{"id":54715,"date":"2024-05-15T08:11:53","date_gmt":"2024-05-15T08:11:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=54715"},"modified":"2026-04-02T08:51:18","modified_gmt":"2026-04-02T08:51:18","slug":"von-maultasch-habsburgern-und-dem-schwarzen-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/von-maultasch-habsburgern-und-dem-schwarzen-tod\/","title":{"rendered":"Of Tyroleans, Maultasch, Habsburgs &amp; the Black Death"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Von Maultasch, Habsburgern und dem Schwarzen Tod<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Rudolfsbrunnen-Innsbruck-Bozner-Platz.jpg&#8220; alt=&#8220;Rudolfsbrunnen Innsbruck Bozner Platz&#8220; title_text=&#8220;Rudolfsbrunnen Innsbruck Bozner Platz&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Von Maultasch, Habsburgern und dem Schwarzen Tod&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Von Maultasch, Habsburgern und dem Schwarzen Tod&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53693&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Zwischen dem letzten Grafen von Andechs und dem ersten Tiroler Landesf\u00fcrsten aus dem Haus Habsburg lagen 115 bewegte Jahre der Innsbrucker Stadtgeschichte. Nach dem letzten Andechser lenkten die Grafen von Tirol f\u00fcr etwa 100 Jahre die Geschicke des Landes und somit zu einem guten Teil auch der Stadt Innsbruck. Meinhard II. von Tirol (1239 \u2013 1295) konnte mit geschickter Politik und etwas Gl\u00fcck sein Territorium vergr\u00f6\u00dfern. Er schaffte es den Flickenteppich von seiner Stammburg in Meran aus zu einer Grafschaft zu verbinden. Neben den F\u00fcrstbisch\u00f6fen von Brixen und Trient, die politisch erst im 19. Jahrhundert entmachtet wurden, waren die Grafen von Tirol die m\u00e4chtigsten Landesherren am Gebiet dessen, was wir heute als Trentino, Nord- und S\u00fcdtirol kennen. Meinhards moderner gelenkte und straffer verwaltete Territorien waren politisch und wirtschaftlich n\u00e4her am Puls der Zeit. Sein Ratsleute waren florentinische Kaufleute und B\u00e4nker, damals die modernsten Business Consultants Europas. Unter seiner Herrschaft entstand ein kodifiziertes Landrecht, das St\u00e4nden, Unternehmern und Untertanen eine gewisse Form der Rechtssicherheit zu gew\u00e4hrte. Erstmals wurden auf Tiroler Raum alle Besitzungen einheitlich in einem Urbar gesammelt. Auch finanziell nahm Meinhard das Heft in die Hand. Er brach die bisch\u00f6fliche M\u00fcnzhoheit und lie\u00df M\u00fcnzen mit dem Tiroler Adler als Wappen nach italienischem Vorbild pr\u00e4gen. Das beschnitt die faktische Macht der Kirche. Die Bisch\u00f6fe von Brixen und Trient waren zwar noch Landbesitzer und Grundherren, ihre reichsunmittelbaren Lehen waren aber nur noch formal vorhanden, zu eng waren Verbindung und Abh\u00e4ngigkeit zur Grafschaft Tirol. 1254 war erstmals nicht mehr vom <em>Land im Gebirge<\/em>, sondern von der offiziellen <em>Dominium Tirolis<\/em>, der Herrschaft Tirol, die Rede. Auch die Stadt Innsbruck wuchs unter Meinhard. Etwa 1500 Menschen hatten sich angesiedelt. Wo heute die Maria-Theresienstra\u00dfe zum Bummeln einl\u00e4dt, wuchs vor den Stadtmauern die <em>Neustadt<\/em> heran. Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Meinhard im Stift Stams, wo heute Tirols Wintersportelite ausgebildet wird.<\/p>\n<p>Sein Sohn und Nachfolger als Tiroler Landesf\u00fcrst Herzog Heinrich von K\u00e4rnten (1265 \u2013 1335) z\u00e4hlte als K\u00f6nig von B\u00f6hmen zu den wichtigsten Adeligen im Heiligen R\u00f6mischen Reich. Heinrich war dank seiner Besitzungen in S\u00fcdosteuropa einer der m\u00e4chtigsten F\u00fcrsten. Er war ein eifriger F\u00f6rderer der St\u00e4dte, deren Bedeutung er erkannte. In Innsbruck f\u00f6rderte er den Bau des B\u00fcrgerspitals in der Neustadt. Ein m\u00e4nnlicher Nachfolger allerdings war ihm nicht beschieden gewesen. Noch vor seinem Tod hatte Heinrich aber sichergestellt, dass seine Tochter Margarethe von Tirol-G\u00f6rz (1318 \u2013 1369) seine Nachfolge antreten konnte. Sie folgte ihm mit 17 Jahren als Landesf\u00fcrstin nach. Die junge Frau geriet so in den Strudel der m\u00e4chtigsten Geschlechter ihrer Zeit: Habsburg, Wittelsbach und Luxemburg. Mit zweien davon ging sie eine eheliche Verbindung ein, der dritten sollte sie am Ende ihrer Regentschaft das Land Tirol und damit auch die Stadt Innsbruck vererben. Nach dem Tod ihres Vaters wurde sie mit Johann Heinrich aus dem Hause Luxemburg, dem Sohn des neuen K\u00f6nigs von B\u00f6hmen verheiratet. Johann Heinrich war noch j\u00fcnger als seine Gattin und diente lediglich als Fu\u00df in der T\u00fcr seines Vaters am Tiroler F\u00fcrstenthron. Den Habsburgern und Wittelsbachern war er ein Dorn im Auge, ebenso dem lokalen Adel. Seine Regentschaft war ein Desaster. In den an florentinischen Finanziers verpachteten Haller Salinen, neben den Z\u00f6llen das Herzst\u00fcck der Tiroler Wirtschaft, kam es zu Streiks. Trotz der finanziellen Probleme soll die Hofhaltung des als infantil geltenden Johann Heinrichs verschwenderisch gewesen sein. Kurzerhand wurde er von den Tiroler St\u00e4nden 1341 mit der Unterst\u00fctzung des Kaisers Ludwig, einem Wittelsbacher, in einem gemeinsam mit Margarethe geplanten Putsch aus dem Land vertrieben. Die als sch\u00f6n, aber aufbrausend, herrschs\u00fcchtig und sexuell uners\u00e4ttlich beschriebene Margarethe soll von der horizontalen Performance ihres kindlich-schw\u00e4chlichen Gatten wenig angetan gewesen sein. Er soll seiner Gattin w\u00e4hrend eines missgl\u00fcckten Beischlafes in die Brustwarzen gebissen haben. Ein dem Kaiser wohlgesonnener Chronist sprach von Johann Heinrichs \u201e<em>inpotencia coeundi<\/em>\u201c, hervorgerufen wohl durch seine jugendliche Unreife. Geschickt wurden diese Ger\u00fcchte im Reich gestreut, um dem Kaiser die M\u00f6glichkeit zu geben seinen Sohn Ludwig von Brandenburg als Ehemann Margarethes und somit als F\u00fcrst des wichtigen Transitlandes Tirol einsetzen. Der als <em>Tiroler Eheskandal<\/em> in die Geschichte eingegangen Putsch zog weite Krise. Sogar der bis heute bekannte Philosoph und Papstkritiker William von Ockham nahm dazu Stellung. Das Problem war nicht nur die Scheidung an und f\u00fcr sich, sondern dass Margarethe zum Zeitpunkt ihrer zweiten Hochzeit von ihrem ersten Ehemann nicht geschieden war. Dem Kaiser und seiner Anh\u00e4ngerschaft galt die Ehe zwischen dem als impotent geltenden Johann Heinrich und Margarethe als nicht vollzogen und somit nichtig. Die vierte bedeutende politische Macht Mitteleuropas dieser Zeit, der Papst, sah das anders. Papst Benedikt XII. belegte den Kaiser und dessen Sohn wegen der \u201eunheiligen\u201c Ehe zwischen der Tiroler Landesf\u00fcrstin Margarethe und dem Wittelsbacher Ludwig mit einem Bannfluch. Neben den moralischen Bedenken hatte der Papst auch politische Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Sowohl er als auch die Habsburger standen in kriegerischem Konflikt mit dem Wittelsbacher Kaiser und wollten so den Einfluss dieser Dynastie schw\u00e4chen. Dieses <em>Interdiktum<\/em> war f\u00fcr die Menschen im Mittelalter eine der h\u00e4rtesten Strafen. Es verbot in den Kirchen des Landes das Abhalten von Messen und die Erteilung der Kommunion. Es war wohl in dieser Zeit, dass Margarethe vom Volk den Spitznamen <em>Maultasch<\/em> verpasst bekam und als besonders h\u00e4sslich beschrieben wurde. Zeitgen\u00f6ssische Portraits, die auf einen deformierten Mund hinweisen w\u00fcrden, sind nicht vorhanden. Die Bilder, die wir heute von Margarethe Maultasch haben, stammen fr\u00fchestens aus dem sp\u00e4ten 15. Jahrhundert, als der mittelalterliche Eheskandal erstmals historisch nachbearbeitet wurde.<\/p>\n<p>Die Regierungszeit Margarethes war von Krisen gekennzeichnet, f\u00fcr die sie zwar nichts konnte, die ihr aber trotzdem angelastet wurden. Das 14. Jahrhundert brachte eine Klimaerw\u00e4rmung, die auch in Innsbruck eine gro\u00dfe Heuschreckenplage zur Folge hatte. Missernten und Hunger waren die Folge. Damit nicht genug. Nach dem Feuer von 1333 in <em>Anbruggen<\/em> verw\u00fcstete ein weiterer gro\u00dfer Brand sieben Jahre sp\u00e4ter die Wilten und Innsbruck samt der Pfarrkirche St. Jakob. Von 1348 bis 1350 suchte die Pest Europa heim. Von Venedig aus \u00fcber Trient und das Etschtal kam die Krankheit nach Innsbruck. Der <em>Schwarze Tod<\/em> dezimierte die Bev\u00f6lkerung dramatisch. In manchen Teilen Tirols verringerte sich die Einwohnerzahl um mehr als die H\u00e4lfte. Nicht nur die Anzahl der Toten, auch die grauenhafte Art und Weise wie die Opfer unter gro\u00dfen Schmerzen und k\u00f6rperlicher Deformation starben, hinterlie\u00df einen Eindruck bei der frommen Bev\u00f6lkerung. Viele Informationen zum Ausbruch der Pest in Innsbruck sind in den Archiven dazu nicht zu finden, die Folgen der Seuche waren aber wie in ganz Europa verheerend. Eine an der Pest erkrankte Innsbruckerin sprach in ihrem Testament vom \u201e<em>gemeinen Sterben, das im Land umgeht<\/em>\u201c. Die Menschen konnten sich Ph\u00e4nomene wie Missernten und Pest nicht erkl\u00e4ren. Viele sahen die Ver\u00f6dung des von Kriegen, Seuche und Klima geplagten Landes als Folge des p\u00e4pstlichen Bannfluches und Strafe Gottes an und machten Margarethe und ihren Ehemann Ludwig daf\u00fcr verantwortlich. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Krankheit und Elend waren tats\u00e4chlich wohl au\u00dferhalb p\u00e4pstlicher Bannfl\u00fcche und Propaganda zu finden. Innsbruck besa\u00df wie viele St\u00e4dte weder gepflasterte Stra\u00dfen noch gab es ein Abwassersystem oder Trinkwasserversorgung. Tiere und Menschen teilten sich den engen Platz innerhalb der Stadtmauern. Die Lebensbedingungen waren unhygienisch. Diese Zust\u00e4nde waren in allen mittelalterlichen St\u00e4dten \u00e4hnlich. Verbesserungen kam aus dem damals fortschrittlichen Italien. In Salerno entstand im 11. Jahrhundert die erste medizinische Schule. Unter Federico II. wurden Arzt- und Apothekerberuf 1241 getrennt und reglementiert. Pharmazeuten mussten zwar eine Ausbildung und Berufserfahrung nachweisen, trotzdem waren sie eine Mischung aus Heiler, Mystiker, Kr\u00e4uterm\u00e4nnlein, Alchemisten und Schamanen. 1303 wurde auch in Innsbruck erstmals eine Apotheke erw\u00e4hnt. 1326 kam es zur offiziellen Gr\u00fcndung. Im <em>Sch\u00f6pferhaus<\/em>, der heutigen Herzog-Friedrich-Stra\u00dfe 19 war die <em>Hof- und Stadtapotheke<\/em> ans\u00e4ssig. Sie gilt heute als die \u00e4lteste noch bestehende Apotheke \u00d6sterreichs. 1350 wurde zum ersten Mal das <em>Untere Stadtbad<\/em> in der heutigen Badgasse, damals vom Volksmund <em>Ofenloch<\/em> genannt, erw\u00e4hnt. B\u00e4der dienten nicht nur zur Reinigung, hier erfolgte die medizinische Versorgung nach damaligen Standards beim Bader. Bader waren fahrende oder ortsans\u00e4ssige Heilkundige, die Kranke behandelten, Wunden n\u00e4hten oder Z\u00e4hne zogen. \u00dcbernat\u00fcrliches galt als real, auch in der medizinischen Versorgung. Der wissenschaftliche Ansatz der wenigen \u00c4rzte dieser Zeit war dem der praxisorientierten Bader nicht unbedingt \u00fcberlegen. Die g\u00e4ngige Lehrmeinung bis in die Neuzeit an Universit\u00e4ten war die <em>Vier-S\u00e4fte-Lehre<\/em>. Im K\u00f6rper gab es laut dieser These ein Gleichgewicht von Blut, Schleim, schwarzer Galle und gelber Galle. Ein Ungleichgewicht dieser S\u00e4fte f\u00fchrt zu Krankheit. Das Gleichgewicht wurde durch gottesl\u00e4sterliche Lebensf\u00fchrung, falsche Ern\u00e4hrung, \u00fcbertriebene sexuelle Aktivit\u00e4t oder Miasmen in der Luft gest\u00f6rt. Auch Wasser stand im Verruf, \u00fcber die Haut einzudringen und das <em>S\u00e4fteverh\u00e4ltnis<\/em> im menschlichen K\u00f6rper durcheinanderzubringen, weshalb man nach dem Baden zur Ader gelassen werden sollte.<\/p>\n<p>Nachdem Wittelsbacher, Luxemburger und Habsburger jahrzehntelang um Tirol gestritten hatten, kam es doch noch zum Happy End. Rudolf IV. aus dem Haus Habsburg intervenierte beim Papst und konnte 1359 die Aufhebung des Interdiktums gegen erhebliche finanzielle Gegenleistungen zu Lasten Margarethes und Ludwigs ausverhandeln. Im selben Zug soll auch eine Urkunde erstellt worden sein, die heute als F\u00e4lschung gilt: in diesem Schriftst\u00fcck vermachte Margarethe das Land Tirol an Rudolf IV. und die Familie Habsburg.<\/p>\n<p>Bald darauf trat dieser Erbfall ein. Ein Jahr nachdem Margarethes Gatte und Landesf\u00fcrst Tirols Ludwig 1361 gestorben war, verschied auch ihr Sohn Meinhard III. Glaubt man der Geschichte Filippo Villanis, die allerdings erst um 1400 herum geschrieben wurde, soll die schon zu Lebzeiten als <em>Kriemhild<\/em> verschriene Margarethe gemeinsam mit einem Liebhaber an beiden Todesf\u00e4llen nicht unschuldig gewesen sein. Margarethe \u00fcbergab als Mutter des letzten Landesf\u00fcrsten der Dynastie Tirol die Regierungsgesch\u00e4fte 1363 mit der Zustimmung des Tiroler Adels an Rudolf IV. (1339 \u2013 1365) von Habsburg. Tirol war ein Teil des Herrscherhauses, das auch \u00fcber das Erzherzogtum \u00d6sterreich verf\u00fcgte. Die Herz\u00f6ge von Bayern aus dem Haus Wittelsbach wollten diesen Erbvertrag nicht anerkennen, der ihre Anspr\u00fcche auf Tirol f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rte. 1363 zogen sie Richtung Innsbruck, um das Recht mit Waffengewalt zu zurechtzubiegen. Rudolf IV. hatte allerdings wichtige lokale Adelige auf seine Seite gezogen. Die Urkunde, die das Tiroler Erbe best\u00e4tigten, war vielleicht nicht echt, die realpolitischen Machtverh\u00e4ltnisse sprachen aber f\u00fcr die Habsburger. Die St\u00e4dte Innsbruck und Hall holte er mit Versprechungen ebenfalls auf seine Seite. Die zum Wehrdienst verpflichteten B\u00fcrger Innsbrucks konnten die durch die Andechsburg und die Stadtmauer befestigte Stadt erfolgreich verteidigen. Es mag eine Ironie des Schicksals sein, dass es der Wittelsbacher Ludwig war, der als Landesf\u00fcrst Tirols die Stadtmauern nur acht Jahre zuvor erh\u00f6hen und verst\u00e4rken lie\u00df. Nach der Macht\u00fcbernahme in Tirol best\u00e4tigte Rudolf in gro\u00dfer Dankbarkeit das Stadtspital und eine tempor\u00e4re Befreiung vom Zoll sowie das Recht den Gro\u00dfen Zoll einzuheben. \u00a0<\/p>\n<p>Mit dem Erwerb Tirols konnte die Familie Habsburg eine wichtige geographische L\u00fccke innerhalb ihres Machtbereichs schlie\u00dfen. Zwar kam es immer wieder zu Einf\u00e4llen bayerischer Truppen, zum Beispiel wurde der Abt des Stiftes Wilten verschleppt und als Geisel genommen, das Inntal und Innsbruck waren aber gerne ein Teil der habsburgischen L\u00e4ndereien. Durch die Eingliederung der Stadt in das wesentlich gr\u00f6\u00dfere Territorium der Habsburger gewann Innsbruck zus\u00e4tzlich an Bedeutung, w\u00e4hrend die eigentliche Hauptstadt Meran weiter an den Rand gedr\u00e4ngt wurde. Neben dem Nord-S\u00fcd Transport von Waren, war die Stadt am Inn nun auch zu West-Ost Verkehrsknoten zwischen den \u00f6stlichen \u00d6sterreichischen L\u00e4ndern und den alten Besitzt\u00fcmern der Habsburger im Westen geworden. F\u00fcr die \u00dcberlebenden der gro\u00dfen Pestwelle von 1348 und der politischen Turbulenzen kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Arbeitskraft war durch die geschrumpfte Bev\u00f6lkerung rar geworden, daf\u00fcr waren pro Kopf gr\u00f6\u00dfere Ressourcen vorhanden. F\u00fcr diejenigen Innsbrucker, die die turbulente erste H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts \u00fcberlebt hatten, sollten bessere Zeiten anbrechen.<\/p>\n<p>Aus der Zeit Margarethe Maultaschs und ihrer Ehem\u00e4nner ist im Innsbrucker Stadtbild kaum etwas \u00fcbriggeblieben. Nicht nur war ihre Zeit von politischen und wirtschaftlichen N\u00f6ten gepr\u00e4gt, die kriegerischen Auseinandersetzungen und die Pest brachten die Zolleinlagen fast zum Erliegen. F\u00fcr gro\u00dfartige Bauwerke war kein Geld vorhanden. Innsbruck war auch noch nicht Residenzstadt. Mehrere Feuer und Erdbeben, vor allem aber die Bauwut nachfolgender Landes- und Stadtherren lie\u00df das mittelalterliche Innsbruck verschwinden. Lebendig ist sie aber in Erinnerungen und Legenden. Margarethe \u201e<em>Maultasch<\/em>\u201c z\u00e4hlt zu den bekanntesten weiblichen Figuren der Tiroler Geschichte. Widerspr\u00fcchliche, von verschiedenen Interessen motivierte Berichte, die \u00fcber sie bereits zu Lebzeiten verfasst wurden, geben Spielraum f\u00fcr Interpretation. Ihr Biographie taugt als Blaupause einer Figur der TV-Serie <em>Games of Thrones<\/em>. So soll sie bei der Verteidigung der Burg Tirol gegen ein heranr\u00fcckendes veneto-lombardisches Heer mit \u201e<em>ungebrochenem Mut und m\u00e4nnlicher Entschlossenheit<\/em>\u201c und \u201e<em>mit einem geringen H\u00e4uflein von Kriegsknechen<\/em>\u201c die Verteidigung geleitet und sogar einen Ausbruchsversuch aus der Stadt angef\u00fchrt haben. Ihren Gegnern hingegen galt sie als mannstoller, uners\u00e4ttlicher und unmoralischer Vamp. Ob sie skrupellose M\u00f6rderin oder unschuldiger Spielball fremder M\u00e4chte war \u2013 wissen werden wir das wohl nie. Margarethe und ihr Nachfolger auf dem Thron des Tiroler Landesf\u00fcrsten Rudolf IV. von Habsburg sind am Brunnen am <em>Rudolfsbrunnen<\/em> am Boznerplatz, dem ehemaligen Margarethenplatz, in Stein verewigt.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;74&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innsbruck had been part of the House of Habsburg since 1363 <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":1405,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,97],"tags":[],"class_list":["post-54715","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-14-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54715","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54715"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54715\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54715"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54715"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54715"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}