{"id":70196,"date":"2024-05-15T08:31:36","date_gmt":"2024-05-15T08:31:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=70196"},"modified":"2026-04-27T12:17:06","modified_gmt":"2026-04-27T12:17:06","slug":"das-stift-wilten-als-ordnende-hand-im-mittelalter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/das-stift-wilten-als-ordnende-hand-im-mittelalter\/","title":{"rendered":"Wilten Abbey as a Structuring Authority"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Das Stift Wilten als ordnende Hand<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_gallery gallery_ids=&#8220;60042&#8243; fullwidth=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; pagination_text_color=&#8220;#E09900&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][\/et_pb_gallery][et_pb_toggle title=&#8220;Das Stift Wilten als ordnende Hand&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Das Stift Wilten als ordnende Hand im Mittelalter&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;70199&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>\u201e<em>\u00d6sterreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus<\/em>,\u201c so steht es heute in Artikel 1 des \u00d6sterreichischen Bundesverfassungsgesetzes geschrieben. Ministerien und ihre lokalen Vertretungen, die Magistrate, sind Vertreter einer s\u00e4kularen Republik. Anders als in vielen anderen Regionen, sind in \u00d6sterreich Staat und Religion getrennt. Das war nicht immer so. \u00dcber Jahrhunderte war es der Klerus, der Recht und Verwaltung aus\u00fcbten. Kirchliche Institutionen wie Kl\u00f6ster waren dank ihrer gebildeten und schreibkundigen Br\u00fcder in der Sp\u00e4tantike die wichtigsten Verwaltungseinheiten, um Strukturen, Herrschaft, Gesetze, Besitzverh\u00e4ltnisse, Infrastruktur und \u00f6ffentliche Ordnung zu orchestrieren. In Wilten f\u00fchrte eine kleine Gemeinschaft von Seelsorgern die Gesch\u00e4fte der Region zwischen Nordkette und Brenner. Bereits im 6. Jahrhundert gab es nachweislich eine Kirche im heutigen Wilten. Die bayerischen Herz\u00f6ge, die im fr\u00fchen Mittelalter das Inntal zu ihrer Herrschaft z\u00e4hlten, nutzten die gebildeten Kirchenm\u00e4nner nur allzu gerne, um die Verwaltung des Gebietes in geregelten Bahnen zu halten. 1128 \u00fcbergab der Brixner Bischof Reginbert das Kloster an den damals frisch gegr\u00fcndeten Pr\u00e4monstratenserorden. Im Archiv des Stift Wilten ist die Urkunde, die die \u00dcbernahme durch den Pr\u00e4monstratenserorden aus dem Jahr 1138 best\u00e4tigt, noch erhalten. Bedenkt man, dass das Stammkloster in Premontre in Frankreich von Ordensstifter Norbert von Xanten erst 1120 gegr\u00fcndet wurde, erfolgte die Ausbreitung nach Tirol sehr schnell. Ausgehend von Frankreich schaffte es der Orden innerhalb weniger Jahrzehnte in ganz Europa vertreten zu sein. Der Armutsgedanke war bei den Pr\u00e4monstratensern nicht so ausgepr\u00e4gt wie bei den zeitgleich aufkommenden Franziskanern oder Dominikanern. Der ab 1582 als Heiliger verehrte Norbert war zwar ein Kirchenreformator, seine Abstammung aus dem Adel und seine politische Rolle als Erzbischof von Magdeburg und Berater des K\u00f6nigs konnte er bei aller Spiritualit\u00e4t nicht verleugnen. Mit der \u00dcbernahme der kirchlichen Rechte und Pflichten war die Grundherrschaft \u00fcber L\u00e4ndereien verbunden, \u00fcber die das Stift verf\u00fcgen konnte. Das Hochstift Brixen \u00fcberschrieb dem Stift Wilten 1140 seinen ganzen Grundbesitz zwischen Berg Isel, Sill und Inn. Der m\u00e4chtige bayerische Herzog <em>Heinrich der L\u00f6we<\/em> schenkte dem Stift einen Erbhof aus seinem Besitz. Dazu kamen der Mentlberg und L\u00e4ndereien im Sellraintal. Tirols vielleicht sch\u00f6nster Talschluss L\u00fcsens ist bis heute ebenso in kirchlichem Besitz wie das Gasthaus Heiligwasser in Igls.<\/p>\n<p>Dank des Landbesitzes war das Stift auch ein politischer Player. In diesen L\u00e4ndereien hatte das Stift die niedere Gerichtsbarkeit, was alles umfasste, was nicht dem Blutgericht unterlag. 1180 war es das Stift Wilten, das den\u00a0Grafen von Andechs\u00a0die Gebiete s\u00fcdlich des Inns \u00fcberlie\u00df, auf dem die Innsbruck gegr\u00fcndet wurde. Nicht nur 1180, auch 1339 und 1453 konnte die Erweiterung Innsbrucks erst nach dem Landerwerb von den Wiltenern erfolgen. In Angelegenheiten der Seelsorge und des Messdienstes war die Stadt vom Abt abh\u00e4ngig. So war das Recht, Beerdigungen durchzuf\u00fchren lange ein Privileg des Stifts Wilten. Erst im sp\u00e4ten Mittelalter erhielt Innsbruck dieses Privileg selbst. Die Pfarrkirche St. Jakob war lediglich eine Filialkirche. Mit viel Voraussicht lie\u00df sich das Stift Wilten als Gegenleistung f\u00fcr den Landverkauf nicht nur kirchliche, sondern auch weltliche Sonderrechte vertraglich verankern. Die <em>Kleine Sill<\/em>, ein Kanal, der im Hochmittelalter angelegt worden war, versorgte die Stadt mit Wasser, das f\u00fcr die Handwerksbetriebe der Stadt unerl\u00e4sslich war. Da der Kanal durch die L\u00e4ndereien des Stiftes floss, hatte der Abt bis ins 16. Jahrhundert wie \u00fcber so vieles andere die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber das Nutzungsrecht. Das Stift besa\u00df auch das wichtige M\u00fchlrecht. Amraser, Pradler und Innsbrucker Bauern mussten im Mittelalter zu den Wiltener M\u00fchlen an der Sill pilgern, um ihr Korn zu mahlen. Ging mittelalterlichen St\u00e4dten das Brot aus, drohten Unruhen und Aufst\u00e4nde, war Getreide doch der Hauptbestandteil des t\u00e4glichen Speiseplans. Das Wohl des Innsbrucker Stadtrates hing von Wilten ab, in vielen Dingen war man von der Gunst des Abtes abh\u00e4ngig. Das Verh\u00e4ltnis zwischen der kirchlichen Macht in Wilten in Person des Abtes und der weltlichen in Innsbruck in Person des Landesf\u00fcrsten \u00e4hnelte dem andauernden Streit zwischen Papst und Kaiser im Mittelalter.<\/p>\n<p>Neben den wirtschaftlichen Agenden war Innsbruck lange auch in Bildungsfragen vom Stift Wilten abh\u00e4ngig. Eine Klosterschule wurde 1313 erw\u00e4hnt. <em>Ruedger der Schulmeister<\/em> fand als Dorfmeister sogar noch 10 Jahre eher Eingang in die Chronik Wiltens. Neben reger Tafelmalerei wurden von den Sch\u00fclern wohl auch B\u00fccher kopiert. Die Stadtschule bei der Kirche St. Jakob, einer Filiale des Stiftes Wilten, stand ebenfalls indirekt unter der \u00c4gide des Abtes. Bis 1561 verhinderten die \u00c4bte erfolgreich weitere Klosteransiedlungen in Innsbruck, um den Einflussbereich des Stiftes in der Stadt aufrechtzuerhalten. Erst in der Gegenreformation schaffte es der aus Spanien stammende, sich \u00fcber viele \u00f6rtliche Gepflogenheiten hinwegsetzende Landesf\u00fcrst und sp\u00e4tere Kaiser Ferdinand I. mit den Jesuiten auch in der Stadt einen Orden anzusiedeln, um die Residenzstadt unabh\u00e4ngiger zu machen. Die Messen an hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern oder Taufen wurden trotzdem in Wilten gefeiert. Ab dem 16. Jahrhundert begann der Einfluss der Kirche nach und nach zu schmelzen, auch wenn er sich noch \u00fcber Jahrhunderte in der einen oder anderen Form halten konnte. Bis ins 20. Jahrhundert waren die Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat um die Oberhoheit in verschiedenen Lebensbereich der Untertanen und B\u00fcrger, die die Macht- und Gesellschaftspolitik bestimmte. In der Zwischenkriegszeit war der katholische Glaube noch Staatsr\u00e4son des St\u00e4ndestaates unter den Bundeskanzlern Dollfu\u00df und Schuschnigg, in der Bildungspolitik f\u00fchrt bis heute in vielen Grundsatzfragen kein Weg an der Kirche vorbei. Heute haben die \u00c4bte von Wilten zwar keine politische Macht mehr, der Grundbesitz und der Wohlstand, der sich in den R\u00e4umlichkeiten des Stiftes widerspiegelt, sind ihnen aber nicht abhandengekommen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcberschrift (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h2>Sehensw\u00fcrdigkeiten dazu&#8230;<\/h2>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_blog fullwidth=&#8220;off&#8220; posts_number=&#8220;50&#8243; include_categories=&#8220;171&#8243; show_thumbnail=&#8220;off&#8220; use_manual_excerpt=&#8220;off&#8220; show_author=&#8220;off&#8220; show_date=&#8220;off&#8220; show_categories=&#8220;off&#8220; show_excerpt=&#8220;off&#8220; show_pagination=&#8220;off&#8220; admin_label=&#8220;Sehensw\u00fcrdigkeiten dieser Kategorie&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; custom_padding=&#8220;10px|10px|10px|10px|true|true&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;][\/et_pb_blog][et_pb_text admin_label=&#8220;\u00dcbersicht der Stadtgeschichte (nicht \u00e4ndern)&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/geschichte-der-stadt-innsbruck\/\">\u00dcbersicht der Stadtgeschichte<\/a><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Jahrhunderte pr\u00e4gte der Abt des Stiftes Wilten das Leben im Inntal auch in politischer Hinsicht. <\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":65949,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","wds_primary_category":0,"footnotes":""},"categories":[89,98,97,96],"tags":[],"class_list":["post-70196","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissenswertes","category-wissenswertes-13-jahrhundert","category-wissenswertes-14-jahrhundert","category-wissenswertes-15-jahrhundert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70196\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65949"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}