{"id":54604,"date":"2024-05-14T14:19:37","date_gmt":"2024-05-14T14:19:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54604"},"modified":"2026-04-22T08:45:19","modified_gmt":"2026-04-22T08:45:19","slug":"petrus-canisius-und-die-jesuiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/petrus-canisius-und-die-jesuiten\/","title":{"rendered":"Petrus Canisius and the Jesuits"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Petrus Canisius und die Jesuiten<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Jesuitenkirche-Innsbruck-1.jpg&#8220; alt=&#8220;Jesuitenkirche Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Jesuitenkirche Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Petrus Canisius und die Jesuiten&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Petrus Canisius und die Jesuiten&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53640&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Franziskaner, Pr\u00e4monstratenser, Karmeliten, Serviten, Kapuziner, Ursulinen. Wer Innsbruck besucht, spaziert, meist unbewusst, an vielen Kl\u00f6stern vorbei. Der politisch und gesellschaftlich wohl einflussreichste Orden der Stadtgeschichte seit dem 16. Jahrhundert waren die Jesuiten. Die \u201e<em>Soldaten Christi<\/em>\u201c wurden vom spanischen Adeligen Ignatius von Loyola (1491 \u2013 1556) 1540 gegr\u00fcndet. Loyola war ein sittenstrenger Reformator und einflussreicher Kirchenpolitiker, der Zugang zu den h\u00f6chsten Zirkeln der Macht seiner Zeit hatte. Er wollte die Kirche ver\u00e4ndern, anders als Luther aber nicht ohne den Papst als Oberhaupt. Auch eine Aufl\u00f6sung des Eigentums der Kl\u00f6ster stand nicht am Programm. Erneuerung des Glaubens von oben nach unten anstatt Zerst\u00f6rung der bestehenden Ordnung war die Devise der <em>Societas Jesu<\/em>. Der Orden gewann schnell an Einfluss. Aus dem milit\u00e4rischen Bereich \u00fcbernommene Organisation und Struktur, die Verbindung humanistischer Lehren und katholischer Traditionen, ein Faible f\u00fcr Wissenschaft und Bildung in Kombination mit einer mystisch anmutende Volksfr\u00f6mmigkeit machten sie f\u00fcr viele Menschen, die vom mittelalterlichen Sittenverfall des Klerus entt\u00e4uscht waren, attraktiv. Die Jesuiten waren mit diesen Merkmalen am Puls einer Zeit, die von neuen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen gepr\u00e4gt war. Sie nutzten wie protestantische Reformatoren geschickt das neue Medium Buchdruck, um ihre Schriften zu verbreiten. Sie stellten die konfessionelle Fortsetzung der gesellschaftlichen Durchdringung durch den Staat, New Media und der doppelten Buchhaltung dar. Religi\u00f6ser Beistand war h\u00f6chst willkommen. Die politische Situation im Heiligen R\u00f6mischen Reich war Mitte des 16. Jahrhunderts reich an Krisen. Italien war nach den Kriegen zwischen Frankreich und den Habsburgern arg in Mitleidenschaft gezogen. Gro\u00dfe Handelskonzerne wie die Fugger und die Welser gewannen immer mehr Einfluss. Die deutschen L\u00e4nder hatten unter den Bauernkriegen gelitten. Die Inflation bedrohte und die vielen technischen Neuerungen der Zeit um 1500 machten vielen Menschen Angst. Wie aber sollte man den Zorn Gottes ob der Verfehlungen der Renaissancep\u00e4pste und das drohende Ende der Welt abwenden, wenn nicht durch sittliche Besserung moralisches Leben nach den Lehren Christi?<\/p>\n<p>Ein eifriger F\u00f6rderer der Jesuiten in Tirol war der Landesf\u00fcrst und sp\u00e4tere Kaiser Ferdinand I. Er war wie Ignatius von Loyola in Spanien aufgewachsen. Mit den Sitten der Deutschen und der in Spanien nicht existenten Reformationsbewegung hatte er ebenso seine Schwierigkeiten wie mit der Sprache. Die Tiroler Bev\u00f6lkerung auf der anderen Seite fremdelte mit ihrem Landesf\u00fcrsten, den man mit seinem fremdl\u00e4ndischen Hofstaat leicht mit einer Besatzungsmacht verwechseln konnte. Ein verbindendes Element zwischen den beiden Welten war die r\u00f6mische Kirche, speziell der moderne Jesuitenorden. Der wahrscheinlich bedeutendste jesuitische Theologe war Petrus Canisius (1521 \u2013 1597). Er wuchs als Peter Kanis in einem Haushalt der gehobenen Mittelschicht in den Niederlanden auf. Sein Vater war B\u00fcrgermeister von Nimwegen. Bereits in fr\u00fcher Jugend machte der sp\u00e4tere Kirchenstratege erste Erfahrungen mit der hohen Politik und lernte h\u00f6fisches Benehmen, bevor er nach K\u00f6ln ging, um zu studieren. Canisius war der das erste Ordensmitglied auf dem Gebiet des Heiligen R\u00f6mischen Reiches. Der intelligente und gebildete junge Mann legte eine steile Karriere hin. Ferdinand berief ihn nach Wien, wo er als bisch\u00f6flicher Administrator und an der Universit\u00e4t f\u00fcr Ordnung sorgen sollte. Eine seiner Hauptt\u00e4tigkeiten an der Uni neben Lehre und Forschung war das Ausfindigmachen und Verh\u00f6ren des Protestantismus verd\u00e4chtiger Universit\u00e4tsangeh\u00f6riger. Canisius verbrachte auch einige Jahre in Innsbruck. Eigentlich h\u00e4tten die Jesuiten in die fertiggestellte Hofkirche einziehen sollen, um die Chorgebete f\u00fcr Maximilian I. an dessen Grabst\u00e4tte zu \u00fcbernehmen. Dies lehnte Canisius als oberster Vertreter des Ordens n\u00f6rdlich der Alpen h\u00f6flich, aber bestimmt ab. 1563 schaffte es der Kaiser doch noch ihn in die Alpen zu locken. Der Gelehrte sollte ihm als Berater und Consultant f\u00fcr einen Disput mit dem Papst am Konzil von Trient beistehen. F\u00fcr Ferdinand verfasste er eine Gebetsanleitung, um den F\u00fcrsten auf den rechten Weg zu bringen. Der Aufenthalt Petrus Canisius machte Innsbruck im 16. Jahrhundert zu einem der theologischen Zentren der deutschsprachigen Welt. Im Oktober 1571 erfuhr die Kirchengemeinde Wiltens aus seinem Mund vom Sieg der p\u00e4pstlich-kaiserlichen Flotte gegen die Osmanen bei Lepanto. Von der Kanzel herab verk\u00fcndete Canisius den Triumph der christlichen Streitkr\u00e4fte gegen die drohende Heidengefahr in der gr\u00f6\u00dften Seeschlacht der Geschichte im Stil eines katholischen Nachrichtensprechers. Sein Auftreten als Prediger und Gelehrter in der Stadt w\u00e4re mit einem Lehrauftrag Albert Einsteins an der Universit\u00e4t in den 1930er Jahren vergleichbar. Er selbst war von den frommen \u00c4lplern ebenfalls angetan.<\/p>\n<p><em>\u201eDas Tirolerland verdiene unsere besondere Aufmerksamkeit, denn es ist noch besser katholisch als irgendein anderes Gebiet Deutschlands und hat sich noch nicht so von den H\u00e4retikern umgarnen lassen wie die anderen L\u00e4nder. Wenn auch schon viele Orte verdorben sind, [\u2026]. Innsbruck ist \u2026 das Herz und das Leben des ganzen Landes.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch abseits des h\u00f6fischen Parketts machte der der Hofprediger eine gute Figur. W\u00e4hrend die Innsbrucker viele der anderen fremdl\u00e4ndischen Prediger und Berater, die sich am Hofe tummelten, misstrauisch be\u00e4ugten, war Canisius ein nahbarer Mann des Volkes. Im Auftrag des Herrn, oder besser gesagt seiner weltlichen und kirchlichen Herren, reiste er quer durch Europa. Wie Martin Luther schaute auch er \u201e<em>dem Volk aufs Maul<\/em>\u201c. Canisius soll \u00fcber 100.000 Kilometer zwischen den Niederlanden, Rom und Polen zur\u00fcckgelegt haben. Unterwegs \u00fcbernachtete er meist in einfachen Gasth\u00f6fen. Er wusste, wie wichtig es war, die Landbev\u00f6lkerung hinter sich zu bringen. W\u00e4hrend seine Br\u00fcder im fernen Indien missionierten, missionierte er gegen den Protestantismus in den deutschen L\u00e4ndern. Er erkannte, dass Predigten auf Latein nicht geeignet waren, um Bauern, Knechte und M\u00e4gde gegen die Bedrohung der r\u00f6mischen Kirche durch Luthers Protestantismus zu immunisieren.<\/p>\n<p>Die st\u00e4rkste und nachhaltigste S\u00e4ule im Kampf gegen die Reformatoren war die Bildung. Canisius sah viele Bisch\u00f6fe und Politiker als korrupt, moralisch verdorben und s\u00fcndhaft. Anstatt sie aber auszumerzen, sollten sie sich unter den Fittichen der Soldaten Jesu bessern. Die Jesuiten setzten durch die Er\u00f6ffnung neuer Kollegien auf eine bessere Ausbildung der Beamtenschaft, des Adels und des Klerus und h\u00f6here moralische, an den christlichen Wurzeln ausgerichtete Ma\u00dfst\u00e4be im Kirchenalltag. Zu diesem Zweck gr\u00fcndeten sie im ganzen Reich Kollegien. Protestantische L\u00e4nder und St\u00e4dte hatten begonnen <em>Deutsche Schulen<\/em>, Akademien und Gymnasien zu installieren. M\u00f6glichst viele Untertanen sollten lesen k\u00f6nnen, um Fr\u00f6mmigkeit und Seelenheil in der individuellen und unmittelbaren Bibellekt\u00fcre zu finden. Die Jesuiten hingegen konzentrierten sich auf die Elitenbildung und erlangten so nachhaltigen Einfluss in den Machtzentren der katholischen Staaten. Mit seinem <em>Katechismus<\/em> verfasste Petrus Canisius eine wichtige deutschsprachige Ideensammlung im katholischen Kampf gegen die Reformation, der schnell in alle europ\u00e4ischen Sprachen \u00fcbersetzt und lange als Leitfaden der katholischen Kirche galt. F\u00fcr unterschiedliche Audiences wurden zwischen 1555 und 1558 drei verschieden komplexe Varianten des Werkes geschaffen. Findige Herausgeber schufen f\u00fcr Analphabeten einen Bilderkatechismus, um die Ideen der Kirche unters Volk zu bringen. Bis weit ins 19. Jahrhundert, in manchen Regionen sogar bis nach dem 2. Weltkrieg, war der <em>Kanisi<\/em>, wie der Katechismus liebevoll genannt wurde, das einflussreichste religi\u00f6s-philosophische Werk in Tirol und Grundlage des Religionsunterrichts an Schulen. Canisius nutzte auch das neue Medium des Flugblattes, um m\u00f6glichst viele Menschen zu erreichen. Seine Schriften waren gemeinsam mit denen Luthers wahrscheinlich die meistgelesenen des 16. Jahrhunderts. Die Jesuiten gr\u00fcndeten in Innsbruck die Lateinschule, aus der sp\u00e4ter die Universit\u00e4t hervorgehen sollte. Das neue Bildungsinstitut hatte gro\u00dfe Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Hier wurde die Intelligenzia ausgebildet, die Innsbrucks Aufstieg zum Verwaltungs- und Wirtschaftsstandort erm\u00f6glichte. Neben Lehrst\u00fchlen an der Universit\u00e4t hatten sie auch das <em>Theresianum<\/em> \u00fcber. In den R\u00e4umlichkeiten des Franziskanerklosters wurden die adeligen Sch\u00fcler des Gymnasiums und Studenten von 1775 bis 1848 in h\u00f6fischen Sitten und tugendhaftem Benehmen unterrichtet und auf ihre berufliche Laufbahn vorbereitet. Die <em>Theresianische Ritterakademie<\/em> beherbergte die jungen M\u00e4nner und vermittelte diplomatische F\u00e4higkeiten wie Fremdsprachen und Tanz und milit\u00e4rische wie Fechten.\u00a0 Unter Josef II. kam es zu einer Unterbrechung ihrer T\u00e4tigkeit. Er entmachtete und enteignete kirchliche Orden, darunter auch die von ihm wenig geliebten Jesuiten, die auch vom Papst als zu m\u00e4chtig empfunden und deshalb verboten wurden. Die Universit\u00e4t Innsbruck wurde 1781 zu einem Lyzeum zur\u00fcckgestuft. Den freigewordenen Platz im Jesuitenkollegium nutzte man, um einen ersten botanischen Garten anzulegen. Als 1808 unter der bayerischen Verwaltung zwischenzeitlich auch das Theresianum aufgehoben wurde, erweiterte man die Gartenanlage. 1838 wurden die Jesuiten wieder nach Innsbruck berufen. 1910 musste der Garten im Rahmen des Schulneubaus nach H\u00f6tting umziehen.<\/p>\n<p>Durch das Netz aus einflussreichen Posten und den Einfluss auf das Bildungssystem wuchs der Orden rasch. Die Jesuiten schafften es vor allem w\u00e4hrend der Gegenreformation als treue Verb\u00fcndete der Dynastie ein besonderes Verh\u00e4ltnis zu den Habsburgern aufzubauen. Vielen Mitgliedern der Dynastie ist in ihrem Herrschen und Tun der Einfluss des Ordens anzumerken, bei dem sie ihre Bildung genossen. Jesuiten wie Bartholom\u00e4us Viller oder Wilhelm Lamormaini waren als Beichtv\u00e4ter und Berater der Habsburger in der Fr\u00fchen Neuzeit politisch einflussreich. Nicht umsonst sind die Jesuiten heute noch die Widersacher der Freimaurer in unz\u00e4hligen Verschw\u00f6rungstheorien und Romanen und gelten vielen als neuzeitliches \u00c4quivalent des James-Bond-B\u00f6sewichts. Sie waren Forschung, Wissenssammlung und Bildung gegen\u00fcber sehr aufgeschlossen und wollten die Welt im Sinne der christlichen Sch\u00f6pfung zu verstehen lernen. Das machte sie f\u00fcr Katholiken zu einem hippen Gegenpol sowohl zu den verstaubten bestehenden Orden wie auch den Protestanten. Glaube und Empirie verbanden sich zu einer Art vormodernen Wissenschaft, die Natur und Physik zu erkl\u00e4ren versucht. Die Sammlung Ferdinands II. auf Schloss Ambras zeugt vom Forschungsdrang der Zeit ebenso wie die heute absurd anmutenden alchemistischen Experimente, die Kaiser Matthias (1557 \u2013 1619) durchf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Bei aller Liebe f\u00fcr das Rationale kehrte unter den Jesuiten aber auch das Mystische wieder in den Kirchenalltag zur\u00fcck. Passionsspiele, Ostergr\u00e4ber, Prozessionen und Feiertage sollten die strengen Glaubensgrunds\u00e4tze in Schauspiel und Spektakel weich verpacken. <em>Work hard \u2013 play hard<\/em> war das Motto. Die Feierlichkeiten w\u00e4hrend Prozessionen arteten oft in rauschende Feste aus, bei denen es \u00e4hnlich wie bei heutigen Zeltfesten zu Schl\u00e4gereien, teils sogar zu tumultartigen und blutigen Szenen kam. Brot und Wein des Herrn wurden im Stil von Panem et Circenses (Brot und Spielen) des antiken Rom zelebriert. Petrus Canisius schrieb im Auftrag Ferdinands I. ein Buch \u00fcber ein Wunder in Seefeld mit dem klingenden Namen \u201e<em>Von dem hoch an weitberh\u00fcmpten Wunderzeichen so sich mit dem hochheiligsten Sacrament des Altars auff dem Seefeld in der f\u00fcrstlichen Graffschaft Tyrol Anno 1384 zugetragen und was man sonst darbey christlich und nutzlich zu bedenken hab<\/em>\u201c, um die dortige Wallfahrt anzuheizen.<\/p>\n<p>Der Jesuitenorden war, ganz dem Volksglauben verpflichtet, auch \u00fcberaus motiviert, wenn es um Verfolgung von Hexen und Andersgl\u00e4ubigen ging. Petrus Canisius war einer der Vordenker der fr\u00fchneuzeitlichen Hexenjagd:<\/p>\n<p><em>\u201e\u00dcberall bestraft man die Hexen, welche merkw\u00fcrdig sich mehren\u2026. Sie beneiden die Kinder um die Gnade der Taufe und berauben sie derselben. Kindesm\u00f6rderinnen befinden sich unter ihnen in gro\u00dfer Zahl\u2026 Man sah fr\u00fcher niemals in Deutschland die Leute so sehr dem Teufel ergeben und verschrieben\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch als Exorzist, vor allem bei vom Virus des Protestantismus befallenen adeligen Damen, machte er auf sich aufmerksam. Canisius nutzte die Aufmerksamkeit, die Hexen und vom Teufel besessene im Volk auf sich zogen, um die Macht der katholischen Kirche anzupreisen. Auch in der Missionierung in der damals erst k\u00fcrzlich entdeckten Neuen Welt in Amerika und in Asien taten sich die Jesuiten eifrig hervor. Der Heilige Franz Xaver, einer der ersten Mitstreiter Ignatius\u00b4 von Loyola, starb auf Missionsreise in China. In einer Seitenkapelle der Innsbrucker Jesuitenkirche ist diesem <em>Soldaten Christi<\/em> ein Altar geweiht.<\/p>\n<p>Die Jesuiten halten noch immer ihre Hand lehrend \u00fcber Innsbruck. Als Innsbruck 1964 unter dem Jesuiten Paulus Rusch zur eigenen Di\u00f6zese wurde, erkor man Petrus Canisius zu ihrem Patron. Am Karl-Rahner-Platz befindet sich heute nicht nur die Jesuitenkirche, sondern auch die Theologische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Innsbruck. Im Saggen geh\u00f6rt das Collegium Canisianum den Jesuiten. Bis heute erhielt sich das Prinzip des massentauglichen gesellschaftlichen Einflusses auf vielen Ebenen. Die <em>Marianische Kongregation<\/em>, in Innsbruck als MK bekannt, war eines der gr\u00f6\u00dften Jugendzentren Europas. Sie steht in einem modernen Sinn in der Tradition der sanften Einf\u00fchrung in den Glauben und die Erziehung der Jugend in die Kirche im Sinne der Jesuiten.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;65&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>No order exerted greater influence on the fate of the city than the soldiers of Christ<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":2637,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,95],"tags":[],"class_list":["post-54604","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-16-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54604\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}