{"id":54448,"date":"2024-05-14T07:15:24","date_gmt":"2024-05-14T07:15:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54448"},"modified":"2026-04-24T09:44:03","modified_gmt":"2026-04-24T09:44:03","slug":"die-zeit-des-austrofaschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/die-zeit-des-austrofaschismus\/","title":{"rendered":"The Bocksiedlung and Austrofascism"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Die Bocksiedlung und der Austrofaschismus<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/IMG_9518-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Kirche St. Jakob im Defereggental Dollfu\u00df&#8220; title_text=&#8220;Kirche St. Jakob im Defereggental Dollfu\u00df&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Die Bocksiedlung und der Austrofaschismus&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Bocksiedlung und der Austrofaschismus&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53753&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Politische Polarisierung pr\u00e4gte neben Hunger das Leben der Menschen in den 1920er und 1930er Jahren. Der Zusammenbruch der Monarchie hatte zwar eine Republik hervorgebracht, die beiden gro\u00dfen Volksparteien, die Sozialdemokraten und die Christlichsozialen, standen sich aber feindselig wie zwei Skorpione gegen\u00fcber. Beide Parteien bauten paramilit\u00e4rische Bl\u00f6cke auf, um die politische Agenda notfalls auf der Stra\u00dfe mit Gewalt zu untermauern. Der <em>Republikanische Schutzbund<\/em> auf Seiten der Sozialdemokraten und verschiedene christlich-sozial oder gar monarchistisch orientierte <em>Heimwehren<\/em>, der Einfachheit halber sollen die unterschiedlichen Gruppen unter diesem Sammelbegriff zusammengefasst werden, belauerten sich wie B\u00fcrgerkriegsparteien. Viele Politiker und Funktion\u00e4re beider Seiten hatten im Krieg an der Front gek\u00e4mpft und waren dementsprechend militarisiert. Die <em>Tiroler Heimatwehr<\/em> konnte im l\u00e4ndlichen Tirol dank der Unterst\u00fctzung der katholischen Kirche auf bessere Infrastruktur und politisches Netzwerk zur\u00fcckgreifen. Am 12. November 1928, dem zehnten Jahrestag der Gr\u00fcndung der Republik, marschierten am Ersten gesamt\u00f6sterreichischen Heimwehraufmarsch 18.000 Heimatwehrm\u00e4nner durch die Stadt, um ihre \u00dcberlegenheit am h\u00f6chsten Feiertag der heimischen Sozialdemokratien zu untermauern. Als Mannschaftsquartier der steirischen Truppen diente unter anderem das Stift Wilten. \u00a0<\/p>\n<p>Ab 1930 zeigte auch die NSDAP immer mehr Pr\u00e4senz im \u00f6ffentlichen Raum. Besonders unter Studenten und jungen, desillusionierten Arbeitern konnte sie Anh\u00e4nger gewinnen. 1932 z\u00e4hlte die Partei bereits 2500 Mitglieder in Innsbruck. Immer wieder kam es zu gewaltsamen Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen den verfeindeten politischen Gruppen. Ber\u00fcchtigt wurde die sogenannte <em>H\u00f6ttinger Saalschlacht<\/em> vom 27. Mai 1932. H\u00f6tting war damals noch kein Teil Innsbrucks. In der Gemeinde lebten vor allem Arbeiter. In dieser <em>roten<\/em> Bastion Tirols planten Nationalsozialisten eine Kundgebung im Gasthof <em>Goldener B\u00e4r<\/em>, einem Treffpunkt der Sozialdemokraten. Diese Provokation endete in einem Kampf, der mit \u00fcber 30 Verletzten und einem Todesopfer auf Seiten der Nationalsozialisten durch eine Stichwunde endete. Die Ausschreitungen breiteten sich auf die ganze Stadt aus, sogar in der Klinik gerieten die Verletzten noch aneinander. Nur unter Einsatz der Gendarmerie und des Heeres konnten die Kontrahenten voneinander getrennt werden.<\/p>\n<p>Nach jahrelangen b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden setzten sich 1933 die Christlichsozialen unter Kanzler Engelbert Dollfu\u00df (1892 \u2013 1934) durch und schalteten das Parlament aus. In Innsbruck kam es dabei zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen. Am 15. M\u00e4rz wurde das Parteihaus der <em>Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Tirol<\/em> im <em>Hotel Sonne<\/em> ger\u00e4umt, der -Anf\u00fchrer des Republikanischen Schutzbundes Gustav Kuprian wegen Hochverrat festgenommen und die einzelnen Gruppen entwaffnet. Das Ziel Dollfu\u00df\u00b4 war die Errichtung des sogenannten <em>\u00d6sterreichischen St\u00e4ndestaats<\/em>, einem Einparteienstaat ohne Opposition unter Beschneidung elementarer Rechte wie Presse- oder Versammlungsfreiheit. In Tirol wurde 1933 die <em>Tiroler Wochenzeitung<\/em> neu gegr\u00fcndet um als Parteiorgan zu fungieren. Der gesamte Staatsapparat sollten analog zum Faschismus Mussolinis in Italien unter der <em>Vaterl\u00e4ndischen Front<\/em> geeint werden: Antisozialistisch, autorit\u00e4r, konservativ im Gesellschaftsbild, antidemokratisch, antisemitisch und militarisiert. Der Innsbrucker Gemeinderat wurde von 40 auf 28 Mitglieder verkleinert. Anstatt durch freie Wahlen wurden sie vom Landeshauptmann ernannt, was zur Folge hatte, dass nur noch konservative Gemeinder\u00e4te vertreten waren.<\/p>\n<p>Dollfu\u00df war in Tirol \u00fcberaus popul\u00e4r, wie Aufnahmen des vollen Platzes vor der Hofburg w\u00e4hrend einer seiner Ansprachen aus dem Jahr 1933 zeigen. Seine Politik war das, was der Habsburgermonarchie am n\u00e4chsten kam. Sein politischer Kurs wurde von der katholischen Kirche unterst\u00fctzt, die es sogar in die Maiverfassung von 1934 schaffte: \u201e<em>Im Namen Gottes, des Allm\u00e4chtigen, von dem alles Recht ausgeht, erh\u00e4lt das \u00f6sterreichische Volk f\u00fcr seinen christlichen, deutschen Bundesstaat auf st\u00e4ndischer Grundlage diese Verfassung.\u201c <\/em>Die Bindung an die Kirche verschaffte der Regierung Zugriff auf Infrastruktur, Presseorgane und Vorfeldorganisationen. Gegen die verhassten Sozialisten ging die <em>Vaterl\u00e4ndische Front<\/em> mit ihren paramilit\u00e4rischen Einheiten hart vor. Man schreckte nicht vor Unterdr\u00fcckung und Gewalttaten gegen Leib und Leben sowie Einrichtungen der politischen Gegnerschaft zur\u00fcck. Sozialisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten wurden immer wieder verhaftet. 1934 zerst\u00f6rten Mitglieder der Heimwehr das Denkmal des Sozialdemokraten Martin Rapoldi in Kranebitten. Die Presse war politisch gesteuert und zensuriert. Die Artikel glorifizierten das l\u00e4ndliche Leben in seiner Idylle. Kinderreiche Familien wurden finanziell unterst\u00fctzt. Die Geschlechtertrennung an Schulen und die Umgestaltung der Lehrpl\u00e4ne f\u00fcr M\u00e4dchen bei gleichzeitiger vormilit\u00e4rischer Ert\u00fcchtigung der Buben war im Sinn eines gro\u00dfen Teils der Bev\u00f6lkerung. Auch die traditionell orientierte Kulturpolitik, mit der sich \u00d6sterreich als das <em>bessere<\/em> Deutschland unter der antiklerikalen nationalsozialistischen F\u00fchrung positionierte, gefiel dem konservativen Teil der Gesellschaft. Bereits 1931 hatten sich einige Tiroler B\u00fcrgermeister zusammengeschlossen, um das Einreiseverbot f\u00fcr die Habsburger aufheben zu lassen, das unausgesprochene Fernziel der Neuinstallation der Monarchie durch die Christlichsozialen erfreute sich also einer breiten Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Am 25. Juli 1934 kam es in Wien zu einem Putschversuch der verbotenen Nationalsozialisten, bei dem Dollfu\u00df ums Leben kam. Auch in Innsbruck kam es zu einem Umsturzversuch. Beim Versuch einer Gruppe von Nationalsozialisten die Kontrolle \u00fcber die Stadt zu gelangen, wurde in der Herrengasse ein Polizist erschossen. Hitler, der die Anschl\u00e4ge nicht angeordnet hatte, distanzierte sich, die \u00f6sterreichischen Gruppen der verbotenen Partei wurden dadurch eingeschr\u00e4nkt. In Innsbruck wurde auf \u201e<em>Verf\u00fcgung des Regierungskommiss\u00e4rs der Landeshauptstadt Tirols\u201c<\/em> der Platz vor dem Tiroler Landestheater als <em>Dollfu\u00dfplatz<\/em> gef\u00fchrt. Hier hatte sich Dollfu\u00df bei einer Kundgebung zwei Wochen vor seinem Tod noch mit dem aus Tirol stammenden Heimwehrf\u00fchrer Richard Steidle getroffen. Steidle war selbst mehrmals Opfer politischer Gewalt geworden. 1932 wurde er nach der H\u00f6ttinger Saalschlacht in der Stra\u00dfenbahn attackiert, im Jahr darauf vor seinem Haus in der Leopoldstra\u00dfe Opfer eines Schussattentats. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP kam er in das Konzentrationslager Buchenhausen, wo er 1940 starb.<\/p>\n<p>Dollfu\u00df\u00b4 Nachfolger als Kanzler Kurt Schuschnigg (1897 \u2013 1977) war geb\u00fcrtiger Tiroler und Mitglied der Innsbrucker Studentenverbindung <em>Austria<\/em>. Er betrieb lange Zeit eine Rechtsanwaltskanzlei in Innsbruck. 1930 gr\u00fcndete er eine paramilit\u00e4rische Einheit namens <em>Ostm\u00e4rkische Sturmscharen<\/em>, die das Gegengewicht der Christlich-Sozialen zu den radikalen Heimwehrgruppen bildeten. Nach dem Februaraufstand 1934 war er als Justizminister im Kabinett Dollfu\u00df mitverantwortlich f\u00fcr die Hinrichtung mehrerer Sozialdemokraten.<\/p>\n<p>Vor allem wirtschaftlich konnte aber auch der Austrofaschismus das Ruder in den 1930er Jahren nicht herumrei\u00dfen. Die Wirtschaftskrise, die 1931 auch \u00d6sterreich erreichte und die radikale, populistische Politik der NSDAP befeuerte, schlug hart zu. Die staatlichen Investitionen in gro\u00dfe Infrastrukturprojekte kamen zum Erliegen. Die Arbeitslosenquote lag 1933 bei 25%. Die Einschr\u00e4nkung der sozialen F\u00fcrsorge, die zu Beginn der <em>Ersten Republi<\/em>k eingef\u00fchrt worden war, hatte dramatische Auswirkungen. Langzeitarbeitslose wurden vom Bezug von Sozialleistungen als \u201e<em>Ausgesteuerte<\/em>\u201c ausgeschlossen. Die Armut lie\u00df die Kriminalit\u00e4tsrate ansteigen, \u00dcberf\u00e4lle, Raube und Diebst\u00e4hle h\u00e4uften sich.<\/p>\n<p>Ein besonderes Problem war wie schon in den Jahrzehnten zuvor die Wohnsituation. Trotz der Bem\u00fchungen seitens der Stadt modernen Wohnraum zu schaffen, hausten noch immer viele Innsbrucker in Bruchbuden. Badezimmer oder ein Schlafraum pro Person war die Ausnahme. Seit dem gro\u00dfen Wachstum Innsbrucks ab den 1880er Jahren war die Wohnsituation f\u00fcr viele Menschen prek\u00e4r. Eisenbahn, Industrialisierung, Fl\u00fcchtlinge aus den deutschsprachigen Gebieten Italiens und Wirtschaftskrise hatten Innsbruck an den Rand des M\u00f6glichen getrieben. Nach Wien hatte Innsbruck die zweith\u00f6chste Anzahl an Bewohnern pro Haus vorzuweisen. Die Mietpreise f\u00fcr Wohnraum waren derart hoch, dass Arbeiter h\u00e4ufig in Etappen schliefen, um sich die Kosten zu teilen. Zwar waren vor allem in Pradl neue Wohnbl\u00f6cke und Obdachlosenunterk\u00fcnfte entstanden wie das Wohnheim f\u00fcr Arbeiter in der Amthorstra\u00dfe im Jahr 1907, die Herberge in der Hunoldstra\u00dfe und der Pembaurblock, das gen\u00fcgte aber nicht um der Situation Herr zu werden. Aus dieser Not und Verzweiflung entstanden an den Randgebieten der Stadt mehrere Barackend\u00f6rfer und Siedlungen, gegr\u00fcndet von den Ausgeschlossenen, Verzweifelten und Abgeh\u00e4ngten, die im System keinen Platz fanden. Im Kriegsgefangenenlager in der H\u00f6ttinger Au quartierten sich nach dessen Ausmusterung Menschen in den Baracken ein. Die bis heute bekannteste und ber\u00fcchtigtste war die <em>Bocksiedlung<\/em> am Gebiet der heutigen Reichenau. Zwischen dem damals dort beheimateten Flughafen und den Baracken des Konzentrationslagers Reichenau siedelten sich ab 1930 mehrere Familien in Baracken und Wohnw\u00e4gen an. Die Entstehungslegende spricht von Otto und Josefa Rauth als Gr\u00fcnderinnen, deren Wohnwagen hier strandete. Rauth war nicht nur wirtschaftlich, sondern als bekennender Kommunist in Tiroler Lesart auch moralisch arm. Sein Flo\u00df, die <em>Arche Noah<\/em>, mit dem er \u00fcber Inn und Donau in die Sowjetunion gelangen wollte, ankerte vor dem Gasthof Sandwirt.<\/p>\n<p>Nach und nach entstand ein Bereich gleicherma\u00dfen am Rand der Stadt wie auch der Gesellschaft, der vom inoffiziellen B\u00fcrgermeister der Siedlung Johann Bock (1900 \u2013 1975) wie eine unabh\u00e4ngige Kommune geleitet wurde. Er regelte die Agenden in seinem Wirkungsbereich in rau-herzlicher Manier.<\/p>\n<p>Die <em>Bockala<\/em> hatten einen f\u00fcrchterlichen Ruf unter den braven B\u00fcrgern der Stadt. Bei aller Geschichtsgl\u00e4ttung und Nostalgie wohl nicht zu Unrecht. So hilfsbereit und solidarisch die oft exzentrischen Bewohner der Siedlung untereinander sein konnten, waren k\u00f6rperliche Gewalt und Kleinkriminalit\u00e4t an der Tagesordnung. \u00dcberm\u00e4\u00dfiger Alkoholkonsum war g\u00e4ngige Praxis. Die Stra\u00dfen waren nicht asphaltiert. Flie\u00dfendes Wasser, Kanalisation und Sanit\u00e4ranlagen gab es ebenso wenig wie eine regul\u00e4re Stromversorgung. Sogar die Versorgung mit Trinkwasser war lange prek\u00e4r, was die st\u00e4ndige Gefahr von Seuchen mit sich brachte.<\/p>\n<p>Viele, nicht aber alle Bewohner waren arbeitslos oder kriminell. Es waren vielfach Menschen, die durch das System fielen, die sich in der Bocksiedlung niederlie\u00dfen. Das falsche Parteibuch zu haben konnte gen\u00fcgen, um im Innsbruck der 1930er keinen Wohnraum ergattern zu k\u00f6nnen. Karl Jaworak, der 1924 ein Attentat auf Bundeskanzler Ignaz Seipel ver\u00fcbte, lebte nach seiner Haft und Deportation in ein Konzentrationslager w\u00e4hrend des NS-Regimes ab 1958 an der Adresse Reichenau 5a.<\/p>\n<p>Die Ausstattung der Behausungen der Bocksiedlung war ebenso heterogen wie die Bewohner. Es gab Wohn- und Zirkusw\u00e4gen, Holzbaracken, Wellblechh\u00fctten, Ziegel- und Betonh\u00e4user. Die Bocksiedlung hatte auch keine fixen Grenzen. <em>Bockala<\/em> zu sein war in Innsbruck ein sozialer Status, der zu einem gro\u00dfen Teil in der Imagination der Bev\u00f6lkerung entstand.<\/p>\n<p>Innerhalb der Siedlung kam es zu Vermietung und Verkauf der errichteten H\u00e4user und W\u00e4gen. Unter Duldung der Stadt Innsbruck entstanden ersessene Werte. Die Bewohner bewirtschafteten Selbstversorgerg\u00e4rten und hielten Vieh, auch Hund und Katze standen in kargen Zeiten am Speiseplan.<\/p>\n<p>Die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges versch\u00e4rften die Wohnsituation in Innsbruck und lie\u00dfen die <em>Bocksiedlung<\/em> wachsen. Um die 50 Unterk\u00fcnfte sollen es am H\u00f6hepunkt gewesen sein. Auch die Baracken des Konzentrationslagers Reichenau wurden als Schlafpl\u00e4tze genutzt, nachdem die letzten inhaftierten Nationalsozialisten, die dort verwahrt wurden, verlegt oder freigelassen worden waren, allerdings z\u00e4hlte das KZ nicht zur Bocksiedlung im engeren Sinn.<\/p>\n<p>Der Anfang vom Ende waren die Olympischen Spielen von 1964 und ein Brand in der Siedlung ein Jahr zuvor. B\u00f6se Zungen behaupten, dieser sei gelegt worden, um die R\u00e4umung zu beschleunigen.\u00a0 1967 verhandelten B\u00fcrgermeister Alois Lugger und Johann Bock, Erz\u00e4hlungen nach in alkoholgeschw\u00e4ngerter Atmosph\u00e4re, \u00fcber das weitere Vorgehen und Entsch\u00e4digungen seitens der Gemeinde f\u00fcr die R\u00e4umung. 1976 wurden die letzten Quartiere wegen hygienischer M\u00e4ngel ger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Viele ehemalige Bewohner der <em>Bocksiedlung<\/em> wurden nach den Olympischen Spielen in st\u00e4dtische Wohnungen in Pradl, der Reichenau und im <em>O-Dorf<\/em> einquartiert. Die Sitten der <em>Bocksiedlung<\/em> lebten noch einige Jahre fort, was den schlechten Ruf der st\u00e4dtischen Wohnbl\u00f6cke dieser Stadtviertel bis heute ausmacht.<\/p>\n<p>Eine Aufarbeitung dessen, was von vielen Historikern als <em>Austrofaschismus<\/em> bezeichnet wird, ist in \u00d6sterreich bisher kaum passiert. So sind in der Kirche St. Jakob im Defereggen in Osttirol oder in der Pfarrkirche Fritzens noch Bilder mit Dollfu\u00df als Besch\u00fctzer der katholischen Kirche mehr oder minder unkommentiert zu sehen. In vielen Belangen reicht das Erbe der gespaltenen Situation der Zwischenkriegszeit in die Gegenwart. Bis heute gibt es rote und schwarze Autofahrerclubs, Sportverb\u00e4nde, Rettungsgesellschaften und Alpinverb\u00e4nde, deren Wurzeln in diese Zeit zur\u00fcckreichen.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Bocksiedlung wurde in vielen Interviews und m\u00fchsamer Kleinarbeit vom Stadtarchiv f\u00fcr das Buch \u201e<em>Bocksiedlung. Ein St\u00fcck Innsbruck<\/em>\u201c des Stadtarchivs lesenswert aufbereitet.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;%22Kinder sparen f\u00fcr ein Schwein%22&#8243; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Kinder sparen f\u00fcr ein Schwein&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62677&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Erschienen: Innsbrucker Nachrichten \/ 21. August 1937<\/strong><\/p>\n<p>Die Familie Spinnenhirn &#8211; der Leser m\u00f6ge diesen Namen verzeihen, aber so hei\u00dfen die Leute nun einmal, und warum eigentlich sollen sie so nicht hei\u00dfen? &#8211; ist von der Stadt hinaus aufs Land gezogen. Sie besteht aus Vater, Mutter und vier Kindern, die die Vornamen Fritz, Wolfgang, Herzelinde und Henriette f\u00fchren. Das Haupt der Familie ist Schriftsteller, um nicht zu sagen Dichter. Dieser Dichter bringt sich und seine Lieben schlecht und recht durchs Leben mit den Ergr\u00e4gnissen seiner Feder, die bei Zeitungen und Zeitschriften, bei Buchverlagen und Rundfunk nicht unbeliebt sind. Der Beruf des Dichters Spinnenhirn ist nicht ortsgebunden, er kann von \u00fcberall her ausge\u00fcbt werden, denn die Post sorgt in vorbildlicher Weise daf\u00fcr, da\u00df das, was das Hirn von Herrn Spinnenhirn abends ausdenkt, schon am anderen Morgen auf den Schreibtischen der Redaktionen lastet. Und so hat unser Dichter beschlossen, mit seiner Familie lieber in der guten Landluft naturnah zu leben , als in der Dunstsph\u00e4re der Stadt.<\/p>\n<p>Die vier Dichterskinder f\u00fchlen sich wohl in den l\u00e4ndlichen Verh\u00e4ltnissen. Die weiten Fl\u00e4chen der gr\u00fcnen Wiesen geben bessere Spielpl\u00e4tze ab als die H\u00f6fe, die zwischen hohen H\u00e4usern eingeklemmt sind. Die Dorfkinder in ihrer Unverbogenheit, Frische und Derbheit bedeuten pr\u00e4chtige Spielkameraden. Das ungehemmte Licht der Sonne und das einpr\u00e4gsame Gesicht einer sch\u00f6nen Landschaft machen die Kinder hell und frei. Nur eines empinden die Spinnenhirnkinder als Mangel, wenn sie die Verh\u00e4ltnisse, in denen sie leben, vergleichen mit denen der Dorfbewohner, n\u00e4mlich da\u00df die Bauern milchspendende K\u00fche besitzen, w\u00e4hrend ihre Elter die Milch literweise kaufen m\u00fcssen, da\u00df die Bauern Korn von den Feldern ernten, w\u00e4hrend sie um jedes Kilo Mehl zum H\u00e4ndler gehen m\u00fcssen, da\u00df die Bauern Schweine schlachten k\u00f6nnen, w\u00e4hren sie den Metzger behelligen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eines Tages tritt Fritz, der Aelteste, Zw\u00f6lfj\u00e4hrige , hinein in die Dichterstube, wo Vater Spinnenhirn &#8211; zu seinen Ehren sei es gesagt &#8211; nicht nur mit dem Hirn, sondern auch mit dem Herzen arbeitet, und sagt: &#8222;Vater, kauf eine Sau!&#8220; &#8222;Ich bin Dichter und nicht Viehh\u00e4ndler&#8220;, entgegnet Vater Spinnenhirn und denkt, mit diesen Worten seinen Kronprinzen mattgesetzt zu haben, doch er hat sich geirrt.\u00a0&#8222;Auch Dichter essen gerne Schweinebraten&#8220;, philosophiert Fritz.\u00a0&#8222;Das ist richtig&#8220;, meint Vater Spinnenhirn, &#8222;wir kaufen demn\u00e4chst wieder ein Kilo Schweinefleisch, eine ganze Sau aber ist f\u00fcr einen Dichter unerschwinglich&#8220;.<\/p>\n<p>Fritz zieht sich zur\u00fcck. Soviel wei\u00df er l\u00e4ngst, da\u00df Dichter unm\u00f6glich viel Geld haben k\u00f6nnen, wenn sie echte Dichter sind, und da\u00df man ohne Geld keine Sau kaufen kann, das vermag er ebenfalls zu begreifen. Die Tatsache, da\u00df Dichter und Dichterskinder nicht wie Bauern und Bauernkinder in den Genu\u00df eines Schweines kommen k\u00f6nnen, d\u00fcnkt Fritz eine schreiende Ungerechtigkeit, und weil er &#8211; wie die meisten Buben in seinem Alter &#8211; einen ausgesprochenen Sinn f\u00fcr Gerechtigkeit besitzt, wird ihm diese Tatsache zum Notstand, den er wenden mu\u00df. Fritz Spinnenhirn denkt bei Tag und Nacht an der Angelegenheit herum und schlie\u00dflich findet er eine L\u00f6sung, die er mit jugendlichem Ungest\u00fcm in die Wirklichkeit umsetzt. Zu Helfern hat er seine drei Geschwister ausersehen, die von seinen Absichten begeistert sind. Sie beschlie\u00dfen bei der Durchf\u00fchrung ihrer Pl\u00e4ne nach zwei Grunds\u00e4tzen zu handeln: Erstens, z\u00e4h, ausdauern und ohne falsche Scham zu sein, und zweitens ihren Eltern nichts zu sagen, damit die Freude und \u00dcberraschung f\u00fcr sie nachher umso gr\u00f6\u00dfer wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst setzen die beiden Buben Fritz und Wolfgang ihre Laubs\u00e4gewerkzeuge in T\u00e4tigkeit und basteln vier Holzh\u00e4uslein zurecht, in deren Dach je ein Schlitz an Stelle des Schornsteins angebracht ist. Diese Schlitze sind die einzige Oeffnung , die ins Innere der vier H\u00e4uslein f\u00fchren, alles andere ist fest ineinandergef\u00fcgt, vernagelt und verleimt. Das bedeutet, da\u00df nichts aus den H\u00e4uslein heraus kann, was einmal hineingekommen ist; man mu\u00df sie sp\u00e4ter aufbrechen, wenn man in den Genu\u00df ihres Inhalts gelangen will . Die beiden M\u00e4dchen Herzelinde und Henriette, neun und sieben Jahre alt, bemalen die H\u00e4uslein mit leuchtenden Farben. Auf jedem H\u00e4uslein prangen die Ueberschriften: \u201eVilla Fritz&#8220; und \u201eVilla Wolfgang&#8220;, \u201eVilla Herzelinde&#8220; und \u201eVilla Henriette&#8220;. Sie h\u00e4tten zwar noch lieber \u201eSau -Sparkasse&#8220; draufgeschrieben, aber sie lie\u00dfen es bleiben, weil sonst ihre Eltern gemerkt h\u00e4tten, was gespielt wurde.<\/p>\n<p>Nunmehr lautet die Losung, m\u00f6glichst viel Inhalt in die H\u00e4uslein hineinzubekommen. Wenn Fritz f\u00fcr seinen Vater zur Post gehen mu\u00df, sagt er \u201edas kostet zehn Groschen &#8222;und h\u00e4lt ihm die \u201eVilla Fritz&#8220; unter die Nase. Vater Spinnenhirn wirft auch gew\u00f6hnlich zehn Groschen in den Schlitz, weil er auf dem Standpunkt steht, da\u00df man den Sparsinn bei Kindern f\u00f6rdern mu\u00df. Zehn Groschen\u00a0 kann man fast immer entbehren. Wenn Wolfgang irgendwo ein ungeputztes Fahrrad stehen sieht, macht er den Besitzer ausfindig und erbietet sich, f\u00fcr drei\u00dfig Groschen das Fahrrad zu reinigen. Er bekommt viele Auftr\u00e4ge, weil sich gerne jedermann von solchen Besch\u00e4ftigungen dr\u00fcckt. Da er sauber arbeitet, wird W\u00f6lfgang ein vielbesch\u00e4ftigter Mann, dem bald kein Fahrrad mehr in der ganzen Gegend fremd ist. Die \u201eVilla Wolfgang&#8220; wird zunehmend gewichtiger. Wenn Herzelinde Staub wischen oder Schuhe putzen mu\u00df, kostet das jeweils zehn Groschen, die in den Schlitz der \u201eVilla Herzelinde&#8220; wandern. Mama Spinnenhirn steht bez\u00fcglich des Sparens\u00a0 auf dem gleichen Standpunkt wie ihr Ehegatte. Henriette, das Nesth\u00e4kchen, lernt in der Schule gut. Wenn sie eine ausgezeichnete Note mit nach Hause bringt, fordert sie von ihren Eltern daf\u00fcr klingenden Lohn, der dann im Bauch der \u201eVilla Henriette&#8220; verschwindet . Oft bekommt sie sowohl Samstag vom Vater wie von der Mutter diesen klingenden Lohn, weil die kleine Schlaubergerin beide unabh\u00e4ngig voneinander bearbeitet.<\/p>\n<p>Wenn es im Dorf etwas zu tun gibt, dann sind die Spinnenhirnkinder dabei. Das Essen, das man ihnen als Entgelt f\u00fcr ihre Dienstleistungen anbietet, lehnen sie jeweils freundlich, aber entschieden ab. Zu essen bek\u00e4men sie genug zu Hause. Aber ein paar Groschen f\u00fcr ihre Sparkasse nehmen sie gerne an. Und diese Groschen bekommen sie fast immer, denn gerade die Bauern haben einen ausgepr\u00e4gten Sinn f\u00fcr Sparsamkeit.<\/p>\n<p>Es gibt keine Gelegenheit, die Fritz und Wolfgang, Herzelinde und Henriette vor\u00fcbergehen lassen, um kleine \u2014 und noch besser gr\u00f6\u00dfere Betr\u00e4ge f\u00fcr ihre \u201eVillen&#8220; zu bekommen. Ihr Ehrgeiz w\u00e4chst, ihr Sparsinn wird ausgebildet, ihre Einstellung zum Leben wird reifer, ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr jegliche Arbeit ausgepr\u00e4gter, ihr Verh\u00e4ltnis um Geld durchdachter, sie k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich ihren Vater verstehen, wenn er sich Brotsorgen macht. Sie haben erfahren, da\u00df es nicht leicht ist, Geld zu verdienen, und sie lernen aus dieser Erfahrung, da\u00df man Achtung haben mu\u00df vor jeder Art flei\u00dfiger Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Die \u201e Villa Wolfgang&#8220; ist zuerst voll. Ihr Besitzer l\u00e4\u00dft aber nicht in seinem Spareifer nach, sondern hilft seiner kleinen Schwester Henriette, da\u00df auch ihre \u201eVilla&#8220; voll wird. Dann ist bald auch die \u201eVilla Fritz&#8220; so weit , und mit aller Unterst\u00fctzung die \u201eVilla Herzelinde&#8220;. Nach sieben Monaten haben es die Kinder geschafft. Sie k\u00f6nnen die D\u00e4cher ihrer vier Sparkassen abdecken. Sie haben ann\u00e4hernd zweihundert Schilling zusammengebracht . Sie sind selbst erstaunt \u00fcber diese Summe.<\/p>\n<p>Noch mehr aber wundert sich der Metzger, der mit Schweinen handelt und der bei den Bauern der Gegend hausschlachtet. Als Fritz und Wolfgang, Herzelinde und\u00a0 Henriette bei ihm erscheinen, um ein Schwein zu kaufen, erkundigt er sich, wo sie das Geld herhaben und wie sie auf diesen Einfall gekommen sind. Er hat seine helle Freude an den Kindern. Das Ende vom Lied ist, da\u00df er den vier Kindern eine pr\u00e4chtige Dreizentnersau zum Selbstkostenpreis abgibt, und da\u00df er sich erbietet, diese Dreizentnersau zu schlachten, ohne Schlachtgeld zu verlangen. Am meisten erstaunt und erfreut sind allerdings die Eltern Spinnenhirn, als ihnen das von ihren Kindern gekaufte Borstentier geschlachtet ins Haus gebracht wird. Es gibt eine Schlacht-Partie wie noch nie. Die Eltern sind m\u00e4chtig stolz auf solche Kinder und auch die Kinder selbst sind unb\u00e4ndig stolz auf ihre sch\u00f6ne Leistung. So ist der Dichter Spinnenhirn doch noch zu einer Dreizentnersau gekommen. Und die vier Dichterskinder bauen bereits wieder neue und gr\u00f6\u00dfere Sparkassenh\u00e4uslein, weil sie den Wert des Geldes und den Sinn des Sparens kennen gelernt haben.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Quartiere der ausw\u00e4rtigen Heimwehrm\u00e4nner&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Quartiere der ausw\u00e4rtigen Heimatwehrm\u00e4nner.&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;65655&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<div class=\"et_pb_module et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_dark\">\n<div class=\"et_pb_text_inner\">\n<p>Erschienen: Innsbrucker Nachrichten \/ 8. November 1928<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Landesleitung der Tiroler Heimatwehr teilt mit: Vielfache Anfragen, die an uns ergangen sind, beweisen die lebhafte Anteilnahme, die man in allen vaterl\u00e4ndischen Kreisen der Bev\u00f6lkerung dem kommenden Heimatwehr-Aufmarsch entgegenbringt. Mancher erwartet an diesem Tage alte Freunde und Bekannte wiederzusehen, oder Verwandte aus anderen Bundesl\u00e4ndern bei dieser Gelegenheit in Innsbruck begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Um der Innsbrucker Bev\u00f6lkerung eine leichtere Verst\u00e4ndigung mit unseren G\u00e4sten zu erm\u00f6glichen, geben wir heute die Quartiere bekannt, die den einzelnen Landesleistungen f\u00fcr ihre Leute zugewiesen sind:<\/p>\n<p>Steiermark: Kloster Wilten, Servitenkloster, Jugendheim St. Bartlm\u00e4, Gasth\u00e4user Bierstindl, Riese Haymon, Tivoli, Buchhof, Sonnenburgerhof, Ferrarihof, Flughafen, Schlo\u00df Amras<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Jugendliche Einbrecherbande&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Artikel Jugendliche Einbrecherbande&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;66823&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><strong>Allgemeiner Tiroler Anzeiger \/ 3. Februar 1937<\/strong><\/p>\n<p>Die Innsbrucker Kriminalpolizei hat wie berichtet, zwei Burschen im Alter von 15 und 16 Jahren verhaftet, die im Schlachthofblock wohnten und seit l\u00e4nger als einem halben Jahr von dort aus ihre Raubz\u00fcge unternahmen. Sie bildeten einen wahren Schrecken f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsleute der ganzen Gegend und hatten dabei noch die Frechheit, sich anderen Burschen gegen\u00fcber ihrer Verbrechen zu r\u00fchmen. Bisher konnten ihnen folgende Einbr\u00fcche nachgewiesen werden: Filiale der Therese M\u00f6lk, Viaduktbogen 5 gr\u00f6\u00dfere Mengen Lebensmittel, Sardinen, Salami usw.); Lebensmittelhandlung Ischia u. Co., Erzherzog-Eugen-Stratze (Wermutwein und gr\u00f6\u00dfere Mengen Sardinen): Trafik Plattner, Erzherzog-Eugen-Stra\u00dfe (Zigaretten. Schokolade und Geld); Magazin des Stadtbauamtes im Viadukt bogen (mehrere S\u00e4cke Steinkohlen): Metzgermeister Tschon, Schlachthofblock (Wurstwaren): Gemischtwarenhandlung Rufinatscher im Schlachthofblock (gr\u00f6\u00dfere Menge Lebensmittel); zwei Magazinseinbr\u00fcche bei der Firma M\u00f6lk (einige Lebensmittel, sie konnten nicht mehr mitnehmen, weil sie beide Male verscheucht wurden); Auslageneinbruch am Hindenburgplatz (mehrere Flaschen Lik\u00f6re, Zuckerwaren und Schokolade); Auslageneinbruch bei \u201eFrifa&#8220;, Wilhelm- Greil-Stra\u00dfe (mehrere Handtaschen, Brieftaschen und Geldtaschen): Auslageneinbruch in der Maria-Theresien[1]Stra\u00dfe bei der Firma Dannhauser (Hemden, Pullover, Krawatten usw.); Auslageneinbruch im Spielwarengesch\u00e4ft Hammerle, Maria-Theresien-Stra\u00dfe (Spielwaren): Auslageneinbruch in der Trafik Sailer in der Pfarrgaffe (hier wurden sie verscheucht); ferner Gelegenheitsdiebst\u00e4hle in den Gemischtwarenhandlungen Stauder und Sterzinger in der Pradler Stra\u00dfe (Lebensmittel), Gemischtwarenhandlung Mayer in der Weyerburggasse (Zigaretten), Kohlenhandlung Kritzinger in der Defreggerstra\u00dfe (Kohlen). Ein Teil der entwendeten Gegenst\u00e4nde wurde von der Polizei sichergestellt, die Lebensmittel, Rauchwaren und Kohlen haben die Buben verraucht oder verkauft.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;83&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The interwar period is one of the most contradictory and difficult to categorise chapters in Austrian history. <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":61217,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,90],"tags":[],"class_list":["post-54448","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-20-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54448"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54448\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61217"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}