{"id":54670,"date":"2024-05-15T07:32:16","date_gmt":"2024-05-15T07:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54670"},"modified":"2026-04-13T13:11:53","modified_gmt":"2026-04-13T13:11:53","slug":"der-innsbrucker-hexenprozess-von-1485","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/der-innsbrucker-hexenprozess-von-1485\/","title":{"rendered":"The Innsbruck witch trial of 1485"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Der Innsbrucker Hexenprozess von 1485<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Goldenes-Dachl-Innsbruck.jpg&#8220; alt=&#8220;Goldenes Dachl Innsbruck&#8220; title_text=&#8220;Goldenes Dachl Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Der Innsbrucker Hexenprozess von 1485&#8243; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Innsbrucker Hexenprozess von 1485&#8243; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53517&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Das Mittelalter wird in B\u00fcchern und Filmen oft als dunkles Zeitalter portr\u00e4tiert, in dem tyrannische Aristokraten und blutr\u00fcnstige Raubritter mausgrau gekleidete Bauern unterdr\u00fccken und Frauen ohne Prozess als Hexen am Scheiterhaufen verbrannt werden. Diese Darstellung entspricht in keinerlei Hinsicht den Tatsachen. Weder war das Mittelalter eine farblose Epoche noch war sie von Gesetzlosigkeit und Willk\u00fcr gepr\u00e4gt. Das Mittelalter war auch nicht die gro\u00dfe Zeit der Hexenverbrennungen im gro\u00dfen Stil. Diese dunkle Episode sollte erst im 16. Jahrhundert starten. Seinen Anfang nahm dieses finstere Kapitel der Geschichte im Jahr 1485 an der Wende zur Neuzeit zum Teil in Innsbruck. Die wirtschaftlichen und sozialen Umst\u00e4nde in St\u00e4dten wie dem vormodernen Innsbruck waren ein guter N\u00e4hrboden f\u00fcr Hexenprozesse. St\u00e4dte wuchsen \u00fcberdurchschnittlich schnell. Beamte, Hofdiener, Schausteller, Soldaten, H\u00e4ndler und anderes \u201efremdes Volk\u201c erregte Unsicherheit und Misstrauen. Die Sterblichkeit bei Kindern unter 10 Jahren lag bei ann\u00e4hernd 50%. Wetterberichte, anhand derer Bauern ihre T\u00e4tigkeit h\u00e4tten ausrichten k\u00f6nnen, gab es ebenfalls nicht. Nahrungsmittel waren dauerhaft knapp, was zum vermehrten Auftreten von Krankheiten und Missbildungen aller Art f\u00fchrten. Medizin und Wissenschaft waren noch nicht so weit, um all das zu erkl\u00e4ren. Vieles wurde deshalb \u00fcberirdischen M\u00e4chten zugeschrieben. Heilige wurden um Beistand gebeten. Prozessionen und Gebete sollten helfen, dem Teufel und der Verdammung im Leben nach dem Tod zu entgehen. Sch\u00e4dliche Gegenst\u00e4nde wie Knochensplitter ungetauft verstorbener Kinder oder Holzst\u00fccke eines Galgens brachten Ungl\u00fcck, Reliquien hingegen waren hei\u00df begehrte Artefakte, um sich davor zu sch\u00fctzen. Schon in kleinsten Partikeln des K\u00f6rpers eines Heiligen wurden Kr\u00e4fte vermutet, die Wunder wirken konnten. Auf der Gegenseite standen Liebes- oder Krankheitszauber, Fl\u00fcche und Teufelsanbetung.<\/p>\n<p>Der Hauptakteur des Innsbrucker Hexenprozesses war Heinrich Kramer, der Verfasser des folgenreichen Werkes \u201e<em>Der Hexenhammer<\/em>\u201c. Kramer war ein frauenfeindlicher, abergl\u00e4ubischer, vom Glauben an den Teufel und die Apokalypse getriebener, ungl\u00fccklicherweise vom Papst mit einer Vollmacht zur Hexenjagd ausgestatteter religi\u00f6ser Eiferer, der sich genau diese Situation zu Nutze machte. \u00c4hnlich einem Schausteller zog er als Inquisitor durchs Land und kam 1485 nach Innsbruck. Seine Darlegungen und Predigten rund um Magie und Zauberei fielen in Innsbruck auf fruchtbaren Boden. Kramer ermunterte sein Publikum der Hexerei Verd\u00e4chtige zu melden, was dankend angenommen wurde. Neid und Missgunst waren innerhalb der Stadtgemeinde Teil des Alltags. Streitigkeiten \u00fcber Denunziation zu regeln, war ein von einigen Stadtb\u00fcrgern gerne in Anspruch genommenes Mittel. 50 Personen, der Gro\u00dfteil davon Frauen, standen nach Denunziation durch Mitb\u00fcrger wegen des Vorwurfs der H\u00e4resie im Verdacht der Hexerei. Nach Verhaftungen und Verh\u00f6ren wurden sieben Personen angeklagt. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anklagen waren mannigfaltig. Einer Frau namens Helene Scheuberin wurde zum Beispiel vorgeworfen, den Ritter J\u00f6rg Spiess per Magie vergiftet zu haben.<\/p>\n<p>Es war der Brixner Bischof Golser, der an Kramers Darstellung zweifelte und einschritt. Sein Gesandter stellte schwere Verfahrensm\u00e4ngel fest. Ein Anwalt wurde dazu erkoren, alle sieben Angeklagten Frauen vor Gericht zu vertreten. Schlie\u00dflich wurden alle Verd\u00e4chtigen freigelassen. Der Bischof forderte Kramer auf, Tirol zu verlassen. \u201e<em>In der Praxis zeigte sich seine Dummheit, denn er unterstellt vieles, was gar nicht erwiesen war<\/em>,\u201c schrieb Golser in einem Brief. Dieser f\u00fcr ihn entt\u00e4uschende Prozess war der Startschuss einer zweifelhaften Karriere f\u00fcr den in seiner Ehre beleidigten Kramer. Im Anschluss an diese Episode verfasste er sein Werk <em>Der Hexenhammer<\/em>. Er leitete es sogar bezugnehmend auf Innsbruck ein mit \u201e<em>aber was, wenn ich alle (F\u00e4lle) berichten wollte, die allein in jener Stadt gefunden worden sind? Es hie\u00dfe, ein Buch zu verfassen.<\/em>\u201c Kramers Schrift wurde zum Standardwerk der Inquisitoren Europas. Fast gleichzeitig feierte der Buchdruck um 1500 seinen gro\u00dfen Durchbruch und vereinfachte die Verbreitung dieser Anleitung zur Hexenjagd und den Prozessen. Es ist zu bemerken ist, dass die meisten Hexenprozesse nicht vor kirchlichen Gerichten verhandelt wurden. H\u00e4resie war ein weltliches Verbrechen, f\u00fcr deren Durchf\u00fchrung zumindest am Papier Richtlinien galten. Folter war geregelt, was sie nicht weniger f\u00fcrchterlich machte, zumindest aber ein wenig der Willk\u00fcr wegnahm. In Europa starben gesch\u00e4tzt zwischen 100.000 und 150.000 Menschen als Ketzer, Hexen und Zauberer. Dabei traf es Eliten, die Neid erregten ebenso wie Protestanten, Randgruppen und sozial Schwache, die als S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr Unwetter, Krankheit und sonstiges Ungl\u00fcck herhalten mussten. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Mann und Frau war dabei etwa 1:3. Innsbruck sollte nach 1485 von weiteren Hexenverfolgungswellen verschont bleiben. Das Einschreiten Golsers und eines Teils der Innsbrucker spielten dabei eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;51&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In 1485, a curiosity took place in Innsbruck that was to have a major impact on a dark chapter in European history for centuries to come. <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":6875,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,96],"tags":[],"class_list":["post-54670","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-15-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54670","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54670"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54670\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6875"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54670"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54670"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54670"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}