{"id":70569,"date":"1898-11-07T09:20:31","date_gmt":"1898-11-07T09:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/?p=70569"},"modified":"2026-06-23T10:47:22","modified_gmt":"2026-06-23T10:47:22","slug":"der-socialdemokratische-wahlerverein-in-wilten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.discover-innsbruck.at\/en\/der-socialdemokratische-wahlerverein-in-wilten\/","title":{"rendered":"Der socialdemokratische W\u00e4hlerverein in Wilten"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; specialty=&#8220;on&#8220; _builder_version=&#8220;4.24.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; specialty_columns=&#8220;2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_row_inner _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column_inner saved_specialty_column_type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Titel und Adresse&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; header_font=&#8220;|on|||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#e09900&#8243; header_font_size=&#8220;42px&#8220; header_line_height=&#8220;1.3em&#8220; header_2_text_color=&#8220;#e09900&#8243; background_color=&#8220;rgba(255,255,255,0.8)&#8220; background_layout=&#8220;dark&#8220; custom_padding=&#8220;20px|20px|20px|20px|true|true&#8220; header_font_size_last_edited=&#8220;off|desktop&#8220; border_radii=&#8220;on|10px|10px|10px|10px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; locked=&#8220;off&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<h1>Der socialdemokratische W\u00e4hlerverein in Wilten<\/h1>\n<p>Erschienen: Innsbrucker Nachrichten \/ 7. November 1898<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][et_pb_toggle title=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8230;&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;\u00dcber diesen Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Josef Prachensky war einer der Vorreiter der Sozialdemokratie in Innsbruck. Auf einer Veranstaltung referierte er zu den Verh\u00e4ltnissen in der Wiltener Schule.\u00a0<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column_inner][\/et_pb_row_inner][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;1_2&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220;][et_pb_toggle title=&#8220;Der socialdemokratische W\u00e4hlerverein in Wilten&#8220; open=&#8220;on&#8220; open_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; open_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; closed_toggle_text_color=&#8220;#e09900&#8243; closed_toggle_background_color=&#8220;#ffffff&#8220; icon_color=&#8220;#e09900&#8243; open_icon_color=&#8220;#e09900&#8243; admin_label=&#8220;Der socialdemokratische W\u00e4hlerverein in Wilten&#8220; _builder_version=&#8220;4.27.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; title_text_color=&#8220;#e09900&#8243; title_font_size=&#8220;18px&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; border_radii=&#8220;on|5px|5px|5px|5px&#8220; box_shadow_style=&#8220;preset1&#8243; global_module=&#8220;70572&#8243; saved_tabs=&#8220;all&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<p>Der socialdemokratische W\u00e4hlerverein in Wilten hielt am Sonntag in der Restauration zum Fischnaller eine Versammlung, in welcher der Referent Holzhammer den Unterschied und die Ber\u00fchrungspuncte der Socialdemokraten und Anarchisten auseinandersetzte. Nachdem er aus gef\u00fchrt und dargethan hatte, dass die Socialdemokraten, welche die Anwendung von Gewaltmitteln verabscheuen, mit den Anarchisten der That nicht nur nichts gemein, sondern alle Ursache haben, diese als ihre grimmigsten und sch\u00e4dlichsten Gegner anzusehen, weil dieselben den herrschenden Classen Gelegenheit bieten, aus den Gewaltthaten der Anarchisten Waffen gegen die Socialdemokraten zu schmieden, unterzog er das Programm der theoretischen Anarchisten einer Kritik und wies nach, dass diese Partei \u00fcberhaupt nicht mehr den Namen Anarchisten verdiene, weil sie die Ordnung in dem von ihnen gedachten Staatswesen auf die Gemeinsamkeit des Vorgehens der Productions-Genossenschaften aufbauen, deren Mitglieder durch gegenseitige Vertr\u00e4ge verpflichtet werden sollen, sich den Beschl\u00fcssen der Majorit\u00e4t zu f\u00fcgen. Da nun die Gesetze nichts anderes sind oder sein, sollen als der in bestimmten Normen zum Ausdruck gebrachte Volkswille, so kann von einer Gesetzlosigkeit im geplanten Staat der theoretischen Anarchisten nicht die Rede sein. Manche ihrer Forderungen gleichen im Princip v\u00f6llig denen der Socialdemokraten und einige davon wie z. B. die Verstaatlichung der meisten Verkehrswege und Verkehrsmittel (Eisenbahnen, Post, Telegraph, Tramway) sind sogar schon im heutigen Staate verwirklicht und eine Menge andere wie Wasserversorgung, Stra\u00dfenreinigung, Beleuchtung sind vielerorten, wo es nicht schon geschehen ist, im Begriff verwirklicht zu werden. Da\u00df dies so rasch als m\u00f6glich geschehe und \u00fcberhaupt alle Productionsmittel welch immer f\u00fcr Art in den Besitz des Staates \u00fcbergehen und jedermann sein Wohl im Wohl des Ganzen suche, das ist das Programm der Socialdemokraten, w\u00e4hrend die verruchten Anarchisten der That \u00fcberhaupt kein Programm haben und jedwede Unterwerfung des Einzelnen zum Wohl der Gesellschaft verneinen. Nachdem der Referent f\u00fcr diese seine Ausf\u00fchrungen mit reichem Beifall belohnt worden war, brachte der Referent Prachensky die Schulverh\u00e4ltnisse in Wilten zur Sprache, um durch die \u00f6ffentliche Behandlung die dort herrschenden Missst\u00e4nde beseitigen zu helfen. Prachensky wies zun\u00e4chst auf die Ueberf\u00fcllung dieser Schule hin, wodurch der Unterricht so zu Schaden komme, dass hier mehr Kinder in ein und derselben Classe l\u00e4nger als ein Jahr sitzenbleiben m\u00fcssen, als dies in anderen Schulen der Fall ist. Wilten, welches derzeit 9000 Einwohner hat, hat blo\u00df eine einzige Schule, w\u00e4hrend Innsbruck mit seinen 25000 Einwohnern nicht weniger als sechs Schulen aufweist. Das ist ein schreiendes Missverh\u00e4ltnis und verlangt dringend eine Abhilfe, auf welche die arme Bev\u00f6lkerung, welche nicht in der Lage ist, ihre Kinder ins P\u00e4dagogium zu schicken, geradezu ein Recht hat, zumal die reiche Gemeinde in der gl\u00fccklichen Lage ist, hier Abhilfe zu schaffen. Der Redner tadelt ferner, dass die Gemeinde zur Bestreitung der Lehrmittel f\u00fcr arme Kinder so gut wie nichts thue, da der daf\u00fcr ausgeworfene Betrag von 80 fl. ganz unzul\u00e4nglich ist. Ein weiterer von der Partei des Redners beanst\u00e4ndeter Nachtheil liege in der Thatsache, dass der Religionsunterricht in der M\u00e4dchenschule auf Kosten der \u00fcbrigen Lehrf\u00e4cher erweitert werde. Seit Beginn des Schuljahres sind erst 45 Tage verflossen und doch halte man im Katechismus bereits auf Seite 41. Die Kinder w\u00e4ren nicht im Stande einen so gro\u00dfen Stoff in so kurzer Zeit zu bew\u00e4ltigen, wenn die Schulschwestern nicht vor Beginn der Religionsstunde die Kinder auf diese vorbereiteten und den Unterricht verk\u00fcrzten. Zum Schlusse bringt der Redner noch die schlechte Besoldung der Lehrer zur Sprache und verlangt, dass die Gemeinde ihre Lehrer anst\u00e4ndig bezahle, damit sie sich sorglos ihrem schweren und eminent wichtigen Dienste hingeben k\u00f6nnen. W\u00e4hrend in Innsbruck kein einziger Lehrerunter 100&#8243; fl.Gehalt bezieht, hat im mindesten ebenso theueren Wilten erst der Schulleiter, welcher bereits *6 Dienstjahre hinter sich hat. 1000 fl. Die \u00fcbrigen Lehrer haben wesentlich weniger Gehalt und man kann sich leicht denken, mit welchen Sorgen sie an die Arbeit gehen m\u00fcssen. Die Kinder sind das kostbarste Gut der Bev\u00f6lkerung, und die Volksschulbildunq ist das einzige, was die armen Eltern ihren Kindern f\u00fcr den harten Kampf um das Dasein mit auf den Weg geben k\u00f6nnen; Redner beantragt daher, die Partei m\u00f6ge dahin wirken, dass die Wiltener Lehrer ebenso besoldet werden, wie die von Innsbruck. Ueber den ganzen Complex der Schulfrage kn\u00fcpfte sich eine l\u00e4ngere Debatte, die schlie\u00dflich damit endete, dass der Ausschuss mit dem Studium der ganzen Angelegenheit betraut wurde, um f\u00fcr den Fall, als der Appell an die Oeffentlichkeit fruchtlos bleiben oder die Forderungen nur mit halben Ma\u00dfregeln beantwortet w\u00fcrden, in einer gro\u00dfen Volksversammlung eingehend zu er\u00f6rtern und Mittel und Wege ausfindig zu machen, um den ger\u00fcgten Uebelst\u00e4nden endlich ein Ziel zu setzen und zeitgem\u00e4\u00dfe Reformen zu erzwingen. Dieser Antrag wurde mit gro\u00dfem Beifalle einstimmig angenommen, worauf interne Vereinsangelegen heilen und Antr\u00e4ge zur Verhandlung kamen<\/p>\n<p>[\/et_pb_toggle][\/et_pb_column][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innsbrucker Nachrichten \/ 7. 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