{"id":65859,"date":"1938-10-02T08:43:28","date_gmt":"1938-10-02T08:43:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=65859"},"modified":"2025-08-12T10:50:01","modified_gmt":"2025-08-12T10:50:01","slug":"vom-heilkraftigen-dirschenol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/vom-heilkraftigen-dirschenol\/","title":{"rendered":"From the healing power of ash oil"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Vom heilkr\u00e4ftigen Dirschen\u00f6l<\/h2>\n<p>Dr. Franz W\u00f6\u00df<\/p>\n<p>Erschienen: Innsbrucker Nachrichten \/ 2. Oktober 1938<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_toggle title=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8230;&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Die Haymonsage und ihre Moral zeigten sich im Laufe der Jahrhundert je nach Zeitgeist ebenso flexibel wie das Christentum bei seiner Einf\u00fchrung in der Sp\u00e4tantike. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert standen die Konvertierung <em>Haymons<\/em>, der Schutz der b\u00e4uerlichen Untertanen durch das christliche Rittertum und die Klostergr\u00fcndung im Mittelpunkt, um das segensreiche Feudalwesen zu untermauern. In diesem Artikel hingegen entfiel das katholische Element des Klosterbaus fast komplett, daf\u00fcr wurde das deutsche st\u00e4rker betont. Haymon beendete sein Leben nicht im Stift Wilten als Kleriker, sondern als Einsiedler am Seefelder Plateau.\u00a0<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Vom heilkr\u00e4ftigen Dirschen\u00f6l&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Vom heilkr\u00e4ftigen Dirschen\u00f6l&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;65862&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Wie die Sage vermeldet, zog mit Dietrich von Bern, der auf der alten R\u00f6merstra\u00dfe vom S\u00fcden nach Tirol kam, auch der <strong>Riese Haymon<\/strong>, ein Edler aus rheinischem Geschlechte, der \u201ewas sehr fromm\u201c. Er erschlug im Streit einen andern Riesen, den Wildenmann, der die Felder verw\u00fcstete und die Bauern baten ihn, er m\u00f6ge sie auch weiterhin als ihr Herr besch\u00fctzen. Haymons junge Herrschaft wollte aber ein einheimischer Riese aus der Seefelder Gegend, <strong>Thyrsus<\/strong>, nicht dulden.<\/p>\n<p>Wo heute das D\u00f6rfchen Zirl an der Oberinntalstra\u00dfe liegt, kam es zum Kampf zwischen den beiden Riesen. Sie trafen einander in der Reschenfuhrung, wie sie das sch\u00f6ne Gem\u00e4lde der Wiltener Stiftskirche in Innsbruck zeigt. <strong>Haymon<\/strong>, der christliche Ritter mit Schwert und Schild, <strong>Thyrsus<\/strong>, der heidnische Unmensch, mit einem ungeheuren, scharf gezahnten <strong>Zirbelnussholz<\/strong>. Haymon siegte. Thyrsus, der zu Tode getroffen, in die Berge vor Seefeld fl\u00fcchtete, wo er sterbend sein Blut in das Gestein flie\u00dfen lie\u00df, damit seine Bauern daraus Heilkraft sch\u00f6pfen k\u00f6nnten:<\/p>\n<p>\u201eGeh\u2019 hin, unfl\u00fcssiges Blut,<br \/>Das sei f\u00fcr Tier und Menschen gut!\u201c<\/p>\n<p>Mit diesem letzten Worte verehrte Thyrsus den Seefeldern und Reither Bauern ein wertvolles Gut, das <strong>\u201eThyrsusblut\u201c<\/strong> oder <strong>Dirschen\u00f6l<\/strong>, das sp\u00e4tere <strong>Ichthyol<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Haymon<\/strong> bereute seine Untat und erbaute zur S\u00fchne das heilige stille Wirken an der Stelle seines Kampfes: das Stift Wilten. Dann lebte er als B\u00fc\u00dfer weiter in einer H\u00f6hle am Bergkegel. Beim Tode seines Walles entbl\u00f6\u00dfte er einmal, wie auch der vers\u00f6hnte Ort prophezeite, das wertvolle \u00d6l.<\/p>\n<p>Die Bauern der Seefelder Gegend verwendeten dieses Thyrsusmittel durch obiges Deifikationswort als ein \u201eEinheimisches\u201c. Die h\u00e4ufigen Schiefergeschiebe mit ihren \u00f6lhaltigen Dirschenfl\u00fcssigkeitsgef\u00e4\u00dfen auf einen Herd gebracht und dort durch Ausd\u00fcnstung- und Schwitzprozess <strong>Ichthyol<\/strong> gewonnen, wie auch heute wieder \u2013 der Seefelder Oelfischer durch Jahrhunderte das heilkr\u00e4ftige Oel geliefert hatte, verwendeten man als Heil\u00f6l, zu Heizungssalben, wie den <strong>Maximilianischen Zimmern<\/strong> zu Brixen oder auch im Wiener Krankenhaus verbrachte Salben und Rollen. Doch das seiner feinen Erd\u00f6l und harzigen R\u00fcckst\u00e4nde ent\u00f6lte Ichthyol entfesselt das innerste Urwesen.<\/p>\n<p>Dass aus <strong>Dirschen\u00f6l<\/strong> das Blut des erschlagenen Riesen Thyrsus sei, das noch wohl nun die Seefelder Bauern geglaubt haben, die das Mittel m\u00fchsam aus dem Stein gewannen, hoch \u00fcber dem Inntal, wie es der Kampf der kulturbringenden, bergfahrigen Germanenst\u00e4mme mit der Urbev\u00f6lkerung versinnbildlicht, ist kaum der Wirklichkeit nachzuf\u00fchlen. <strong>Ichthyol<\/strong> \u2013 nach der griechischen Schrift \u00fcber das Fisch\u00f6l \u2013 erteilt keinen giftigen oder s\u00fc\u00dfs\u00e4uerlichen Reiz, der bei den Stink\u00f6len h\u00e4ufig auftritt.<\/p>\n<p>Ebenso wie bei der Darstellung, da\u00df dieses wertvolle Heil\u00f6l von einem christlichen Riesen sei, das ihm der Riesen Thyrsus hinterlie\u00df, herrscht auch bei der Namensnennung Ichthyol die Vorstellung, da\u00df organisches Leben die Grundlage dieses Lebenssaftes, die Fische und andere Wasserwesen, entlie\u00dfen im Schieferkitt f\u00fcr den Menschen zur Verwendung. Nun finden sich solche Fischreste allerdings meist nicht im eigentlichen Ichthyolschiefer, sondern nur im Gestein; man kann den Namen Ichthyol daher nicht als so berechtigt ansehen, weil dieser Gesteinsschiefer und Erd\u00f6l zweifellos besonders schwefelreich sind. Der Seefelder Schiefer enth\u00e4lt bis zu 10 % Roh\u00f6l und trotz viel Harz und Fett wenig Schwefel. Der Schwefel soll die Heilwirkung abgeschlossen haben.<\/p>\n<p>Der deutsche Arzneialmanach empfiehlt Ichthyol gegen entz\u00fcndliche Vorg\u00e4nge an Haut und Glied. Ebenso geh\u00f6rt es zu einem edlen Bestand der Urotropintherapie, aber auch in der Tierheilkunde findet Ichthyol viel Verwendung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innsbrucker Nachrichten \/ 2 October 1938<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[138,142],"tags":[],"class_list":["post-65859","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-geschichte-presse","category-innsbrucker-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65859","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65859"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65859\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65859"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65859"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65859"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}