{"id":63005,"date":"2025-03-26T14:55:33","date_gmt":"2025-03-26T14:55:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=63005"},"modified":"2026-01-14T13:25:16","modified_gmt":"2026-01-14T13:25:16","slug":"palais-ferrari-altes-garnisonsspital","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/palais-ferrari-altes-garnisonsspital\/","title":{"rendered":"Palais Ferrari &amp; Old Garrison Hospital"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Palais Ferrari &amp; Altes Garnisonsspital<\/h2>\n<p>Weinhartstra\u00dfe 2 &#8211; 4<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;62736,62739,63596,62740,64753,68957&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; admin_label=&#8220;Galerie Palais Ferrari&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;63008&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Wissenswert&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Palais Ferrari&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;63010&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Im Grenzgebiet zwischen der Innenstadt, Dreiheiligen und Pradl befinden sich wie eine kleine Insel, umsp\u00fclt von der K\u00f6nig-Laurin-Stra\u00dfe, der Dreiheiligenstra\u00dfe und der Weinhartstra\u00dfe, das ehemalige k.u.k. Garnisonsspital und das Palais Ferrari. Beide Geb\u00e4ude blicken auf eine lange Geschichte zur\u00fcck, die etliche Kehrtwenden erfuhr. Der Erstbesitzer des Palais war Hieronymus Bernardo Ferrari d\u00b4Occhieppo (1615 \u2013 1691). Der piemontesische Adelige trat als Obersthofmeister der Erzherzogin Anna von \u00d6sterreich, Gattin des letzten Tiroler Landesf\u00fcrsten Ferdinand Karl, in den Dienst des Hauses Habsburg. Als sp\u00e4teres Mitglied des Geheimen Rats Kaisers Leopold I. geh\u00f6rte er zu den h\u00f6chsten Regierungskreisen der Monarchie. F\u00fcr seine Dienste erhielt der fromme Beamte von Kaiser Leopold die Erlaubnis, an der Sill seine Tiroler Residenz zu bauen. Inmitten eines gro\u00dfz\u00fcgigen Parks entstand 1686 das dreigeschossige Palais Ferrari nach Pl\u00e4nen von Johann Martin Gumpp im typisch barocken Stil dieser Zeit. Trotz mehrerer Umbauten und Renovierungen blieb das Flair des 17. Jahrhunderts bis heute erhalten. \u00dcber dem kleinen Balkon im ersten Stock thront noch immer die Statue der <em>Maria Immaculata<\/em>. Um seinen Weg ins Himmelreich zu verk\u00fcrzen, \u00fcberschrieb der fromme Graf Ferrari, neben seinen politischen T\u00e4tigkeiten war er auch Kommandeur des <em>Mauritius-<\/em> und <em>Lazarusordens,<\/em> der Kirche und der Gemeinde Innsbruck einen Teil seines Verm\u00f6gens. Diese 30.000 Gulden erm\u00f6glichten es Vertreterinnen der Gesellschaft der Heiligen Ursula aus Bayern nach Tirol zu holen, um hinter der Spitalskirche die erste Schule f\u00fcr M\u00e4dchen der Stadt zu gr\u00fcnden. Am Eingang zur <em>Ursulinenpassage<\/em> ist der Orden, der sich als erstes der Erziehung und Bildung von M\u00e4dchen verschrieb, gut sichtbar im Stadtbild vertreten. So tugendhaft der erste der Innsbrucker Ferraris war, seine Nachkommen zeichneten sich vor allem durch verschwenderischen Lebenswandel aus. Innerhalb von 200 Jahren war das einst gro\u00dfe Verm\u00f6gen aufgebraucht. 1893 \u00fcbernahm die Stadt Innsbruck das Anwesen und verpachtete es an das Heer. Das Palais war f\u00fcr das Milit\u00e4r interessant, da sich seit den Napoleonischen Kriegen im Nachbargeb\u00e4ude in der heutigen Weinhartstra\u00dfe 2 ein Garnisonsspital befand. Schon in der Fr\u00fchen Neuzeit war in diesem Geb\u00e4ude im Industrieviertel in der N\u00e4he des Zeughauses ein Spital entstanden. 1541 wurde zum ersten Mal dieses <em>Siechen- und Brestenhaus <\/em>erw\u00e4hnt. Der Innsbrucker Kongregationsarzt Weinhart, nach dem die Stra\u00dfe benannt wurde, lie\u00df das Spital w\u00e4hrend dem Pestausbruch 1611 erweitern. Mit Ma\u00dfnahmen wie Ausr\u00e4uchern, Erh\u00f6hung der Hygiene und dem beliebten Aderlass versuchten die \u00c4rzte und Geistlichen, dem Schwarzen Tod Herr zu werden. Im 19. Jahrhundert war die Pest kein Thema mehr, daf\u00fcr bedurfte die neue Art der Kriegsf\u00fchrung moderne medizinische Sorgen der steigenden Anzahl an Verwundeten und Invaliden. Im noblen Palais Ferrari wurde die Verwaltung des Milit\u00e4rkrankenhauses untergebracht. Nachdem das Garnisonsspital noch vor dem Ersten Weltkrieg nach Amras in die heutige Conradstra\u00dfe \u00fcbersiedelt war und das \u00f6sterreichische Heer nach dem Krieg drastisch verkleinert wurde, die Wohnungsnot daf\u00fcr aber umso gr\u00f6\u00dfer war, wurden in das leerstehende Haus st\u00e4dtische Wohnungen gebaut. 1924 \u00fcbernahmen die \u00d6sterreichischen Bundesbahnen das Geb\u00e4ude, um hier nahe zum Bahnhof Mitarbeiter unterzubringen. Trotz mehrerer Renovierungen besteht der Kern des Geb\u00e4udes wie die massiven Eingangstore aus dem 17. Jahrhundert noch.<\/p>\n<p>Auch das mittlerweile heruntergekommene Palais Ferrari wurde vom milit\u00e4rischen in den zivilen Verwendungszweck \u00fcberf\u00fchrt. Unter \u00c4gide der sp\u00e4teren Direktorin Adolfine Sieberer, der Ministerialdirektorin der Ersten Republik Herta von Sprung und B\u00fcrgermeister Wilhelm Greil fand die <em>Lehranstalt f\u00fcr hauswirtschaftliche und gewerbliche Frauenberufe<\/em> ihr neues Domizil. \u00a01922 wurde die Schule um eine Gartenbauschule erweitert und unter die Bundesverwaltung des Bundes gestellt. Der angeschlagene Staatshaushalt der Republik in den Jahren der Weltwirtschaftskrise hatte auch auf die Schule Einfluss: Nur durch den Verkauf von Obst und Gem\u00fcse aus dem eigenen Garten und Stipendien der Sparkasse konnte der Betrieb in den 1930er Jahren aufrechterhalten werden. Nicht viel besser war es in den folgenden Jahrzehnten um den Betrieb bestimmt. Das Kriegsgeschehen und die Luftangriffe forderten ihren Tribut. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges wurden Fl\u00fcchtlinge im Obergeschoss des Palais Ferrari untergebracht. Die Sch\u00fcler wurden zum Schutz vor den Bombardements nach Imst verlegt. In den Nachkriegsjahrzehnten wurden Garten und Schule renoviert, modernisiert und erbl\u00fchte zu neuem Leben. Rudi Wach, Erschaffer des umstrittenen Kruzifixes auf der Innbr\u00fccke, gestaltete die Steinstatue <em>Flora mit Reh<\/em>, die sich neben weiteren Kunstwerken aus den 1950er Jahren im Garten befindet. Um den Anforderungen des modernen Schulwesens zu gen\u00fcgen, erfolgten mehrere Anbauten und Erweiterungen des barocken Palais. Die unz\u00e4hligen Ver\u00e4nderungen des Schultypus w\u00e4hrend des 20. Jahrhunderts zeigen die sich langsam entwickelnden und wandelnden beruflichen M\u00f6glichkeiten junger Frauen im 20. Jahrhundert. Trotz aller offiziellen Bem\u00fchungen wurde die Schule bis weit in die Nachkriegszeit vor allem als Ausbildungsst\u00e4tte f\u00fcr zuk\u00fcnftige Hausfrauen und M\u00fctter wahrgenommen. Erst mit der Umstellung zur Modeschule r\u00fcckte der Aspekt der Berufsbildung in den Vordergrund. Mittlerweile d\u00fcrfen auch junge M\u00e4nner hier die Reifepr\u00fcfung ablegen, in der neben der traditionellen Ausrichtung auch Pflege und Mediendesign zu den Schwerpunkten z\u00e4hlen. Der Erbauer des einstigen Palais, der aus seinem Verm\u00f6gen 1689 auch die erste Schule f\u00fcr M\u00e4dchen der Ursulinen stiftete, w\u00fcrde es wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass sein Palazzo und der Ursulinenorden mehr als drei Jahrhunderte sp\u00e4ter unter dem sp\u00f6ttischen Namen des b\u00f6sen Volksmundes <em>Putz- und Kn\u00f6delakademie<\/em> noch immer eine S\u00e4ule der Innsbrucker Bildungslandschaft darstellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Artikel zum Thema M\u00e4dchen &#038; Bildung &#8211; 1931&#8243; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Umstellen?&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;61429&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Eine merkw\u00fcrdige Erscheinung tritt immer mehr zutage, die nachdenklich machen k\u00f6nnte. Eine Rund\u00adfrage in s\u00e4mtlichen Haushaltungsschulen des Landes und dar\u00fcber hinaus ergibt das Resultat, da\u00df die M\u00e4dchen beinahe \u00fcberallhin eher zur Ausbildung ge\u00adhen als in die eigentlich fraulichen Schulen, die Haus\u00adhaltungsschulen. Die Handelsschulen, hei\u00dft es, seien \u00fcberf\u00fcllt; die h\u00f6heren Studienanstalten entlassen all\u00adj\u00e4hrlich eine gute Anzahl von Absolventinnen; ander\u00adseits stellen Fabriken und B\u00fcros auch auf weiblicher Seite viele, viele Arbeitslose: fragt man aber nach M\u00e4dchen, die sich in der Hauswirtschaft ert\u00fcchtigen, so sind sie selten, werden scheinbar immer seltener.<\/p>\n<p>Warum dies? \u201eAch&#8220;, h\u00f6rt man, \u201eHausgehilfin will ich doch nicht werden!&#8220; \u201eGute Posten als St\u00fctze sind sehr rar!&#8220; \u201eWer wird denn selber kochen, wo es doch Speiseh\u00e4user. Gemeinschaftsk\u00fcchen usw. gibt, wo man alles viel schneller und bequemer haben kann!&#8220; \u201eNa, \u00fcberhaupt eine eigene Wirtschaft, das zahlt sich wirk\u00adlich nimmer aus!&#8220;<\/p>\n<p>So sind die modernen Gedankeng\u00e4nge und dabei geht langsam aber unaufhaltsam etwas vom Kostbar\u00adsten verloren, was immer noch das Leben wie etwas Heiliges verkl\u00e4rte: das umsorgte, liebe Daheim. Gewi\u00df, in vielen, sehr vielen F\u00e4llen hat es schon die harte Not zerst\u00f6rt, hat selbst dort, wo noch ehrlicher Heimwille lebt, h\u00e4\u00dfliche Oede aufgerissen und Hast und Unsicherheit hingesetzt, wo feine Besinnlichkeit und umsichtige kluge T\u00fcchtigkeit und Liebe ihres Am\u00adtes walten sollten. Hunderte und Hunderte gehen ver\u00addienen, weil es daheim nicht reicht, und mit dem Ver\u00addienten wei\u00df man nicht hauszuhalten. Man hat es nicht gelernt, und wozu soll man es denn tun? \u2014 es geht ja auch so bergab! Viele klagen still und laut \u00fcber die wirtschaftliche Notlage, aber dort, wo man im kleinen mit der Besserung anfangen k\u00f6nnte, dort macht auch das heimische, das tirolische Denken kehrt!<\/p>\n<p>Die Haushaltungsschulen stehen beinahe leer. Ist der Ausbau, der Lehrplan schuld daran? Wird zu viel Theorie gelehrt, die den M\u00e4dchen mit praktischem Sinne weniger liegt? Kann man das schulm\u00e4\u00dfig Ge\u00adlernte im Leben nicht brauchen? Pa\u00dft sich der Unter\u00adricht zu wenig den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen einzel\u00adner M\u00e4dchengruppen an und wird der Unterschied zwi\u00adschen b\u00e4uerlicher und st\u00e4dtischer, der derben Schwerarbeiterk\u00fcche und jener des Geistesarbeitenden nicht genug ins Auge gefa\u00dft? Vielleicht braucht es da hin und wieder noch ein Umstellen, ein Umlernen: ganz sicher ist aber auch ein Umstellen seitens mancher El\u00adtern und M\u00e4dchen notwendig, da\u00df dem Wirtschaftsaufbau im gro\u00dfen zuerst im kleinen und kleinsten vorgearbeitet werde. Erst wenn der Einzelhaushalt ra\u00adtionell, sparsam und doch zutr\u00e4glich gef\u00fchrt wird, und solche Haushalte in Stadt und Land sich mehren, ist ein tragf\u00e4higer Unterbau f\u00fcr eine ausw\u00e4rtsstrebende gesunde Volkswirtschaft vorhanden. Andernfalls steu\u00adern wir der bolschewikischen, familienaufl\u00f6senden Kol\u00adlektivwirtschaft, der Massenverelendung zu.<\/p>\n<p>Kluge Eltern m\u00f6gen sich fragen, ob es nicht am Platze w\u00e4re, ihre T\u00f6chter ein ordentliches Wirtschafts\u00adjahr (nicht nur ein gelegentliches Nippen, wie es ne\u00adben den \u00fcbrigen Hauptschulf\u00e4chern beispielsweise nicht anders m\u00f6glich ist!) durchleben zu lassen, ehe sie in eine Berufsstellung gehen, und kluge M\u00e4dchen m\u00f6gen \u00fcberlegen, ob es nicht trotz allem Entgegenstehenden noch m\u00f6glich w\u00e4re, ein solches Jahr ein\u00adzuschalten, bevor man als Maschinfr\u00e4ulein oder in ir\u00adgendwelchen anderen Beruf eintritt, wenn dies schon sein mu\u00df. In vielen F\u00e4llen wird ja der Verzicht auf das Mitverdienen oder Selbstverdienen der jungen M\u00e4dchen nicht leichtfallen, aber ganz sicher ist es, da\u00df sie mit der hauswirtschaftlichen Ausbildung dann le\u00adbenst\u00fcchtiger und gefestigter an ihrem modernen Ar\u00adbeitsposten stehen, als ohne diese. Und wenn fr\u00fcher oder sp\u00e4ter das M\u00e4dchen doch eine eigene Familie gr\u00fcndet? \u2014 Was wird ihr dann mehr zugute kom\u00admen? Also Voraussicht! Umlernen m\u00fcssen viele in unserer Zeit. Warum nicht auch in aller Stille die Eltern, die weibliche Jugend und Hand in Hand mit ihnen, wo es not tut, auch die hauswirtschaftliche Schule!<\/p>\n<p>*<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend an obige, nicht von der Hand zu wei\u00adsende Gedanken sei auf die M\u00f6glichkeiten zu hauswirtschaftlicher Ausbildung hinge\u00adwiesen, die wir in Tirol haben. Abgesehen von der fachlichen h\u00f6heren Ausbildung, die durch das Haushaltungsseminar der ehrw. Frauen Ursulinen in Innsbruck und in der h\u00f6heren Lehranstalt f\u00fcr wirt\u00adschaftliche und gewerbliche Frauenberufe (gleichfalls in Innsbruck) die sogenannte \u201eFerrarischule&#8220; in der Fa\u00adbriksgasse in mehrj\u00e4hrigen Lehrg\u00e4ngen geboten wird, bestehen Haushaltungsschulen mit zehn-Monatlichem Unterrichte in den beiden vor\u00adgenannten Anstalten, ferner im M\u00e4dcheninstitute in Pfaffenhofen, bei den ehrw. Terziarschwestern in Hall (st\u00e4dtische Schule!) eine private Haushaltungsschule mit eigenem Lehrplan im Zufluchtshause in Hall. Winterkurse mit beil\u00e4ufig f\u00fcnfmonatlicher Unterrichtdauer mit hauswirtschaftlicher Betonung f\u00fcr die b\u00e4uerliche M\u00e4dchenwelt bieten die landwirtschaftlichen Landeslehranstalten: ein dreimonatlicher Tageskurs mit durch\u00adaus praktischer Einstellung, besonders f\u00fcr M\u00e4dchen des Mittelstandes, beginnt im September in Innsbruck bei den Frauen Ursulinen. Sechs- bis achtw\u00f6\u00adchentliche interne Winterkurse zum N\u00e4\u00adhen und Kochenlernen mit dem notwendigsten theore\u00adtischen Unterricht bietet den M\u00e4dchen das Vinzenzheim in Ried und das Kloster der Barmherzigen Schwestern in Ried, ausschlie\u00dflich praktisch gehaltene Kochkurse sind \u00fcber Winter bei Fr\u00e4ulein Staudacher in Stams. So ist zweifellos f\u00fcr jede einschl\u00e4gige Forderung im Lande M\u00f6glichkeit genug geboten. Mochten die durchgehends strebsamen und leistungsf\u00e4higen Leitungen derselben doch auch die Genugtuung erfahren, da\u00df ihre Bem\u00fchungen vom Volke und allen Kreisen desselben entsprechend unserer Notzeit gew\u00fcrdigt werden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Tiroler M\u00e4dchenverband.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Artikel zum Geschlecht Ferrari &#8211; 1937&#8243; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die tirolischen Grafen v. Ferrari zu Occhieppo und Chiavazza&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62982&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<article class=\"group\/turn w-full text-token-text-primary focus-visible:outline-none\" dir=\"auto\" tabindex=\"-1\" data-testid=\"conversation-turn-3\" data-scroll-anchor=\"false\">\n<div class=\"text-base my-auto mx-auto py-5 px-6\">\n<div class=\"mx-auto flex flex-1 text-base gap-4 md:gap-5 lg:gap-6 md:max-w-3xl lg:max-w-[40rem] xl:max-w-[48rem]\">\n<div class=\"group\/conversation-turn relative flex w-full min-w-0 flex-col @xs\/thread:px-0 @sm\/thread:px-1.5 @md\/thread:px-4\">\n<div class=\"relative flex-col gap-1 md:gap-3\">\n<div class=\"flex max-w-full flex-col flex-grow\">\n<div class=\"min-h-8 text-message relative flex w-full flex-col items-end gap-2 whitespace-normal break-words text-start [.text-message+&amp;]:mt-5\" dir=\"auto\" data-message-author-role=\"user\" data-message-id=\"980d7c94-2cc3-44f4-88b8-27391e65e893\">\n<div class=\"w-full\">\n<div class=\"flex w-full flex-col gap-1 empty:hidden items-end rtl:items-start\">\n<div class=\"relative max-w-[var(--user-chat-width,70%)] rounded-3xl bg-token-message-surface px-5 py-2.5\">\n<div class=\"whitespace-pre-wrap\">1. Im Jahre 1657 tauchte in Innsbruck, der Haupt- und Residenzstadt von Tirol und der ober- und vorder\u00f6sterreichischen Lande es regierte Erzherzog Ferdinand Karl (1646\u20141662) mit seiner Gemahlin Anna, einer Tochter des reichen und m\u00e4chtigen Cosimo II., Gro\u00dfherzogs von Toskana, aus dem Haufe Medici ein piemontesischer Edelmann, namens Girolamo Bernardo Ferrari, Conte d&#8217;O cchieppo, auf, der vorher als Gesandter des Herzogs von Savoyen nach Wien gekommen und dort in die Dienste des Hauses Oesterreich getreten war. Der damalige herzoglich savoyische K\u00e4mmerer und Ritter des St. Mauritius- und Lazarusordens ward anfangs des 17. Jahrhunderts in Biella, einem kleinen St\u00e4dtchen in Piemont, Provinz Novara, geboren, wo feine Familie, dem Stadtadel angeh\u00f6rig, H\u00e4user und G\u00fcter besa\u00df, darunter die Lehensherrschaften Occhieppo und sp\u00e4ter Chiavazza, mit denen der Grafentitel verbunden war und nach denen sich die Familie zubenannte. Am Innsbrucker Hofe \u00fcbten zu jener Zeit die Italiener den gr\u00f6\u00dften Einflu\u00df aus. Sie f\u00f6rderten zwar einerseits K\u00fcnste und Wissenschaften, n\u00e4hrten aber andererseits den Hang zur Prunk- und Verschwendungssucht. Dieser Hieronymus Bernhard Ferrari Graf v. Occhieppo, wie er sich sp\u00e4ter auf deutsch nannte, gelangte daher bald zu den h\u00f6chsten Stellen und W\u00fcrden bei Hof und Regierung: er wurde Obersthofmeister bei Ihrer f\u00fcrstlich Durchlaucht der Erzherzogin Anna, die ihm bei ihrem Tode (1676) wegen der vielen Jahre hindurch gehorsamst und ersprie\u00dflichst geleisteten Dienste ein Legat von 80.000 Gulden vermacht hatte; er war kaiserlicher K\u00e4mmerer, dann o. \u00f6. und Sr. Majest\u00e4t wirklicher Geheimer Rat. Als Herzog Karl v. Lothringen, der ber\u00fchmte T\u00fcrkenbezwinger, Tirol und die o. und v. \u00f6. Lande 1678\u20141690 als Gubernator verwaltete, wurde er auch noch zum Obersthofmeister dessen Gemahlin, einer geborenen Eleonora Erzherzogin v. Oesterreich, einer Schwester Kaisers Leopold, erw\u00e4hlt. Da diese in erster Ehe mit dem polnischen Wahlk\u00f6nig Michael Wisnowiecki (1669 1673) verm\u00e4hlt war, wird sie auch immer\u201epolnische K\u00f6nigin&#8220; genannt. Durch seine Gemahlin, eine geborene Anna Dorothea , war endlich Hieronymus Bernhard Graf Ferrari, wenn auch auf unehelichem Wege, mit dem Hause Habsburg weitschichtig verwandt, denn ihr Gro\u00dfvater m\u00fctterlicherseits war Karl Markgraf v. Burgau, der j\u00fcngere Sohn des Erzherzogs Ferdinand v. Tirol und der Philippine Welser. Den durch seine Stellung und seine Verbindungen erworbenen Reichtum verwendete Graf Ferrari noch in seinen alten Tagen zu gro\u00dfen Unternehmungen. 1682 erwarb er um die Pfandsumme von 60.000 Gulden die Gerichtsherrschaft Imst im Oberinntal, 1685 um 70.000 Gulden jene von Taufers im Pustertal, begann im selben Jahre den Bau des gro\u00dfartigen Barockpalastes auf der Kohlstatt (Dreiheiligen) und bestimmte ein Stiftungskapital von 30.000 Gulden f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Ursulinenordens in Innsbruck. 1678 ist er zugleich mit seinem Brudersohn (Neffen) Johann Baptist Graf Ferrari in die tirolische Adelsmatrikel aufgenommen worden, so da\u00df die m\u00e4nnlichen Familienmitglieder die Titel \u201eGerichtsherr von Imst und Taufers, Herr und Landmann von Tirol&#8220; f\u00fchren durften. Aus allen seinen Besitzungen in Piemont und Tirol errichtete er letztwillig 1687 ein Familiendynastie mit Primogenitur, um das Ansehen und den Glanz der Familie zu erhalten. Hieronymus Bernhard starb zu Innsbruck am 3. J\u00e4nner 1691, fast 90 Jahre alt, seine Frau ein Jahr sp\u00e4ter am 15. J\u00e4nner 1692 im 80. Lebensjahre. Beide wurden in der von ihm gew\u00e4hlten Familiengrabst\u00e4tte in der Stiftskirche der Pr\u00e4monstratenser zu Wilten begraben. F\u00fcr fein und seiner Familie Seelenheil machte er au\u00dferdem noch gro\u00dfe fromme Stiftungen. Der alte Graf hatte allen Grund, seinen Neffen Ioh. Bapt. Ferrari Graf v. Occhieppo (geboren noch in Biella um 1650), vom\u00a0Erbe des Fideikommisses auszuschlie\u00dfen; denn nicht nur da\u00df dieser unwirtschaftlich war, sondern sein hei\u00dfes, italienisches Blut verf\u00fchrte ihn immer wieder zu Ausschreitungen und Verletzungen von Recht und Sitte, zu einem Lebenswandel, der unvereinbar war mit seinem Stande und hohem Berufe, war er doch kaiserlicher K\u00e4mmerer und o. \u00f6. Regimentsrat. Schon als junger Student \u00fcberfiel er in einer Nacht des Monates April 1676 mit seinen nach welscher Art vermummten Kumpanen die ebenfalls an der Universit\u00e4t Innsbruck studierenden Br\u00fcder Ferdinand und Alexander Grafen von Arco, wobei letzterem au\u00dfer einer Gesichtsverletzung durch eine Pistolenkugel ein Glied des rechten Daumes abgeschossen worden war 3 . Da er seine durch eine un gl\u00fcckselige Naturanlage und ein hitziges Temperament bedingte Lebensf\u00fchrung nicht aufgab und ein unstetes Wanderleben noch f\u00fchrte, wurde er auf Befehl des Kaisers 1695 zuerst auf dem Schlosse Rattenberg, dann auf der Festung Kufstein Jahre hin durch in\u201eArrest&#8220; gesetzt. Als der bayerisch-franz\u00f6sische Einfall im Juni 1703 drohte, wurde er zun\u00e4chst von Kufstein nach Innsbruck gebracht und sollte dann im Herbste zur Wiederherstellung seiner gebrochenen Gesundheit unter Aufsicht nach Meran \u00fcber f\u00fchrt werden. Aus der Reise dorthin entwich er in der N\u00e4chtigungsstation Brixen nach Italien. Von da ab ist jede Spur von ihm und seiner Familie in Tirol verschwunden mit Ausnahme von zweien seiner S\u00f6hne, die nacheinander zur Fideikommi\u00dferb folge berufen wurden. 2. Johann Baptist Graf Ferrari war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war eine Nichte der Gemahlin seines Oheims Hieronymus Bernhard, namens Anna Adelheid Ferrero Marchesa della Marmora, die nach der Geburt eines S\u00f6hnchens bald daraus starb. Diesen Gro\u00dfneffen Karl Josef Graf Ferrari (geboren 1681, gestorben 1705) setzte nun der alte Graf in seinem Testamente vom Jahre 1687 zum Universalerben in das Fideikommi\u00df ein, w\u00e4hrend er seinen Neffen, den oft erw\u00e4hnten Ioh. Baptist, also den Vater des Karl Josef, nur mit einem Jahreslegat von 1500 Gulden bedachte. 3. Die zweite Gemahlin, eine geborene Maria Katharina Gr\u00e4fin v. Kuenburg aus Graz, erkor sich Ioh. Baptist Graf Ferrari auf etwas eigent\u00fcmliche und ungew\u00f6hnliche Weise. Er entf\u00fchrte sie, die am Hofe des Herzogs Karl o. Lothringen zu Innsbruck Hoffr\u00e4ulein war, kurzer Hand in einer sch\u00f6nen Sommernacht des August 1682 in die Schweiz. Nat\u00fcrlich wurde der Herr kaiserliche, ober\u00f6sterr. Regimentsrat ob dieses Frevels seiner Stellung entsetzt, aber auf Verwendung des F\u00fcrsterzbischofs von Salzburg, Max Gandolf Graf v. Kuenburg, eines nahen Verwandten der Entf\u00fchrten, vom Kaiser wieder in Gnaden aus genommen. Dieses Ehepaar wurden nun die Stammeltern dertirolischenGrafenv. Ferrari. Ihrer Ehe entspros sen in den Jahren 1683 bis 1692 sieben Kinder, von denen Leo pold Ignaz Graf Ferrari (geboren 1687, gestorben 1764), feinem ohne m\u00e4nnliche Nachkommen verstorbenen Stiefbruder Karl Josef (aus der ersten Ehe seines Paters) 1705 als n\u00e4chst berufener Fideikommi\u00dferbe folgte. Aber \u00fcber ihm schwebte wie \u00fcber seinem Vater, von dem er das hei\u00dfbl\u00fctige Naturell geerbt hatte, gleichfalls ein Unstern. Seine Verschwendungssucht hielt er doch oft bis zu 10 Bedienstete zerr\u00fcttete seine Hauswirtschaft. Fortw\u00e4hrend steht er im Kampfe mit den kirchlichen und weltlichen Obrigkeiten. Man versucht ihn mit den verschiedensten Zwangsmitteln zur Einkehr zu bewegen. So wird eine ihm auferlegte Kirchenstrafe von 200 Gulden zur Anschaffung einer Orgel in Ahrn (Tauferertal) be timmt. Ein anderes Mal vergleicht er sich mit der Regierung zur\u201eWiederherstellung seiner Ehre&#8220; auf eine Geldstrafe von 4500 Gulden, die bei der Erbauung eines Zucht- und Strafhauses in Innsbruck (heute Einquartierungs-Turnusvereinshaus, Inn stra\u00dfe 2) verwendet wurde. Bu\u00df\u00fcbungen\u201ezur Rettung seines Seelenheiles&#8220; in den Kapuzinerkl\u00f6stern zu M\u00fcnster in der Schweiz und Innsbruck wechseln mit Hausarrest ab. Er entflieht auch \u00f6fters ins Ausland. Endlich wird der immer wieder R\u00fcckf\u00e4llige wie fein Vater auf dem Schlosse Rattenberg \u201everarrestiert&#8220;, bis ihm schlie\u00dflich das St\u00e4dtchen Hall als Zwangsaufenthalt angewiesen wird. Die letzten Lebensjahre verbrachte der alternde Graf, der ebenfalls kaiserlicher K\u00e4mmerer und o. \u00f6. Regiments rat war, in beschaulicher Weise in seinem Palais zu Dreiheiligen.<\/div>\n<div class=\"whitespace-pre-wrap\">4. Graf Leopold Ignaz war zweimal verm\u00e4hlt. Die erste Ehe Mit Maria Franziska Gr\u00e4fin Truchse\u00df v. Waldburg-Zeil (gestorben 1730) blieb kinderlos. Die zweite Gemahlin, eine geborene Sidonia Wenzl v. Ragen und Kirchegg* schenkte ihm vier Kinder, von denen Josef Graf Ferrari (geboren in Hall 1735, gestorben 1794) Fideikommi\u00dferbe wurde. Er war k. k. K\u00e4mmerer und der letzte o. \u00f6. Regimentsrat in dieser Familie. 5. Nur Josefs erste Ehe mit Maria Iofepha Gr\u00e4fin v. Wolkenstein-Trostburg war mit vier Kindern gesegnet. Von ihnen ward Johann von Gott Graf Ferrari (geb. 1764, gestorben 1834), k. k. K\u00e4mmerer, der letzte Inhaber der Fideikommi\u00df- und Lehensg\u00fcter in ihrem alten Umfange, die von den bei den letzten Besitzern wieder gut bewirtschaftet wurden. Die napoleonischen Umw\u00e4lzungen brachten aber den wirtschaftlichen Zusammenbruch. Infolge der Eroberungen Napoleons in Oberitalien gingen 1805 die dortigen Besitzungen verloren. W\u00e4hrend der baye rischen Regierung (1806\u20141813) wurde ein Teil des tirolischen Fideikommi\u00df- und Lehenbesitzes in freies Eigentum verwandelt und dann nach und nach ver\u00e4u\u00dfert. Die Patrimonialgerichte Imst und T\u00e4ufers wurden vom Staate \u00fcbernommen. Graf Johann von Gott war ebenfalls zweimal verheiratet. Die Tochter Katharina aus der zweiten Ehe (1810) mit Msria Anna Freiin v. Zech zu Deybach und Sulz war die Gattin Ferdinands Freiherrn Fenner von und zum Fennberg<\/div>\n<div class=\"whitespace-pre-wrap\">5 . Die erste Frau, Kreszenzia Gr\u00e4fin v. Sarnthein, hatte ihrem Gatten acht Kinder geboren. Sein \u00e4ltester Sohn Josef (gestorben 1869) war k. k. Tabak und Stempelverschlei\u00df-Magazinsverwalter. Das Magazin befand sich in seinem Palais in Dreiheiligen. Diese Linie ist mit dessen gleichnamigen Enkel Josef 1918 ausgestorben. Johannes v. Gott zweiter Sahn Friedrich (gestorben 1872) war Zollamtskontrollor in Vorarlberg. Seine Nachkommen leben in S\u00fcdtirol, Ungarn und Deutschem Reich. Ignaz (gestorben 1858) der dritte Sohn Johanns von Gott, war Finanzbezirks-Direktionsassistent. Seine Tochter 4 Ein altes, jetzt ausgestorbenes Pustertaler Geschlecht, dessen j\u00fcngere Linie in den heutigen Freiherren v. Sternbach zu Stock und Luttach noch fortlebt. 5 Dieser, ein Sohn des ber\u00fchmten Tiroler Freiheitsk\u00e4mpfers, sp\u00e4teren Feldmarschalleutnants und Maria-Therefien-Ritters Phi lipp Freiherr v. Fenner, schlo\u00df sich der revolution\u00e4ren Bewegung der Jahre 1848 und 1849 an, mu\u00dfte nach Amerika fl\u00fcchten, wurde aber sp\u00e4ter amnestiert. Seine Tochter Ada, eine im hohen Alter stehende, aber noch geistreiche und geistesfrische Frau von Energie, ist die heutige Oberin des gr\u00e4fl. Wolkenfteinischen adeligen Damenstiftes in Innsbruck. Rosa war mit dem Universit\u00e4tsprofessor und ber\u00fchmten \u00f6ster reichischen Geschichtsforscher Dr. Alfons Huber verm\u00e4hlt. Die \u00fcbrigen Nachkommen dieser Linie leben in Innsbruck und Steiermark.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"flex absolute left-0 right-0 flex justify-end\">\n<div class=\"-me-1 -ms-2.5 flex select-none items-center p-1 touch:-me-2 touch:-ms-3.5 transition-[mask-position] [mask-image:linear-gradient(to_var(--mask-direction),black_33%,transparent_66%)] [mask-position:var(--mask-from-pos)] [mask-size:300%_100%] [--mask-direction:left] [--mask-from-pos:0_0] [--mask-to-pos:100%_0] pointer-events-none duration-300 group-hover\/turn:pointer-events-auto group-hover\/turn:delay-100 group-hover\/turn:[mask-position:var(--mask-to-pos)] group-focus-within\/turn:pointer-events-auto group-focus-within\/turn:[mask-position:var(--mask-to-pos)] has-[[data-state=open]]:pointer-events-auto has-[[data-state=open]]:[mask-position:var(--mask-to-pos)]\">\u00a0<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<article class=\"group\/turn w-full text-token-text-primary focus-visible:outline-none\" dir=\"auto\" tabindex=\"-1\" data-testid=\"conversation-turn-4\" data-scroll-anchor=\"true\">\n<h6 class=\"sr-only\">\u00a0<\/h6>\n<\/article>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Eine Republik entsteht&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Eine Erste Republik entsteht&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;62863&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Kaum eine Epoche ist schwerer zu fassen als die Zwischenkriegszeit. Die <em>Roaring Twenties<\/em>, Jazz und Automobile kommen einem ebenso in den Sinn wie Inflation und Wirtschaftskrise. In Gro\u00dfst\u00e4dten wie Berlin geb\u00e4rdeten sich junge Damen als <em>Flappers<\/em> mit Bubikopf, Zigarette und kurzen R\u00f6cken zu den neuen Kl\u00e4ngen lasziv, Innsbrucks Bev\u00f6lkerung geh\u00f6rte als Teil der jungen Republik \u00d6sterreich zum gr\u00f6\u00dften Teil zur Fraktion Armut, Wirtschaftskrise und politischer Polarisierung. Schon die Ausrufung der Republik am Parlament in Wien vor \u00fcber 100.000 mehr oder minder begeisterten, vor allem aber verunsicherten Menschen verlief mit Tumulten, Schie\u00dfereien, zwei Toten und 40 Verletzten alles andere als reibungsfrei. Wie es nach dem Ende der Monarchie und dem Wegfall eines gro\u00dfen Teils des Staatsterritoriums weitergehen sollte, wusste niemand. Das neue \u00d6sterreich erschien zu klein und nicht lebensf\u00e4hig. Der Beamtenstaat des k.u.k. Reiches setzte sich nahtlos unter neuer Fahne und Namen durch. Die Bundesl\u00e4nder als Nachfolger der alten Kronl\u00e4nder erhielten in der Verfassung im Rahmen des F\u00f6deralismus viel Spielraum in Gesetzgebung und Verwaltung. Die Begeisterung f\u00fcr den neuen Staat hielt sich aber in der Bev\u00f6lkerung in Grenzen. Nicht nur, dass die Versorgungslage nach dem Wegfall des allergr\u00f6\u00dften Teils des ehemaligen Riesenreiches der Habsburger miserabel war, die Menschen misstrauten dem Grundgedanken der Republik. Die Monarchie war nicht perfekt gewesen, mit dem Gedanken von Demokratie konnten aber nur die allerwenigsten etwas anfangen. Anstatt Untertan des Kaisers war man nun zwar B\u00fcrger, allerdings nur B\u00fcrger eines Zwergstaates mit \u00fcberdimensionierter und in den Bundesl\u00e4ndern wenig geliebter Hauptstadt anstatt eines gro\u00dfen Reiches. In den ehemaligen Kronl\u00e4ndern, die zum gro\u00dfen Teil christlich-sozial regiert wurden, sprach man gerne vom <em>Wiener Wasserkopf<\/em>, der sich mit den Ertr\u00e4gen der flei\u00dfigen Landbev\u00f6lkerung durchf\u00fcttern lie\u00df.<\/p>\n<p>Auch andere Bundesl\u00e4nder spielten mit dem Gedanken, sich von der Republik abzukoppeln, nachdem der von allen Parteien unterst\u00fctzte Plan sich Deutschland anzuschlie\u00dfen von den Siegerm\u00e4chten des Ersten Weltkriegs untersagt worden war. Die Tiroler Pl\u00e4ne allerdings waren besonders spektakul\u00e4r. Von einem neutralen Alpenstaat mit anderen Bundesl\u00e4ndern, einem Freistaat bestehend aus Tirol und Bayern oder von Kufstein bis Salurn, einem Anschluss an die Schweiz bis hin zu einem katholischen Kirchenstaat unter p\u00e4pstlicher F\u00fchrung gab es viele \u00dcberlegungen. Besonders popul\u00e4r war die naheliegendste L\u00f6sung. In Tirol war es nicht neu, sich als Deutscher zu f\u00fchlen. Warum sich also nicht auch politisch an den gro\u00dfen Bruder im Norden anh\u00e4ngen? Besonders unter st\u00e4dtischen Eliten und Studenten war dieser Wunsch sehr ausgepr\u00e4gt. Der Anschluss an Deutschland erhielt in Tirol bei einer Abstimmung in Tirol einen Zuspruch von 98%, kam aber nie zustande.<\/p>\n<p>Anstatt ein Teil Deutschlands zu werden, unterstand man den ungeliebten <em>Wallschen<\/em>. Knapp zwei Jahre lang besetzten italienische Truppen nach Kriegsende Innsbruck. Bei den Friedensverhandlungen in Paris war wurde der Brenner zur neuen Grenze erkl\u00e4rt. Das historische Tirol war zweigeteilt. Am Brenner stand Milit\u00e4r, um eine Grenze zu sichern, die es vorher nie gab und als unnat\u00fcrlich und ungerecht empfunden wurde. 1924 beschloss der Innsbrucker Gemeinderat, Pl\u00e4tze und Stra\u00dfen rund um den Hauptbahnhof nach S\u00fcdtiroler St\u00e4dten zu benennen. Der Bozner Platz sowie die Brixner- und die Salurnerstra\u00dfe tragen ihre Namen bis heute. Viele Menschen zu beiden Seiten des Brenners f\u00fchlten sich verraten. Man hatte den Krieg zwar bei Weitem nicht gewonnen, als Verlierer gegen\u00fcber Italien sah man sich aber nicht. Der Hass auf Italiener erreichte in der Zwischenkriegszeit seinen H\u00f6hepunkt, auch wenn die Besatzungstruppen sich betont milde gab. Eine Passage aus dem Erz\u00e4hlband \u201e<em>Die Front \u00fcber den Gipfeln<\/em>\u201c des nationalsozialistischen Autors Karl Springenschmid aus den 1930ern spiegelt die allgemeine Stimmung wider:<\/p>\n<p><em>\u201e`Walsch (Anm.:Italienisch) werden, das w\u00e4r das \u00c4rgste!` sagt die Junge. <\/em><\/p>\n<p><em>Da nickt der alte Tappeiner blo\u00df und schimpft: `Wei\u00df wohl selber und wir wissen es alle: Walsch werden, das w\u00e4r das \u00c4rgste.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ungemach drohte auch in der Innenpolitik. Die Revolution in Russland und der darauffolgende B\u00fcrgerkrieg mit Millionen von Todesopfern, Enteignung und kompletter Systemumkehr warf ihren langen Schatten bis nach \u00d6sterreich. Die Aussicht auf <em>sowjetische Zust\u00e4nde<\/em> machte den Menschen Angst. \u00d6sterreich war tief gespalten. Hauptstadt und Bundesl\u00e4nder, Stadt und Land, B\u00fcrger, Arbeiter und Bauern \u2013 im Vakuum der ersten Nachkriegsjahre wollte jede Gruppe die Zukunft nach ihren Vorstellungen gestalten. Die Kulturk\u00e4mpfe der sp\u00e4ten Monarchie zwischen Konservativen, Liberalen und Sozialisten setzte sich nahtlos fort. Die Kluft bestand nicht nur auf politischer Ebene. Moral, Familie, Freizeitgestaltung, Erziehung, Glaube, Rechtsverst\u00e4ndnis \u2013 jeder Lebensbereich war betroffen. Wer sollte regieren? Wie sollten Verm\u00f6gen, Rechte und Pflichten verteilt werden. Ein kommunistischer Umsturz war besonders in Tirol keine reale Gefahr, lie\u00df sich aber medial gut als Bedrohung instrumentalisieren, um die Sozialdemokratie in Verruf zu bringen. 1919 hatte sich in Innsbruck zwar ein <em>Arbeiter-, Bauer- und Soldatenrat <\/em>nach sowjetischem Vorbild ausgerufen, sein Einfluss blieb aber gering und wurde von keiner Partei unterst\u00fctzt. Ab 1920 bildeten sich offiziell sogenannten Soldatenr\u00e4te, die aber christlich-sozial dominiert waren. Das b\u00e4uerliche und b\u00fcrgerliche Lager rechts der Mitte militarisierte sich mit der <em>Tiroler Heimatwehr<\/em> professioneller und konnte sich \u00fcber st\u00e4rkeren Zulauf freuen als linke Gruppen, auch dank kirchlicher Unterst\u00fctzung. Die Sozialdemokratie wurde von den Kirchkanzeln herab und in konservativen Medien als <em>Judenpartei<\/em> und heimatlose Vaterlandsverr\u00e4ter bezeichnet. Allzu gerne gab man ihnen die Schuld am verlorenen Krieg und den Folgen gab. Der Tiroler Anzeiger brachte die Volks\u00e4ngste auf den Punkt: <em>\u201cWehe dem christlichen Volke, wenn bei den Wahlen die Juden=Sozi siegen!\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>Der Innsbrucker Gemeinderat umfasste mit der neuen Gemeinderatsordnung, die das allgemeine Wahlrecht aller Erwachsenen vorsah, von 1919 40 Mitglieder. Von 24.644 zur Wahlurne gerufenen B\u00fcrgern machten unglaubliche 24.060 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bereits im ersten Gemeinderat mit freien Wahlen waren drei Frauen vertreten. W\u00e4hrend in den l\u00e4ndlichen Bezirken die <em>Tiroler Volkspartei<\/em> als Zusammenschluss aus <em>Bauernbund<\/em>, <em>Volksverein<\/em> und <em>Katholischer Arbeiterschaft<\/em> dominierte, konnte die Sozialdemokratie unter der F\u00fchrung von Martin Rapoldi trotz des starken Gegenwindes in Innsbruck bei den ersten Wahlen 1919 stets zwischen 30 und 50% der Stimmen erringen. Dass es mit dem B\u00fcrgermeistersessel f\u00fcr die Sozialdemokraten nicht klappte, lag an den Mehrheiten im Gemeinderat durch B\u00fcndnisse der anderen Parteien. Liberale und <em>Tiroler Volkspartei<\/em> stand der Sozialdemokratie gegen\u00fcber mindestens so ablehnend gegen\u00fcber wie der Bundeshauptstadt Wien und den italienischen Besatzern.<\/p>\n<p>Die hohe Politik war aber nur der Rahmen des eigentlichen Elends. Die als <em>Spanische Grippe<\/em> in die Geschichte eingegangene Epidemie forderte in den Jahren nach dem Krieg auch in Innsbruck ihren Tribut. Genaue Zahlen wurden nicht erfasst, weltweit sch\u00e4tzt man die Zahl der Todesopfer auf 27 \u2013 50 Millionen. In Innsbruck sollen es in der Bl\u00fctezeit der Spanischen Grippe um die 100 Opfer t\u00e4glich gewesen sein, die der Krankheit zum Opfer fielen. Viele Innsbrucker waren von den Schlachtfeldern nicht nach Hause zur\u00fcckgekehrt und fehlten als V\u00e4ter, Ehem\u00e4nner und Arbeitskr\u00e4fte. Viele von denen, die es zur\u00fcckgeschafft hatten, waren verwundet und von den Kriegsgr\u00e4ueln gezeichnet. Noch im Februar 1920 veranstaltete der \u201e<em>Tiroler Ausschuss der Sibirier\u201c<\/em> im <em>Gasthof Brein\u00f6\u00dfl<\/em> <em>\u201e\u2026zu Gunsten des Fondes zur Heimbef\u00f6rderung unserer Kriegsgefangenen\u2026<\/em>\u201c einen Benefizabend. Noch lange nach dem Krieg bedurfte das Land Tirol Hilfe von ausw\u00e4rts, um die Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren. Unter der \u00dcberschrift \u201e<em>Erhebliche Ausdehnung der amerikanischen Kinderhilfsaktion in Tirol<\/em>\u201c stand am 9. April 1921 in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> zu lesen: \u201e<em>Den Bed\u00fcrfnissen des Landes Tirol Rechnung tragend, haben die amerikanischen Vertreter f\u00fcr Oesterreich in hochherzigster Weise die t\u00e4gliche Mahlzeitenanzahl auf 18.000 Portionen erh\u00f6ht<\/em>.\u201c<\/p>\n<p>Dazu kam die Arbeitslosigkeit. Vor allem Beamte und Mitarbeiter im \u00f6ffentlichen Dienst, hatten ihre Arbeit verloren, nachdem der V\u00f6lkerbund seine Anleihe an herbe Sparma\u00dfnahmen gekn\u00fcpft hatte. Die Geh\u00e4lter im \u00f6ffentlichen Dienst wurden gek\u00fcrzt. Es kam immer wieder zu Streiks. Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor war ob der Probleme in den umliegenden, vom Krieg ebenfalls gebeutelten L\u00e4ndern inexistent. Die vor dem Krieg boomende Baubranche brach komplett ein. Innsbrucks gr\u00f6\u00dfte Firme <em>Huter &amp; S\u00f6hne<\/em> hatte 1913 \u00fcber 700 Mitarbeiter, am H\u00f6hepunkt der Wirtschaftskrise 1933 waren es nur noch 18. Der Mittelstand brach zu einem guten Teil zusammen. Der durchschnittliche Innsbrucker war mittellos und mangelern\u00e4hrt. Oft konnten nicht mehr als 800 Kalorien pro Tag zusammengekratzt werden. Die Kriminalit\u00e4tsrate war in diesem Klima der Armut h\u00f6her als je zuvor. Viele Menschen verloren ihre Bleibe. 1922 waren in Innsbruck 3000 Familien auf Wohnungssuche trotz eines st\u00e4dtischen Notwohnungsprogrammes, das bereits mehrere Jahre in Kraft war. In alle verf\u00fcgbaren Objekte wurden Wohnungen gebaut. Am 11. Februar 1921 fand sich in einer langen Liste in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> \u00fcber die einzelnen Projekte, die betrieben wurden unter anderem dieser Posten:<\/p>\n<p>\u201e<em>Das st\u00e4dtische Krankenhaus hat die Seuchenbaracke in Pradl aufgelassen und der Stadtgemeinde zur Herstellung von Notwohnungen zur Verf\u00fcgung gestellt. Zur Errichtung von 7 Notwohnungen wurde der erforderliche Kredit von 295 K (Anm.: Kronen) bewilligt.<\/em>\u201c<\/p>\n<p>In den ersten Jahren passierte nur sehr wenig. Dann erwachte die Politik aus ihrer Lethargie. Die Krone, ein Relikt aus der Monarchie, wurde 1m 1. Januar 1925 vom Schilling als offizielle W\u00e4hrung \u00d6sterreichs abgel\u00f6st. Die alte W\u00e4hrung hatte gegen\u00fcber dem Dollar zwischen 1918 und 1922 mehr als 95% ihres Wertes respektive dem Wechselkurses vor dem Krieg verloren. Innsbruck begann, wie viele andere \u00f6sterreichische Gemeinden, eigenes Geld zu drucken. Die Menge des Geldes, das im Umlauf war, stieg zwischen 1920 und 1922 von 12 Milliarden Kronen auf \u00fcber 3 Billionen Kronen an. Eine epochale Inflation war die Folge davon.<\/p>\n<p>Mit der W\u00e4hrungssanierung nach der V\u00f6lkerbundanleihe unter Kanzler Ignaz Seipel rappelten sich aber nicht nur Banken und B\u00fcrger auf, auch die Bauauftr\u00e4ge der \u00f6ffentlichen Hand nahmen wieder zu. Innsbruck modernisierte sich. Es trat das ein, was Wirtschaftswissenschaftler eine Scheinbl\u00fcte nennen. Diese kurzzeitige, wirtschaftliche Erholung war eine <em>Bubble,<\/em> bescherte der Stadt Innsbruck aber gro\u00dfe Projekte wie das Tivoli, das St\u00e4dtische Hallenbad, die H\u00f6henstra\u00dfe auf die Hungerburg, die Bergbahnen auf den Berg Isel und die Nordkette, neue Schulen und Wohnbl\u00f6cke. Die Stadt kaufte den Achensee und errichtete als Hauptaktion\u00e4r der TIWAG das Kraftwerk in Jenbach. In der Reichenau entstand 1925 der erste Flughafen, der Innsbruck 65 Jahre nach der Er\u00f6ffnung der Bahnlinie auch in den Luftverkehr involvierte. 1930 verband die Universit\u00e4tsbr\u00fccke die Klinik in Wilten und die H\u00f6ttinger Au. An der Sill entstanden die Pembaurbr\u00fccke und die Prinz-Eugen-Br\u00fccke. Die Handschrift der neuen, gro\u00dfen Massenparteien in der Gestaltung dieser Projekte ist dabei nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Die erste Republik war eine schwere Geburt aus den \u00dcberbleibseln der einstigen Monarchie und sie sollte nicht lange halten. Trotz der Nachkriegsprobleme passierte in der Ersten Republik aber auch viel Positives. Aus Untertanen wurden B\u00fcrger. Was in der Zeit Maria Theresias begann, wurde nun unter neuen Vorzeichen weitergef\u00fchrt. Der Wechsel vom Untertanen zum B\u00fcrger zeichnete sich nicht nur durch ein neues Wahlrecht, sondern vor allem durch die verst\u00e4rkte Obsorge des Staates aus. Staatliche Regelungen, Schulen, Kinderg\u00e4rten, Arbeits\u00e4mter, Krankenh\u00e4user und st\u00e4dtische Wohnanlagen traten an die Stelle des Wohlwollens des Grundherrn, Landesf\u00fcrsten, wohlhabender B\u00fcrger, der Monarchie und der Kirche.<\/p>\n<p>Bis heute basiert vieles im \u00f6sterreichischen Staatswesen sowie im Innsbrucker Stadtbild und der Infrastruktur auf dem, was nach dem Zusammenbruch der Monarchie entstanden war. In Innsbruck gibt es keine bewussten Erinnerungsorte an die Entstehung der Ersten Republik in \u00d6sterreich. Die denkmalgesch\u00fctzten Wohnanlagen wie der <em>Schlachthofblock<\/em>, der <em>Pembaurblock<\/em> oder der <em>Mandelsbergerblock<\/em> oder die <em>Pembaurschule<\/em> sind Stein gewordene Zeitzeugen. Der Weltspartag erinnert seit 1925 allj\u00e4hrlich an die Einf\u00fchrung des Schillings. Kinder und Erwachsene sollten zum verantwortungsvollen Umgang mit Geld erzogen werden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Deutsche Orden &#038; Maximilian III.&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53496&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Maximilian der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschmeister<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> (1558 \u2013 1618) trat seinen Posten als Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich offiziell 1602 an. Anders als seine Vorg\u00e4nger war er Verwalter des Landes, und nicht dessen Eigent\u00fcmer. Das spiegelte sich in seinem Auftreten wider. Er war ein frommer und tiefgl\u00e4ubiger Mensch, der die christliche N\u00e4chstenliebe auf eigenartige Weise mit dem politischen Amt des Regenten unter einen Hut bringen musste. Er zog sich regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr lange Perioden in die Abgeschiedenheit seiner Studierstube ins 1594 gestifteten Kapuzinerkloster zur\u00fcck, um dort unter bescheidensten Verh\u00e4ltnissen und enthaltsam zu leben. Er veranstaltete keine rauschenden Feste. Den aufgebl\u00e4hten Hofstaat Ferdinands schrumpfte er fast um die H\u00e4lfte ein. Unter Maximilian zogen in Innsbruck strenge Sitten ein. Erz\u00e4hlungen nach soll Kindern das Spielen auf der Stra\u00dfe verboten worden sein. Als eifriger Vertreter der Gegenreformation war ihm die Durchsetzung des katholischen Glaubens ein besonderes Anliegen. Anders als seine Vorg\u00e4nger wollte er das durch Sittenstrenge anstatt mit protzigen Bauprojekten erreichen. Er beschr\u00e4nkte sich auf die Vollendung bereits begonnener Gottesh\u00e4user wie der Servitenkirche oder der Jesuitenkirche, anstatt die Tiroler Staatskasse mit neuen Projekten zu belasten. Der Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus erhielt einen eigenen Pfarrer, der \u00fcber das Seelenheil der weniger beg\u00fcterten, daf\u00fcr umso arbeitsameren Untertanen wachte. Maximilian veranstaltete keine prunkvollen Konzerte in Theatern, sondern f\u00f6rderte gemeinsam mit der Witwe seines Vorg\u00e4ngers, Anna Katharina Gonzaga, den kirchlichen Gesang. Weihnachtskrippen und Ostergr\u00e4ber begannen sich als Ausdruck des Volksglaubens zu etablieren. Ob es sein Vorbild als frommer Landesf\u00fcrst, seine ma\u00dfvolle und umsichtige Glaubenspolitik oder gegenreformatorische Unterdr\u00fcckung war, das protestantische Gedankengut starb im Heiligen Land Tirol unter Maximilians Regentschaft einen stillen Tod, w\u00e4hrend es in vielen deutschen F\u00fcrstent\u00fcmern weiterhin brodelte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Seine Fr\u00f6mmigkeit schloss wissenschaftliches Interesse und daraus abgeleitete praktische Ma\u00dfnahmen zum Wohl der Stadt aber nicht aus. Das 17. Jahrhundert war die Zeit, in der sich aufgeschlossene Aristokraten an Alchemisten wandten, um die Staatskassen aufzuf\u00fcllen und sich von Wissenschaftlern wie Johannes Keppler Horoskope legen lie\u00dfen, w\u00e4hrend sie gegen das \u201eKetzertum\u201c der Protestanten gewaltsam zu Felde zogen. Der Jesuit, Physiker und Astronom Christoph Scheiner, einer der Entdecker der Sonnenflecken neben Galileo Galilei, war drei Jahre lang am Innsbrucker Hof Maximilians und erforschte am Inn die Funktion des menschlichen Auges. Maximilian lie\u00df sich von ihm ein Fernrohr einrichten und stellte gemeinsam mit Scheiner astronomische Forschungen an. Auch Bildungsinstitute profitierten von ihm. Die Jesuiten erweiterten unter seiner Regentschaft ihren Bildungsauftrag durch ein Studium der Theologie und Dialektik, was einen ersten Schritt Richtung Universit\u00e4t darstellte.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die beginnende Aufkl\u00e4rung war aber keine reine Angelegenheit der landesf\u00fcrstlichen Studierstube, sondern schlug sich auch im Alltag der B\u00fcrger Innsbrucks nieder. Das st\u00e4dtische Feuerl\u00f6schwesen und die Hygiene der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Ritschen<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">, die als Kanalisation und Wasserquelle innerhalb der Stadtmauern dienten, wurden unter Maximilian nach neuesten Erkenntnissen der Zeit verbessert. Besonders die zweite Ma\u00dfnahme sollte die Stadt zuk\u00fcnftig vor einer Wiederholung der gro\u00dfen Katastrophe unter Maximilians \u00c4gide bewahren. W\u00e4hrend seiner Regierungszeit hatte er mit dem Ausbruch einer Pestepidemie zu k\u00e4mpfen. Die Dreiheiligenkirche in der Kohlstatt, dem Arbeiterviertel der Fr\u00fchen Neuzeit beim Zeughaus, entstand unter seiner Patronanz, um neben dem Schutz durch bessere Hygiene auch himmlische Patronanz sicherzustellen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Jahr Maximilians Ablebens 1618 begann in Europa die Zeit des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. So langweilig seine fromme und friedliche Regierungszeit ohne Protz und Drama heute erscheint, waren die Jahre des Friedens f\u00fcr seine Zeitgenossen wohl ein Segen. Der sittenstrenge Habsburger nahm zwischen den Exzentrikern Ferdinand II. und Leopold V. den undankbaren Mittelstuhl ein und konnte sich kaum ins Ged\u00e4chtnis der Stadt einpr\u00e4gen. Neben der Dreiheiligenkirche ist seine letzte Ruhest\u00e4tte seine auff\u00e4lligste Hinterlassenschaft. Maximiliens Grab im Innsbrucker Dom z\u00e4hlt zu den sehenswertesten Gr\u00e4bern der Barockzeit.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es erz\u00e4hlt auch die interessante Geschichte des <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Ordens<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\">. Maximilian war nicht nur Gubernator von Tirol und Vorder\u00f6sterreich, sondern auch Erzherzog von \u00d6sterreich, Administrator von Preu\u00dfen und Hochmeister des Deutschen Ordens. Neben ihm begraben liegt auch ein anderer Hochmeister des Deutschen Ordens aus dem Haus Habsburg mit Bezug zu Innsbruck. Erzherzog Eugen war der oberste Befehlshaber der \u00f6sterreichisch-ungarischen Armee an der Italienfront im Ersten Weltkrieg. Der <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutsche Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> zeigt die theologische Denkweise und die Verbundenheit von frommem Glauben und weltlicher Macht der Fr\u00fchen Neuzeit anschaulich. Ergebene Fr\u00f6mmigkeit und Gottesfurcht traf in der Zeit bis 1500 h\u00e4ufig auf die Aus\u00fcbung von weltlicher Macht. Der Orden wurde als Ritterorden um 1120 im Rahmen der Kreuzz\u00fcge in Jerusalem gegr\u00fcndet. Kirche und Rittertum vereinten sich, um Pilgern den Besuch der Heiligen St\u00e4dten, vor allem der Grabeskirche, gefahrlos zu erm\u00f6glichen. Nach der Vertreibung aus Pal\u00e4stina engagierten sich die Ritter des Deutschen Ordens auf Seiten christlicher Magyaren in Siebenb\u00fcrgen im heutigen Rum\u00e4nien gegen heidnische St\u00e4mme. Im 13. Jahrhundert konnte der Orden unter Hermann von Salza im Baltikum im Kampf gegen die heidnischen Pru\u00dfen viel Land gewinnen und den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschordensstaat<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> errichten. Diese Bruderschaft trat als eine Art Staatlichkeit auf, die sich \u00e4hnlich den religi\u00f6sen Fundamentalisten heute, auf Gott berief und dessen Ordnung auch auf Erden herstellen wollte. Es waren die Ideale wie christliche N\u00e4chstenliebe und der Schutz der Armen und Hilflosen, die auch den <\/span><i><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschen Orden<\/span><\/i><span style=\"font-weight: 400;\"> in seinem Kern antrieben. Damit passte er ideal zum Herrscherhaus Habsburg. Nach dem Niedergang des Ordens im 15. Jahrhundert in Nordosteuropa behielt der Orden durch geschickte Verbindung zum Adel und zum Milit\u00e4r vor allem im Habsburgerreich noch Besitzungen und Macht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Baumeister Gumpp und die Barockisierung Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53389&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Werke der Familie Gumpp bestimmen bis heute sehr stark das Aussehen Innsbrucks. Vor allem die barocken Teile der Stadt sind auf sie zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Begr\u00fcnder der Dynastie in Tirol, Christoph Gumpp (1600-1672) war eigentlich Tischler. Sein Talent allerdings hatte ihn f\u00fcr h\u00f6here Weihen auserkoren. Den Beruf des Architekten oder K\u00fcnstler gab es zu dieser Zeit noch nicht, selbst Michelangelo und Leonardo da Vinci galten als Handwerker. Der geb\u00fcrtige Schwabe Gumpp trat nach seiner Mitarbeit an der Dreifaltigkeitskirche in die Fu\u00dfstapfen der italienischen Baumeister, die unter Ferdinand II den Ton angegeben hatten. Auf Gehei\u00df Leopolds V. reiste Gumpp nach Italien, um dort Theaterbauten zu studieren und bei den zeitgen\u00f6ssisch stilbildenden Kollegen sein Know-How f\u00fcr das geplante landesf\u00fcrstliche <em>Comedihaus<\/em> aufzupolieren.<\/p>\n<p>Seine offizielle T\u00e4tigkeit als Hofbaumeister begann 1633.\u00a0Neue Zeiten bedurften eines neuen Designs, abseits des architektonisch von der Gotik gepr\u00e4gten Mittelalters und den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges. \u00dcber die folgenden Jahrzehnte wurde Innsbruck unter der Regentschaft Claudia de Medicis einer kompletten Renovierung unterzogen. Gumpp vererbte seinen Titel an die n\u00e4chsten beiden Generationen innerhalb der Familie weiter. Die Gumpps traten nicht nur als Baumeister in Erscheinung. Sie waren Tischler, Maler, Kupferstecher und Architekten, was ihnen erlaubte, \u00e4hnlich der Bewegung der <em>Tiroler Moderne<\/em> rund um Franz Baumann und Clemens Holzmeister Anfang des 20. Jahrhunderts, Projekte ganzheitlich umzusetzen. Auch bei der Errichtung der Schanzwerke zur Landesverteidigung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges waren sie als Planer beteiligt.<\/p>\n<p>Christoph Gumpps Meisterst\u00fcck aber war die Errichtung des <em>Comedihaus<\/em> im ehemaligen Ballhaus. Die \u00fcberdimensionierten Ma\u00dfe des damals richtungsweisenden Theaters, das in Europa zu den ersten seiner Art \u00fcberhaupt geh\u00f6rte, erlaubte nicht nur die Auff\u00fchrung von Theaterst\u00fccken, sondern auch Wasserspiele mit echten Schiffen und aufw\u00e4ndige Pferdeballettauff\u00fchrungen. Das Comedihaus war ein Gesamtkunstwerk an und f\u00fcr sich, das in seiner damaligen Bedeutung wohl mit dem Festspielhaus in Bayreuth des 19. Jahrhunderts oder der Elbphilharmonie heute verglichen werden muss.<\/p>\n<p>Seine Nachfahren Johann Martin Gumpp der \u00c4ltere, Georg Anton Gumpp und Johann Martin Gumpp der J\u00fcngere waren f\u00fcr viele der bis heute pr\u00e4gendsten Geb\u00e4ude im Stadtbild zust\u00e4ndig. So stammen die Wiltener Stiftskirche, die Mariahilfkirche, die Johanneskirche und die Spitalskirche von den Gumpps. Neben dem Entwurf von Kirchen und ihrer Arbeit als Hofbaumeister machten sie sich auch als Planer von Profanbauten einen Namen. Viele der B\u00fcrgerh\u00e4user und Stadtpal\u00e4ste Innsbrucks wie das Taxispalais oder das Alte Landhaus in der Maria-Theresien-Stra\u00dfe wurden von Ihnen entworfen. Mit dem Verlust des Status als Residenzstadt gingen die prunkvollen Gro\u00dfauftr\u00e4ge zur\u00fcck und damit auch der Ruhm der Familie Gumpp. Ihr ehemaliges Wohnhaus beherbergt heute die Konditorei Munding in der Altstadt. Im Stadtteil Pradl erinnert die Gumppstra\u00dfe an die Innsbrucker Baumeisterdynastie.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Wilhelm Greil: DER B\u00fcrgermeister Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Wilhelm Greil: DER B\u00fcrgermeister Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53535&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Akteure der Stadtgeschichte war Wilhelm Greil (1850 \u2013 1923). Von 1896 bis 1923 bekleidete der Unternehmer das Amt des B\u00fcrgermeisters, nachdem er vorher bereits als Vizeb\u00fcrgermeister die Geschicke der Stadt mitgestaltet hatte. Es war die Zeit des Wachstums, der Eingemeindung ganzer Stadtviertel, technischer Innovationen und neuer Medien. Die vier Jahrzehnte zwischen der Wirtschaftskrise 1873 und dem Ersten Weltkrieg von einem nie dagewesenen Wirtschaftswachstum und einer rasenden Modernisierung gekennzeichnet. Private Investitionen in Infrastruktur wie Eisenbahn, Energie und Strom waren vom Staat gew\u00fcnscht und wurden steuerlich beg\u00fcnstigt, um die L\u00e4nder und St\u00e4dte der kr\u00e4nkelnden Donaumonarchie in die Moderne zu f\u00fchren. Die Wirtschaft der Stadt boomte. Betriebe in den neuen Stadtteilen Pradl und Wilten entstanden und lockten Arbeitskr\u00e4fte an. Auch der Tourismus brachte frisches Kapital in die Stadt. Die Ansammlung an Menschen auf engstem Raum unter teils prek\u00e4ren Hygieneverh\u00e4ltnissen brachte gleichzeitig aber auch Probleme mit sich. Besonders die Randbezirke der Stadt und die umliegenden D\u00f6rfer wurden regelm\u00e4\u00dfig von Typhus heimgesucht.<\/p>\n<p>Die Innsbrucker Stadtpolitik, in der Greil sich bewegte, war vom Kampf liberaler und konservativer Kr\u00e4fte gepr\u00e4gt. Greil geh\u00f6rte der &#8222;<em>Deutschen Volkspartei<\/em>&#8220; an, einer liberalen und national-gro\u00dfdeutschen Partei. Was heute als Widerspruch erscheint, liberal und national, war im 19. Jahrhundert ein politisch \u00fcbliches und gut funktionierendes Gedankenpaar. Der <em>Pangermanismus<\/em> war keine politische Besonderheit einer rechtsradikalen Minderheit, sondern besonders in deutschsprachigen St\u00e4dten des Reiches eine Str\u00f6mung der Mitte, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg durch fast alle Parteien hindurch in unterschiedlicher Auspr\u00e4gung Bedeutung hatte. Innsbrucker, die auf sich hielten, bezeichneten sich nicht als \u00d6sterreicher, sondern als Deutsche. Wer Ausgaben der liberalen <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> der Zeit rund um die Jahrhundertwende unter die Lupe nimmt, findet unz\u00e4hlige Artikel, in denen das Gemeinsame zwischen dem Deutschen Reich und den deutschsprachigen L\u00e4ndern zum Thema des Tages gemacht wurde, w\u00e4hrend man sich von anderen Volksgruppen innerhalb des multinationalen Habsburgerreiches distanzierte. Greil war ein geschickter Politiker, der sich innerhalb der vorgegebenen Machtstrukturen seiner Zeit bewegte. Er wusste sich um die traditionellen Kr\u00e4fte, die Monarchie und den Klerus geschickt zu man\u00f6vrieren und sich mit ihnen zu arrangieren.<\/p>\n<p>Steuern, Gesellschaftspolitik, Bildungswesen, Wohnbau und die Gestaltung des \u00f6ffentlichen Raumes wurden mit Leidenschaft und Eifer diskutiert. Bedingt durch eine Wahlordnung, die auf das Stimmrecht \u00fcber Verm\u00f6gensklassen aufgebaut war, konnten nur etwa 10% der gesamten Innsbrucker Bev\u00f6lkerung zur Wahlurne schreiten. Frauen waren prinzipiell ausgeschlossen. Dabei galt das relative Wahlrecht innerhalb der drei Wahlk\u00f6rper, was so viel hei\u00dft wie: <em>The winner takes it all<\/em>. Greil wohne passenderweise \u00e4hnlich wie ein Renaissancef\u00fcrst. Er entstammte der gro\u00dfb\u00fcrgerlichen Upper Class. Sein Vater konnte es sich leisten, im Palais Lodron in der Maria-Theresienstra\u00dfe die Homebase der Familie zu gr\u00fcnden. Massenparteien wie die Sozialdemokratie konnten sich bis zur Wahlrechtsreform der Ersten Republik nicht durchsetzen. Konservative hatten es in Innsbruck auf Grund der Bev\u00f6lkerungszusammensetzung, besonders bis zur Eingemeindung von Wilten und Pradl, ebenfalls schwer. B\u00fcrgermeister Greil konnte auf 100% R\u00fcckhalt im Gemeinderat bauen, was die Entscheidungsfindung und Lenkung nat\u00fcrlich erheblich vereinfachte. Bei aller Effizienz, die Innsbrucker B\u00fcrgermeister bei oberfl\u00e4chlicher Betrachtung an den Tag legten, sollte man nicht vergessen, dass das nur m\u00f6glich war, weil sie als Teil einer Elite aus Unternehmern, Handelstreibenden und Freiberuflern ohne nennenswerte Opposition und R\u00fccksichtnahme auf andere Bev\u00f6lkerungsgruppen wie Arbeitern, Handwerkern und Angestellten in einer Art gew\u00e4hlten Diktatur durchregierten. Das Reichsgemeindegesetz von 1862 verlieh St\u00e4dten wie Innsbruck und damit den B\u00fcrgermeistern gr\u00f6\u00dfere Befugnisse. Es verwundert kaum, dass die Amtskette, die Greil zu seinem 60. Geburtstag von seinen Kollegen im Gemeinderat verliehen bekam, den Ordensketten des alten Adels erstaunlich \u00e4hnelte.<\/p>\n<p>Unter Greils \u00c4gide und dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, angeheizt von privaten Investitionen, erweiterte sich Innsbruck im Eiltempo. Der Gemeinderat kaufte ganz im Stil eines Kaufmanns vorausschauend Grund an, um der Stadt Neuerungen zu erm\u00f6glichen. Der Politiker Greil konnte sich bei den gro\u00dfen Bauprojekten der Zeit auf die Beamten und Stadtplaner Eduard Klingler, Jakob Albert und Theodor Prachensky st\u00fctzen. Infrastrukturprojekte wie das neue Rathaus in der Maria-Theresienstra\u00dfe 1897, die Er\u00f6ffnung der Mittelgebirgsbahn, die Hungerburgbahn und die <em>Karwendelbahn<\/em> wurden w\u00e4hrend seiner Regierungszeit umgesetzt. Weitere gut sichtbare Meilensteine waren die Erneuerung des Marktplatzes und der Bau der Markthalle.\u00a0Neben den prestigetr\u00e4chtigen Gro\u00dfprojekten entstanden in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts aber viele unauff\u00e4llige Revolutionen. Vieles, was in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts vorangetrieben wurde, geh\u00f6rt heute zum Alltag. F\u00fcr die Menschen dieser Zeit waren diese Dinge aber eine echte Sensation und lebensver\u00e4ndernd. Bereits Greils Vorg\u00e4nger B\u00fcrgermeister Heinrich Falk (1840 \u2013 1917) hatte erheblich zur Modernisierung der Stadt und zur Besiedelung des Saggen beigetragen. Seit 1859 war die Beleuchtung der Stadt mit Gasrohrleitungen stetig vorangeschritten. Mit dem Wachstum der Stadt und der Modernisierung wurden die Senkgruben, die in Hinterh\u00f6fen der H\u00e4user als Abort dienten und nach Entleerung an umliegende Landwirte als D\u00fcnger verkauft wurden, zu einer Unzumutbarkeit f\u00fcr immer mehr Menschen. 1880 wurde das <em>Raggeln<\/em>, so der Name im Volksmund f\u00fcr die Entleerung der Aborte, in den Verantwortungsbereich der Stadt \u00fcbertragen. Zwei pneumatische Maschinen sollten den Vorgang zumindest etwas hygienischer gestalten. Zwischen 1887 und 1891 wurde Innsbruck mit einer modernen Hochdruckwasserleitung ausgestattet, \u00fcber die auch Wohnungen in h\u00f6her gelegenen Stockwerken mit frischem Wasser versorgt werden konnten. Wer auf sich hielt und es sich leisten konnte, hatte damit erstmals die Gelegenheit eine Sp\u00fcltoilette im Eigenheim zu installieren.<\/p>\n<p>Greil setzte diesen Feldzug der Modernisierung fort. Nach jahrzehntelangen Diskussionen wurde 1903 mit dem Bau einer modernen Schwemmkanalisation begonnen. Ausgehend von der Innenstadt wurden immer mehr Stadtteile an diesen heute allt\u00e4glichen Luxus angeschlossen. 1908 waren nur die <em>Koatlackler<\/em> Mariahilf und St. Nikolaus nicht an das Kanalsystem angeschlossen. Auch der neue Schlachthof im Saggen erh\u00f6hte Hygiene und Sauberkeit in der Stadt. Schlecht kontrollierte Hofschlachtungen geh\u00f6rten mit wenigen Ausnahmen der Vergangenheit an. Das Vieh kam im Zug am Sillspitz an und wurde in der modernen Anlage fachgerecht geschlachtet. Greil \u00fcberf\u00fchrte auch das Gaswerk in Pradl und das Elektrizit\u00e4tswerk in M\u00fchlau in st\u00e4dtischen Besitz. Die Stra\u00dfenbeleuchtung wurde im 20. Jahrhundert von den Gaslaternen auf elektrisches Licht umgestellt. 1888 \u00fcbersiedelte das Krankenhaus von der Maria-Theresienstra\u00dfe an seinen heutigen Standort.\u00a0B\u00fcrgermeister und Gemeinderat konnten sich bei dieser<em> Innsbrucker Renaissance <\/em>neben der wachsenden Wirtschaftskraft in der Vorkriegszeit auch auf M\u00e4zen aus dem B\u00fcrgertum st\u00fctzen. Waren technische Neuerungen und Infrastruktur Sache der Liberalen, verblieb die F\u00fcrsorge der \u00c4rmsten weiterhin bei klerikal gesinnten Kr\u00e4ften, wenn auch nicht mehr bei der Kirche selbst. Freiherr Johann von Sieberer stiftete das Greisenasyl und das Waisenhaus im Saggen. Leonhard Lang stiftete das Geb\u00e4ude in der Maria-Theresienstra\u00dfe, in der sich bis heute das Rathaus befindet gegen das Versprechen der Stadt ein Lehrlingsheim zu bauen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur boomenden Vorkriegs\u00e4ra war die Zeit nach 1914 vom Krisenmanagement gepr\u00e4gt. In seinen letzten Amtsjahren begleitete Greil Innsbruck am \u00dcbergang von der Habsburgermonarchie zur Republik durch Jahre, die vor allem durch Hunger, Elend, Mittelknappheit und Unsicherheit gepr\u00e4gt waren. Er war 68 Jahre alt, als italienische Truppen nach dem Ersten Weltkrieg die Stadt besetzten und Tirol am Brenner geteilt wurde. Das Ende der Monarchie und des Zensuswahlrechts bedeuteten auch den Niedergang der Liberalen in Innsbruck, auch wenn Greil das in seiner aktiven Karriere nur teilweise miterlebte. 1919 konnten die Sozialdemokraten in Innsbruck zwar zum ersten Mal den Wahlsieg davontragen, dank der Mehrheiten im Gemeinderat blieb Greil aber B\u00fcrgermeister. 1928 verstarb er als Ehrenb\u00fcrger der Stadt Innsbruck im Alter von 78 Jahren. Die Wilhelm-Greil-Stra\u00dfe war noch zu seinen Lebzeiten nach ihm benannt worden.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Die Eisenbahn als Entwicklungshelfer Innsbrucks&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#E09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; closed_toggle_background_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; icon_color=&#8220;#E09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#E09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Eisenbahn als Entwicklungshelfer Innsbrucks&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#E09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;57195&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>1830 wurde zwischen Liverpool und Manchester die erste Bahnlinie der Welt er\u00f6ffnet. Nur wenige Jahrzehnte sp\u00e4ter war auch das seit geraumer Zeit etwas von den Haupthandelswegen abgelegene und wirtschaftlich r\u00fcckst\u00e4ndige Tirol mit spektakul\u00e4ren Bahnbauten \u00fcber die Alpen hinaus mit der Welt verbunden. Waren Reisen bisher teure, lange und beschwerliche Trips in Kutschen, auf Pferden oder zu Fu\u00df, bedeutete das immer st\u00e4rker ausgebaute Bahnnetz nie zuvor dagewesenen Komfort und Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Es war Innsbrucks B\u00fcrgermeister Joseph Valentin Maurer (1797 \u2013 1843), der die Bedeutung der Eisenbahn als Chance f\u00fcr den Alpenraum begriff. 1836 trat er f\u00fcr den Bau einer Bahnlinie ein, um das sch\u00f6ne, aber schwer erreichbare Land einem m\u00f6glichst breiten, zahlungskr\u00e4ftigen Publikum zug\u00e4nglich zu machen. Der erste praktische Pionier des Eisenbahnverkehrs in Tirol war Alois von Negrelli (1799 \u2013 1858), der auch ma\u00dfgeblich Anteil am Jahrhundertprojekt Suezkanal hatte. Ende der 1830er, als die ersten Bahnlinien der Donaumonarchie im Osten des Reiches in Betrieb gingen, erstellte er ein \u201e<em>Gutachten \u00fcber den Zug einer Eisenbahn von Innsbruck \u00fcber Kufstein bis zur k\u00f6nigl. Bairischen Grenze an der Otto-Kapelle bei Kiefersfelden<\/em>\u201c vorgelegt. Negrelli hatte in jungen Jahren in der <em>k.k. Baudirektion Innsbruck<\/em> Dienst getan, kannte die Stadt also sehr gut. Sein Gutachten enthielt bereits Skizzen und eine Aufstellung der Kosten. Als Platz f\u00fcr den Hauptbahnhof hatte er die Triumphpforte und den Hofgarten ins Spiel gebracht. In einem Brief \u00e4u\u00dferte er sich \u00fcber die Bahnlinie durch seine ehemalige Heimatstadt mit diesen Worten:<\/p>\n<p><em>\u201e\u2026Da\u00df es mit der Eisenbahn von Innsbruck nach Kufstein ernst wird, vernehme ich ebenfalls mit innigster Theilnahme, in dem die Laage hierzu sehr geeignet ist und die Gegen dem Inn entlang so reich an Naturprodukten und so bev\u00f6lkert ist, da\u00df ich an ihr Gedeihen gar nicht zweifeln kann, auch werde ich nicht ermangeln, wenn es an die Abnahme von Actien kommen wird, selbst und durch meine Gesch\u00e4ftsfreunde th\u00e4tigen Antheil daran zu nehmen. Das neue Leben, welches eine solche Unternehmung in der Gegen erweckt, ahnen Sie gar nicht\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Friedrich List, bekannt als Vater der deutschen Eisenbahn, brachte den Plan einer Bahnverbindung von den norddeutschen Hansest\u00e4dten \u00fcber Tirol an die italienische Adria auf den Tisch. Auf \u00f6sterreichischer Seite erbte Carl Ritter von Ghega (1802 \u2013 1860) die Gesamtverantwortung \u00fcber das Projekt Eisenbahn innerhalb des Riesenreiches der Habsburger vom fr\u00fch verstorbenen Negrelli. 1851 bekundeten \u00d6sterreich und Bayern in einem Vertrag die Absicht, eine Eisenbahnlinie in die Tiroler Landeshauptstadt zu bauen. Im Mai 1855 begann der Bau. Es war die bis dahin gr\u00f6\u00dfte Baustelle, die Innsbruck gesehen hatte. Nicht nur der Bahnhof wurde errichtet, die Bahnviadukte hinaus aus der Stadt Richtung Nordosten mussten gebaut werden.<\/p>\n<p>Am 24. November 1858 ging die Bahnlinie zwischen Innsbruck und Kufstein und weiter \u00fcber Rosenheim nach M\u00fcnchen in Betrieb. Die Linie war ihrer Zeit voraus. Anders als der Rest der Eisenbahn, der erst 1860 privatisiert wurde, er\u00f6ffnete die Linie bereits als Privatbahn, betrieben von der zuvor gegr\u00fcndeten <em>k.k. privilegierten s\u00fcdlichen Staats-, Lombardisch-, Venetianisch- und Zentral-italienischen Eisenbahngesellschaft<\/em>. Mit diesem Schachzug konnte der aufw\u00e4ndige Bahnbau aus dem ohnehin stets klammen Staatshaushalt \u00d6sterreichs ausgeklammert werden. Der erste Schritt war mit dieser \u00d6ffnung in die Richtung der \u00f6stlichen Teile der Monarchie, vor allem nach M\u00fcnchen getan. Waren und Reisende konnten nun schnell und komfortabel von Bayern in die Alpen und retour transportiert werden. In S\u00fcdtirol rollten die ersten Z\u00fcge zwischen Verona und Trient im Fr\u00fchjahr 1859 \u00fcber die Schienen.<\/p>\n<p>Der Nord-S\u00fcd-Korridor war damit aber noch unvollendet. Erste seri\u00f6se Erw\u00e4gungen zur Brennerbahn wurden 1847 angestellt. Die Auseinandersetzungen s\u00fcdlich des Brenners und die gesch\u00e4ftliche Notwendigkeit der Verbindung der beiden Landesteile riefen 1854 die <em>Permanente Central-Befestigungs-Commission<\/em> auf den Plan. Durch den Verlust der Lombardei nach dem Krieg mit Frankreich und Sardinien-Piemont 1859 verz\u00f6gerte sich im politisch instabil gewordenen Norditalien das Projekt. Aus der <em>k.k. privilegierten s\u00fcdlichen Staats-, Lombardisch-, Venetianisch- und Zentral-italienischen Eisenbahngesellschaft<\/em> musste 1860 die <em>k.k. privilegierte S\u00fcdbahngesellschaft<\/em> werden, um mit den Detailplanungen zu starten. Im Folgejahr begann das Mastermind hinter dieser herausragenden infrastrukturellen Leistung der Zeit, Ing. Carl von Etzel (1812 \u2013 1865), das Gel\u00e4nde zu vermessen und konkrete Pl\u00e4ne f\u00fcr die Anlage der Schienen zu erstellen. Der Planer war von den Investoren der privaten Gesellschaft angehalten, m\u00f6glichst sparsam und ohne gro\u00dfe Viadukte und Br\u00fccken auszukommen. \u00a0Entgegen \u00e4lterer \u00dcberlegungen Carl Ritter von Ghegas die Steigung hinauf auf die Passh\u00f6he in 1370 m Seeh\u00f6he durch einen Start der Strecke in Hall abzufedern, erarbeitete Etzel den Plan, der Innsbruck miteinschloss, gemeinsam mit seinem Bauleiter Achilles Thommen und erkor die Sillschlucht als beste Route aus. Damit sparte er nicht nur sieben Kilometer Streckenl\u00e4nge und viel Geld, sondern sicherte Innsbruck auch den wichtigen Status als Verkehrsknotenpunkt. Das alpine Gel\u00e4nde, Muren, Schneest\u00fcrme und Hochwasser waren gro\u00dfe Herausforderungen im Bau. Flussl\u00e4ufe mussten verlegt, Felsen gesprengt, Erdbauten gegraben und Mauern errichtet werden, um der alpinen Streckenf\u00fchrung Herr zu werden. Die \u00e4rgsten Probleme bereitete aber der 1866 ausgebrochene Krieg in Italien. Besonders patriotische deutschsprachige Arbeiter weigerten sich, mit dem \u201eFeind\u201c zu arbeiten. 14.000 italienischsprachige Arbeiter mussten entlassen werden, bevor die Arbeiten weitergehen konnten. Trotzdem konnte die h\u00f6chst gelegene regul\u00e4re Eisenbahnstrecke der W mit ihren 22 aus dem Fels gesprengten Tunneln in bemerkenswert kurzer Bauzeit fertiggestellt werden. Wie viele M\u00e4nner bei der Arbeit an der Brennerbahn Gesundheit und Leben lie\u00dfen, ist nicht bekannt.<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung ging bemerkenswert unspektakul\u00e4r \u00fcber die B\u00fchne. Viele Menschen waren sich nicht sicher, ob ihnen die technische Neuerung gef\u00e4llt oder nicht. Wirtschaftszweige wie das Rodfuhrwesen und die Poststationen entlang der Brennerstrecke waren dem Untergang geweiht, wie das Sterben der Fl\u00f6\u00dferei nach der Er\u00f6ffnung der Bahnlinie ins Unterland gezeigt hatte. Schon w\u00e4hrend der Bauarbeiten war es zu Protesten der Bauern, die ob des drohenden Imports landwirtschaftlicher G\u00fcter um ihren Gewinn f\u00fcrchteten, gekommen. Auf eine Feier wurde, wie bereits zuvor der Bau der Bahnstrecke, von der Weltpolitik beeinflusst. Wegen der Hinrichtung des ehemaligen Kaisers Maximilians von Mexiko, dem Bruder Franz Josef I., vor einem revolution\u00e4ren Kriegsgericht, war \u00d6sterreich in Staatstrauer. Man verzichtete man auf einen gro\u00dfen, dem Projekt eigentlich w\u00fcrdigen Staatsakt. Anstelle einer priesterlichen Weihe und festlicher Taufe spendete die <em>S\u00fcdbahngesellschaft<\/em> 6000 Gulden an den Armenfonds. Auch in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> findet sich kein Wort \u00fcber die Revolution im Verkehrswesen, sieht man von der Meldung des letzten Eilwagens \u00fcber den Brenner und der Ver\u00f6ffentlichung des Fahrplans der S\u00fcdbahn ab.<\/p>\n<p><em>(Der letzte Eilwagen). Gestern Abends halb 8 Uhr fuhr der letzte Eilwagen nach S\u00fcdtirol von hier ab. Der \u00e4lteste Postillon in Innsbruck lenkte die Rosse, sein Hut war mit Trauer umflort, und der Wagen zur letzten Fahrt mit Zweigen von Trauerweiden geschm\u00fcckt. Zwei Sch\u00fctzen, die nach Matrei fuhren, waren die einzigen Passagiere, welche dem Eilwagen die letzte Ehre erwiesen. Schon 1797 in den letzten Tagen war es auf der sch\u00f6nen, sonst so belebten und nun ver\u00f6deten Stra\u00dfe auffallend tod.<\/em><\/p>\n<p>Bis zur Er\u00f6ffnung der Bahnlinie \u00fcber den Brenner am 24. August 1867 war Innsbruck ein Kopfbahnhof mit regionaler Bedeutung. Mit der neuen, spektakul\u00e4ren Brennerbahn \u00fcber die Alpen waren der n\u00f6rdliche und s\u00fcdliche Landesteil sowie Deutschland und Italien verbunden. Bereits im Jahr zuvor hatte die neue Brennerstra\u00dfe er\u00f6ffnet. Die Alpen hatten ihren trennenden Charakter und ihren Schrecken f\u00fcr den Transit verloren, zumindest ein klein wenig. \u00dcberquerten 1865 gesch\u00e4tzte 20.000 Personen den Brenner, waren es drei Jahre sp\u00e4ter im ersten vollen Jahr des Betriebs der Bahnstrecke etwa zehn Mal so viele. Dazu kam eine ganze Flut an Waren, die den Weg \u00fcber die neue Nord-S\u00fcd-Achse fanden und Handel und Konsum ankurbelten.<\/p>\n<p>Das zweite Hindernis, das zur Landeseinheit \u00fcberwunden werden musste, war der Arlberg. Erste Pl\u00e4ne einer Bahnlinie, die die Region um den Bodensee mit dem Rest der Donaumonarchie verbinden w\u00fcrde, gab es bereits 1847, immer wieder wurde das Projekt aber zur\u00fcckgestellt. 1871 kam es wegen durch Exportverbote von Lebensmitteln auf Grund des deutsch-franz\u00f6sischen Krieges zu einer Hungersnot in Vorarlberg, weil Nahrungsmittel nicht schnell genug vom Osten des Riesenreiches in den \u00e4u\u00dfersten Westen geliefert werden konnten. Die Wirtschaftskrise von 1873 verz\u00f6gerte den Bau trotzdem erneut. Erst sieben Jahre sp\u00e4ter fiel der Beschluss im Parlament, die Bahnlinie zu realisieren. Im selben Jahr begannen \u00f6stlich und westlich des Arlbergmassivs die komplizierten Bauarbeiten. 38 Wildb\u00e4che und 54 Lawinengefahrstellen mussten mit 3100 Bauwerken bei prek\u00e4ren Wetterverh\u00e4ltnissen im alpinen Gel\u00e4nde verbaut werden. Die bemerkenswerteste Leistung war der zehn Kilometer lange Tunnel, der zwei Gleise f\u00fchrt. Am 30. Juni 1883 fuhr der letzte Transport der Post mit dem Pferdewagen in feierlichem Trauerflor von Innsbruck nach Landeck. Tags darauf erledigte die Eisenbahn diesen Dienst. Mit der Er\u00f6ffnung der Eisenbahn von Innsbruck nach Landeck und der endg\u00fcltigen Fertigstellung der Arlbergbahn bis Bludenz 1884 inklusive dem Tunneldurchschlag durch den Arlberg war Innsbruck endg\u00fcltig wieder zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Deutschland und Italien, Frankreich, der Schweiz und Wien geworden. 1904 wurde die Stubaitalbahn, 1912 die Mittenwaldbahn er\u00f6ffnet. Beide Projekte plante Josef Riehl (1842 \u2013 1917).<\/p>\n<p>Die Eisenbahn war das am direktesten sp\u00fcrbare Merkmal des Fortschritts f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung. Die Bahnviadukte, die aus H\u00f6ttinger Breccie aus dem nahen Steinbruch errichtet wurden, setzten der Stadt im Osten Richtung Pradl ein physisches und sichtbares Ende. Aber nicht nur aus einer rein technischen Perspektive ver\u00e4nderte die Bahn das Land. Sie brachte einen immensen gesellschaftlichen Wandel. Arbeitskr\u00e4fte, Studenten, Soldaten und Touristen str\u00f6mten in gro\u00dfer Zahl in die Stadt und brachten neue Lebensentw\u00fcrfe und Ideen mit. Josef Leitgeb beschrieb den Wandel in seinem Roman Das unversehrte Jahr folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><em>\u201eZwar hatte die Eisenbahn schon damals viele landfremde Leute auch nach Wilten gezogen, sie wohnten in den neuen hohen H\u00e4usern, die \u00fcberall aus dem Boden schossen, auf dem seit Jahrhunderten das Korn gewachsen war, aber sie wurden noch als Zugereiste empfunden, ihre tschechischen, slowenischen und ungarischen Namen wollten sich nicht in die Kl\u00e4nge fugen, die man gewohnt war. Sie kleideten sich in das billige Zeug, das man fertig und auf Raten zu kaufen bekam, mieden die Gottesdienste und besuchten daf\u00fcr Versammlungen, in denen sich die eingesessenen B\u00fcrger nicht zurechtgefunden hatten. Bei Licht besehen waren es stille, arbeitsame, sparende Leute, die aus den gro\u00dfen St\u00e4dten und dem flachen Lande halt andere Lebensformen mitgebracht hatten, und wer sie scheel ansah, konnte kein anderes Recht daf\u00fcr in Anspruch nehmen, als das er f\u00fcr seine Gem\u00fctlichkeit keine Zuschauer brauchte. Doch war die Ablehnung der Zugewanderten durch die Einheimischen damals noch deutlich f\u00fchlbar; der Vater hatte einmal eine Predigt geh\u00f6rt, in der der Pfarrer versicherte, alle Menschen konnten der ewigen Seligkeit teilhaft werden, \u201eauch R\u00e4uber und M\u00f6rder, ja sogar Eisenbahner.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die <em>Bundesbahndirektion der K.u.K. General-Direction der \u00f6sterreichischen Staatsbahnen<\/em> in Innsbruck war eine von nur drei Direktionen in Cisleithanien. Neue soziale Schichten entstanden durch die Bahn als Arbeitgeber. Es bedurfte Menschen aller Bev\u00f6lkerungsschichten, um den Bahnbetrieb am Laufen zu halten. Arbeiter und Handwerker konnten bei der Bahn, \u00e4hnlich wie in der staatlichen Verwaltung oder dem Milit\u00e4r, sozial aufsteigen. Neue Berufe wie Bahnw\u00e4rter, Schaffner, Heizer oder Lokf\u00fchrer entstanden. Bei der Bahn zu arbeiten, brachte ein gewisses Prestige mit sich. Nicht nur war man ein Teil der modernsten Branche der Zeit, die Titel und Uniformen machten aus Angestellten und Arbeitern Respektpersonen. Bis 1870 stieg die Einwohnerzahl Innsbrucks vor allem wegen der Wirtschaftsimpulse, die die Bahn brachte von 12.000 auf 17.000 Menschen. Lokale Produzenten profitieren von der M\u00f6glichkeit der kosteng\u00fcnstigen und schnellen Warenein- und Ausfuhren. Der Arbeitsmarkt ver\u00e4nderte sich. Vor der Er\u00f6ffnung der Bahnlinien waren 9 von 10 Tirolern in der Landwirtschaft t\u00e4tig. Mit der Er\u00f6ffnung der Brennerbahn sank dieser Wert auf unter 70%. Das neue Verkehrsmittel trug zur gesellschaftlichen Demokratisierung und Verb\u00fcrgerlichung bei. Nicht nur f\u00fcr wohlhabende Touristen, auch f\u00fcr Untertanen, die nicht der <em>Upper Class<\/em> angeh\u00f6rten, wurden mit der Bahn Ausfl\u00fcge in die Umgebung m\u00f6glich. Neue Lebensmittel ver\u00e4nderten den Speiseplan der Menschen. Erste Kaufh\u00e4user entstanden mit dem Erscheinen von Konsumartikeln, die vorher nicht verf\u00fcgbar waren. Das Erscheinungsbild der Innsbrucker wandelte sich mit neuer, modischer Kleidung, die f\u00fcr viele zum ersten Mal erschwinglich wurde. Der Bahnhofsvorplatz in Innsbruck wurde zu einem der neuen Zentren der Stadt. Die modernen Hotels waren nun nicht mehr in der Altstadt, sondern hier zu finden. Nicht allen war diese Entwicklung allerdings recht. Die Schifffahrt am Inn, bis dahin ein wichtiger Verkehrsweg, kam beinahe umgehend zum Erliegen. Der ohnehin nach 1848 schwer gerupfte Kleinadel und besonders strenge Kleriker bef\u00fcrchteten den Kollaps der heimischen Landwirtschaft und den endg\u00fcltigen Sittenverfall durch die Fremden in der Stadt.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Tourismus war die Bahn Gold wert. Es war nun m\u00f6glich, die abgelegene und exotische Bergwelt der Alpen Tirols zu erreichen. Kurorte wie Igls und ganze T\u00e4ler wie das Stubaital, aber auch der Innsbrucker Stadtverkehr profitierten von der Entwicklung der Bahn. 1904 Jahre sp\u00e4ter verband die Stubaitalbahn als erste \u00f6sterreichische Bahn mit Wechselstrom das Seitental mit der Hauptstadt. Am 24.12.1904 wurden 780.000 Kronen, umgerechnet etwa 6 Millionen Euro, als Kapitalstock f\u00fcr die Stra\u00dfenbahnlinie 1 gezeichnet. Im Sommer des Folgejahres verband die Linie die neuen Stadtteile Pradl und Wilten mit dem Saggen und der Innenstadt. Drei Jahre sp\u00e4ter er\u00f6ffnete mit der Line 3 die n\u00e4chste innerst\u00e4dtische Verbindung des \u00f6ffentlichen Verkehrs, die erst 1942 nach dem Anschluss von Amras an Innsbruck bis ins abgelegene Dorf f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Die Bahn war auch von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr das Milit\u00e4r. Schon 1866 bei der Schlacht von K\u00f6niggr\u00e4tz zwischen \u00d6sterreich und Preu\u00dfen war zu sehen, wie wichtig der Truppentransport in Zukunft sein w\u00fcrde. \u00d6sterreich war bis 1918 ein Riesenreich, das sich von Vorarlberg und Tirol im S\u00fcdwesten bis nach Galizien, einem Gebiet im heutigen Polen und der Ukraine im Osten erstreckte. Um die unruhige S\u00fcdgrenze zum neuen Nachbarn, dem K\u00f6nigreich Italien zu verst\u00e4rken, bedurfte es der Brennerbahn. Auch im Ersten Weltkrieg waren Tiroler Soldaten in den ersten Kriegsjahren bis zur Kriegserkl\u00e4rung Italiens an \u00d6sterreich in Galizien im Einsatz. Als es zur \u00d6ffnung der Frontlinie in S\u00fcdtirol kam, war die Bahn wichtig, um Truppen schnell vom Osten des Reiches an die S\u00fcdfront bewegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>An Carl von Etzel, der die Er\u00f6ffnung der Brennerbahn nicht mehr erlebte, erinnert heute die Ing.-Etzel-Stra\u00dfe im Saggen entlang der Bahnviadukte. An Josef Riehl erinnert die Dr. -Ing.-Riehl-Stra\u00dfe in Wilten in der N\u00e4he des Westbahnhofs. Auch Achilles Thommen ist eine Stra\u00dfe gewidmet. Als Spazierg\u00e4nger oder Radfahrer kann man die Karwendelbr\u00fccke in der H\u00f6ttinger Au einen Stock unter der Karwendelbahn \u00fcberqueren und das Stahlfachwerk bewundern. Einen guten Eindruck vom Goldenen Zeitalter der Eisenbahn erh\u00e4lt man bei einem Besuch des \u00d6BB-Verwaltungsgeb\u00e4udes im Saggen oder beim denkmalgesch\u00fctzten Westbahnhof in Wilten. In den Viaduktb\u00f6gen im Saggen kann man in einer der vielen Kneipen \u00fcberdacht von der Geschichte das Nachtleben Innsbrucks genie\u00dfen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][et_pb_toggle title=&#8220;Der Erste Weltkrieg &#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der Erste Weltkrieg und die Zeit danach&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;53606&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Beinahe h\u00e4tte nicht Gavrilo Princip, sondern ein Innsbrucker Student die Geschicke der Welt ver\u00e4ndert. Es ist dem Zufall zu verdanken, dass der 20 Jahre alte Serbe im Jahr 1913 gestoppt wurde, weil er mit dem geplanten Attentat auf den Thronfolger vor einer Kellnerin prahlte. Erst als es tats\u00e4chlich zu den die Welt ver\u00e4ndernden Sch\u00fcssen in Sarajevo kam, erschien ein Artikel in den Medien dazu. Welche Auswirkungen der daraufhin ausgebrochene Erste Weltkrieg auf die Welt und den Alltag der Menschen haben sollte, war nach dem tats\u00e4chlichen Attentat auf Franz Ferdinand am 28. Juni nicht absehbar. Zwei Tage nach der Ermordung des Habsburgers in Sarajewo war aber in den <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> bereits prophetisches zu lesen: \u201e<em>Wir sind an einem Wendepunkte \u2013 vielleicht an dem Wendepunkte\u201c \u2013 der Geschicke dieses Reiches angelangt<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Auch in Innsbruck war die Begeisterung f\u00fcr den Krieg 1914 gro\u00df gewesen. Vom \u201e<em>Gott, Kaiser und Vaterland<\/em>\u201c der Zeit angetrieben, begr\u00fc\u00dften die Menschen den Angriff auf Serbien zum allergr\u00f6\u00dften Teil einhellig. Politiker, Klerus und Presse stimmten in den allgemeinen Jubel mit ein. Neben dem kaiserlichen Appell \u201eAn meine V\u00f6lker\u201c, der in allen Medien des Reiches erschien, druckten die <em>Innsbrucker Nachrichten<\/em> am 29. Juli, dem Tag nach der Kriegserkl\u00e4rung \u00d6sterreich-Ungarns an Serbien einen Artikel rund um die Einnahme Belgrads durch Prinz Eugen im Jahr 1717. Der Ton in den Medien war feierlich, wenn auch nicht ganz ohne b\u00f6se Vorahnung auf das, was kommen sollte.<\/p>\n<p><em>\u201eDer Appell des Kaisers an seine V\u00f6lker wird tief ergreifen. Der innere Hader ist verstummt und die Spekulationen unserer Feinde aus Unruhen und \u00e4hnliche Dinge sind j\u00e4mmerlich zu Schanden geworden. In alter und vielbew\u00e4hrter Treue stehen vor allem auch diesmal die Deutschen zu Kaiser und Reich: auch diesmal bereit, mit ihrem Blute f\u00fcr Dynastie und Vaterland einzustehen. Wir gehen schweren Tagen entgegen; niemand kann auch nur ahnen, was uns das Schicksal bescheiden wird, was es Europa, was es der Welt bescheiden wird. Wir k\u00f6nnen nur mit unserem alten Kaiser auf unsere Kraft und auf Gott vertrauen und die Zuversicht hegen, da\u00df, wenn wir einig find und zusammenhalten, uns der Sieg beschieden sein mu\u00df, denn wir wollten den Krieg nicht und unsere Sache ist die der Gerechtigkeit!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Besonders \u201everdient\u201c machten sich bei der Kriegstreiberei Theologen wie Joseph Seeber (1856 \u2013 1919) und Anton M\u00fcllner alias <em>Bruder Willram<\/em> (1870 \u2013 1919) die mit ihren Predigten und Schriften wie \u201e<em>Das blutige Jahr<\/em>\u201c den Krieg zu einem Kreuzzug gegen Frankreich und Italien erhoben.<\/p>\n<p>Viele Innsbrucker meldeten sich freiwillig f\u00fcr den Feldzug gegen Serbien, von dem man dachte, er w\u00e4re eine Angelegenheit weniger Wochen oder Monate. Von au\u00dferhalb der Stadt kam eine so gro\u00dfe Anzahl an Freiwilligen zu den Stellungskommissionen, dass Innsbruck beinahe aus allen N\u00e4hten platzte. Wie anders es kommen sollte, konnte keiner ahnen. Schon nach den ersten Schlachten im fernen Galizien war klar, dass es keine Sache von Monaten werden w\u00fcrde. Kaiserj\u00e4ger und andere Tiroler Truppen wurden regelrecht verheizt. Schlechte Ausr\u00fcstung, mangelnder Nachschub und die katastrophale des Oberkommandos unter Konrad von H\u00f6tzendorf brachten Tausenden den Tod oder in Kriegsgefangenschaft, wo Hunger, Misshandlung und Zwangsarbeit warteten.<\/p>\n<p>1915 trat das K\u00f6nigreich Italien an der Seite Frankreichs und Englands in den Krieg ein. Damit ging die Front quer durch das damalige Tirol. Vom Ortler im Westen \u00fcber den n\u00f6rdlichen Gardasee bis zu den <em>Sextener Dolomiten<\/em> fanden die Gefechte des Gebirgskriegs statt. Innsbruck war nicht direkt von den Kampfhandlungen betroffen. Zumindest h\u00f6ren konnte man das Kriegsgeschehen aber bis in die Landeshauptstadt, wie in der Zeitung vom 7. Juli 1915 zu lesen war:<\/p>\n<p><em>\u201eBald nach Beginn der Feindseligkeiten der Italiener konnte man in der Gegend der Serlesspitze deutlich Kanonendonner wahrnehmen, der von einem der Kampfpl\u00e4tze im S\u00fcden Tirols kam, wahrscheinlich von der Vielgereuter Hochebene. In den letzten Tagen ist nun in Innsbruck selbst und im Nordosten der Stadt unzweifelhaft der Schall von Gesch\u00fctzdonner festgestellt worden, einzelne starke Schl\u00e4ge, die dumpf, nicht rollend und t\u00f6nend \u00fcber den Brenner her\u00fcberklangen. Eine T\u00e4uschung ist ausgeschlossen. In Innsbruck selbst ist der Donner der Kanonen schwerer festzustellen, weil hier der L\u00e4rm zu gro\u00df ist, es wurde aber doch einmal abends ungef\u00e4hr um 9 Uhr, als einigerma\u00dfen Ruhe herrschte, dieser unzweifelhafte von unseren M\u00f6rsern herr\u00fchrender Donner geh\u00f6rt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bis zur Verlegung regul\u00e4rer Truppen von der Ostfront an die Tiroler Landesgrenzen hing die Landesverteidigung an den Standsch\u00fctzen, einer Truppe, die aus M\u00e4nnern unter 21, \u00fcber 42 oder mit Untauglichkeit f\u00fcr den regul\u00e4ren Milit\u00e4rdienst bestand. Die Opferzahlen waren dementsprechend hoch.<\/p>\n<p>Die Front war zwar relativ weit von Innsbruck entfernt, der Krieg drang aber auch ins zivile Leben ein. Durch die Massenmobilmachung eines gro\u00dfen Teils der arbeitenden m\u00e4nnlichen Bev\u00f6lkerung kamen viele Betriebe zum vollkommenen Stillstand. Regale in Gesch\u00e4ften blieben leer, der \u00f6ffentliche Verkehr kam zum Erliegen, Handwerker und Arbeiter fehlten an allen Ecken und Enden. Oft fehlten Kohle und Brennholz. Hunger und K\u00e4lte wurden in der Stadt zu erbitterten Feinden von Frauen, Kindern, Verwundeten und nicht Kriegstauglichen. Diese Erfahrung der totalen Einbeziehung der gesamten Gesellschaft war f\u00fcr die Menschen neu. In der H\u00f6ttinger Au wurden Baracken zur Unterbringung von Kriegsgefangenen errichtet. Verwundetentransporte brachten eine so gro\u00dfe Zahl grauenhaft Verletzter, dass viele eigentlich zivile Geb\u00e4ude wie die sich gerade im Bau befindliche Universit\u00e4tsbibliothek oder Schloss Ambras in Milit\u00e4rspit\u00e4ler umfunktioniert wurden. Um der gro\u00dfen Zahl an Gefallenen Herr zu werden, wurde der Milit\u00e4rfriedhof Pradl angelegt. Ein Vorg\u00e4nger der Stra\u00dfenbahnlinie 3 wurde eingerichtet, um die Verwundeten vom Bahnhof ins neue Garnisonsspital, die heutige Conradkaserne in Pradl, bringen zu k\u00f6nnen. Die Unternehmen, die noch produzieren konnten, wurden der Kriegswirtshaft untergeordnet. Je l\u00e4nger der Krieg aber dauerte, desto weniger waren es. Im Winter 1917 war die Innsbrucker Wirtschaft beinahe g\u00e4nzlich zusammengebrochen.<\/p>\n<p>Mit dem Kriegsende r\u00fcckte auch die Front n\u00e4her. Im Februar 1918 schaffte es die italienische Luftwaffe, drei Bomben auf Innsbruck abzuwerfen. In diesem Winter, der als <em>Hungerwinter<\/em> in die europ\u00e4ische Geschichte einging, machte sich auch der Mangel bemerkbar. Die Versorgung erfolgte in den letzten Kriegsjahren \u00fcber Bezugsscheine. 500 g Fleisch, 60 g Butter und 2 kg Kartoffel waren die Basiskost pro Person \u2013 pro Woche, wohlgemerkt. Auf Archivbildern kann man die langen Schlangen verzweifelter und hungriger Menschen vor den Lebensmittell\u00e4den sehen. Immer wieder kam es zu Protesten und Streiks. Politiker, Gewerkschafter, Arbeiter und Kriegsheimkehrer sahen ihre Chance auf Umbruch gekommen. Unter dem Motto <em>Friede, Brot und Wahlrecht <\/em>vereinten sich unterschiedlichste Parteien im Widerstand gegen den Krieg. Zu dieser Zeit war den meisten Menschen schon klar, dass der Krieg verloren war, und welches Schicksal Tirol erwarten w\u00fcrde, wie dieser Artikel vom 6. Oktober 1918 zeigt:<\/p>\n<p>\u00a0\u201e<em>Aeu\u00dfere und innere Feinde w\u00fcrfeln heute um das Land Andreas Hofers. Der letzte Wurf ist noch grausamer; sch\u00e4ndlicher ist noch nie ein freies Land geschachert worden. Das Blut unserer V\u00e4ter, S\u00f6hne und Br\u00fcder ist umsonst geflossen, wenn dieser sch\u00e4ndliche Plan Wirklichkeit werden soll. Der letzte Wurf ist noch nicht getan. Darum auf Tiroler, zum Tiroler Volkstag in Brixen am 13. Oktober 1918 (n\u00e4chsten Sonntag). Deutscher Boden mu\u00df deutsch bleiben, Tiroler Boden mu\u00df tirolisch bleiben. Tiroler entscheidet selbst \u00fcber Eure Zukunft!<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Am 4. November vereinbarten \u00d6sterreich-Ungarn und das K\u00f6nigreich Italien schlie\u00dflich einen Waffenstillstand. Damit verbunden war das Recht der Alliierten Gebiete der Monarchie zu besetzen. Bereits am n\u00e4chsten Tag r\u00fcckten bayerische Truppen in Innsbruck ein. Der \u00f6sterreichische Verb\u00fcndete Deutschland befand sich noch im Krieg mit Italien und hatte Angst, die Front k\u00f6nnte nach Nordtirol n\u00e4her an das Deutsche Reich verlegt werden. Zum gro\u00dfen Gl\u00fcck f\u00fcr Innsbruck und die Umgebung kapitulierte aber auch Deutschland eine Woche sp\u00e4ter am 11. November. So blieben die gro\u00dfen Kampfhandlungen zwischen regul\u00e4ren Armeen au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Trotzdem war Innsbruck in Gefahr. Gewaltige Kolonnen an milit\u00e4rischen Kraftfahrzeugen, Z\u00fcge voller Soldaten und tausende ausgezehrte Soldaten, die sich zu Fu\u00df auf den Heimweg von der Front machten, passierten die Stadt. Wer konnte, sprang auf einen der \u00fcberf\u00fcllten Z\u00fcge oder auf ein Auto, um den Brenner hinter sich zu lassen, um nach Hause zu kommen. Im November 1918 kamen mehr als 270 Soldaten bei diesen waghalsigen Man\u00f6vern ums Leben oder mussten in eines der Lazarette der Stadt eingeliefert werden. Die Stadt musste nicht nur die eigenen B\u00fcrger in Zaum halten, die Verpflegung garantieren, sondern sich auch vor Pl\u00fcnderungen sch\u00fctzen. Um die \u00f6ffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, bildete der Tiroler Nationalrat am 5. November eine Volkswehr aus Sch\u00fclern, Studenten, Arbeitern und B\u00fcrgern. Am 23. November 1918 besetzten italienische Truppen die Stadt und das Umland. Der beschwichtigende Aufruf an die Innsbrucker von B\u00fcrgermeister Greil, die Stadt ohne Aufruhr zu \u00fcbergeben, hatte Erfolg. 5000 Mann mussten Unterschlupf in der ausgehungerten und elenden Stadt finden. Schulen wurden zu Kasernen. Es kam zwar zu vereinzelten Ausschreitungen, Hungerkrawallen und Pl\u00fcnderungen, bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Besatzungstruppen oder gar eine bolschewistische Revolution wie in M\u00fcnchen gab es aber nicht.<\/p>\n<p>\u00dcber 1200 Innsbrucker verloren auf den Schlachtfeldern und in Lazaretten ihr Leben, \u00fcber 600 wurden verwundet. Erinnerungsorte an den Ersten Weltkrieg und seine Opfer finden sich in Innsbruck vor allem an Kirchen und Friedh\u00f6fen. Das Kaiserj\u00e4germuseum am Berg Isel zeigt Uniformen, Waffen und Bilder des Schlachtgeschehens. Den beiden Theologen Anton M\u00fcllner und Josef Seeber sind in Innsbruck Stra\u00dfennamen gewidmet. Auch nach dem Oberbefehlshaber der k.u.k Armee an der S\u00fcdfront, Erzherzog Eugen, wurde eine Stra\u00dfe benannt. Vor dem Hofgarten befindet sich ein Denkmal f\u00fcr den erfolglosen Feldherren. An die italienische Besatzung erinnert der \u00f6stliche Teil des Amraser Milit\u00e4rfriedhofs.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weinhartstrasse 2 - 4<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":62736,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[46,38,109,153,26],"tags":[],"class_list":["post-63005","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-der-deutsche-orden-und-maximilian-iii","category-die-baumeister-gumpp-und-die-barockisierung-innsbrucks","category-die-eisenbahn-als-entwicklungshelfer-innsbrucks","category-eine-erste-republik-entsteht","category-saggen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63005","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=63005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/63005\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=63005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=63005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=63005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}