{"id":67591,"date":"2024-05-14T08:39:39","date_gmt":"2024-05-14T08:39:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=67591"},"modified":"2026-04-29T09:10:15","modified_gmt":"2026-04-29T09:10:15","slug":"universitatsstadt-innsbruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/universitatsstadt-innsbruck\/","title":{"rendered":"University City of Innsbruck"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Universit\u00e4tsstadt Innsbruck<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;57774,60108,60669,63084,57114,66152,58614,62433&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][et_pb_toggle title=&#8220;Universit\u00e4tsstadt Innsbruck&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Universit\u00e4tsstadt Innsbruck&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;67576&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>1669 gilt als das offizielle Gr\u00fcndungsjahr einer der wichtigsten Institutionen der Innsbrucker Stadtgeschichte. Am 15. Oktober gab Kaiser Leopold I. den Tirolern das\u00a0Privileg des \u201e<em>Haller Salzaufschlags<\/em>\u201c. Diese Steuer auf die begehrte Handelsware aus der hauseigenen Saline machte es m\u00f6glich, eine Universit\u00e4t zu finanzieren. Die Basis f\u00fcr eine Hochschule war bereits gelegt. Die Universit\u00e4t ging aus der Lateinschule hervor, die von den Jesuiten etwas mehr als hundert Jahre zuvor unter Ferdinand I. gegr\u00fcndet worden war. Der Schwerpunkt am Gymnasium lag auf der klassischen humanistischen Bildung. Latein und Griechisch waren notwendige Schwerpunkte im Unterricht, um dem intellektuellen und politischen Diskurs folgen zu k\u00f6nnen. Wissenschaftliche B\u00fccher und viele andere Schriftst\u00fccke wurden in der Fr\u00fchen Neuzeit noch immer auf Latein verfasst. Auch f\u00fcr h\u00f6here Posten im \u00f6ffentlichen Dienst war Latein Voraussetzung. Die Universit\u00e4t brachte neue Ausbildungsm\u00f6glichkeiten nach Innsbruck. Die erste Fakult\u00e4t, die den Lehrbetrieb aufnahm, war die Philosophie. Theologie, Recht und Medizin folgten kurz darauf. Als Papst Innozenz XI. der Universit\u00e4t 1677 seinen Segen gab, war der Betrieb schon voll angelaufen. Professoren und Studenten verschiedenster Nationalit\u00e4t tummelten sich in Innsbruck. Der Jesuitenorden war mit mehreren Lehrst\u00fchlen vertreten, andere Professoren wurden von der Di\u00f6zese Brixen bestellt. Das f\u00fchrte zu Spannungen innerhalb der Universit\u00e4t, vertraten doch die Jesuiten vor allem die Interessen des Landesf\u00fcrsten und Monarchen, w\u00e4hrend die Professoren der Di\u00f6zese die politischen Interessen des Bischofs wahren wollten. Von einer Trennung von Staat, Kirche und Wissenschaft war man in dieser fr\u00fchen Phase der Aufkl\u00e4rung noch weit entfernt. Dabei ging es um Posten, Macht, Geld und Einfluss, nicht nur innerhalb der Stadt.<\/p>\n<p>Ein Studium dauerte f\u00fcr gew\u00f6hnlich sieben Jahre, bevor sich der Absolvent als Zeichen seines Status als Doktor einen Ring \u00fcber den Finger streifen durfte. In den ersten beiden Jahren musste jeder Student der Philosophie widmen, bevor er sich f\u00fcr ein Gebiet entschied. Zum geisteswissenschaftlichen Unterricht kamen Kirchendienste, Theaterauff\u00fchrungen, Musizieren und praktische Dinge wie Fechten und Reiten, die im Leben eines gebildeten jungen Mannes nicht fehlen durften.\u00a0<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t war aber mehr als ein Bildungsinstitut. 1665 hatte Innsbruck den Rang einer Residenzstadt verloren und damit an Prestige und Glanz verloren. Der Universit\u00e4tsbetrieb machte diese Degradierung etwas wett, blieb die Aristokratie so zumindest in Form von Studenten erhalten. Studenten und Professoren ver\u00e4nderten das soziale Gef\u00fcge der Stadt. Im ersten Jahrzehnt nach der Gr\u00fcndung lehrten knapp 50 unterschiedliche Intellektuelle aus aller Herren L\u00e4nder Philosophie in Innsbruck vor \u00fcber 300 Studenten. Bei gesellschaftlichen Anl\u00e4ssen wie Prozessionen stachen Abordnungen wie die <em>Congregation der heiligen Jungfrau<\/em>, die sich aus Mitgliedern der jesuitisch gepr\u00e4gten Universit\u00e4t speiste, hervor. Die Professoren pflegten in ihren je nach Fachgebiet verschiedenfarbigen Samtm\u00e4nteln aufzutreten, die Studenten mit den Schwertern, die sie tragen durften. Die Akademiker sprachen auch auf Deutsch anders als die einheimische Bev\u00f6lkerung, offizielles wurde ohnehin meist auf Latein erledigt. <em>Work hard, play hard<\/em> galt auch damals als Motto. Der von den Professoren streng \u00fcberwachte studentische Alltag in Aula und den H\u00f6rs\u00e4len wurde von einem bunten Mix aus feuchtfr\u00f6hlicher Abendunterhaltung, Ausfl\u00fcgen in die Umgebung Innsbrucks, Musizieren, kirchlichen Prozessionen und Theaterauff\u00fchrungen aufgelockert. Die jungen M\u00e4nner aus besserem Hause traten, anders als die streng und sittlich gekleideten Einwohner Innsbrucks, bunt und keck nach der Art mittelalterlicher Gecken in Erscheinung. Sie sprachen in einer Art und Weise miteinander, die Uneingeweihten als vollkommen l\u00e4cherlich erscheinen musste.<\/p>\n<p>Bei den Studenten handelte es sich trotz ihres gesellschaftlichen Ranges h\u00e4ufig genug nicht um strebsame Mustersch\u00fcler, sondern um junge Burschen, die einen gewissen Lebensstil und Status gewohnt waren. Um den jungen Eliten Herr zu werden, bedurfte es eines eigenen Rechtssystems. Studenten unterlagen bis zu einem gewissen Grad dem Universit\u00e4tsrecht unterlagen, das vom Stadtrecht losgel\u00f6st war. Nur f\u00fcr die Blutgerichtsbarkeit musste die Landesregierung angerufen werden.\u00a0Das schaffte ein diffuses und oft widerspr\u00fcchliches System, in dem ein Teil der Gesellschaft zumindest in manchen Situationen etwas machen durfte, was einem anderen Teil verboten war. Zusammentreffen privilegierter Jugendlicher mit B\u00fcrgern, Dienstboten und Handwerkern lief nicht immer reibungsfrei ab. Die Upper-Class-Teenager waren es gewohnt, Waffen zu tragen und auch zu benutzen. Ehrverletzungen konnten, \u00e4hnlich wie beim Milit\u00e4r, auch in studentischen Kreisen zu Duellen f\u00fchren. Besonders in Paarung mit Alkohol waren Ausschreitungen nicht ungew\u00f6hnlich. So begaben sich im Januar 1674 \u201e<em>nit allein zu n\u00e4chtlicher Zeit Ungelegenheiten, Rumores und ungereimte Handlungen<\/em>\u201c und es wurden \u201e<em>Studenten der Universit\u00e4t angetroffen, die allerlei verbotene Waffen wie Feuerrohr, Pistolen, Terzerol, Stilett, S\u00e4bel, Messer\u2026<\/em>\u201c bei sich hatten. Studenten war es zum Beispiel offiziell auch verboten, \u00fcber den Durst zu trinken. Geschah dies doch in einer der Wirtschaften Innsbrucks, so wurde der junge Delinquent ermahnt. Konnte oder wollte er die Rechnung nicht begleichen, konnte der gesch\u00e4digte Wirt bei Gericht keine Anzeige einbringen, da \u00fcberm\u00e4\u00dfiger der Ausschank alkoholischer Getr\u00e4nke an die Studentenschaft verboten war. Um das Recht durchzusetzen, stellte das Rektorat eine eigene Truppe aus. Die Scharwache war mit Hellebarden bewaffnet und sollte die <em>Rumores<\/em> der Studenten so gut als m\u00f6glich verhindern. Sechs Mann hatten Tag und Nacht bewaffneten Dienst, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Kosten daf\u00fcr teilten sich die Stadt Innsbruck und die Universit\u00e4t. Es gab auch einen eigenen <em>Carcer<\/em>, um \u00dcbelt\u00e4ter bei Wasser und Brot zu verwahren. Freiheitsentzug, Geldbu\u00dfen und sogar Landesverweise konnten von der Universit\u00e4t ausgesprochen werden.<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t war auch sonst durch ihre Geschichte hindurch ein Politikum und immer Spiegel des allgemeinen Zeitgeistes. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts war sie daf\u00fcr da, staatstreue, katholische Beamten f\u00fcr den Staat auszubilden. Der Name <em>Leopold-Franzens-Universit\u00e4t<\/em> geht auf die beiden Kaiser Leopold und Franz zur\u00fcck, unter denen sie jeweils gegr\u00fcndet wurde. Zweimal wurde die Universit\u00e4t zu einem Lyzeum herabgestuft oder gar ganz abgeschafft. Kaiser Josef II. schloss die Pforten ebenso wie die bayerische Verwaltung w\u00e4hrend der Napoleonischen Kriege. Die jesuitisch gepr\u00e4gten und Studenten und Professoren waren ihnen suspekt und wurden aus dem Bildungssektor verband. Kaiser Franz I., der in der Restauration wieder mehr auf der traditionell katholischen Linie der Habsburger war, nahm 1826 die Neugr\u00fcndung vor. Unter Beobachtung blieb die Universit\u00e4t aber auch im Polizeistaat Metternichs weiterhin. Im Vorm\u00e4rz waren es nationalistisch und liberal gesinnte Kr\u00e4fte, die man f\u00fcrchtete. Die geheime Staatspolizei war nicht nur in den H\u00f6rs\u00e4len, sondern auch sonst in den studentischen Kreisen pr\u00e4sent, um problematisches Gedankengut junger Aufwiegler m\u00f6glichst fr\u00fch im Keim zu ersticken. Die Industrialisierung und die damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Spielregeln ver\u00e4nderten den Universit\u00e4tsbetrieb. Ganz im Geist der Zeit besch\u00e4ftigte sich die Er\u00f6ffnungsrede des Dekans der philosophischen Fakult\u00e4t Prof. Dr. Joachim Suppan (1794 \u2013 1864), mit einem praktischen Problem der Physik, damit \u201e<em>eine genauere Kenntnis der so wichtigen und n\u00fctzlichen Erfindung der Dampfmaschine auch f\u00fcr die vaterl\u00e4ndische Industrie, wo dieselbe bisher noch keine Anwendung hat<\/em>,\u201c erreicht werde. Dass Supan neben seinen Abschl\u00fcssen in Philosophie und Mathematik auch geweihter Priester war, zeigt den Einfluss, den die Kirche auch im 19. Jahrhundert auf das Bildungswesen hatte. Wie sehr die Universit\u00e4t neben der Kirche der staatlichen Obrigkeit verbunden war, zeigt Supans abschlie\u00dfende Ermahnung in Richtung der Studenten, <em>\u201edereinst dem Vaterlande durch Kenntnis und Tugend ersprie\u00dfliche Dienste zu leisten\u201c<\/em>.\u00a0Die Nationalit\u00e4tenkonflikte der sp\u00e4ten Monarchie spiegelten sich ebenfalls in der Universit\u00e4tsgeschichte wider. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter des Vereinswesens, im Fall der Universit\u00e4t der Studentenverbindungen. Im Falle Innsbruck waren es vor allem Probleme zwischen deutschsprachigen und italienischsprachigen Studenten, die immer wieder zu Problemen f\u00fchrten und ihren H\u00f6hepunkt in den <em>Fatti di Innsbruck<\/em> fanden. Deutschnational gesinnte Studenten spielten auch in weiterer Folge eine Hauptrolle an der Universit\u00e4t. Viele der jungen M\u00e4nner waren im habsburgischen Gro\u00dfreich aufgewachsen und hatten im Ersten Weltkrieg gedient. Die beh\u00e4bige, parlamentarische Republik \u00d6sterreich gefiel vielen Jungakademikern weniger als neue politischen Bewegungen, die ebenfalls in dieser Zeit aufkamen. Die m\u00e4nnlichen Eliten waren pl\u00f6tzlich nicht mehr alleine unter sich. Frauen und S\u00f6hnen von Handwerksfamilien war das Studium an der Universit\u00e4t lange nicht gestattet, nun war es zumindest theoretisch m\u00f6glich, sich \u00fcber diesen Weg hochzuarbeiten. Den ersten weiblichen Doktor der Juristerei der Universit\u00e4t feierte man f\u00fcnf Jahre nach der Entstehung der Republik. Die Presse notierte:<\/p>\n<p><em>\u201eAm kommenden Samstag wird an der Innsbrucker Universit\u00e4t Fr\u00e4ulein Mitzi Fischer zum Doktor iuris promoviert. Fr\u00e4ulein Fischer ist eine geb\u00fcrtige Wienerin. In Wien absolvierte sie auch das Gymnasium. Nach der Reifepr\u00fcfung oblag sie dem juristischen Studium der Universit\u00e4t Innsbruck. Die zuk\u00fcnftige Doktorin hat s\u00e4mtliche Pr\u00fcfungen mit Auszeichnungen absolviert, m\u00fc\u00dfte also nach dem fr\u00fcheren Brauche sub auspiciis imperatoris promovieren. Jedenfalls ist Fr\u00e4ulein Fischer die erste Dame, die sich an der Innsbrucker Universit\u00e4t den juristischen Doktortitel erwirbt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Begeisterung der teils von der Front des Ersten Weltkrieges heimgekehrten jungen M\u00e4nner flog teils dem als modern und dynamisch wirkenden faschistischen Italien und sp\u00e4ter dem nationalsozialistischen Deutschland zu, die klassische Rollenbilder vertraten. Mit dem Anschluss an das Deutsche Reiche 1938 wurde die Universit\u00e4t ein weiteres Mal umbenannt. Nach dem Krieg wurde aus der <em>Deutschen Alpenuniversit\u00e4t<\/em> wieder die <em>Leopold-Franzens-Universit\u00e4t<\/em>. Erstaunlich ruhig, \u00e4hnlich wie schon 1848, verhielten sich die Studenten in Innsbruck im Jahr 1968. W\u00e4hrend in anderen europ\u00e4ischen St\u00e4dten die Studenten Treiber des Wandels waren, blieb man in Innsbruck unaufgeregt. In Paris flogen Pflastersteine, in Innsbruck gab man sich mit Boykotten und Sit-ins zufrieden. Es gab in den sp\u00e4ten 1960ern und 70ern zwar einzelne Gruppen wie die <em>Kommunistische Gruppe Innsbruck<\/em>, das <em>Komitee f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Vietnam<\/em>, die sozialistische VSSt\u00d6 oder die liberal-katholische <em>Aktion<\/em> innerhalb der \u00d6H, zu einer Massenbewegung kam es nicht. Der allergr\u00f6\u00dfte Teil der Studenten entstammte der Oberschicht und hatte die Matura in einem katholisch orientierten Gymnasium absolviert. Beethovens alte Weisheit, dass \u201e<em>solange der \u00d6sterreicher noch braun\u00b4s Bier und W\u00fcrstel hat, revoltiert er nicht<\/em>,\u201c traf zu. Nur wenige Studenten konnten sich f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Vietnam, Mao Zedong und Fidel Castro begeistern. Wer wollte schon die eigene Karriere aufs Spiel setzen, in einem Land, das von der Dreifaltigkeit aus Tiroler Tageszeitung, Bischof Paulus Rusch und dem Landtag mit absoluter Mehrheit der \u00d6VP dominiert wurde? Wer es trotzdem wagte, aufs\u00e4ssige Flugbl\u00e4tter oder linke Literatur zu verbreiten, musste mit medialer Diffamierung, einer R\u00fcge durch das Rektorat oder gar dem Besuch der Staatsgewalt rechnen. Kritisiert wurden nur selten die Professoren, die im 20. Jahrhundert h\u00e4ufig noch Distanziertheit und den unnahbaren Nimbus der Fr\u00fchen Neuzeit verspr\u00fchten oder kaum Hehl aus ihrer politischen Gesinnung machten. Eher war die mangelhafte Ausstattung der bescheidenen Lehrs\u00e4le f\u00fcr die stets zunehmende Anzahl an Studenten. Die gro\u00dfe Ver\u00e4nderung in den Universit\u00e4ten wurde in \u00d6sterreich nicht erk\u00e4mpft, sondern gew\u00e4hlt. Unter Bundeskanzler Bruno Kreisky fielen die die Studiengeb\u00fchren. Bildung wurde f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl junger Menschen leist- und vorstellbar. Die Zahl der Studenten an \u00f6sterreichischen Hochschulen stieg dadurch zwischen 1968 und 1974 von 50.000 auf \u00fcber 73.000 Menschen an.<\/p>\n<p>Trotz aller Widrigkeiten und Kuriosit\u00e4ten durch die Jahrhunderte genoss die Universit\u00e4t Innsbruck seit ihren Anfangstagen meist einen sehr guten Ruf. Lehrende und Studierende sorgten im 20. und 21. Jahrhundert mehrfach f\u00fcr aufsehenerregende Leistungen in der Forschung. Victor Franz Hess wurde f\u00fcr seine Verdienste rund um die Erforschung der kosmischen Strahlung den Nobelpreis f\u00fcr Physik. Auch der Quantenphysiker Anton Zeilinger war an der Universit\u00e4t Innsbruck t\u00e4tig, wenn auch nicht im Jahr 2022 bei seiner Verleihung. Den Nobelpreis f\u00fcr Chemie erhielten auch die Professoren Fritz Pregl, Adolf Windaus und Hans Fischer, wobei auch sie nicht mehr in Innsbruck t\u00e4tig waren. Die Universit\u00e4tsklinik erbrachte sowohl in Forschung und Ausbildung wie auch in der t\u00e4glichen Versorgung der Stadt sehr gute Leistungen und z\u00e4hlt zu den Aush\u00e4ngeschildern Innsbrucks.\u00a0Nicht nur in intellektueller und wirtschaftlicher Hinsicht ist die Universit\u00e4t wichtig f\u00fcr die Stadt. 30.000 Studierende bev\u00f6lkern und pr\u00e4gen das Leben zwischen Nordkette und Patscherkofel. Die Zeit, in der junge Aristokraten in bunten Klamotten bei Prozessionen ausf\u00e4llig werden, sind vor\u00fcber. Mittlerweile sind sie eher auf den Skipisten und Mountainbike-Trails zu finden. Das gr\u00f6\u00dfte Problem, das die jungen Damen und Herren verursachen, sind auch keine Pogrome gegen\u00fcber nicht-deutschen Bev\u00f6lkerungsgruppen. Ein gro\u00dfer Teil der Studierenden des 21. Jahrhunderts kommt selbst aus dem Ausland und treibt die Preise am Wohnungsmarkt seit den 1970erJahren auf Rekordh\u00f6he. Im Oktober 1972 kam es zur Besetzung des Hexenhauses, einer leerstehenden Immobilie der Universit\u00e4t in der Sch\u00f6pfstra\u00dfe 24, die kurzerhand von einer Handvoll Studenten okkupiert wurde. Innsbruck gilt als die teuerste Landeshauptstadt, was Wohnraum betrifft, der Leerstand von Immobilien ist mehr als 50 Jahre nach der Hausbesetzung noch immer ein dr\u00e4ngendes Problem. Wie sehr die Studierenden Innsbruck beleben, merkt man erst, wenn die Ausw\u00e4rtigen zwischen den einzelnen Semestern in ihre Heimat zur\u00fcckkehren. Zehntausende beleben nicht nur das Nachtleben, sondern verpassen der Kleinstadt auch fast 400 Jahre nach der Gr\u00fcndung internationales Flair und hippe Urbanit\u00e4t.\u00a0<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;167&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Since 1669, the university has been more than just an educational institution. 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