{"id":60806,"date":"1931-09-07T13:15:56","date_gmt":"1931-09-07T13:15:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=60806"},"modified":"2025-02-05T10:27:41","modified_gmt":"2025-02-05T10:27:41","slug":"umstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/umstellen\/","title":{"rendered":"Convert?"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h2>Umstellen?<\/h2>\n<p>Ein Wort an kluge Eltern und M\u00e4dchen<\/p>\n<p>Erschienen: Allgemeiner Tiroler Anzeiger \/ 7. September 1931<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_toggle title=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8230;&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Der Artikel aus dem Jahr Krisenjahr 1931 stellt die Haltung konservativer Tiroler Kreise gegen\u00fcber vielen gesellschaftlichen Themen der Zeit anhand des Beispiels der Erziehung und Ausbildung junger Frauen dar. Der Tiroler M\u00e4dchenverband beklagt sich dar\u00fcber, dass es immer weniger heranwachsende M\u00e4dchen an den heimischen Herd, sondern viel mehr in die Arbeitswelt zieht. &#8222;&#8230;dabei geht langsam aber unaufhaltsam etwas vom Kostbar\u00adsten verloren, was immer noch das Leben wie etwas Heiliges verkl\u00e4rte: das umsorgte, liebe Daheim.&#8220; Die Aufl\u00f6sung der Familien werde \u00fcber kurz oder lang zur &#8222;&#8230;bolschewikischen, familienaufl\u00f6senden Kol\u00adlektivwirtschaft, der Massenverelendung&#8230;&#8220; f\u00fchren, f\u00fcrchtet der Autor der Zeilen. Nur die R\u00fcckbesinnung auf die klassische Rollenverteilung k\u00f6nne die Familie als R\u00fcckgrat der Wirtschaft st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter, sollte sich der Konservativismus in Person von Engelbert Dollfu\u00df an der Staatsspitze festsetzen, bevor die Nationalsozialisten ihre Vorstellungen von Gesellschaft, Frau und Familie abseits des verheerenden Einflusses der verderbten Stadt installierten. Auch die Nachkriegsgeneration blieb in diesen Normen verhaftet, bevor langsam ein Umdenken begann, das bis heute nicht abgeschlossen scheint.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Der Artikel&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Umstellen?&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61429&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Erscheinung tritt immer mehr zutage, die nachdenklich machen k\u00f6nnte. Eine Rund\u00adfrage in s\u00e4mtlichen Haushaltungsschulen des Landes und dar\u00fcber hinaus ergibt das Resultat, da\u00df die M\u00e4dchen beinahe \u00fcberallhin eher zur Ausbildung ge\u00adhen als in die eigentlich fraulichen Schulen, die Haus\u00adhaltungsschulen. Die Handelsschulen, hei\u00dft es, seien \u00fcberf\u00fcllt; die h\u00f6heren Studienanstalten entlassen all\u00adj\u00e4hrlich eine gute Anzahl von Absolventinnen; ander\u00adseits stellen Fabriken und B\u00fcros auch auf weiblicher Seite viele, viele Arbeitslose: fragt man aber nach M\u00e4dchen, die sich in der Hauswirtschaft ert\u00fcchtigen, so sind sie selten, werden scheinbar immer seltener.<\/p>\n<p>Warum dies? \u201eAch&#8220;, h\u00f6rt man, \u201eHausgehilfin will ich doch nicht werden!&#8220; \u201eGute Posten als St\u00fctze sind sehr rar!&#8220; \u201eWer wird denn selber kochen, wo es doch Speiseh\u00e4user. Gemeinschaftsk\u00fcchen usw. gibt, wo man alles viel schneller und bequemer haben kann!&#8220; \u201eNa, \u00fcberhaupt eine eigene Wirtschaft, das zahlt sich wirk\u00adlich nimmer aus!&#8220;<\/p>\n<p>So sind die modernen Gedankeng\u00e4nge und dabei geht langsam aber unaufhaltsam etwas vom Kostbar\u00adsten verloren, was immer noch das Leben wie etwas Heiliges verkl\u00e4rte: das umsorgte, liebe Daheim. Gewi\u00df, in vielen, sehr vielen F\u00e4llen hat es schon die harte Not zerst\u00f6rt, hat selbst dort, wo noch ehrlicher Heimwille lebt, h\u00e4\u00dfliche Oede aufgerissen und Hast und Unsicherheit hingesetzt, wo feine Besinnlichkeit und umsichtige kluge T\u00fcchtigkeit und Liebe ihres Am\u00adtes walten sollten. Hunderte und Hunderte gehen ver\u00addienen, weil es daheim nicht reicht, und mit dem Ver\u00addienten wei\u00df man nicht hauszuhalten. Man hat es nicht gelernt, und wozu soll man es denn tun? \u2014 es geht ja auch so bergab! Viele klagen still und laut \u00fcber die wirtschaftliche Notlage, aber dort, wo man im kleinen mit der Besserung anfangen k\u00f6nnte, dort macht auch das heimische, das tirolische Denken kehrt!<\/p>\n<p>Die Haushaltungsschulen stehen beinahe leer. Ist der Ausbau, der Lehrplan schuld daran? Wird zu viel Theorie gelehrt, die den M\u00e4dchen mit praktischem Sinne weniger liegt? Kann man das schulm\u00e4\u00dfig Ge\u00adlernte im Leben nicht brauchen? Pa\u00dft sich der Unter\u00adricht zu wenig den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen einzel\u00adner M\u00e4dchengruppen an und wird der Unterschied zwi\u00adschen b\u00e4uerlicher und st\u00e4dtischer, der derben Schwerarbeiterk\u00fcche und jener des Geistesarbeitenden nicht genug ins Auge gefa\u00dft? Vielleicht braucht es da hin und wieder noch ein Umstellen, ein Umlernen: ganz sicher ist aber auch ein Umstellen seitens mancher El\u00adtern und M\u00e4dchen notwendig, da\u00df dem Wirtschaftsaufbau im gro\u00dfen zuerst im kleinen und kleinsten vorgearbeitet werde. Erst wenn der Einzelhaushalt ra\u00adtionell, sparsam und doch zutr\u00e4glich gef\u00fchrt wird, und solche Haushalte in Stadt und Land sich mehren, ist ein tragf\u00e4higer Unterbau f\u00fcr eine ausw\u00e4rtsstrebende gesunde Volkswirtschaft vorhanden. Andernfalls steu\u00adern wir der bolschewikischen, familienaufl\u00f6senden Kol\u00adlektivwirtschaft, der Massenverelendung zu.<\/p>\n<p>Kluge Eltern m\u00f6gen sich fragen, ob es nicht am Platze w\u00e4re, ihre T\u00f6chter ein ordentliches Wirtschafts\u00adjahr (nicht nur ein gelegentliches Nippen, wie es ne\u00adben den \u00fcbrigen Hauptschulf\u00e4chern beispielsweise nicht anders m\u00f6glich ist!) durchleben zu lassen, ehe sie in eine Berufsstellung gehen, und kluge M\u00e4dchen m\u00f6gen \u00fcberlegen, ob es nicht trotz allem Entgegenstehenden noch m\u00f6glich w\u00e4re, ein solches Jahr ein\u00adzuschalten, bevor man als Maschinfr\u00e4ulein oder in ir\u00adgendwelchen anderen Beruf eintritt, wenn dies schon sein mu\u00df. In vielen F\u00e4llen wird ja der Verzicht auf das Mitverdienen oder Selbstverdienen der jungen M\u00e4dchen nicht leichtfallen, aber ganz sicher ist es, da\u00df sie mit der hauswirtschaftlichen Ausbildung dann le\u00adbenst\u00fcchtiger und gefestigter an ihrem modernen Ar\u00adbeitsposten stehen, als ohne diese. Und wenn fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das M\u00e4dchen doch eine eigene Familie gr\u00fcndet? \u2014 Was wird ihr dann mehr zugute kom\u00admen? Also Voraussicht! Umlernen m\u00fcssen viele in unserer Zeit. Warum nicht auch in aller Stille die Eltern, die weibliche Jugend und Hand in Hand mit ihnen, wo es not tut, auch die hauswirtschaftliche Schule!<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend an obige, nicht von der Hand zu wei\u00adsende Gedanken sei auf die M\u00f6glichkeiten zu hauswirtschaftlicher Ausbildung hinge\u00adwiesen, die wir in Tirol haben. Abgesehen von der fachlichen h\u00f6heren Ausbildung, die durch das Haushaltungsseminar der ehrw. Frauen Ursulinen in Innsbruck und in der h\u00f6heren Lehranstalt f\u00fcr wirt\u00adschaftliche und gewerbliche Frauenberufe (gleichfalls in Innsbruck) die sogenannte \u201eFerrarischule&#8220; in der Fa\u00adbriksgasse in mehrj\u00e4hrigen Lehrg\u00e4ngen geboten wird, bestehen Haushaltungsschulen mit zehn-Monatlichem Unterrichte in den beiden vor\u00adgenannten Anstalten, ferner im M\u00e4dcheninstitute in Pfaffenhofen, bei den ehrw. Terziarschwestern in Hall (st\u00e4dtische Schule!) eine private Haushaltungsschule mit eigenem Lehrplan im Zufluchtshause in Hall. Winterkurse mit beil\u00e4ufig f\u00fcnfmonatlicher Unterrichtdauer mit hauswirtschaftlicher Betonung f\u00fcr die b\u00e4uerliche M\u00e4dchenwelt bieten die landwirtschaftlichen Landeslehranstalten: ein dreimonatlicher Tageskurs mit durch\u00adaus praktischer Einstellung, besonders f\u00fcr M\u00e4dchen des Mittelstandes, beginnt im September in Innsbruck bei den Frauen Ursulinen. Sechs- bis achtw\u00f6\u00adchentliche interne Winterkurse zum N\u00e4\u00adhen und Kochenlernen mit dem notwendigsten theore\u00adtischen Unterricht bietet den M\u00e4dchen das Vinzenzheim in Ried und das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Ried, ausschlie\u00dflich praktisch gehaltene Kochkurse sind \u00fcber Winter bei Fr\u00e4ulein Staudacher in Stams. So ist zweifellos f\u00fcr jede einschl\u00e4gige Forderung im Lande M\u00f6glichkeit genug geboten. Mochten die durchgehends strebsamen und leistungsf\u00e4higen Leitungen derselben doch auch die Genugtuung erfahren, da\u00df ihre Bem\u00fchungen vom Volke und allen Kreisen desselben entsprechend unserer Notzeit gew\u00fcrdigt werden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Tiroler M\u00e4dchenverband.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeiner Tiroler Anzeiger \/ 7 September 1931<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":60689,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[143,138],"tags":[],"class_list":["post-60806","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeiner-tiroler-anzeiger","category-geschichte-presse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60806"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60806\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}