{"id":54454,"date":"2024-05-14T07:27:30","date_gmt":"2024-05-14T07:27:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54454"},"modified":"2025-03-20T10:35:31","modified_gmt":"2025-03-20T10:35:31","slug":"theodor-prachensky-beamter-zwischen-monarchie-und-republik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/theodor-prachensky-beamter-zwischen-monarchie-und-republik\/","title":{"rendered":"Theodor Prachensky: Civil servant between monarchy and republic"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Theodor Prachensky: Beamter zwischen Monarchie und Republik<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/1D89CB44-4B9C-4257-9630-49CD9E21AD10-scaled.jpeg&#8220; title_text=&#8220;1D89CB44-4B9C-4257-9630-49CD9E21AD10&#8243; _builder_version=&#8220;4.26.1&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Theodor Prachensky: Beamter zwischen Kaiser und Republik&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Theodor Prachensky: Beamter zwischen Kaiser und Republik&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53752&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Ab der zweiten H\u00e4lfte der 1920er Jahre wurden gro\u00dfe Wohnbauprojekte umgesetzt, um die gr\u00f6\u00dfte Not der vielen Innsbrucker, die in Baracken oder bei Verwandten auf engstem Raum wohnten, zu lindern. Ganze Stadtviertel entstanden neu mit Kinderg\u00e4rten und Schulen. Sport- und Freizeitst\u00e4tten wie das Tivoli oder das St\u00e4dtische Hallenbad entstanden. Einer der Baumeister, der Innsbruck in dieser Zeit nachhaltig ver\u00e4nderte war Theodor Prachensky (1888 \u2013 1970).<\/p>\n<p>Als Mitarbeiter des Bauamtes Innsbruck zwischen 1913 und 1953 war er f\u00fcr Wohnbau- und Infrastrukturprojekte verantwortlich. Die von ihm umgesetzten Projekte sind nicht so spektakul\u00e4r wie die Bergstationen seines Schwagers Baumann. Prachenskys Bauten, die die Zeit \u00fcberdauerten, wirken vielfach n\u00fcchtern und rein funktionell. Sieht man sich aber seine Zeichnungen im Archiv f\u00fcr Baukunst der Universit\u00e4t Innsbruck an, erkennt man, dass Prachensky mehr K\u00fcnstler als Techniker war, wie auch seine Malereien beweisen. Viele seiner spektakul\u00e4ren Entw\u00fcrfe wie das <em>Sozialdemokratische Volkshaus<\/em> in der Salurnerstra\u00dfe, sein <em>Kaisersch\u00fctzendenkmal<\/em> oder die <em>Friedens- und Heldenkirche<\/em> wurden nicht umgesetzt. Innsbruck beherbergt mit den gro\u00dfen Wohnanlagen der 1920er und 30er Jahre, der <em>Krieger-Ged\u00e4chtniskapelle<\/em> am Pradler Friedhof und dem alten Arbeitsamt (<em>Anm.: heute eine Au\u00dfenstelle Universit\u00e4t Innsbruck hinter dem aktuellen AMS-Geb\u00e4ude in Wilten<\/em>) viele Geb\u00e4ude Prachenskys, die die Zeitgeschichte der Zwischenkriegszeit und die wechselhaften politischen und staatlichen Einfl\u00fcsse, unter denen er selbst als Person stand, dokumentieren.<\/p>\n<p>Seine Biografie liest sich wie ein Abriss der \u00f6sterreichischen Geschichte des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Prachensky war als Architekt und Beamter unter f\u00fcnf unterschiedlichen Staatsmodellen t\u00e4tig. Der K.u.K. Monarchie folgte die Erste Republik, die vom autorit\u00e4ren St\u00e4ndestaat abgel\u00f6st wurde. 1938 kam es zum Anschluss an Nazideutschland. 1945 wurde mit Kriegsende die Zweite Republik ausgerufen.<\/p>\n<p>1908 schloss Prachensky die baugewerbliche Abteilung der Gewerbeschule Innsbruck, heute die HTL, ab. Von 1909 arbeitete er teilweise gemeinsam mit Franz Baumann, dessen Schwester Maria er 1913 heiraten sollte, beim renommierten Architekturb\u00fcro Musch &amp; Lun in Meran, damals ebenfalls noch Teil der K.u.K. Monarchie. Privat war das Jahr 1913 f\u00fcr ihn wegweisend: Theodor und Maria heirateten, starteten das private Bauprojekt des Eigenheims <em>Haus Prachensky<\/em> am Berg Isel Weg 20 und der frischgebackene Familienvater trat seinen Dienst beim Stadtmagistrat Innsbruck unter Oberbaurat Jakob Albert an. Anstatt sich nach dem Krieg in der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Privatwirtschaft durchschlagen zu m\u00fcssen, stand Prachensky im \u00f6ffentlichen Dienst. Die wichtigen, vom sozialdemokratischen Gedanken beeinflussten Projekte konnten erst nach den ersten und schwierigsten, von der Inflation und der Versorgungsknappheit charakterisierten Nachkriegsjahren begonnen werden. Den Anfang machte der <em>Schlachthausblock<\/em> im Saggen zwischen 1922 und 1925. Es folgten mehrere Infrastrukturprojekte wie der <em>Mandelsbergerblock<\/em>, der P<em>embaurblock<\/em> und der Kindergarten und die Hauptschule in der Pembaurstra\u00dfe, die vor allem f\u00fcr die sozial Schw\u00e4cheren und die vom Krieg und der Nachkriegszeit betroffenen Arbeiterschicht gedacht waren. Auch das 1931 entworfene Arbeitsamt war eine wichtige Neuerung im Sozialwesen. Seit der Republikgr\u00fcndung 1918 half das Arbeitsamt bei der Vermittlung von Arbeitssuchenden und Arbeitgebern und der Eind\u00e4mmung der Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>In den Jahren der Wirtschaftskrise in den 1930ern nahm seine Bedeutung nochmal zu. Eine weitere Z\u00e4sur in Prachenskys Werdegang stellten die n\u00e4chsten Wechsel der Regierungsform \u00d6sterreichs dar. Trotz dem Rechtsruck unter Dollfu\u00df samt Verbot der Sozialdemokratischen Partei 1933 und dem Anschluss von 1938 konnte er als leitender Beamter im \u00f6ffentlichen Dienst bleiben. Prachensky setzte gemeinsam mit Jakob Albert ab 1939 die als S\u00fcdtiroler Siedlungen bekannt gewordenen Wohnbl\u00f6cke unter den Nationalsozialisten um. Er selbst war, anders als mehrere Mitglieder seiner Familie, niemals Mitglied oder Unterst\u00fctzer der NSDAP.<\/p>\n<p>Gro\u00dfen Einfluss auf sein Wirken als Architekt und Stadtplaner gem\u00e4\u00df der internationalen sozialdemokratisch orientierten Architektur hatte wohl sein Vater Josef Prachensky, der als einer der Gr\u00fcnder der Sozialdemokratie in Tirol in die Landesgeschichte einging.<\/p>\n<p>Neben der politischen Gesinnung des Vaters hatten auch die verschwundene Habsburgermonarchie und die Eindr\u00fccke des Milit\u00e4rdienstes im Ersten Weltkrieg Einfluss auf Prachensky. Obwohl er laut Eigenaussage Kriegsgegner war, meldete er sich 1915 als Einj\u00e4hrig-Freiwilliger bei den Tiroler Kaiserj\u00e4gern zum Kriegsdienst. Vielleicht waren es die Erwartungen, die w\u00e4hrend des Krieges an ihn als Beamten herangetragen wurden, vielleicht die allgemeine Begeisterung, die ihn zu diesem Schritt bewogen, die Aussagen und die Tat sind widerspr\u00fcchlich. Die Kriegerged\u00e4chtnis-Kapelle am Pradler Friedhof und das gemeinsam mit Clemens Holzmeister entworfene Kaisersch\u00fctzenkapelle am Tummelplatz sowie seine nicht umgesetzten Entw\u00fcrfe f\u00fcr ein Kaiserj\u00e4ger Denkmal und die <em>Friedens- und Heldenkirche Innsbruck<\/em>, sind wohl Produkte der Lebenserfahrung Prachenskys.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb er acht weitere Jahre als Oberbaurat der Stadt Innsbruck t\u00e4tig. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Bauplaner und Architekt war Prachensky begeisterter Maler. Er starb mit 82 Jahren in Innsbruck. Seine S\u00f6hne, Enkel und Urenkel f\u00fchrten sein kreatives Erbe als Architekten, Designer, Fotografen und Maler in verschiedenen Disziplinen fort. 2017 wurden Teile des generationen\u00fcbergreifenden Werks der K\u00fcnstlerfamilie Prachensky in der ehemaligen Bierbrauerei <em>Adambr\u00e4u<\/em> mit einer Ausstellung gezeigt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; 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