{"id":65304,"date":"2024-05-14T07:13:38","date_gmt":"2024-05-14T07:13:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=65304"},"modified":"2025-11-11T09:44:56","modified_gmt":"2025-11-11T09:44:56","slug":"die-rapoldis-kommunalpolitik-und-widerstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/die-rapoldis-kommunalpolitik-und-widerstand\/","title":{"rendered":"The Rapoldis: hydropower and resistance"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Die Rapoldis: Kommunalpolitik und Widerstand<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_image src=&#8220;https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/D4EDA057-2401-47A3-B594-ECFFC4219971-scaled.jpeg&#8220; alt=&#8220;Ententeich Rapoldipark&#8220; title_text=&#8220;Ententeich Rapoldipark&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_image][et_pb_toggle title=&#8220;Die Rapoldis: Wasserkraft und Widerstand&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Die Rapoldis: Kommunalpolitik und Widerstand&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;65307&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Das Ehepaar Martin (1880 \u2013 1926) und Maria Rapoldi (1884 \u2013 1975) z\u00e4hlten vom Ende der Monarchie bis in die Nachkriegszeit zu den beeindruckendsten Pers\u00f6nlichkeiten der Innsbrucker Stadtpolitik. Martin Rapoldi war \u00fcber K\u00e4rnten, Wien und B\u00f6hmen nach Innsbruck gekommen. W\u00e4hrend seiner Tischlerlehre kam er erstmals mit sozialkritischen Ideen in Ber\u00fchrung. Gemeinsam mit anderen Lehrlingen gr\u00fcndete er in Klagenfurt mit jugendlichem Eifer eine Art anarchistischer Gewerkschaft. In der Hauptstadt der Donaumonarchie und in Zatek in der heutigen Tschechei, engagierte er sich in Gewerkschaft und der kurz zuvor offiziell gegr\u00fcndeten <em>Sozialdemokratischen Partei<\/em>. 1904 \u00fcbersiedelte er nach Innsbruck, wo der Mitzwanziger bald als ambitionierter Organisator und mitrei\u00dfender Redner auffiel. Im Jahr darauf heiratete er seine Frau Maria, die ebenfalls politisch aktiv war. Dank seiner sprachlichen Begabung \u00fcbernahm er in den folgenden Jahren die <em>Volkszeitung<\/em>, das Pressorgan der Tiroler Sozialdemokratie. Trotz anf\u00e4nglicher Euphorie f\u00fcr den Kriegseintritt auch auf Seiten der Sozialdemokratie setzte sich der als antiklerikaler <em>Pfaffenfresser<\/em> bekannte Rapoldi bald f\u00fcr den Frieden und die Einf\u00fchrung des allgemeinen Wahlrechts auch auf Kommunalebene ein. Ganz auf Parteilinie war er nach 1918 Anh\u00e4nger eines Zusammenschlusses mit dem Deutschen Reich.<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Jahren der Ersten Republik legte er eine kurze, aber steile Karriere hin. Er wurde zum Landtagsabgeordneten in Tirol und Mitglied des ersten Nationalrates in Wien erkoren. In Innsbruck schaffte er es die Sozialdemokraten zur st\u00e4rksten Partei im Gemeinderat zu machen.\u00a0 Auf Grund der antisozialistischen Haltung der anderen Fraktionen im Gemeinderat konnte er aber den B\u00fcrgermeisterposten nie besetzen. Ein besonderes Anliegen waren ihm der Wohnungsbau und die st\u00e4dtische Energieversorgung. W\u00e4hrend Rapoldis Zeit im Gemeinderat entstanden in Dreiheiligen und Pradl die Gro\u00dfprojekte Schlachthofblock, Pembaurblock sowie der Schule und Kindergarten in der heutigen Pembaurstra\u00dfe. Er war ma\u00dfgeblich am Aufbau der Innsbrucker Lichtwerke, den heutigen <em>Innsbrucker Kommunalbetrieben<\/em>, beteiligt. Sein gr\u00f6\u00dfter Verdienst war aber der Erwerb des Achensees. Bereits 1911 verhandelte die Stadt Innsbruck unter Wilhelm Greil mit dem bayerischen Stift Fiecht, um den See f\u00fcr ein Kraftwerk f\u00fcr das Elektrizit\u00e4tswerk der Stadt Innsbruck zu erstehen. Der Krieg unterbrach das Vorhaben. 1919 begannen die Verhandlungen zwischen dem Gemeinderat und dem Kloster \u00fcber den Kauf des Achensees von Neuem. Der Kaufpreise wurde schlie\u00dflich auf 1,2 Millionen Kronen plus den Eigenbedarf an Strom des Stiftes festgesetzt. Die Finanzierung gestaltete sich in der klammen Nachkriegszeit schwierig. Bis 1924 gab es von Seite des Bundes eine Steuererleichterung f\u00fcr Gemeinden f\u00fcr Wasserkraftwerksbauten. In letzter Minute konnte die TIWAG, die Tiroler Wasserkraft AG, mit der Stadt Innsbruck als Mehrheitseigent\u00fcmer gegr\u00fcndet und der Kauf vollzogen werden. Die Legende will es, dass man wegen der Inflation zwischen 1919 und 1924 f\u00fcr den Wert des Kaufpreises zum Zeitpunkt der Zahlung keinen See, sondern nur noch einen Herrenanzug erstehen konnte. Als die Stadt den See 60 Jahre sp\u00e4ter an die TIWAG verkaufte, lukrierte man fast eine Milliarde Schilling, genug, um die Schulden der Stadt zu tilgen. Sowohl bei der Errichtung der Achenseebahn, des Achenseekraftwerks und der Gr\u00fcndung der Tiroler Wasserkraft TIWAG war Martin Rapoldi die treibende Kraft. 1926 verstarb der umtriebige <em>Rote Tischlergeselle<\/em> mit jungen 46 Jahren an den Folgen einer Nierenentz\u00fcndung.<\/p>\n<p>Nicht weniger eindrucksvoll ist die Vita seiner Frau Maria. Im elterlichen Haushalt in W\u00f6rgl kam sie fr\u00fch mit sozialdemokratischen Ideen in Kontakt. Die gelernte Buchhalterin \u00fcbersiedelte nach Innsbruck. Wahrscheinlich bei ihrer Arbeit f\u00fcr die Krankenkasse lernte sie ihren zuk\u00fcnftigen Ehemann kennen. Trotz ihrer beiden kleinen T\u00f6chter engagierte sich Maria bereits 1912 auf der Landesfrauenkonferenz der Sozialdemokratinnen. Nach dem Tod ihres Mannes blieb sie weiterhin in der Sozialdemokratie aktiv. Als Mitarbeiterin der <em>Volkszeitung<\/em> kam sie in den Jahren des Austrofaschismus immer wieder ins Visier der <em>Vaterl\u00e4ndischen Front<\/em>. Nachdem die Volkszeitung im Rahmen der Zensur durch das Regime verboten wurde, musste sie sich als erwerbslose Witwe durchschlagen. Sie er\u00f6ffnete ein Stempelgesch\u00e4ft in der Altstadt. Gleichzeitig war sie im Untergrund an der <em>Roten Hilfe<\/em>, der Unterst\u00fctzung von Familien inhaftierter Mitglieder des Republikanischen Schutzbundes. W\u00e4hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie f\u00fcr kurze Zeit inhaftiert. Nach dem Krieg trat sie auch in offizieller Funktion aus dem Schatten ihres jung verstorbenen Gatten Martin. Von 1946 \u2013 1959 war sie Mitglied des Innsbrucker Gemeinderats. Sie setzte sich f\u00fcr soziale Agenden wie Altersheime, Kinderheime, die Verbesserung der Lebensmittel- und Krankenversorgung in der Nachkriegszeit ein. Als Mitglied des Tiroler Hilfswerks, des Stadtschulrats des Kuratoriums des Waisenheimes Sieberer und des Verwaltungsausschusses des Innsbrucker Realgymnasiums f\u00fcr M\u00e4dchen<\/p>\n<p>Martin und Maria Rapoldi sind in einem sehenswerten Ehrengrab am Westfriedhof beigesetzt. Der 1927 er\u00f6ffnete Park in Pradl tr\u00e4gt ebenfalls den Namen der beiden erinnerungsw\u00fcrdigen Stadtpolitiker. In Kranebitten errichtete die Sozialdemokratische Partei nach Martins fr\u00fchem Tod ein Denkmal f\u00fcr ihn, das 1934 von Mitgliedern der Heimatwehr zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;159&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>From the end of the monarchy to the post-war period, Martin and Maria Rapoldi were among the most impressive personalities in Innsbruck's city politics<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":62733,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,90],"tags":[],"class_list":["post-65304","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-20-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65304\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}