{"id":60319,"date":"2024-05-08T14:00:26","date_gmt":"2024-05-08T14:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=60319"},"modified":"2025-01-27T12:03:01","modified_gmt":"2025-01-27T12:03:01","slug":"operation-greenup-innsbrooklyns-wiedergeburt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/operation-greenup-innsbrooklyns-wiedergeburt\/","title":{"rendered":"Operation Greenup - Innsbrooklyn's rebirth"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Operation Greenup &#8211; Innsbrooklyns (Wieder)Geburt<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/IMG_8756-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Landhausplatz mit Franzosendenkmal&#8220; title_text=&#8220;Landhausplatz mit Franzosendenkmal&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Operation Greenup &#8211; Innsbrooklyns Wiedergeburt&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Operation Greenup &#8211; Innsbrooklyns Wiedergeburt&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;60323&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Nach kleineren Gefechten im Au\u00dferfern und an der Porta Claudia in Scharnitz bei Seefeld stand die Cactus-Division der US-Streitkr\u00e4fte am 3. Mai 1945 in Zirl vor den Toren der Gauhauptstadt Innsbrucks. Eine Handvoll Widerstandsk\u00e4mpfer um Fritz Molden und dem sp\u00e4teren Tiroler Landeshauptmann Karl Gruber hatten in Innsbruck Kasernen und offizielle Einrichtungen besetzt, nachdem Gauleitung, Gestapo und SS sich aus dem Staub gemacht hatten. Trotzdem wussten die GI\u00b4s nicht was sie in Innsbruck erwarten w\u00fcrde, hatte doch Adolf Hitler Tirol zum Teil der Alpenfestung erkl\u00e4rt, dem R\u00fcckzugsort, der bis zum letzten Mann verteidigt werden sollte. W\u00fcrde Innsbruck zum Gefechtsort, wie es in vielen St\u00e4dten der Fall gewesen war, h\u00e4tte das die Zerst\u00f6rung der Stadt zur Folge. Dass es nicht so weit kam und Innsbruck kampflos \u00fcbergeben wurde, ist einer Gruppe junger Menschen, die im Rahmen der US-Spionageaktion <em>Operation Greenup<\/em> die Weichen f\u00fcr die friedliche Kapitulation legten.<\/p>\n<p>Die m\u00e4nnlichen Hauptdarsteller dieses filmreifen Coups waren Friedrich \u201e<em>Fred<\/em>\u201c Mayer, Hans Wijnberg, Franz Weber und Anna Niederkircher. Die beiden Juden Mayer und Wijnberg waren auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus in New York gelandet. Sie hatten sich freiwillig zum Einsatz in Europa gemeldet und waren beim OSS, dem milit\u00e4rischen US-Geheimdienst, im Einsatz. Weber war als Deserteur der Wehrmacht in einem Gefangenenlager in S\u00fcditalien gestrandet. Der \u00fcberzeugte Katholik wollte nach seinen Kriegserfahrungen dabei helfen, das Nazi-Regime in seiner Tiroler Heimat zu st\u00fcrzen. Gemeinsam sollten sie von Innsbruck aus die Versorgungslinie \u00fcber den Brenner sowie kriegsrelevante Infrastruktur und Industrie wie die Messeschmitt-Werke in Kematen ausspionieren.<\/p>\n<p>Am 26. Februar wurden die drei M\u00e4nner samt Ausr\u00fcstung per Flugzeug \u00fcber den \u00d6tztaler Alpen im winterlichen Hochgebirge abgeworfen. Per Schlitten und \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln schlugen sie sich mitten im Feindesland samt Ausr\u00fcstung nach Oberperfu\u00df, dem Heimatdorf Franz Webers, durch. Hier trafen sie nicht auf die bef\u00fcrchtete Alpenfestung Hitlers, sondern Unterst\u00fctzung der Gemeinschaft des stets schon streng katholisch-konservativen und regimekritischen Oberperfu\u00df. Vor allem die aus Webers Umfeld, seine Schwestern Eva, Margarete und Luise, seine Nachbarin Maria H\u00f6rtnagl, vor allem aber seine Verlobte Anni Niederkircher und deren Mutter Anna, die Wirtin des Gasthofs zur Krone, \u00fcbernahmen bei Versorgung, Tarnung und Unterkunft Rollen von unsch\u00e4tzbarem Wert.<\/p>\n<p>Franz Weber war der Local Guide der Gruppe. Fred Mayer mischte sich in Oberperfu\u00df, Innsbruck und Kematen unter verschiedenen Identit\u00e4ten, als Wehrmachtssoldat im Offizierskasino, als Arbeiter der Messerschmittwerke oder als franz\u00f6sischer Zwangsarbeiter unter die Bev\u00f6lkerung. Er kn\u00fcpfte Verbindungen mit anderen Widerstandsgruppen und sammelte Informationen. Webers Schwestern beherbergten ihn und versorgten ihn mit allem M\u00f6glichem wie gef\u00e4lschten Papieren oder einer gestohlenen Wehrmachtsuniform. Anni Niederkircher war das Verbindungselement zwischen Oberperfu\u00df und Innsbruck. Hans Wijnberg hielt als Funker die Kommunikation mit dem St\u00fctzpunkt der US-Streitkr\u00e4fte in Bari aufrecht.<\/p>\n<p>Alle wussten, w\u00fcrde ihre riskante Operation auffliegen, w\u00e4ren sie und ihre Familien dem Tod geweiht. Ende April trat dieser Fall ein. Robert Moser, der Radioh\u00e4ndler und Widerst\u00e4ndler, der Fred Mayer in seinem Gesch\u00e4ft angestellt hatte, flog auf. Im Gestapo-Hauptquartier in der Innsbrucker Herrengasse wurde er verh\u00f6rt, gefoltert und schlie\u00dflich zu Tode gepr\u00fcgelt und gepeitscht. Am 20. April wurde auch Fred Mayer festgenommen und in der Herrengasse gefoltert. Er hielt aber dicht, mehr noch: Nachdem er sich als Angeh\u00f6riger des US-Geheimdienstes zu erkennen gegeben hatte, konnte er in Verhandlungen mit Gauleiter Hofer erwirken, dass Innsbruck kampflos als freie Stadt \u00fcbergeben wird. Gegen die Versicherung Mayers, als Kriegsgefangener behandelt zu werden, gab Hofer am 2. Mai in einer Radioansprache an die Bev\u00f6lkerung Order, von jeglicher Kampfhandlung abzusehen.<\/p>\n<p>Am 3. Mai um 14 Uhr erreichte der von der Behandlung durch die Gestapo noch gezeichnete Fred Mayer die US-Truppen bei Zirl mit dieser Meldung. Wenige Stunden sp\u00e4ter trat der Waffenstillstand in Kraft. Die Fahrzeuge und Soldaten konnten ohne weiteres Blutvergie\u00dfen und Zerst\u00f6rung in die Stadt einr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Erinnerung an die <em>Operation Greenup<\/em> und das heldenhafte Handeln aller Beteiligten unter h\u00f6chster Gefahr blieb lange Zeit zu Gunsten der Erz\u00e4hlung der Selbstbefreiung durch die tapfere Tiroler Bev\u00f6lkerung ohne Erinnerung. Erst 2010 wurde Fred Mayer, der mit dem <em>Purple Heart<\/em> den h\u00f6chsten Tapferkeitsorden des US-Milit\u00e4rs erhalten hatte, mit fast 90 Jahren vom Land Tirol sp\u00e4t, aber doch geehrt. Hans Wijnberg erhielt zehn Jahre nach seinem Tod eine Verdienstmedaille der Stadt Innsbruck. Franz Weber, der nach dem Krieg in Land- und Nationalrat als Abgeordneter t\u00e4tig war, erhielt das <em>Ehrenzeichen des Landes Tirol<\/em> und das <em>Goldene Ehrenzeichen der Republik \u00d6sterreich<\/em>. An den zu Tode gefolterten Robert Moser erinnert eine schwer auffindbare Bronzetafel am ehemaligen Hauptquartier der Gestapo in der Herrengasse. Am Haus Anichstra\u00dfe 19, in dem Mayer w\u00e4hrend seines Aufenthalts in Innsbruck untergekommen war, befindet sich eine kleine Infotafel. Erst mit dem Erscheinen des packenden Buches \u201eCodename Brooklyn\u201c von Peter Pirker, das viel internationale Aufmerksamkeit erhielt, wurde diese vielleicht beeindruckendste Episode der Innsbrucker Stadtgeschichte einem breiten Publikum bekannt. Das vielleicht bleibendste Verm\u00e4chtnis verdankt Innsbruck aber vielleicht den Funkspr\u00fcchen Wijnbergs: Der Codename f\u00fcr die Stadt lautete nach dem New Yorker Stadtteil, in dem Mayer und er sich lange aufhielten, <em>Brooklyn<\/em>. Innsbruck war nach dem Nationalsozialismus als Innsbrooklyn wiedergeboren.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;136&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Perhaps the most spectacular episode in Innsbruck's history, which was not remembered for a long time, took place at the end of the Second World War. <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":59941,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,90],"tags":[],"class_list":["post-60319","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-20-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60319"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60319\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}