{"id":62774,"date":"1931-06-07T14:11:48","date_gmt":"1931-06-07T14:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=62774"},"modified":"2025-03-31T13:28:41","modified_gmt":"2025-03-31T13:28:41","slug":"das-hochhaus-auf-dem-bismarckplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/das-hochhaus-auf-dem-bismarckplatz\/","title":{"rendered":"the tower block on bismarckplatz"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>das hochhaus auf dem bismarckplatz<\/h2>\n<p>eine erkenntniskritische betrachtung von architekt prof. j. manfreda<\/p>\n<p>Erschienen: Allgemeiner Tiroler Anzeiger \/ 7. Juni 1930<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_toggle title=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8230;&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Das von Lois Welzenbacher geplante und 1927 fertiggestellte E.W.I. Hochhaus am Bismackplatz, heute das IKB Geb\u00e4ude in der Salurnerstra\u00dfe, sorgte auch Jahre nach seiner Inbetriebnahme noch f\u00fcr rege Diskussionen. Der gesamte Artikel ist in Kleinbuchstaben verfasst, was als Analogie zu den zifferlosen Uhrbl\u00e4ttern am Hochhaus dienen soll.\u00a0<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Der Artikel&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;das hochhaus auf dem bismarckplatz &#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; 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\u2013 loos wurde darunter vor einem kanalgitter stehend und dasselbe anstarrend abgebildet und fand, was er so lange vergeblich suchte.<\/p>\n<p>was nun damals als eine ausgeburt der kunstlosigkeit galt und von publikum, beh\u00f6rden und presse f\u00fcr unm\u00f6glich erkl\u00e4rt wurde, finden wir heute in noch gesteigertem ma\u00dfe in allen gr\u00f6\u00dferen st\u00e4dten deutschlands und frankreichs vom publikum als eine selbstverst\u00e4ndlichkeit hingenommen. selbst in innsbruck sind einige neu- und umbauten (hochhaus, bauernheim usw.) aus diesem neuen gesichtspunkt der sachlichkeit erstanden. bald werden wir uns auch mit der uhr, die statt der ziffern blo\u00dfe einzelstriche zeigt, befreundet haben, und es wird nur mehr eine frage der zeit sein, dass \u2013 so wie die loossche zweckmanifestation und die abstrahierung der stundenziffern \u2013 auch in unserer schrift nur noch die kleinbuchstaben aus rationalen und \u00f6konomischen gr\u00fcnden verwendung finden werden. abgesehen davon, dass eine solche durchf\u00fchrung in der deutschen schrift eigentlich gar nicht neu, sondern nur eine regeneration darstellt und die kleinbuchstabenschrift ohne anzeichen der mangelhaftigkeit in vielen fremdsprachen besteht, w\u00fcrde sie gewiss die gesch\u00e4ftswelt ohne widerstand aufnehmen (man denke nur an die vereinfachung der schreibmaschinenmanipulation und der schriftsetzerarbeit, an die einfachheit des sprachlichen unterrichts usw.).<\/p>\n<p>was uns kunstj\u00fcnger damals in der allgemein schulm\u00e4\u00dfig anerzogenen besangenheit f\u00fcr architektonischen aufputz durch die zwar vern\u00fcnftige aber revolution\u00e4re idee an dem loosschen hause ungeheuerlich erschien, wurde aber bald durch innere erkenntnis aufgehellt. als ich vor 10 jahren, von wien kommend, die trotzen innsbrucks durchschritt, hatte ich schon den stillen wunsch, alle die \u00fcberfl\u00fcssigen, nichtssagenden, schweren gesimse und stuckverzierungen, womit unsere neueren h\u00e4user (anichstra\u00dfe, b\u00fcrgerstra\u00dfe u. a. m.) \u201eangeklebt\u201c und \u201everziert\u201c sind, heruntergeschlagen zu sehen \u2013 was \u00fcbrigens nach einigen jahren an einzelnen stellen geschah (postgeb\u00e4ude, bauernheim usw.).<\/p>\n<p>das gegenw\u00e4rtig so h\u00e4ufig in der beurteilung von bauwerken zu tage tretende missfallen an den kahlen mauerfl\u00e4chen ist ein nat\u00fcrliches, reaktion\u00e4res empfinden unseres verw\u00f6hnten auges, das die stra\u00dfen \u00fcberwiegend mit schweren gesimsen und fensterumrahmungen \u00fcberladen sieht. daher ist auch die strikte ablehnung der neuen baukunst, sofern diese nicht offensichtliche verst\u00f6\u00dfe gegen vernunft und geschmack zeigt, sehr ungerecht. man darf nicht vergessen, dass der nichtfachmann und durchschnittsmensch, sogar manche k\u00fcnstler, im urteil zumeist konventionell belastet sind und deshalb keinen anspruch auf wirkliche objektivit\u00e4t haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>um nicht missverstanden zu werden, muss ich an dieser stelle ausdr\u00fccklich feststellen, dass ich mich bei der \u00e4u\u00dferen ausgestaltung der wohnhausbauten ganz entschieden gegen die uniforme kahlheit der fabriksbauart, wie sie auch gr\u00f6\u00dftenteils das hochhaus zeigt, ausspreche. wir haben in tirol in den altst\u00e4dten beispiele genug, die zeigen, wie man selbst bei einfachster bauart eine gewisse w\u00e4rme und eigenart erreichen kann. nun wollen wir versuchen, das hochhaus aus dem geiste unserer zeit heraus zu beurteilen. dabei m\u00fcssen wir uns aber vom banne bestimmter, \u00fcberlieferter anschauungen m\u00f6glichst losl\u00f6sen, um dadurch jene einseitigen urteile auszuschlie\u00dfen, die heute keine innere berechtigung mehr haben. wurden nicht auch durch das gewohnheitsm\u00e4\u00dfige festhalten des publikums an \u00fcberkommenen \u00e4sthetischen rechtss\u00e4tzen die maler courbet und delacroix als \u201enicht klassisch\u201c, leibl und liebermann als \u201ezu naturalistisch\u201c verschrien? und was musste die kunst richard wagners erleiden? nat\u00fcrlich muss ein echter, wahrer kritiker vor allem ein klares auge und ein gesundes, mit vernunft gepaartes empfinden besitzen und sich gegen k\u00fcnstlerische verzerrungen und effekthaschereien aller \u201efortschrittlicher\u201c k\u00fcnstler, die ihr schaffen als sehertum vorzut\u00e4uschen suchen, geh\u00f6rig zu verwahren wissen.<\/p>\n<p>wir uns schlie\u00dflich der tatsache eingedenk, dass es nicht darauf ankommt, ob ein geb\u00e4ude gut oder schlecht ist, nicht von liegenden fenstern oder vom flachen dach, auch von keiner dekorationsromantik und keinem maschinenfanatismus, sondern von der ehrlichen, wirklich vorw\u00e4rtsschreitenden gesinnung eines bauk\u00fcnstlers. welzenbacher baut derzeit neuzeitlich nordisch und hat damit auch den besten erfolg erzielt. seine art gefiel in deutschland, man berief ihn dorthin. es ist damit auch nicht verwunderlich, wenn das hochhaus als ein stolzer repr\u00e4sentant der gro\u00dfstadtarchitektur des flachlandes nicht in unsere gebirgswelt passt \u2013 das ist vielleicht die gr\u00f6\u00dfte schw\u00e4che des baues.<\/p>\n<p>das wesentliche an dieser hochhausfrage ist aber, wie gesagt, nicht so sehr, ob das hochhaus nach tirol passt oder nicht passt, auch nicht die wenigen attrappenhaften zugaben, sondern die tat, die zur entstehung eines neuen stils beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeiner Tiroler Anzeiger \/ 7 June 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