie\u00dfen Innsbrucks neue Stra\u00dfenz\u00fcge im architektonisch vorherrschenden Zeitgeist der letzten 30 Jahre der Donaumonarchie erstrahlen. Wohnh\u00e4user, Bahnh\u00f6fe, Amtsgeb\u00e4ude und Kirchen im Riesenreich zwischen der Ukraine und Tirol schauten sich fl\u00e4chendeckend \u00e4hnlich. Nur z\u00f6gerlich kamen neue Str\u00f6mungen wie der Jugendstil auf. In Innsbruck war es der M\u00fcnchner Architekt Josef Bachmann, der mit der Neugestaltung der Fassade des Winklerhauses einen neuen Akzent in der b\u00fcrgerlichen Gestaltung setzte. Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges setzte die Baut\u00e4tigkeit aus. Nach dem Krieg war die Zeit des neoklassizistischen Historismus und Heimatstils endg\u00fcltig Geschichte. Die Zeiten waren karger und die Anforderungen an Wohnbau hatte sich ge\u00e4ndert. Wichtiger als eine repr\u00e4sentative Fassade und gro\u00dfe, herrschaftliche R\u00e4ume wurden in der Zeit der Wohnungsnot der kargen, jungen Republik Deutsch\u00f6sterreich leistbarer Wohnraum und moderne Ausstattung mit sanit\u00e4ren Anlagen. Auch die professionellere Ausbildung der Baumeister und Architekten an der k.k. Staatsgewerbeschule trug ihren Teil zu einem neuen Verst\u00e4ndnis des Bauwesens bei als sie die oftmals autodidaktischen Veteranen der Goldgr\u00e4berzeit des Klassizismus hatten. Spazierg\u00e4nge im Saggen und in Teilen von Wilten und Pradl versetzen bis heute zur\u00fcck in die <em>Gr\u00fcnderzeit<\/em>. Der Claudiaplatz und der Sonnenburgplatz z\u00e4hlen zu den eindr\u00fccklichsten Beispielen. Die Baufirma <em>Huter und S\u00f6hne<\/em> existiert bis heute. Das Unternehmen ist mittlerweile im Sieglanger in der Josef-Franz-Huter-Stra\u00dfe, benannt nach dem Firmengr\u00fcnder. Das Wohnhaus in der Kaiser-Josef-Stra\u00dfe tr\u00e4gt zwar nicht mehr den Schriftzug der Firma, ist aber in seiner Opulenz noch immer ein sehenswertes Relikt dieser Zeit, die Innsbrucks \u00c4u\u00dferes f\u00fcr immer ver\u00e4nderte. Neben seinem Wohnhaus in der Sch\u00f6pfstra\u00dfe beherbergt Wilten ein zweites Geb\u00e4ude der Familie Retter. Am Innrain gegen\u00fcber der Uni befindet sich die <em>Villa Retter<\/em>. Josef Retters \u00e4lteste Tochter Maria Josefa, die selbst bei der Reformp\u00e4dagogin Maria Montessori erzogen wurde, er\u00f6ffnete 1932 das erst \u201e<em>Haus des Kindes<\/em>\u201c Innsbrucks. \u00dcber dem Eingang zeigt ein Portrait den M\u00e4zen Josef Retter, die S\u00fcdfassade schm\u00fcckt ein Mosaik im typischen Stil der 1930er Jahre, das auf den urspr\u00fcnglichen Zweck des Geb\u00e4udes hinweist. Ein l\u00e4chelndes, blondes M\u00e4dchen umarmt seine Mutter, die ein Buch in der Hand hat, und seinen Vater, der einen Hammer tr\u00e4gt. Auch die kleine Grabkapelle am Westfriedhof, die als Familiengrabst\u00e4tte der Retters fungiert, ist eine sehenswerte Hinterlassenschaft dieser f\u00fcr Innsbruck bedeutenden Familie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Bocksiedlung und der Austrofaschismus&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Bocksiedlung und der Austrofaschismus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53753&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Politische Polarisierung pr\u00e4gte neben Hunger das Leben der Menschen in den 1920er und 1930er Jahren. Der Zusammenbruch der Monarchie hatte zwar eine Republik hervorgebracht, die beiden gro\u00dfen Volksparteien, die Sozialdemokraten und die Christlichsozialen, standen sich aber feindselig wie zwei Skorpione gegen\u00fcber. Beide Parteien bauten paramilit\u00e4rische Bl\u00f6cke auf, um die politische Agenda notfalls auf der Stra\u00dfe mit Gewalt zu untermauern. Der <em>Republikanische Schutzbund<\/em> auf Seiten der Sozialdemokraten und verschiedene christlich-sozial oder gar monarchistisch orientierte <em>Heimwehren<\/em>, der Einfachheit halber sollen die unterschiedlichen Gruppen unter diesem Sammelbegriff zusammengefasst werden, belauerten sich wie B\u00fcrgerkriegsparteien. Viele Politiker und Funktion\u00e4re beider Seiten hatten im Krieg an der Front gek\u00e4mpft und waren dementsprechend militarisiert. Die <em>Tiroler Heimatwehr<\/em> konnte im l\u00e4ndlichen Tirol dank der Unterst\u00fctzung der katholischen Kirche auf bessere Infrastruktur und politisches Netzwerk zur\u00fcckgreifen. Am 12. November 1928, dem zehnten Jahrestag der Gr\u00fcndung der Republik, marschierten am Ersten gesamt\u00f6sterreichischen Heimwehraufmarsch 18.000 Heimatwehrm\u00e4nner durch die Stadt, um ihre \u00dcberlegenheit am h\u00f6chsten Feiertag der heimischen Sozialdemokratien zu untermauern. Als Mannschaftsquartier der steirischen Truppen diente unter anderem das Stift Wilten. \u00a0<\/p>\n<p>Ab 1930 zeigte auch die NSDAP immer mehr Pr\u00e4senz im \u00f6ffentlichen Raum. Besonders unter Studenten und jungen, desillusionierten Arbeitern konnte sie Anh\u00e4nger gewinnen. 1932 z\u00e4hlte die Partei bereits 2500 Mitglieder in Innsbruck. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen den verfeindeten politischen Gruppen. Ber\u00fcchtigt wurde die sogenannte <em>H\u00f6ttinger Saalschlacht<\/em> vom 27. Mai 1932. H\u00f6tting war damals noch kein Teil Innsbrucks. In der Gemeinde lebten vor allem Arbeiter. In dieser <em>roten<\/em> Bastion Tirols planten Nationalsozialisten eine Kundgebung im Gasthof <em>Goldener B\u00e4r<\/em>, einem Treffpunkt der Sozialdemokraten. Diese Provokation endete in einem Kampf, der mit \u00fcber 30 Verletzten und einem Todesopfer auf Seiten der Nationalsozialisten durch eine Stichwunde endete. Die Ausschreitungen breiteten sich auf die ganze Stadt aus, sogar in der Klinik gerieten die Verletzten noch aneinander. Nur unter Einsatz der Gendarmerie und des Heeres konnten die Kontrahenten voneinander getrennt werden.<\/p>\n<p>Nach jahrelangen b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden setzten sich 1933 die Christlichsozialen unter Kanzler Engelbert Dollfu\u00df (1892 \u2013 1934) durch und schalteten das Parlament aus. In Innsbruck kam es dabei zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen. Am 15. M\u00e4rz wurde das Parteihaus der <em>Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Tirol<\/em> im <em>Hotel Sonne<\/em> ger\u00e4umt, der -Anf\u00fchrer des Republikanischen Schutzbundes Gustav Kuprian wegen Hochverrat festgenommen und die einzelnen Gruppen entwaffnet. Das Ziel Dollfu\u00df\u00b4 war die Errichtung des sogenannten <em>\u00d6sterreichischen St\u00e4ndestaats<\/em>, einem Einparteienstaat ohne Opposition unter Beschneidung elementarer Rechte wie Presse- oder Versammlungsfreiheit. In Tirol wurde 1933 die <em>Tiroler Wochenzeitung<\/em> neu gegr\u00fcndet um als Parteiorgan zu fungieren. Der gesamte Staatsapparat sollten analog zum Faschismus Mussolinis in Italien unter der <em>Vaterl\u00e4ndischen Front<\/em> geeint werden: Antisozialistisch, autorit\u00e4r, konservativ im Gesellschaftsbild, antidemokratisch, antisemitisch und militarisiert. Der Innsbrucker Gemeinderat wurde von 40 auf 28 Mitglieder verkleinert. Anstatt durch freie Wahlen wurden sie vom Landeshauptmann ernannt, was zur Folge hatte, dass nur noch konservative Gemeinder\u00e4te vertreten waren.<\/p>\n<p>Dollfu\u00df war in Tirol \u00fcberaus popul\u00e4r, wie Aufnahmen des vollen Platzes vor der Hofburg w\u00e4hrend einer seiner Ansprachen aus dem Jahr 1933 zeigen. Seine Politik war das, was der Habsburgermonarchie am n\u00e4chsten kam. Sein politischer Kurs wurde von der katholischen Kirche unterst\u00fctzt. Das gab ihm Zugriff auf Infrastruktur, Presseorgane und Vorfeldorganisationen. Gegen die verhassten Sozialisten ging die <em>Vaterl\u00e4ndische Front<\/em> mit ihren paramilit\u00e4rischen Einheiten hart vor. Man schreckte nicht vor Unterdr\u00fcckung und Gewalttaten gegen Leib und Leben sowie Einrichtungen der politischen Gegnerschaft zur\u00fcck. Sozialisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten wurden immer wieder verhaftet. 1934 zerst\u00f6rten Mitglieder der Heimwehr das Denkmal des Sozialdemokraten Martin Rapoldi in Kranebitten. Die Presse war politisch gesteuert und zensuriert. Die Artikel glorifizierten das l\u00e4ndliche Leben in seiner Idylle. Kinderreiche Familien wurden finanziell unterst\u00fctzt. Die Geschlechtertrennung an Schulen und die Umgestaltung der Lehrpl\u00e4ne f\u00fcr M\u00e4dchen bei gleichzeitiger vormilit\u00e4rischer Ert\u00fcchtigung der Buben war im Sinn eines gro\u00dfen Teils der Bev\u00f6lkerung. Auch die traditionell orientierte Kulturpolitik, mit der sich \u00d6sterreich als das <em>bessere<\/em> Deutschland unter der antiklerikalen nationalsozialistischen F\u00fchrung positionierte, gefiel dem konservativen Teil der Gesellschaft. Bereits 1931 hatten sich einige Tiroler B\u00fcrgermeister zusammengeschlossen, um das Einreiseverbot f\u00fcr die Habsburger aufheben zu lassen, das unausgesprochene Fernziel der Neuinstallation der Monarchie durch die Christlichsozialen erfreute sich also einer breiten Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Am 25. Juli 1934 kam es in Wien zu einem Putschversuch der verbotenen Nationalsozialisten, bei dem Dollfu\u00df ums Leben kam. Auch in Innsbruck kam es zu einem Umsturzversuch. Beim Versuch einer Gruppe von Nationalsozialisten die Kontrolle \u00fcber die Stadt zu gelangen, wurde in der Herrengasse ein Polizist erschossen. Hitler, der die Anschl\u00e4ge nicht angeordnet hatte, distanzierte sich, die \u00f6sterreichischen Gruppen der verbotenen Partei wurden dadurch eingeschr\u00e4nkt. In Innsbruck wurde auf \u201e<em>Verf\u00fcgung des Regierungskommiss\u00e4rs der Landeshauptstadt Tirols\u201c<\/em> der Platz vor dem Tiroler Landestheater als <em>Dollfu\u00dfplatz<\/em> gef\u00fchrt. Hier hatte sich Dollfu\u00df bei einer Kundgebung zwei Wochen vor seinem Tod noch mit dem aus Tirol stammenden Heimwehrf\u00fchrer Richard Steidle getroffen. Steidle war selbst mehrmals Opfer politischer Gewalt geworden. 1932 wurde er nach der H\u00f6ttinger Saalschlacht in der Stra\u00dfenbahn attackiert, im Jahr darauf vor seinem Haus in der Leopoldstra\u00dfe Opfer eines Schussattentats. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP kam er in das Konzentrationslager Buchenhausen, wo er 1940 starb.<\/p>\n<p>Dollfu\u00df\u00b4 Nachfolger als Kanzler Kurt Schuschnigg (1897 \u2013 1977) war geb\u00fcrtiger Tiroler und Mitglied der Innsbrucker Studentenverbindung <em>Austria<\/em>. Er betrieb lange Zeit eine Rechtsanwaltskanzlei in Innsbruck. 1930 gr\u00fcndete er eine paramilit\u00e4rische Einheit namens <em>Ostm\u00e4rkische Sturmscharen<\/em>, die das Gegengewicht der Christlich-Sozialen zu den radikalen Heimwehrgruppen bildeten. Nach dem Februaraufstand 1934 war er als Justizminister im Kabinett Dollfu\u00df mitverantwortlich f\u00fcr die Hinrichtung mehrerer Sozialdemokraten.<\/p>\n<p>Vor allem wirtschaftlich konnte aber auch der Austrofaschismus das Ruder in den 1930er Jahren nicht herumrei\u00dfen. Die Wirtschaftskrise, die 1931 auch \u00d6sterreich erreichte und die radikale, populistische Politik der NSDAP befeuerte, schlug hart zu. Die staatlichen Investitionen in gro\u00dfe Infrastrukturprojekte kamen zum Erliegen. Die Arbeitslosenquote lag 1933 bei 25%. Die Einschr\u00e4nkung der sozialen F\u00fcrsorge, die zu Beginn der <em>Ersten Republi<\/em>k eingef\u00fchrt worden war, hatte dramatische Auswirkungen. Langzeitarbeitslose wurden vom Bezug von Sozialleistungen als \u201e<em>Ausgesteuerte<\/em>\u201c ausgeschlossen. Die Armut lie\u00df die Kriminalit\u00e4tsrate ansteigen, \u00dcberf\u00e4lle, Raube und Diebst\u00e4hle h\u00e4uften sich.<\/p>\n<p>Ein besonderes Problem war wie schon in den Jahrzehnten zuvor die Wohnsituation. Trotz der Bem\u00fchungen seitens der Stadt modernen Wohnraum zu schaffen, hausten noch immer viele Innsbrucker in Bruchbuden. Badezimmer oder ein Schlafraum pro Person war die Ausnahme. Seit dem gro\u00dfen Wachstum Innsbrucks ab den 1880er Jahren war die Wohnsituation f\u00fcr viele Menschen prek\u00e4r. Eisenbahn, Industrialisierung, Fl\u00fcchtlinge aus den deutschsprachigen Gebieten Italiens und Wirtschaftskrise hatten Innsbruck an den Rand des M\u00f6glichen getrieben. Nach Wien hatte Innsbruck die zweith\u00f6chste Anzahl an Bewohnern pro Haus vorzuweisen. Die Mietpreise f\u00fcr Wohnraum waren derart hoch, dass Arbeiter h\u00e4ufig in Etappen schliefen, um sich die Kosten zu teilen. Zwar waren vor allem in Pradl neue Wohnbl\u00f6cke und Obdachlosenunterk\u00fcnfte entstanden wie das Wohnheim f\u00fcr Arbeiter in der Amthorstra\u00dfe im Jahr 1907, die Herberge in der Hunoldstra\u00dfe und der Pembaurblock, das gen\u00fcgte aber nicht um der Situation Herr zu werden. Aus dieser Not und Verzweiflung entstanden an den Randgebieten der Stadt mehrere Barackend\u00f6rfer und Siedlungen, gegr\u00fcndet von den Ausgeschlossenen, Verzweifelten und Abgeh\u00e4ngten, die im System keinen Platz fanden. Im Kriegsgefangenenlager in der H\u00f6ttinger Au quartierten sich nach dessen Ausmusterung Menschen in den Baracken ein. Die bis heute bekannteste und ber\u00fcchtigtste war die <em>Bocksiedlung<\/em> am Gebiet der heutigen Reichenau. Zwischen dem damals dort beheimateten Flughafen und den Baracken des Konzentrationslagers Reichenau siedelten sich ab 1930 mehrere Familien in Baracken und Wohnw\u00e4gen an. Die Entstehungslegende spricht von Otto und Josefa Rauth als Gr\u00fcnderinnen, deren Wohnwagen hier strandete. Rauth war nicht nur wirtschaftlich, sondern als bekennender Kommunist in Tiroler Lesart auch moralisch arm. Sein Flo\u00df, die <em>Arche Noah<\/em>, mit dem er \u00fcber Inn und Donau in die Sowjetunion gelangen wollte, ankerte vor dem Gasthof Sandwirt.<\/p>\n<p>Nach und nach entstand ein Bereich gleicherma\u00dfen am Rand der Stadt wie auch der Gesellschaft, der vom inoffiziellen B\u00fcrgermeister der Siedlung Johann Bock (1900 \u2013 1975) wie eine unabh\u00e4ngige Kommune geleitet wurde. Er regelte die Agenden in seinem Wirkungsbereich in rau-herzlicher Manier.<\/p>\n<p>Die <em>Bockala<\/em> hatten einen f\u00fcrchterlichen Ruf unter den braven B\u00fcrgern der Stadt. Bei aller Geschichtsgl\u00e4ttung und Nostalgie wohl nicht zu Unrecht. So hilfsbereit und solidarisch die oft exzentrischen Bewohner der Siedlung untereinander sein konnten, waren k\u00f6rperliche Gewalt und Kleinkriminalit\u00e4t an der Tagesordnung. \u00dcberm\u00e4\u00dfiger Alkoholkonsum war g\u00e4ngige Praxis. Die Stra\u00dfen waren nicht asphaltiert. Flie\u00dfendes Wasser, Kanalisation und Sanit\u00e4ranlagen gab es ebenso wenig wie eine regul\u00e4re Stromversorgung. Sogar die Versorgung mit Trinkwasser war lange prek\u00e4r, was die st\u00e4ndige Gefahr von Seuchen mit sich brachte.<\/p>\n<p>Viele, nicht aber alle Bewohner waren arbeitslos oder kriminell. Es waren vielfach Menschen, die durch das System fielen, die sich in der Bocksiedlung niederlie\u00dfen. Das falsche Parteibuch zu haben konnte gen\u00fcgen, um im Innsbruck der 1930er keinen Wohnraum ergattern zu k\u00f6nnen. Karl Jaworak, der 1924 ein Attentat auf Bundeskanzler Pr\u00e4lat Ignaz Seipel ver\u00fcbte, lebte nach seiner Haft und Deportation in ein Konzentrationslager w\u00e4hrend des NS-Regimes ab 1958 an der Adresse Reichenau 5a.<\/p>\n<p>Die Ausstattung der Behausungen der Bocksiedlung war ebenso heterogen wie die Bewohner. Es gab Wohn- und Zirkusw\u00e4gen, Holzbaracken, Wellblechh\u00fctten, Ziegel- und Betonh\u00e4user. Die Bocksiedlung hatte auch keine fixen Grenzen. <em>Bockala<\/em> zu sein war in Innsbruck ein sozialer Status, der zu einem gro\u00dfen Teil in der Imagination der Bev\u00f6lkerung entstand.<\/p>\n<p>Innerhalb der Siedlung kam es zu Vermietung und Verkauf der errichteten H\u00e4user und W\u00e4gen. Unter Duldung der Stadt Innsbruck entstanden ersessene Werte. Die Bewohner bewirtschafteten Selbstversorgerg\u00e4rten und hielten Vieh, auch Hund und Katze standen in kargen Zeiten am Speiseplan.<\/p>\n<p>Die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges versch\u00e4rften die Wohnsituation in Innsbruck und lie\u00dfen die <em>Bocksiedlung<\/em> wachsen. Um die 50 Unterk\u00fcnfte sollen es am H\u00f6hepunkt gewesen sein. Auch die Baracken des Konzentrationslagers Reichenau wurden als Schlafpl\u00e4tze genutzt, nachdem die letzten inhaftierten Nationalsozialisten, die dort verwahrt wurden, verlegt oder freigelassen worden waren, allerdings z\u00e4hlte das KZ nicht zur Bocksiedlung im engeren Sinn.<\/p>\n<p>Der Anfang vom Ende waren die Olympischen Spielen von 1964 und ein Brand in der Siedlung ein Jahr zuvor. B\u00f6se Zungen behaupten, dieser sei gelegt worden, um die R\u00e4umung zu beschleunigen.\u00a0 1967 verhandelten B\u00fcrgermeister Alois Lugger und Johann Bock, Erz\u00e4hlungen nach in alkoholgeschw\u00e4ngerter Atmosph\u00e4re, \u00fcber das weitere Vorgehen und Entsch\u00e4digungen seitens der Gemeinde f\u00fcr die R\u00e4umung. 1976 wurden die letzten Quartiere wegen hygienischer M\u00e4ngel ger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Viele ehemalige Bewohner der <em>Bocksiedlung<\/em> wurden nach den Olympischen Spielen in st\u00e4dtische Wohnungen in Pradl, der Reichenau und im <em>O-Dorf<\/em> einquartiert. Die Sitten der <em>Bocksiedlung<\/em> lebten noch einige Jahre fort, was den schlechten Ruf der st\u00e4dtischen Wohnbl\u00f6cke dieser Stadtviertel bis heute ausmacht.<\/p>\n<p>Eine Aufarbeitung dessen, was von vielen Historikern als <em>Austrofaschismus<\/em> bezeichnet wird, ist in \u00d6sterreich bisher kaum passiert. So sind in der Kirche St. Jakob im Defereggen in Osttirol oder in der Pfarrkirche Fritzens noch Bilder mit Dollfu\u00df als Besch\u00fctzer der katholischen Kirche mehr oder minder unkommentiert zu sehen. In vielen Belangen reicht das Erbe der gespaltenen Situation der Zwischenkriegszeit in die Gegenwart. Bis heute gibt es rote und schwarze Autofahrerclubs, Sportverb\u00e4nde, Rettungsgesellschaften und Alpinverb\u00e4nde, deren Wurzeln in diese Zeit zur\u00fcckreichen.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Bocksiedlung wurde in vielen Interviews und m\u00fchsamer Kleinarbeit vom Stadtarchiv f\u00fcr das Buch \u201e<em>Bocksiedlung. Ein St\u00fcck Innsbruck<\/em>\u201c des Stadtarchivs lesenswert aufbereitet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Erste Weltkrieg &#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Erste Weltkrieg und die Zeit danach&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53606&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Beinahe h\u00e4tte nicht Gavrilo Princip, sondern ein Innsbrucker Student die Geschicke der Welt ver\u00e4ndert. Es ist dem Zufall zu verdanken, dass der 20 Jahre alte Serbe im Jahr 1913 gestoppt wurde, weil er mit dem geplanten Attentat auf den Thronfolger vor einer Kellnerin prahlte. Erst als es tats\u00e4chlich zu den die Welt ver\u00e4ndernden Sch\u00fcssen in Sarajevo kam, erschien ein Artikel in den Medien dazu. Welche Auswirkungen der daraufhin ausgebrochene Erste Weltkrieg auf die Welt und den Alltag der Menschen haben sollte, war nach dem tats\u00e4chlichen Attentat auf Franz Ferdinand am 28. Juni nicht absehbar. Zwei Tage nach der Ermordung des Habsburgers in Sarajewo war aber in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> bereits prophetisches zu lesen: \u201e<em>Wir sind an einem Wendepunkte \u2013 vielleicht an dem Wendepunkte\u201c \u2013 der Geschicke dieses Reiches angelangt<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Auch in Innsbruck war die Begeisterung f\u00fcr den Krieg 1914 gro\u00df gewesen. Vom \u201e<em>Gott, Kaiser und Vaterland<\/em>\u201c der Zeit angetrieben, begr\u00fc\u00dften die Menschen den Angriff auf Serbien zum allergr\u00f6\u00dften Teil einhellig. Politiker, Klerus und Presse stimmten in den allgemeinen Jubel mit ein. Neben dem kaiserlichen Appell \u201eAn meine V\u00f6lker\u201c, der in allen Medien des Reiches erschien, druckten die <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> am 29. Juli, dem Tag nach der Kriegserkl\u00e4rung \u00d6sterreich-Ungarns an Serbien einen Artikel rund um die Einnahme Belgrads durch Prinz Eugen im Jahr 1717. Der Ton in den Medien war feierlich, wenn auch nicht ganz ohne b\u00f6se Vorahnung auf das, was kommen sollte.<\/p>\n<p><em>\u201eDer Appell des Kaisers an seine V\u00f6lker wird tief ergreifen. Der innere Hader ist verstummt und die Spekulationen unserer Feinde aus Unruhen und \u00e4hnliche Dinge sind j\u00e4mmerlich zu Schanden geworden. In alter und vielbew\u00e4hrter Treue stehen vor allem auch diesmal die Deutschen zu Kaiser und Reich: auch diesmal bereit, mit ihrem Blute f\u00fcr Dynastie und Vaterland einzustehen. Wir gehen schweren Tagen entgegen; niemand kann auch nur ahnen, was uns das Schicksal bescheiden wird, was es Europa, was es der Welt bescheiden wird. Wir k\u00f6nnen nur mit unserem alten Kaiser auf unsere Kraft und auf Gott vertrauen und die Zuversicht hegen, da\u00df, wenn wir einig find und zusammenhalten, uns der Sieg beschieden sein mu\u00df, denn wir wollten den Krieg nicht und unsere Sache ist die der Gerechtigkeit!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Besonders \u201everdient\u201c machten sich bei der Kriegstreiberei Theologen wie Joseph Seeber (1856 \u2013 1919) und Anton M\u00fcllner alias <em>Bruder Willram<\/em> (1870 \u2013 1919) die mit ihren Predigten und Schriften wie \u201e<em>Das blutige Jahr<\/em>\u201c den Krieg zu einem Kreuzzug gegen Frankreich und Italien erhoben.<\/p>\n<p>Viele Innsbrucker meldeten sich freiwillig f\u00fcr den Feldzug gegen Serbien, von dem man dachte, er w\u00e4re eine Angelegenheit weniger Wochen oder Monate. Von au\u00dferhalb der Stadt kam eine so gro\u00dfe Anzahl an Freiwilligen zu den Stellungskommissionen, dass Innsbruck beinahe aus allen N\u00e4hten platzte. Wie anders es kommen sollte, konnte keiner ahnen. Schon nach den ersten Schlachten im fernen Galizien war klar, dass es keine Sache von Monaten werden w\u00fcrde. Kaiserj\u00e4ger und andere Tiroler Truppen wurden regelrecht verheizt. Schlechte Ausr\u00fcstung, mangelnder Nachschub und die katastrophale des Oberkommandos unter Konrad von H\u00f6tzendorf brachten Tausenden den Tod oder in Kriegsgefangenschaft, wo Hunger, Misshandlung und Zwangsarbeit warteten.<\/p>\n<p>1915 trat das K\u00f6nigreich Italien an der Seite Frankreichs und Englands in den Krieg ein. Damit ging die Front quer durch das damalige Tirol. Vom Ortler im Westen \u00fcber den n\u00f6rdlichen Gardasee bis zu den <em>Sextener Dolomiten<\/em> fanden die Gefechte des Gebirgskriegs statt. Innsbruck war nicht direkt von den Kampfhandlungen betroffen. Zumindest h\u00f6ren konnte man das Kriegsgeschehen aber bis in die Landeshauptstadt, wie in der Zeitung vom 7. Juli 1915 zu lesen war:<\/p>\n<p><em>\u201eBald nach Beginn der Feindseligkeiten der Italiener konnte man in der Gegend der Serlesspitze deutlich Kanonendonner wahrnehmen, der von einem der Kampfpl\u00e4tze im S\u00fcden Tirols kam, wahrscheinlich von der Vielgereuter Hochebene. In den letzten Tagen ist nun in Innsbruck selbst und im Nordosten der Stadt unzweifelhaft der Schall von Gesch\u00fctzdonner festgestellt worden, einzelne starke Schl\u00e4ge, die dumpf, nicht rollend und t\u00f6nend \u00fcber den Brenner her\u00fcberklangen. Eine T\u00e4uschung ist ausgeschlossen. In Innsbruck selbst ist der Donner der Kanonen schwerer festzustellen, weil hier der L\u00e4rm zu gro\u00df ist, es wurde aber doch einmal abends ungef\u00e4hr um 9 Uhr, als einigerma\u00dfen Ruhe herrschte, dieser unzweifelhafte von unseren M\u00f6rsern herr\u00fchrender Donner geh\u00f6rt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bis zur Verlegung regul\u00e4rer Truppen von der Ostfront an die Tiroler Landesgrenzen hing die Landesverteidigung an den Standsch\u00fctzen, einer Truppe, die aus M\u00e4nnern unter 21, \u00fcber 42 oder mit Untauglichkeit f\u00fcr den regul\u00e4ren Milit\u00e4rdienst bestand. Die Opferzahlen waren dementsprechend hoch.<\/p>\n<p>Die Front war zwar relativ weit von Innsbruck entfernt, der Krieg drang aber auch ins zivile Leben ein. Durch die Massenmobilmachung eines gro\u00dfen Teils der arbeitenden m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung kamen viele Betriebe zum vollkommenen Stillstand. Regale in Gesch\u00e4ften blieben leer, der \u00f6ffentliche Verkehr kam zum Erliegen, Handwerker und Arbeiter fehlten an allen Ecken und Enden. Oft fehlten Kohle und Brennholz. Hunger und K\u00e4lte wurden in der Stadt zu erbitterten Feinden von Frauen, Kindern, Verwundeten und nicht Kriegstauglichen. Diese Erfahrung der totalen Einbeziehung der gesamten Gesellschaft war f\u00fcr die Menschen neu. In der H\u00f6ttinger Au wurden Baracken zur Unterbringung von Kriegsgefangenen errichtet. Verwundetentransporte brachten eine so gro\u00dfe Zahl grauenhaft Verletzter, dass viele eigentlich zivile Geb\u00e4ude wie die sich gerade im Bau befindliche Universit\u00e4tsbibliothek oder Schloss Ambras in Milit\u00e4rspit\u00e4ler umfunktioniert wurden. Um der gro\u00dfen Zahl an Gefallenen Herr zu werden, wurde der Milit\u00e4rfriedhof Pradl angelegt. Ein Vorg\u00e4nger der Stra\u00dfenbahnlinie 3 wurde eingerichtet, um die Verwundeten vom Bahnhof ins neue Garnisonsspital, die heutige Conradkaserne in Pradl, bringen zu k\u00f6nnen. Die Unternehmen, die noch produzieren konnten, wurden der Kriegswirtshaft untergeordnet. Je l\u00e4nger der Krieg aber dauerte, desto weniger waren es. Im Winter 1917 war die Innsbrucker Wirtschaft beinahe g\u00e4nzlich zusammengebrochen.<\/p>\n<p>Mit dem Kriegsende r\u00fcckte auch die Front n\u00e4her. Im Februar 1918 schaffte es die italienische Luftwaffe, drei Bomben auf Innsbruck abzuwerfen. In diesem Winter, der als <em>Hungerwinter<\/em> in die europ\u00e4ische Geschichte einging, machte sich auch der Mangel bemerkbar. Die Versorgung erfolgte in den letzten Kriegsjahren \u00fcber Bezugsscheine. 500 g Fleisch, 60 g Butter und 2 kg Kartoffel waren die Basiskost pro Person \u2013 pro Woche, wohlgemerkt. Auf Archivbildern kann man die langen Schlangen verzweifelter und hungriger Menschen vor den Lebensmittell\u00e4den sehen. Immer wieder kam es zu Protesten und Streiks. Politiker, Gewerkschafter, Arbeiter und Kriegsheimkehrer sahen ihre Chance auf Umbruch gekommen. Unter dem Motto <em>Friede, Brot und Wahlrecht <\/em>vereinten sich unterschiedlichste Parteien im Widerstand gegen den Krieg. Zu dieser Zeit war den meisten Menschen schon klar, dass der Krieg verloren war, und welches Schicksal Tirol erwarten w\u00fcrde, wie dieser Artikel vom 6. Oktober 1918 zeigt:<\/p>\n<p>\u00a0\u201e<em>Aeu\u00dfere und innere Feinde w\u00fcrfeln heute um das Land Andreas Hofers. Der letzte Wurf ist noch grausamer; sch\u00e4ndlicher ist noch nie ein freies Land geschachert worden. Das Blut unserer V\u00e4ter, S\u00f6hne und Br\u00fcder ist umsonst geflossen, wenn dieser sch\u00e4ndliche Plan Wirklichkeit werden soll. Der letzte Wurf ist noch nicht getan. Darum auf Tiroler, zum Tiroler Volkstag in Brixen am 13. Oktober 1918 (n\u00e4chsten Sonntag). Deutscher Boden mu\u00df deutsch bleiben, Tiroler Boden mu\u00df tirolisch bleiben. Tiroler entscheidet selbst \u00fcber Eure Zukunft!<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Am 4. November vereinbarten \u00d6sterreich-Ungarn und das K\u00f6nigreich Italien schlie\u00dflich einen Waffenstillstand. Damit verbunden war das Recht der Alliierten Gebiete der Monarchie zu besetzen. Bereits am n\u00e4chsten Tag r\u00fcckten bayerische Truppen in Innsbruck ein. Der \u00f6sterreichische Verb\u00fcndete Deutschland befand sich noch im Krieg mit Italien und hatte Angst, die Front k\u00f6nnte nach Nordtirol n\u00e4her an das Deutsche Reich verlegt werden. Zum gro\u00dfen Gl\u00fcck f\u00fcr Innsbruck und die Umgebung kapitulierte aber auch Deutschland eine Woche sp\u00e4ter am 11. November. So blieben die gro\u00dfen Kampfhandlungen zwischen regul\u00e4ren Armeen au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Trotzdem war Innsbruck in Gefahr. Gewaltige Kolonnen an milit\u00e4rischen Kraftfahrzeugen, Z\u00fcge voller Soldaten und tausende ausgezehrte Soldaten, die sich zu Fu\u00df auf den Heimweg von der Front machten, passierten die Stadt. Wer konnte, sprang auf einen der \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcge oder auf ein Auto, um den Brenner hinter sich zu lassen, um nach Hause zu kommen. Im November 1918 kamen mehr als 270 Soldaten bei diesen waghalsigen Man\u00f6vern ums Leben oder mussten in eines der Lazarette der Stadt eingeliefert werden. Die Stadt musste nicht nur die eigenen B\u00fcrger in Zaum halten, die Verpflegung garantieren, sondern sich auch vor Pl\u00fcnderungen sch\u00fctzen. Um die \u00f6ffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, bildete der Tiroler Nationalrat am 5. November eine Volkswehr aus Sch\u00fclern, Studenten, Arbeitern und B\u00fcrgern. Am 23. November 1918 besetzten italienische Truppen die Stadt und das Umland. Der beschwichtigende Aufruf an die Innsbrucker von B\u00fcrgermeister Greil, die Stadt ohne Aufruhr zu \u00fcbergeben, hatte Erfolg. 5000 Mann mussten Unterschlupf in der ausgehungerten und elenden Stadt finden. Schulen wurden zu Kasernen. Es kam zwar zu vereinzelten Ausschreitungen, Hungerkrawallen und Pl\u00fcnderungen, bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Besatzungstruppen oder gar eine bolschewistische Revolution wie in M\u00fcnchen gab es aber nicht.<\/p>\n<p>\u00dcber 1200 Innsbrucker verloren auf den Schlachtfeldern und in Lazaretten ihr Leben, \u00fcber 600 wurden verwundet. Erinnerungsorte an den Ersten Weltkrieg und seine Opfer finden sich in Innsbruck vor allem an Kirchen und Friedh\u00f6fen. Das Kaiserj\u00e4germuseum am Berg Isel zeigt Uniformen, Waffen und Bilder des Schlachtgeschehens. Den beiden Theologen Anton M\u00fcllner und Josef Seeber sind in Innsbruck Stra\u00dfennamen gewidmet. Auch nach dem Oberbefehlshaber der k.u.k Armee an der S\u00fcdfront, Erzherzog Eugen, wurde eine Stra\u00dfe benannt. Vor dem Hofgarten befindet sich ein Denkmal f\u00fcr den erfolglosen Feldherren. An die italienische Besatzung erinnert der \u00f6stliche Teil des Amraser Milit\u00e4rfriedhofs.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Innsbruck und der Nationalsozialismus&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Innsbruck und der Nationalsozialismus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53649&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>In den 1920er und 30er wuchs und gedieh die NSDAP auch in Tirol. Die erste Ortsgruppe der NSDAP in Innsbruck wurde bereits 1923 gegr\u00fcndet. Mit \u201e<em>Der Nationalsozialist \u2013 Kampfblatt f\u00fcr Tirol und Vorarlberg<\/em>\u201c erschien ein eigenes Wochenblatt. 1933 erlebte die NSDAP mit dem R\u00fcckenwind aus Deutschland auch in Innsbruck einen kometenhaften Aufstieg. Die allgemeine Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit der B\u00fcrger und theatralisch inszenierte Fackelz\u00fcge durch die Stadt samt hakenkreuzf\u00f6rmiger Bergfeuer auf der Nordkette im Wahlkampf verhalfen der Partei zu einem gro\u00dfen Zugewinn. \u00dcber 1800 Innsbrucker waren Mitglied der SA, die ihr Quartier in der B\u00fcrgerstra\u00dfe 10 hatte. Konnten die Nationalsozialisten bei ihrem ersten Antreten bei einer Gemeinderatswahl 1921 nur 2,8% der Stimmen erringen, waren es bei den Wahlen 1933 bereits 41%. Neun Mandatare, darunter der sp\u00e4tere B\u00fcrgermeister Egon Denz und der Gauleiter Tirols Franz Hofer, zogen in den Gemeinderat ein. Nicht nur die Wahl Hitlers zum Reichskanzler in Deutschland, auch Kampagnen und Manifestationen in Innsbruck verhalfen der ab 1934 in \u00d6sterreich verbotenen Partei zu diesem Ergebnis. Wie \u00fcberall waren es auch in Innsbruck vor allem junge Menschen, die sich f\u00fcr den Nationalsozialismus begeisterten. Das Neue, das Aufr\u00e4umen mit alten Hierarchien und Strukturen wie der katholischen Kirche, der Umbruch und der noch nie dagewesene Stil zogen sie an. Besonders unter den gro\u00dfdeutsch gesinnten Burschen der Studentenverbindungen und vielfach auch unter Professoren war der Nationalsozialismus beliebt.<\/p>\n<p>Als der Anschluss \u00d6sterreichs an Deutschland im M\u00e4rz 1938 erfolgte, kam es zu b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Szenen. Bereits im Vorfeld des Einmarsches war es immer wieder zu Aufm\u00e4rschen und Kundgebungen der Nationalsozialisten gekommen, nachdem das Verbot der Partei aufgehoben worden war. Noch bevor Bundeskanzler Schuschnigg seine letzte Rede an das Volk vor der Macht\u00fcbergabe an die Nationalsozialisten mit den Worten \u201e<em>Gott sch\u00fctze \u00d6sterreich<\/em>\u201c am 11. M\u00e4rz 1938 geschlossen hatte, rotteten sich bereits die Nationalsozialisten in der Innenstadt zusammen um den Einmarsch der deutschen Truppen vorzufeiern. Die Polizei des St\u00e4ndestaates war dem Aufruhr der organisierten Manifestationen teils gewogen, teils stand sie dem Treiben machtlos gegen\u00fcber. Landhaus und Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden zwar abgeriegelt und mit Maschinengewehrst\u00e4nden gesichert, an ein Durchgreifen seitens der Exekutive war aber nicht zu denken. \u201e<em>Ein Volk \u2013 ein Reich \u2013 ein F\u00fchrer<\/em>\u201c hallte durch die Stadt. Die Bedrohung des deutschen Milit\u00e4rs und der Aufmarsch von SA-Truppen beseitigten die letzten Zweifel. Mehr und mehr schloss sich die begeisterte Bev\u00f6lkerung an. Am Tiroler Landhaus, damals noch in der Maria-Theresienstra\u00dfe, sowie im provisorischen Hauptquartier der Nationalsozialisten im Gasthaus <em>Alt-Innsprugg<\/em>, wurde die Hakenkreuzfahne gehisst.<\/p>\n<p>Am 12. M\u00e4rz empfingen die Innsbrucker das deutsche Milit\u00e4r frenetisch. Um die Gastfreundschaft gegen\u00fcber den Nationalsozialisten sicherzustellen, lie\u00df B\u00fcrgermeister Egon Denz jedem Arbeiter einen Wochenlohn auszahlen. Am 5. April besuchte Adolf Hitler pers\u00f6nlich Innsbruck, um sich von der Menge feiern zu lassen. Archivbilder zeigen eine euphorische Menschenmenge in Erwartung des F\u00fchrers, des Heilsversprechers. Auf der Nordkette wurden Bergfeuer in Hakenkreuzform entz\u00fcndet. Die Volksbefragung am 10. April ergab eine Zustimmung von \u00fcber 99% zum Anschluss \u00d6sterreichs an Deutschland. Die Menschen waren nach der wirtschaftlichen Not der Zwischenkriegszeit, der Wirtschaftskrise und den Regierungen unter Dollfu\u00df und Schuschnigg m\u00fcde und wollten Ver\u00e4nderung. Welche Art von Ver\u00e4nderung, war im ersten Moment weniger wichtig als die Ver\u00e4nderung an und f\u00fcr sich. \u201e<em>Es denen da oben zu zeigen<\/em>\u201c, das war Hitlers Versprechen. Wehrmacht und Industrie boten jungen Menschen eine Perspektive, auch denen, die mit der Ideologie des Nationalsozialismus an und f\u00fcr sich wenig anfangen konnten. Dass es immer wieder zu Gewaltausbr\u00fcchen kam, war f\u00fcr die Zwischenkriegszeit in \u00d6sterreich ohnehin nicht un\u00fcblich. Anders als heute war Demokratie nichts, woran sich jemand in der kurzen, von politischen Extremen gepr\u00e4gten Zeit zwischen der Monarchie 1918 bis zur Ausschaltung des Parlaments unter Dollfu\u00df 1933 h\u00e4tte gew\u00f6hnen k\u00f6nnen. Was faktisch nicht in den K\u00f6pfen der Bev\u00f6lkerung existiert, muss man nicht abschaffen.<\/p>\n<p>Tirol und Vorarlberg wurden in einem Reichsgau zusammengefasst mit Innsbruck als Hauptstadt. Auch wenn der Nationalsozialismus von einem guten Teil der Bev\u00f6lkerung skeptisch gesehen wurde, gab es kaum organisierten oder gar bewaffneten Widerstand, dazu waren der katholische Widerstand OE5 und die Linke in Tirol nicht stark genug. Unorganisiertes subversives Verhalten der Bev\u00f6lkerung, vor allem in den erzkatholischen Landgemeinden rund um Innsbruck gab es vereinzelt. Zu allumfassend dominierte der Machtapparat den Alltag der Menschen. Viele Arbeitsstellen und sonstige Annehmlichkeiten des Lebens waren an eine zumindest \u00e4u\u00dferlich parteitreue Gesinnung gebunden. Eine Inhaftierung blieb dem gr\u00f6\u00dften Teil der Bev\u00f6lkerung zwar erspart, die Angst davor war aber allgegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p>Das Regime unter Hofer und Gestapochef Werner Hilliges leistete auch ganze Arbeit bei der Unterdr\u00fcckung. InTirol war die Kirche das gr\u00f6\u00dfte Hindernis. W\u00e4hrend des Nationalsozialismus wurde die katholische Kirche systematisch bek\u00e4mpft. Katholische Schulen wurden umfunktioniert, Jugendorganisationen und Vereine verboten, Kl\u00f6ster geschlossen, der Religionsunterricht abgeschafft und eine Kirchensteuer eingef\u00fchrt. Besonders hartn\u00e4ckige Pfarrer wie Otto Neururer wurden in Konzentrationslager gebracht. Auch Lokalpolitiker wie die sp\u00e4teren Innsbrucker B\u00fcrgermeister Anton Melzer und Franz Greiter mussten fl\u00fcchten oder worden verhaftet. Gewalt und die Verbrechen an der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung, dem Klerus, politisch Verd\u00e4chtigen, Zivilpersonen und Kriegsgefangenen auch nur \u00fcberblicksm\u00e4\u00dfig zusammenzufassen w\u00fcrde den Rahmen sprengen. Das Hauptquartier der Gestapo befand sich in der Herrengasse 1. Hier wurden Verd\u00e4chtige schwer misshandelt und teils mit F\u00e4usten zu Tode gepr\u00fcgelt. 1941 wurde in der Rossau in der N\u00e4he des Bauhofs Innsbruck das Arbeitslager Reichenau errichtet. Verd\u00e4chtige Personen aller Art wurden hier zu Zwangsarbeiten in sch\u00e4bigen Baracken verwahrt. \u00dcber 130 Personen fanden in diesem Lager bestehend aus 20 Baracken den Tod durch Krankheit, die schlechten Bedingungen, Arbeitsunf\u00e4lle oder Hinrichtungen. Auch im 10 km von Innsbruck entfernten Dorf Kematen kamen im Messerschmitt Werk Gefangene zum Zwangseinsatz. Darunter waren politische H\u00e4ftlinge, russische Kriegsgefangene und Juden. Zu den Zwangsarbeiten geh\u00f6rten unter anderem die Errichtung der <em>S\u00fcdtiroler Siedlungen<\/em> in der Endphase oder die Stollen zum Schutz vor den Luftangriffen im S\u00fcden Innsbrucks. In der Klinik Innsbruck wurden Behinderte und vom System als nicht genehm empfundene Menschen wie Homosexuelle zwangssterilisiert.<\/p>\n<p>Die Erinnerungsorte an die Zeit des Nationalsozialismus sind rar ges\u00e4t. Das Tiroler Landhaus mit dem Befreiungsdenkmal und das Geb\u00e4ude der Alten Universit\u00e4t sind die beiden auff\u00e4lligsten Denkm\u00e4ler. Der Vorplatz der Universit\u00e4t und eine kleine S\u00e4ule am s\u00fcdlichen Eingang der Klinik wurden ebenfalls im Gedenken an das wohl dunkelste Kapitel \u00d6sterreichs Geschichte gestaltet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaufmannstra\u00dfe \/ Wiesengasse <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":60271,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[82,62,83,81,67,84],"tags":[],"class_list":["post-53922","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-amras-pradl","category-der-erste-weltkrieg-und-die-zeit-danach","category-die-zeit-des-austrofaschismus","category-eduard-klingler-der-baumeister-der-erweiterung","category-innsbruck-und-der-nationalsozialismus","category-theodorf-prachensky-beamter-zwischen-kaiser-und-republik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53922","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53922"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53922\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60271"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53922"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53922"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53922"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}