{"id":54294,"date":"2024-05-08T08:39:31","date_gmt":"2024-05-08T08:39:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54294"},"modified":"2026-03-11T10:30:55","modified_gmt":"2026-03-11T10:30:55","slug":"johanneskirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/johanneskirche\/","title":{"rendered":"Johanneskirche"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.26.1&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Johanneskirche<\/h2>\n<p>Bischof-Reinhold-Stecher-Platz<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Johanneskirche-Innsbruck.jpg&#8220; alt=&#8220;Johanneskirche Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Johanneskirche Innsbruck&#8220; disabled_on=&#8220;on|on|on&#8220; _builder_version=&#8220;4.25.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; disabled=&#8220;on&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;61555,61556&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Johanneskirche&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62049&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Johanneskirche&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;59555&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Als Innsbruck im 16. Jahrhundert wuchs, mussten neue Siedlungsgebiete au\u00dferhalb des ummauerten Stadtkerns und der Neustadt erschlossen werden. Der Innrain, heute eine belebte Durchzugstra\u00dfe mit dichter Verbauung, wurde im 16. Jahrhundert zum bevorzugten Wohnviertel der wachsenden Beamtenschaft der landesf\u00fcrstlichen Residenzstadt. Weniger der Sorge um das Seelenheil der neuen Anrainer, als vielmehr falschen Anschuldigungen gegen\u00fcber einem Beamten war die Errichtung der Johanneskirche zu verdanken. Hofbauschreiber Josef D\u00f6rflinger lie\u00df 1721 Jahrhundert eine kleine Kapelle errichten. Anlass daf\u00fcr war seine Rehabilitierung nach einem Amtsenthebungsverfahren. Ganz im Stil der Zeit hatte er geschworen, eine Kapelle zu errichten, wenn sein Ruf nur wiederhergestellt werden w\u00fcrde. Auf der Suche nach einem thematisch passenden Patron f\u00fcr sein Anliegen war er beim zeitgen\u00f6ssisch modernen b\u00f6hmischen Priester Johannes von Nepomuk (1350 \u2013 1393) gelandet. Der Legende nach wollte Johannes Nepomuk das Beichtgeheimnis nicht brechen, als der b\u00f6hmische K\u00f6nig Wenzel IV. ihn zum Inhalt der Beichtgespr\u00e4che seiner Gattin befragte. Erz\u00fcrnt \u00fcber die Weigerung lie\u00df er den frommen Mann und Beichtvater in Prag foltern und anschlie\u00dfend in der Moldau ertr\u00e4nken. Wenige Jahre sp\u00e4ter begann man an der Stelle mit dem Bau der Johanneskirche nach Pl\u00e4nen Georg Anton Gumpps. 1735 konnte die Kirche feierliche eingeweiht und offiziell dem mittlerweile vom Papst heiliggesprochenen Johannes von Nepomuk geweiht werden, der nicht nur gut zum freigesprochenen Hofbauschreiber D\u00f6rflinger, sondern als Schutzheiliger der Br\u00fccken auch f\u00fcr Innsbruck pr\u00e4destiniert war.<\/p>\n<p>Architektonisch folgte Gumpp mit den typischen Zwiebelt\u00fcrmen dem Hochbarock. Der tempelf\u00f6rmige Eingangsbereich der Kirche ist mit einem sch\u00f6nen Deckenfresko von Josef Sch\u00f6pf geschm\u00fcckt. Das Bild zeigt in die <em>Providentia Divina<\/em>, die g\u00f6ttliche Vorsehung. W\u00e4hrend das F\u00fcllhorn Reichtum und Wohlstand auf die Gerechten ergie\u00dft, sieht man im unteren Abschnitt rechts die H\u00f6lle, in der S\u00fcnder Gottes Strafe f\u00fcr liederliches Dasein auf Erden erfahren. Auch der Innenraum ist reich geschm\u00fcckt und erstrahlt in blendendem Wei\u00df. An der Nordseite der Au\u00dfenfassade der Johanneskirche erinnert eine Gedenktafel an die in den Weltkriegen gefallenen Mitglieder der katholischen Studentenverbindung <em>Leopoldina<\/em>. Bekannt ist die Johanneskirche auch als <em>Neue Universit\u00e4tskirche<\/em>. Als die Universit\u00e4t 1669 aus dem Jesuitenkolleg hervorging, hatte dieser m\u00e4chtige Orden in Innsbruck die Oberaufsicht \u00fcber das h\u00f6here Bildungswesen in der Stadt. Lange Zeit \u00fcber fanden universit\u00e4re Gottesdienste in der Jesuitenkirche statt. Mit der \u00dcbersiedlung der Hauptuniversit\u00e4t an den Innrain war die Johanneskirche den Studenten zumindest \u00f6rtlich n\u00e4her, auch wenn sie als Filialkirche einem anderen Orden als die Universit\u00e4t selbst angeh\u00f6rt. Bischof Reinhold Stecher (1921 \u2013 2013), dem der Platz vor der Kirche gewidmet ist, erhob 1993 die Johanneskirche zur Universit\u00e4tskirche. Der Platz vor der Kirche erinnert an den in Tirol bis heute sehr beliebten Reinhold Stecher und erm\u00f6glicht einen sch\u00f6nen Blick auf das freistehende Gotteshaus. Bis 1985 war diese kleine, innerst\u00e4dtische Oase ein Parkplatz. Die Umwidmung zur autofreien Zone erfolgte fr\u00fch f\u00fcr Innsbrucker Verh\u00e4ltnisse, wenn man bedenkt, wie lange es dauerte, die Maria-Theresien-Stra\u00dfe zur Fu\u00dfg\u00e4ngerzone zu machen. \u00a0<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Innsbruck &#8211; Stadt der B\u00fcrokraten und Beamten&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Innsbruck &#8211; Stadt der B\u00fcrokraten und Beamten&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; global_module=&#8220;65694&#8243; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]<\/p>\n<p>Innsbruck br\u00fcstet sich voll Stolz seiner vielen Titulierungen. Universit\u00e4tsstadt, \u00d6sterreichs Hauptstadt des Sportes oder Heimat des weltbesten Krankenhauses. Wirft man einen Blick auf die Liste der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber der Region oder in die Geschichte, ist Innsbruck vor allem eins: Beamtenstadt. Universit\u00e4t und Landeskrankenhaus sind die gr\u00f6\u00dften singul\u00e4ren Arbeitgeber. Rechnet man aber die \u00f6ffentlichen Bediensteten aller Ebenen, Stadt, Land und Bund zusammen und nimmt die ausgelagerten Unternehmen im Besitz der \u00f6ffentlichen Hand wie die \u00d6BB, TIWAG oder die Innsbrucker Kommunalbetriebe hinzu sowie Lehrer und Polizei, sind die Beamten klar in der \u00dcberzahl. Sp\u00e4testens seit der \u00dcbersiedlung der landesf\u00fcrstlichen Residenz unter Friedrich IV. machte die Beamtenschaft nicht nur einen betr\u00e4chtlichen quantitativen Teil der B\u00fcrgerschaft aus, sie bestimmt die Geschicke der Stadt in einflussreicher, wenn auch unauff\u00e4lliger Manier. Bis heute sind es Beamten, die den Laden am Laufen halten. Sie setzen Gesetze durch, k\u00fcmmern sich um die Planung und Instandhaltung von Infrastruktur, machen eifrig Aufzeichnungen \u00fcber die Bev\u00f6lkerung, um Steuern ein- und Soldaten auszuheben.<\/p>\n<p>Die erste nennenswerte B\u00fcrokratie kam wohl mit dem <em>Imperium Romanum<\/em>. Den R\u00f6mern folgten im fr\u00fchen Mittelalter die Br\u00fcder des Stiftes Wilten. Die schreibkundigen M\u00e4nner verwalteten nicht nur die herzoglichen und eigenen Besitzt\u00fcmer durch ihre Urbare und hoben die Abgaben bei den b\u00e4uerlichen Untertanen ein, sondern legten Taufmatrikel, Heiratsverzeichnisse und Sterbeb\u00fccher an. Die Feudalherrschaft erforderte zwar einen Panoramablick \u00fcber das, was sich innerhalb ihres Herrschaftsbereichs abspielte, vor allem in der Stadt war das Leben aber eher von den Beschr\u00e4nkungen der Z\u00fcnfte als von denen der Obrigkeit bestimmt. Ein Magistrat war nur oberfl\u00e4chlich vorhanden. Es gab Gesetze, aber keine Polizei, Steuern aber kein Finanzamt. St\u00e4dtische Infrastruktur war praktisch nicht vorhanden, schlie\u00dflich gab es weder flie\u00dfend Wasser, elektrischen Strom, Kanalisation, st\u00e4dtische Kindergarten, ein Arbeitsamt oder eine Krankenkasse. Die zur Stadt erhobene Gemeinde Innsbruck wurde lange von einem Stadtrichter, ab dem 14. Jahrhundert von einem B\u00fcrgermeister mit Gemeinderat regiert. Es handelte sich dabei nicht um hauptberufliche Beamte, sondern Mitglieder der st\u00e4dtischen Elite. Nur wenige Menschen wie Z\u00f6llner, Kornmesser, Schreiber oder Turmw\u00e4chter standem bei der Stadt unter Lohn und Brot.<\/p>\n<p>Im 15. Jahrhundert wurden Berufswelt und Gesellschaft differenzierter, die Heere gr\u00f6\u00dfer und die Steuerbelastungen h\u00f6her. Das traditionelle Gewohnheitsrecht wurde vom modernen, f\u00fcr Unkundige schwerer durchschaubaren R\u00f6mischen Recht abgel\u00f6st. Mit der Stadt wuchs auch der Beamtenapparat. Zwischen Anfang des 15. Jahrhunderts und der Regierung Leopolds V. war Innsbruck von einer Handels- und Transportsiedlung zu einer Beamtenstadt geworden. Von den circa 5500 Einwohnern geh\u00f6rte mehr als die H\u00e4lfte dem Hofstaat, der st\u00e4dtischen Beamtenschaft, der Universit\u00e4t oder dem Klerus an. Hofhaltung, Verwaltung, Zoll, Steuern, Fernhandel und Finanzwirtschaft ben\u00f6tigten schreibkundiges Personal. Die Verwaltung war, vor Handwerk, Transport und Gastronomie zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt geworden.<\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt kamen die B\u00fcrger mit diesen fremden Beamten nur in unangenehmen Situationen in Ber\u00fchrung. Besonders straff wurden die Z\u00fcgel von Maximilian I. angezogen. Seine zentral beschlossenen Gesetze wurden von den Reichskreisen lokal umgesetzt. Die besoldeten Beamten durchdrangen das Leben des Einzelnen in einer Art und Weise, die es im Mittelalter so nicht gab. Zu allem \u00dcbel kamen die Beamten oft aus dem Ausland. Besonders Italiener und Burgunder waren gefragte Schl\u00fcsselarbeitskr\u00e4fte, die aber mit der einheimischen Bev\u00f6lkerung fremdelten. Nicht nur sprachen sie oft kein Deutsch, sie konnten lesen und schreiben, waren Angestellte und keine untert\u00e4nigen Landwirten. Sie hatten mehr Geld zur Verf\u00fcgung, kleideten sich anders, hatten andere Sitten und a\u00dfen andere Speisen. Anders als der Landesf\u00fcrst beriefen sie sich nicht auf Gott, sondern auf von Menschen geschriebene, von der Antike und der Vernunft inspirierte Regelwerke. Je nach Mode, Sitte und Moralvorstellung der Zeit, \u00e4nderten sich die Gesetze. So wie Naturschutz oder Tempolimits auf Autobahnen heute immer wieder zur Diskussion gestellt werden, obwohl sie Sinn machen, wurden damals Verbote von Ausspucken, Entsorgung des Nachttopfes, Holzbauten und Viehhaltung innerhalb der Stadtmauern kritisch gesehen, obwohl sie Hygiene und Sicherheit drastisch erh\u00f6hten.<\/p>\n<p>War es lange Sitte gewesen, dass B\u00fcrger sich in Abwesenheit des Regenten gewisse Freiheiten bei der Holzschl\u00e4gerung, dem Bauwesen, der Jagd und der Fischerei herausnahmen, war die B\u00fcrokratie immer anwesend. W\u00e4hrend der Landesf\u00fcrst als guter Vater seiner Untertanen gesehen wurde und Bisch\u00f6fe und \u00c4bte zwar strenge Grundherren waren, aber als Gegenleistung zumindest Seelenheil anbieten konnten, erschienen die neue Amtsgewalt anonym, abgehoben, gesichtslos, fremd und distanziert. Die Verhandlungsbasis, die man im direkten Kontakt als Untertan mit seinem Grundherrn hatte, wurde vom gnadenlosen Gesetz beerdigt, zumindest wenn man keine Bestechungsgelder bezahlen konnte oder niemand in h\u00f6herer Position kannte. Als der unbedingte Glaube an den immer korrupter werdenden Klerus zu br\u00f6ckeln begann und Ferdinand I. den Spanier Salamanca als obersten Finanzverwalter des Landes einsetzte, verwandelte sich das unterschwellige unzufriedene Brodeln 1525 in eine offene Rebellion. Die Untertanen forderten nicht die Absetzung des F\u00fcrsten, sondern eine Ver\u00e4nderung der Herrschaft des Klerus und der fremdl\u00e4ndischen Beamtenschaft. Auch im 17. Jahrhundert war es mit Wilhelm Biener der oberste Beamte des Landes, dessen Kopf rollte und nicht der des Landesherrn.<\/p>\n<p>Dabei barg die B\u00fcrokratie, die Herrschaft der Verwaltung, durchaus auch Vorteile f\u00fcr die Untertanen. Sie setzte fixe Regeln dort ein, wo oft Willk\u00fcr herrschte. Das \u00fcber unterschiedliche Territorien harmonisierte Gesetz war berechenbarer. Und man konnte mit etwas Gl\u00fcck und Talent auch ohne dem Adel anzugeh\u00f6ren sozial durch den Dienst f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand sozial aufsteigen. Michael Gaismair, einer der Anf\u00fchrer der Rebellion von 1525, war als Sohn eines Bergwerksunternehmers vor seiner Karriere als Revolution\u00e4r in Diensten des Landeshauptmanns gestanden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Modernisierung der Verwaltung erfolgte im 18. Jahrhundert. Unter den aufgekl\u00e4rten, absolutistischen Monarchen Maria Theresia und Josef II. wehte ein neuer Wind bis hin zur Kommunalebene. Innsbruck erhielt erstmals eine Polizei. Die Stadtverwaltung wurde 1784 modernisiert. Anstelle des alten Stadtrats mit <em>Gemein<\/em> regierte nun ein von einem Rat, vor allem aber von Beamten unterst\u00fctzter B\u00fcrgermeister. Dieser Magistrat bestand aus besoldeten Experten, die zwar immer noch vorwiegend aus Mitgliedern des Kleinadels bestanden, sich nun aber durch Pr\u00fcfungen f\u00fcr die Aus\u00fcbung ihres Amtes qualifizieren mussten. Die B\u00fcrokratie erhielt auf operativer politischer Ebene mehr Macht. W\u00e4hrend der B\u00fcrgermeisterposten zeitlich begrenzt war, kamen Beamte in den Genuss einer lebenslangen, unk\u00fcndbaren Stellung. Diese Pragmatisierung und ein neuerlicher Schwall an neuen, oftmals den Traditionen widersprechenden Gesetzen, verst\u00e4rkten den Ruf der Beamten, abgehoben und b\u00fcrgerfern zu sein. Als mit der bayerischen Besetzung Tirols das Element des ausl\u00e4ndischen, noch dazu nach franz\u00f6sischem Vorbild, dazukam, brach 1809 erneut ein Aufstand aus. Die Massenaushebung junger M\u00e4nner f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst, eine Reglementierung des religi\u00f6sen Lebens und eine Impfpflicht, durchgesetzt von bayerischen Beamten, war zu viel f\u00fcr die Tiroler Seelenlandschaft.<\/p>\n<p>Nach 1809 hielt die B\u00fcrokratie im Rahmen der Industrialisierung und neuen Technologien in immer mehr Lebensbereichen Einzug. Nicht nur das Staatswesen \u00fcber Steuern und Milit\u00e4r, auch Universit\u00e4t, Schulen, Bauwesen, Eisenbahn, Post und Institutionen wie die Kammer f\u00fcr Handel und Gewerbe bedurften Verwaltungsmitarbeitern. Die Stadt wuchs was Einwohner und Unternehmen anbelangte. Neue Infrastruktur wie Gas, Kanalisation und Elektrizit\u00e4t und neue Vorstellungen was Hygiene, Lebensmittelkontrolle, Gesundheit und Bildung anbelangte, verlangten nach neuen Mitarbeitern im Stadtmagistrat. Das alte Rathaus in der Altstadt wurde zu klein. Eine angedachte Erweiterung erwies sich als unm\u00f6glich. 1897 \u00fcbersiedelten die Beamten in das neue Rathaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe. Erm\u00f6glicht wurde der Umzug durch die gro\u00dfz\u00fcgige Schenkung des Industriellen und Hoteliers Leonhard Lang. Er hatte aus dem ehemaligen Palais K\u00fcnigl das <em>Hotel d\u00b4Autriche<\/em> gemacht, bevor der B\u00fcrgermeister und seine Entourage Einzug hielten.<\/p>\n<p>Als 1918 die Monarchie zusammenbrach, war der \u00dcbergang nicht nahtlos, dank der Strukturen verlief er aber unvorstellbar glatt. Es war aber nicht mehr der Kaiser, der die Last des Staates trug, sondern eine Heerschar an Staatsbediensteten und H\u00fctern der Ordnung, die f\u00fcr Wasser, Strom und ein funktionierendes Eisenbahnnetz sorgten. Mit Eduard Klingler und Theodor Prachensky hinterlie\u00dfen zwei Bauamtsleiter in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts ihre bis heute gut sichtbaren Spuren im Innsbrucker Stadtbild. Die Republik \u00fcbernahm mit Agenden wie dem \u00f6ffentlichen Wohnbau, dem Arbeitsamt, dem Bildungswesen, der st\u00e4dtischen Infrastruktur, Stra\u00dfenbau, \u00f6ffentlichem Verkehr bis hin zu Meldewesen und Hochzeit mehr oder minder alle Aufgaben des t\u00e4glichen Lebens von Monarchie und Kirche. Wer sich also beim n\u00e4chsten Besuch im Neuen Rathaus \u00fcber \u00fcberbordendes Beamtentum und qu\u00e4lend langsame B\u00fcrokratie \u00e4rgert, dem sei in Erinnerung gerufen, dass der Wohlfahrtsstaat in Person seiner Staatsdiener von der Wiege bis zur Bahre das soziale Auskommen und \u00f6ffentliche Infrastruktur Tausender Menschen meist unbemerkt managet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Universit\u00e4tsstadt Innsbruck&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Universit\u00e4tsstadt Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;67576&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">1669 gilt als das offizielle Gr\u00fcndungsjahr einer der wichtigsten Institutionen der Innsbrucker Stadtgeschichte. Am 15. Oktober gab Kaiser Leopold I. den Tirolern das\u00a0Privileg des \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Haller Salzaufschlags<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c, der es erm\u00f6glichte die begehrte Handelsware st\u00e4rker zu besteuern und damit den Universit\u00e4tsbetrieb zu finanzieren. Die Universit\u00e4t ging aus der Lateinschule hervor, die von den Jesuiten etwas mehr als hundert Jahre zuvor unter Ferdinand I. gegr\u00fcndet worden war. Der Schwerpunkt am Gymnasium lag auf der humanistischen Bildung. Latein und Griechisch waren Schwerpunkte im Unterricht. Wissenschaftliche B\u00fccher wurden in der Fr\u00fchen Neuzeit noch immer auf Latein verfasst. Auch f\u00fcr h\u00f6here Posten im \u00f6ffentlichen Dienst war Latein Voraussetzung. Die Universit\u00e4t brachte neue Ausbildungsm\u00f6glichkeiten nach Innsbruck. Die erste Fakult\u00e4t, die den Lehrbetrieb aufnahm, war die Philosophie. Theologie, Recht und Medizin folgten kurz darauf. Als Papst Innozenz XI. der Universit\u00e4t 1677 seinen Segen gab, war der Betrieb schon voll angelaufen und Studenten aus Tirol und anderen L\u00e4ndern tummelten sich in Innsbruck. Ein Studium dauerte f\u00fcr gew\u00f6hnlich sieben Jahre, bevor sich der Absolvent als Zeichen seines Status als Doktor einen Ring \u00fcber den Finger streifen durfte. In den ersten beiden Jahren musste jeder Student der Philosophie widmen, bevor er sich f\u00fcr ein Gebiet entschied. Zum geisteswissenschaftlichen Unterricht kamen Kirchendienste, Theaterauff\u00fchrungen, Musizieren und praktische Dinge wie Fechten und Reiten, die im Leben eines gebildeten jungen Mannes nicht fehlen durften.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Universit\u00e4t war aber mehr als ein Bildungsinstitut. Studenten und Professoren ver\u00e4nderten das soziale Gef\u00fcge der Stadt. Im ersten Jahrzehnt nach der Gr\u00fcndung lehrten knapp 50 unterschiedliche Intellektuelle aus aller HErren L\u00e4nder Philosophie in Innsbruck vor \u00fcber 300 Studenten. Bei gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen wie Prozessionen stachen Abordnungen wie die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Congregation der heiligen Jungfrau<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die sich aus Mitgliedern der jesuitisch gepr\u00e4gten Universit\u00e4t speiste, hervor. Die Professoren pflegten in ihren je nach Fachgebiet verschiedenartigen Samtm\u00e4nteln aufzutreten, die Studenten mit den Schwertern, die sie tragen durften. Die Akademiker sprachen auch auf Deutsch anders als die einheimische Bev\u00f6lkerung, offizielles wurde ohnehin meist auf Latein erledigt. 1665 hatte Innsbruck den Rang einer Residenzstadt verloren und damit an Prestige und Glanz verloren. Der Universit\u00e4tsbetrieb machte diese Degradierung etwas wett, blieb die Aristokratie so zumindest in Form von Studenten erhalten. <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Work hard, play hard<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> galt auch damals als Motto. Der von den Professoren streng \u00fcberwachte studentische Alltag in Aula und den H\u00f6rs\u00e4len wurde von einem bunten Mix aus feuchtfr\u00f6hlicher Abendunterhaltung, Ausfl\u00fcgen in die Umgebung Innsbrucks, Musizieren, kirchlichen Prozessionen und Theaterauff\u00fchrungen aufgelockert. Das Zusammentreffen privilegierter Jugendlicher mit B\u00fcrgern, Dienstboten und Handwerkern lief nicht immer reibungsfrei ab. Unter den anfangs knapp 300 Studenten fanden sich viele S\u00f6hne aus Adelsh\u00e4usern wieder.\u00a0Die jungen M\u00e4nner traten, anders als die streng und sittlich gekleideten Einwohner Innsbrucks, bunt und keck nach der Art mittelalterlicher Gecken in Erscheinung. Sie sprachen in einer Art und Weise miteinander, die Uneingeweihten als vollkommen l\u00e4cherlich erscheinen musste. Bei den Studenten handelte es sich trotz ihres gesellschaftlichen Ranges h\u00e4ufig genug auch nicht um strebsame Mustersch\u00fcler, sondern um junge Burschen, die einen gewissen Lebensstil und Status gewohnt waren. So begaben sich im Januar 1674 \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">nit allein zu n\u00e4chtlicher Zeit Ungelegenheiten, Rumores und ungereimte Handlungen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c und es wurden \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Studenten der Universit\u00e4t angetroffen, die allerlei verbotene Waffen wie Feuerrohr, Pistolen, Terzerol, Stilett, S\u00e4bel, Messer\u2026<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201c bei sich hatten. Die der Oberschicht entstammenden Teenager waren es gewohnt, Waffen zu tragen und auch zu benutzen. Ehrverletzungen konnten, \u00e4hnlich wie beim Milit\u00e4r, auch in studentischen Kreisen zu Duellen f\u00fchren. Besonders in Paarung mit Alkohol waren Ausschreitungen nicht ungew\u00f6hnlich.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das exzentrische Verhalten der jungen M\u00e4nner f\u00fchrte immer wieder zu skurrilen Problemen untereinander und mit den nicht-akademischen Innsbruckern. Studenten war es zum Beispiel verboten, \u00fcber den Durst zu trinken. Geschah dies doch in einer der Wirtschaften Innsbrucks, so wurde der junge Delinquent ermahnt. Konnte oder wollte er die Rechnung nicht begleichen, konnte der gesch\u00e4digte Wirt bei Gericht keine Anzeige einbringen, da der Ausschank alkoholischer Getr\u00e4nke \u00fcber die Ma\u00dfen an die Studentenschaft verboten war. Um den jungen Eliten Herr zu werden, bedurfte es eines eigenen Rechtssystems. Studenten unterlagen bis zu einem gewissen Grad dem Universit\u00e4tsrecht unterlagen, das vom Stadtrecht losgel\u00f6st war. Um das Recht durchzusetzen, stellte das Rektorat eine eigene Truppe aus. Die Scharwache war mit Hellebarden bewaffnet und sollte die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Rumores<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> der Studenten so gut als m\u00f6glich verhindern. Sechs Mann hatten Tag und Nacht bewaffneten Dienst, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Kosten daf\u00fcr teilten sich die Stadt Innsbruck und die Universit\u00e4t. Es gab auch einen eigenen <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Carcer<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, um \u00dcbelt\u00e4ter bei Wasser und Brot zu verwahren. Freiheitsentzug, Geldbu\u00dfen und sogar Landesverweise konnten von der Universit\u00e4t ausgesprochen werden. Nur f\u00fcr die Blutgerichtsbarkeit musste die Landesregierung angerufen werden.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Universit\u00e4t war auch sonst durch ihre Geschichte hindurch ein Politikum. Der Name <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Leopold-Franzens-Universit\u00e4t<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> geht auf die beiden Kaiser Leopold und Franz zur\u00fcck, unter denen sie jeweils gegr\u00fcndet wurde. Zweimal wurde die Universit\u00e4t zu einem Lyzeum herabgestuft oder gar ganz abgeschafft. Kaiser Josef II. schloss die Pforten ebenso wie die bayerische Verwaltung w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege. Die jesuitisch gepr\u00e4gten und Studenten und Professoren waren ihnen suspekt und wurden aus dem Bildungssektor verband. Kaiser Franz I., der in der Restauration wieder mehr auf der traditionell katholischen Linie der Habsburger war, nahm 1826 die Neugr\u00fcndung vor. Unter Beobachtung blieb die Universit\u00e4t aber auch im Polizeistaat Metternichs weiterhin. Im Vorm\u00e4rz waren es nationalistisch und liberal gesinnte Kr\u00e4fte, die man f\u00fcrchtete. Die geheime Staatspolizei war nicht nur in den H\u00f6rs\u00e4len, sondern auch sonst in den studentischen Kreisen pr\u00e4sent, um problematisches Gedankengut junger Aufwiegler m\u00f6glichst fr\u00fch im Keim zu ersticken.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Industrialisierung und die damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Spielregeln ver\u00e4nderten den Universit\u00e4tsbetrieb. Ganz im Geist der Zeit besch\u00e4ftigte sich die Er\u00f6ffnungsrede des Dekans der philosophischen Fakult\u00e4t Prof. Dr. Joachim Suppan (1794 \u2013 1864), mit einem praktischen Problem der Physik, damit \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">eine genauere Kenntnis der so wichtigen und n\u00fctzlichen Erfindung der Dampfmaschine auch f\u00fcr die vaterl\u00e4ndische Industrie, wo dieselbe bisher noch keine Anwendung hat<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">,\u201c erreicht werde. Dass Supan neben seinen Abschl\u00fcssen in Philosophie und Mathematik auch geweihter Priester war, zeigt den Einfluss, den die Kirche auch im 19. Jahrhundert auf das Bildungswesen hatte. Wie sehr die Universit\u00e4t neben der Kirche der staatlichen Obrigkeit verbunden war, zeigt Supans abschlie\u00dfende Ermahnung in Richtung der Studenten, <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201edereinst dem Vaterlande durch Kenntnis und Tugend ersprie\u00dfliche Dienste zu leisten\u201c<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Nationalit\u00e4tenkonflikte der sp\u00e4ten Monarchie spiegelten sich ebenfalls in der Universit\u00e4tsgeschichte wider. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter des Vereinswesens, im Fall der Universit\u00e4t der Studentenverbindungen. Im Falle Innsbruck waren es vor allem Probleme zwischen deutschsprachigen und italienischsprachigen Studenten, die immer wieder zu Problemen f\u00fchrten und ihren H\u00f6hepunkt in den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Fatti di Innsbruck<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> fanden. Deutschnational gesinnte Studenten spielten auch in weiterer Folge eine Hauptrolle an der Universit\u00e4t. Viele der jungen M\u00e4nner waren im habsburgischen Gro\u00dfreich aufgewachsen und hatten im Ersten Weltkrieg gedient. Die junge Republik \u00d6sterreich lag unter den jungen Akademikern nicht im Trend. Die Begeisterung flog teils dem als modern und dynamisch wirkenden faschistischen Italien und sp\u00e4ter dem nationalsozialistischen Deutschland zu. Mit dem Anschluss an das Deutsche Reiche 1938 wurde die Universit\u00e4t ein weiteres Mal umbenannt. Nach dem Krieg wurde aus der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Alpenuniversit\u00e4t<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> wieder die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Leopold-Franzens-Universit\u00e4t<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Universit\u00e4t war wie so vieles dem Standesdenken ihrer jeweiligen Zeit unterworfen. Frauen und S\u00f6hnen von Handwerksfamilien war das Studium an der Universit\u00e4t lange nicht gestattet. Das \u00e4nderte sich erst in der Zeit nach der Monarchie. Den ersten weiblichen Doktor der Juristerei der Universit\u00e4t feierte man gar erst f\u00fcnf Jahre nach der Entstehung der Republik. Die Presse notierte:<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400;\">\u201eAm kommenden Samstag wird an der Innsbrucker Universit\u00e4t Fr\u00e4ulein Mitzi Fischer zum Doktor iuris promoviert. Fr\u00e4ulein Fischer ist eine geb\u00fcrtige Wienerin. In Wien absolvierte sie auch das Gymnasium. Nach der Reifepr\u00fcfung oblag sie dem juristischen Studium der Universit\u00e4t Innsbruck. Die zuk\u00fcnftige Doktorin hat s\u00e4mtliche Pr\u00fcfungen mit Auszeichnungen absolviert, m\u00fc\u00dfte also nach dem fr\u00fcheren Brauche sub auspiciis imperatoris promovieren. Jedenfalls ist Fr\u00e4ulein Fischer die erste Dame, die sich an der Innsbrucker Universit\u00e4t den juristischen Doktortitel erwirbt.\u201c<\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Erstaunlich ruhig verhielten sich die Studenten in Innsbruck in den Wendejahren 1848 und 1968 an der Universit\u00e4t. W\u00e4hrend in anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten die Studenten Treiber des Wandels waren, blieb man in Innsbruck unaufgeregt. Es gab in den sp\u00e4ten 1960ern und 70ern zwar einzelne Gruppen wie die <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Kommunistische Gruppe Innsbruck<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, das <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Komitee f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Vietnam<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die sozialistische VSSt\u00d6 oder die liberal-katholische <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Aktion<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> innerhalb der \u00d6H, zu einer Massenbewegung kam es nicht. W\u00e4hrend in Paris Pflastersteine flogen, gab man sich in Innsbruck mit Boykotten und Sit-ins zufrieden. Der allergr\u00f6\u00dfte Teil der Studenten entstammte der Oberschicht und hatte die Matura in einem katholisch orientierten Gymnasium absolviert. Beethovens Weisheit, dass \u201e<\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">solange der \u00d6sterreicher noch braun\u00b4s Bier und W\u00fcrstel hat, revoltiert er nicht<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">,\u201c traf zu. Nur wenige Studenten konnten sich f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Vietnam, Mao Zedong und Fidel Castro begeistern. Wer wollte schon die eigene Karriere aufs Spiel setzen, in einem Land, das von der Dreifaltigkeit aus Tiroler Tageszeitung, Bischof Paulus Rusch und dem Landtag mit absoluter Mehrheit der \u00d6VP dominiert wurde? Wer es trotzdem wagte, aufs\u00e4ssige Flugbl\u00e4tter oder linke Literatur zu verbreiten, musste mit medialer Diffamierung, einer R\u00fcge durch das Rektorat oder gar dem Besuch der Staatsgewalt rechnen. Kritisiert wurden nur selten die Professoren, die im 20. Jahrhundert h\u00e4ufig noch Distanziertheit und den unnahbaren Nimbus der Fr\u00fchen Neuzeit verspr\u00fchten oder kaum Hehl aus ihrer politischen Gesinnung machten. Eher war die mangelhafte Ausstattung der bescheidenen Lehrs\u00e4le f\u00fcr die stets zunehmende Anzahl an Studenten. Die gro\u00dfe Ver\u00e4nderung in den Universit\u00e4ten wurde in \u00d6sterreich nicht erk\u00e4mpft, sondern gew\u00e4hlt. Unter Bundeskanzler Bruno Kreisky fielen die die Studiengeb\u00fchren. Bildung wurde f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl junger Menschen leist- und vorstellbar. Die Zahl der Studenten an \u00f6sterreichischen Hochschulen stieg dadurch zwischen 1968 und 1974 von 50.000 auf \u00fcber 73.000 Menschen an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Trotz aller Widrigkeiten und Kuriosit\u00e4ten durch die Jahrhunderte genoss die Universit\u00e4t Innsbruck seit ihren Anfangstagen meist einen sehr guten Ruf. Lehrende und Studierende sorgten im 20. und 21. Jahrhundert mehrfach f\u00fcr aufsehenerregende Leistungen in der Forschung. Victor Franz Hess wurde f\u00fcr seine Verdienste rund um die Erforschung der kosmischen Strahlung den Nobelpreis f\u00fcr Physik. Auch der Quantenphysiker Anton Zeilinger war an der Universit\u00e4t Innsbruck t\u00e4tig, wenn auch nicht im Jahr 2022 bei seiner Verleihung. Den Nobelpreis f\u00fcr Chemie erhielten auch die Professoren Fritz Pregl, Adolf Windaus und Hans Fischer, wobei auch sie nicht mehr in Innsbruck t\u00e4tig waren. Die Universit\u00e4tsklinik erbrachte sowohl in Forschung und Ausbildung wie auch in der t\u00e4glichen Versorgung der Stadt sehr gute Leistungen und z\u00e4hlt zu den Aush\u00e4ngeschildern Innsbrucks.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Nicht nur in intellektueller und wirtschaftlicher Hinsicht ist die Universit\u00e4t wichtig f\u00fcr die Stadt. 30.000 Studierende bev\u00f6lkern und pr\u00e4gen das Leben zwischen Nordkette und Patscherkofel. Die Zeit, in der junge Aristokraten in bunten Klamotten bei Prozessionen ausf\u00e4llig werden, sind vor\u00fcber. Mittlerweile sind sie eher auf den Skipisten und Mountainbike-Trails zu finden. Das gr\u00f6\u00dfte Problem, das die jungen Damen und Herren verursachen, sind auch keine Pogrome gegen\u00fcber nicht-deutschen Bev\u00f6lkerungsgruppen. Ein gro\u00dfer Teil der Studierenden des 21. Jahrhunderts kommt selbst aus dem Ausland und treibt die Preise am Wohnungsmarkt seit den 1970erJahren auf Rekordh\u00f6he. Im Oktober 1972 kam es zur Besetzung des Hexenhauses, einer leerstehenden Immobilie der Universit\u00e4t in der Sch\u00f6pfstra\u00dfe 24, die kurzerhand von einer Handvoll Studenten okkupiert wurde. Innsbruck gilt als die teuerste Landeshauptstadt, was Wohnraum betrifft, der Leerstand von Immobilien ist mehr als 50 Jahre nach der Hausbesetzung noch immer ein dr\u00e4ngendes Problem. Wie sehr die Studierenden Innsbruck beleben, merkt man erst, wenn die Ausw\u00e4rtigen zwischen den einzelnen Semestern in ihre Heimat zur\u00fcckkehren. Zehntausende beleben nicht nur das Nachtleben, sondern verpassen der Kleinstadt auch fast 400 Jahre nach der Gr\u00fcndung internationales Flair und hippe Urbanit\u00e4t.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Barock: Kunstrichtung und Lebenskunst&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53500&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Wer in \u00d6sterreich unterwegs ist, kennt die Kuppen und Zwiebelt\u00fcrme der Kirchen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten. Diese Form der Kircht\u00fcrme entstand in der Zeit der Gegenreformation und ist ein typisches Kennzeichen des Architekturstils Barock. Auch in Innsbrucks Stadtbild sind sie vorherrschend. Die bekanntesten Gottesh\u00e4user Innsbrucks wie der Dom, die Johanneskirche oder die Jesuitenkirche, sind im Stile des Barocks gehalten. Prachtvoll und prunkvoll sollten Gottesh\u00e4user sein, ein Symbol des Sieges des rechten Glaubens. Die Religiosit\u00e4t spiegelte sich in Kunst und Kultur wider: Gro\u00dfes Drama, Pathos, Leiden, Glanz und Herrlichkeit vereinten sich zum Barock, der den gesamten katholisch orientierten Einflussbereich der Habsburger und ihrer Verb\u00fcndeten zwischen Spanien und Ungarn nachhaltig pr\u00e4gte.<\/p>\n<p>Das Stadtbild Innsbrucks ver\u00e4nderte sich enorm. Die Gumpps und Johann Georg Fischer als Baumeister sowie die Bilder Franz Altmutters pr\u00e4gen Innsbruck bis heute nachhaltig. Das Alte Landhaus in der Altstadt, das Neue Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe, die unz\u00e4hligen Palazzi, Bilder, Figuren \u2013 der Barock war im 17. und 18. Jahrhundert das stilbildende Element des Hauses Habsburg und brannte sich in den Alltag ein. Das B\u00fcrgertum wollte den Adeligen und F\u00fcrsten nicht nachstehen und lie\u00dfen ihre Privath\u00e4user im Stile des Barocks errichten. Auf Bauernh\u00e4usern prangen Heiligenbilder, Darstellungen der Mutter Gottes und des Herzen Jesu.<\/p>\n<p>Barock war nicht nur eine architektonische Stilrichtung, es war ein Lebensgef\u00fchl, das seinen Ausgang nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges nahm. Die T\u00fcrkengefahr aus dem Osten, die in der zweimaligen Belagerung Wiens gipfelte, bestimmte die Au\u00dfenpolitik des Reiches, w\u00e4hrend die Reformation die Innenpolitik dominierte. Die Barockkultur war ein zentrales Element des Katholizismus und der politischen Darstellung derselben in der \u00d6ffentlichkeit, das Gegenmodell zum spr\u00f6den und strengen Lebensentwurf Calvins und Luthers. Feiertage mit christlichem Hintergrund wurden eingef\u00fchrt, um den Alltag der Menschen aufzuhellen. Architektur, Musik und Malerei waren reich, f\u00fcllig und \u00fcppig. In Theaterh\u00e4usern wie dem <em>Comedihaus<\/em> in Innsbruck wurden Dramen mit religi\u00f6sem Hintergrund aufgef\u00fchrt. Kreuzwege mit Kapellen und Darstellungen des gekreuzigten Jesus durchzogen die Landschaft. Die Volksfr\u00f6mmigkeit in Form der Wallfahrten, Marien- und Heiligenverehrung hielt Einzug in den Kirchenalltag. Multiple Krisen pr\u00e4gten den Alltag der Menschen. Neben Krieg und Hunger brach die Pest im 17. Jahrhundert besonders h\u00e4ufig aus. Die<em> Barockfr\u00f6mmigkeit<\/em> wurde auch zur Erziehung der Untertanen eingesetzt. Auch wenn der Ablasshandel in der Zeit nach dem 16. Jahrhundert keine g\u00e4ngige Praxis mehr in der katholischen Kirche war, so gab es doch noch eine rege Vorstellung von Himmel und H\u00f6lle. Durch ein tugendhaftes Leben, sprich ein Leben im Einklang mit katholischen Werten und gutem Verhalten als Untertan gegen\u00fcber der g\u00f6ttlichen Ordnung, konnte man dem Paradies einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4herkommen. Die sogenannte <em>Christliche Erbauungsliteratur<\/em> war nach der Schulreformation des 18. Jahrhunderts in der Bev\u00f6lkerung beliebt und zeigte vor, wie das Leben zu f\u00fchren war. Das Leiden des Gekreuzigten f\u00fcr die Menschheit galt als Symbol f\u00fcr die M\u00fchsal der Untertanen auf Erden innerhalb des Feudalsystems. Mit Votivbildern baten Menschen um Beistand in schweren Zeiten oder bedankten sich vor allem bei der Mutter Gottes f\u00fcr \u00fcberstandene Gefahren und Krankheiten.<\/p>\n<p>Der Historiker Ernst Hanisch beschrieb den Barock und den Einfluss, den er auf die \u00f6sterreichische Lebensart hatte, so:<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich entstand in seiner modernen Form als Kreuzzugsimperialismus gegen die T\u00fcrken und im Inneren gegen die Reformatoren. Das brachte B\u00fcrokratie und Milit\u00e4r, im \u00c4u\u00dferen aber Multiethnien. Staat und Kirche probierten den intimen Lebensbereich der B\u00fcrger zu kontrollieren. Jeder musste sich durch den Beichtstuhl reformieren, die Sexualit\u00e4t wurde eingeschr\u00e4nkt, die normengerechte Sexualit\u00e4t wurden erzwungen. Menschen wurden systematisch zum Heucheln angeleitet.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Rituale und das untert\u00e4nige Verhalten gegen\u00fcber der Obrigkeit hinterlie\u00dfen ihre Spuren in der Alltagskultur, die katholische L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und Italien bis heute von protestantisch gepr\u00e4gten Regionen wie Deutschland, England oder Skandinavien unterscheiden. Die Leidenschaft f\u00fcr akademische Titel der \u00d6sterreicher hat ihren Ursprung in den barocken Hierarchien. Der Ausdruck <em>Barockf\u00fcrst<\/em> bezeichnet einen besonders patriarchal-g\u00f6nnerhaften Politiker, der mit gro\u00dfen Gesten sein Publikum zu becircen wei\u00df. W\u00e4hrend man in Deutschland politische Sachlichkeit sch\u00e4tzt, ist der Stil von \u00f6sterreichischen Politikern theatralisch, ganz nach dem \u00f6sterreichischen Bonmot des \u201e<em>Schaumamal<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53389&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Werke der Familie Gumpp bestimmen bis heute sehr stark das Aussehen Innsbrucks. Vor allem die barocken Teile der Stadt sind auf sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Begr\u00fcnder der Dynastie in Tirol, Christoph Gumpp (1600-1672) war eigentlich Tischler. Sein Talent allerdings hatte ihn f\u00fcr h\u00f6here Weihen auserkoren. Den Beruf des Architekten oder K\u00fcnstler gab es zu dieser Zeit noch nicht, selbst Michelangelo und Leonardo da Vinci galten als Handwerker. Der geb\u00fcrtige Schwabe Gumpp trat nach seiner Mitarbeit an der Dreifaltigkeitskirche in die Fu\u00dfstapfen der italienischen Baumeister, die unter Ferdinand II den Ton angegeben hatten. Auf Gehei\u00df Leopolds V. reiste Gumpp nach Italien, um dort Theaterbauten zu studieren und bei den zeitgen\u00f6ssisch stilbildenden Kollegen sein Know-How f\u00fcr das geplante landesf\u00fcrstliche <em>Comedihaus<\/em> aufzupolieren.<\/p>\n<p>Seine offizielle T\u00e4tigkeit als Hofbaumeister begann 1633.\u00a0Neue Zeiten bedurften eines neuen Designs, abseits des architektonisch von der Gotik gepr\u00e4gten Mittelalters und den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. \u00dcber die folgenden Jahrzehnte wurde Innsbruck unter der Regentschaft Claudia de Medicis einer kompletten Renovierung unterzogen. Gumpp vererbte seinen Titel an die n\u00e4chsten beiden Generationen innerhalb der Familie weiter. Die Gumpps traten nicht nur als Baumeister in Erscheinung. Sie waren Tischler, Maler, Kupferstecher und Architekten, was ihnen erlaubte, \u00e4hnlich der Bewegung der <em>Tiroler Moderne<\/em> rund um Franz Baumann und Clemens Holzmeister Anfang des 20. Jahrhunderts, Projekte ganzheitlich umzusetzen. Auch bei der Errichtung der Schanzwerke zur Landesverteidigung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges waren sie als Planer beteiligt.<\/p>\n<p>Christoph Gumpps Meisterst\u00fcck aber war die Errichtung des <em>Comedihaus<\/em> im ehemaligen Ballhaus. Die \u00fcberdimensionierten Ma\u00dfe des damals richtungsweisenden Theaters, das in Europa zu den ersten seiner Art \u00fcberhaupt geh\u00f6rte, erlaubte nicht nur die Auff\u00fchrung von Theaterst\u00fccken, sondern auch Wasserspiele mit echten Schiffen und aufw\u00e4ndige Pferdeballettauff\u00fchrungen. Das Comedihaus war ein Gesamtkunstwerk an und f\u00fcr sich, das in seiner damaligen Bedeutung wohl mit dem Festspielhaus in Bayreuth des 19. Jahrhunderts oder der Elbphilharmonie heute verglichen werden muss.<\/p>\n<p>Seine Nachfahren Johann Martin Gumpp der \u00c4ltere, Georg Anton Gumpp und Johann Martin Gumpp der J\u00fcngere waren f\u00fcr viele der bis heute pr\u00e4gendsten Geb\u00e4ude im Stadtbild zust\u00e4ndig. So stammen die Wiltener Stiftskirche, die Mariahilfkirche, die Johanneskirche und die Spitalskirche von den Gumpps. Neben dem Entwurf von Kirchen und ihrer Arbeit als Hofbaumeister machten sie sich auch als Planer von Profanbauten einen Namen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user und Stadtpal\u00e4ste Innsbrucks wie das Taxispalais oder das Alte Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden von Ihnen entworfen. Mit dem Verlust des Status als Residenzstadt gingen die prunkvollen Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcck und damit auch der Ruhm der Familie Gumpp. Ihr ehemaliges Wohnhaus beherbergt heute die Konditorei Munding in der Altstadt. Im Stadtteil Pradl erinnert die Gumppstra\u00dfe an die Innsbrucker Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Glaube, Kirche, Obrigkeit und Herrschaft&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53360&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die F\u00fclle an Kirchen, Kapellen, Kruzifixen und Wandmalereien im \u00f6ffentlichen Raum wirkt auf viele Besucher Innsbrucks aus anderen L\u00e4ndern eigenartig. Nicht nur Gottesh\u00e4user, auch viele Privath\u00e4user sind mit Darstellungen der Heiligen Familie oder biblischen Szenen geschm\u00fcckt. Der christliche Glaube und seine Institutionen waren in ganz Europa \u00fcber Jahrhunderte alltagsbestimmend. Innsbruck als Residenzstadt der streng katholischen Habsburger und Hauptstadt des selbsternannten <em>Heiligen Landes Tirol<\/em> wurde bei der Ausstattung mit kirchlichen Bauwerkern besonders begl\u00fcckt. Allein die Dimension der Kirchen umgelegt auf die Verh\u00e4ltnisse vergangener Zeiten sind gigantisch. Die Stadt mit ihren knapp 5000 Einwohnern besa\u00df im 16. Jahrhundert mehrere Kirchen, die in Pracht und Gr\u00f6\u00dfe jedes andere Geb\u00e4ude \u00fcberstrahlte, auch die Pal\u00e4ste der Aristokratie. Das Kloster Wilten war ein Riesenkomplex inmitten eines kleinen Bauerndorfes, das sich darum gruppierte. Die r\u00e4umlichen Ausma\u00dfe der Gottesh\u00e4user spiegelt die Bedeutung im politischen und sozialen Gef\u00fcge wider.<\/p>\n<p>Die Kirche war f\u00fcr viele Innsbrucker nicht nur moralische Instanz, sondern auch weltlicher Grundherr. Der Bischof von Brixen war formal hierarchisch dem Landesf\u00fcrsten gleichgestellt. Die Bauern arbeiteten auf den Landg\u00fctern des Bischofs wie sie auf den Landg\u00fctern eines weltlichen F\u00fcrsten f\u00fcr diesen arbeiteten. Damit hatte sie die Steuer- und Rechtshoheit \u00fcber viele Menschen. Die kirchlichen Grundbesitzer galten dabei nicht als weniger streng, sondern sogar als besonders fordernd gegen\u00fcber ihren Untertanen. Gleichzeitig war es auch in Innsbruck der Klerus, der sich in gro\u00dfen Teilen um das Sozialwesen, Krankenpflege, Armen- und Waisenversorgung, Speisungen und Bildung sorgte. Der Einfluss der Kirche reichte in die materielle Welt \u00e4hnlich wie es heute der Staat mit Finanzamt, Polizei, Schulwesen und Arbeitsamt tut. Was uns heute Demokratie, Parlament und Marktwirtschaft sind, waren den Menschen vergangener Jahrhunderte Bibel und Pfarrer: Eine Realit\u00e4t, die die Ordnung aufrecht h\u00e4lt. Zu glauben, alle Kirchenm\u00e4nner w\u00e4ren zynische Machtmenschen gewesen, die ihre ungebildeten Untertanen ausn\u00fctzten, ist nicht richtig. Der Gro\u00dfteil sowohl des Klerus wie auch der Adeligen war fromm und gottergeben, wenn auch auf eine aus heutiger Sicht nur schwer verst\u00e4ndliche Art und Weise. Verletzungen der Religion und Sitten wurden in der sp\u00e4ten Neuzeit vor weltlichen Gerichten verhandelt und streng geahndet. Die Anklage bei Verfehlungen lautete H\u00e4resie, worunter eine Vielzahl an Vergehen zusammengefasst wurde. Sodomie, also jede sexuelle Handlung, die nicht der Fortpflanzung diente, Zauberei, Hexerei, Gottesl\u00e4sterung \u2013 kurz jede Abwendung vom rechten Gottesglauben, konnte mit Verbrennung geahndet werden. Das Verbrennen sollte die Verurteilten gleichzeitig reinigen und sie samt ihrem s\u00fcndigen Treiben endg\u00fcltig vernichten, um das B\u00f6se aus der Gemeinschaft zu tilgen. Bis in die Angelegenheiten des t\u00e4glichen Lebens regelte die Kirche lange Zeit das allt\u00e4gliche Sozialgef\u00fcge der Menschen. Kirchenglocken bestimmten den Zeitplan der Menschen. Ihr Klang rief zur Arbeit, zum Gottesdienst oder informierte als Totengel\u00e4ut \u00fcber das Dahinscheiden eines Mitglieds der Gemeinde. Menschen konnten einzelne Glockenkl\u00e4nge und ihre Bedeutung voneinander unterscheiden. Sonn- und Feiertage strukturierten die Zeit. Fastentage regelten den Speiseplan. Familienleben, Sexualit\u00e4t und individuelles Verhalten hatten sich an den von der Kirche vorgegebenen Moral zu orientieren. Das Seelenheil im n\u00e4chsten Leben war f\u00fcr viele Menschen wichtiger als das Lebensgl\u00fcck auf Erden, war dies doch ohnehin vom determinierten Zeitgeschehen und g\u00f6ttlichen Willen vorherbestimmt. Fegefeuer, letztes Gericht und H\u00f6llenqualen waren Realit\u00e4t und verschreckten und disziplinierten auch Erwachsene.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Innsbrucker B\u00fcrgertum von den Ideen der Aufkl\u00e4rung nach den Napoleonischen Kriegen zumindest sanft wachgek\u00fcsst wurde, blieb der Gro\u00dfteil der Menschen weiterhin der Mischung aus konservativem Katholizismus und abergl\u00e4ubischer Volksfr\u00f6mmigkeit verbunden. Religiosit\u00e4t war nicht unbedingt eine Frage von Herkunft und Stand, wie die gesellschaftlichen, medialen und politischen Auseinandersetzungen entlang der Bruchlinie zwischen Liberalen und Konservativ immer wieder aufzeigten. Seit der <em>Dezemberverfassung<\/em> von 1867 war die freie Religionsaus\u00fcbung zwar gesetzlich verankert, Staat und Religion blieben aber eng verkn\u00fcpft. Die <em>Wahrmund-Aff\u00e4re<\/em>, die sich im fr\u00fchen 20. Jahrhundert ausgehend von der Universit\u00e4t Innsbruck \u00fcber die gesamte K.u.K. Monarchie ausbreitete, war nur eines von vielen Beispielen f\u00fcr den Einfluss, den die Kirche bis in die 1970er Jahre hin aus\u00fcbte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nahm diese politische Krise, die die gesamte Monarchie erfassen sollte in Innsbruck ihren Anfang. Ludwig Wahrmund (1861 \u2013 1932) war Ordinarius f\u00fcr Kirchenrecht an der Juridischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck. Wahrmund, vom Tiroler Landeshauptmann eigentlich daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt, um den Katholizismus an der als zu liberal eingestuften Innsbrucker Universit\u00e4t zu st\u00e4rken, war Anh\u00e4nger einer aufgekl\u00e4rten Theologie. Im Gegensatz zu den konservativen Vertretern in Klerus und Politik sahen Reformkatholiken den Papst nur als spirituelles Oberhaupt, nicht aber als weltlich Instanz, an. Studenten sollten nach Wahrmunds Auffassung die L\u00fccke und die Gegens\u00e4tze zwischen Kirche und moderner Welt verringern, anstatt sie einzuzementieren. Seit 1848 hatten sich die Gr\u00e4ben zwischen liberal-nationalen, sozialistischen, konservativen und reformorientiert-katholischen Interessensgruppen und Parteien vertieft. Eine der heftigsten Bruchlinien verlief durch das Bildungs- und Hochschulwesen entlang der Frage, wie sich das \u00fcbernat\u00fcrliche Gebaren und die Ansichten der Kirche, die noch immer ma\u00dfgeblich die Universit\u00e4ten besetzten, mit der modernen Wissenschaft vereinbaren lie\u00dfen. Liberale und katholische Studenten verachteten sich gegenseitig und krachten immer aneinander. Bis 1906 war Wahrmund Teil der <em>Leo-Gesellschaft<\/em>, die die F\u00f6rderung der Wissenschaft auf katholischer Basis zum Ziel hatte, bevor er zum Obmann der Innsbrucker Ortsgruppe des Vereins <em>Freie Schule<\/em> wurde, der f\u00fcr eine komplette Entklerikalisierung des gesamten Bildungswesens eintrat. Vom Reformkatholiken wurde er zu einem Verfechter der kompletten Trennung von Kirche und Staat. Seine Vorlesungen erregten immer wieder die Aufmerksamkeit der Obrigkeit. Angeheizt von den Medien fand der Kulturkampf zwischen liberalen Deutschnationalisten, Konservativen, Christlichsozialen und Sozialdemokraten in der Person Ludwig Wahrmunds eine ideale Projektionsfl\u00e4che. Was folgte waren Ausschreitungen, Streiks, Schl\u00e4gereien zwischen Studentenverbindungen verschiedener Couleur und Ausrichtung und gegenseitige Diffamierungen unter Politikern. Die <em>Los-von-Rom Bewegung<\/em> des Deutschradikalen Georg Ritter von Sch\u00f6nerer (1842 \u2013 1921) krachte auf der B\u00fchne der Universit\u00e4t Innsbruck auf den politischen Katholizismus der Christlichsozialen. Die deutschnationalen Akademiker erhielten Unterst\u00fctzung von den ebenfalls antiklerikalen Sozialdemokraten sowie von B\u00fcrgermeister Greil, auf konservativer Seite sprang die Tiroler Landesregierung ein. Die <em>Wahrmund Aff\u00e4re<\/em> schaffte es als <em>Kulturkampfdebatte<\/em> bis in den Reichsrat. F\u00fcr Christlichsoziale war es ein \u201e<em>Kampf des freissinnigen Judentums gegen das Christentum<\/em>\u201c in dem sich \u201e<em>Zionisten, deutsche Kulturk\u00e4mpfer, tschechische und ruthenische Radikale<\/em>\u201c in einer \u201e<em>internationalen Koalition<\/em>\u201c als \u201e<em>freisinniger Ring des j\u00fcdischen Radikalismus und des radikalen Slawentums<\/em>\u201c pr\u00e4sentierten. Wahrmund hingegen bezeichnete in der allgemein aufgeheizten Stimmung katholische Studenten als \u201e<em>Verr\u00e4ter und Parasiten<\/em>\u201c. Als Wahrmund 1908 eine seiner Reden, in der er Gott, die christliche Moral und die katholische Heiligenverehrung anzweifelte, in Druck bringen lie\u00df, erhielt er eine Anzeige wegen Gottesl\u00e4sterung. Nach weiteren teils gewaltt\u00e4tigen Versammlungen sowohl auf konservativer und antiklerikaler Seite, studentischen Ausschreitungen und Streiks musste kurzzeitig sogar der Unibetrieb eingestellt werden. Wahrmund wurde zuerst beurlaubt, sp\u00e4ter an die deutsche Universit\u00e4t Prag versetzt.<\/p>\n<p>Auch in der Ersten Republik war die Verbindung zwischen Kirche und Staat stark. Der christlichsoziale, als <em>Eiserner Pr\u00e4lat<\/em> in die Geschichte eingegangen Ignaz Seipel schaffte es in den 1920er Jahren bis ins h\u00f6chste Amt des Staates. Bundeskanzler Engelbert Dollfu\u00df sah seinen St\u00e4ndestaat als Konstrukt auf katholischer Basis als Bollwerk gegen den Sozialismus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren Kirche und Politik in Person von Bischof Rusch und Kanzler Walln\u00f6fer ein Gespann. Erst dann begann eine ernsthafte Trennung. Glaube und Kirche haben noch immer ihren fixen Platz im Alltag der Innsbrucker, wenn auch oft unbemerkt. Die Kirchenaustritte der letzten Jahrzehnte haben der offiziellen Mitgliederzahl zwar eine Delle versetzt und Freizeitevents werden besser besucht als Sonntagsmessen. Die r\u00f6misch-katholische Kirche besitzt aber noch immer viel Grund in und rund um Innsbruck, auch au\u00dferhalb der Mauern der jeweiligen Kl\u00f6ster und Ausbildungsst\u00e4tten. Etliche Schulen in und rund um Innsbruck stehen ebenfalls unter dem Einfluss konservativer Kr\u00e4fte und der Kirche. Und wer immer einen freien Feiertag genie\u00dft, ein Osterei ans andere peckt oder eine Kerze am Christbaum anz\u00fcndet, muss nicht Christ sein, um als Tradition getarnt im Namen Jesu zu handeln.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bischof-Reinhold-Stecher-Platz<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":62232,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[16,162,62,38,83,32,167,87],"tags":[],"class_list":["post-54294","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-barock","category-burokraten-und-beamtenstadt-innsbruck","category-der-erste-weltkrieg-und-die-zeit-danach","category-die-baumeister-gumpp-und-die-barockisierung-innsbrucks","category-die-zeit-des-austrofaschismus","category-glaube-kirche-obrigkeit-und-herrschaft","category-universitatsstadt-innsbruck","category-wilten-sieglanger"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54294","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54294"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54294\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62232"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54294"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54294"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54294"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}